Fantasy & Horror
Schattenherrschaft - Kapitel 1 bis 5

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"Schattenherrschaft - Kapitel 1 bis 5"
Veröffentlicht am 20. November 2010, 26 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
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Über den Autor:

Ich bin ich ;-)
Schattenherrschaft - Kapitel 1 bis 5

Schattenherrschaft - Kapitel 1 bis 5

Beschreibung

In diesem Buch wechsle ich mit jedem Kapitel die Erzählperspektive. In jedem Kapitel einer ungeraden Zahl (1, 3, 5, 7, usw.) wird aus der Sicht von Nira (Mensch) berichtet und in jedem geraden (2, 4, 6, 8, usw.) kapitel aus der von Nira (Schatten).

Kapitel 1

"Nira! Nira wach auf!" Diese Worte rissen mich aus meinem Schlaf. "Was ist denn Mutter?", fragte ich und setzte mich auf. Stechende Schmerzen durchfuhren mich und als ich mit meiner Hand über meine Wange strich, war diese voller Kratzer. Ich sah auf meine Arme herab, welche aufgeschürft waren. "Nira!", begann meine Mutter mit ihrer Moral, "Schatten sind unbesiegbar! Wenn du leben willst sollst du rennen! Warum warst du so leichtsinnig und hast gegen sie gekämpft?" Mein Kopf dröhnte und ich verstand den Zusammenhang ihrer Worte nicht. Ich versuchte, mich an das Geschehene zu erinnern und dachte zurück zu dem Beginn des vorherigen Tages. Ich war wie an jedem Tag auch in dem Wald gewesen, in diesem wundervollen Wald. Dann war ich auf die Schatten getroffen. Sie hatten mich fast umgebracht, doch...Ich lebte. „Ich bin nicht so feige wie du!“, murrte ich und rieb mir verschlafen die Augen. Entsetzt sah mich meine Mutter an. „Aber wegzulaufen ist nicht immer feige!“, sagte sie und sah mich verständnislos an, „Wenn du einen Schatten siehst ist das klug. Und manchmal ist es besser klug zu sein als mutig zu sterben!“ „Lieber sterbe ich voller Stolz in einem Kampf als feige wegzulaufen! Außerdem hätte ich einen von ihnen fast besiegt...“ Das stimmte auch. Ich hätte den Kampf gewonnen, wenn sich einer der beiden anderen Schatten nicht eingemischt hätte. Schatten hatten keine Gefühle, keine Persönlichkeit, das wurde uns immer gesagt. Es sollen Monster sein, ganz ohne Gefühle oder Stolz. Dies bezweifelte ich jedoch: Warum sollten sie mich sonst nicht getötet haben? Bei meiner nächsten Begegnung mit einem Schatten würden sie mich sicherlich töten, schließlich hatte ich ihren Stolz verletzt. Während ich nachdachte, ob ich mich in den Wald wagen oder meine Wunden heilen lassen sollte, schimpfte meine Mutter weiter. „Nira!“, sagte meine Mutter streng, „Hör mir gefälligst zu und träume nicht!“ Ich verschränkte meine Arme vor meiner Brust und sah zu ihr. In ihren Augen standen Tränen und sie legte ihre Hand auf meine Schulter. „Ich will nicht auch noch dich verlieren“, schluchzte sie, „Bitte.... Bitte geh nicht mehr in den Wald, ich will doch nur dass du glücklich wirst!“ Verständnislos sah ich sie an und stand auf. „Überleg dir, WAS du nun willst!“, schrie ich sie wütend an, „Entweder du lässt mich mein Leben leben oder du legst mir ein Halsband um!“ Ich ging wütend aus dem Zelt zu einem großen, schwarzen, wo Waffen bereitstanden. Ich war so wütend auf meine Mutter, dass ich meine Schmerzen nicht mehr spürte. Ich griff mir einen Bogen sowie einen Köcher mit Pfeilen, legte diesen um, spannte den Bogen und ging in den Wald. 'Wenn sie mich nicht töten sollen', dachte ich und stieg leise über einen alten, vermoderten Baumstumpf, 'dann muss ich sie töten!' Sie allein waren auch dafür verantwortlich, dass sich die Menschen nicht mehr in ihre Städte wagten und in kleinen Siedlungen in Zelten wohnten. Zwar fand ich dieses Leben schön aber ich konnte diesen Kampf nicht unbeendet vergessen – Ich war ganz einfach zu stolz. Entweder würde ich in diesem Kampf sterben oder ich würde ihn gewinnen. Vorsichtig schob ich einige Zweige zur Seite, die meine Sicht versperrten. Schließlich erreichte ich einen kleinen Bach, der leise dahin rauschte. Ich trank einen Schluck und sah mich um. Schließlich entdeckte ich ein Gebüsch, in dm ich mich auf die Lauer legen konnte. Als ich mich in meinem Versteck gesetzt hatte, nahm ich einen Pfeil aus dem Köcher und wartete. Eine Zeit lang brodelte die Wut über meine Mutter noch immer in meinem Inneren – Es gab nichts, was ich mehr liebte als den Wald und sie wollte mich davon fernhalten! Ich wusste nicht, ob Stunden oder nur Minuten vergangen waren, bis meine Wut langsam verschwand. Doch ich spürte, wie mein Kopf schwerer wurde und die Schmerzen zurückkehrten. Es gab jedoch kein Zurück und so blieb ich lautlos in meinem Versteck. Nach langer Zeit regte sich endlich etwas: Doch es war kein Schatten. Vor Schreck blieb mir mein Herz stehen, als ich die Scharuk erblickte. Lautlos ging sie auf ihren acht Beinen zu dem Bach. Sie schien einer Wildkatze zu gleichen, war jedoch so groß wie ein kleines Pony. Ihre drei Schwänze zuckten unruhig, als warte sie auf etwas. Dann sah sie zu mir. Ihre gelben Augen blickten jedoch nicht zu mir sondern an mir vorbei. Doch noch bevor ich mich umdrehen konnte spürte ich, wie sich eine Hand auf meine Schulter legte. Ängstlich sah ich zur Seite. Diese Hand war tiefschwarz und hatte sechs Finger, welche in Krallen endeten. Ein Schatten. Ich war geliefert. So gut wie tot.

