Gedichte
Tagesgedanken

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"Tagesgedanken"
Veröffentlicht am 23. August 2013, 52 Seiten
Kategorie Gedichte
© Umschlag Bildmaterial: nina_susik - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Man kann hier den ganzen Tag, die ganze Nacht, lesen, lesen, lesen....- aber dann kommt man selber nicht mehr zum schreiben. Ich danke euch Allen für die tollen Stories, für die Inspirationen, für Eure Kreativität und Leidenschaften, die so mannigfach aufzugreifen sind....sitze da und lese....und muss mich losreißen....
Tagesgedanken

Tagesgedanken

Einleitung

Was einem so im Laufe des Tages durch den Sinn geht....  










Pfauenfeder, 2013

Weihnachtsman

Hast Du gehört der Engel Horn? Sie blasen und rufen ganz nah, da vorn. Ihr Klingen und Singen von uns nicht gehört - nur ein Kind am Eck

blickt etwas verstört. Mit "HO-HO"

hat der Weihnachtsmann uns alle verstrickt Sein Lächeln im Winde hat uns ganz

verzückt: Wir rennen und kaufen von Laden zu Laden Betrunken

von Glühwein Geschenke wir haben In Massen und Mehr - Glückselig soll sein Einjeder, der wer, uns Freund und uns fein Ein bisschen auch Zweifel und Wut in uns braust, weil alles auf Konsum und Vorteil

haust! So lasst uns Weihnachten, Weihnachten sein Vielleicht hören wir doch - irgendwo - ein Engelein....

der Weg ist das ZIel

 

Verschließe die Augen dem Licht, das blendet

Siehst du das Dunkel, wie es Licht beendet?

Es legt sich hernieder, dämpft Strahlen ganz ab!

Ein Funke auf Stroh – das Dunkel herab

Herab in die Tiefe, aus der es entronnen

Das Licht hat strahlendes Weiß bekommen

Die Augen – geschlossen – sind blind, oder nicht?

Durch leuchtendes Weiß im glänzenden Licht?

Oder ist es das Dunkel, das Fragen verheimlicht?


Die ehrliche Antwort gibt Weisheit und Einsicht ….

Dreamland

 

Der Morgen ist erwacht

Hat den Traum von letzte Nacht

Mir mitgebracht?

 

Was werde ich heute erleben?

Unerfülltes neu erstreben?

Vergessenes wiedergebracht?

Erheiterndes von Neuem gelacht?

 

Zuerst geht´s zu Pflichten

Kollegen begrüßen

Die Zeit versüßen

Regale herrichten


Dann geht´s zum Kaufen Im Laden rumlaufen Mit Preisen raufen In Gedanken ersaufen Nach Hause geflogen Schuhe ausgezogen Kaffee genossen Post erschossen Von Leuten ohne Geduld Und angeblich ohne Schuld Fühlt man sich ausgesaugt Ausgelaugt


Der vergessene Traum von letzte Nacht Wird noch einmal

geträumt Mit viel Geduld wird ausgeräumt Und ohne Zwang ist er gemacht

Tausendmal berührt....

 

Ein heller Tag, viel wärmer als gestern noch

Mein Blick zum Himmel verklärt sich – doch

Hat der Nachbar Besuch und wir, nicht allein,

Werden vom Trubel gelenkt, und alles Sein

Verschiebt sich nach hier und nach dort ein Stück

Es ist Sonntag – gelöst – geht es zurück

Dahin, wo Sonntag ein Sonnentag ist -

Der Blick zum Himmel die Wolken abmisst


Ein Zwischenstrahl, vom hellen Gestirn erhascht So sehnlichst erwartet und doch überrascht Streck ich die Glieder lang und noch länger - Mein Blick zu den Wolken wird bang und noch bänger Des Nachbars Besuch rennt auf und rennt ab Er guckt, ich gucke, als wenn da nichts gab Was wichtiger wäre, als jeder für sich Ich senke den Blick, und bin nur für mich …


Nun sitze ich hier, und ich frage mich Ist das ein Sonntag: mit Wolkengesicht? Zerknirscht, zerkrümelt nehm´ ich gewahr Dass ich wohl reichlich unsicher war…. Damals, zur Urzeit, war Sonntag noch frei Kein Nachbar, kein Wetter, kein Einerlei Nur Ruhe und Stille - Zufriedenheit? Die liegt wohl an mir – Vermaledeite Zeit!

Locker vom Hocker

 

Praktisch ist es, wenn der Wirt

das Essen serviert

Möglichst selbst und stets freundlich,

zuvorkommend, reserviert

 

Elegant ist es, wenn der Gast

das Essen mokiert

Möglichst höflich und stets kritisch

prüft und detailliert

mit spitzer Gabel die Erbse erhascht

Gewahr dann wird und überrascht

im Schnitzel bemerkt, welches vom Schwein,

noch Blut – Und andere Innereien

türmen sich auf, vor unserem Gast,

doch Gewürze und Salz verschieben die Last –

Geduldig, in Ruhe genießt er mit dir

den Roten, den Kurzen, das Gläschen Bier.

