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FEEDBACK GEWÜNSCHT

Thema gestartet
von Redwi
am 26.06.2014 - 08:42 Uhr
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Redwi  Hallo,

Ich bin neu hier und würde gerne mein geschriebenes beurteilen lassen. Ich hätte gerne ein Feedback, das die unverblümte Wahrheit sagt. Positiv wie auch negativ.
In meinen Gedanken habe ich viele Szenen, Situationen, Gegebenheiten die ich gerne in einem Fantasybuch unterkriegen möchte. Ich bin ein verträumter Mensch und weiß, das paar GEdanken und ideen noch lange keinen guten Roman ausmachen. Ich bin neu was das "schreiben" anbelangt. Ich lese seit geraumer Zeit relativ viel. Wenn ich lese, erscheint alles so klar und denke mir:" hey, das ließt sich gut. Ich hätte das auch so geschrieben". Aber wenn ich dann selbst davor sitze und schreibe, hab ich ein blackout und und krieg irgendwie keinen gescheiten Satz hin in meinen Augen. Ich weis nicht ob sich weitermachen lohnt ect. Man hat natürlich Ansprüche. Verlag, usw. Auch wenn es gegenwärtig lächerlich klingt.
Ist das normal? bin ich untalentiert? lohnt es sich weiterzumachen? Der folgende Text ist ein kleiner Auszug von dem was ich geschrieben habe. Hätte gerne Meinungen zum Satzbau, ect. Eben alles irgendwie :)

Danke im vorraus

Strömender Regen fällt auf das Blätterdach des Waldes der an das Tenthargebirge angrenzt. Blätter und Büsche, buckelnd vor den Wassermassen, glänzten vor Nässe und um ihnen herum bildeten sich kleine Pfützen. Nur fern am Horizont war die Wolkendecke aufgerissen, so das man sah, das die Sonne den Firmament in ein helles Rot tränkte. An einer trockenen Stelle saß Nevron Ordalis vor einem Baum mit einem Grashalm im Mund. Seine braunen Haare, die einen Kontrast zu seiner doch blassen Haut bildete wedelten etwas im Wind der zwischen die Bäume peitschte. Er misst etwa 6 Fuß und ist 20 Winter alt und eine hagere Statur, die aber nicht das Resultat mangelnder Ernährung war, sondern der schiere Wissensdurst der ihn stetig vorantrieb, der ihm oftmals das Essen vergessen ließ.
Gelangweilt beobachtete er den Regen, wie dieser die Natur mit seinem Nektar des Lebens goss. Er schnaufte kurz auf, winkelte die Beine etwas an und erhob sich. Es war frisch geworden. Er kaute auf den Halm herum der schon ganz rissig war ? darauf wartend das der Regen endlich nachließe, denn er hatte noch einige Kräuter für seinen Großvater zu sammeln. Diese waren nötig um Zauber zu wirken und Tränke zu brauen, für seine Studien und brandschatzende Banditen sich in der Nähe verschanzt hatten.
Der Umstand das er abgelegen mit seinen Großvater in einer Hütte wohnte und sich den magischen Künsten hingaben, zog gelegentlich größeres Unbehagen der anderen Menschen nach sich.
Kurze Zeit später wurde das rauschen des Regens leiser und der strömende Regen lichtete sich immer weiter bis es ganz aufhörte. Beiläufig spuckte den Grashalm aus, der langsam zu Boden fiel. Prüfend blickte er nochmal umsich, widmete sich dann aber weiter seiner Aufgabe. Voller Tatendrang lief er in den Wald und verschwand im Dickicht des Waldes. Leichtfüßig durchquerte er das Unterholz und den dicht bewachsenen Wald, der bei jedem seiner Schritte ein glitschiges Geräusch hinterließ. Gelegentlich wurde er von einigen Regentropfen getroffen, die sich auf den Baumkronen befanden und langsam von den Blättern abtropften. Man musste aufpassen das man nicht ausrutschte auf dem nassen Moos das sich überall in dem malerischen Wald abzeichnete. Wenn er fündig geworden ist entriss er fachmännisch das Gewächs dem Erdreich. Hat es seinen Ansprüchen genügt verstaute er das Gewächs sorgfältig in seinem Kräuterbeutel. Derart vertieft in seine Arbeit zuckte er auf einmal zusammen als ein Schrei den Wald durch hallte. Nevron blickte schockiert auf und hielt wie versteinert inne. Das Herz pochte ihm bis zum Hals herauf. Abermals durchzuckte ein Schrei die Ruhe des Waldes der sich anhörte wie die Stimme einer Frau. Für eine Weile hielt er die Luft an. Waren es Banditen? Orks? Schritt für Schritt ging er vorsichtig der Stimme folgend durch den Wald und immer dabei bedacht keine Geräusche von sich zu geben. Nach kurzer Zeit das für ihn wie eine Ewigkeit vorkam fing er an Stimmen wahrzunehmen und duckte sich dabei instinktiv um Deckung zu suchen. Mehr krauchend als gehend, getrieben von Neugier, versuchte er sich immer mehr der Quelle zu nähern an der diese Schreie entsprangen. Nach einigen Metern erblickte er zwischen den Baumstämmen eine Gruppe von Männern, die wohl eine in die Jahre gekommenen Frau bedrohten. Es schienen die Banditen zu sein die in der Gegend häufig ihr Unwesen trieben. Der eine Mann hielt drohend eine Klinge an ihre Kehle, während der andere ihre Taschen durchwühlte. Die anderen beiden schienen Schmiere zu stehen. Nevron schossen tausend Sachen durch den Kopf. Was sollte er tun? Auf der einen Seite waren sie in der Überzahl, aber auf der anderen Seite konnte er sie nicht ihrem Schicksal überlassen. Auf dem Bauch liegend, im Schutze des Gestrüpp beobachtete er das Geschehen. Aufgeregt trippelte er mit den Fingern auf dem Boden. Seine Einfälle die er hatte bargen alle ein enormes Risiko. Für ihn und für die Frau. Dennoch, es musste was passieren. Er richtete sich langsam so auf das sie ihn nicht sehen konnte. Dann nahm er allen Mut zusammen. ?DA VORNE SIND SIE!? ?WIR HABEN SIE AUF FRISCHER TAT ERTAPPT? - ?JAGD SIE UND BRINGT SIE ZUR STRECKE?, schrie er mit den Händen vor dem Mund haltend in den Wald hinein. Zeitgleich zerbröselte er einige Kräuter mit der linken und wild gestikulierend mit der rechten um somit seinen Schrei magisch zu verstärken .................
Vor langer Zeit - Antworten
Zebra  Deine Sorgen sind vollkommen unbegründet, du schreibst wesentlich besser als ich es gewohnt bin hier zu lesen!

