Jugendbücher
* * * Die Zauberer von AIOR * * * - ( Eine Leseprobe )

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"* * * Die Zauberer von AIOR * * * - ( Eine Leseprobe )"
Veröffentlicht am 19. September 2013, 54 Seiten
Kategorie Jugendbücher
© Umschlag Bildmaterial: Simon Käßheimer
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich bin Hobbyautor aus Leidenschaft, das Schreiben kam mal wie ein Löwenzahnschirmchen zu mir ins Zimmer und in meine Welt geflogen, Ich hab es aufgefangen und seitdem lässt es mich nicht mehr los. :-) Eigentlich war und bin ich gar kein so großer Leser aber am Schreiben bin ich irgendwie hängen geblieben. Macht mir einfach Spaß; besonders wenn die Geschichte Erfolg hat und anderen Freude bereitet und somit gefällt. :-) Ansonsten gibt`s noch ...
* * * Die Zauberer von AIOR * * * - ( Eine Leseprobe )

* * * Die Zauberer von AIOR * * * - ( Eine Leseprobe )

Klappentext

Bero stolpert bei einer kleinen geplanten Abenteuerexpedition in eine Ruine ins Lande AIOR und erlebt mehr Abenteuer als er es sich im entferntesten hätte ausmalen können.

1. Expedition

Am Freitag, dem 22. April 1985, dürfte es jetzt etwa sieben Uhr vier oder fünf sein, denn gerade eben schlug die Turmuhr des nahe gelegenen Nachbardorfs sieben Uhr, und sie ging schon immer einige Minuten vor. Dies war der erste Eintrag, den Bero vor langer Zeit in sein Logbuch eintrug, oder besser er stellte es sich so vor als er es in den braunschwarzen Terminplaner schrieb, den er vor Jahren zum Geburtstag bekam und seither nie benutzt hatte. Da stand er nun schon wieder vor dieser alten Ruine von der er, wie er zugeben

musste, bis heute noch nicht wusste ob es sich um eine kleinere, alte Festung handelte, oder nur um ein altes, zerfallenes mittelalterliche Wirtshaus; das nach den Jahren sich nun nicht mehr groß von einer zerfallenen Festung unterschied, oder für einen Leihen wie ihn davon nicht auseinander zu halten war. Schon wieder schrieb er es, nicht wahr? Ja, schon wieder und deshalb muss es niemand noch einmal nachlesen, diese Ruine kannte Bero seit er fünf, oder beinahe sechs Jahre alt war wie seine eigene Westentasche. Allerdings bloß von außen, denn weiter als die alte Steintreppe hinunter hatte er sich nie getraut, und das war, und ist eigentlich

auch das Klügste was er machen konnte, und jeder sollte seinen Hinweis beherzigen, der sich nicht darin auskennt. Aber heute war es irgendwie anders, heute zog ihn diese alte Ruinentreppe förmlich magisch an und wenn er es recht bedachte, versagte offensichtlich an diesem Tag auch sein Verstand. Jedenfalls setzte er sich in den Kopf diese Ruine allein zu erkunden; ganz fachmännisch, wie es sein Vater oder Jules Verne ausgedrückt hätte. Zur Vorbereitung auf sein Abenteuer besorgte er sich einen Kompass und holte ein Taschenmesser, sowie eine Lampe. Vom Dachboden seiner Tante ließ er

mehrere Kerzenstummel mitgehen, dann holte er sich aus dem Keller eine Taschenlampe und Ersatzbatterien; die Streichhölzer für die Kerzen und die Lampe nicht zu vergessen, und einen alten Rucksack mit braunen, brüchigen Lederschnallen. Zwar sah dieser schon ziemlich vergilbt aus, jedoch packte er ihn voll mit Proviant, und unten drin befand sich noch Verbandszeug für alle Fälle. So ausgestattet war er nun nach dem ersten Logbucheintrag zu allem fest entschlossen, und hätte wahrscheinlich auch in den Krieg ziehen können, oder am Proviant bemessen eine kleine Weltreise überstanden, die ihn

