Romane & Erzählungen
Bloody Kiss - Blutrotes Verlangen (2)

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"Bloody Kiss - Blutrotes Verlangen (2)"
Veröffentlicht am 31. Januar 2013, 30 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Bloody Kiss - Blutrotes Verlangen (2)

Bloody Kiss - Blutrotes Verlangen (2)

Beschreibung

Layla trifft den gut aussehenden Damian und erfährt durch Ihn, dass sie alles andere als menschlich ist. Zu gleicher Zeit hegt ihr Kumpel Robert für sie Gefühle obwohl er genau weiß, dass sie kein Mensch ist. Verfolgt durch den Zorn der anderen lernt sie Freunde kennen. Doch das heißt noch lange nicht, dass der Feind so leicht aufgibt. Layla muss sterben so ist der Wunsch der manchen. (c) Anastasia / 2013 Bild Quelle : Google.de/VampirLady

Kapitel 2

Kapitel 2



Lange schwarze Haare und blaue Augen. War ich es wieder? Nein. Es war eine ältere Frau und doch war sie wunderschön und hatte Ähnlichkeit mit mir.

Hab keine Angst...“ – hörte ich ihre Stimme, doch ihre Lippen haben sich nicht bewegt. Sie stand reglos vor mir und schaute mich mit ihren Augen an. Etwas darin fühlte sich so warm an, dass es mir gleich besser ging.
Ich schaute sie genau an. Sie hatte ein langes, weißes Gewand an. Ihre elfenbeinfarbene Haut sah fast durchsichtig aus und ihre langen rabenschwarzen Haare waren glatt.

Wer bist du?“- fragte ich sie so leise, dass ich mich wunderte, ob sie mich überhaupt gehört hatte. „Das ist unwichtig, Layla…“ – hörte ich Ihre Stimme. „Du musst aufwachen... wach auf Layla“.



Ich riss die Augen auf, es war dunkel und ich sah nichts. Mein Kopf tat immer noch etwas weh und mein Hals war trocken. Reglos lag ich da und hörte in die Dunkelheit hinein. Zuerst hörte ich nichts, aber dann nahm ich ein leises Gemurmel wahr. Ich konnte kein Wort verstehen, da es zu leise war, aber wie es sich anhörte war jemand grade bei einem Telefonat. Ich versuchte mich zu bewegen und stand langsam auf. Meine Augen hatten sich schon etwas an die Dunkelheit gewöhnt und ich sah ein Zimmer. Ich bemerkte, dass ich wohl auf einem Sofa geschlafen hatte.
Die Fenster waren dunkel und ich stellte fest, dass es draußen Nacht war. Langsam stand ich auf und ging zu Tür. Dabei versuchte ich so wenig Lärm wie möglich zu machen. Ich fuhr etwas zusammen als ich merkte, dass das Gemurmel aufhörte und die Tür aufgerissen wurde.
„Ah, du bist wach.“ – sagte eine tiefe männliche Stimme. Ich schaute nach oben und musterte die Person, dessen Stimme ich gehört hatte.
Er war groß, ungefähr 1,90m und ziemlich gut gebaut. Seine Haare waren fast schulterlang und hatten einen zartbitteren Schokoladenton. Das Licht reflektierte seine Strähnen fast golden. Seine Augen hatten die Farbe von hellem Karamell und musterten mich genauso wie ich ihn. Sein schwarzes Hemd war so eng an seinem Körper, dass es mir nicht entgangen war, wie sexy und muskulös seine Brust aussah. Er hatte dazu enge schwarze Jeans an, die den Rest seines Körpers genauso gut gebaut zeigte. Erst als seine Stimme wieder ertönte, merkte ich, dass ich Ihn wie gebannt anstarrte.
Ich räusperte mich und schaute etwas zur Seite. „Wie heißt du?“ – fragte er mich. In seiner Stimme konnte ich keine bestimmten Gefühle erhören. „Ich bin... Layla“ – sagte ich leise. Mein Blick schweifte wieder zu seinen Augen, aber er drehte sich weg. „ Du bist bestimmt hungrig, ich habe dir was zum Essen gemacht“ – sagte er ohne sich umzudrehen und ging.

