Kurzgeschichte
Larani und Jonny (Liebe kennt kein Alter)

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"Larani und Jonny (Liebe kennt kein Alter)"
Veröffentlicht am 11. März 2013, 2 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Larani und Jonny (Liebe kennt kein Alter)

Larani und Jonny (Liebe kennt kein Alter)

 

Larani und Jonny

(Liebe kennt kein Alter)


Larani stand an der Brüstung und sah sich verträumt die Schiffe an, die im Hafen ein und ausfuhren. Sie war ganz in Gedanken versunken und träumte auch mal mit so einem großen Schiff einfach so davon zu fahren, ohne zurückblicken zu müssen. Doch das war leider nur ein schöner Traum. Man konnte nicht so einfach davon laufen.

Larani war ein liebes, nettes Mädchen von nebenan. Sie fühlte sich sehr einsam und hatte keine Freunde. Das lag daran, dass sie viel träumte und niemanden so richtig an sich heran ließ. Sie bildete sich ein, sie wäre gerne alleine.  So konnte sie nie mehr enttäuscht werden. Larani war sehr hübsch, was sie selbst nicht sah. Ihre wunderschönen grünen Augen leuchteten in der Sonne.  Ihre dunklen langen Haare schimmerten im Licht rötlich.  Dazu hatte sie eine schöne braune Gesichtsfarbe.


Larani bemerkte überhaupt nicht wie sich jemand neben sie gesellte, bis er sie ansprach. “Liebst du es auch so  am Wasser zu stehen und die Schiffe zu beobachten?” Larani sah überrascht neben sich, sagte dann schüchtern. “Mir gefällt es auch sehr.” Der Mann neben ihr meinte. “Noch viel lieber bin ich aber direkt am Meer. Ich mag es wenn ich das Meer rauschen höre, es ist so entspannend und unheimlich beruhigend.” Larani stimmte lächelnd zu. Neugierig geworden sah sie sich den Mann genauer an. Er war schon älter, wohl so mitte vierzig. Er hatte kurze braune Stoppelhaare und war auch etwas korpulent. Aber sein Lächeln wirkte ehrlich und freundlich. Außerdem hatte er eine sanfte Stimme. Larani fand ihn sofort sympathisch. Als er merkte dass sie ihn anstarrte, wurde sie rot. Er lächelte darüber und fragte sie nach ihrem Namen. “ Ich heiße Larani Richards.” “Der Name ist aber schön, habe ich noch nie gehört.” Freundlich streckte er ihr die Hand entgegen. “Aber freut mich dich kennenzulernen Larani.” “Ich bin Jonny Carter. Woher kommt dein Name?” “Ich weiß es nicht, meine Eltern haben mir diesen Namen gegeben.” “Hast du nie danach gefragt?” “Das konnte ich nicht, meine Eltern sind gestorben als ich acht Jahre alt war, da habe ich mir über diesen Namen noch keine Gedanken gemacht.” “Das tut mir leid. Was ist denn passiert?” Larani machte ein etwas trauriges Gesicht, ihr viel es immer sehr schwer darüber zu sprechen. Sie hatte nicht vielen bis jetzt davon erzählt, der Schmerz saß immer noch sehr tief, obwohl es jetzt mittlerweile schon neun Jahre her war. Doch diesem Jonny vertraute sie irgendwie, obwohl sie ihn überhaupt nicht kannte. “Sie sind bei einem Autounfall ums leben gekommen. Das Auto hatte Feuer gefangen, sie waren beide im Wrack eingeklemmt und konnten nicht mehr entkommen. “ Laranis Stimme zitterte immer noch, wenn sie davon sprach. Jonny war bestürzt. “Aber warst du denn in der Nähe?” Larani nickte,  “wir fuhren an diesem Tag mit zwei Autos. Meine Eltern in einem und meine Grosseltern und ich im anderen. Wir wollten zusammen verreisen. Wir fuhren hinter meinen Eltern  als dieser furchtbare Unfall geschah. Ich habe heute noch Alpträume.” “Das kann ich mir vorstellen, mit acht Jahren vergisst man so etwas nicht mehr. Wie alt bist du jetzt?” “Ich bin siebzehn.” “Und du lebst jetzt bei deinen Grosseltern?” Larani schüttelte den Kopf. “Ich habe zwei Jahre bei ihnen gelebt, aber mein Großvater wurde sehr krank und meine Großmutter konnte sich nicht um mich und um ihren Mann kümmern. Sie hat mich dann schweren herzen ins Heim gebracht und ich bin ihr deswegen nicht böse.”  Plötzlich sah sie ihn beschämt an. “Ich weiß gar nicht weshalb ich ihnen das alles erzähle, das interessiert sie doch bestimmt nicht, außerdem kenne ich sie ja überhaupt nicht.” Jonny blickte sie freundlich an. “Nein ich muss mich wohl eher entschuldigen, dass ich dich so ausgefragt habe. Ich könnte ja sonst was für einer sein, tut mir leid.” “Nein, ist schon in Ordnung. Wissen sie ich habe seit langem niemanden mehr von diesem Tag erzählt. Es hat mir ganz gut getan mal wieder darüber offen zu sprechen. Irgendwie befreiend. Ich habe keine Angst vor ihnen, ich denke sie sind ein aufmerksamer Mensch der sich auch um die Probleme anderer sorgt. Davon gibt es nicht viele.” “Das ist lieb von dir, dass du mir vertraust, aber du solltest es nicht bei jedem tun.” Larani lächelte. “Ich bin normalerweise auch sehr vorsichtig, aber bei ihnen ist es irgendwie etwas anderes, ich weiß nicht weshalb, aber es ist eben so.  Jonny lächelte geschmeichelt. “Komm lass uns einen Kaffee trinken gehen.” Larani nahm das Angebot ohne zu zögern an. Es tat ihr einfach gut mit Jonny zu sprechen. Es kam ihr so vor, als wenn sie sich schon eine ganze Weile kannten.












Sie saßen noch zwei Stunden im Cafe und unterhielten sich einfach über alles. Jonny erzählte ihr ,dass er aus England kam und Schauspieler war. Er sprach aber gut deutsch, weil er als junger Mann einige Jahre hier gelebt hatte.

