Lord Kurt
Sanfter Blick und graue Haare,
achtzig Jahre Lebenszeit,
übst als weiser Jubilare
fürstliche Gelassenheit.
Als im Jahre dreiunddreißig
ward geschehen die Geburt,
lächelte ein Knabe fleißig
mit dem schönen Namen Kurt.
Blitz und Donner aus Kanonen,
ein Konfliktherd war entbrannt,
vor den bösen Kriegsdämonen
flohst du auf das sichre Land.
Lernen, lernen und studieren
bis zum Prüfungsprädikat,
alle Pole ausprobieren
als ein kluger Diplomat.
Hochzeit machen, Söhne zeugen,
Kinder, wie die Zeit vergeht,
sich vor keiner Mode beugen,
blieb der Kurt stets ein Ästhet.
Auf den Höhepunkt des Lebens
steuert man mit vierzig zu,
keine Tat war je vergebens,
unser Kurt war ein Filou.
Unvermittelt kam die Wende,
Deutschland einig Vaterland,
die Geschichte füllt Bände,
alles andre ist bekannt.
Manchmal endet früh ein Leben,
plötzlich warst du ganz allein,
kalt erschien dein Schicksal eben,
einsam mochtest du nicht sein.
Eine Reise nach Italien
schenkte dir ein neues Glück,
das, bezahlt mit Naturalien,
brachte Liebe dir zurück.
Acht ist das Unendlichzeichen,
Endzeit ist noch lang nicht nah,
wir wolln dir die Hände reichen,
rufen laut: hipp, hipp, hurra.
(c) Rajymbek 2013