Romane & Erzählungen
Losing Control (3) - Kapitel 3

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"Losing Control (3) - Kapitel 3"
Veröffentlicht am 01. Februar 2013, 6 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Losing Control (3) - Kapitel 3

Losing Control (3) - Kapitel 3

Kapitel 3

„Hier!“

Jenna reichte mir ein Glas Wasser, dass ich dankend annahm. Wir saßen nun beide nebeneinander, nachdem sie mir freundlicherweise wieder aufgeholfen hatte.

Ich konnte immer noch nicht glauben, was sich da vor wenigen Minuten abgespielt hatte. Dieser Schmerz, der mich wie aus heiterem Himmel durchfuhr, war einfach unerträglich. So etwas war mir noch nie passiert und ich war nicht scharf drauf, dass noch einmal erleben zu müssen.

Ohne wirklich darüber nachzudenken, berührte ich die kleine Wunde am Nacken, die mir John zugeführt hatte. Vielleicht verlor ich gerade meinen Verstand. Aber war es tatsächlich möglich, dass dieser Chip etwas damit zu tun hatte?

Nein, auf keinen Fall. Das konnte einfach nicht sein.

„Alles klar?“ Jenna klang nicht sonderlich besorgt, ich erkannte diese leichte Gereiztheit in ihrer Stimme. Was musste sie nur von mir denken? Ich warf so schon kein gutes Bild auf sie, weil ich mir vor einigen Jahren etwas zu Schulden kommen ließ. Und nun musste ich dieser Frau etwas anvertrauen, weil mir einfach keine Wahl blieb.

Ich nippte kurz an meinem Glas und nickte leicht.

„Gut, dann erklär mir doch mal bitte kurz, was das eben sollte! Bist du krank?“ wollte sie wissen.

„Ich bin nicht krank, Jenna!“

„Wie dem auch sei! Als ob mich das interessieren würde!“ schnaubte sie und verschränkte beide Arme vor der Brust.

Mir war die Situation alles andere als angenehm. Allein ihr Blick machte mich auf eine gewisse Art und Weise nervös. Nicht, dass ich Angst vor ihr hatte, aber manchmal konnte sie richtig zickig sein. Sie machte auch keinen Hehl daraus, dass sie mich nicht leiden konnte. Genau aus diesem Grund hasste ich diese Treffen zu dritt, wenn Melinda mit dabei war.

„Du hast gesagt, dass Melinda etwas zugestoßen sei! Also, ich höre!“ Jenna riss mich aus meinen Gedanken, ich starrte sie an. Sie glaubte mir einfach nicht.

„Du hast mir nicht zugehört. Ich habe dir gesagt, dass ich glaube, sie sei tot.“

„Das ist doch absoluter Schwachsinn, Matt. Was ist nur mit dir los?“

In diesem Moment rang ich mit mir selbst. Jetzt war es an der Zeit, Jenna die Wahrheit zu sagen. Endlich die Karten auf den Tisch zu legen, doch das war schwieriger als ich dachte. Ich durfte sie nicht mit irgendwelchen Äußerungen verjagen. Vielleicht würde ich ihr auch nur das Wichtigste erzählen. Nur so viel, dass sie mir ihre Hilfe zusagen würde. Ich musste es probieren.

„Ich weiß, dass wir beide keinen guten Start hatten. Aber hier geht es um Melinda“, begann ich. „Ich will nur, dass du mir für einen Moment zuhörst, okay?“

„Also jetzt hörst du mir mal zu. Du wirst jetzt schön deinen Arsch hier raus bewegen und mich in Ruhe lassen. Ich hab dich nämlich langsam satt, weißt du. Wenn du mit Melinda Streit hattest, dann wird sie sicherlich bald wieder auf deiner Matte stehen.“
Jenna war im Begriff zu gehen, doch ich hielt sie zurück, in dem ich ihr Handgelenk packte.

“Melinda und ich hatten Kontakt zu John Garver!“

Das allein reichte aus, um Jennas ganze Aufmerksamkeit zu wecken.

„Wie bitte? Was habt ihr denn mit dem am Hut?“

„Komm, setz dich wieder. Bitte, ich erklär es dir.“

Sie ging auf meine Worte ein. Ich war mir nicht sicher, ob sie mir glaubte, doch sie würde mich anhören und das reichte mir erst einmal.