“Du bist Schauspieler? Muss ich dich kennen?” Jonny lächelte über ihre Bemerkung. “Du kannst mich gar nicht kennen, ich spiele viel Theater und in Filmen bin ich meistens nur in Nebenrollen zu sehen. Allerdings in London wo ich lebe, erkennt mich fast jeder wenn ich draußen spazieren gehe. Deshalb bin ich auch so oft in Deutschland.” Larani blickte plötzlich auf die Uhr. “Oh, ich muss zurück ins Heim es ist schon sechs. Um sieben gibt es Abendessen.” “Müsst ihr immer um eine bestimmte Uhrzeit zu hause sein?” “Wenn wir vorher bescheid sagen, dann können wir länger wegbleiben, allerdings auch nur am Wochenende.” “Die sind wohl ganz schön streng was?” Larani nickte. “Ich bin froh, dass ich in der Woche zur Schule gehe, sonst würde ich es echt nicht aushalten, aber ich muss jetzt wirklich los.” “Endschuldigung, ich möchte bestimmt nicht Schuld sein wenn du zu spät kommst und wegen mir Ärger bekommst. Soll ich dich bringen?” “Nein nein, ich gehe lieber alleine.” “Also gut, dann werden wir uns wohl nicht mehr sehen. Ich wünsche dir viel Glück für die Zukunft Larani. Falls irgendwas ist, schreibe ich dir meine Adresse und Telefonnummer auf. Wenn du mit mir sprechen möchtest kannst du gerne anrufen, ich würde mich wirklich freuen.” “Wie lange bist du denn noch hier?” “Zwei Wochen, dann muss ich wieder zurück.” Larani reichte Jonny die Hand und verabschiedete sich. Als er ihre Hand  so fest drückte, überkam sie ein unheimliches Gefühl der Zuneigung.

Abends, wie sie dann im Bett lag, hatte sie immer nur Jonnys Gesicht vor Augen. Ihr Herz klopfe ganz wild, wenn sie an ihn dachte. War es so wenn man sich verliebt hatte? Sie unterdrückte diesen Gedanken, denn er war ja viel zu alt für sie, sie war ja noch ein halbes Kind in seinen Augen. Außerdem würde sie ihn sowieso nie wiedersehen, aber er hatte ab heute immer einen festen Platz in ihrem Herzen, das wusste sie.

In den nächsten Tagen verging nicht ein Tag, wo sie nicht an Jonny dachte. Sie hatte schon ein paar Mal mit dem Gedanken gespielt ihn anzurufen, doch sie traute sich nicht. Außerdem hatte sie im Moment auch andere Sorgen. Ihr Onkel, den sie schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte, wollte sie für ein paar Tage über die Ferien in sein Haus einladen, der wohnte nicht weit vom Heim entfernt. Larani freute sich nicht so sehr darauf, denn sie hatte nur schlechte Erinnerungen an ihn. Wie sie zuletzt bei ihm gewesen war, ging er immer sehr streng mit ihr um, und einmal hatte er sie sogar geschlagen, nur weil sie ausversehen ein Glas umgeschüttete. Sie hatte auch damals das Gefühl gehabt, das er mehr wollte als es bei einem Onkel normal währe. Manchmal hatte er sie ganz fest in den Arm genommen und gestreichelt, sie bekam jetzt noch eine Gänsehaut als sie darüber nachdachte. Doch Larani ist ein Mensch, der sehr gutmütig und auch ein bisschen naiv ist. Sie glaubte noch immer an das Gute in jedem Menschen und war auch davon überzeugt, dass jeder eine zweite Chance verdiente. Deshalb hatte sie sich auch dafür entschieden einige Tage bei ihrem Onkel zu verbringen, er musste sich ja auch sehr einsam fühlen, denn er lebte alleine. Am Telefon kam es ihr jedenfalls so vor, als wenn er sich wirklich auf sie freute.

Als er sie dann abholte, war sie fast sicher das es so war, denn bei ihrer Begrüßung umarmte er sie mehr wie eine Tochter und nicht wie jemand der mehr wollte. Das Thema war für Larani damit erledigt und sie freute sich richtig.

Den ersten Tag verbrachten sie damit in der Stadt einkaufen zu gehen. Onkel Sam war der ältere Bruder ihres Vaters, aber mit seinen fünfundsechzig Jahren noch sehr rüstig. An diesem Tag war er sehr großzügig. Larani durfte sich die schönsten Klamotten aussuchen, natürlich übertrieb sie es nicht, denn sie wollte ihren Onkel ja nicht ausnutzen. Als er ihr dann eine echt goldene Kette mit Herzanhänger kaufen wollte, lehnte sie erst ab, doch er bestand darauf und legte ihr sie auch gleich um.
“Du musst mir versprechen diese Kette immer zu tragen Larani, damit du mich nie vergisst.” Ich danke dir, aber ich würde dich auch so nicht vergessen, schließlich bist du doch der Bruder meines Vaters.” “Ich weiß und es tut mir leid dass ich mich so wenig um dich gekümmert habe, das wird sich jetzt ändern. Wir werden uns in Zukunft öfters sehen meine kleine Larani.” Er streichelte ihr liebevoll über ihr langes kastanienbraunes Haar. “Meine Larani ist gar nicht mehr so klein, du bist in den zwei Jahren die wir uns nicht gesehen haben sehr erwachsen geworden und sehr schön.” Larani lächelte verlegen, und merkte nicht wie er sie förmlich mit seinen Blicken auszog.

Spät abends, als Larani schon im Bett lag, kam Onkel Sam zu ihr ins Zimmer und setzte sich zu ihr aufs Bett. Etwas verlegen fragte sie? “Was möchtest du?” “Ich will dir nur noch einen Gutenachtkuss geben.” Irgendetwas in seinen Augen hätte Larani eigentlich stutzig machen müssen, denn sie drückten körperliches Verlangen aus. Doch Larani wollte es in diesem Moment noch nicht sehen. Langsam beugte er sich vor und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Larani verkrampfte sich. “Was soll das? Bitte gehe jetzt, ich bin müde und möchte schlafen.” “Schlafen kannst du immer noch.” Er fing an sie überall wild zu küssen und streifte ihr das Nachthemd aus. Larani versuchte ihn davon abzuhalten, aber er war viel zu stark. Sie jammerte: “bitte hör auf, du bist doch mein Onkel.” “Na und,  was spielt das für eine Rolle. Auf diesen Tag habe ich zwei Jahre gewartet. Damals warst du mir noch nicht reif genug, aber jetzt bist du in voller Blüte.” Sie hatte jetzt nur noch einen Slip an, den er ihr  auch noch auszog. Larani konnte sich nicht wehren, er war einfach zu stark. Larani wimmerte: “Bitte tue das nicht.” “Hals Maul und hör endlich auf zu jaulen und dich dagegen zu wehren.” Larani schrie , doch er ließ sich davon nicht stören. Erschöpft blieb er danach auf ihr liegen. Larani bekam kaum noch Luft. Sie schluchzte. “Bitte gehe von mir runter, mir wird übel.” Langsam machte er sich von ihr los und küsste sie auf die Wange. “Das war doch gar nicht so schlimm, das machen wir jetzt jeden Tag.” Larani spuckte ihm voller Hass ins Gesicht. “Ganz bestimmt nicht, morgen gehe ich wieder zurück ins Heim.” Ihr Onkel schlug ihr mit voller Wucht ins Gesicht, das sie erst dachte ihr Kiefer sei gebrochen. Ihr Gesicht würde bestimmt blau anschwellen. “Das wirst du nicht, du bleibst schön hier. Solange es geplant ist.” Dann verließ er das Zimmer und schloss die Tür hinter sich ab. Larani konnte immer noch nicht fassen was gerade passiert war, ihr Körper war ein einziger Schmerz. Eine Weile saß sie noch völlig benommen da und weinte leise vor sich hin, bis sie das Telefon entdeckte, das auf dem Nachttisch stand. Daran hatte ihr Onkel anscheinend nicht gedacht. Doch wem sollte sie schon anrufen, die Polizei? Nein das traute sie sich nicht, womöglich würden sie ihr eh nicht glauben. Dem Heim vertraute sie auch nicht. Dann viel ihr wieder Jonny ein. Als sie an ihn dachte beruhigte sie sich ein bisschen. Sie nahm ihre Tasche und holte den Zettel heraus, wo er die Telefonnummer von seinem Hotelzimmer aufgeschrieben hatte. Langsam wählte sie die Nummer. Ihr kamen einige Bedenken, vielleicht wusste er längst nicht mehr wer sie war. Wie sie noch so darüber nachdachte, nahm am anderen ende Jonny den Hörer ab. “Ja, wer ist da?” Laranis Stimme zitterte als sie zu sprechen anfing. “I…ich bin’s, Larani.” Jonny merkte sofort an ihrer Stimme dass etwas nicht stimmte, außerdem war es mitten in der Nacht. “Schön das du anrufst Larani, wie geht es dir?” “Ich hoffe du hast noch nicht geschlafen Jonny?” “Nein, ich bin gerade erst gekommen, geht es dir nicht gut?” Larani fing an zu schluchzen. “Ich weiß gar nichts mehr, ich möchte nur weg hier, doch er hat mich eingesperrt.” Jonny war verwirrt, “wer hat dich eingeschlossen? Jemand vom Heim?” “Nein, ich bin bei meinem  Onkel, der hat mich eingeschlossen.” “Aber warum?” “Damit ich nicht weglaufe.” Jonny verstand immer noch nicht. “Weshalb solltest du denn vor ihm weglaufen?” Larani fing wieder an zu schluchzen, “weil…weil er mich geschlagen hat und er hat mich….”Larani konnte nicht weitersprechen, ihre Stimme zitterte zu sehr, doch Jonny wusste auch so was sie meinte, er war fassungslos. “Bitte beruhige dich, ich hole dich da raus, habe keine Angst mehr, ich komme so schnell ich kann.” Nachdem Larani ihm die Adresse gegeben hatte, machte er sich sofort auf den Weg.