problemlos ernährt hätte. Den Kompass aus der Tasche gezogen und ausgerichtet, lief er also langsam mit der Taschenlampe in seiner anderen Hand die etwas abseits gelegene steile Steintreppe hinunter, die wie die restliche Ruine aus kleineren und größeren Wackersteinen bestand, von denen an den Treppenkanten auch schon der eine oder andere heraus gebrochen, oder auch locker war. Gespannt kam er unten im Dunkeln an und leuchtete mit der Taschenlampe das unterirdische Gewölbe aus - da und dort drang ein wenig Licht durch eine Ritze ins Dunkel vor. Vorerst würde er die Lampe noch nicht brauchen wie ihm schien, und so

lief er erst einmal ein wenig weiter in den Gewölbegang hinein und lauschte. Dabei hörte er nichts außer dem gelegentlichen Klappern der Batterien und etwas Wasser, das hier und dort von der Decke heruntertropfte. Langsam lief Bero weiter - der Gang machte einen Schlenker nach rechts, verlief aber sonst gerade, soweit er sich noch erinnerte, und endete dann abrupt mit einer Verzweigung. Interessant war aber auch, dass die Wand immer wieder kleine teils Mannsgroße Spalten aufwies, in die man auch hineingehen konnte. Aber größtenteils endeten sie nach wenigen Metern, dies konnte man schon von weitem erkennen, und deshalb

entschloss er sich zuerst einmal direkt zu dieser Verzweigung vorzudringen. Jedoch war diese Verzweigung eigentlich gar keine solche im Näheren betrachtet, sondern zum einen der Eingang in einen großen Raum, und zum anderen der Zugang in ein weiteres Gewölbe, in das er auch voller Erwartung hineinstapfte. Die Wände bestanden hier nur aus Ziegelsteintrümmern und kleinen Steinen, die irgendwie mit Beton vermischt wurden. Dann folgte nach vielen Minuten des Laufens eine ordentliche Überraschung: Ende das war’s, der Gang lag feinsäuberlich verschüttet vor ihm, und außer Tonnen von Geröll konnte er nichts mehr zu

sehen. Na bravo, das war’s dann wohl mit seiner Reise zum Mittelpunkt der Erde, Stein und Geröll sei Dank die dies, oder Ähnliches nun völlig unmöglich machten, wie ihm schmerzhaft klar wurde. In Gedanken stieß er ein lautes Schimpfwort aus, und trat in seiner Wut gegen den nächsten losen Stein der ihm im Weg lag. Daraufhin bedankte sich dieser durch einen seiner Kollegen oder sich selbst dafür, indem er das Glas seiner Taschenlampe in tausend kleine Scherben zerfetzte. Wie ihm nach ein paar Sekunden auffiel hatte die Birne ebenfalls einen Schaden erlitten. Denn sie fing an unruhig zu

flackern und ehe sie komplett ihren Dienst versagte zündete er die Lampe an, dies war ja ohnehin nun besser. Das Gewicht des Rucksacks um eine Banane zu erleichtern war vermutlich das Beste was er jetzt tun konnte, und so schnappte er sie sich, während er die defekte Taschenlampe im Rucksack verstaute. Dann lief er zurück und aß nebenbei lustlos die Banane auf, und kurz vor der Weggabelung hieß es noch: Auf wieder sehen Bananenschale. Somit traf er wieder am Eingang zum großen Raum, wovon rechts der Weg nach draußen abzweigte, ein. Nun wollte er wenigstens alles gesehen haben, wenn Bero schon einmal hier war. Also lief er

hinein, wenn auch längst nicht mehr so motiviert wie zuvor, und stapfte erwartungsvoll in den gegenüberliegenden Gang. Dieser Raum sah riesig aus, dies konnte er erst jetzt im Schein der Öllampe richtig erkennen. Rundherum waren Löcher in der Wand, in die wahrscheinlich früher die Fackeln gesteckt worden waren. Auf der rechten Seite klaffte ein großes Loch in der Wand, in den ein schwacher Lichtschein eindringen konnte und sich in eine Ecke fallen ließ. Im hinteren Drittel des Raums lag ein auffällig langer und großer Felsen mit einer aalglatten Oberfläche, der