Meinungen magst du haben?
Der Satzbau ist manchmal etwas holprig, umgestellt ist es flüssiger:"Wenn er fündig geworden ist entriss er fachmännisch das Gewächs dem Erdreich. Hat es seinen Ansprüchen genügt verstaute er das Gewächs sorgfältig in seinem Kräuterbeutel."
Auf die Logik solltest du auch noch etwas achten. Wenn es gerade geregnet hat, lässt sich kein Kraut leicht zerbröseln. Außerdem ist es (soweit ich mich erinnern kann) nie ratsam nach dem Regen etwas sammeln zu gehen, da die Teile der Inhaltsstoffe aus der Pflanze gewaschen wurden.
Deine Satzzeichen solltest du nochmal durchsehen, Anführungszeichen etc.
Einmal hast du dich auch wiederholt -> 2x Regen im Satz.

Deine Beschreibungen sind der Wahnsinn, ich hatte sofort ein Bild vor Augen das sich wunderbar in die Geschichte eingefügt hat! Ich würde den Fortgang der Geschichte gerne weiter verfolgen :)
Vor langer Zeit - Antworten
anderfeldt  Hallo Redwi,

ich bin auch neu hier. Ich bin Werbetexter und habe auch schon ein paar andere Sachen geschrieben und veröffentlicht.

Dein Text ist nicht schlecht, aber du musst noch viel daran arbeiten. Es sind einige grammatikalische Fehler drin.

Ich habe den ersten Absatz mal kopiert und meine Anmerkungen dazu in Klammern gesetzt.

Strömender Regen fällt (FIEL, im Rest des Textes schreibst du in der Vergangenheit) auf das Blätterdach des Waldes der an das Tenthargebirge angrenzt. Blätter und Büsche, buckelnd vor den Wassermassen, glänzten vor Nässe und um ihnen (um SIE herum) herum bildeten sich kleine Pfützen. Nur fern am Horizont war die Wolkendecke aufgerissen, so das (DASS) man sah, das (DASS) die Sonne den Firmament (DAS Firmament - aber warum nicht ersetzen durch: "den Himmel"?) in ein helles Rot tränkte. An einer trockenen Stelle saß Nevron Ordalis vor einem Baum mit einem Grashalm im Mund. Seine braunen Haare, die einen Kontrast zu seiner doch blassen ("doch" weg, ist sie blass oder nicht?) Haut bildete ("," fehlt hier) wedelten (nein, Haare "wedeln" nicht) etwas im Wind ("," rein) der zwischen die Bäume peitschte. Er misst ("maß", warm plötzlich wieder Gegenwart?) etwa 6 Fuß und ist ("war") 20 Winter alt und ("hatte" rein) eine hagere Statur, die aber nicht das Resultat mangelnder Ernährung war, sondern der schiere Wissensdurst (besser: "Folge seines Wissensdurstes, der …") der ihn stetig vorantrieb, der ihm (IHN) oftmals das Essen vergessen ließ.

Du siehst, da sind noch einige Schnitzer drin, die du ausbügeln solltest. Lass dich aber nicht entmutigen. Schreiben lernt man am besten durch Schreiben, denke ich. Die ersten Geschichten schreibt man dann meist für die Schublade.

