Kurzgeschichte
Kommissar Reinert und der frühe Morgen

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"Kommissar Reinert und der frühe Morgen"
Veröffentlicht am 16. November 2012, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Kommissar Reinert und der frühe Morgen

Kommissar Reinert und der frühe Morgen

Beschreibung

Ein weiterer unwillkommener Tag für den Kommissar.

Kommissar Reinert und der frühe Morgen

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***

 

 

Das Klingeln des Telefons dringt nur langsam durch seine Ohren ins Gehirn vor. Aus einem tiefen, traumlosen Schlaf gerissen wacht er langsam auf. Er hat schlimme Kopfschmerzen, seinem Magen geht es auch nicht gut. Mühevoll tastet er mit seinem Arm nach dem verdammten Hörer, er erwischt erst die Flasche Scotch auf dem Nachtschrank, sie fällt zu Boden, zerbricht aber nicht. Und da sie leer ist muß er auch nichts reinigen. Endlich hat er den Hörer "Hallo?" meldet er sich mit belegter Stimme, während er auf seinen Wecker schielt, der ihm fröhlich anzeigt daß er verschlafen hat. Er hatte den Alarm aber sowieso nicht eingeschaltet glaubt er sich zu erinnern.

"Ja, hallo Kommissar Reinert, Melkamp hier. Sind sie noch dran?" Die fürchterlich ausgeruhte Stimme seines Kollegen bohrt sich in sein Hirn.

"Schreien sie nicht so!" sagt er mit mittlerweile etwas festerer Stimme während er seine Zigaretten sucht und dabei den Aschenbecher ebenfalls vom Schränkchen fegt. Zum Glück ist der aus Plastik. Aber voll- wann hat er ihn das letztemal geleert? Naja, muß er mal wieder den Staubsauger bemühen. Wann hatte er den nochmal zuletzt benutzt? Melkamp kräht weiter:

"Entschuldigung Herr Kommissar! Aber ich muß ihnen mitteilen, er hat es schon wieder getan!" Mit dem Blick aus seinen wahrscheinlich rotunterlaufenen Augen auf den Wecker, der unbarmherzig anzeigt daß er schon längst im Revier sein müßte bellt er halbwegs verständlich in den Hörer "Wer und wo?" "Ludger Martin, in seiner Wohnung, dieselbe Vorgehensweise..."

Seit Monaten ermordet jemand in Bochum und Umgebung vor Gericht freigekommene Straftäter. Immer ein Zettel bei den Leichen: SCHULDIG!

Er setzt sich endlich im Bett auf, achtet nicht darauf daß er mit den Füßen auf komischerweise nassen Zigarettenkippen steht. "Berichten sie mir."

Er fingert nach einer Zigarette, wo ist das verdammte Feuerzeug. Er hört zu: "Martin war ein stadtbekannter Zuhälter, der eines seiner ´Pferdchen´ umgebracht haben soll weil sie sich weigerte ´spezielle´ Wünsche einiger ihrer Kunden zu erfüllen. Er hat ihr die Kehle durchschnitten, kam aber frei weil niemand als Zeuge aussagen wollte. Sie haben ihn damals..."

"Verhaftet und vor Gericht ausgesagt. Danke Melkamp! Der Name hat mir schon vor ihrer Litanei etwas gesagt!" schafft er es mit halbwegs fester Stimme seinen Frischling zurechtzuweisen.

Endlich hat er das verdammte Feuerzeug gefunden, steckt sich genüsslich eine Zigarette an, inhaliert tief und- bekommt einen Hustenanfall. "Melk *hust* kleinen *hust* Moment!" Der zweite Zug geht besser. "Sagen sie mir jetzt, was ich noch nicht weiß! Wie bei den anderen Opfern?" fragt er, während er nach seinen Pantoffeln sucht und sich über die an seinen Füßen klebenden Kippen ärgert. Zumindest lassen seine Kopfschmerzen nach. Melkamp antwortet: "Wie bei den anderen, mit Elektroschocker wahrscheinlich an der Tür betäubt, den Mund mit Superkleber verklebt, mit einem Bolzenschußgerät in Jesusstellung an die Wand genagelt, Hoden und den Penis abgeschnitten, ausgeweidet. Wie immer halt. Muß höllisch gewesen sein. Und wird wieder eine Weile gedauert haben..." Da war etwas süffisantes in dem Tonfall. Pietätloses, karrieregeiles Schwein.

Er rubbelt an seinen Füßen, bekommt die verdammten Kippen halbwegs ab. "Kommen Sie in einer Stunde vorbei!"

"Ja Herr Kommissar." Er legt auf.

 

"Ich muß weniger trinken!" sagt er zu sich selbst bei dem Versuch aus dem Bett zu steigen. Endlich schaut er auf seine nassen Füße. Er steht in einer Lache von Kotze und Zigarettenkippen. Kein Wunder bei der Flasche Scotch die er sich reingezogen hat. Auf dem Weg zum Bad murmelt er nochmal zu sich selbst: "Ich muß weniger trinken!" und geht an dem achtlos in die Ecke geworfenen Bolzenschußgerät vorbei erstmal aufs Klo.

 

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