Kurzgeschichte
Vorweihnachtliches aus alten Tagen - Erinnerungen an die Kindheit

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"Vorweihnachtliches aus alten Tagen - Erinnerungen an die Kindheit"
Veröffentlicht am 29. November 2013, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

bin verh Mutter +Großmutter ich wurde durch gute Freunde zum schreiben...angeregt schreibe aktiv erst seit Anfang 2013 ich lese viel und ab und zu male ich auch Literatur zieht sich wie ein Faden durch Mein Leben sammle alte Bücher alter Schriftsteller da in meinem Leben die Liebe zum Buch früh geweckt wurde durch Elternhaus und Lehrer das lesen ist für mich ein großer teil der Entspannung die ich mir gönne im Stress des Alltags ...
Vorweihnachtliches aus alten Tagen - Erinnerungen an die Kindheit

Vorweihnachtliches aus alten Tagen - Erinnerungen an die Kindheit

Weihnachten vor vielen Jahren...

Einleitung

Heute ist die Vorweihnachtszeit hektisch und unglaublich konsumorientiert.

Weihnachtliche Artikel gibt es bereits im Früherbst zu kaufen und der Wunschzettel der Kinder ist schier unendlich lang geworden. Bei Adventskalendern müssen es immer die größten sein und sie müssen bereits voll mit Geschenken gespickt sein. Sonst haben die Eltern schon die ersten Probleme mit den lieben Kleinen.

***********

Wenn ich so zurückdenke an meine Kinderzeit, da war Weihnachten noch eine Zeit voller Geheimnisse, romantisch und auch eine Zeit in denen Kinder dem Fest entgegen

fieberten, voller Spannung und Aufregung.

Es begann immer meist mit dem ersten Advent, da wurde von meinem Großvater der Adventskranz aus frischen Tannengrün gebunden. Wir Kinder halfen beim verzieren mit goldenen Nüssen die wir mit goldener Farbe bemalen durften.Strohsternen und Tannenzapfen in den Wochen vorher eifrig gesammelt, meine Großmutter steckte dann die Kerzenhalter auf den Kranz und nahm die selbst hergestellten Bienenwachskerzen aus dem Schrank die sie dann auf dem Kranz

befestigte. Wenn der Kranz nun fertig war stand er auf dem Tisch in der Wohnstube, so begannen meistens unsere besinnlichen Vorbereitungen in der Vorweihnachtszeit.

Am ersten Advent gab es oft herrliche

Bratäpfel, es duftete nach Zimt, Marzipan und Kerzenlicht und wir sangen vorweihnachtliche Lieder begleitet vom Großvater auf der Zitter. Wir spielten dazu auf der Blockflöte und erwarteten

dann mit Spannung den sechsten Dezember, den Nikolausabend.

Damals kam der Nikolaus noch ins Haus, vor allem wenn man in kleinen Dörfern aufgewachsen ist. Wir Kinder gaben oft an den Nikolaus,

unsern Wunschzettel ab, natürlich wesentlich bescheidener als die heutige Generationen.

Wir freuten uns schon über ein neues Buch, neue Stifte, eine Puppe, einen Teddy und ein vom Vater oder Großvater gebautes Puppenhaus oder Holzauto. Mit

handgestrickten Pullis, Mützen, Socken, Handschuhe oder Schals waren wir schon sehr zufrieden.

Gelegentlich lagen ein neues Kleid oder auch neue Schuhe als besonderes Geschenk unterm Weihnachtsbaum, oder auch ein Gesellschaftsspiel wo wir gar nicht mit gerechnet hatten. Besondere Freude empfand ich, als eines Tages sogar eine Kette für mich unterm

Tannenbaum lag, oder einmal auch sogar eine Armbanduhr.

Das waren außer der Reihe Geschenke, die dann überraschend leuchtende Augen in unsere Gesichter zauberten.

Das waren noch Zeiten, die meine Kinder leider nie so erleben konnten.

Beinahe täglich wurde dann am Abend bei Kerzenlicht gebastelt und gewerkelt. Wir Kinder bastelten an unsren Geschenken, die wir den Großeltern oder Eltern machen wollten oder auch an denen für die Tante und den Onkel.

Und wenn es dann im Laufe des Tages zu schneien begann, waren wir wie aus dem Häuschen. Dann ging es hinaus zum Rodeln oder Skifahren und Schneemann bauen. Unter den Nachbarskindern gab es immer einen heimlichen Wettbewerb, wer denn anschließend den größten Schneemann vorm Hause zu stehen hatte. Vom Opa den Zylinder, eine dicke Möhre

als Nase, Kohlen als Augen, noch ein altes Tuch oder Schal und fertig war er, der

schönste Schneemann der Welt. Und der stand meist bis spät in den Januar hinein vor den Häusern.

