Romane & Erzählungen
She Wolf - Wenn dein Leben außer Fugen gerät.Immer wieder.

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"She Wolf - Wenn dein Leben außer Fugen gerät.Immer wieder."
Veröffentlicht am 03. November 2012, 22 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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She Wolf - Wenn dein Leben außer Fugen gerät.Immer wieder.

She Wolf - Wenn dein Leben außer Fugen gerät.Immer wieder.

Beschreibung

Ein junges Mädchen in einer völlig neuen, ihr unbekannten Welt. Gezeichnet von Veränderungen und den schönsten bis zu den schlimmsten Gefühlen muss sie sich durchsetzten. !!!Noch nicht fertig, einzelne Szenen!!! [Zusammenhänge werden erklärt] Danke fürs Lesen :)

Vorab schon mal danke dass ihr euch die Zeit nimmt meinen Text zu lesen :)
Bei dem Titel bin ich mir noch nicht ganz sicher, deswegen habe ich einfach den Song genommen der mich dazu inspieriert hat, meine Geschichte zu schreiben :) She Wolf (Falling to pieces) von Sia ft. Davied Guetta. Wenn ihr wollt könnt ihr euch das Lied dazu anhören, ich finde es passt ganz gut :)

Link : http://www.youtube.com/watch?v=gPrzqcNoFH0

Zu meiner Geschichte: Ich habe immer nur Szenen geschrieben, die ich nach und nach mit anderen verbinden. In den Lücken schreib ich euch in [ ] was ich mir vorstelle, was zwischendrin passiert. Nochmal danke fürs lesen und kommentieren :D

ACHTUNG! Falls ihr in meinem text auf den Namen 'Luke' stößt: Das ist 'Juke'. Ich habe ihn unbenannt, und wahrscheinlich ein paar Lukes übersehen :)

 

„...und dass ist der Grund, wieso ihr eure Hausaufgaben machen sollte. Aber was geht mich dass an? Ist ja nicht meine Ausbildung.“ Endlich hatte Mrs. Smith ihre Straffpredigt beendet. Sie rückte ihre Brille zurecht und packte mit den dürren Händen den riesigen Haufen von Heften. Bei dem Versuch unsere Klassenarbeiten von ihrem Lehrerpult zu heben kippte sie beinahe nach hinten um, doch sie konnte gerade im letztem Moment dass Gleichgewicht wieder gewinnen. Ich sah meinen Klassenkameraden an, dass sie ein wenig enttäuscht waren, denn wenn sie nun wirklich umgefallen wäre, wäre dass wohl als die beste
Unterrichtstunde –ihrerseits- in die Geschichte gehen. Gelangweilt spielte ich mit meinem Kugelschreiber, als sie auf mich aufmerksam wurde.
„Das gilt auch für dich, junges Fräulein.“ Aufgeplustert und zugleich empört schaute sie auf mich herab, als sie mir mein Heft auf den Tisch knallte. „ Das gleiche wie immer.“ Einen missbilligen Blick warf sie mir noch zu , dann schritt sie hastig weiter, um den restlichen Schülern ihre verscherzte Arbeit reinzuhauen. Seufzten packte ich meine Arbeit in meine Schultasche und starrte die Tafel an und fing an, die durch die Schüler verursachten Löcher zu zählen. Ich war grade beim neunten angelangt, als mich Nicci, meine Sitznachbarin, an meinem Ärmel zupfte. „ Willst du denn nicht wissen, was du für eine Note hast?“ , fragte sie ein wenig erstaunt. Ich schüttelte meinen Kopf.
„ Ich weiß doch schon was ich hab. Das gleiche wie immer.“ Sie verdrehte die Augen. „ Und was ist das gleiche wie immer?“, fragte sie leicht genervt. Inzwischen war Mrs. Smith wieder an der Tafel angelangt und schrieb eine Überschrift an die Tafel. Ich warf Nicci einen genervten Blick zu.
„Eben das gleiche. Und jetzt lass mich , okay? Ich will zuhören.“ Nicci murmelte leise Streberin, aber das war mir egal. Ich war keine Streberin, ich war zielstrebig. Das sind zwei verschiedene Dinge. Trotzdem wünschte ich mir doch manchmal eine Freundin oder einen Freund , der mich verstand. Aber irgendwie war ich anders als die anderen. Ich wollte nicht das gleiche, hatte andere Interessen. Ich strich mit meinem Zeigefinger über die blauen Sprenkel, die auf meinem Handgelenk sich abzeichneten. Sie sahen nicht wirklich aus wie Tinte, es musste irgendetwas anderes sein. Ich hatte sie zuerst vorgestern Nacht entdeckt als ich durstig aufgewacht war. Da allerdings waren es bloß ein paar Punkte gewesen. Ich hatte keine Ahnung, wie das sein konnte, und ignorierte es deswegen einfach. Was sollte den schon sein ?