möglicherweise einmal als Tisch gedient hatte. Alles in allem konnte ihn, oder besser nichts hier drin, wirklich begeistern. Deshalb beschloss Bero zu gehen, und zum Eingang des Gewölbes zurückzukehren. Ein gutes Stück war er dem Eingang bereits entgegen gegangen, als der Abenteurer plötzlich irgendwelche Geräusche hinter sich bemerkte. Jedoch noch in einiger Entfernung von ihm und er glaubte, eine, oder mehrere Stimmen zu hören. Irgendwie schienen sie von der Weggabelung her zu kommen, aber wie konnte denn hier jemand

hereingekommen sein? Dies hielt Bero schlicht für unmöglich da doch nirgends ein zweiter Zugang war, und der Gang weiter unten mit voller Geröll versperrt war, wie er ja mit eigenen Augen gesehen hatte. Augenblicklich fühlte Bero eine Scheißangst, war aber gleichzeitig neugierig, und so nahm er eine Kerze in die Hand und die Taschenlampe aus dem Rucksack. Sofort zündete er die Kerze an, machte die Lampe aus, und anschließend auch die Taschenlampe. Mit äußerster Vorsicht ging Bero der Weggabelung entgegen, nachdem ich er den Rucksack und die Lampe hinter

einem großen Stein versteckt hatte. Sogleich schob er den Regler der Taschenlampe auf halben Betrieb, was ohnehin nicht zuviel war da die Birne unverändert flackerte, und nahe der Gabelung machte Bero die Taschenlampe und Kerze aus, um sich nicht zu verraten. Denn aus diesem großen Seitenraum drang Licht in den Gang, und er konnte die lang gezogenen Schatten von einer Person und etwas Ähnlichem erkennen. Außerdem nun auch relativ deutlich die Stimmen von zwei Personen, die sich angeregt miteinander unterhielten. Eine Stimme klang etwas kräftiger und sie schien schon etwas älter zu sein, während die Stimme des Anderen wie die

eines Kindes klang. Diese sagte immer wieder: „ Geht das denn nicht etwas schneller, du alter Greis!“ Worauf die Andere erwiderte: „Na, so viel älter oder jünger bist du ja nicht wenn man’s recht bedenkt, und da nennst du Frechdachs mich einen Greis, diese Kurzatmigkeit ist wieder einmal typisch!“ „Hätt’ ich dich besser Zuhause gelassen, dann hätt’ ich meine Ruhe gehabt!“ So ging es weiter und Bero fragte sich dabei wirklich von was für einer Geschichte er da gerade Zeuge wurde – gewissermaßen, denn bis jetzt hatte er ja nur nach den Schattengesten geschaut

und dem Gespräch gelauscht. Sollte Bero es tatsächlich wagen um die Ecke zu schauen? Die Stimmen klangen doch recht nah und doch wollte er nun schon in Erfahrung bringen, wer sich da zusammen unterhielt und über das Alter diskutierte. Langsam schob er sich zur Kante vor, und schaute vorsichtig sowie ganz zaghaft um die Ecke in den Raum. Da flammte eine Fackel in der Hand einer männlichen Gestalt mit einem grauen Umhang bekleidet, und sein Gesicht wurde von einer Kapuze auf dem Kopf halb verdeckt. In der Ecke des Raums löste, oder pulte

er irgendetwas von der Wand herunter und steckte es in einen kleinen Beutel, den er am Gürtel trug. Doch völlig überraschend schien er fertig zu sein - er verschloss den Beutel, dies ließ sich an seinen Bewegungen erahnen. Dann lief er zur Mitte in Richtung der Wand und drückte einen der Mauersteine nach unten oder einen Schalter, so genau war das im schwachen und kurzen Schein der Fackelflamme nicht auszumachen. Daraufhin öffnete sich ein Loch, oder irgendein geheimer Zugang in der Wand, und der Alte klopfte auf seinen Schenkel und rief: „Komm’ nun trödel’ hier nicht ewig rum, du alter Greis!“, und lief durch den Zugang.

