Kurzgeschichte
Notte Santa, Heilige Nacht, Nacht der Wunder - EINE SKURRILLE WEIHNACHTSERZÄHLUNG

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"Notte Santa, Nacht der Wunder, Wunder in der Weihnachtsnacht, Leben in der Wildniss, Korsika"
Veröffentlicht am 29. November 2013, 54 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Miluna Tuani
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Hallo liebe FREUNDE,Hallo liebe KORSIKAFANS und die, die es noch werden möchten! Ich möchte Euch hier einen kleinen Ausschnitt aus meinen Büchern vorstellen: spannende Lektüre aus Korsika in deutscher Sprache: Gedichte, Kurzgeschichten, Novellen, ReaFiction, Romane, Bildbände, Reiseratgeber...u.v.a., alles was das Herz eines Korsikafans höher schlagen lässt! Ich danke Euch für Euer Interesse und wünsche Euch viel Spass beim ReinLesen, ...
Notte Santa, Nacht der Wunder, Wunder in der Weihnachtsnacht, Leben in der Wildniss, Korsika

Notte Santa, Heilige Nacht, Nacht der Wunder - EINE SKURRILLE WEIHNACHTSERZÄHLUNG


Notte Santa, Heilige Nacht, Nacht der Wunder… EINE SKURRILLE WEIHNACHTSERZÄHLUNG VON MILUNA TUANI Monsieur Moretti fuhr mit Alisa die vom Regen aufgeweichte und von Schlaglöchern übersäte Piste zum Campingplatz hinunter. Dort parkte er seinen klapprigen Renault 5 vor einen alten, ausrangierten Campingwagen. Letizia, die Besitzerin des Campingplatzes, hatte Alisa diesen zur Verfügung gestellt, um ihre Sachen dort zwischenzulagern. Die Überfahrt über den Fluß war im letzten Frühling von einem Bulldozer aufgeschüttet worden, der auch das Gelände wiederaufgeforstet hatte. Doch nach erneut starken Regenfällen Ende Oktober, genau ein Jahr nach der großen Flutkatastrophe, war die Passage wieder vom reißenden Wasser zerstört worden. So

konnte Alisa nicht mal mehr mit ihrem Geländewagen den Fluß überqueren. Außerdem befand sich ihr Wagen wegen eines Motorschadens gerade in der Werkstatt, so dass sie auf die Hilfe anderer angewiesen war, um ihre Einkäufe zu erledigen. Herr Moretti half Alisa beim Entladen des Kofferraums von ihren Einkäufen. Dann beim Verabschieden fragte der alte Herr, der nach einer Kehlkopfoperation einen Sprachhilfe trug, die seine Stimme schaurig verunstaltete: „Möchtest du nicht morgen zu mir ins Haus kommen?" - Alisa dankte abwinkend, mit der Bemerkung, dass sie sich bei diesem schlechten Wetter nicht mehr raus traute... - Doch der alte Mann blieb hartnäckig: "Du kannst auch die Nacht bleiben, so könntest du mir ein wenig Freude bereiten, verstehst du was ich meine! Dann feiern wir zusammen Weihnachten, mit heißem Würzwein und Zickleinbraten..." - Alisa atmete schwer aus. Man hatte sie schon vor

diesem Mann gewarnt, er nahm junge Frauen, die sich per Anhalter fortbewegten, auf, und dann bestand er darauf, dass sie die Nacht mit ihm verbrachten...“Herr Moretti, ahm, also..." - "Ich bezahle dich auch!!!" - unterbrach er sie fordernd. "Nun reicht es mir aber, sie halten mich für eine Prostituierte, nur weil ich eine Autopanne habe und mich per Anhalter fortbewegen muss? Sie glauben doch nicht, dass ich auf ihr Angebot eingehen werde, nur weil sie mich bis hier her begleitet haben? Nebenan befindet sich so ein getarntes Freudenhaus, da oben in der Pizzeria! Aber das wissen sie ja sicher! Dort warten leichte Mädchen auf Kunden, die der Besitzer als Kellnerinnen tarnt - und nun lassen sie mich bitte in Ruhe...“ - Alisa wandte sich von ihm ab, verstaute ihre Einkäufe in dem kleinen Campingwagen. Empört schrie ihr der alte Mann einige Beschimpfungen hinterher, dann zog er reifenquietschend zur

Hauptstraße hoch. Sie schüttelte den Kopf, nahm anschließend ihren Rucksack vom Haken und packte ihn voll mit all den Sachen, die sie zu sich nach oben in ihr Haus hinter dem Fluss im grünen Macchia Urwald transportieren wollte. Wie immer kaufte sie mehr ein, als sie sich eigentlich vorgenommen hatte. Aber sie sagte sich, da sie sich ja sonst nicht viel gönne, sei es nur verständlich, wenn sie sich hin und wieder selbst eine Freude bereitete. Vor allen Dingen, die Gaumenfreuden durften dabei nicht zu kurz kommen... Sie stopfte so viel wie möglich in ihren gebrauchten Armeerucksack, den sie für wenig Geld in einem Trödelladen erstanden hatte. In die Seitentaschen ließ sie die Apfelsinen für den bunten Teller hinein rollen. Mehr als drei passten aber nicht hinein. Und zwei Chicorée Stauden legte sie noch oben vorsichtig darauf. Dann verschnürte sie alles fest. Anschließend schlüpfte sie in