Unterdessen zog sich Larani an, als sie sich zufällig im Spiegel betrachtete, erschrak sie. Die eine hälfte ihres Gesichts war vom Schlag ihres Onkels tatsächlich blau angeschwollen, schnell wandte sie sich ab und horchte an der Tür ob sie irgendetwas von ihrem Onkel hören konnte, doch der schien wohl schon zu schlafen. Dann nach endlosen zwanzig Minuten klingelte es an der Tür, das musste Jonny sein. Es dauerte eine Weile bis ihr Onkel die Haustür öffnete. Nach weiteten fünf Minuten hörte sie Schritte näher kommen und die Tür ihres Zimmers wurde aufgeschlossen und ihr Onkel kam ins Zimmer. Erschreckt wich sie zurück. “Du bist ja schon angezogen, kannst du hellsehen oder was?” Als Larani etwas erwidern wollte, ließ er sie gar nicht erst zu Wort kommen, es war ihm wohl egal. “Es wartet jemand auf dich.” Larani tat überrascht, “wer ist es denn?” “Dein Heimleiter, du sollst sofort zurück, es ist Geld gestohlen worden, sie wollen jeden befragen. Hast du geklaut?” Larani schüttelte den Kopf, als sie dann an ihn vorbei gehen wollte, hielt er sie am Arm fest.

“Hör zu, du bist morgen wieder da und sag ja nicht dass ich dich so zugerichtet habe, sonst kannst du was erleben.” Voller Hass sah sie ihn an, “ich werde nichts sagen.” “Das hoffe ich, und jetzt gehe, er wartet im Wagen auf dich.”

Als ihr Onkel dann die Haustür hinter sich schloss und sie die kühle Nachtluft einatmete, ging es ihr schon etwas besser. Dann sah sie das Auto und Jonny darin der ihr zuwinkte. Sie ging zu ihm und nahm neben ihm auf dem Beifahrersitz platz. As er sie ansah, erschrak er. “Mein Gott, war er das?” Larani nickte. Vorsichtig betastete er ihre Wange, sie zuckte schmerzhaft zurück. “Ich werde dich jetzt zu einem Arzt bringen.”  Larani fing an zu zittern. “Nein, bitte nicht, ich bin so furchtbar müde.” “Also gut, dann aber heute früh.” “Du  bringst mich doch nicht zurück ins Heim oder?” “Nein, ich nehme dich erstmal mit in mein Hotel. Schlaf dich erstmal aus.” “Ich danke dir, das war eine Gute Idee mit dem Heimleiter.” Laranis Stimme zitterte wieder. “Er…er hätte mich sonst nie gehen lassen. Er sagt ich muss morgen zu ihm zurück, aber ich gehe bestimmt nicht wieder zu ihm, nie wieder.” Während er fuhr strich Jonny ihr übers Haar. “Das musst du auch nicht, wir gehen  auch zur Polizei, dein Onkel wird seine Strafe bekommen.”