Hinten ihm folgte eine Ratte, die gerade noch rechtzeitig durch den Zugang huschte, ehe dieser sich Sekunden später hinter ihr und dem Alten verschloss. Da saß der Abenteurer nun vollkommen sprachlos und konnte überhaupt nicht begreifen, was er soeben mit angesehen hatte. Schließlich war Bero nicht blind und doch war es absolut verrückt, als dieser Vorgang eigentlich der Wahrheit entsprechen konnte. Jedoch hatte er es ja gerade eben mit eigenen Augen gesehen, und was noch wesentlich absurder war – auch mit eigenen Ohren gehört. Ganz eindeutig hatten sich da zwei

Personen unterhalten - ganz sicher - darauf würde Bero jede Wette eingehen. Aber wieso sollte sich dann jemand mit sich selbst, oder gar noch mit einer verstellten Stimme sprechen? Undenkbar! Plötzlich wurde ihm schlagartig klar, vielleicht war ja bislang auch nur einer von ihnen gegangen. So verweilte Bero lautlos an diesem Ort an dem er saß, doch konnte er nichts hören, außer den langsam ihm vertrauten Wassertropfen hier, und dieser sonst so vollkommenen Stille wie vorher um ihn herum. Nach einigen Minuten erhob er sich und

wagte es die Taschenlampe anzuknipsen, aber nichts - alles wie vorher und doch irgendwie auch nicht mehr, was hatte Bero da bloß vor ein paar Minuten für ein merkwürdiges Schauspiel gesehen? Puh, dachte er, lief um die Ecke und leuchtete in den Raum, aber dieser war leer. Dann leuchtete Bero in das Eck, in der vorhin die Kapuzengestalt gestanden, oder gekniet hatte und lief auf sie zu. Aber irgendwas war da, war das etwa von der Wand herunter gekratztes Moos? Jetzt konnte er es deutlich an den Lücken zwischen den Steinen sehen, Bero hatte also hier nicht geträumt, oder sich getäuscht. Hier drin war eben jemand gewesen und wenn derjenige wirklich alt

war, konnte er auch noch nicht so weit gekommen sein. Ohne lange zu zögern oder darüber nachzudenken lief er mit flotten Schritten durch das Gewölbe zurück, um seinen Rucksack und die Lampe zu holen. Hier an derselben Stelle, an der auch dieser alte Mann gestanden haben musste, griff Bero die Wand ab, und hoffte dabei etwas zu finden. Tatsächlich fühlte er so etwas wie eine Vertiefung zwischen zwei Mauerbrocken an seiner Hand, in der offenbar ein Dreieck aus Holz steckte. Mit etwas zittrigem Zeige- und Mittelfinger drückte er dagegen, und

langsam öffnete sich der verborgene Zugang vor ihm. Auf der Stelle zündete Bero seine Lampe an, und konnte es fast nicht erwarten ins Innere vorzudringen.

2. Der Tunnel

Nun beeil’ dich doch, dachte er sich und lief mit kleinen Schritten hinein. In einem schmalen Gang fand Bero sich wieder, der Anfangs noch aus Mauersteinen bestand. Aber je weiter er hineinging veränderte dieser sich in ein Gemisch aus dem Boden und den Steinen. Gegen Ende bestand er nur noch aus Wurzeln von einem oder mehreren Bäumen die ineinander verschlungen waren, und so diesen Gang schufen - wie auch zusammenhielten. Am Ende erkannte Bero ein Licht, und lief schnurstracks darauf zu.