Vogelhäuschen wurden aufgestellt, meist liebevoll selbstgebaut und dann wurden stundenlang die Vögel beobachtet. Meisen, Sperlinge,Rotkehlchen,Dompfaffen,Kleiber und

Zaunkönig waren zu Gast und es war eine Wonne das Treiben zu beobachten, wenn sie zum Futterhäuschen kamen.

Am 4.Dezember holte meine Großmutter frische Zweige in die Stube.

Apfel,- und Kirschzweige.

Die wurden dann traditionell in eine Vase am Barbara-Tag aufgestellt.

In der Hoffnung, dass sie bis zum Heiligen

Abend in voller Blütenpracht erblühten.

In den Wochen vor dem Weihnachtsfest waren noch eine Menge Dinge zu tun, es wurden nämlich traditionell Kerzen hergestellt. Stundenlang zog sich das hin und das ganze Haus duftete dann wunderbar nach Bienenwachs. Ein Duft den ich auch heute noch mit der Weihnachtszeit verbinde, ebenso wie den von Zimt, Vanille, Anis, und Kardamon Lebkuchen und nicht zu vergessen, den Duft der Tannenzweige, die als Dekoration in den Vasen im Raum standen. Es wurden Sterne gebastelt,

aus Papier Schleifen und Stroh auch andere Dinge aus rotem Filz und roter Wolle.

Kein Tag verging, ohne etwas weihnachtliche Bastelei, die die Vorfreude auf das

Weihnachtsfest steigerte.

Als Kinder haben viel gebastelt Stroh und Spansterne Weihnachtskarten es wurden Strümpfe gestrickt und Topflappen gehäkelt. Vom Plätzchen backen bekamen wir Kinder nie etwas mit, es duftete zwar morgens immer verführerisch, aber entdeckt haben wir bis zum Heiligen Abend nichts. Das Gebäck war gut versteckt, ab und zu lag dann mal ein Plätzchen auf der Fensterbank, wenn wir besonders brav gewesen waren. Weihnachten war nicht so konsumorientiert wie heute.

Eine schöne Zeit damals, an die ich auch mit ein wenig Wehmut zurück denke.

Das, was wir noch erlebt haben, erleben meine Kinder leider nicht mehr. Ich kann mich

noch gut daran erinnern, die ersten Weihnachtsmänner in den Auslagen der Geschäfte kaum vor dem ersten Advent gesehen zu haben. Heute aber bereits schon ab September, oder ab Oktober.

Auch haben wir Kinder von allen weihnachtlichen Vorbereitungen, Krippen aufbauen, Weihnachtsbaum schmücken usw. nichts mitbekommen und mein Vater baute jedes Jahr die Krippe neu auf. Riesig war sie, teils mit Landschaften, Büschen Bäumchen Hügeln und über 150Figuren. Jedes Jahr gab es neue Figuren dazu Schafe, Hirten und Hirtenfeuer vor den kleinen Hütten, beleuchtete Engel.

Es war eine schöne Zeit.

Unser Weihnachtsbaum war immer

mindestens zwei Meter groß und mit unzähligen silbernen Kugeln geschmückt. Teilweise wurden sogar schon 20 Jahre alte einzelne Kugeln von Generation zu Generation weitervererbt und der Baum jeweils mit bis zu 50 Wachskerzen beleuchtet. Knallrote Äpfel, Orangen, Nüsse und die gebackenen Plätzchen auf den Weihnachtstellern rundeten das alles ab.

Ein alter Kachelofen brannte und spendete wohlige Wärme im Weihnachtzimmer und wir Kinder standen jedes Mal mit großen staunenden Augen im dem geschmückten Raum. Weihnachtslieder singend, voller Ehrfurcht Gänsehaut bekommend und an den Duft von Tannen, Bienenwachskerzen und die leckeren Plätzchen erinnere mich immer

wieder gern.

Ach, diese schöne alte Zeit, die kommt niemals wieder zurück.