ihre kniehohen Gummistiefel Größe 46, auch ehemaliges Militärgut. Unter erheblichen Anstrengungen lud sie sich den Rucksack auf und stellte stöhnend fest, daß er doch wieder zu schwer geraten war, sodass er sie nach hinten zu ziehen drohte. Doch gelang es ihr dann schließlich die Balance zu behalten. Sie trat mit dem Fuß gegen die Tür des Caravans, um sie zu schließen und wankte dann bis zum Ende des Geländes. Mit Mühe arbeitete sie sich zum Flussufer vor. Es dämmerte schon und es nieselte. Die grauen Wolken hingen tief in den Bergen. Alisa fröstelte bei der feuchten Kälte. Sie blickte zurück auf die Bauruine des Hauses von Letizia und ihrem Sohn. Sie war froh, nur zwei gemütliche Zimmer bewohnen zu können, während Letizia und ihr Sohn in ihrem Haus mit fast zwanzig Räumen, nicht ein ruhiges Eckchen fanden, weil die Renovierungsarbeiten mehr Zeit in Anspruch nahmen, als ursprünglich geplant

war. Alisa erinnerte sich, wie Letizia heute genau vor einem Jahr, am Weihnachtsabend mit seligem Lächeln verkündetete: "Im nächsten Jahr sitzen wir dann in meinem großen schönen Wohnzimmer am Kamin, vor einem großen Weihnachtsbaum, während es draußen stürmt und schneit..." – Alisa konnte sich ein schadenfreudiges Lächeln nicht verkneifen. Ihre Gedanken zogen schnell vorüber wie der Strom des Flusses, dessen Rauschen in dem Tal in den Bergen wiederhallte. „Leute wie Letizia und ihr Sohn, die nur darauf aus sind, das größte, protzigste, und auffallendste Haus der ganzen Gegend zu besitzen, haben ihre Habgier eben damit zu bezahlen, daß sie dieses Jahr wieder davon träumen, vielleicht nächstes Weihnachten vor dem großen Kamin und dem noch größeren Weihnachtsbaum sitzen zu können. Nun hocken die beiden tagtäglich in viel zu kleinen eineinhalb

Zimmern, mit nur einem kleinen Fenster, vollgestopft mit Papieren und Dokumenten vor dem Fernseher. Wenn sie nicht dem Programm folgen, dann streiten sie sich, wie immer so laut, daß man sie bis zur Küste hört!“- Da Letizia und ihr Sohn gerade in den Ort zum Einkaufen gefahren waren, legte Alisa ihnen ein kleines Weihnachtspräsent vor die Tür. Sie hinterließ eine geschriebene Nachricht, daß sie heute nicht mehr hinunterkommen würde. Der Fluss ist wieder einmal zu gefährlich angestiegen, um ihn bei Nacht zu überqueren! „Das werden sie sicherlich verstehen! Und außerdem habe ich einfach keine Lust, mit Leuten den Weihnachtsabend zu verbringen, die ständig aufeinander herumhacken...und dann auch noch auf mir. Im letzten Jahr haben wir ein verhältnismäßig harmonisches Weihnachten verbracht, weil ihr Sohn nicht

da war. Wir waren bei Letizias Neffen zum Essen eingeladen, zusammen mit den restlichen Mitgliedern ihrer Familie. Es gab dort leckere Sachen, ja das muss ich zugeben, eine Mischung aus traditionellem korsischen Weihnachtsmenü und anderen Leckereien. Danach fuhren wir zur Mitternachtsmesse ins Dorf hinauf, wo sie mich stolz ihren Freunden und Bekannten, vorstellte. Diejenigen, die mich noch nicht kannten, begafften mich wie ein eben frisch gelandeter Außerirdischer...Als wäre es außergewöhnlich Kurzgeschichten, Gedichte und Romane zu schreiben und eine seltene Hunderasse zu züchten. Von allen Seiten bin ich angestarrt und ausgefragt worden. Aber ich hatte das Spiel mitgespielt. Obwohl ich spürte, dass die Leute im Grunde genommen keinerlei Verständnis zeigten, für mein Leben in Harmonie mit der Natur und den Tieren, so wie ich es führte: in einem zweihundert Jahre altem nur aus Natursteinen und Holz

erbauten Häuschen mitten in einem dschungelartigem Wald, zusammen mit meinen fünf Hunden, fünfzehn Katzen, meinem Pferd, den Hühnern und Gänsen - Enten, Ziegen, Wollschafen, Kaninchen und Chinchillas..."- Alisa wischte ihre Erinnerungen weg. Fest entschlossen, entschied sie sich erst nach den Feiertagen wieder in die Zivilisation hinabzusteigen. Doch nun galt es erst einmal, die Durchquerung des Flusses in Angriff zu nehmen. Sie tastete sich Schritt für Schritt durch das schlammig, braune, schnell vor sich hin fließende Wasser voran. Sie wußte, sie durfte nicht fallen, denn sonst würde ihr Weihnachtsmenü in den Fluten davon schwimmen. Die Riemen des zu voll beladenen Rucksackes schnürten sich schmerzvoll in ihre Schultern. Das Wasser war reißend und wirbelnd und sie war mehr als froh, als sie endlich das andere Ufer erreicht hatte. Sie war bis zum Bauchnabel durchnässt. Doch

ohne große Verluste erlitten zu haben, kletterte sie an der Uferböschung auf allen Vieren hoch. Dann rappelte sie sich auf und lief zügig über den steinigen Weg zwischen den beiden Flussarmen hindurch. Das zweite Rinnsal führte nur Wasser nach anhaltendem Regen, wie es vor einigen Tagen der Fall gewesen war. Aber das Schlimmste des Weges hatte Alisa überwunden. Nun brauchte sie nur noch den steil ansteigenden aber verhältnismäßig gut begehbaren Weg bis hoch zum Haus hoch zu laufen. Ein wenig spürte sie Ermüdungserscheinungen: Ihre Knochen schmerzten unter dem Gewicht des Rucksacks und ihre Kleidung klebte kalt und feucht an ihrer Haut. Erleichtert atmete sie aus, als sie das erste Tor erreicht hatte, dessen Pylone sie selbst aus den Steinen, die überall herumlagen, errichtet hatte. Nachdem sie es passiert hatte, kam schon das zweite Tor in Sicht, auch ein Produkt eines Anfalls von