 

 

 

[Lucia (Hauptrolle) wird abgeholt und in eine magische Siedlung im Wald gebracht. Ihr wird erklärt, dass sie sich langsam in einen Wolf verwandelt]

Ich ging leicht nervös über den Handelsplatz. Überall starten sie mich an, als wäre ich eine besondere Attraktion. Eine Gruppe Kinder zeigte mit den Fingern auf mich und tuschelten, und ein Mädchen stand mit offenem Mund an dem Wegrand. Schnell huschte ich zu einem Stand, und betrachtete den Schmuck den eine junge Frau verkaufte. Als ich von den Ketten aufsah um sie etwas zu fragen, sah ich ihr Gesicht. Es hatte tiefe Narben, die sich von der Stirn bis zum Kinn zogen. Die wunderschönen grünen Augen waren das einzigste, was unversehrt geblieben war, und diese starrten mich hasserfüllt an. Erschrocken wich ich zurück, und ging mit großen Schritten weiter. Ich wusste nicht wohin, den einzigsten Gedanken den ich noch klar denken konnte war, mich so schnell wie möglich zu entfernen. Als ich mich noch mal umdrehte, stolperte ich auf einmal. „Pass auf.“ Ein großer Junge hatte mich festgehallten. Ich musste ihn anstarren, seine Augen zogen mich in den Bahn. Fast schwarz und so tiefsinnig...als würde man in seine Seele blicken. Doch es war auch etwas Dunkles enthalten. Ich riss mich von ihm los und diesmal rannte ich wirklich davon.

 

 

[Am Abend]