Dabei hebt und senkt sich sein Gemüt

Gefrorenes Blut wieder erglüht

Ein Feigenblatt sich dazwischen schiebt

Der Gast ist satt, und was er nun liebt

gehört ihm allein in jener Nacht….

Der Wirt aber wurd´ um die Zeche gebracht

Zwischen HIer und Jetzt

 

Ich hab die Gegenwart gefragt

Was sie so von sich hält

Sie hat geguckt und dann gelacht

Mir Folgendes erzählt:


„Ihr sitzt doch alle in einem Boot

Auf einem Meer so weit

Ihr Narren glaubt, das Sonnenrot

Verkündet Einigkeit?

 

Der Sitzplatz ist für die gegeben

Die gut im Boxen sind

Die Oma steht ihr ganzes Leben

Und seitwärts liegt das Kind

Der Kapitän von euch ist müde

Weil er euch schlachten sieht

Und unter Deck, die Augen trübe,

In Ketten jemand flieht

 

Ja, ihr sitzt alle in einem Boot

Und ich sag dir gewiss:

Ich bin es, die zum Sonnenrot

Das Segel für euch hiss!

 

Ich bin es, die euch lenkt durch Wogen

So hoch, wie riesige Berge

Und haben wir die Täler durchzogen

Seid ihr mutig, ihr winzigen Zwerge

 

Mein Spott ist groß, doch Ironie

Hält mich an euch gebunden.

Die Zeiten ändern sich ja nie

Ich hab sie für euch gewunden.“


Ich protestiere: „ Hör mal, du!

Die Steinzeit bist du nicht!

Das Paradies ist auch schon zu

Gen Sonne ist das Licht

 

Was du da wagst, ist mehr als das,

Du glaubst, du seist uns über?

Zusammengepfercht in Schmerz und Hass

Bekommen wir noch drüber?

 

Oh Gegenwart, wie hart du bist

Du solltest dich verstecken

Statt noch zu schlagen und mit List

An Enden anzuecken

Gen Sonne geht die Fahrt dahin

Die Wolken sind uns Weiser

Und unser Boot hat einen Sinn,

Dann ist das Meer auch leiser

 

Doch ist es wild und tobt herum

Dann ist der Sturm gekommen

Wir halten uns – wer ist so dumm

Und hat den Sinn genommen?" 

Jade

Die Triebe! Die Triebe -

Verhindern die Liebe

Sie brausen und toben

In wüsten Winden

Vergessen, was droben,

Und lassen nicht finden,

Was innerlich gemacht ist

Und irdisch vollbracht

Umschleichen in Arglist

Was die Liebe entfacht

Lorbeer

Immer, wenn ich etwas habe

Hab es lieb und freue mich

Hab´s verwöhnt mit aller Liebe

Hab´s gedrückt, herzinniglich


Immer, wenn ich etwas sehne

Hab´s bekommen, meistens schnell

Hab gesessen in der Lehne

Hab gedacht: es ist schön hell!


Doch eh ich mich versah

War es nicht mehr da

Zauberfeder

 

Feder schreib, was du willst sagen

Feder sag, was du gefühlt

Feder, lass die Herzen fragen

In den Kammern unterkühlt

 

Herzen ruft in eurer Not

Herzen sterbt zum Leben hin

Herz, gestorben ist dein Tod

Geheimnisvoll ist da dein Sinn

 

Und wenn der Sinn das Herz erfaßt...

Wenn die Feder den Tod gehasst....

Dann das Wort den Mantel teilt,

Der Friede in uns allen weilt


Kette oder Blut?

Der Ton ist es, der Musike macht

Ob brüllend-laut, ob samtig-still


Der Ton ist es, der das Lachen lacht

Das er nur selber hören will


Der Ton ist es, der Musike macht

Mir stockt das Herz bei der Posaune

Mit welcher er meinen Namen kracht -

Mensch! Tief aus der Alraune!

Seitenhieb

Sittsam und rein

So habe ich zu sein

Wenn ich es bin,

Versteht niemand den Sinn

Bin ich es nicht,

Krieg ich paar gewischt


Die Triebe - die Triebe!

Und wo bleibt die Liebe?

Ihr Menschen beschämt mich

von Kälte gequält

So sinnlich, was gut ist,

für euch gar nicht zählt

Es ist mein Kopf, ihr Leute,

den ihr euch zerbrecht!

Aber niemand, auch ich nicht,

gab euch dieses Recht!

Kartenhaus

Schau in den Spiegel, du närrisches Kind

Schau, wo die Augen und Ohren sind

Schau, wie glatt die Stirn sich zieht

Und dann schau den Mund

Dein Wort ihm entflieht


Wie blind ist der Spiegel?

Wie trübe die Augen?

Woher kam das Wort?

Wer kann ihm denn glauben?