Im Hotel angekommen, war das erste was Larani wollte, Duschen. Jonny kochte erstmal Tee. Larani brauchte sehr lange, nach dreißig Minuten klopfte er an die Badezimmertür, weil er sich Sorgen machte. “Larani! Geht es dir gut?” Keine Antwort, aber Jonny hörte wie sie leiste schluchzte. Langsam öffnete er die Tür. Larani saß am Boden, nur mit einem Handtuch bedeckt und weinte leise vor sich hin. Jonny hockte sich neben sie. “Hey, alles in Ordnung mit dir?” Jonny wusste dass das eine dumme Frage war und biss sich auf die Lippen. Larani schüttelte schluchzend den Kopf. “Nichts ist in Ordnung, es…es ist alles meine Schuld.” Jonny legte ihr beruhigend den Arm um die Schultern. “So etwas darfst du nicht sagen, du konntest ja nicht wissen was er für ein Schwein ist.” Larani sah Jonny an. “Ich habe es schon vor zwei Jahren gewusst, als ich zuletzt bei ihm war.” “Du hast es gewusst, hat  er da auch schon?” “Nein, ich war ihm wohl noch zu kindlich, aber er hat mich immer so komisch umarmt, ich hätte es wissen müssen. Ich war ja so naiv. Ich habe mir eingebildet er hätte sich geändert.” Larani zitterte wieder. Jonny legte ihr einen Bademantel um und trug sie dann ins Bett und deckte sie zu. “Vielen dank, du bist wirklich sehr nett.” “Ist schon gut, das ist doch selbstverständlich.” Dann ging Jonny in die Küche  und kam mit einem Becher Tee zurück. “Hier, der wird dir bestimmt gut tun.” Larani setzte sich auf und trank vorsichtig. “Danke der ist wirklich gut.” Jonny betrachtete besorgt ihr Gesicht. “Tut es noch sehr weh, dein Gesicht?” Larani schüttelte den Kopf, “sieht glaube ich schlimmer aus als es ist.” Dann sah sie ihn etwas ängstlich an. “Muss ich wirklich zum Arzt und zur Polizei?” “Du musst nicht, aber möchtest du nicht das dein Onkel angezeigt wird.  Ich weiß ja dass es nicht einfach wird, aber wenn du möchtest komme ich mit.” Larani sah ihn vertrauensvoll an. “Das wäre sehr nett von dir, ich glaube nicht dass ich es alleine schaffe. Wann musst du denn zurück nach England?” Ich bin noch eine Woche hier, dann muss ich wieder Theater spielen.” “Und deine Frau wartet auf dich?” “Es wartet niemand auf mich. Meine Frau ist vor sechs Jahren an Krebs gestorben. Ich habe seitdem keine neue Frau gefunden, die ich so geliebt habe wie sie.” “Tut mir leid, ich wollte nicht neugierig sein.” “Das ist schon in Ordnung, ich habe dich ja auch nach deiner Vergangenheit gefragt.” “Du Jonny, muss ich morgen wieder ins Heim zurück?” “Das lässt sich wohl nicht vermeiden, du bist ja noch nicht volljährig, bis dahin sind sie für dich verantwortlich.” “Ja leider, ich werde erst in vier Monaten achtzehn.”  “Was ist eigentlich mit der Schule?” “Wir haben gerade Ferien, sonst hätte ich ja auch nicht bei meinem Onkel übernachtet. Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust mehr weiter zur Schule zu gehen.” “Machst du Abitur?” Larani nickte. “Wann bist du fertig?” “In  fünf Monaten.” “Und hast du ein gutes Gefühl?” Larani senkte den Kopf. “Ich war eigentlich immer ganz gut, aber ich weiß nicht ob ich jemals wieder hingehen kann. Ich schäme mich so für das was passiert ist. Wenn es alle wissen, dann traue ich mich nicht mehr hin. Und es kommt bestimmt raus.” Jonny streichelte ihre Wange. “Es wir bestimmt nicht einfach, aber du schaffst das schon. Du kannst mich jederzeit anrufen, wenn ich wieder in London bin. Wenn irgendetwas ist, komme ich sofort zu dir.”  Larani lächelte. “Du bist so lieb, das werde ich dir nie vergessen.” Larani gähnte, so langsam wurde sie müde. Jonny blickte auf die Uhr. Kein Wunder, es war ja bereits nach zwei Uhr und er musste sie auch noch so ausquetschen. Larani musste ja total erschöpft sein, nachdem was sie alles durchgemacht hatte. “Ich denke du solltest jetzt schlafen, morgen wird für dich noch mal ein anstrengender Tag.” “Ja ich weiß, ich bin zwar furchtbar müde, aber ich glaube nicht dass ich noch ein Auge zutue. Wenn  ich die Augen schließe, dann sehe ich sofort meinen Onkel vor mir.”  Jonny machte ein betretenes Gesicht. “Das kann ich mir vorstellen, aber versuch trotzdem etwas zur Ruhe zu kommen. Wenn du Angst bekommst, ich bin gleich nebenan. Ich lasse auch die Tür auf.”

Am anderen Tag gingen sie gleich morgens um zehn zur Polizei. Dort wurde Larani regelrecht ausgequetscht. Dann noch von einem männlichen Polizisten. Jonny hielt die ganze Zeit ihre Hand. Er fand es unmöglich wie der Beamte Larani behandelte. Er machte sich fast lustig über sie und stellte unmögliche Fragen. “Haben sie ihren Onkel ermutigt sich an ihnen zu vergreifen?” “Nein natürlich nicht, er ist doch mein Onkel.” “Das hat nicht immer etwas zu sagen, sie sehen ihren Onkel doch nur selten, da ist es doch möglich dass sie versucht haben sich an ihn heranzumachen. Als er dann darauf einging, wollten sie  plötzlich doch nicht mehr. Aber er war von ihnen dann so erregt, das er dann etwas Gewalt angewendet hat.” Larani kamen die Tränen. “Das ist nicht war, wie können sie so etwas sagen. Ich habe nie irgendwelche annährungsversuche unternommen. Er…er ist doch der Bruder meines verstorbenen Vaters.” “Ach wissen sie ich kenne da einige Fälle wo es so war.” Unterdessen platzte Jonny der Kragen. Bis jetzt hatte er sich noch zurückhalten können, aber jetzt konnte er nicht mehr schweigen. “Sagen sie mal, sind sie noch normal sie so zu quälen, sehen sie sich doch mal ihr Gesicht an. Glauben sie, sie hat sich selbst so zugerichtet? Ich bin auch der Meinung Larani wurde jetzt genug unsinniges Zeug gefragt. Machen sie nun endlich eine Anzeige oder was? Der Polizist räusperte sich. “Erstmal muss eine Untersuchung stattfinden. Wir brauchen ja Beweise ob sie überhaupt vergewaltigt wurde. Sie können ja schon mal ins Untersuchungszimmer gehen, ganz hinten im Gang die letzte Tür.” Larani zitterte wieder. Jonny nahm ihre Hand. “Das wird schon. Ich hoffe sie sehen sich auch mal ihr Gesicht an.” Natürlich, wir sind doch keine Unmenschen, auch wenn sie es so sehen Mr. Carter, aber wir müssen doch fragen. Sie glauben ja gar nicht wie wir schon hinters Licht geführt wurden. Manchmal kommt es eben vor, dass das vermeintliche Opfer der Täter ist und sich nur rächen will, weshalb auch immer.” “Schon gut, aber sie sollten trotzdem versuchen etwas mehr Rücksicht zu nehmen. Kann ich sie wenigstens begleiten.” “Wenn sie das möchte?” Der Beamte sah zu Larani hinüber. “Ich würde mich besser fühlen wenn er mitkommt, ich vertraue ihm.” Der Polizist sah schon etwas freundlicher aus. “Also gehen sie meinetwegen mit, wenn es ihr hilft.”

Die Untersuchung war nicht gerade angenehm für Larani, Jonny hielt aber die ganze Zeit über ihre Hand und versuchte sie zu beruhigen, wenn sie schmerzhaft zusammenzuckte. Die Proben wurden sofort ins Labor gebracht, um herauszufinden ob die restlichen Spuren von Laranis Onkel stammten. Unterdessen wurde Laranis Gesicht noch untersucht, doch es war Gott sei Dank nur eine Prellung, sie würde in ein paar Tagen abschwellen.