Irgendwann hielt ich es in dem stickigem Zelt nicht mehr aus.. Ich schlüpfte aus dem Zelt hervor. Draußen schien der Mond, und erst jetzt merkte ich dass es Vollmond war. Ob das wohl gefährlich für mich war? Ich stand ein paar Sekunden reglos vor dem Zelt und überlegte. Ach, was sollte denn schon passieren? Wütend ballte ich meine Hände zu Fäusten und zog meinen Umhang enger. Ich stapfte den unbefestigten Weg von meinem Zelt entlang. Ich spürte wie der kalte Wind mich an meinen Waden streifte, und obwohl ich fror genoss ich es. Ich hatte die letzten Ereignisse nur durch einen Art Vorhang betrachten können, und nun hatte ich dass Gefühl dass der kalte Schmerz ihn endlich verjagt hatte. Als ich an einer Gabelung angekommen war, schaute ich unschlüssig die beiden Wege entlang. Der linke führte auf eine Anhöhe und der rechte in den größeren Teil der Siedlung. Ich entschied mich für keinen von beiden und stapfte gerade aus durch die Knie hohen Sträucher in den Wald, obwohl es mir verboten war. Als ich in ihn hineingelangt war, folgte ich einfach nur noch meinem Bauchgefühl. Ein wenig unheimlich war es schon, die Bäume warfen komische Schatten und überall hörte ich ein Tier durch den Busch huschen. Ich folgte den kleinen bis größeren Felsen, die hin und wieder in meinem Blickfeld auftauchten. Mit der Zeit wurden sie immer größer , und schließlich gelang ich aus dem Wald hinaus auf eine steinerne Klippe. Unter ihr erstreckte sich ein riesiger See, und ich ließ mich seufzend und erschöpft auf sie nieder sinken. Der Wind umspielte sanft meine Haare und ich musste sie mir mit den Händen aus dem Gesicht halten. Wie lange war ich wohl gelaufen? Es schien mir eine Ewigkeit her zu sein , als ich das letzte Mal die stickige Zeltluft geatmet hatte. Seufzend betrachte ich den Sternenhimmel. Schon zu Hause hatte ich es geliebt, nachts Sternenbilder zu erkennen, doch hier konnte ich kein einziges finden. Es schien, als seien die Sterne hier am Himmel völlig anders angeordnet als zu Hause. Aber wer weiß ? Vielleicht waren hier selbst die Sterne anders .
Auf einmal gehörte ich ein Geräusch hinter mir. Schnell sprang ich auf. „Wer ist da?“ , fragte ich, bemüht, meiner Stimme der Angst nicht allzu sehr anhören zu lassen. „Beruhig dich mal, ich bin’s nur...Was machst du hier überhaupt?“ Ein großer Schatten kam unter den Bäumen hervor und ich erkannte den Jungen vom Handelsplatz
wieder. Er musterte mich, und ein wenig verlegen schob ich eine Strähne hinter ein Ohr.
„Ich...schau mir die Sterne an. Sieht man das nicht?“ Verlegen lächelte ich ihn an. Er kam auf mich zu und setzte sich neben mich auf den Boden. Ich betrachtete ihn zum ersten Mal komplett. Er hatte kurze blonde Haare, die leicht in alle Richtungen abstanden. Sein Gesicht hatte markante Züge, und seine fast schwarzen Augen gaben den Rest. Er wirkte gefährlich und zugleich verführend. Ich musste mich zusammenreisen, ihn nicht zu fragen woher er diese Augen hatte. Es war so schwer den Blick von ihnen abzuwenden. Es schien als würden sie hier perfekt in die Umgebung passen. Als wäre der Junge nur geboren worden, damit seine Augen sich hier senken. Ich betrachtete den Rest seines Körpers. Seine Schultern waren breit, und er war sehr muskulös. An seinem linken Bein glaubte ich eine langgezogene Narbe zu erkennen. Doch irgendwie sah sie unnatürlich aus, als hätte man sie per Menschenhand eingeritzt. Als er bemerkte, dass ich ihn beobachte , schaute er mich stirnrunzelnd an. Schnell blickte ich beschämt in den Sternenhimmel. Einen Moment lang saßen wir beide nur da und schauten uns die Sterne an, als er schließlich zu reden begann. „Siehst du die Anordnung von Sternen, die aussieht, als wären es zwei Augen?“ Mit dem Finger Richtung Himmel zog er eine unsichtbare Linie nach .Ich nickte und wendete meinen Blick den Augen am Himmel zu.
Die Sterne sahen wirklich aus wie zwei Augen , aber keine menschlichen. Ich lehnte mich zurück, um sie besser zu erkennen . Schließlich legte ich mich komplett auf den Boden, um zu erkennen , wem dieses Augenpaar wohl gehört. Ich folgte allen möglichen Linien aus Sternen, doch meine Fantasie wollte mir nicht verraten zu wem das Augenpaar wohl gehören mochte. Ich weiß nicht, wie lange ich so den Sternenhimmel betrachtete, doch plötzlich stand der Junge über mir und streckte mir seinen Arm entgegen. Ich ergriff seine Hand und er half mir auf. Als ich mich von ihm lösen wollte, hielt er meine Hand aber noch fester . Seine Hand fühlte sich an wie Sanft, und einen Moment lang war es mir egal, dass ich nicht wusste was er vorhatte. Ich genoss einfach das Gefühl von ihm geführt zu werden. Lächelnd zog er mich sanft von der Klippe herunter und führte mich an den Rand des Sees. Er ging bis zum Rand, doch dann blieb ich stehen. „Das Wasser ist kalt“, sagte ich energisch, „Was hast du vor?“ Doch er lächelte immer noch und zog mich weiter, diesmal ein wenig energischer, doch ich löste mich schnell von seiner Hand und wich ein paar Schritte zurück und verschränkte meine Arme. Er seufzte und versuchte wieder meine Hand zu ergreifen. Doch ich drehte mich grade um und gang weg. Doch ich hörte wie er mir folgte, also lief ich ein wenig schneller. Ich hörte, wie auch er beschleunigte, also rannte ich nun richtig los. Ich sprintete am See entlang und er verfolgte mich lachend, und auch ich musste mir innerlich eingestehen, dass es ein wenig Spaß machte. Und da hatte ich eine Idee. Schlagartig blieb ich stehen. Er krachte- wie erwartet- in mich hinein und flog zur Seite. Lachend drehte ich mich zu ihm um, doch da ergriff er auf einmal meine Hand und zog mich zu ihm runter. Ich landete unsanft neben ihm auf dem Kies und er konnte einem Kichern nicht wiederstehen. „Du bist blöd“, murmelte ich, doch gleich darauf fing auch ich an zu lachen. So lagen wir dort eine Weile, einfach nur lachend. Doch irgendwann verstummte unser Lachen und ich fing an zu frieren. „Mir ist kalt“, flüsterte ich. Ich spürte, wie er seinen Arm um mich legte und mich an ihn zog. Dort schloss ich die Augen und genoss es einfach, bei ihm zu sein.
