Kurzgeschichte
Der Drache

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"Der Drache"
Veröffentlicht am 16. März 2013, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Der Drache

Der Drache

Beschreibung

Es geht um ein Mädchen, welches sich zu einem Vulkan aufmacht in dem angeblich ein Drache wohnt. Doch sie wird verfolgt..

Ich hörte es schon von weitem. Sofort kletterte ich auf einen Baum um zu schauen, wo der Berg liegt. Und schon wieder dieses Geräusch. In unserem Dorf sagen alle, es wäre nur ein Märchen, dass in diesem Berg ein Drache wohnt. Sie meinen, es wäre einfach nur ein Vulkan. Ich glaubte das nicht, deswegen war ich im Wald, auf dem Weg zum Drachenberg. Genug zu essen hatte ich noch. Ich hatte Angst, dass ich das nicht überleben würde, aber ich wollte umbedingt herausfinden, ob der Drache existiert. Die Dorfältesten haben von Drachenreitern erzählt, Menschen die auf Drachen geritten sind und mit ihnen gekämpft haben. Es waren eben nur Geschichten, aber ich wollte die erste Drachenreiterin werden.

Von außen schaut der Berg aus, wie aus Glas. Er ist mit Eis überzogen, wie das geht weiß ich heute immer noch nicht, da es bei uns im Land immer sehr heiß ist. Ich denke es ist Magie und genau deswegen habe ich an den Drachen geglaubt. Ich machte Halt um mich auszuruhen. Da packte mich etwas und drehte mich um. Ich sah in die Augen meines Vaters. "Was machst du hier?! Bist du völlig durchgedreht?! Du kommst sofort wieder mit nach Hause!", schrie er mich an. "Ich.. ich wollte doch nur Beeren sammeln gehen und spielen.", versuchte ich mich rauszureden. "Jaja, das kannst du jemand anderem erzählen, aber nicht mir!", sagte er. Dann brachte er mich nach Hause. Ich hatte die ganze Zeit über geweint, doch mein Vater hat es einfach nicht beachtet, er hat mich einfach hinter sich hergezogen. Meine Mutter war auch nicht besser, sie schimpfte mit mir, aber sie glaubte mir, dass ich nur Beeren sammeln war und sie konnte auch meinen Vater davon überzeugen. In derselben Nacht sprang ich aus meinem Fenster und rannte wieder in den Wald, um zum Drachen zu gelangen. Ohne Rast lief ich bis zum Mittag durch. Ich hörte die Stimmen von denen, die mich suchten. Dann stieß ich auf einen riesigen Baum, ich kletterte sofort soweit hoch, wie es ging, damit ich nicht gesehen wurde. Ich legte mich hin und ruhte mich aus.

Als die Sonne gerade untergegangen war, wachte ich auf. Sofort spürte ich Blicke, ich war nicht mehr allein. Vorsichtig schaute ich nach unten und lauschte, es waren nicht die Leute aus dem Dorf, so viel stand fest. Ich kletterte langsam runter, da sah ich sie. Sie sah aus wie ein kleines Kind und schaute mich aus schwarzen Augen an. Sie machte mir Angst, wie sie mich so musternd ansah."Du willst also da hoch?", fragte sie. Da viel mir auf, dass ich am Berg angekommen war, ich war wahrscheinlich so müde, dass ich es gar nicht bemerkt hatte. "Ja.", antwortete ich zögernd. "Wieso? Du wirst sterben." - "Das ist mir egal. Ich möchte wissen, ob der Drache wirklich lebt." - "Er wird dich umbringen. Er hasst alles und jeden." - "Und ich weiß, warum, also lass mich bitte hoch." Das Mädchen schaute mich noch einmal musternd an, dann sagte sie: "Was gibst du mir dafür?" Daraufhin antwortete ich: "Ich gebe dir alles, was ich dabei habe, da ich mich so gut, wie in den Tod stürze. Also brauche ich nichts mehr." - "Ich brauche dein Menschenzeug nicht. Ich bin die Wächterin der Höhle, ich werde nie sterben. Daher brauche ich auch nicht dein Essen oder sonst was. Alles was ich will ist, dass du dem Drache zeigst, dass es Leute gibt, die ihn respektieren. Er ist seit Jahrtausenden alleine da oben, er hat verlernt zu lieben. Alle die da oben waren wollten ihn nur töten, um seinen Kopf stolz den anderen zu zeigen. Du jedoch bist so mutig und willst einfach nur einen neuen Freund finden, das kann ich in deinen Augen lesen." Dann nahm sie meine Hand und aufeinmal flogen wir hoch in die Luft. Wir landeten auf einem kleinen Pfad, der um den Berg herumführte. "Du musst nach oben, ich wünsche dir viel Glück.", sagte sie mir und verschwand. Sofort machte ich mich auf den weg, was sehr schwer war, da der Pfad sehr klein war, man konnte kaum seine Füße nebeneinander stellen. Auf einmal hatte ich Angst, dass ich das nicht schaffe. Langsam setzte ich einen Fuß vor den anderen.

