Gedichte
Die Geschichte einer verkorksten Nacht - Der Hein hat´s nicht leicht

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"Die Geschichte einer verkorksten Nacht - Der Hein hat´s nicht leicht"
Veröffentlicht am 01. Januar 2013, 14 Seiten
Kategorie Gedichte
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Die Geschichte einer verkorksten Nacht - Der Hein hat´s nicht leicht

Die Geschichte einer verkorksten Nacht - Der Hein hat´s nicht leicht

Zähne putzen, rein ins Bett,

ach wie ist das doch hier nett.

Doch herrje, vertan, vertan,

hab ja noch Klamotten an.

Also wieder rausgewühlt

und dabei zur Uhr geschielt.

Was ist das doch schon wieder spät,

oder wurd´ dran rum gedreht?

Aus allem raus, was mich jetzt stört

und nicht ins Bett hinein gehört.

So, nun bin ich ziemlich „blank“,

nur noch alles rein in den Schrank.

Ein kleiner Sprung, schon lieg ich drin,

doch was kommt mir nun in den Sinn.

Ist überall das Licht wohl aus?

Ich renne noch mal durch das Haus.

Fast vergessen, hab ja nix an,

ist egal, wer stört sich dran.

Ist ja sonst auch keiner da,

der da macht großes Trara

Alle Lampen nachgesehen,

sogar die, die nicht mehr gehen.

Auch noch schnell den Zähler schlagen,

was hab ich Stress an manchen Tagen.

Oh, siedend heiß fällt mir noch ein,

muss auch noch schnell in den Garten rein.

Hier sprudelt leise vor sich hin,

der Springbrunnen, mit Wasser drin.

Gesagt, getan, schon geht’s hinaus

aus dem gemütlich kleinen Haus.

Zum Brunnen hin, im Schweinsgalopp,

die Tür, die schließt mit sattem Plopp.

Das war ja klar, denk ich noch schnell,

zum Glück ist es noch lang nicht hell.

Den Vollmond kann ich auch nicht sehen,

da viele Wolken am Himmel stehen.

Glücklich sehe ich nach oben rauf,

da steht ja noch mein Fenster auf.

Doch wo, zum Kuckuck, liegt die Leiter,

das Pech verfolgt mich immer weiter.

Nun weiß ich wieder, Manfred war´s

mein Nachbar, mit dem Aug aus Glas.

Vorm halben Jahr viel es ihm ein,

die Leiter mal schnell auszuleihen.

Das er sie wiederbringt, kann dauern,

so lange kann ich hier nicht lauern.

Da liegt die Leiter, warm und trocken

und ich darf nackt im Garten hocken.

Was bleibt mir nun noch anders über,

ich muss mal schnell zum Nachbarn rüber.

Die Leiter suchen, das ist klar,

ich denke nicht an die Gefahr.

Was ihr nicht wisst, ich geb es kund,

der Manfred hat ´nen großen Hund.

Doch meistens ist er an der Leine,

er beißt sonst gern in alle Beine.

Nun geht es los, den Zaun entlang

Ganz ehrlich, langsam wird mir bang.

Ist das Hündchen wohl noch draußen,

aus Angst wird langsam Muffensausen.

Es nützt ja nichts, ich brauch die Leiter,

sonst komme ich hier nicht mehr weiter.

Da ist die Tür im Gartenzaun,

erst mal um die Ecke schaun.

Ich seh ihn nicht, soll nichts bedeuten,

das macht er so bei allen Leuten.

Die Finsternis, die hilft mir sehr,

dann sieht mich auch der Hund nicht mehr.

Nur seh ich auch nicht, das ist blöd,

renn mitten durch´s Gemüsebeet.

Oh, was ist das, wird es schon hell?

Die Wolken ziehen weg ganz schnell.

Der Mond, er strahlt im vollen Glanz,

erleuchtet Manfreds Garten ganz.

Verstecken hilft nun auch nicht mehr,

der Weg zur Leiter wird sehr schwer.

Wo ist sie wohl, hab keinen Plan,

was hat man mir nur angetan.

Ich schätz, sie liegt beim Gartenhaus,

wenn nicht, bricht langsam Panik aus.

Glück gehabt, ich seh sie schon,

doch oh je, was für ein Clown.

Aus Angst vor Dieben auf ihren Runden,

hat er den Hund davor gebunden.