© monalisa592107 29.11.13  

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Über den Autor

monalisa592107
bin verh Mutter +Großmutter ich wurde durch gute Freunde zum schreiben...angeregt schreibe aktiv erst seit Anfang 2013 ich lese viel und ab und zu male ich auch Literatur zieht sich wie ein Faden durch Mein Leben sammle alte Bücher alter Schriftsteller da in meinem Leben die Liebe zum Buch früh geweckt wurde durch Elternhaus und Lehrer das lesen ist für mich ein großer teil der Entspannung die ich mir gönne im Stress des Alltags beim schreiben höre ich gern auch gute Musik einige meine Gedichte sind einem geliebten menschen gewidmet oder einigen besonders lieben Menschen die in meinem Leben eine sehr große Rolle gespielt haben und noch spielen

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sugarlady Ich gebe dir da völlig recht!
Als wir noch Kinder gewesen waren, hatte die Straße eine dicke Schneedecke und Weihnachten, war eben wie Weihnachten.
Enstpannt, voller Lichter und jetzt sage ich mal bescheidenen Geschenken.
L.G Andrea
Vor langer Zeit - Antworten
monalisa592107 ja heute steht leider nur der Konsum im Vordergrund der besinnliche sinn des Festes ist verschwunden lg
Vor langer Zeit - Antworten
hingekritzelt Schöner Ausflug in die eigene Kindheit.....
Und richtig: So wird's nie wieder.
Liebe Grüße
Uli
Vor langer Zeit - Antworten
monalisa592107 wie war so wird es nie wieder schöne
Erinnerungen an meine Kinderzeit schön das ich dich entführen konnte lg monika
Vor langer Zeit - Antworten
GertraudW 
Auch wenn`s Frühling ist, diese von Dir so wunderbar
erzählte Geschichte "schubste" mich zurück in in meine
Kindheit und die Erinnerungen an meinen Vater wurden
wieder aufs Neue geweckt. Danke Dir dafür.
Liebe Grüße
Gertraud
Vor langer Zeit - Antworten
Himbeere Eine sehr schöne Geschichte, zeigt mir erneut, wie wenig ich mich eigentlich für diese Konsum geprägte Zeit jetzt geeignet fühle, wie vertraut mir das, was Du beschreibst erscheint. Auch ich habe noch ein wenig von dem mitbekommen dürfen, wenn auch vermutlich etwas später als Du geboren. Lg Himbeere :)
Vor langer Zeit - Antworten
rolandreaders Vielen ist nicht mehr klar,was Weihnachten eigentlich bedeutet und wie schön es sein könnte. Schön, dass du es dir im Herzen bewahrt hast.
L.G.Roland.
Vor langer Zeit - Antworten
Lindenblatt 
Ach, wie schön hast Du das geschrieben, liebe Mona.
Da kommen auch bei mir die Erinnerungen hoch mit Bratäpfel brutzeln in der Kachelofenröhre und mit selbstgebastelten Strohsternen, Gedanken an das Ur-Gemütliche bei Tannenduft......
Ach, wo ist die Zeit geblieben mit so viel schöner Romantik in der Advents- und Weihnachtszeit.
Aber wir lassen sie uns nicht nehmen und zünden am Dienstag, dem 1. Advent wieder die ERSTE KERZE bei Weihnachtsmusik und schönen Gedanken, an.
Ich wünsche Dir einen schönen 1. ADVENT ♥
Lieben Gruß
Linde (Gerlinde)
Vor langer Zeit - Antworten
Misspelled Wunderschön geschrieben und absolut wahr. Leider habe ich keine Weihnachtserinnerungen an früher denn ich kenn Weihnachten erst seit dem ich 16 bin. Aber ich weiß wie ich mit meinem Mann und meinen Kindern Weihnachten gefeiert habe. Geld hat zum Glück bei uns nie die Rolle gespielt und wir hätten große Geschenke machen können. Aber es gab bei uns immer nur Kleinigkeiten. Meistens selbstgemacht. Von mir sowieso weil ich gar nicht in der Lage war Geschenke zu kaufen. In den drei Wochen die ich zu Hause war, hatten wir wichtigeres vor als Geschenke zu kaufen. Da wollten wirvZeit zusammen verbringen. Von daher sind meine Kinder auch so aufgewachsen. Heute 30 und 27 zelebrieren sie dieses Fest genauso.

Liegt es denn nicht an uns selber wie unser Kinder und Enkel mit Weihnachten umgehen? Wir Erwachsenen bestimmen den Umgang mit dem Fest, der Handel und die Industrie reagiert doch nur auf unser Kaufverhalten. Würden wir alle ein maximal zwei Jahre die Weihnachtssachen erstvim Dezember kaufen dann würde sich der Handel darauf einstellen. Denn diese Leute arbeiten Umsatzorientiert.

Vielleicht sollten wir darüber einmal nachdenken. Dein Buch ist suoer geschrieben und verdammt wichtig. Ich freue mich es lesen gedurft zu haben. Lg Miss
Vor langer Zeit - Antworten
monalisa592107 ich danke dir für deinen Kommentar es freut mich das dir die Geschichte gefalle hat sie wird teil eines buches werden mit jede menge Kindheitserinnerungen über den Jahres verlauf lg monika
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