Komischer Typ, dachte ich nur und folgte ihm. Ich schaute mich etwas um. Die Wohnung war groß und geräumig, überall waren stilvolle Möbel, die sicher nicht ganz günstig waren. Ich sah keine Bilder und auch keine Fotos. Als wir in die Küche kamen, war der Tisch gedeckt. Es waren frische Brötchen und verschiedene Aufstriche von Frischkäse bis hin zu Marmelade da. Er bot mir ein Stuhl an und goss mir Kaffee in die Tasse. Dann setzte er sich mir gegenüber und starrte mich an.

Ich meine, normalerweise habe ich ja nichts dagegen, aber beim Essen empfinde ich es als unangenehm. Ich begann meinen Kaffee zu trinken und biss von einem Brötchen ab. Als mir die Stille zu unangenehm wurde, fragte ich ihn leise:„ Wie komme ich eigentlich hierher? Und wer bist du?“ Ich schaute ihm genau in die Augen und wartete. „Ich bin Damian.“ Er nahm seine Tasse und trank ein Schluck. „Sag mal Layla, an was erinnerst du dich?“ Er schaute mir genau in die Augen, als er mich das fragte. „Naja, ich kam nach Hause und plötzlich trafen Polizisten ein, die nur wirres Zeug geredet haben. Danach bin ich mit Robert in den Wald abgehauen und dann...“ ich stoppte. Etwas in mir verkrampfte sich und ich erinnerte mich an den Geruch.
Dieser süße und verführerische Geruch, der mich so erregte. „ ROBERT! Wo ist er?“ schrie ich plötzlich und stand so schnell auf, dass mir fast schwindelig wurde.
Damian hob eine Augenbraue hoch und trank wieder ein Schluck. „ Er müsste inzwischen aufgewacht sein. Wahrscheinlich wurde er von den Polizisten gefunden. „ – sagte er, als wäre es das Normalste der Welt. Etwas in mir wurde so wütend, dass es mich sehr viel Mühe kostete, nicht aufzuspringen und ihm an die Kehle zu gehen. Ich erschrak schon bei der Vorstellung, Jemanden wieder in den Hals zu beißen, wie damals bei Robert. Stattdessen rannte ich in das Zimmer, in dem ich geschlafen hatte, und nahm meine Jacke.

Wo willst du hin?“ kam die Frage aus der Küche. Ich antwortete nicht und rannte zur Tür. Kaum wollte ich den Griff berühren, stand er vor mir und versperrte mir den Weg.
„Lass mich durch!“ – fauchte ich. Ein Schnauben kam von ihm und es hörte sich an wie ein Lachen. „Das kann ich nicht.“ sagte er nur, nahm mich bei der Hand und zerrte mich wieder in das Zimmer. Ich versuchte mich zu wehren, aber er war einfach zu stark. Verdammt, er war sogar stärker als Robert, hatte ich das Gefühl. Etwas in mir loderte auf und ich biss Ihm in die Hand. Er schnaubte nur. „ Böses Kätzchen“ – sagte er amüsiert. Danach schubste er mich auf das Bett und beugte sich so vor, dass ich schon dachte, dass er sich auf mich legen würde. Stattdessen streichelte er meinen Hals mit seinen Lippen und flüsterte ins Ohr – „Schön brav sein mein Kätzchen“. Mit diesen Worten stand er auf und ging.
Das Letzte was ich vom ihm hörte, war das Klicken des Türschlosses.
Ich lag auf dem Bett und mein Herz raste immer noch so schnell, als würde es aus meiner Brust schießen wollen. Um mich zu beruhigen schloss ich die Augen und versuchte zu schlafen.