Plötzlich fiel mir auf, dass ich in den Armen eines Jungen am Kiesufers eines Sees lag, dessen Namen ich noch nicht mal wusste. Geschickt drehte ich mich in seiner Umarmung um mich. Ich schaute ihn durchdringend in die Augen. Plötzlich vergas ich beinahe was ich ihn fragen wollte und starrte ihn einfach nur an. Seine Augen faszinierten mich immer noch so durchdringend, dass mein Gehirn ein kleinen Aussetzer machte. Er musterte mich genauso wie ich ihn, mit durchgehendem Interesse. Schließlich erinnerte er mich wieder an meine Frage, in dem er selbst sie mir stellte. „Wie heißt du?“ Leise flüsterte er mir ins Ohr.
„Lucia“ , sagten ich lächelnd. Nun breitete sich auch ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. So lächelnd wir uns eine Weile an, bis ich mich wunderte. „Und wie heißt du?“, fragte ich ihn irritiert. „Das verrate ich dir , wenn du in den See baden gehst“, sagte er und aus seinem lächeln wurde ein breites Grinsen. „Ich will nicht frieren!“ , sagte ich empört, doch er lachte mich immer noch leise aus. „ Das wirst du auch nicht, ich verspreche es!“ , zuversichtlich nickte er mir zu, um seine Worte zu beschwichtigen. „Du meinst“, ich schaute ihm tief in die Augen, „ ich werde nicht frieren?“ Lächelnd nickte er. „ Und dann erfahre ich deinen Namen?“ Wieder nickte er. „In Ordnung“, ich erhob mich aus seiner Umarmung und lief Richtung Wasser. Doch schon nach ein paar wenigen Schritten hielt er mich zurück. „Wenn ich schon mit meinem Namen bezahlen muss“, sagte er beschwichtigend, „musste du reinspringen. Von der Klippe.“ Ich schaute ihn an , als wäre er total hirnverbrannt.
„Das ist doch nicht dein Ernst , oder?“, empört stemmte ich einen Arm in die Hüfte. Doch er nickte mir nur lächelnd Richtung Klippe zu. „Oh nein, dass kannst du dir gleich abschminken. Nein, mach ich nicht.“ Halb lachend, halb verzweifelt, ging ich rückwärts Richtung Wald in großen Schritten ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen. „Da denk ich mir doch lieber selbst einen Namen für dich aus“ , sagte ich empört, „ was hältst du von Tim? Brian ? Oder doch lieber Timo.“ Ich blieb stehen und fing an gespielt zu grübeln. „ Ja, Timo gefällt mich sehr gut....“, murmelte ich, wohlwissend dass er mich hören konnte. Auf einmal hechtete er mir entgegen. Er rannte lachend auf mich zu , aber auch leicht verärgert. Mir entfuhr ein Schrei als er mich an meiner Hüfte packte, und mich über seine Schulter warf. Entspannt schlenderte er am Seeufer Richtung Klippe entlang. Empört schlug ich mit meinen Fäusten gegen seine Schultern, doch er ignorierte mich lachend. Irgendwann gab ich es auf und verschränkte meine Arme und lies mich tragen. Kurz bevor wir an der Klippe ankamen, fing ich an zu flehen. „Oh Gott, dass kannst du nicht tun! Ich...Ich werde mir eine Lungenentzündung hohlen! Mir ist doch so schon kalt genug ! Bitte nicht!“ Er stieg schon die Klippe hinauf, als ich weitermachte. „ Bitte, bitte nicht! Was willst du denn? Du kannst doch nur weil du mich ärgern willst von einer Klippe in einen See werfen! Was wenn dort Steine sind?“ Ich hörte wie er leise gluckste. Doch dann nahm er mich von seiner Schulter, doch setzte mich trotzdem noch nicht auf dem Boden ab, sondern hielt mich über den Rand der Klippe. Ich staunte einen Moment über seine Kraft, doch dann wendete ich mich wieder dem Betteln zu.
„Bitte nicht! Dass kannst du mir doch nicht antun! Ich...Ich kann nicht schwimmen!“ Das war zwar eine Lüge, aber vielleicht auch meine letzte Chance trocken zu bleiben.
„Wirklich?“ Fragend blickte er mich an. „Wirklich!“, doch auf einmal konnte ich ein Grinsen nicht mehr unterdrücken. „Wirklich...Timo!“ Auf einmal breitete sich auch auf seinem Gesicht ein breites Grinsen auf. Er lies mich los. Langsam flog ich Richtung See, und ich ruderte leicht mit den Armen, in der Hoffnung, etwas bewirken zu können. Doch schon eine Sekunde später durchbrach ich die Wasseroberfläche und tauchte tief unter.
Na gut , dachte ich, spielen wir ein Spiel, Kleiner. Langsam lies ich meinen Körper an die Wasseroberfläche gleiten, und verbat mir jede Bewegung, so dass ich auf der Wasseroberfläche trieb. Ich hörte, wie er von der Klippe aus meinen Namen rief, doch ich zeigte mit Absicht keine Reaktion, und konzentrierte mich vollkommen darauf, regungslos zu bleiben. Als ich so vor mich hin trieb, merkte ich , dass das Wasser angenehm warm war. Fast schon zu warm. Ob er dass gewusst hatte? Sicherlich. Also hatte er wohl nie vor mich frieren zu lassen. Trotzdem wollte ich mich an ihm rächen, also blieb ich still. Ich hörte einen lauten Einschlag an der Wasseroberfläche. Er war mir hinterhergesprungen und kraulte nun auf mich zu. „Lucia? Lucia? Lucia? LUCIA!“ Er stützte im Schwimmen mich auf seinen Beinen ab und ruckelte an meinem Körper. Doch ich hatte mich in zahllosen Urlauben tot gestellt, hier war ich ihm überlegen. Er zog mich schwimmend Richtung Ufer, und sobald er meinen Körper sanft auf dem Kies abgelegt hatte, senkte er seine Lippen Richtung meine. Doch ich hielt ihn prustend davon ab , indem ich mein Gesicht mit den Händen abschirmte. Entsetz riss er die Augen auf und starrte mich an. Ich drehte mich auf dem Boden um und stand auf. „Immer mit der Ruhe, Süßer. Ich lebe noch“. „Was...“, stotterte er.
„Ich hab dich reingelegt, Kleiner!“ Ich stellte mich auf meine Zehenspitzen um ihn in die Augen sehen zu können. „Reingelegt“, wiederholte ich grinsend. „Wie...Bist du den völlig Irre? Ich dachte du wärst tot !“ Empört blickte er mich an. Wieder kicherte ich. „Aber du hattest Recht.
Ist überhaupt nicht kalt.“ Er lächelte mich vielsagend an. ,„Noah.“
„Was?“, verwirrt blickte ich ihn an.
„Ich heiße Noah.“ , wiederholte er.
Noah. Immer wieder lies ich mir seinen Namen durch den Kopf gehen. Noah heißt er also.
Auf einmal zeigte er gen Himmel, der langsam seine Farbe veränderte. Tiefen Schwarz war ein hellblauer mit Türkisen Streifen durchzogener Himmel gefolgt. Als die Sonne am Himmelsrand auftauchte, schlug ich mit erschrocken die Hand vor den Mund. "Ich muss zurück!" ,rief ich ihm zu. Er schnappte sich meine Hand und gemeinsam rannten wir zurück.