Über den Boden plätscherten kleinere Rinnsale, die vom Wasser der Wurzeln stammten, und in schmalen Bahnen an den Wänden heruntertropfte. Als er am Ende des Ganges ankam strömte ihm das Tageslicht entgegen, dann bog er eine Wurzelspitze die am Ausgang herunterhing zur Seite, und trat vorsichtig ins Freie. Viele Felsen um ihn herum so weit das Auge reichte. Wo bin ich denn hier gelandet? , fragte er sich sofort. Geradeaus lief Bero weiter und dann nach wenigen Metern am Ein- oder Ausgang vorbei, aus dem er gekommen

war. Der Gang endete ein wenig seitlich gelegen direkt unter einem gewaltigen Baum. In dieser kargen Gegend umschlang er mit seinen riesigen Wurzeln die Felsen und hielt sie bombenfest, um sich buchstäblich mit ihnen in den Boden hinein zu krallen. Staunend stand Bero bloß da, diesen Eingang würde er auf jeden Fall wieder finden, soviel stand fest. Nachdem er nun den Baum ausreichend bestaunt hatte, widmete Bero sich dem Rest der Landschaft und versuchte sich dabei zu orientieren.

Gleich darauf bemerkte er einen kleinen Pfad, der vor ihm durch die meterhohen Felsen und Steine führte, und offensichtlich auch zum Durchqueren dieser Gegend von hier aus gedacht war. Anscheinend war dies nicht nur der einzige Pfad, sondern sah auch schon recht ausgetreten aus für einen unbenutzten Weg. Die Lampe brannte immer noch, er hatte sie ganz vergessen und so schaltete Bero sie aus, und verstaute sie wieder im Rucksack. Danach zog er den Kompass aus der

Tasche, schaute kurz darauf und schrieb danach in sein so genanntes Logbuch: Freitag 22. April 1985 Eingang Süd - Westen - Ich breche auf Danach versorgte der Abenteurer das Buch wieder, griff in den Rucksack, nahm ein Salamibrot heraus, und schulterte wieder den Rucksack. Laut schmatzend ging er los um dem Pfad zu folgen und, was noch viel wichtiger war, die Spur des Alten wieder aufzunehmen und ihn bloß nicht zu verlieren. Der Pfad endete weit hinter einem langen

Weg aus Felsen auf beiden Seiten, und mündete in einer Klamm, die eine breite Straße, oder vielmehr einen breiten Weg freilegte. Jedoch konnte er nicht einmal von größeren Leiterwagen, geschweige denn Autos, oder Fuhrwerken befahren werden. Diesem Weg folgte Bero lange, und entdeckte nach einer Weile die Fußabdrücke einer Person. Zusätzlich Spuren von einem kleinen Tier, das offenbar auch dem ganzen Weg in diese Richtung gefolgt war. Sogleich überlegte er, ob diese Abdrücke zu der Ratte gehörten, die Bero hinter dem Alten in der Geheimtür verschwinden gesehen hatte.

Die Größe stimmte jedenfalls, und er hätte es sich auch nicht vorstellen können, was sonst ein Tier hier zu suchen gehabt hätte. Außerdem, dass sich ein noch so verhältnismäßig kleines Geschöpf hierher verschlagen würde - denn außer Geröll und dem ein oder anderen Grasbündel, oder trockenen Halmen gab es hier nichts Aufregendes, so sehr sich auch der Betrachter eine Abwechslung wünschte. Nach weiteren Stunden, die Bero dem Weg nun schon folgte, spielte er schon langsam mit dem Gedanken wieder

umzukehren. Allmählich schien dieser nun ein Ende zu nehmen, was sich durch das Abflachen der Klammwände andeutete, und schließlich auch Realität wurde, als sich eine Schneise auftat. In ein herrliches Seitental mündete sie durch dessen schöne Landschaft Bero wie berauscht weiter lief, bis er an einem Loch im Felsen ankam. Es sah fast wie ein Portal aus, das in die Felswand gehauen war. Tatsächlich musste hier aber einmal ein Fluss verlaufen sein, der sich durch den Stein gefressen hatte, und somit dieser Durchgang geschaffen wurde. Auf der anderen Seite des Durchgangs sah es so aus als würde Bero ein völlig

fremdes Land betreten, so unterschied sich die Gegend von der kargen Landschaft, die er eben noch durchwandert hatte. Schließlich folgte er dem Weg der nach draußen führte, und sah dann ein weites, schönes Land das zu seinen Füßen lag und kein Ende zu nehmen schien.