Larani und Jonny warteten im Büro des Beamten auf das Ergebnis. “Na alles wieder in Ordnung?” Larani nickte. “Ich bin froh das es vorbei ist. “ Jonny streichelte ihre Wange, du bist sehr tapfer weißt du das?”  Larani sah in ungläubig an. “Kommt mir nicht so vor.  Ich habe schreckliche Angst das ich meinen Onkel hier im Polizeirevier begegne.”  “Das wirst du nicht, keine Angst, sie bringen ihn in einen anderen Raum. Außerdem bin ich ja da, ich pass schon auf das du ihm nicht begegnest.” “Du bist so lieb zu mir, ich weiß gar nicht wie ich dir danken soll.” “Das ist doch selbstverständlich, dass würde doch jeder machen.”  “Nein das ist nicht war, die meisten kümmern sich nicht um ihre Mitmenschen, sie wollen nichts sehen und nichts hören. Deshalb gibt es auch so viele Morde und Vergewaltigungen. Alle denken immer, warum soll ich helfen, sollen es doch die anderen tun.” “Du hast Recht, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Vielleicht sind hier in Deutschland die Menschen etwas kühler. Also bei uns in England oder auch in Amerika, sind die Menschen meistens immer für einander da, wenn Not am Mann ist oder wenn jemand Hilfe braucht. Natürlich gibt es auch dort viele Morde und andere schreckliche Sachen, sogar mehr als hier, aber das liegt nicht daran, dass die Menschen nicht hilfsbereit sind.” Danach sah Jonny Larani traurig an. “Ich hoffe du kommst eines Tages über dieses schreckliche Erlebnis hinweg.” “Ich werde nie wieder irgendjemand vertrauen können.” Dann blickte Larani liebevoll Jonny an. “Du bist der Einzige dem ich vertraue.”

Endlich kam der Beamte wieder in den Raum. “Wir haben ihn, die Ergebnisse waren Positiv. Ihr Onkel wird für eine Weile in den Knast wandern. Er hat auch schon alles gestanden, blieb ihm ja auch nichts anderes übrig. Dann reichte er Larani die Hand. “Endschuldigen sie bitte das ich so grob zu ihnen war Larani.” “Ist schon gut, jetzt ist ja alles vorbei.” Auch Jonny war erleichtert. “Jetzt kommt das miese Schwein endlich hinter Gittern, der wird erstmal niemanden mehr etwas tun.” Larani war auch erleichtert, doch so richtig freuen konnte sie sich nicht, denn jetzt wo alles vorbei war, musste sie zurück ins Heim, Jonny brachte sie. Sie saßen noch eine Weile zusammen im Auto bis Larani hinein ging. Jonny sah sie besorgt von der Seite an. “Wirst du es schaffen?” “Ich weiß nicht, aber ich werde mir Mühe geben.” “Jonny lächelte liebevoll. “Du schaffst dass schon, jemand der so einen außergewöhnlichen Namen hat, traue ich das zu.” Larani sah ihn traurig an. “Wir werden uns wohl nie wieder sehen.”
“Da musst du keine Angst haben, wir sehen uns bestimmt wieder, ich komme bestimmt bald wieder nach Deutschland. Ich werde dich auf jedem Fall anrufen, außerdem noch bin ich ja ein paar Tage hier. Wir sehen uns bestimmt noch mal vorher. Und du kannst mich auch jeder Zeit anrufen.” Er gab ihr seine Karte. “Hier ist meine Adresse und Telefonnummer aus London. Wir bleiben immer in Kontakt, das verspreche ich dir. Du wirst mich nicht mehr los.” Jonny umarmte sie zum Abschied. “Also dann mach es gut, du bekommst das schon hin.” “Ja mal sehen, mach es gut Jonny.” Am liebsten hätte sie ihn ewig festgehalten, doch dann musste sie gehen, denn der Heimleiter wartete schon an der Tür auf sie.

Larani sah dem Auto noch lange nach, obwohl es schon längst verschwunden war. Dann ging sie langsam zum Haus, wo schon alle auf sie warteten. Sie sah hinauf  zu den Fenstern, überall blickten sie hinunter. Neugierig wie die Hühner dachte Larani, also wusste es alle schon. Der Heimleiter begrüßte sie sehr freundlich. Eigentlich mochte sie ihn ja auch ganz gerne, nur mit den anderen kam sie nicht so gut aus. Sie waren alle immer sehr reserviert und verzogen keine Mine. Unter den anderen Heiminsassen hatte sie auch nicht viele Freunde, die Meisten waren sehr aggressiv. Doch das verstand sie, denn sie hatte auch viel durchgemacht.

Jonny rief jeden Tag an, aber Larani wollte ihn nicht sprechen oder ihn noch mal sehen. Sie lies ihm aber immer ausrichten, das es ihr gut ging und sie ihm furchtbar dankbar war und sie wünschte ihm eine gute Heimreise. Jonny hätte sie vor seiner Abreise gerne noch einmal gesehen, denn er fühlte sich irgendwie verantwortlich für sie. Aber wenn sie nicht wollte, zwingen konnte er sie nicht. Vielleicht war es auch besser so, dass sie sich nicht zu sehr aneinander gewöhnten. Obwohl Jonny Larani jetzt schon vermisste. Es ging ihr wahrscheinlich genauso, dann war es womöglich besser wenn sie sich nicht mehr sahen. Aber er würde ihr auf jedem Fall aus London schreiben und auch versuchen sie anzurufen. Denn er machte sich noch große Sorgen um sie, das sie die Vergewaltigung doch nicht so gut verkraftete, wie sie ihm glauben machen wollte.

Als er dann einige Tage später am Flughafen sein Flug aufgerufen wurde und er gerade durch den Terminal wollte, rief ihn jemand. “Jonny, Jonny warte!” Er drehte sich um und erkannte Larani. Ihm viel ein Stein vom Herzen als er sie sah. Er kam ihr entgegen und sie fielen sich in die Arme. “Oh Larani, ich bin so froh das du noch gekommen bist.” “Ich …ich konnte einfach nicht anders, ich musste dich noch einmal sehen. Ich wollte dir auf wiedersehen sagen und dir sagen, das ich dich ganz ganz furchtbar vermissen werde.” “Ich werde dich auch vermissen Larani, aber ich verspreche dir ich werde dich besuchen wenn ich wieder nach Deutschland komme.” Larani unterdrückte die Tränen. “Ich freue mich schon darauf, aber ich denke du musst jetzt gehen, sonnst bekommst du deinen Flieger nicht.” Jonny gab ihr zum Abschiede einen Kuss auf die Wange. “Kopf hoch Larani du bist stark genug um es zu schaffen, das weiß ich.” Larani nickte. Jetzt kullerten ihr doch Tränen. Auch Jonny hatte feuchte Augen. Er wandte sich schnell ab, denn wenn er Larani noch länger ansah, würde er womöglich hierbleiben. Doch das normale Leben musste weiter gehen, außerdem war London ja nicht am Ende der Welt.