Kapitel 2

Eine leichte Brise berührte meine Wange sacht, als ich mir meine weißen Haare aus meinem Gesicht strich. Nochmals atmete ich tief ein – und roch einen Menschen. Doch nicht irgendeinen, ich roch SIE. Dieses Menschenmädchen, welches sich unserem Anführer gestellt hatte und diesen beinahe besiegt hätte. Lautlos schlich ich mich durch den Wald. Viele Ranken versperren mir den Weg, doch sie konnten mich nicht aufhalten. Vorsichtig berührte ich eine Ranke, die meinen Weg versperrte und sie wich zurück. Wie ein Schneckenhaus zusammengerollt zog sie sich nach oben zu den Baumkronen empor. Für menschliche Ohren nicht wahrnehmbar bewegte ich mich, meine weißen Flügel fest an meinen Rücken gepresst, elegant durch das Gestrüpp. Je näher ich ihr kam umso deutlicher konnte ich sie riechen. Dann, nachdem ich durch eine riesige Hecke geschlüpft war, erblickte ich diesen Mensch. Es fiel ihr sichtlich schwer, wach zu bleiben. Lautlos schlich ich hinter sie und kniete mich dort nieder.Ich wollte sie ansprechen, blieb jedoch stumm. Vorsichtig sah ich über ihre Schulter und erblickte eine Scharuk. Es war meine Scharuk. Ihr orangefarbenes Fell war weich wie Seide und das Streifenmuster, welches ihren Rücken zierte, glich das einer Wildkatze. All das unterstrich ihre Anmut. Ihre drei Schwänze zuckten unruhig hin und her, während sie mit ihren acht Beinen über den Waldboden schlich. Sie wartete. Auf mich. Zwar erinnerte ihre Erscheinung sehr an die einer Katze, jedoch war meine Scharuk so groß wie ein kleines Pony. Mit ihre gelben Augen, welche hell wie das Sonnenlicht zu mir sahen, strahlte sie mich glücklich an. Ich legte meine Hand auf die Schulter des Menschenmädchens und bedeutete ihr, zu schweigen. Dann zwängte ich mich leicht lächelnd an ihr vorbei und ging zu meiner Scharuk. "Sadu!", begrüßte ich sie und kraulte sie, während mir Sadu nicht weniger freudig über mein Gesicht schlechte. Ihre warme Zunge berührte meine Wange und ich kniff meine Augen zusammen.Nachdem wir uns begrüßt hatten, drehte ich mich zu dem Mädchen um, welches noch immer wie erstarrt in dem Gebüsch saß. Ihre Augen waren vor Schreck geweitet und sie zitterte. Ängstlich zuckte sie zurück, als meine Scharuk in ihre Richtung blickte. "Hab keine Angst!", versuchte ich sie zu beruhigen, "Sadu tut dir nichts, sie ist nett!" Langsam und vorsichtig ging sie auf das Mädchen zu und schnüffelte an ihrer Wange, bevor sie mit ihrer Zunge darüber strich. Lächelnd ging ich zu ihr. "Sie mag dich. Du brauchst wirklich keine Angst zu haben!" Mit verschränkten Armen sah sie mich misstrauisch an. "Wie heißt du?", fragte sie barsch. Etwas traurig darüber, dass sie mir nicht traute, seufzte ich. "Nira", sagte ich schließlich. "Das glaube ich dir nicht!", rief sie erstaunt. "Wieso?", fragte ich sie und sah sie verwundert an. "Ganz einfach", sagte sie beleidigt , "Weil ich so heiße!" "Moment mal, du meinst also, wir heißen beide Nira?", überlegte ich laut und blickte sie nachdenklich an. Noch immer voller Misstrauen sagte sie, ohne mich aus den Augen zu lassen: "Es sei denn, du lügst..." "Wer weiß, DU könntest ja auch lügen!", erwiderte ich, "Und überhaupt: Woher soll ich wissen, ob du wirklich alleine bist? Vielleicht willst du mich ja umbringen!" Sie sah mich mit einem seltsam schiefen Blick an. "Das ist mein Text!", fügte sie zu ihrem bösen Blick hinzu. "Wie bitte?", fragte ich und runzelte die Stirn. "Schatten sind rücksichtslos", begann sie zu erklären, "haben keine Gefühle keine Persönlichkeit - keine Seele. Ganz einfach." "Woher willst du das wissen?", zischte ich wütend. "Unser Dorf glaubt das..." "Und was glaubst du?", unterbrach ich sie, "Allen Schatten wird nämlich die ganze Geschichte fast genauso eingebläut. Bei uns gehört es zum Allgemeinwissen, dass die Menschen versucht haben, uns alle umzubringen!" "Was? Wie?" Sie sah mich verwundert an, "Seit wann das denn?" Etwas weniger missmutig und neugierig geworden sah sie zu mir. "Ihr Menschen habt uns doch erst erschaffen!", erklärte ich ihr, "Und nachdem ihr unsere Fähigkeiten erkanntet, habt ihr versucht, uns zu töten! Doch einige von uns entkamen.... Und weil ihr uns noch immer jagt, seid ihr seelenlose Monster... Heißt es jedenfalls." Eine Weile schwiegen wir uns an. "Weißt du, was ich vermute?", fragte sie schließlich, "Ich glaube wir wurden beide hinters Licht geführt... "