überflüssiger Energie, der sie ab zu befiel. Dahinter schaute das Häuschen hervor, dicht bewachsen mit Efeuranken, die in voller Blüte standen und von denen ein süß-fruchtiger, betörender Duft ausging. Ebenso von den ersten Blüten der alten Mimosen Bäumen. Alisa schloss die Augen und atmete diese Wohlgerüche zufrieden ein. „Was für ein zauberhafter Ort! Selbst im Dunkeln und mit geschlossenen Augen finde ich hierher zurück. Welch berauschender süßer Duft von diesen Bäumen ausgeht! Er lullt meine Sinne mit totalem Wohlbefinden ein! Sicher, das ist eine gute Idee! Ich werde mich informieren, wie man Parfum herstellt, und ein Parfum aus diesen Wohlgerüchen kreieren! Ich bin sicher, das würde sich gut absetzen!“- Alisa wurde in ihren Gedankengängen unterbrochen als Sacira, ihre Hündin und ihre sieben Kinder, die inzwischen schon um einiges größer waren als ihre Mutter,

vor Freude bellend angelaufen kamen. Sie begrüßten ihr Frauchen wie immer etwas zu stürmisch. Asa, ihre rotbraune, sanfte Stute, kam auf sie zu, um Alisa zu begrüßen. Doch die rot befellte Pferdedame hatte seit der letzten Flutkatastrophe Angst vor dem lauten Fluß. Sie weigerte sich, ihn zu überqueren. So musste Alisa alleine ihr Gepäck schleppen. Alisa streckte ihr die Hand zur Begrüßung entgegen und rief die Hunde zurück: "Kinder, nicht anspringen, bitte! Sonst falle ich mit dem schweren Zeug wie eine Schildkröte auf den Rücken und komme nicht mehr hoch! Wer hilft mir dann? Keiner! Nein, so möchte ich nicht enden, und schon gar nicht zu Weihnachten..." – Sie schwankte die letzten Schritte bis zur hohen Steintreppe. Dann ließ sich erschöpft fallen und befreite sich von ihrer Last. Die Riemen des Rucksacks hatten schmerzende Striemen auf ihren Schultern

hinterlassen, die sie sich massierend rieb. Andromeda und Xatulion, Lynni und Skavi, ihre Lieblingskatzen kamen angesprungen und die Hunde rannten ihnen hinterher. "Zittì, jagd mir die Katzen nicht!" – rief sie energisch. Denn ihre laute energische Stimme war das einzige, worauf diese "schwierigen Hundekinder" reagierten. Die Mischlinge aus Jagdhund und belgischen Schäferhund, schwankten in ihrem Charakter ständig zwischen schwer erziehbaren Jagdhund und wachsamen Schäferhund hin und her. Aber Alisa liebte sie alle. Deswegen hatte sie es noch nicht übers Herz gebracht, auch nur einen von Ihnen abzugeben. Sie stand nun auf, um die Tür aufzuschließen. Dabei rief sie ihren Hunden zu: "Ihr bleibt noch draußen! Ich muß erst alles vorbereiten! Dann gibt es Bescherung!“-

Sie schloß die Tür hinter sich und fütterte als erstes alle Katzen, die aus den verschiedensten Ecken und Winkeln und über das geöffnete Kippfenster beim Napfgeklapper auftauchten. Während sie fraßen, zündete sie die Öllampen, die Kerzen und den Kamin an. Schließlich wechselte sie ihre Kleidung, hüllte sich in einen warmen kuscheligen Jogginganzug ein. Dann zog sie sich noch einen langen Wollpullover darüber. Sie fühlte sich sogleich wohler. Sie setzte sich nah an den steinernen Kamin und wartete, dass das Feuer richtig zu brennen begann. Das Holz war etwas feucht, und es dauerte ein Weilchen, bis sich die wärmenden Flammen im Kamin

ausbreiteten. Alisa wärmte sich ein wenig die Hände. Dann stand sie auf und ging mit der Taschenlampe wieder hinaus. Sie führte Asa in den Stall, gab ihr Futter und Wasser, legte ihr eine Decke auf den Rücken und unterhielt sich noch ein bisschen mit ihr. Dann fütterte sie auch ihr anderes Getier und rief dann den Hunden zu: "Veni, veni, Zittelli, jetzt gibt’s Bescherung...!"- Die Hunde folgten ihr wie die Kletten, alle waren sie schneller drinnen als ihr Frauchen. Alisa machte fünf Dosen ihres Lieblingsfutters auf und sie stürzten sich auf die Näpfe als hätten sie noch nie etwas in ihrem Leben zu

Fressen bekommen. Alisa begann inzwischen ihr Festtagsmenü zuzubereiten. Die Hunde schmatzen, und die cremefarbene Kara, rülpste wie immer nach der Mahlzeit von Herzen. Dann legten sie sich genudelt und zufrieden auf ihre Decken, um ein Verdauungsschläfchen zu machen. Alisa setzte sich vor das Holzfeuer und schnipselte frisches Gemüse in den Wok, den sie auf den metallenen Dreifuß über die Glut gestellt hatte. Ein leckeres Currylammragout auf Wildkornreis sollte es heute bei ihr geben. Sie hängte einen großen schwarzen Kessel angefüllt mit Wasser über das Feuer an einen Haken, um den Reis darin zu garen.