Anfang der Wehen

Ich will den Sinn bezwingen

Gedanken fliegen hin und her

Mein Geist, mit großen Schwingen,

Bleibt stehen, fliegt nicht mehr


Ich will den Sinn befragen

Wo ich hier bin im Niemandsland

Doch rinnt, mit großen Klagen,

Die Zeit mir durch die Hand


Ich sehe Szenen gehen

Als wäre ich am Rande nur

-geleert, die Fülle erflehen-

Der Welten Hauptfigur

Projektion

Ich war vor Zeiten im Niemandsland

Hab Blumen dort gepflückt

Die Farben, so bunt, durchströmten die Hand

Und ich rief laut entzückt:


"Oh Welt, wir groß und weit du bist!

Du zeigst mir, was ich such´!"

Doch dann merkte ich, es war nur Mist

Die Blumen - verwunschener Fluch


Sie brannte wie Feuer in meiner Hand

Die Farben, sie waren nicht licht

Ich war ja doch im Niemandsland

Den Schmerz, den spürte ich nicht


"Oh Herz, so leer mit kaltem Splitter!

Wo ist die Wärme hin?

So trostlos und stumpf, dass ich erzitter,

Verliere ich den Sinn!"


So ging es mir im Niemandsland

Vor ewigen Zeiten war das

Halte ich nun Blumen in der Hand

Erschrecke ich vor dem Hass


Doch weiß ich heute um diesen Weg

So furchtbar er auch sei -

Erhält er mich auf einen Steg,

Der schmal ist und doch frei

Essig und Salz

Schlagt den Wunden Kerben ein

Dass ihr das Blut könnt sehen

Und legt die Hände tief hinein

Beschworen wird das Seelenpein

Da könnt ihr das Glück erflehen


Das Bild der Gegenwart so klar

Erlischt vor eurem Geist

Den Menschen nehmt ihr nicht gewahr

Den Schmerz der Mutter, die gebar

Die Schreckensmeldung "Fortschritt" heisst


Die Zeit von damals und von heute

Liegt auf tiefem Grund

Der Fortschritt ist für alle Leute

Berechnend und mit fetter Beute

Ihr meint, die Welt ist kerngesund!


So schlagt den Wunden Kerben ein

Dass ihr das Blut könnt sehen

Legt eure Hände tief hinein

Der Fortschritt liegt im Seelenpein

Aber: 

der Grund wird niemals gehen!

Gebenedeit

Maschine, stop und schweige stille!

Stell den Motor ab!

Der Menschen Trieb, der sei dein Wille,

Und ist er auch dein Grab!


Oh nein, ihr Menschenkinder! Nein!

Ich brumme vor mich hin

Ich stoppe und ich schweige nicht

Denn laufen ist mein Sinn

Ihr könnt mich fahren und benützen

Wo und wie ihr wollt

Ich stoppe und ich schweige nicht

Auch dann nicht, wenn ihr schmollt

Ich bin gebaut, zu funktionieren

Aber nur in meiner Natur

Erkenne ich den Zweck des Dienstes

Hey ihr, seid nicht stur!

Seid ihr die Diebe, ich fahre euch

Wo und wie ihr wollt

Ich stoppe und ich schweige nicht

Selbst, wenn der Donner grollt

Ich bin gebaut zu funktionieren

Ich steh in eurem Siegel

Seid ihr die Räuber, ich fahre euch

Ich bin wie euer Spiegel

Der Donner grollt, und ich Maschine

brumme vor mich hin

Es blitzt und kracht in eurem Gebein

In eurem Lebenssinn

Ich stoppe und ich schweige nicht

Wenn ihr schreit tief hinunter

Und ruft nach meiner Schuld ganz laut

Dann werde ich erst munter!

Ich fahre euch ganz tief zur Schuld....!


Ich fahre euch hinauf

Denn ich Maschine brauche Licht

Sonst fahre ich noch auf...

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Hörbuch

Über den Autor

Pfauenfeder
Man kann hier den ganzen Tag, die ganze Nacht, lesen, lesen, lesen....- aber dann kommt man selber nicht mehr zum schreiben.
Ich danke euch Allen für die tollen Stories, für die Inspirationen, für Eure Kreativität und Leidenschaften, die so mannigfach aufzugreifen sind....sitze da und lese....und muss mich losreißen....

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Pfauenfeder Re: - Hallo Theresia,

hab vielen Dank für dieses große Lob. Es freut mich sehr, und es ist schön zu wissen, dass meine Art zu dichten gefällt.

Liebe Grüße auch von mir
Pfauenfeder
Vor langer Zeit - Antworten
Rehkitz Ein tolles Buch hast Du hier gezaubert, jedes Gedicht lesenswert,
Gefällt mir sehr.

Liebe Grüße
Theresia
Vor langer Zeit - Antworten
Pfauenfeder Re: ich - Hallo Karsten,

das ehrt mich und freut mich sehr - vielen Dank ^^

Lieben Gruß!
Pfauenfeder


Vor langer Zeit - Antworten
rumpi ich - denke ich gebe dir für deine gedanken 5 sterne!

lg,karsten
Vor langer Zeit - Antworten
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