Kapitel 3

Eine Zeit lang schwiegen wir, bis Nira das Wort ergriff: „Dann ist das alles also ein riesiges Missverständnis?“ Ich nickte. „Und dir hat niemals jemand etwas davon erzählt, dass die Menschen uns beinahe alle getötet hätten?“, fragte sie und erneut nickte ich. Wir schwiegen und dachten nach, als jemand meinen Namen rief. Ich drehte meinen Kopf zu der Geräuschquelle, welche immer näher rückte. Die Dorfbewohner hatten sich bewaffnet in den Wald gewagt, um mich zu suchen, das erkannte ich an den verzweifelten Rufen und Gebeten meiner Mutter. Als sie mich von einem Schleichweg aus erblickte, rannte sie überglücklich auf mich zu und umarmte mich. Obwohl ich eher das Wort „festhalten“ dafür verwenden würde. „Mutter!“, sagte ich durch ihre Begrüßung außer Atem, „Ich kriege keine Luft, wenn du weiter so fest zudrückst!“ Schnell ließ sie mich los. „Komm jetzt mit!“, sagte sie und stand auf. Verwundert sah ich zu der Stelle, an der ich Nira zuletzt erblickt hatte und stellte fest, dass sie und ihre Scharuk verschwunden waren. Nachdem mich meine Mutter noch einmal umarmte und ich genervt mit meinen Augen rollte, bemerkte ich, dass Nira und Sadu auf einem der Bäume saßen und mir zuwinkten. Seit wann kletterten Schatten auf Bäume? Sie gingen in die Hocke, um weiter zu springen. „Warte!“, rief ich schnell und noch immer von meiner Mutter gefangen, „Mitternacht bei Vollmond!“ Nira und Sadu hatten es verstanden und nickten mir zu, dann sprangen sie weg. „Nira!“, rief meine Mutter fassungslos und starrte zu dem Baum, auf den ich sah, „Führst du etwa Selbstgespräche?“ „Nein ich...“, versuchte ich mich zu verteidigen doch für meine Mutter schien der Fall klar wie Kloßbrühe: Ich war verrückt. Warum sonst sollte ich wohl in den Wald gehen und mit Schatten kämpfen? „Du kommst sofort mit!“, sagte sie streng und zog mich zu den anderen Dorfbewohnern, die alles beobachtet hatten. Sie hatten nicht auf den Baum geblickt und hielten mich auch für verrückt. Einige schüttelten ihre Köpfe. Was auch immer darin saß, war extrem begriffsstutzig. Vielleicht war es das ja wegen dem dauernden schütteln, wer weiß? Als ich in das Gesicht meiner Mutter sah, konnte ich erkennen, dass sie wütend war. Und damit meine ich RICHTIG wütend – Ehrlich gesagt bangte ich jetzt schon um mein Leben. Widerwillig folgte ich ihr. Hinter mir hörte ich einige der Dorfbewohner wieder mal lästern. Aber ich verstand sowieso nur „Hat einen Knall“, „Hat eine weiche Birne“ und „sollte mal von einem Schatten gefressen werden“. Das hatte Nira scheinbar auch gehört, da Sadu sogleich fauchend hinter ihnen auftauchte. Entsetzt