Zwischendurch mußte sie immer wieder das Feuer schüren, damit es nicht ausging. Während sie das Fleisch schnitt, stellte sie fest, daß sie viel zu viel für sich allein eingekauft hatte, aber die Hunde und auch die Katzen aßen sowieso immer mit. "...und der Rest ist für morgen!" – dachte sie laut und warf das Fleisch in den Topf. Sie schüttete noch die Gewürze hinein, und deckte den Topf zu, um ihr Ragout auf der roten Glut weiter schmurgeln zu lassen. Sie ging um den tiefen Marmortisch herum und ließ sich ermüdet auf das Sofa fallen. Sie stellte das Radio an und ihr schallten Weihnachtslieder entgegen,

unterbrochen von Werbung für die letzten Einkaufsmöglichkeiten zum großen Fest der großen lokalen Supermärkte. Die korsische Version von "Oh du fröhliche" ertönte, und plötzlich rollten Alisa die Tränen über das Gesicht. Sie wischte sie sich verärgert weg und sagte laut: "Ich werde jetzt doch nicht sentimental werden! Sensibel zu sein in dieser Welt, ist schon schlimm genug, das reicht. Und trotzdem, Weihnachten zusammen mit meiner Familie damals, mit Papa, Oma, Charissi und mein BaggbuBlackfluppy, diese Weihnachten waren schön. Ich war noch glücklich, obwohl ich damals nicht wußte, was

Glück ist, denn ich hatte noch nicht das Gegenteil von Glück kennengelernt! Zu schnell lernte ich es kennen! Seitdem habe ich nicht mehr Weihnachten feiern können! Und ich habe auch jetzt keinen Grund zu feiern: von meinem angebeteten Schatz habe ich keine Neuigkeiten mehr. Wahrscheinlich hat er sogar die Insel verlassen und ist ins Exil gegangen! Jetzt lebe ich nur noch für euch, meine lieben Kinderchen..."- Sie seufzte laut und nahm eines der jüngsten Katzenkinder auf den Arm, denn sie wußte, daß sie sich bald von dem letzten Wurf trennen mußte, um ihr und ihren anderen Tieren ein angenehmes Leben zu sichern... Mit

diesen Gedanken stand sie auf, um die Vorspeise zuzubereiten: sie schälte eine Avocado, zerdrückte das weiche Fruchtfleisch und mischte drei in der Presse zerdrückte Knoblauchzehen darunter. Sie fügte noch Salz und Pfeffer und ein wenig Paprika hinzu, dann deckte sie das Mus mit Folie ab, um es noch ein paar Minuten durchziehen zu lassen. Inzwischen schnitt sie die Chiccoreestauden in die Schüssel, rührte ein Dressing aus Olivenöl aus der Balagne und rotem Weinessig an. Sie fügte eine kleine Dose Ananasstücke hinzu, und streute einige Löffel einer Vollkornmischung darüber. Schließlich halbierte sie eine Zitrone und

ließ den Saft über den Salat tröpfeln. Dann schaute sie nach dem Ragout, rührte noch einmal um und gab süße Sahne, Curry, Rosinen und fein gehackte Mandeln hinzu. Der Reis war inzwischen aufgequollen, aber sie ließ beides unter den Topfdeckeln nah am Feuer stehen. Sie stellte ihre Sonntagsteller auf den Tisch, goß sich ein Glas Rotwein ein, spülte es schnell herunter und füllte ein zweites nach. Der Wein wärmte ihr Inneres und ein wenig Schwindel packte sie. Gerade als sie sich gerade setzen wollte, vernahm sie eine Stimme, die ihr so vertraut war, daß ihr augenblicklich vor Schreck ein Schauer eiskalt den Rücken hinunter

rieselte.

Schreib mir was!

"Meine kleine Haselmaus, für uns hast du nicht mit gedeckt?!" – Alisa ließ sich auf das Sofa fallen, faßte sich an die Stirn und schüttelte den Kopf. "Warum denn nicht?" – hörte sie die Stimme fragen. Ungläubig schaute sie in Richtung der Tür und rief, die Augen weit aufgerissen: "OMA!?" – "Ja, meine Kleine, du hattest ebenso intensiv an mich gedacht, und ich spürte deine Einsamkeit, deshalb mußte ich einfach kommen!" – Schweigend stand Alisa auf, ging auf die Erscheinung ihrer Oma zu und ließ sich mit Tränen in den Augen in ihre

Arme fallen. Sie drückte ihre Enkelin fest an sich Alisa spürte eine Wärme und Geborgenheit, die sie bei einem Lebenden niemals gespürt hatte. "Mein Haselmäuschen, ich wünsche mir so von Herzen, daß du wieder glücklich wirst, denn das war und ist immer noch meine einzige Sorge, mein Kleines! Es beunruhigt mich, dass du dich so in die Einsamkeit mit deinem Kummer und deinen Sorgen verkriechst. Du bist doch noch so jung! Du sollst vom Leben profitieren! ...und wenn es nicht er ist, dann kommt ein anderer, der dich glücklich machen wird..." – "Er...?" – sagte sie leise und fügte bestimmt hinzu:

"Er...oder KEINER!"- Alisa spürte wie ihre Oma tief einatmete und leise seufzte, denn sie hatte noch immer ihren Kopf in ihrem großen weichen Busen vergraben. Sie nahm Alisa sanft bei den Schultern, schaute ihr intensiv in die Augen, und entgegnete: "Mein kleiner Dickkopf, bisher hast du ja alles erreicht, was du dir vorgenommen hast! Ich denke, du wirst es auch diesmal schaffen!" – Alisa nickte nur, was sollte sie auch anderes sagen...Die alte Dame nahm ihre Enkelin bei der Hand und führte sie um den Tisch herum und bedeutete ihr zu:

"Setz dich, meine Kleine! Ich decke den Tisch, wo sind die Teller? Übrigens, dein Häuschen gefällt mir sehr gut! Es ist richtig urig, und sehr gemütlich. Trotz der vielen Steine, aus denen es erbaut ist, strahlt es eine angenehme Wärme aus. Du hast eben Geschmack, meine Kleine...wo sagtest du, sind die Teller?" – "Dort, in dem braunen Schränkchen! Von diesen blauen habe ich aber nur vier von jeder Sorte..." – entgegnete sie müde. "Das paßt ja gerade richtig, vermisst du denn nicht noch jemanden?" – Alisa blickte augenblicklich auf und

gerade als sie bewußt den Gedanken hinter ihrer Stirn identifizierte, klopfte es schon an der Tür. Im nächsten Augenblick stand Alisas Vater im Raum, wie immer mit seinem schalkigen freundlichen Lächeln. Er streckte die Arme nach ihr aus. Sie stolperte ihm fast entgegen, weil eine ihrer Katzen, die dieselbe Richtung eingenommen hatte, und ihr zwischen die Füße gelaufen war. "Hoppla, pianu, pianu, mein Kindchen, nicht so stürmisch!" – rief er mit strahlenden Lachen, so wie er vor seiner schweren Krankheit immer gelacht und gestrahlt hatte. Alisa klammerte sich an ihn und jetzt konnte sie ein Schluchzen nicht mehr

zurückhalten. Plötzlich brach all die Trauer und der Schmerz der vergangenen Jahre aus ihr heraus. Sie weinte hemmungslos, in der warmen Geborgenheit seiner Umarmung. "Mein armes Kindchen, weine nur, weine nur, ich weiß nur zu gut, daß du dazu die ganzen Jahre über keine Gelegenheit gefunden hast, aber das ist so schädlich, mein Liebling, weinen soll man nicht unterdrücken...niemals…" – Sie schniefte und nickte mit dem Kopf, war aber noch nicht wieder in der Lage zu sprechen. Ihr Papa nahm sie an die Hand und zog sie hinüber auf das Sofa und stellte zufrieden fest: "Fein, der Tisch ist schon gedeckt, das

ist lieb von dir Ellara! Du hast aber vier Bestecke aufgelegt!" – "Ja, sicher, es fehlt noch einer der Gäste!" – ergänzte Oma und stellte dabei den Salat und das Avokadomus auf den Tisch. Sie goß ihrem Schwiegersohn und sich von dem korsischen Rotwein 1992iger Jahrgang ein. Papa sagte nichts, schaute seine Tochter nur schmunzelnd an. Sie atmete tief ein, da sie schon ihre Namen hinter Papas Stirn geschrieben stehen sah. Alisa sprang augenblicklich auf und schrie beinahe: "C-h-r-i-s-s-i!“ – Sie rannte zur Tür riß sie auf, und wäre wahrscheinlich in die Knie gesunken,

wenn ihr geliebter Bruder, der bei einem Motoradunfall ums Leben gekommen war, sie nicht gleich aufgefangen hätte. Sie umarmte ihn so stark, daß er nach Luft schnappte und rief: "Hilfe meine süße Alisa, du zerdrückst mich ja!" – Sie lockerte ein wenig ihre Umarmung, schaute ihm in seine leuchtenden grünen Augen und nahm sein Gesicht zärtlich in ihre Hände und küsste ihn sanft auf die Stirn. "Mein Chrissi, mein Bruderherz, du, du bist da, so real, so festkörperlich, wie ich dich noch niemals seit unserer Trennung erlebt habe..." – Ihre Stimme versagte ihr wieder unter

einem Schwall von Tränen und sie drückte ihn fest überschwänglich an sich...Eine Weile standen sie so da, nur in ihrer Umarmung versunken, trunken von der Nähe der anderen. In die Stille hinein fragte Alisas Oma: "Chris, Alisa, kommt Kinder, das Essen wird sonst kalt, meine kleine Haselmaus, kommt setzt Euch!" – Alisa griff fest nach Chris' warmer Hand und zog ihn auf das Sofa. Ihre Oma ließ sich in dem Sessel nieder und ihr Papa zog sich einen Stuhl an den Tisch. Alisa blickte der Reihe nach ihren Lieben in die Augen, dann fragte sie mit ein wenig belegter Stimme: "Aber wie ist das bloß möglich? Ich

meine, wieso seit ihr heute so real, feststoffkörperlich hier? Natürlich habe ich oft an euch gedacht und ich spürte dann eure beruhigenden Gedanken in meinem Geist, aber keinen von euch konnte ich bisher berühren, drücken, festhalten...." – Chris lächelte sanft, und entgegnete: "Dein vor Einsamkeit schreiendes Herz hat uns gerufen, und heute ist die Nacht der Wunder, die Heilige Nacht..." – Er nahm wieder ihre Hand und drückte sie fest. Dann reichte er ihr Vater seine andere und griff nach der ihrer Oma, und ihre Oma nahm die Hand und reichte ihr die Ihre... "Nun ist der Kreis wieder geschlossen!"

– entgegnete ihr Papa. Chris und ihre Oma nickten und Alisa ahmte ihre Geste nach. Sie spürte augenblicklich einen Strom von gleißender Energie durch ihre Hände hinein in ihren Körper fließen. Als sie die vielen Augenpaare ihrer Lieben trafen, drückte sie Chris ' Hand noch stärker. "Jetzt laßt uns nun speisen!" – forderte ihr Vater auf und griff noch einem Stück Brot. Er tat sich mit einem Löffel von der Avocadocreme auf und schob den Teller dann zu Oma weiter. "Gute Idee!" – entgegnete Chris. "Habe ich einen Hunger! Nur eins stört

mich..." – "Ja ich weiß!" – bemerkte sie entschuldigend, seinen Arm streichelnd. "Du ißt kein Fleisch, aber ich wußte ja nicht, daß du heute kommst!" – "Stimmt, Chris ist ein Pflanzenfresser, oh verzeih mein Guter, ein Pflanzenesser, aber umso besser, bleibt für uns drei mehr zum Verzehr!" – Papa lachte und biß in das Baguette hinein. "Ausgezeichnet deine Avocadocreme!" – "Ja, nur etwas zu viel Knoblauch!" – entgegnete Oma und verzog dabei das Gesicht. "Knoblauch ist gesund, man kann gar nicht genug davon essen!" –