3. Das Haus mit spitzem Dach

In diesem Augenblick konnte Bero es nicht fassen, jetzt stand er hier auf dem Hochplateau einer riesigen Ebene aus dicht bewachsenen Wäldern und sanften Hügeln, die erst am Horizont ein Ende zu nehmen schienen. Nach diesem beeindruckenden Blick in die Umgebung setzte er seinen Weg fort, denn es wurde langsam Abend und hier konnte er keinesfalls bleiben. Immer den Pfad entlang stieg Bero abwärts, der in Schlangenlinien nach unten führte. In einiger Entfernung nahe eines Felsvorsprungs und am Eingang einer Waldlichtung machte er eine Hütte, oder

so etwas wie ein kleines Häuschen aus. Ein eigenartig spitzes Dach mit einem kleinen Kamin an der Seite, aus dem es ein wenig rauchte, rückte in den Vordergrund seines Blickfeldes. Dieses Häuschen war direkt an den Felsen herangebaut und es führte eine in den Stein gehauene Wendeltreppe nach oben, die bis zur Tür reichte, wie er sehen konnte, als er näher herankam. Wer hier wohl wohnt? Womöglich dieser alte Kauz. Für ein Wirtshaus hielt Bero es jedoch eindeutig zu klein, und für die Hütte eines Holzfällers wiederum zu groß. Langsam näherte er sich dem Treppenaufgang, und lauschte ob er

etwas hören konnte aus dem Haus über ihm. Nichts, zumindest keine verräterischen Anzeichen, ob gerade jemand zuhause war oder nicht. Was nun? Plötzlich merkte der Abenteurer, dass jemand hinter ihm stand und die Hand auf seine Schulter legte. Erschrocken schaute er auf und drehte sich um, da stand dieser Alte mit dem Umhang. Zunächst wurde Bero starr vor Angst, und sein Gesicht wurde größtenteils von der Kapuze verdeckt. Das Einzige, was Bero erkennen konnte war sein langer, grauer Bart der aus der Kutte herauszuwachsen schien, und sich

ein wenig im Wind wehte. Die Spitze des Bartes richtete sich nach der Windrichtung. Was sollte er tun? Doch der Alte war schneller, zog seine Kapuze vom Kopf, und sagte: „Guten Tag, mein Name ist Tobias. Das ist mein Haus, was führt dich hierher? Wieso folgst du mir, oder verfolgst mich?“ Daraufhin stand Bero da wie fest geschnürt und in der Falle, aber auch zugleich wie an die Wand gestellt, denn die letzte Frage hatte ihn wie ein Geschoss getroffen. Der alte Knabe schien dies zu merken, und sagte wie zuvor mit ruhiger Stimme:

„Du brauchst keine Angst zu haben, ich will dir nichts tun. Ich frage nur um Gewissheit zu haben, dass es bei dir nicht anders ist.“ Inzwischen hatte sich Bero langsam gefasst, was vermutlich auch dadurch begünstigt wurde, dass die Stimme des Alten zu keiner boshaften Persönlichkeit zu gehören schien, und er erwiderte mit zaghafter Stimme: „Ich wüsste nicht wieso, oder warum ich Ihnen etwas antun könnte, und noch weniger wie.“ Der Alte kniff ein Auge zu, und kratzte sich an seinem Kinn. „Dann muss ich den Schlüssel im Schloss der Tür meines Hauses heute Abend nicht zweimal

rumdrehen, wie es mir mein Freund, Weggefährte und Mitbewohner Basin geraten hat. Denn jemand, der noch nicht mal auf die Idee gekommen ist mir was zu tun, von dem geht bestimmt keine Gefahr aus; weder für mich noch für mein Haus oder seine Bewohner, wozu ich ja auch gehöre, wie das Wort mein ja besagt“, erklärte er in einem sachlichen Tonfall. Nachdem er das gesagt hatte verflog die Angst von Bero vollständig und fragte voller Neugier - wahrscheinlich wäre er sonst geplatzt: „Wie viele Personen wohnen denn in diesem Haus?“ „Ach, bloß eine“, antwortete er, „aber