Es vergingen Monate, Jonny und Larani telefonierten fast täglich miteinander. Sie waren sich jetzt so vertraut als wenn sie sich schon ein ganzes Leben lang kannten. Sie erzählten sich einfach alles, nur über die Vergewaltigung wollte Larani nicht sprechen. Sie beteuerte ihm gegenüber immer, dass diese Zeit der Vergangenheit angehörte und nicht mehr von Bedeutung für sie war. Doch Jonny glaubte ihr nicht so ganz. Er wusste aus eigener Erfahrung, wenn man nicht darüber sprechen konnte, dann hatte man auch noch ganz schön daran zu knappern. Genauso erging es ihm als seine Frau verstorben war. Er hatte Jahre gebraucht um mit jemanden ausführlich darüber zu sprechen. Doch dann wie er es getan hatte ging es ihm auch schlagartig besser. Larani hatte noch nie etwas über diesen Tag erzählt und was ihr Onkel alles mit ihr gemacht hatte. Das war nicht gut, das wusste er. Vielleicht brauchte sie auch einfach noch ein bisschen mehr Zeit. Schließlich waren ja erst dreieinhalb Monate vergangen. Er nahm sich auch vor sie so bald es ging zu besuchen.

An ihrem achtzehnten Geburtstag rief er natürlich auch an. Der Heimleiter ging ans Telefon. “Guten Tag, Jonny Carter am Apparat, kann ich Larani sprechen.” “Oh Mr. Carter, guten Tag. Trifft sich gut das sie anrufen, Larani ist nämlich heute morgen ausgezogen. Ich mache mir etwas Sorgen, hat sie ihnen etwas erzählt?” Jonny war etwas erschrocken, “nein sie hat nichts erwähnt bei unseren Gesprächen. Hat sie nicht gesagt wo sie hin möchte?” “Nein, kein Wort, aber wie konnten sie ja auch nicht zurückhalten, sie ist ja jetzt Volljährig. Zur Schule will sie auch nicht mehr, obwohl sie doch bald fertig ist.  
Aber sie hat ihnen einen Brief hinterlassen, vielleicht werden sie ja daraus schlau. Ich lese ihnen den Brief mal vor.” Hallo Jonny, tut mir leid, aber ich kann dich nicht mehr an rufen. Ich werde jetzt dahin gehen, wo ich schon lange hin wollte und nie mehr jemanden stören kann. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann in der Ewigkeit. Ich warte auf dich. Bitte sei mir nicht böse. Ich denke an dich. Deine Larani. “Verstehen sie was Larani damit meint?” “Nicht so ganz, aber es gefällt mir nicht es klingt irgendwie so endgültig. Hat sie sich denn so schlecht gefühlt im Heim? Am Telefon kam es mir gar nicht so vor.” “Ich kann mir das auch nicht erklären. Ich hatte in den letzten Wochen wirklich das Gefühl sie wäre über die schreckliche Sache hinweg. Sie ist sogar wieder mit einigen Anderen feiern gegangen.” Jonny grübelte, “dann hat sie uns allen etwas vorgemacht, ich habe es doch gewusst.” “Was haben sie gewusst Mr. Carter?” “Nun sie hat nie über diese schreckliche Nacht gesprochen, kein Sterbenswörtchen. Sie ist noch nicht darüber hinweg, hat es uns nur glauben lassen.” Dann ganz plötzlich wusste Jonny was Larani vorhatte. “Oh mein Gott.” “Was haben sie denn?” “Hören sie, sie müssen sofort die Polizei rufen ich glaube Larani hat vor sich etwas anzutun.” Was…meinen sie wirklich?” “Ich bin mir ganz sicher. Sagen sie der Polizei sie soll hauptsächlich am Hafen suchen, dort war sie immer sehr gerne. Sie liebt das Meer. Ich komme sofort mit der nächsten Maschine, hoffentlich ist es noch nicht zu spät.”

Als Jonny ankam, rief er sofort im Heim an, um zu erfahren ob Larani wieder aufgetaucht war.
Doch er bekam die Nachricht, dass sie bis jetzt noch keiner gefunden hatte. Jonny ging selber zum Hafen um nach Larani zu suchen. Er sah auf die Uhr.  Sie war jetzt ca. sieben Stunden weg. Wenn sie sich wirklich etwas antun wollte, wie er vermutete, dann drängte die Zeit. Er suchte unter den Brücken und auch in einigen Lokalen, doch von Larani keine Spur. Jonny stützte sich auf das Brückengelände und sah hinaus aufs Meer. Er machte sich schreckliche Sorgen. Auf einmal hörte er ein Geräusch. Es klang wie ein schluchzen, er konnte aber noch nicht ausmachen, woher es kam. Er horchte weiter und merkte dass es irgendwie unter ihm war. Stimm, unter dieser Brücke hatte er noch nicht nachgeschaut. Jonny verließ die Brücke und ging den Hügel hinunter, der unter die Brücke führte. Es war sehr duster. Zuerst sah er nichts, aber dann etwas abseits vom Wasser hockte eine kleine Gestalt, die ihn unter Tränen entgeistert anstarrte. Jonny erkannte sofort Larani und war sehr erleichtert. Er ging auf sie zu und setzt sich neben sie.  “Bin ich froh dass ich dich gefunden habe.” Er umarmte sie leicht. Als er merkte, dass sie fror, zog er seine Jacke aus und legte sie ihr um.  Larani sagte kein Wort. “Mensch Larani, ich hatte eine scheiß angst das dir etwas passiert ist. Ich bin so froh dass ich dich gefunden habe.” Larani sah ihn immer noch an wie einen Geist. Dann endlich fand sie ihre Sprache wieder. “Wieso bist du hier Jonny?” “ Na das fragst du noch, nach deiner komischen Nachricht die du mir hinterlassen hast.” “Oh Jonny, ich bin so ein Angsthase. Ich stand am Wasser und war zu feige zum Springen.” Jonny drückte sie fest an sich. “Du dummchen, gut das du zu feige warst, sonst könnte ich dich jetzt nicht in meinen Armen halten.” Larani brach wieder in Tränen aus. “Ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Ich komme nicht über die Sache mit meinem Onkel hinweg. Ich träume jede Nacht von ihm. Ich weiß, ich habe dir am Telefon immer gesagt das es mir gut geht, ich wollte dich nicht damit belasten.” “Ach Larani, wenn du es mir doch erzählt hättest, ich währe sofort gekommen.” “Und irgendwann wieder gefahren, das hätte ich nicht ertragen. Ich habe dich so vermisst.” “Ich dich doch auch Maus, ich hätte dich schon viel eher besuchen sollen. Ich habe aber eine viel bessere Idee. Besuch mich doch einfach in meinem Zuhause in London. Eine andere Umgebung wird dir bestimmt gut tun. Die Schule kannst du wenn du möchtest auch später noch zu ende bringen. Jetzt musst du dich erstmal entspannen.” Jonny stand auf und reichte Larani die Hand. “Na komm wir fahren erstmal ins Hotel, damit du dich aufwärmen kannst. Ich werde dann auch deinen Heimleiter anrufen, er hat sich nämlich große Sorgen gemacht.”