In meinem Traum tauchte wieder das Mädchen auf. Diesmal war es dieselbe Szene in dem Raum. Das Mädchen trank Blut und dann ging sie auf mich zu. Ich hörte ein Kichern und sah nur, dass sie meine Hand ergriff und ihre Fänge in meine zarte elfenbeinfarbene Haut eingrub. Auf einmal wurde es dunkel und ich erwachte.
Das erste, was ich sah, waren die goldenen Augen, die mich besorgt musterten.
„Ist alles okay? Du hast geschrien in deinem Traum“
„Nein, nichts ist okay. Ich will nach Hause, meine Eltern und Robert sehen. Und mein Leben wieder so leben wie früher!“ - meine Stimme brach und erst jetzt bemerkte ich, dass Tränen aus meinen Augen kamen. Ich saß auf einem Bett in der Wohnung eines Fremden und weinte. Toll. Kann es noch schlimmer kommen?

Du kannst nicht zurück“ – sagte er mit einer ruhigen Stimme. Ruckartig schaute in ihn fassungslos an. Seine Worte drängten sich langsam in meinen Kopf und ich verstand, was er meinte. „Was redest du da?“ Ich versuchte, nicht panisch zu klingen, aber es gelang mir nicht. Er schaute wieder in meine Augen und sagte jedes Wort betont.
„Layla, du kannst nicht mehr nach Hause zurück.“ Wie ein Stromschlag kamen diese Worte aus seinem Mund und weitere Tränen liefen mir über die Wangen.
„ Aber wieso denn nicht? „ Verzweiflung kam aus meiner Stimme. „Weil du anders bist. Du bist kein Mensch, Layla“ – sagte er ruhig und legte seine Hand auf meine. Doch ich zog meine zurück und schrie „ Was redest du da für ein wirres Zeug? Bist du bescheuert?“
Er schaute mich nur mitleidend an und sagte ruhig – „ Sag mir bitte, wie dir sein Blut geschmeckt hat.“
Schmerz und Entsetzen durchfuhren mich. Woher wusste er das? Und wieso sagte ein Teil von mir, dass er Recht hatte?
Ich erinnerte mich daran, wie das Blut von Robert geschmeckt hatte. „Es war… süß und hat gut geschmeckt“ – sagte ich fast flüsternd. Ich hob meinen Kopf etwas und schaute Ihn an. „Denkst du wirklich, dass einem
Menschen Blut süß schmeckt? Ist das Blut von einem Menschen für andere so köstlich und unwiderstehlich?“
Er hat Recht. Ich war definitiv kein Mensch. Ein normaler Mensch würde nie im Leben Menschenblut trinken und es auch noch so toll finden. Ich ergriff seine Hand und flüsterte – „Was bin ich dann?“
Seine Augen begegneten meinen und fast hatte ich das Gefühl, Trauer und Mitleid gesehen zu haben, doch dann waren seine Züge wieder ausdruckslos und er antwortete. „ Ein Halbblut“
Ich schaute ihn fassungslos an. „Halbblut? Was bedeutet das?“ – fragte ich verdutzt.
Er setzte sich neben mich und sein Blick war auf mich gerichtet. Seine wunderschönen Karamellaugen schauten mich mitleidend an.
„In dir müsste das Blut der Vampire sein. Zu früheren Zeiten war es üblich, dass Vampire und Menschen sich ineinander verliebten und die Menschen von Vampiren Kinder bekamen. Keiner konnte erklären warum. Solche Kinder waren eine große Gefahr, denn viele glaubten, dass sie unkontrollierbar waren. Die meisten wurden vernichtet, aber manche haben es geschafft, zu überleben, da ihre Eltern mit ihnen geflohen sind.“ – seine Augen schauten plötzlich unheimlich traurig. Als ich ihn so sah, habe ich nicht mal gemerkt, wie meine Hand plötzlich seinem Gesicht begegnete und ich seine Wange streichelte. Die Berührung fühlte sich an wie ein kleiner Elektroschlag. Er schaute mir wieder in die Augen und sprach weiter. „ Du bist ein Halbblut, ich spüre nämlich deine Aura. Sie ist stark. So stark, dass es nicht sein kann, dass du NUR ein Halbblut bist. Aber du bist es, kein Zweifel.“ Er legte seine Hand auf meine und schaute mir in die Augen. „Dein Herz schlägt und du bist so warm.“ Seine Finger streichelten meine Hand und seine Berührung fühlte sich kalt an, doch es machte mir nichts aus.
Ich wollte ihn noch mehr berühren. Ich wusste nicht, wieso ich so ein Gefühl verspürte. Er rückte etwas näher zu mir und fast hätte ich gedacht, dass er das Gleiche fühlt wie ich und dass er mich auch berühren will. Plötzlich klingelte sein Handy und dieses Gefühl Nähe wurde gebrochen. Er stand auf und ging sofort aus dem Zimmer.
Nach geschätzten drei Minuten kam er wieder in das Zimmer rein und sah mich an, mit einem Gesichtsausdruck, der mir sagte, dass etwas passiert sein musste. Seine Augen waren kalt und ausdruckslos. Reglos stand er vor mir, dann huschte etwas wie Vorsicht in seine Augen und er sprach :“ Layla, ich muss kurz weg. Bleibe bitte hier und geh nirgendwo hin. Egal wo du bist, ich finde dich.“
Mein Blick wich nicht von seinen Augen. Ich nickte nur. Eine Weile blieb er noch stehen und ging dann aus dem Zimmer. Diesmal schloss er mich nicht. Er war schon längst weg, aber mein Herz schlug immer noch so unglaublich schnell und mir war warm.