widersprach Alisas Papa. – "Ja, du hast ja Recht Ellara, aber es beißt in dieser Konzentration!" – Chris und Alisa hielten sich noch immer an den Händen und folgten still dem Gespräch der anderen. Als Alisa entdeckte, daß die kleine Schale mit der Vorspeise schon geleert war, bemerkte sie: "Ich habe nur für eine Person und einige Hundezungen das Essen zubereitet, soll ich noch einige Endivien aufschneiden und eine Dose Thunfisch als Vorspeise aufmachen?" – "Nein, nein mein Kindchen, das reicht schon! Danke für deine Großzügigkeit,

aber wir sind ja nicht gekommen, um uns bei dir satt zu essen, sondern um in deiner Nähe zu sein...Aber wenn du noch etwas Brot hättest, wäre ich dir dankbar, vor allen Dingen für die Soße des Hauptgerichtes..." – "Aber sicher, Brot ist noch genug da, selbstgebackenes im Steinofen !" – Sie wollte sich gerade erheben, aber Chris war schon aufgestanden, und legte zwei knusprig hellbraune Landbrothälften auf den Tisch. Ihre Oma stellte die beiden Schüsseln mit dem Ragout und dem Reis auf den Tisch und Alisa räumte die kleinen Teller beiseite, während ihr Papa schon damit begann, ihnen aufzutun.

"Chrissi, schiebe bitte deinen Teller etwas näher, ich picke dir die Fleischbrocken heraus, wenn du möchtest..." – "Ja, tu das, bitte!" - und er begann schon einige Fleischstücke mit der Gabel an den Tellerrand zu schieben. Alisa und Chris lächelten sich zufrieden an und rutschten noch enger auf dem Sofa aneinander heran. Er legte seine Gabel beiseite, sie die ihre, sie schauten sich beide tief in die Augen, nachdem er beide Arme um ihre Hüften gelegt hatte. Sein Lächeln verschwand als er in ihren Augen etwas sah, was ihn beunruhigte. "Chrissi, ich wage gar nicht daran zu

denken: wenn die Weihnachtsnacht vorbei ist, was geschieht dann, werde ich dich wieder verlieren, ich meine..." – "Nein meine süße Lyssa, du weißt doch, ich bin immer bei dir, und Oma und Papa auch, wenn du uns brauchst! Aber denke jetzt nicht an morgen, genieße den Augenblick so wie er ist..." – sagte er zärtlich, sein Gesicht dicht an dem ihrem. Sie legte ihren Kopf an seine Schulter und klammerte sich fest an ihn. "Das habe ich schon mal irgendwo vor gar nicht so lange Zeit von jemanden gehört!“- Alisa seufzte bedrückt und klammerte

sich wieder ganz fest an ihren Schatz. „Chrissi, bitte laßt mich nicht mehr allein! Ich kann diese Einsamkeit nicht mehr ertragen, laßt mich mit euch kommen, wo immer ihr wieder hingehen müßt, wenn diese Nacht vorbei ist! Ich war schon so nahe daran, zu euch zu kommen, aber jemand hat mich davon abgehalten und dann hier hingebracht, aber er läßt mich allein, ohne ihn, ohne euch..." - Ihre Oma und ihr Papa schüttelten die Köpfe und schauten bedenklich zu Chris hinüber... "Mein Kindchen..." – unterbrach ihr Papa die Stille. "...das können wir nicht entscheiden.

Jeder von uns hat sein Schicksal, in dem das Ziel vorausbestimmt ist. Der Weg bis zu diesem Ziel bleibt uns offen, jeder kann ihn selbst wählen und gestalten...Aber ich, weder Oma, noch Chris können in dein Schicksal eingreifen...Du hast schon so viel erreicht, du lebst jetzt hier auf Korsika, du lebst in Harmonie und Einheit mit der Natur und deinen Tieren, du lebst deine Kreativität aus...du hast viele deiner Geschichten und Romane veröffentlicht, von denen sogar zwei Bestseller geworden sind…" – "Ja, ja, aber ich bin einsam und fühle mich verlassen! Mein Angebeteter, scheut den Kontakt zu mir, weil die

Leute in der Gegend hier Gemeinheiten über mich verbreiten! Sie stempeln mich für eine verrückte Einsiedlerin ab. Sie beschuldigen mich eine schwarze Hexe zu sein! Immer wenn ein Unheil geschieht, ein Unfall oder ein Krankheitsfall auftritt, schieben sie das mir in die Schuhe! Die sind hier extrem austär und abergläubig, schlimmer als im Mittelalter und zusätzlich noch eifersüchtig sind die Leute auf meine Kreativität und mein gutes Einkommen durch meine Bücher und meine Zucht. Ein Verrückter, dessen Identität ich immer noch nicht kenne, hat mir sogar fünf meiner Katzen und drei Hunde vergiftet! Er läuft frei in der Natur

herum, weil die Gendarmen hier keine Lust haben, für mich ihre Arbeit zu tun. Der Sohn von der Besitzerin dieses Hauses läßt mich auch nicht in Ruhe! Er hat mir schon mehrmals zu verstehen gegeben, wenn ich nicht nach seiner Pfeife tanze, setzt er mich hier raus, weil ihm das Haus gehört. " – Ihre Stimme wurde leiser und spürte schon wieder einen riesigen Kloß im Hals, der ihr ihre Kehle zuschnürte. Ihr Vater legte das Besteck beiseite, wischte sich mit der Serviette den Mund ab und lehnte sich dann seufzend nach hinten und entgegnete: "Was für eine Herzlosigkeit von den Leuten, denen du nur geholfen hast!" –