Larani konnte es immer noch nicht fassen, sie saß im Flieger nach London und Jonny war an ihrer Seite. Sie hoffte dass es kein Traum war, aus dem sie jederzeit wieder erwachen konnte. Sie blickte Jonny an, oh wie sie ihn liebte, doch das traute sie sich ihm nicht zu sagen. Als er ihren Blick bemerkte, fragte er: “was ist los? Du siehst mich an wie einen Geist. Du freust dich doch auf London, oder?” Larani lächelte plötzlich schüchtern. “Ich freue mich sehr. Wie lange darf ich denn bei dir bleiben?” “So lange du möchtest.” Larani strahlte. “Du bist wie eine Tochter für mich, die ich nie hatte.” Laranis lachen erstarrte und sie sah etwas enttäuscht aus, was Jonny sofort bemerkte. “Was ist, habe ich etwas Falsches gesagt.” Larani faste sich wieder. “Nein, mir ist nur etwas schlecht vom fliegen, sonst nichts.” “Ach so, ich dachte schon ich hätte dich irgendwie beleidigt, als ich meinte du bist wie eine Tochter. Das war ein Kompliment.“  Larani blickte ihn an und versuchte glücklich auszusehen. “Ich weiß, das ist nett von dir.”

In London angekommen,  fuhren sie sofort in Jonnys Wohnung.  Larani gefiel sie sehr gut. Sie hatte vier große Zimmer. Einen Schlafraum, zwei Gästezimmer und ein großes Wohnzimmer. Außerdem hatte die Wohnung einen schönen Balkon, von wo man eine schöne Aussicht auf London hatte, da die Wohnung im fünften Stock lag. “Na wie gefällt sie dir?” fragte Jonny, nachdem er ihr alles gezeigt hatte. “Sie ist ein Traum, du hast sie sehr gemütlich und geschmackvoll eingerichtet.” Jonny lächelte, “freut mich dass sie dir gefällt. Du möchtest bestimmt deine Sachen auspacken. Komm ich helfe sie dir sie ins Gästezimmer zu bringen. Ach was rede ich denn da. Solange du hier bist ist es natürlich dein Zimmer.”

Larani lag an diesem Abend noch lange wach. Sie war sehr froh hier zu sein. Morgen wollte Jonny ihr London zeigen, das sollte sie eigentlich freuen, doch sie musste immer daran denken, was Jonny heute im Flugzeug sagte. Du bist wie eine Tochter für mich. Wie konnte er auch anders empfinden er war ja schließlich älter als sie, wie konnte sie nur so undankbar sein. Doch gegen ihre Gefühle kam sie nicht an. Leise stand sie auf und wollte in die Küche um etwas zu trinken. Sie sah auf die Uhr es war schon zwei Uhr nachts, doch schlafen konnte sie nicht, lag wohl daran das sie noch so aufgeregt war. Als sie an Jonnys Zimmer vorbei kam, stand die Tür einen Spalt offen und sie hörte ihn gleichmäßig atmen. Auf einmal überkam Larani das Verlangen in sein Zimmer zu gehen und sich an ihn zu kuscheln. Sie brauchte irgendwie das Bedürfnis von Geborgenheit und Liebe. Er musste es ja nicht merken. Wenn sie gleich morgens wieder in ihr Zimmer ging. Leise schlich sie hinein und legte sich vorsichtig neben ihn ins Bett und kuschelte sich an ihn, ängstlich sah sie ihn an, doch er wurde davon nicht wach. Leise flüsterte sie: “Ich liebe dich Jonny, ” dann schlief sie ein.

Am anderen Morgen wachte Jonny doch als erster auf und wunderte sich erst, wer sich an seinen Rücken gekuschelt hatte. Als er sich umdrehte, blickte er auf Laranis schlafende Gestalt. Er sah sie liebevoll an und konnte sich nur vorstellen, warum sie in seinem Bett lag. Sie musste sich gefürchtet haben, so alleine. Er freute sich das sie ihm so blind vertraute, nachdem was sie alles mit ihrem Onkel erlebt hatte. Er hatte sie wirklich furchtbar lieb. Larani regte sich plötzlich im Schlaf und murmelte etwas. Er konnte es erst nicht verstehen, aber als sie es noch mal murmelte, erschrak er über diese Worte. “Ich liebe dich Jonny.” Damit hatte er nicht gerechnet, er verstand nicht wieso sie ihn liebte. In ihren Augen musste er doch viel zu alt sein. Doch jetzt, wie sie so neben ihm lag, überlegte er selber was er genauer für sie empfand. Er kam zu dem Entschluss, dass er auch keine Vatergefühle für sie hegte und das beschämte ihn etwas. Dann war er doch auch nicht besser als ihr Onkel, doch das war eigentlich quatsch, er fand sie nur noch furchtbar jung. Sie war ja erst gestern achtzehn geworden. Als er noch darüber nachdachte, erwachte Larani neben ihm und sah ihn verschüchtert an. Jonny versuchte normal zu wirken, was ihm nicht leicht viel. “Guten morgen Larani, hast du gut geschlafen?” Larani nickte. “Ich hoffe du bist nicht allzu sauer, das ich mich zu dir gelegt habe. “ “Ach quatsch, hast dich wohl etwas fremd gefühlt?” “Ja genau, so war es. Ich…ich werde mich dann mal waschen gehen.” “Ja mach das, ich werde schon mal Frühstück machen.”

Sie saßen beide zuerst schweigsam beim Frühstück. Dann meinte Jonny: “Du Larani, heute zeige ich dir London ja? Die Stadt wird dir bestimmt gefallen.” “Ich freue mich schon darauf ich mag sie jetzt schon.” Jonny räusperte sich. “Sag mal, weißt du dass du im Schlaf redest?” “Nein, was habe ich denn gesagt, ” meinte Larani zögernd. Jonny sah sie ernst an, er wollte ehrlich zu ihr sein. “Du sagtest”, ich liebe dich Jonny, “und das ein paar Mal.” Larani blickte ihn erschrocken an und errötete. “Das habe ich gesagt”, sie lächelte nervös. “Naja, was man so alles im Traum sagt, das stimmt doch sowieso nicht.” Doch Jonny glaubte ihr nicht. “Du, ich möchte das wir ehrlich zu einander sind, du hast mir auch die ganze Zeit verschwiegen das du noch Probleme mit der Vergewaltigung hast. Sag mir bitte ganz ehrlich was du fühlst.” Larani atmete tief durch. “Du möchtest es wirklich wissen?” “Ja natürlich, du kannst mir alles sagen, ich bin dir dann bestimmt nicht böse.” “Also gut.” Larani stand ganz langsam auf und ging zögernd um den Tisch zu Jonny. Dann streichelte sie seine Wange und gab ihm ganz ohne Vorwahrnung einen Kuss auf den Mund. Jonny wehrte sich nicht dagegen. Danach meinte sie: “Jetzt weißt du was ich empfinde.” Obwohl Jonny es geahnt hatte, war er doch etwas perplex über ihren Gefühlsausbruch. “Warum hast du das getan?” “Weil ich dich liebe. Du wolltest doch dass ich ehrlich zu dir bin.” Jonny war immer noch etwas irritiert. “Doch natürlich, aber du hast mich ganz schön überrumpelt mit deinem Kuss.” “Ach ja, du hast dich aber auch nicht gerade dagegen gewehrt.” Jonny sah sie schuldbewusst an. “Ich weiß, aber wir sollten das nicht tun Larani. Unsere Beziehung war von Anfang an etwas Besonderes. Wir sollten dass nicht zerstören.” “Aber wir zerstören doch nichts, wir gewinnen doch etwas dazu.” Larani, du verstehst nicht. Ich habe dich furchtbar gerne, aber ich liebe dich nicht.”
Er wusste dass es eine Lüge war, aber er hatte einfach ein schlechtes Gewissen, wenn er sich mit ihr einlassen würde, deshalb sagte er ihr nicht die Wahrheit, obwohl er wusste, dass er ihr damit sehr wehtat. “Ich sagte doch, du bist wie eine Tochter für mich.” Larani blickte ihn traurig an. “Ich weiß ja, tut mir leid. Ich war wohl etwas voreilig und dumm.” “Nein Larani, das ist überhaupt nicht dumm. Du hast dir bestimmt nur eingebildet dass du mich liebst.” Larani lächelte tapfer und unterdrückte die Tränen. “So wird es wohl sein, wolltest du mir nicht London zeigen, vergessen wir das ganze.” Jonny räusperte sich. “Ja klar wir können sofort los.”