 

 

[Nächster Morgen, vor ihrem Zelt]

„Lucia!“ erschrocken drehte ich mich um und sofort breitete sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus. Noah stand bei Luis und winkte mir breit grinsend zu. Ich nickte ihm zu und nahm mir den alten Messingtopf von der Kochstelle. Schnell warf ich mir noch meinen Mantel über die Schulter. Gemütlich lief ich um mein Zelt herum auf den Feldweg. Erst jetzt fiel mir auf, wie viele Blumen hier am Wegrand blühten. Sie leuchteten in allen Farben und Formen, doch erkennen konnte ich kaum eine. Ich erkannte nur ein paar Akeleien, da mal ein Hederich und ein Geißfuß. Da blitzte ein Sonnenröschen heraus und Wiesenklee. Ackerminze teilte sich einen Platz mit ein paar gelben Rosen. Beschwingt ging ich weiter. Die Sonne brannte hoch am Himmel und ich fragte ich mich , wieso ich meinen Mantel mitgenommen hatte. Es war so warm! Ich warf meine Jacke in den Topf und hüpfte lachend weiter. Ich wusste nicht wieso ich so glücklich war, ich hatte eigentlich immer zum Pessimismus geneigt. Doch hier gefiel mir alles so gut : Der Geruch von Moos, allerlei Blumen und des Holzes. Mir gefiel, wie mich das Graß auf den Feldwegen an den Füßen streifte, und wie hier alle Leute einem freundlich begegneten. Mir war es nur Recht, nicht in einem stickigen Klassenraum mit miesgelaunten Mitschülern und einem fiesen Lehrer zu hocken. Hier waren alle so nett. Besonders Noah. Geschockt blieb ich stehen. Hatte ich dass eben wirklich gedacht? Ich war eigentlich nicht der Typ Mädchen der sich nach so einer Aktion hals über Kopf in den nächstbesten Jungen verliebte. Aber er war so...so verständnisvoll. Gut drauf. Nett. Lustig. Gutaussehend. Auf einmal ärgerte ich mich einwenig über mich selbst. Wieso fielen mir noch positive Eigenschaften an ihm auf? Er hatte ja nicht nur Schokoladenseiten, dass hat keiner. Grübelnd stand ich nun mitten auf dem Feldweg und fragte mich, was wohl seine schlechten Eigenschaften waren. Oder ob er überhaupt welche hatte .
Auf einmal schloss ein Arm sich um meine Hüfte und einer verschloss meinen Mund. Ich wurde hochgehoben und über eine Schulter geworfen. Geschockt trat ich in alle Richtungen , bis mir etwas auffiel. Diese Situation kenne ich doch! Schoss es mir doch den Kopf. Ich musste grinsen. Ich entspannte mich ein wenig und fing an, in die Finger zu beißen. „Autsch!“ Der Griff um meine Hüfte wich weg und ich glitt auf den Boden. Sofort baute ich mich vor Noah auf und schaute ihn gespielt empört an. „Wie kannst du es wagen“, säuselte ich gespielt streng, „eine junge Frau im Wald auf einem Wanderweg zu entführen, die für ihre Familie Wasser holt?“ Prüfend sah ich ihn an. Grinsend stieg er in mein Spiel ein. „Ich entschuldige mich von Herzen, aber ich bin einfach so eifersüchtig auf den Ehemann.“ Galant streckte er mir seinen Arm entgegen und ich hackte mich ein. Gemeinsam liefen wir den Feldweg weiter entlang, und er erzählte mir, dass er mit Luis vereinbart hatte, gemeinsam die Räte zu fragen , ob die beiden nicht ein Seminar leiten könnten, um Leute wie mich besser finden zu können. Als er mir dass erzählte, wurde ich leicht rot. Schnell sah ich zur Seite, damit er es nicht sah. „Und...ähm...nunja.“, stammelte ich, „Wieso wollt ihr denn noch mehr Leute wie mich finden?“ Er sah mich grinsend an und machte sich kleiner, damit wir auf einer Augenhöhe waren. „Weil eine von dir mir nicht reicht.“, sagte er lachend, „ich will noch mehr widerspenstige Wölfinnen die sich nachts an ihnen ausdrücklich verbotenen Orten rumtreiben. „Tss“ Gespielt beleidigt wand ich mich von ihm ab und schritt , ihn ignorierend weiter. Doch er hatte so viel größere Füße wie Ich, er brauchte nur ein paar Schritte um mich einzuholen. „Also, meine kleine Wölfin.“ Er legte seinen Arm um meine Schulter und zog mich zu sich heran. „Bis auf deinen Namen kenn ich nichts von deinem alten Leben. Erzähl mal.“ Ich sah ihn herausfordernd an. „Willst du dir dass wirklich antun?“, fragte ich ihn stirnrunzelnd. Er nickte mit einer gekünstelten Miene. Ich seufzte laut. „Meine Mutter starb in der Nacht auf meinen siebten Geburtstag. Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Großmutter, also hab ich keine Ahnung, ob die alte Schachtel schon im Grab liegt oder noch ihre Pflegerin in den Wahnsinn treibt. Mein Vater hat meine Mutter verlassen, als sie schwanger wurde. Also hab ich seit dem Tod meiner Mutter im Waisenhaus gelebt. Freunde hatte ich nie.“ Betreten schaute ich auf den Boden. Ruckartig blieb er stehen, und zwang mich damit es ihm gleich zu tun.
„Du lügst.“, behauptete er felsenfest. „Nein!“ ,rief ich empört, „Alles wahr.“, sagte ich verstört. „Du lügst! Er beugte sich zu mir vor. Du hast seit letzter Nacht einen Freund. Darfst dreimal raten wenn.“ Dann lächelte er mich schüchtern an und zog mich weiter. „Hey, das ist nicht fair.“ , schimpfte ich. „Jetzt bist du dran!“ Grinsend schüttelte er den Kopf. „ Dass erzähle ich dir mal bei Gelegenheit. “ Ich schnaubte laut auf, gab mich aber mit seinem Versprechen zufrieden. Er wird schon einen Grund haben, dachte ich.
Wir liefen noch eine kurze Weile, bis wir an den Bach kamen. Ich schlüpfte aus seinem Arm hervor und ging ein paar Schritte zurück. „So“, sagte ich ,“ du gehst vor.“ Grinsend schob ich ihn langsam den Buckel hinunter, denn der Bach lag in einer Mulde, die er sich selbst in den Boden gegraben hatte. Noah rutschte den Hang hinunter, wohl bedacht darauf, sein Gleichgewicht zu halten. Als er unten angekommen war, nam ich ein wenig Anlauf und folgte ihm den Hang hinunter. Leider sah es bei mir nicht so elegant wie bei ihm aus und unten angelangt musste er mich in seinen Armen auffangen. Lachend verwandelte er sie in eine Umarmung und ich genoss es einfach nur, ihn so nah zu .
So fühlte es sich also an einen Freund zu haben...
Aufeinmal schoss mir wieder dieser eine Gedanke durch den Kopf. Du kennst diesen Jungen erst seit gestern, und ihr liegt euch jetzt schon in den Armen als kennt ihr euch seit Jahrhunderten! Beschämt Wand ich mich aus der Umarmung heraus und Schritt an den Bach heran. Das Wasser quirlte in tausenden Kreisen zwischen den Steinen hervor. Kühlend sprudelte es durch die Mulden und riss kleine Stöcke und Steine in der Strömung mit. Lächelnd ging ich in die Knie und schöpfte den Messingstopf voll mit dem klaren Wasser. An der anderen Seite des Baches lugte zwischen dem Graß ein Kaninchenkopf hervor. Er wackelte lustig mit den Ohren und rannte weg, als ich meinen Hand nach ihm ausstreckte. "Das arme Tier. Musst du ihm so Angst machen?", warf Noah mir gespielt wütend vor. Grinsend richtete ich mich auf und fing an, mit dem schweren Messingtopf in den Händen, den Hang hochzuklettern. Doch es war nicht so einfach, wie es aussah. Ich geriet ins stolpern und Noah musste mich lachend stützen.