Ihre Oma wollte schon aufstehen, um alles abzuräumen, doch ihr Papa winkte ab. "Mein Kindchen, wir kennen deine Probleme, vielleicht solltest du die erst einmal eine andere Bleibe suchen, ich weiß, mit deinen vielen Tieren ist das nicht leicht, und wir wissen auch, daß dein Angebeteter sehr sensibel ist. Deswegen gibt es nur eine Lösung für euch: Du mußt auf ihn zugehen, um mit ihm zu sprechen und alles zwischen euch zu klären! Nimm ihn einfach in die Arme und sag ihm, daß du ihn liebst! Nur so könnt ihr miteinander in Verbindung treten! Wenn er versteht, daß

du noch einmal den Anfang machst, wird er dir auch nicht mehr ausweichen! Wenn jemand Missverständnisse zwischen euch gesät hat, dann könnt nur ihr beide das zwischen euch klarstellen! Du weißt, du bist eine schöne junge Frau, du hast eine sehr starke, ein wenig dominierende Ausstrahlung, sensible Männer wie ihm, fällt es schwer auf solche Frauen zuzugehen, zumal er dich wirklich anbetet! Du musst da hindurch, allein, wenn du mit ihm zusammen kommen möchtest... Dein Wunsch uns zu begleiten, ist doch auch nur eine Flucht aus diesem gefühlsmäßigen Schlamassel!“-

Alisa seufzte tief und lehnte sich nach hinten. "Aber wie soll ich ihn im Moment erreichten, mein Wagen fährt nicht, ich sitze zurzeit fest, mit Asa kann ich nicht bis in sein Dorf reiten, das ist zu weit! Ernesto oder Letizia kann ich auch nicht bitten, mich in das Dorf meines Schatzes zu fahren, da Ernesto wie schon gesagt auf mich scharf ist und gegen all meine Verehrer intrigiert..." – Chris und Papa grienten und Alisa fragte ein wenig ungehalten: "Was gibt es da bitte so zu grinsen, das ist nicht komisch..." – "Nein, verzeih, das ist wirklich nicht

komisch, aber ich mußte mir nur eben vorstellen, wie die Leute gucken würden, wenn du mit deinem Pferd in sein Dorf einreitest... also ich habe da eine Idee, weißt du, daß Angebeteter heute bei der Mitternachtsmesse in seinem Dorf singt?“ – "Ist das eine Frage?" – "Nein, du wusstest es nicht?" – "Nein!" – "Na, dann kommt, laßt uns in die Berge ziehen, und unserer lieben Alisa ihrer Bestimmung entgegenbringen! Heute in der Heiligen Nacht, in der die Wunder geschehen...!" – entgegnete ihr Papa mit feierlicher Stimme, und nahm seine Tochter an die

Hand. Etwas erstaunt fragte sie: "Aber wie kommen wir denn dahin?" – "Mein Kindchen, du selbst hast mir doch immer von deinen Seelenwanderungen erzählt..." – "Ja...aber…" - entgegnete sie leise. „Kein aber, kommt, laßt uns gehen...!" - Chris griff nach Alisas Hand und auch die anderen fassten sich an den Händen. Ihr Vaters pfiff schrill und alle Hundekinder sprangen auf, um ihnen zu folgen, auch einige der Katzen sprangen auf Alisas Schulter und so schritten sie hinaus in die sternenklare Heilige Nacht. Ihr Vater zeigte mit der Hand in Richtung der Bergdörfer, deren Lichter

in der Dunkelheit schillerten, so wie die unzähligen Sterne am Firmament. Auf einmal tat sich vor ihnen ein helles warmes Licht auf. Ein gleißender Strahl erschien vor ihnen, der hinauf in die Bergdörfer führte. Ihr Vater betrat ihn als erster, dann folgten ihm Oma, die Hunde und Katzen. Alisa und Chris sprangen auf Asas Rücken, die wiehernd angetrabt kam. Sie ritten den anderen hinterher. Alisa spürte die gleiche erfüllende Wärme, wie im Kreis ihrer Lieben, als sich das strahlende Licht über ihren Körpern wie eine immense Flutwelle zusammenschlug... *** Letizia saß in ihrem kleinen

Wohn-Ess-Küchenraum vor dem Fernseher und trank ihren morgendlichen Kaffee. Sie hatte gerade die Zeitung vom Boten erhalten und blätterte sie langsam durch. Es war die dünne Sonntagsausgabe, nur die wichtigsten aktuellen Meldungen waren darin enthalten. Ihre Augen blieben auf einer Überschrift hängen, und um den Artikel laut zu lesen, setzte sie sich die Brille auf. "Mysteriöse Erscheinung bei der Mitternachtsmesse in einem Bergdorf in der Castagniccia... in der Kirche des höchstgelegenen Dorfes der Region während der Weihnachtsmesse, die einige

Sänger der Paghjellegruppe "I Sintironi" intonierten, erschien gegen Mitternacht ein helles Licht über dem Altar, und breitete sich in dem ganzen Raum aus. Keiner der Anwesenden verspürte Angst, im Gegenteil, die Erscheinung wurde als angenehm, erfüllend und Wärme spendend beschrieben. Einer der Sänger wurde von diesem Licht eingehüllt, und nach Berichten von Augenzeugen, sei er vor ihren Augen in diesem Licht verschwunden. Andere Augenzeugen berichten, sie hätten eine Gestalt auf einem Pferd über dem Altar schweben sehen, die der heiligen Asaya gleicht, der Schutzpatronin der Tiere, und die Erscheinung verschwand

zusammen mit dem Sänger der Paghjellegruppe sofort wieder... Der Sänger ist bisher nicht wieder aufgetaucht, und die lokale Polizei beginnt ihre Untersuchungen vor Ort. Dieser Vorfall beweist einmal wieder, dass Weihnachten ist die Nacht der Wunder ist..."- Letizia trank ihren Kaffee aus und legte die Zeitung kopfschüttelnd bei Seite... Miluna Tuani Originalfassung 25/12/1994 Überarbeitung 17/12/2010; 05/12/2011