Nun gilt es, auf ganz leisen Sohlen,

die Leiter von dort weg zu holen.

Ich schleiche, wie einst Winnetou,

ich hoffe, mir sieht keiner zu.

Jetzt bin ich da, der Hund schläft friedlich,

ist klar, die Sorgen habe ja nur ich.

Die Leiter hoch und auf die Schulter

Denke ich noch, doch plötzlich knurrt er.

Leiter weg, kommt mir in Sinn,

doch wo renne ich jetzt hin.

Der Hund kommt kläffend hinterher,

die Kette ist wohl gar nicht schwer.

Schnell um zwei Bäume rumgerannt,

schon ist die Kette fest gespannt.

Bello ist fest, liegt in zwei Pfützen,

die Leiter kann er nicht mehr schützen.

Das Gekläffe wird nun immer lauter,

weckt den Nachbarn, aus dem Fenster schaut er.

Der versucht, ihn ruhig zu stellen,

wird nicht gelingen, wird weiter bellen.

Manfred kommt, groß sein Gejammer,

holt den Hund in seine Kammer.

Der Weg ist frei, was für ein Glück,

die Leiter hole ich mir jetzt zurück.

Doch was ist nun, man ahnt es nicht,

in vielen Häusern ist nun Licht.

Die Nachbarn, aufgeschreckt vom Hunde,

machen alle ihre Runde.

Zu gucken, ist hier was passiert

und schauen dabei ungeniert

auch in Manfreds Garten rein,

ich mache mich jetzt sehr, sehr klein.

Das dauert so ´ne halbe Stund,

auch auf der Straße geht es rund.

Der eine scherzt, der andere lacht,

dabei ist es doch tiefe Nacht.

Doch langsam trollen sich doch alle,

und gehen zurück in die Falle.

Ich aber bleibe im Versteck,

vielleicht sind noch nicht alle weg.

Und siehe da, ich hab´s geahnt,

da kommt ein Jogger angerannt.

Ich kann jetzt nur noch weiter warten,

Jetzt kommt der Kerl noch in den Garten.

Es sieht so aus, als sucht es was,

macht sich ganz klein und schleicht durchs Gras.

Gebückt kommt er ganz langsam weiter

und nähert sich jetzt meiner Leiter.

Ein Dieb, schießt es durch meinen Kopf,

entnervt fasse ich an meinen Schopf.

Was mach ich nur, wie geht es weiter,

schon ist er bei meiner Leiter.

Er hebt sie hoch, leicht ist sie nicht,

das Licht fällt kurz auf sein Gesicht.

Der blöde Kerl, wie stopp ich ihn,

wohl kaum mit einem Schlag auf´s Kinn…

Das kann nicht sein, gleich ist er weg,

ich hocke immer noch im Dreck.

Oh, auf der Leine hängt ein Rock,

daneben steht ein langer Stock.

Das Röckchen an, Stock in die Hand

Und schnell noch hinterher gerannt.

Kurz vor dem Tor hol ich ihn ein

Und haue kräftig an sein Bein.

Er stolpert und fällt auf die Nase,

aus dem Gebüsch hoppelt ein Hase.

Das spielt hier jetzt zwar keine Rolle,

ach so, dass Röckchen ist aus Wolle.

Dem Dieb, dem fessele ich die Beine

mit der langen Wäscheleine.

Auch die Hände bind ich fest,

dass gibt dem Bösewicht den Rest.

An flüchten braucht er nicht zu denken,

sonst wird er sich nur bös verrenken.

Ich schnappe mir mein Beutestück

und bring die Leiter schnell zurück.

Doch, oh weh, was ist denn nu,

dass Gartentor ist plötzlich zu.

Der einzige Weg zu meinem Haus,

führt mich jetzt auf die Straße raus.

Also gut, was bleibt mir über,

ich will ja schließlich wieder rüber.

Also nach links und rechts geschaut

hätt´ ich mir früher nicht getraut.

Nach draußen, nur mit Röckchen an,

dass hätt´ ich früher nicht getan.

Doch was soll´s, schnell Dreck abreiben,

schließlich kann ich hier nicht bleiben.

Auf der Straße seh ich keinen,

der mir was wegguckt, sollt man meinen.