„Melinda wandte sich vor vielen Monaten an Garver. Sie bat ihn darum, sie in seine Sitzungen mit einzubeziehen. Sie habe von einem neuen Test gehört, an dem sie unbedingt teilnehmen wollte. Wir beide haben nie darüber gesprochen, weil es mich ehrlich gesagt nicht interessiert hat. Bis sie mir eines Tages eröffnete, dass es eine Möglichkeit gäbe, wie sie doch schwanger werden könnte. Und von diesem Zeitpunkt an begleitete ich sie zu jedem Termin!“

„Das soll wohl ein Witz sein. Ich dachte, es wurde nachgewiesen, das Melinda nicht schwanger werden kann!?“

„Davon sind wir ja auch ausgegangen. Aber Melinda fand sich einfach nicht mit dieser Situation ab. Also suchte sie im Internet...“

„... und fand diesen Quacksalber!“ beendete sie meinen Satz.

„Genau. Zugegeben, ich war anfangs auch nicht begeistert, doch er machte uns Hoffnung. Und wir stiegen voll darauf ein.“

„Was ist dann passiert?“ hakte Jenna nach.

„Es war wirklich merkwürdig. Mit einem Mal fanden keine Sitzungen mehr statt. Garver vertröstete uns. Es wäre im Moment einfach nicht möglich, diese Tests weiter durchzuführen. Melinda war sogar so verzweifelt, dass sie ihn anbettelte weiter zu machen. Sie beschloss, ihn ein letztes Mal aufzusuchen und ihm persönlich zu erklären, wie wichtig ihr all das sei. Anscheinend hatte sie damit Erfolg. Garver machte weiter. Und von da an erkannte ich Melinda einfach nicht wieder. Irgendetwas hatte sich verändert.“

Jenna musterte mich. Sicherlich haderte sie mit sich. Insgeheim hoffte ich, dass sie mir weiterhelfen würde, denn ich war mir sicher, dass Melinda noch lebte und ich musste sie einfach finden.

„In meiner Gegenwart hat sie sich immer normal verhalten. Aber mit mir war sie meistens nur ein paar Stunden zusammen. Und Menschen können sich hervorragend verstellen!“ sagte sie vor sich hin.

„Heißt das, du hilfst mir?“
„Was hast du denn als nächstes vor?“ wollte sie wissen.

„Wir müssen diesen Professor finden. Ich war gestern bei ihm.“

„Du warst was...?“

„Dieser kranke Typ hat mir...“

Doch bevor ich den Satz aussprechen konnte, überfiel mich eine neue Welle des Schmerzes, den ich doch nie wieder spüren wollte.

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Fluegelschlag Re: -
Zitat: (Original von ElisabethBlack am 09.02.2013 - 17:14 Uhr) Die Dialoge sind dir echt gelungen. Gibt es irgendwo auch eine Erklärung, warum Jenna Matt so hasst?
Bis irgendwann einmal, Elizabeth Black


Hey,

also die Erklärung, warum das Verhältnis mit Jenna und Matt so schwierig ist kommt natürlich noch. Das wird in den nächsten Kapiteln alles noch aufgeklärt ;)

Danke dir für deinen Kommentar.

LG
Vor langer Zeit - Antworten
ElisabethBlack Die Dialoge sind dir echt gelungen. Gibt es irgendwo auch eine Erklärung, warum Jenna Matt so hasst?
Bis irgendwann einmal, Elizabeth Black
Vor langer Zeit - Antworten
Fluegelschlag Re: In der Kürze ... -
Zitat: (Original von PorterThomson am 02.02.2013 - 22:01 Uhr) liegt vielleicht die Würze! ;-) Hier hat sich nun Deine Geschichte versteckt! Ich habe sie erst bei den Krimis gesucht. Aber Du hast einen sehr guten Schreibstil. Ich geb Dir fünf!
LG Porter Thomson


Ja das muss ich auf jeden Fall nochmal ändern!;) hab ich jetzt gar nicht drauf geachtet.
Vielen Dank für die 5 Sterne und der nächste Teil folgt bald!:)

Liebe Grüße
Vor langer Zeit - Antworten
PorterThomson In der Kürze ... - liegt vielleicht die Würze! ;-) Hier hat sich nun Deine Geschichte versteckt! Ich habe sie erst bei den Krimis gesucht. Aber Du hast einen sehr guten Schreibstil. Ich geb Dir fünf!
LG Porter Thomson
Vor langer Zeit - Antworten
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