 

 

[ACHTUNG! Es kommen immer wieder kurze Textabschnitte. Müsst ihr nicht unbedingt lesen :)]

 

 

"Lucia?", ich hörte Lou draußen nach mir rufen. Schnell schlüpfte ich aus meinem Zelt heraus zu ihr. "Hey Lou, was gibt's?" , fragte ich sie grinsend. Sie erwiderte es mit einem kindlichen Lächeln und nahm mich an der Hand. "Deine erste Volksversammlung", zuversichtlich blickte sie mich an. "Oh...", stammelte ich erstaunt. Auf einmal war ich total aufgeregt.

 

 

 

[Freundschaft wird inniger....Nachts]

 

 

Er trottete zu einem Busch und bückte sich. Als er zurück kam hatte er einen langen Stock dabei.
Gemütlich setzte er sich neben mich auf einen Gesteinsbrocken. Ich blickte ihn erwartungsvoll an. Schließlich fing er an zu reden. „Jeder von uns hat eine Richtslinie.“
„Richtslinie?“ Ich schaute ihn fragend an. „Noch nie was davon gehört.“ Er lächelte, und sofort schlug mein Herz ein wenig schneller. „Lebenslinie, Führerlinie, Kerzenlinie...Jeder nennt es anders. Jedenfalls ist es so.“ Er senkte die Stimme und ich rückte näher heran um ihn besser zu verstehen. „Ich weiß nicht wer unsere Leben lenkt, aber sicher ist dass sie gelenkt werden! Für jeden ist ein bestimmter Weg vorgesehen und den wird er auch gehen. Ob wir dabei Umwege machen“, er sah mir tief in die Augen, „ ist uns selbts überlassen.“ Ich musste laut schlucken.

 

 

[Lucia muss wegen ihrer 'Ausbildung' zum Wolf den magischen Ort verlassen und weit weg ziehen. Abschiedszene,sehr kurz bis jetzt ]

“Ich denke wir werden uns wohl nie wieder sehen.“, flüsterte ich. Er sah mich durch seine schmerzerfüllten Augen verzweifelt an. Verstört schüttelte er den Kopf. Fest kniff ich meine Augen zusammen, um meine Tränen zurückzuhalten. Er nahm meine Hand in seine und drückte sie fest. Mit der anderen strich er mir eine Strähne aus dem Gesicht. Ich zitterte bei seinen Berührungen und schob seine Hände von mir weg. Verletzt musterte er mich. „Ich kann das nicht.“, murmelte ich. Er wandte den Blick traurig von mir ab und ging. „Noah, warte.“ , ich hielt ihn fest. Irritiert blickte er mich an. „ Du verstehst mich falsch.“, meinte ich, „I...ch...Ich will mi...ich nicht von dir verabschieden“, schluchzte ich. Schnell ging er in die Knie und nahm mich in seine Arme. Ich weinte mich an seiner Schulter aus, bis ich die Glocken hörte. „Du musst gehen“, ich schob ihn von mir weg.

 

 

[laaaaaaange Zeitspanne. Lucia kehrt wieder in den magischen Ort wieder, wo sie Noah kennengelernt und trifft ihn]