sahen alle (alle außer mir) auf die Scharuk und rannten los. Ich schaffte es allerdings, mich aus dem eisernen Griff meiner Mutter zu befreien und blieb stehen, während sie an mir vorbei rannten. Ich konnte mir das Lachen kaum verkneifen, als ich das Entsetzen in ihren Augen erblickte. Das hatten sie nun von ihrer Blindheit! Gemütlich trottete Sadu an mir vorbei und fauchte zum Spaß noch einmal, bevor sie zu mir kam. Als sie dies tat, waren die Dorfbewohner schon längst außer Sichtweite. Jetzt lachte ich los und streichelte Sadu über ihren Kopf. Kichernd kam auch Nira aus den Bäumen gesprungen. „Die sind doch alle selbst verrückt!“, lachte sie und ich nickte. „Na dann“, sagte Nira, nachdem wir lange gelacht hatten, „Also bis übermorgen Nacht – bei Vollmond!“ Ich nickte und kraulte Sadu noch einmal, bevor wir uns auf den Weg machten. Nira wanderte zu ihrer Stadt und ich lief zurück nach Hause.

 

Als ich dort ankam wartete meine Mutter vor ihrem Zelt und stürmte auf mich zu, als sie mich erblickte. Sie war so froh, dass ich lebte, dass sie ganz vergaß, mir ihre Predigt zu halten. Als der Tag sich dem Ende neigte und ich mich in meine Decke kuschelte sagte meine Mutter schließlich kleinlaut: „Bitte begib dich nicht immer in solche Gefahren, die Scharuk hätte dich töten können!“ Eine Zeit lang schwiegen wir, dann sagte ich zu ihr: „Warum lebe ich noch, wenn Schatten solche Monster sind? Warum bin ich nicht verletzt, wenn Schatten doch keine Seele haben?“ Ich spürte ihre entsetzten Blick auf meinem Rücken. „Das war nur Glück!“, sagte sie schließlich, als sie sich wieder gefasst hatte, „Tu das nie wieder!“ „Nö“, grummelte ich und zog meine Decke über meinen Kopf. Ich hatte noch nie das Gefühl gehabt, dass meine Mutter mich verstand und so hatte ich nichts anderes erwartet. Schließlich fasste ich mir jedoch ein Herz und setzte mich auf. „Warum töten sie Menschen, was glaubst du?“, fragte ich sie und auch meine Mutter setzt sich auf. „Sie sind böse“, meinte diese, „Und haben keine Seele!“ „Und was...“, überlegte ich, „... was wäre, wenn man ihnen etwas schlimmes getan hat und sie sich nur rächen wollen?“ Ungläubig sah sie mich an. „Wie bitte?“, sagte sie als sei sie Gott und ihr Wille sei Gesetz, „So etwas will ich nie wieder hören!“ Wütend legte ich mich wieder hin, drehte ihr den Rücken zu und zog meine Decke über den Kopf. „In zwei Tagen ist Vollmond und dann werde ich mich mit Nira treffen“, dachte ich müde, „Vielleicht weiß sie ja, wie ich die Leute hier davon überzeugen kann, dass Schatten gar nicht böse sind...“ Mit diesem Gedanken schlief ich dann ein....