Ich lag auf dem Bett und lauschte. Die Stille wurde ab und an durch das Zwitschern der Vögel unterbrochen. Die Sonne ließ ihre leichten Strahlen durch die Vorhänge auf meine blasse Haut schweifen. Es prickelte etwas, aber es war ein schönes und angenehmes Gefühl. Ich sprang von meinem Bett auf und rannte ins Bad. Mit einer schnellen Bewegung spritzte ich mir kaltes Wasser ins Gesicht und schloss zum Nachdenken die Augen. Layla, sagte ich mir im Stillen. Entweder jetzt oder nie. Ich zog schnell meine Jacke über das Top und band mir meine Haare zu einem Pferdeschwanz. Die Eingangstür war, wie ich es erwartet habe, verschlossen. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich mich im Erdgeschoss befand. Ohne nachzudenken machte ich das Fenster auf und krabbelte heraus.

Draußen war es frisch. Der leichte Wind, wie eine kleine Brise, umarmte meinen Nacken und mein Gesicht. Der Rest der Müdigkeit löste sich auf und ich war munter. Die Gegend erinnerte mich an einen Wald, denn es waren außer dem Haus, wo ich mich befand, keine anderen Gebäude zu sehen. Ich blickte nochmal nach rechts und links und machte mich auf den Weg.


Der Weg schien kein Ende zu haben. Mittlerweile war ich ziemlich aus der Puste und als ich eine Autostraße gesehen habe, war ich erleichtert. Mit einer verrückten Geschwindigkeit rasten die Autos hin und her. So in der Frühe waren wohl alle gerade unterwegs zu ihren Arbeitsstellen. Ich blieb vorsichtig an der Straßenkante stehen und versuchte, auf mich aufmerksam zu machen. Die Autos rasten einfach vorbei, als wäre ich gar nicht da. Kein Wunder, wer würde schon für eine Frau so früh am Morgen anhalten? Nach ein paar Minuten hielt tatsächlich ein Auto an.
Eine junge Frau, im Alter von vielleicht 20 Jahren, saß am Steuer. Mit einem engelhaften Lächeln sprach sie mich an. „ Möchtest du mitfahren?“