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Hörbuch

Über den Autor

MilunaTuani
Hallo liebe FREUNDE,Hallo liebe KORSIKAFANS und die, die es noch werden möchten!
Ich möchte Euch hier einen kleinen Ausschnitt aus meinen Büchern vorstellen: spannende Lektüre aus Korsika in deutscher Sprache: Gedichte, Kurzgeschichten, Novellen, ReaFiction, Romane, Bildbände, Reiseratgeber...u.v.a., alles was das Herz eines Korsikafans höher schlagen lässt!
Ich danke Euch für Euer Interesse und wünsche Euch viel Spass beim ReinLesen, herzlichst, Miluna
weiteres auf meiner
AutorenHomepage:
http://milunatuani.jimdo.com/
und auf Facebook:https://www.facebook.com/MilunaTuani.Korsika.Autorin...

tiefgründig, sensibel, einfühlsam, existenziell, philosophisch..so schätzt man meine Gedichte ein, wie sie, so bin auch ich...

Miluna Tuani

Autorin - freie Redakteurin, Hauptthema KORSIKA

Autorin des Korsika Romans Wurzeln der Hoffnung
http://wurzelnderhoffnung.jimdo.com/
Der Korsika Roman "Wurzeln der Hoffnung" von Miluna Tuani ist ab dem 7. Januar 2016 als TASCHENBUCH durch Direktbestellung und bei Amazon erhältlich sein.

Wer ein von Miluna Tuani signiertes Exemplar mit persönlicher Widmung haben möchte, kann das Buch direkt über
diesen Link bestellen:

http://wurzelnderhoffnung.jimdo.com/kauflinks/

Produktinformation
Taschenbuch: 332 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (1. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1522986413
ISBN-13: 978-1522986416
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 2,1 x 20,3 cm

Zum Buch
Der Roman ?Wurzeln der Hoffnung? spielt auf Korsika und erzählt die Geschichte einer jungen Fotografin und Journalistin. Alicia beschließt, ihr Leben zu beenden, da sie unter den Folgen eines schweren Schicksalsschlages leidet. Als sie den Freitod in die Tat umsetzen will, begegnet ihr ein mysteriöser junger Mann. Eine spannungsreiche Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden.

hier gehts zur Bestellung ohne Widmung
http://www.amazon.de/gp/product/1522986413?colid=1Y3CHA8DMVNH1&coliid=I2WR9JAZN99I83&ref_=wl_it_dp_o_pC_nS_ttl

hier gehts zur musikalischen Untermalung
von Galaxia Tuani
https://soundcloud.com/radighediacorsica/sets/compil-1-radighe-wurzeln-der-hoffnung-by-galaxia-tuani

Autorin des prämierten Kurzekrimis "Inferno am FiumAltu"
http://www.bookrix.de/book.html...

Blogredakteurin bei korsika.fr
http://miluna-tuanis-korsika-literatur-blog.korsika.fr/

Homespages
http://wurzelnderhoffnung.jimdo.com/
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http://miluna-tuanis-korsika-literatur-blog.korsika.fr/
https://www.facebook.com/groups/korsikafans/
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Chilloutmusicdesigner made in Corsica (Galaxia)

http://galaxiatuani.jimdo.com/
http://www.noomiz.com/GalaxiaTuani
https://soundcloud.com/galaxia-tuani
http://www.wiseband.com/yo/boutique.php?boutique=3139#

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hanafubuki Du kannst sehr gut beschreiben. Ich bin beim Lesen deines Beitrages richtig hungrig geworden und konnte mir die Natur Korsikas gut vorstellen. Das ist ein gelungenes Märchen, dass ich gern gelesen habe. Danke.
Liebe Grüße
Gitti
Vor langer Zeit - Antworten
MilunaTuani vielen lieben Dank, herzlichst, Miluna
Vor langer Zeit - Antworten
Tianshij Ich war schon mal auf Korsika und werde die tolle Landschaft da bestimmt niemals vergessen :) Und ich bin auch ein Kandidat der sich gern mit Tieren eindeckt :P Eine wahre Freundschaft mit einem Tier, egal mit welchem Tier, ist etwas ganz besonderes.
Vor langer Zeit - Antworten
MilunaTuani dank dir liebe Tianshij, und herzlich willkommen im Club der Korsikafans, siehe meiner Homepage, vlGGGGG, miluna
Vor langer Zeit - Antworten
Flebia Einfach nur toll!!!
Vor langer Zeit - Antworten
MilunaTuani dank dir, vLGGG
Vor langer Zeit - Antworten
einstein Ich habe gerade deine Geschichte gelesen. Ich war noch nie auf Korsika und werde wohl auch nie dieses Land je sehen. Aber ich habe das Gefühl, als wäre ich gerade dort gewesen: Danke für die Reise mit deinen Augen und deinen Worten. Ich durfte zwischen den Zeilen -sehen-
in Gedanken
Vor langer Zeit - Antworten
MilunaTuani dank dir nochmals fuer deinen kommentar, freut mich das meine Geschichte dich angesprochen hat,
warum glaubst du nie auf die Insel kommen zu koennen???
Bist herzlichst eingeladen, VGLGGGGGGG
Vor langer Zeit - Antworten
monalisa592107 gern gelesen lg monika
Vor langer Zeit - Antworten
Gast dank dir liebe Mona, vlGGGGG
Vor langer Zeit - Antworten
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