zwei sind wir dennoch!“, ergänzte er, und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Darauf blickte Bero ihn bloß etwas verdutzt an. „Ich stell’ dich ihm vor, wenn du mir gesagt hast, wieso du mir folgst, beziehungsweise gefolgt bist.“ Ziemlich verwirrt von dem, was dieser alte Kauz gerade gesagt hatte, meinte er nur: „Ich habe Sie in diesem großen Raum sprechen hören, und anschließend gesehen wie Sie durch diese geheime Wandtür verschwunden sind. Da bin ich natürlich neugierig geworden und bin Ihnen gefolgt, das ist auch schon alles.“ Und das war ja auch

alles. „Aha, so ist das also“, sprach der Alte, „na, dann komm’ mal mit, Basin wird sich freuen das zu hören.“ Somit liefen sie gemeinsam die geschwungene, steinerne Treppe hinauf, der alte Tobias voraus und Bero hinten drein. Als die beiden oben ankamen öffnete er die Tür ganz leise und sagte: „Geh’ du voraus, Basin hat uns bestimmt gehört, und wartet schon ungeduldig.“ Also ließ er dem Abenteurer den Vortritt, und er betrat das Haus. Hinter ihm fiel die Tür ins Schloss, doch was tat sich da vor Bero auf? Wer hätte es erwartet, dass dieses winzige Haus von innen so viel größer war! Vor ihm

brannte hinter einem reichlich verzierten Tannenholztisch ein Feuer im Kamin, jedoch in einem Kessel, der schon äußerst verbraucht wirkte. Links in einem kleinen Nebenraum hingen Karten an der Wand, die vermutlich Sternenkonstellationen und Ähnliches zeigten. Daneben hing eine Landkarte, auf der er nur aus der Ferne das großgeschriebene Wort AIOR erkennen konnte. Die Wände sahen allesamt verschieden aus, jede war mit anderen Zeichen verziert, aber in eine Wand wurde ein Regal eingelassen, in dem fein säuberlich aneinander gereihte Bücher standen. Die Werke machten einen schweren und alten

Eindruck, und alle schienen ihren Platz zu haben. Was Bero aber vollkommen überraschte war dieser Anblick von etwas das unmittelbar vor ihm saß, und in den Kamin hineinzustarren schien: Es war eine Ratte, deren Schwanz zum Buchstaben c geformt hinter ihr lag. Das merkwürdige Wesen drehte sich nun um und sagte: „Guten Abend, ich bin Basin.“ Anschließend wandte sie sich an den alten Tobias und teilte ihm in einer Mischung aus Stolz und Zufriedenheit mit: „Du wolltest mir ja nicht glauben, dass ich jemand in der Halle um die Ecke

blicken sah als wir gegangen sind. Nun haben wir einen Besucher, der ohne Zweifel keine Einbildung ist, oder bloß ein Flackern eines Schattens.“ „Gut, ich gebe zu du hattest Recht“, erwiderte Tobias „und es tut mir leid, dass ich dir nicht von Anfang an geglaubt habe, aber wer konnte das auch ahnen nach all den Jahren, dass nie jemand dort war.“ „Nun haben wir nicht nur das Lebermoos, sondern auch noch einen Gast.“ „Und das zu dieser späten Stunde“, fügte Basin hinzu. Ja tatsächlich, es wurde bereits dunkel und Bero wurde soeben bewusst, dass sich seine Eltern mit Sicherheit fragten,

wo er überhaupt abgeblieben war. Darum musste er sehen, dass Bero nach Hause kam, und keine Zeit mehr hatte um hier zu verweilen, so sehr er es sich auch wünschte. Gerade wollte Bero schon zur Abschiedsrede ausholen, als Tobias das Wort ergriff: „Basin, das muss doch höchstens uns hier stören, wo unser Freund doch aus einer anderen Welt kommt deren Zeit unabhängig von der unseren verläuft, oder stehen bleibt, so lange er hier verweilt, bis er durch den Wurzelgang im toten Gebirge zurückkehrt.“ Nun fühlte Bero sich einerseits erleichtert, aber andererseits quälte ihn

neben vielen Anderem nur noch eine Frage, die er blitzartig loswurde: „Wo bin ich hier?“

