Es ist vier Uhr morgens und alles liegt in tiefem Schlummer.
Du bist im Schlafzimmer und ich im Wohnzimmer,
so nah bei einander und doch so unendlich weit weg.
Ich versuche zu schlafen, doch meine Gedanken beginnen zu kreisen.
Sie finden ihren Weg durch die Dunkelheit bis hin zu Dir,
streicheln Dein Gesicht und lauschen Deinem Atem
um danach zu mir zurückzukehren und sich in meine Seele zu bohren.
Was tun wir hier?
Wir haben so wenig Zeit miteinander.
Jede einzelne Sekunde ist unendlich kostbar
und doch verbringen wir einen Teil dieser Zeit voneinander getrennt
um das Schauspiel aufrecht zu erhalten, das die Vernunft uns diktiert.
Unser Schauspiel…
Tagsüber fühlt es sich an wie eine Liebeskomödie.
Wir sehen uns,
gehen freundschaftlich miteinander um,
sind beinahe wieder so etwas wie eine Familie.
In den dunkelsten Stunden der Nacht wechselt jedoch die Kulisse.
Aus der Komödie wird ein Drama
und es tut weh.
Während um mich herum alles schläft
liegen Hoffnung und Angst miteinander im Krieg.
Zweifel attackieren meine Liebe.
Ich sehe die Bomben fallen, rieche den Rauch
und bete dass der Schutzschild hält.
Wir haben das selbe Ziel,
aber völlig verschiedene Reiserouten schweben uns vor.
Meine Kraftquellen und meine Wegzehrungen
sind Deine Schranken und Deine Hindernisse.
Deine Ruhepunkte halten mich wach.
Was ich für Dich empfinde, ist echt.
Es ist authentisch, intensiv, allumfassend,
gegenwärtig in jedem einzelnen Augenblick,
spürbar bei jedem, einzelnen Atemzug.
Aber ist das genug?
Du berührst mich im Kern meiner Seele,
rufst Emotionen hervor, die ich vor Dir nicht kannte.
Du lässt mich schreien vor Lust,
lachen vor Glück,
verstummen vor Überwältigung.
Wir haben uns die Hände gereicht,
aber werden wir auch die Kraft haben einander festzuhalten,
wenn der Alltag uns in entgegengesetzte Richtungen zieht?
Werden wir aneinander festhalten und einen gemeinsamen Weg finden können?
Unseren eigenen Weg?
Wir werden nach vorne sehen müssen,
die Vergangenheit ruhen und die Zukunft entscheiden lassen.
Vorwärts zu gehen ist das, was zählt.
Aber wo ist vorne,
wenn man den Boden unter den Füßen verliert?