Kapitel 4

Die kühle Nachtluft strich über meine Wange und ich sah in den Himmel empor und erblickte den Vollmond. Es war bereits nach Mitternacht denn er verschwand schon hinter den Hügeln am Horizont. „Verdammt!“, fluchte ich und sah zu Sadu, „Ich komme zu spät!“ Sie nickte mir zu und ich sprang auf ihren Rücken. Doch bevor sich meine Scharuk in Bewegung setzen konnte, trat jemand aus dem Gebüsch vor uns und lächelte überlegen. „Wo geht die Reise denn hin?“, fragte er und strich sich mit seinen schwarzen Fingern durch seine weißen Haare, als würde das eine Schönheitsoperation ersetzen. Genervt sah ich zu Jarek, einem Angeber, welcher sich nun vorsichtig über seine Flügel strich. Sie waren schwarz. „Seit wann hast du...“, fragte ich und er grinste: „Jetzt wirst du es nicht mehr wagen, mich zu beleidigen!“ Gleichgültig zuckte ich mit meinen Schultern. „Und ob ich das tun werde“ Sadu rannte auf ihn zu, sprang jedoch kurz vorher ab und rannte nach einer eleganten Landung weiter durch den Wald. Meine Scharuk rannte schneller als jeder Schatten fliegen konnte und so hatten wir Jarek schnell abgehängt. Ich hoffte, dass Nira noch auf mich warten würde. Und tatsächlich, als Sadu stehen blieb drehte sie sich zu mir um und lächelte. „Tut mir leid, ich bin spät dran“, sagte ich und sprang von meiner Scharuk. „Schon gut“, sagte sie und lächelte freundlich, „Ich will dir etwas zeigen, komm mal mit!“ Ich nickte und Sadu und ich folgten ihr. Wir gingen leise durch den Wald und kurz vor ihrem Dorf blieb Nira stehen. „Was soll ich hier?“, fragte ich und blieb stehen. „Ich will die Dorfbewohner davon überzeugen, dass die Schatten nicht böse sind und rate mal, wer als Beweis dafür mitkommt?“ Ungläubig sah ich sie an und schüttelte meinen Kopf: „Die werden mich umbringen!“ „Können sie nicht“, sagte Nira mit einem geheimnisvollen Lächeln und zeigte auf ein schwarzes Zelt, „Da drin lagern normalerweise die Waffen, deshalb steht es auch in der Mitte des Dorfes. Aber wenn sie dort hin laufen, werden sie nichts finden, weil ich alle Waffen versteckt habe!“ „Ich halte es trotzdem für keine gute Idee“, entgegnete ich, „Was ist, wenn andere Schatten hierherkommen? Dann können sie sich nicht wehren! Und so friedlich gestimmt wie ich es bin sind die bestimmt nicht!“ Nira grinste breit. „Keine Sorge“, sagte sie, „Die Waffen sind zwar gut versteckt aber nicht weit weg. Also komm jetzt!“ Dann nahm sie mich am Arm und zog führte mich in ihr Dorf. Sadu wartete im Gebüsch und hielt nach anderen Schatten Ausschau. „Und du bist dir sicher, dass sie dich nicht bestrafen werden?“, fragte ich schließlich zaghaft. Nira blieb stehen und drehte sich zu mir um. „Mein Vater war der Anführer dieses Dorfes“, erklärte ich, „Auch wenn er von Schatten getötet wurde sind alle nett zu mir. Klar, sie glauben, dass ich übergeschnappt bin, weil ich schonmal Andeutungen gemacht habe, dass ich etwas anderes glaube als sie, aber....“ Ich schüttelte den Kopf. „Das kann nicht gut gehen!“, versicherte ich ihr, doch Nira ging einfach weiter. Erst als wir vor einem großen Zelt ankamen blieb sie stehen. „Hier findet gerade eine Ratssitzung statt“, flüsterte sie und zeigte auf den Eingang. „Du bleibst hier, während ich sie schonend darauf vorbereite, in Ordnung?“ „Wie schonend?“, erkundigte ich mich leicht misstrauisch. Nira überlegte einen Augenblick, dann grinste sie und sagte: „Weiß ich noch nicht“