Ihre wellige
n und schulterlangen Haare leuchteten im Licht und ihre Augen hatten die Farbe des Waldes. Solche grüne Augen habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Ich räusperte mich und schaute sie vorsichtig an - „ Würde es dir was ausmachen, mich in die Stadt zu fahren?“ Meine Stimme war leise, denn ich wollte nicht irgendwie komisch vorkommen. Auf ihrem Gesicht erschien ein süßes Lächeln, dass sie noch jünger aussehen ließ. „Steig ein“ - sagte sie und machte die Tür auf. Ich zögerte noch etwas, stieg aber trotzdem ein. Während der Fahrt sprachen wir nicht und ich machte die Augen zu. Ich fragte mich, was wohl dieser Typ sagen wird, wenn er merkt, dass ich abgehauen bin. Er wird bestimmt sehr wütend sein. Ich hatte jetzt schon Angst, dass er mich ausfindig machen würde. Eine fröhliche Stimme riss mich aus meinen Gedanken heraus. „Wir sind da“.
Als ich aus dem Fenster blickte, erstarrte ich. Vor meinen Augen war mein Haus. Schweigend stieg ich aus dem Auto aus und betrachtete das vertraute Gebäude. Ich erinnerte mich an gestern. Die Polizisten und Anna. Und meine Eltern, ich stutzte, was ist mit meinen Eltern? Ich drehte mich nochmal zum Auto hin. „Danke“ - sagte ich verwirrt. „ Aber woher wusstest du wo ich wohne?“
Die Frau lächelte mich an - „ Wir sehen uns noch, Layla“. Mit diesen Worten fuhr sie los
und ließ mich immer noch so verwirrt da stehen.


Mein Blick wich immer von einer Seite zur anderen, um sicher zu stellen, dass keine Polizisten sich hier aufhalten. Alles schien ruhig zu sein. Langsam ging ich zu der Tür und klingelte. Die Tür wurde nur ein Spalt geöffnet und meine Mutter schaute vorsichtig aus dem Haus heraus. Als sie mich sah, weiteten sich ihre Augen und sie sprach leise : „ Layla, mein Schatz komm schnell rein“.

Als ich im Haus war umarmte sie mich stürmisch. „Wo warst du Layla?“ - fragte sie mit Tränen in den Augen. „ Robert macht sich solche Sorgen um dich. Er ist in deinem Zimmer.“
„ Warte Mom...“ - sagte ich langsam. Doch sie drängte mich zu der Treppe. Mit einem Seufzen ging ich nach oben und machte meine Zimmertür auf. Auf meinem Bett hat es sich Robert ganz gemütlich gemacht.
Seine Augen waren geschlossen und er atmete ganz langsam. Ich kam ein paar Schritte näher und betrachtete sein Gesicht. Seine Haare waren zerzaust und eine Strähne lag auf seinen geschlossenen Augen. Vorsichtig strich ich sie weg und in dem Moment machte er seine Augen auf.