Nach gefühlten Jahren sah ich endlich die Höhle. Doch dann brüllte der Drache wieder und alles fing an zu wackeln, ich war so kurz vor meinem Ziel und so kurz vor dem Tod. Verzweifelt klammerte ich mich an den Berg, was sehr schwer war, da es Eis war. Ich rutschte ab. Jetzt ist alles vorbei, dachte ich mir. Ich schaffte es grad noch mich am Vorsprung des Pfads festzuhalten und zog mich hoch, als der Drache aufhörte zu brüllen. Als ich wieder stand, beeilte ich mich zum Höhleneingang zu kommen. Angekommen, setzte ich mich ersteinmal hin, um mich zu beruhigen.

Vorsichtig drang ich in die Höhle ein. An den Wänden floss Lava herunter, es war alles so faszinierend. Ich drehte mich um mich selbst um alles genau anzuschauen. Von den Seiten hingen Eiszapfen, welche das Licht von der Lava reflektierten. Es war einfach wunderschön. Doch dann hörte ich ein Schnaufen hinter mir und drehte mich langsam um.

Ich sah in zwei rote Augen, die mich böse anstarrten. Verängstigt ging ich ein paar Schritte zurück. Der Drache war riesengroß und schwarz. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, also verbeugte ich mich. Kurz sah ich Verwirrung in seinen Augen, aber dann schaute er mich schon freundlicher an. Langsam streckte ich meine Hand aus und wartete. Er kam näher und ich konnte ihn streicheln. Er schien es nicht gewohnt zu sein, dass die Menschen, die zu ihm kamen, nett zu ihm waren.

Ich erzählte ihm, warum ich da war, auch wenn ich nicht wusste, ob er es verstehen konnte. Hinterher kam heraus, dass er mich verstehen konnte. Er konnte zwar nicht sprechen, so wie ein Mensch, aber ich hörte diese Stimme in meinem Kopf, die nur von ihm sein konnte. Der Drache erzählte mir, dass er so lange allein lebt und es nicht glauben kann, dass ich in Frieden komme. Dann meinte er, dass wir eine Runde fliegen könnten.

Als ich es auf seinen Rücken geschafft hatte, war ich total aufgeregt. Langsam flog er los, sofort bekam ich Panik und mir wurde schlecht. Doch nach einiger Zeit legte sich das wieder. Er brachte mich nach Hause, da es dunkel war, konnte ich mich ins Haus schleichen und in mein Bett kriechen.

Von da an flogen wir fast jede Nacht und wurden beste Freunde. Natürlich musste ich das alles streng geheim halten, da ich Angst hatte, dass es auffliegt und der Drache getötet oder gefangen wird. Seit ich den Drachen kennen gelernt habe, hat der Berg nie wieder so komische Geräusche gemacht...

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