„Lucia, dass ist Mildred. Sie ist meine Verlobte.“ Er strahlte fast vor Glück, als mir die hochgewachsene Schönheit die Hand reichte. Ihre Haut fühlte sich an wie Samt und ihre Augen glitzerten , als hätte jemand die Sterne darin versteckt. „Freut mich.“ Auf einmal war meine Stimme fast erstickt. Ein großer Kloß hatte sich in meinem Hals gebildet. „Freut mich dich kennen zu lernen. Wirklich.“ , stotterte ich, „ Wirklich.“ , fügte ich mit verbitterter Stimme hinzu. Ich muss hier weg. Weit, weit weg. Das war der einzigste Gedanke der mir durch den Kopf schoss. Doch eine Sache musste ich noch wissen. Ich musste einfach.
„Also, Mildred. Wie lange kennt ihr euch schon?“ Ich hoffte dass keiner von den beiden den Hass hören konnte der in mir aufstiegt. „Nun“, ihre Stimme traf mich blitzartig. Sie war wunderschön. Natürlich, so wie alles an ihr. Klar, jeder musste sie lieb haben. Diese Stimme war allerliebst. Wie von einem Engel. „drei Jahre, oder?“ Verliebt sah sie Noah an und er legte den Arm um ihre Schulter. Er nickte und küsste sie.
Auch ich nickte, aber dass sah er nicht weil er zu sehr mit den Lippen seiner Verlobten beschäftigt war. Ich drehte mich leise um und ging davon. Ich hörte wie er mir hinterher rief, und ich drehte mich noch ein letztes Mal um. „ Seit drei Jahren? Freut mich für euch. Wirklich. Ich würde ja echt gerne zu eurer Hochzeit...“, der Gedanke daran durchstach mein Herz wie ein Dorn. Ich senkte meinen Kopf. Die letzten Worte flüsterte ich nur noch. „Was soll’s. Wie konntest du nur?“ Ich sah Noah in die Augen und hoffte, dass er mich verstand. Sie würde es nicht verstehen. Ich stand einfach nur starr da und wartete darauf, dass er etwas sagte.„Lucia, was meinst du...?“ , er sah mich fragend an. Ich konnte es nicht fassen. Er wusste nicht was ich meinte? Das gab mir den Rest. Ich brach in Tränen aus.
„WAS ICH MEINE? DAS ICH DICH LIEBE!“ , erschrocken starrte er mich an. „ Du hättest mir auch etwas davon sagen können! Mir keine Hoffnungen machen sollen!“ Ich sank vor Schmerz auf den Boden zusammen. Er lief auf mich zu und wollte mir aufhelfen, doch ich schrie ihn an. „FASS MICH NICHT AN!“ Dann sprang ich auf und stürmte davon.

 

 

[Lucia ist an dem See wo sie sich kennengelernt haben]

Ich stürmte an den Rand des Sees, kickte dabei meine Schuhe weg. Feine Kieskörner leisteten meinem Gewicht Wiederstand und der kalte Wind umstrich mich kalt. Ich kletterte den Felsvorsprung von der Seite hoch, das war der schnellste Weg. Oben angekommen war ich zwar erledigt, aber auch endlich allein. Schnaufend warf in kleine Steine in den See, während ich die Sterne beobachtete. Es kam mir so vor, als ob sie am Himmel tanzen würden. Ein ewiger Tanz der Himmelsgeschöpfen im schwarzblauen Nachthimmel, der sich über mir erhob. Seufzend strich über den glatten Klippenboden. Das der Ort etwas magisches hatte, war mir schon mit Noah klar gewesen. Doch ich war erstaunt, als ich bemerkte, dass der Zauber nicht Noah gehört hatte, den er war noch da. Das einzigste Licht warfen die Sterne und der Mond auf mich herab. Ich fühlte mich beinahe durch sie beobachtet, doch nicht im negativen Sinne. Eher bewacht, liebevoll umsorgt. Die Sterne mit den rätselhaften Augen, die auf mich achteten, der Wind mich umstreichende Wind eine Umarmung, der See mein Rückziehhort. Auf einmal kam mir ein Gedanke. Ich erhob mich, schritt an den Rand der Klippe. Von hier hatte ich den besten Überblick über denn See.

 

 

[Lucia kehrt zurück. Unwichtige Szene von zwei Mädchen, die nacher aber noch eine Rolle spielen.]

Zwei Mädchen kamen kichernd zu mir hinüber. "Hallo", die beiden streckten mir im gleichen Moment die Hand entgegen. Sie schauten sich einen kurzen Moment an und prusteten los. Ich lächelte schüchtern und gab einer nach der anderen die Hand. „Wir sind“, begann die eine, “ Zoey und Fabia“, ergänzte die zweite. „Wir zeigen dir ein wenig die Umgebung. Ich nickte und lies mich von den beiden an den Händen nehmen. Die beiden führten mich

 

 

[Lucia wird ihrem neuen Ausbilder vorgestellt. Er ist genau wie sei ein Wolf und soll ihr helfen]

"Lucia, dass ist Jurek. Er wird dich ausbilden, dich auf deinem Weg begleiten. Versteht du?" Jurek musterte mich durchdringend. Ich tat es ihm gleich. Er hatte kurze, stachelige, Haare. Sie waren Walnussbraun. Seine Augen hatten die Farben von Fichtennadeln, ein Grün dass so eindeutig in den Wald gehörte. Doch sein Blick gefiel mir nicht ; missbilligend sah er auf mich hinunter. Ich verschränkte meine Arme und wartete herausfordernd. Immer hin sollte er mich ausbilden und nicht ich ihn. Er schien mein Spiel mitzuspielen, also schwiegen wir uns eine Weile nur kalt an. Schließlich seufzte er genervt. "Na gut. Wie es scheint...hast du das gleiche Problem wie ich. Aber hey- musst keine Angst..." Ich unterbrach ihn mitten im Satz. "Ich habe keine Angst!" schrie ich empört. Er runzelte die Stirn und setze fort. "Nun, da du ja anscheinend 'Keine Angst' hast-komm mit. " Er stapfte mit großen Schritten los, Richtung Wald. Ich folgte ihm unbeirrt durch Kaminsrotesträucher, an schweren Kastanienbäumen vorbei zu Wiesen gelben Grases bis zu einem Bach. Kalt und doch so verführend plätscherte das eiskalte Wasser in ihm. Ich zog meinen rechten Schuh aus, um meinen Verwundeten Zehen zu kühlen, doch kurz bevor ich ihn in das erlösende Wasser Strecken konnte, hielt mich Jurek zurück. "Was soll das?" schnaubte ich ihn wütend an. "Sei mal ausnahmsweise dankbar. Ich habe dir immerhin dein Leben gerettet!" Ich fing an zu geckern. "Ja klar, gerettet. Wohl er verschlimmert! Mein Zeh tut weh ,und dass Wasser kühlt. Also" Ich riss mich aus seinem Griff" Lass mich!"