Sein Blick war zuerst nur schläfrig und dann erstarrte er, als wäre sein Traum in tausend Scherben zerbrochen. Binnen Sekunden sprang er vom Bett und umarmte mich stürmisch. Er hielt mich so fest, dass ich kaum Luft bekam. Ich schob ihn etwas von mir weg und atmete tief ein. Mein Blick traf seinen und es lag viel Freude in ihm. Endlich riss ich mich zusammen und sprach: „ Robert, ist alles mit dir in Ordnung?“ Ich schaute ihn besorgt an, konnte aber keine Verletzungen bemerken.
Er fing plötzlich an zu lachen. „Layla, du wurdest von paranoiden Bullen verfolgt, findest mich sehr schmackhaft und warst 3 Tage verschwunden. Und du fragst dich ob es MIR gut geht?“ Ich funkelte ihn an. „ Wer ist denn hier schmackhaft?“ - fauchte ich. Erst jetzt drängte sich der letzte Teil seines Satzes in meinen Kopf.
„3 Tage???“ - schrie ich. Sein Blick verfinsterte sich und er nickte nur. Mein Gott... war ich etwa ganze 3 Tage bewusstlos? Sowas ist doch nicht normal. Naja, aber ich selber bin ja auch nicht normal. Mir wurde etwas schwindelig und ich setzte mich auf mein Bett. „Layla, ist alles ok? Willst du dich etwas ausruhen?“ - fragte Robert besorgt. Er setzte sich neben mich und musterte mich. Dann strich er mir eine Haarsträhne hinter mein Ohr und seine warmen Finger glitten über meine Wange. So warme Finger, dachte ich. Damians Finger waren so kühl. Ich versuchte wieder an etwas Anderes zu denken. Wieso denke ich denn gerade jetzt an diesen Typen?
Robert strich mir wieder über die Wange, seine Finger glitten auf meine Lippen und er beugte sich langsam vor, um mich zu küssen.
Da hörte ich wieder dieses Geräusch. Es waren die Schläge seines Herzens. So gleichmäßig. Sein Herz begann schneller zu schlagen, als er fast meine Lippen berührte. Ich stieß ihn von mir weg und rutschte ein Stück beiseite. Er schien verwirrt zu sein und sein Blick wurde traurig. Ich habe ihn verletzt. Meine Augen begangen zu stechen und Tränen liefen über mein Gesicht. „Robert, ich kann nicht...“
Er rutschte zu mir näher und wollte mich umarmen, als mir plötzlich die Worte raus platzten : „Ich bin kein Mensch, Rob!“ Er blieb erstarrt sitzen und musterte mich vorsichtig. „Layla, was redest du da?“ - brach er schließlich die Stille ab. „Natürlich bist du ein Mensch. Was sollst du denn sonst sein, Dummerchen“- sagte er lieb und umarmte mich. Er war so warm. Seine Wärme war so natürlich und angenehm. Ich atmete tief ein. Robert roch nach Shampoo und gutem Parfüm. Meine Hände glitten über seinen Rücken. „Rob, dein Parfüm...“ - setzte ich an, aber er lachte sofort. „ Das ist das Parfüm, dass du mir geschenkt hast, Schatz“. Ein Stechen spürte ich in meinem Herzen. Ich löste mich aus seiner Umarmung, allerdings langsam, damit ich ihn nicht noch mehr verletze. Ich richtete meinen Blick genau auf seine Augen. „Robert, ich bin ein Halbblut.“ Meine Stimme war ruhig, aber sicher. Er hielt meine Hände, als ich das sagte und zeigte weder Angst noch Belustigung.
„Ein Halbblut?“

Ich bin nur zur Hälfte ein Mensch...“. Ich schaute weg. Es war ein komisches Gefühl, ihm so etwas Abnormales erzählen zu müssen. Mein Herz blieb fast stehen. Robert hielt immer noch meine Hand und sein Griff wurde fester. Seine andere Hand berührte mein Gesicht. Er fing meinen Blick mit seinen Augen auf und streichelte meine Wange.
„Layla, es ist alles in Ordnung.“ Seine Stimme war rauer geworden und so leise wie ein Flüstern. Ich schloss meine Augen, denn ich konnte ihn einfach nicht anschauen. Wieso machte es ihn nichts aus, dass ich kein Mensch war? Warum reagiert er so ruhig? Ich spürte seinen Atem an meinen Lippen. Mir war klar, dass er mich küssen wollte, doch ich spürte nicht diese Zuneigung wie er. Seine Lippen lagen schon auf meinen, als die Tür aufgerissen wurde.