Du schreibst recht blumig, das ist natürlich Geschmacksache. Ich empfehle meistens eine eher normale Sprache. Also "Himmel" statt Firmament und "Regen" als "Regen" und nicht als "Nektar der Lebens" (zumal der Protagonist den Regen gerade eher als lästig empfindet – wenn es nach wochenlanger Trockenheit endlich regnet, sieht es vielleicht anders aus).

Für den Anfang empfehle ich oft, Kurzgeschichten zu schreiben. Es muss nicht immer gleich ein Fantasy-Epos mit 800 Seiten sein.

Schreib weiter. Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Martin
Vor langer Zeit - Antworten
Redwi  Das Problem das ich habe ist, wenn ich ein Buch lese, sehe ich ja wie der Autor es schreibt und denke mir: So hört es sich gut an, wie hätte man es sonst schreiben sollen. Als wäre es das normalste auf der Welt. Aber wenn ich dann vorm Laptop sitze und schreiben möchte, hab ich einen Blackout was z.b den Satzbau anbelang. Ich hab alles immer in Gedanken.. soviel.. kanns aber irgendwie nicht so formulieren oder zusammenhängend schreiben.. zumindest das es sich stimmig anhört.
Zugegeben ich habe erst seit 2 Jahren so richtig mein Interesse fürs lesen gefunden. Mag sein dass das ganze auch daher rührt.
Das was mich stört ist das ich soviele Ideen ect habe, und kann sie nicht so wirklich zu Papier bringen. Zumindest nicht so wie ich will.
Und was meinst du mit blumig? :)

Gruß

Vor langer Zeit - Antworten
anderfeldt  Hallo Redwi,

es ist ganz normal, dass man am Anfang ewig braucht, um die richtige Formulierung zu finden. Wenn du mehr schreibst, wird das mit der Zeit immer schneller und einfacher gehen.
Vielen hilft es auch, wenn sie sich das Geschriebene laut vorlesen, so bemerkt man meist selbst, wo es noch komisch klingt.

Mit "blumig" meine ich sprachliche Ausschmückungen und ungewöhnliche Ausdrücke wie "Firmament" statt "Himmel" und "Nektar der Lebens" statt "Regen". Das ist überhaupt nicht schlecht, man sollte so etwas aber sparsam verwenden. Meiner Meinung nach. Außer, man möchte eine bestimmte Wirkung erzielen. Wenn du etwa eine Geschichte aus dem Mittelalter schreibst, dann darfst du die Frau des Fürsten ruhig immer als seine Gemahlin bezeichnen (und die des Bauern als sein Weib - so ungerecht ist die Welt :-).

Also einfach weiter schreiben und du wirst sehen, dass es dir mit der Zeit immer leichter fällt. Es gibt natürlich auch viele Bücher über das Schreiben, so was zu lesen, schadet sicher auch nicht.

Schöne Grüße,
Martin
Vor langer Zeit - Antworten
Buhuuuh  Einfallslosigkeit oder `ne Schreibblockade, wie`s viele nennen, ist ganz normal. Würde nicht gleich sagen das es an Mangel an Talent liegt und damit zwecklos um weiterzumachen. Manchmal ist man nicht in Stimmung zum schreiben und dann sollt man es meiner Meinung nach auch für den Moment lassen. ;-)

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Zum Text; ein wenig musst du schon noch an deinen Sätzen feilen! Hier zu Anfangs z.B. gleich.

... Blätter und Büsche, buckelnd vor den Wassermassen, glänzten vor Nässe und um ihnen herum bildeten sich kleine Pfützen.

sollte z.B. besser heißen: ,,Blätter und Büsche, buckelnd VON den Wassermassen, glänzten vor Nässe und um SIE herum bildeten sich kleine Pfützen.

So ist es richtig formuliert; der Satzbau passt soweit. ;-)

Bin kein Lektor aber das sticht/stach für mich heraus. ;-)

Simon
Vor langer Zeit - Antworten
Buhuuuh 
Zitat von Redwi:
Das Problem das ich habe ist, wenn ich ein Buch lese, sehe ich ja wie der Autor es schreibt und denke mir: So hört es sich gut an, wie hätte man es sonst schreiben sollen. Als wäre es das normalste auf der Welt. Aber wenn ich dann vorm Laptop sitze und schreiben möchte, hab ich einen Blackout was z.b den Satzbau anbelang. Ich hab alles immer in Gedanken.. soviel.. kanns aber irgendwie nicht so formulieren oder zusammenhängend schreiben.. zumindest das es sich stimmig anhört.
Zugegeben ich habe erst seit 2 Jahren so richtig mein Interesse fürs lesen gefunden. Mag sein dass das ganze auch daher rührt.
Das was mich stört ist das ich soviele Ideen ect habe, und kann sie nicht so wirklich zu Papier bringen. Zumindest nicht so wie ich will.
Und was meinst du mit blumig? :)

Gruß



Hab Geduld mit dir selbst! :-)
Vor langer Zeit - Antworten
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