Copyright

Text und Bild ( Illustration ):


2017 © Simon Käßheimer

Informationen zum Buch:

Die ersten drei Kapitel als Leseprobe von meinem Fantasyskurzroman DIE ZAUBERER VON AIOR ( unter der ISBN: 9783732281800 zum Preis von 5,90Euro, oder 2,99Euro als E-Book, im Buchhandel zu bekommen ). 2. Auflage ist überall erhältlich. Nun auch im AAVAA Verlag mit anderem Cover bald erschienen; hier:





[ http://www.aavaa.de/jugendromane ] Mehr auf der offiziellen Site zum Buch: http://simonkaessheimer.beepworld.de

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Hörbuch

Über den Autor

Buhuuuh
Ich bin Hobbyautor aus Leidenschaft, das Schreiben kam mal wie ein Löwenzahnschirmchen zu mir ins Zimmer und in meine Welt geflogen, Ich hab es aufgefangen und seitdem lässt es mich nicht mehr los. :-)
Eigentlich war und bin ich gar kein so großer Leser aber am Schreiben bin ich irgendwie hängen geblieben. Macht mir einfach Spaß; besonders wenn die Geschichte Erfolg hat und anderen Freude bereitet und somit gefällt. :-)

Ansonsten gibt`s noch zu sagen über mich das ich einfach gerne kreativ bin und was versuch aus der mir gegebenen Lebenszeit zu machen. Sei es nun Kunst, Musik, Schreiben ( in vielfältiger Weise ) o.w.a.i.. Ich schau aber auch gern einfach mal `nen Film an oder hör bis zum abwinken Musik wenn ich nicht grad mit Freunden und Bekannten was mach oder unternehm.

Mehr noch über mich und meine Person - siehe: http://simonkaessheimer.online

Achso: ,,Meine Texte hier sind größtenteils unlektortiert eingestellt also bitte habt Nachsicht mit mir diesbezüglich!" Rechtschreibtips und konstruktive Kritik dieser Art aber immer erwünscht bis gewollt.

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sugarlady Schöne Bücher hast Du in Deinem Bücherregal.
Ich werde öfter vorbeisehen.
Liebe Grüße!
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Buhuuuh Dankeschön!

Mach das, freue mich auf deinen Besuch.

Simon
Vergangenes Jahr - Antworten
Gast punkt und komma satzbau gremmattik rechtschreibung mangelhaft
Vor langer Zeit - Antworten
exguesi Der zweite Satz (meinte ich) ist unheimlich umständlich und lang... Ist schliesslich auch einer der ersten Eindrücke und kann einem deswegen die Laune schon mal Verderben. Die Idee scheint aber nicht schlecht zu sein.

PS: habe dein Profil da auf brieffreunde gefunden ;)
Vor langer Zeit - Antworten
Buhuuuh Danke für die konstruktive Kritik und schön das du auf mein Profil gefunden hast! :-)

Simon
Vor langer Zeit - Antworten
Maikaz Formatier mal den Text, das erste Kapitel kann man nicht wirklich gut lesen ;)
Vor langer Zeit - Antworten
Buhuuuh Vielen Dank für den Post / Hinweis. War ein Konvertierungsfehler den ich übersehen hab. Jetzt ist er / es lesbar und nichts fehlt. ;-)
Vielleicht versuchst du`s jetzt nochmal. :-)

Es grüßt dich

Simon
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Maikaz Haben irgendwie viele Bilder das Problem, jetzt gehts ja ;)
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