 

Die Aura, die zusammen mit der Person ins Zimmer gestürmt ist, nahm den ganzen Raum ein. Es prickelte nicht nur, sondern lief als ein Schauder über meine Haut. Auf einmal war mir so kalt, als wäre ich in einer Badewanne mit eiskaltem Wasser. Robert drehte sich abrupt um und blickte in die karamellfarbenden Augen.

Layla!“ Damians Stimme war laut und gereizt. „D...Damian?“ Na toll. Jetzt konnte ich nicht mal normal reden und musste stottern. Ich sprang von meinem Bett und ging auf ihn zu. „Wie zum Teufel hast du mich gefunden?“

Auf einmal hörte ich seinen Satz, denn er mir heute Morgen gesagt hat.

Egal wo du bist, ich finde dich.“

Er schnappte sich mein Handgelenk und zerrte mich zu sich. „Verdammt Layla, du kannst hier nicht einfach aufkreuzen!“. Robert stand auf und stellte sich zwischen uns. In seinen Augen stand Wut geschrieben und er schlug Damians Hand zur Seite.
„Fass sie nicht nochmal an!“ - zischte er. Erst jetzt richtete Damian seine Aufmerksamkeit Robert zu. „Sonst was?“- zischte er zurück.
Robert stand genau Damian gegenüber und funkelte ihn wütend an. Ich schaute immer wieder zu den beiden, und wusste nicht, um wen ich mir Sorgen machen sollte.
Dann ergriff ich vorsichtig Damians Hand und flüsterte: „ Hör auf, er hat damit nichts zu tun“.
Womit habe ich nichts zu tun?“ - fragte Robert verärgert. „Layla, was hast du mit dem Typen ?“.

Damian schnaubte und zog eine Augenbraue hoch. Dann ergriff er wieder meine Hand und zog mich, diesmal langsamer, an sich. „ Ach... weißt du? Layla hat nur die letzten drei Tage bei mir verbracht.“ - sagte er grinsend. Roberts ganzer Körper zitterte. Er war wie eine Zeitbombe, die jede Sekunde explodieren konnte. „Du Bastard!“ - zischte Rob, bevor er sich auf Damian stürzte.
Es geschah alles binnen von Sekunden, aber mir kam es wie lange Minuten vor. Robert schnappte sich die Schere, die a
uf meinem Tisch lag und rannte auf Damian zu. Mit einer schnellen Bewegung rammte er ihm die Schere ins Herz. Mein Körper sank auf den Boden und ich konnte nicht aufhören zu zittern. Was hat er getan?
Er hat Damian umgebracht.


Vor meinen Augen fing alles an zu verschwimmen. Selbst mein Herz schien stehen geblieben zu sein. Roberts Wut war wie weggefegt. Er starrte die Schere im Damians Herz an, bevor er genau so wie ich zu Boden sank.

Du elender Wichser hast mein neues Hemd ruiniert“ hörte ich Damians Stimme sagen. Dann ein Schnauben und wieder seine Stimme. „ Hast wohl ganz viel Mumm, mir eine Schere ins Herz zu rammen was?“
Ein
en Moment lang starrte ich ins Leere. „Layla, sieh mich an“ - wieder Damians Stimme. Diesmal war sein gereizter Ton weg. Ich richtete langsam und vorsichtig meinen Blick auf ihn. Die Schere steckte immer noch in seinem Herz. Ohne mit der Wimper zu zucken nahm er sich die Schere heraus. Das Blut lief ein paar Sekunden aus der Wunde heraus und hörte auf.

Einen kurzen Moment stand ich nur da und konnte mich nicht einmal bewegen. So geschockt war ich.
Als ich wieder klar denken konnte, stand ich auf und rannte auf Damian zu. Ohne nachzudenken musterte ich die Wunde. Doch da war nichts. Nicht mal ein Kratzer. Um mich zu vergewissern fuhr ich kurz mit den Fingern um
die Stelle, wo die Wunde eigentlich sein sollte. Seine Brust war kühl und hart wie Marmor. Sie war so makellos. Erst als ich seine gewaltige Aura um mich herum spürte, wurde mit klar, dass ich ihn immer noch berührte. Peinlich berührt wich ich ein Stück vom ihm weg.