Kapitel 5

Vorsichtig schob ich mich durch den Zelteingang und trat in das Zelt ein. Erstaunt und stirnrunzelnd sah man mich an. „Was willst du? Weshalb unterbrichst du uns?“, erkundigte sich ein alter Greis mit grauem Haar und langem Bart. „Drei Dinge“, erklärte ich und sah in die Runde. „Erstens: Ich will euch die Augen öffnen. Es scheint nämlich ein ziemlich großes Missverständnis gegeben zu haben. Zweitens: Damit ihr nichts unüberlegtes tut habe ich vorerst alle Waffen versteckt. Und drittens: Ich habe eine Freundin von mir mitgebracht, die ihr unbedingt kennenlernen solltet!“ Ich tippte gegen den Eingang. „Kannst reinkommen!“, rief ich laut und nach kurzem Zögern trat Nira ein. Der Rat, der aus den fünf besten Strategen bestand, sah uns entgeistert an. „Nira!“, schrie mich der Älteste an, „Du stürzt uns alle ins Unglück! Unser Untergang ist besiegelt! Wir werden sterben und das nur wegen dir! Wir-“ „Entschuldigung“, unterbrach Nira ihn, „Darf ich auch mal was sagen? Es war ziemlich hinterhältig von euch Menschen, wie ihr versucht habt uns zu töten! Nur wegen euch bin ich ein Einzelkind geworden!“ Verblüfft sah der Rat zu Nira. Die stemmte die Hände in die Hüften und baute sich vor dem Rat auf. „Ja, es stimmt dass viele Schatten Menschen getötet haben aber ihr habt angefangen!“ Der Ältest schlug mit der Faust auf den Boden. „Schweig!“, rief er und wandte sich an mich. „Du wurdest mit Lügen vergiftet!“ Nira schüttelte den Kopf und ging auf den Ältesten zu. „Nein nein, so einfach ist das nicht!“, protestierte sie, „Ihr Menschen habt uns doch überhaupt erst erschaffen! Wir sind nichts anderes als künstliche Menschen!“ Der Alte starrte sie ungläubig an, als sie vor ihm stehen blieb. „Weiche, Dämon!“, rief und verzweifelt und doch Nira packte ihn am Handgelenk und zog ihn hoch. „Ich bin kein Dämon“, erklärte sie gefasst, „Und kein Monster. Deshalb werde ich keinen hier töten!“Sie schnappte nach Luft bevor sie fortfuhr: „Außerdem seid ihr gar nicht mal so anders als die meisten Schatten. Die sind nämlich genauso versessen auf eure Ausrottung wie ihr auf die unsere!“ Nira ließ ihn los und drehte sich um. Sie stellte sich neben mich und legte mit den Arm um die Schulter. „Wehe ihr tut meiner Freundin was an, dann hat euer letztes Stündlein geschlagen!“ Ich nickte. Eine Weile schwiegen wir alle. Dann trat Nira auf den Zelteingang zu. „Bis bald“, sagte sie nur und ging nach draußen. Ich folgte ihr und ließ den sprachlosen Rat hinter mir. Draußen blieb ich kurz stehen und sog die kühle Abendluft ein. Der rote Schimmer der untergehenden Sonne zierte die Bäume des Waldes. „Willst du noch mitkommen?“, fragte Nira. Sie stand neben mir und hinter uns war Sadu. Leicht erschrocken fuhr ich herum, doch schon fühlte ich die raue Katzenzunge auf meiner Wange. „He-ey!“, protestierte ich lachend, doch es war zwecklos. Die Scharuk schmiegte ihren weichen Kopf an meinen Hals und ich streichelte sie. „Sie mag dich“, stellte Nira lächelnd fest. Ich nickte. „Scheint so“

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susitapsi Re: Gute Fleißarbeit -
Zitat: (Original von pyrmonter am 20.11.2010 - 14:37 Uhr) Auch eine interessante Geschichte,
Doch mir wäre ein gleicher Schreibstil lieber gewesen.

meint
p.


Danke für den Kommentar!

Das Problem ist, dass ich den Text eben erst rausgekramt und weitergeschrieben habe... ^^

Bei Gelegenheit überarbeite ich es nochmal.
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pyrmonter Gute Fleißarbeit - Auch eine interessante Geschichte,
Doch mir wäre ein gleicher Schreibstil lieber gewesen.

meint
p.
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