Larani gefiel die Stadt sehr gut, doch sie konnte sich nicht richtig freuen, denn sie wusste dass sie Jonny wirklich sehr liebte, sie hatte keine Zweifel. Doch sie versuchte zu akzeptieren, dass Jonny anders empfand. Sie war ja schon froh, dass sie in seiner Nähe sein durfte, auch wenn nie etwas zwischen ihnen sein würde.

Es vergingen einige Wochen, Larani lebte sich gut ein in London. Sie hatte sich dazu entschlossen erstmal für eine längere Zeit hier zu bleiben, vielleicht für immer. Jonny hatte ihr sogar eine kleine Rolle in einem Theaterstück besorgt und ihr gefiel die Arbeit auf der Bühne sehr gut. Sie blühte völlig auf beim spielen, auch wenn die Rolle nicht sehr groß war, fanden ihre neuen Kollegen sie hätte Talent. Auch Jonny, der ihr schon öfters zugesehen hatte, fand Larani richtig talentiert. Er freute sich auch, dass sie die Vergangenheit so langsam hinter sich ließ und wieder Freude am Leben zeigte. Doch eins konnte er nicht vergessen, er liebte Larani auch sehr, das merkte er von Tag zu Tag mehr. Auch Larani  bemerkte die Veränderung an Jonny, denn sie ertappte ihn immer öfters dabei, wie er sie verstohlen anstarrte, vielleicht gab es ja doch noch eine Chance für sie beide.

Es war später Abend, Larani stand auf dem Balkon und konnte nicht schlafen. Verträumt schaute sie in die Sterne. Jonny, der sich in der Küche ein Glas Wasser hohlen wollte, bemerkte sie und ging zu ihr. “Na noch wach.” Larani lächelte ihn an. “Ich habe von meinem Zimmer aus die Sterne gesehen, deshalb bin ich raus auf dem Balkon. “ “Stimmt wir haben heute eine wunderschöne Sternenklare Nacht. Aber dir muss doch kalt sein nur im Nachthemd? Komm ich wärme dich.” Liebevoll nahm er sie in den Arm. Larani bekam weiche Knie. “Schau Larani, eine Sternschnuppe. Wir können uns etwas wünschen.” Larani schloss die Augen und flüsterte. “Ich wünsch mir nur eins.” Dann machte sie sich von Jonny los und meinte noch. “Ich denke ich werde jetzt doch müde. Sie sah ihm noch mal tief in die Augen. “Gute Nacht Jonny, bis morgen.” “Ja gute Nacht.” Jonny sah ihr traurig nach. Dann auf einmal konnte er nicht mehr anders und rief! “Larani warte bitte!” Larani drehte sich zu ihm um. Jonny kam auf sie zu und nahm ihre Hände in die seinen. “Du, ich muss dir etwas sagen. Ich war nicht ganz ehrlich zu dir die letzten Wochen und das tut mir leid. Das ich dich  mag als wenn du meine Tochter wirst, das habe ich mir nur eingebildet. Ich wollte es einfach glauben.” Larani sah ihn überrascht an. “Wie meinst du das Jonny?” “Ich weiß jetzt dass ich dich wirklich sehr liebe, du bist alles für mich. Ich kann einfach nicht mehr so tun, als währen wir  nur sehr gute Freunde.” Larani sah ihn an als ob sie nicht richtig verstanden hätte. “W…was hast du da eben gesagt? Du liebst mich?” Jonny streichelte ihre Wange. “Das tue ich Larani, mit meinem ganzen Herzen. Ich wollte es nur nicht wahrhaben weil ich einfach ein schlechtes gewissen hatte, so ein junges Mädchen zu lieben. Ich habe dir sehr weh getan damit, das weiß ich, aber ich dachte du wirst schon irgendwann einen netten Freund in deinem Alter kennenlernen.” “Ach Jonny, für mich gibt es niemand anderen als dich auf der Welt. Schon als ich dich zum ersten Mal sah und wir uns so lange im Lokal unterhalten haben, da habe ich dich schon ganz furchtbar vermisst, obwohl ich dich kaum kannte. Ich habe ständig an dich denken müssen. Aber ich konnte mir damals noch nicht vorstellen dass wir uns jemals wiedersehen würden und sogar eine gemeinsame Zukunft miteinander haben.” “Ich habe auch oft an dich denken müssen, auch wenn wir fast täglich telefoniert hatten. Doch ich konnte nie daran denken dich irgendwann zu lieben, denn du warst ja erst siebzehn. Wenn ich an so etwas gedacht hätte, dann währe ich auch nicht besser als dein Onkel gewesen.” Larani legte ihm einen Finger auf den Mund. “Rede nicht von meinem Onkel, ich möchte nie wieder über ihn nachdenken müssen. Das liegt in der Vergangenheit.” “Tut mir leid Larani. Ich wollte dir nur sagen dass ich jetzt zu meinen Gefühlen stehe und ich kein schlechtes Gewissen mehr habe dich zu lieben. Denn die Liebe ist das Schönste was es gibt im Leben.” Larani schmiegte sich eng an ihn. “Dann zeig mir endlich wie sehr du mich liebst. Ich träume schon so lange davon dir nahe zu sein.” Jonny hob sie liebevoll auf seine Arme und küsste sie zärtlich. Larani fühlte sich wie in einem nie endenden Traum, doch das war die Realität und sie war nie glücklicher als in diesem Moment. Sie wollte Jonny nie mehr missen. Sie wusste das es keinen anderen Menschen mehr für sie geben würde der wichtiger war als Jonny. Sie spürte dass es ihm genauso ging. Ihre Zukunft würde wundervoll werden. Jonny war alles was sie je vom Leben erwartet hatte.

 

 

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Amidala72

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