Kurzgeschichte
Entfallene Details

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"Entfallene Details"
Veröffentlicht am 01. Januar 2007, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Entfallene Details

Entfallene Details

Beschreibung

Jeder kann doch etwas vergessen...

Entfallene Details

Die Sonne schien mit ins Gesicht und kitzelte mich, so dass ich aufwachte, doch diesmal mit einem freudigen Lächeln.
Ich war glücklich, seit langer Zeit zum ersten Mal. Es war ein warmes Gefühl, welches den Schwermut aus meiner Seele verjagte. Nicht mehr diese pessimistische Stimmungslage, die mich noch mehr in meine Depressionen trieb.
Doch an diesem Tag hatte ich eine Weg gefunden, wieder dieses Hochgefühl zu spüren. Ich würde mir einfach Menschen suchen, denen es weit aus schlechter geht als mir.
Als ich darüber nachdachte, verspürte ich plötzlich Optimismus und Selbstbewusstsein, beides auf eine seltsame, verquere Weise. Ich fühlte mich größer und intelligenter als die Anderen, die ihr Dasein in dieser tristen Welt fristeten und deren Leben weitaus schlimmer verlief als meins.
Ich hatte mich die letzten Jahre meines Lebens gefragt, warum alles so schrecklich war, warum es mir nicht auch mal gut gehen konnte oder was ich dagegen unternehmen konnte.
Doch heute fiel es mir ein. Wenn es mir schlecht geht, brauche ich nur irgendjemand andern, dem es noch schlechter geht und schon fühle ich mich wunderbar.
Warum ich da nicht früher drauf gekommen bin?
Ich ging in meinen Waschbereich und machte mich zurecht für eine neuen Tag, diesmal eine schönen Tag. Danach setzte ich mich auf eine alten, zum Teil rostigen, Stuhl, der an einem kleinen Tisch stand, der mit einem nicht mehr ganz so ansehnlichem Tischtuch bedeckt war. Ich hatte noch Zeit, dann würde ich zum Frühstück gerufen werden, aber in dieser Weile konnte ich noch die wunderschöne Aussicht genießen. Aus meinem Fenster sah ich direkt zum Wald, der jetzt im Herbst, aus den verschiedensten Farben zusammen setzte.
"Na, wir sehen heute aber gut gelaunt aus. Hier sind deine Tabletten und ein bisschen Wasser. Heute ist aber auch ein herrlicher Tag!"
Das war eine neue Schwester, ihren Namen konnte ich mir nicht merken, damit hatte ich generell Probleme, aber die war wirklich nett. Sie passte genau auf, dass ich meine Tabletten schluckte; aber da hatte man keine Problem mit mir, besonders nicht an einem so himmlischen Tag.
"Komm jetzt mit. Ich bringe dich zum Speisesaal ."
Ich wolle ihr folgen, aber ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich musste meinen Einfall jemanden erzählen:
„Mir ist eingefallen, was ich tun kann, wenn ich mich wieder schlecht fühle. Ich habe lange überlegt, aber heute Nacht ist mir nach langem Überlegen etwas eingefallen. Ich muss nur jemanden suchen dem es noch schlechter geht. Endlich habe ich mal eine Idee! Die dazu auch noch wirklich gut ist! Du schaust so komisch, freust du dich nicht für mich?"
Sie seufzte:
„Nicht schon wieder. Hast du etwa wieder vergessen warum du hier bist?"
Sie schaute mich mit traurigen Augen an, schüttelte den Kopf und erzählte mir dann, dass ich meinem kleinen Bruder das Ohr abschnitt, weil ich mich dann freuen konnte, dass ich noch beide hatte. Außerdem tötete ich den Hund der Nachbarn, denn ich hatte ja noch meinen und das machte mich froh. Zu guter Letzt zündetet ich das Haus einer Freundin an, da ich mich so erfreuen konnte, dass mich das Schicksal nicht so hart getroffen hatte.
Fast hätte ich diese wichtigen Details vergessen.
Schade, jetzt musste ich mit meine Überlegungen von vorne anfangen.
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SleepingWater

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Frettschen Ganz schön krank!
Ist es nun eine schwere Demenz? Oder nur eine schwere Form von Verdrängungswahn, weil diese Person mit den eigenen Taten nicht leben kann?
Es bleibt wohl jedem selbst überlassen, was er glauben möchte.
Nur eines wünsche wir uns wohl alle gleichermaßen:
Dass diese Person regelmäßig ihre Pillchen bekommt!
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