Doch plötzlich biegt dort um die Ecke,

ein Auto, schnell noch hinter diese Hecke!

Das Auto hat auf seinem Dach,

ein Pickel, ich mach mich ganz flach.

Auf Streife ist die Polizei,

mir ist das ehrlich, einerlei.

Sie sind jetzt fast an mir vorbei,

ich hoff, der Dieb macht kein Geschrei.

Doch der ist friedlich, Gott sei dank,

man, was ist die Straße lang.

Endlich sind sie jetzt verschwunden,

drehen woanders ihre Runden.

Der Weg zu mir ist endlich frei,

die Kirchturmuhr schlägt schon halb drei.

Die Leiter hoch und schon geht´s los

im Hals hab ich ´nen dicken Kloß.

Aus dem Schutz der hohen Hecke,

auf das Grundstück um die Ecke.

Das ist meins, hier ist mein Heim,

dass Leben kann auch freundlich sein.

Ans Fenster ran, die lange Leiter,

die Strähne des Glücks geht doch wohl weiter.

Schon geht´s hinauf, gleich bin ich da,

doch was ist das, Dieb macht Trara.

Schreit jetzt so laut wie er nur kann,

was hat man ihm nur jetzt getan?

Es nützt wohl nichts, muss noch mal hin,

kommt mir so langsam in den Sinn.

Schnell die Leiter wieder runter,

man was bin ich jetzt noch munter.

Hin zu dem Strolch in Nachbars Garten,

mein Bettchen muss noch etwas warten.

Nun bin ich da, schau was er hat,

was auf ihm krabbelt, ist kein Blatt.

Ameisen sind´s, die auf ihm laufen,

es ist ja wohl zum Haare raufen.

Soll retten ich den blöden Dieb?

Ich bin ja wieder viel zu lieb.

Kaltes Wasser hilft hier nur,

auf die lange Ameisenspur.

Ach, was soll´s Dieb kann´s vertragen,

wird mich wohl deshalb nicht verklagen.

Kurz, er ist jetzt pitschenass,

ja, so macht mir baden Spaß.

Das Geschrei ist jetzt vorbei,

der Rest ist mir eh einerlei.

Ich nehm mir vor, bin ich Zuhaus

hol ich das kleine Handy raus.

Ruf die Ordnungshüter an,

mein Gewissen dankt mir dann.

Es wird schon langsam etwas hell,

ich muss hier weg und zwar ganz schnell.

Will nur noch in mein Bett hinein,

die Augen werden langsam klein.

Zweiter Versuch, die Leiter hoch,

ich denke nur, was kommt wohl noch.

Nun bin ich oben, zieh an den Knauf,

ich habe Glück, Fenster geht auf.

Ich kann´s nicht fassen, bin im Haus

Und alles sieht so friedlich aus.

Doch etwas gibt´s noch, was mich stört,

ein Röckchen, wo´s nicht hingehört.

Schnell noch da raus und Handy her,

der Dieb, der hat´s auch jetzt noch schwer.

Nun schnell ins Bett und entspannt gelacht,

ich wünsch euch allen eine gute Nacht!

© Wolfgang Greve

 

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Rumburak Re: -
Zitat: (Original von trockblume am 01.01.2013 - 20:08 Uhr) toll welch Abenteuer das in der Nacht oh das ist was niemand sich wünscht
wünsche dir viele ruhige Nächte ohne Rock und Leiter
lg heike


Vielen Dank für den Kommentar, Heike.
Ich gehe jetzt auch lieber aus der Terrasentür raus.. ;-)

Liebe Grüße, Wolfgang
Vor langer Zeit - Antworten
Rumburak Re: ***** -
Zitat: (Original von Carolyn2 am 01.01.2013 - 22:36 Uhr) Super gemacht - wirklich toll!

LG und ein frohes neus Jahr,

Dörte

Vielen Dank, Dörte!
Auch dir ein frohes neues Jahr

LG, Wolfgang
Vor langer Zeit - Antworten
Carolyn2 ***** - Super gemacht - wirklich toll!

LG und ein frohes neus Jahr,

Dörte
Vor langer Zeit - Antworten
trockblume toll welch Abenteuer das in der Nacht oh das ist was niemand sich wünscht
wünsche dir viele ruhige Nächte ohne Rock und Leiter
lg heike
Vor langer Zeit - Antworten
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