War er sauer, dass ich ihn angefasst habe?
Ich richtete mein
en Blick auf ihn und kurz flackerte etwas in seinen Augen. Seine Aura legte sich und sein Blick wurde wieder ausdruckslos.

Was zum Teufel bist du???“ Roberts Stimme zerbrach die Stille und ich fuhr zusammen. Ich hatte ganz vergessen, dass Robert hier ist. Meine Aufmerksamkeit war wieder ihm gerichtet.

Layla, sag bloß nicht, dass du was mit diesem Monster hast?“. Wut stieg in mir auf. „Monster?“ - fauchte ich. Robert sah mich verdutzt an. „Layla“ - setzte er an doch ich unterbrach ihn. „Wenn du Damian Monster nennst, dann bin ich wohl nicht weniger ein Monster als er. Oder hast du vor lauter Eifersucht schon vergessen, was ich dir anvertraut habe?“ Damian gab ein Prusten vor sich, was eher an ein Lachen erinnerte und Robert funkelte ihn wütend an.

Rob versuchte meine Hand zu nehmen, doch ich schlug sie weg. „Fass mich nicht an“ - fauchte ich. „Ich bin ja schließlich ein Monster“
„Layla, du weißt genau, dass ich dich damit nicht gemeint habe.“

Mein Gehirn setzte aus und dann wurde mir bewusst, was ich zu tun habe. „Damian?“ - sagte ich.
„Ja?“ Ich schaute ihn ernst an. „
Bist du auch wie ich? Ein Halbblut?“. Er schwieg einen Moment. „So ungefähr, Schatz“. „Nenn sie nicht Schatz“ - fauchte Robert, aber ich ignorierte ihn und Damian gab nur ein Schnauben vor sich.
Du hast gesagt, dass ich hier nicht einfach aufkreuzen darf, aber warum?“ Er richtete seine ganze Aufmerksamkeit mir zu. „Du darfst nicht. Du bist in Gefahr und bringst damit andere Sterbliche in deine gefährliche Lage.“ Ich straffte meine Schultern und sah ihn wieder an. „Wenn du auf meiner Seite bist, und mir hilfst, dann werde ich mit dir gehen“
„Nein Layla!“ - schrie Robert, doch ich hatte mich schon entschieden.
Etwas wie Erleichterung und Triumph flackerte in seinen Augen. „Ich werde dir helfen, Layla“.
„Dann hilf mir, meine Sachen zu packen.„ Damian fing an, meine Klamotten und andere Sachen in eine Reisetasche zu stopfen und ich ging langsam auf Robert zu.
Er stand reglos da und starrte mich an. Sein Gesicht war schmerzverzerrt. „Rob...“ setzte ich an. „Bitte verstehe mich. Ich will doch nur, dass du und meine Eltern in Sicherheit sind.“ Er verzog sein Gesicht und drehte sich von mir weg. „Na klar. Und der Wichser hat damit nichts zu tun was?“
Rob...“ Ich nahm seine Hand und lehnte mich an seinen Rücken.
„Layla...“ Er riss meine Hand weg und ging in Richtung Tür. Ein kurzer Blick zu mir und seine Wörter, die er mir als letztes sagte. „ Mach was du willst“.
Ich schaute ihm gerade hinterher, als mich Damian aus meinen Gedanken riss. „ Layla, wir müssen sofort verschwinden!“. Er schnappte sich meine Hand und rannte mit mir die Treppe runter.
„ Layla, mein Schatz was ist los?“ Die erschrockene Stimme von meiner Mutter und
ihr Gesicht voller Schmerzen, werden noch lange in meinem Kopf schwirren.

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Anastasia

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