 

 

[Jurek und Lucia trainieren viel. Kurze Szene , beim trainieren]

"Komm her", forderte er mich wirsch auf. Sturr schüttelte ich den Kopf. Genervt fuhr er mich an. " Jetzt führ dich doch nicht so auf! Wieso bist du bloß so furchtbar verbockt? Was hat man dir angetan dass du echt gar nichts mehr machst ohne dass man bettelt? Du bist so dickköpfig!" Wütend riss er den Zweig hinunter und lies ihn vor mir auf den Boden fallen. Erschrocken wich ich zurück.
Meine Augen wurden zu Schlitzen. "Was man mir angetan hat", ich war ihm einen wütenden Blick zu," geht dich gar nichts an. Und ich wäre nicht so verbockt, wenn du mich mal besser behandeln würdest!", schrie ich ihn an. Er stampfte wütend auf. "Ich bitte dich! Ist es nicht schon genügend, dass ich sich ausbilde? Muss ich da auch noch Höflichkeitsphrasen faseln?" Wutentbrannt schleuderte er einen weiteren Zweig in den Wald hinter mich. "Hab ich dich jemals darum gebeten mich auszubilden?" , rief ich und warf meine Hände in die Luft. Er schnaubte nur genervt auf. "Oh nein, du antwortest mir gefälligst auf meine Frage!", schrie ich ihn an , doch er schüttelte , die Augen zusammen gekniffen, den Kopf und rannte davon. Lies mich völlig allein im Wald allein. "Wer ist hier dickköpfig?", schrie ich ihm hinterher. Dann lies ich mich auf den Weg fallen und fing schnaufend vor Wut seinen Namen zu schreien. "So ein Idiot", murmelte ich.

 

 

[Erneutes training, jurek ist aber kurz nicht da]

„Noah“. Ich flüsterte nur seinen Namen, doch er hörte es. Er drehte sich um und sah mir direkt in die Augen. „Lucia.“ Auf seinem Gesicht breitete sich ein schüchternes Lächeln aus. Sofort durchzuckte mich etwas. Ich richtete mich auf, machte meinen Rücken grade. „Was machst du hier?“, fragte ich ihn verbittert.
Er senkte seinen Blick. „Du kannst dir gar nicht vorstellen wie mir das alles leid tut...“ Verlegen trat er auf der Stelle herum. „Du hast Recht, kann ich nicht. Noah, kannst du bitte gehen? Ich trainiere.“ Ich hielt den Bogen hoch , um meinen Worten noch einmal Nachdruck zu verleihen. Dann drehte ich mich wieder um und fing an zu schießen. Das war seine Chance von hier zu verschwinden, bevor etwas passierte. Doch er nütze sie nicht.
„Lucia, ich vermisse dich!“. Wie Messerspitzen durchbohrten mich schlagartig seine Worte. „Verschwinde.“, sagte ich kalt. „Lucia!“ , ich hörte seine Verzweiflung in seiner Stimme, doch ich ignorierte ihn.
„Lucia!“ , diesmal schrie er mich an. Immer weiter ignorieren, dachte ich, verdammt! Reiß dich zusammen. Ignorier ihn. Er ist nicht da. Ich zielte mit dem Bogen. „LUCIA!“ Ich schoss. Genau ins Ziel. Seine Stimme wurde schwächer. „Lucia...“, flüsterte er nur noch.
„WAS?“, blitzartig drehte ich mich um. „Was, Noah? Was willst du? WAS WILLST DU?“ Ich schmiss meinen Bogen weg und stürmte, die Hände zu Fäusten geballt auf ihn zu. Erschrocken wich er zurück. Sein Blick, geteilt von Angst und Verzweiflung, streifte mich. „Lucia...“ , er griff nach meiner linken Hand, doch ich wich zurück. Sie glitt ihm aus der Hand. Ein paar Meter von ihm entfernt sank ich auf den Boden. Er kam auf mich zu und setzte sich vor mich. „Ich wollte dich nicht verletzen. Ich wusste nicht...“ , wieder senkte er seinen Blick, doch diesmal beschämt. Kalt sah ich ihn an.
„Ich vermisse dich. Ich brauche dich.“ , flüsterte er. Und da erkannte ich , dass etwas in ihm zerbrach. Leise und einsam lief eine Träne von seinem Augen über seine Wange. Ich nickte abwesend. „Ich verstehe“ Er sah erstaunt auf. „Ich verstehe...“, murmelte ich. Ängstlich lächelte er mich an. „Noah.“, ich seufzte laut, „vergiss mich. Vergesse alles. Vergesse unsere Freundschaft, dass ich dich liebte...“ Bei meinen Worten riss er entsetzt die Augen auf. „Du liebst mich nicht mehr?“, verletzt sah er mich an. Ich stand auf und zog ihn auf die Beine. Starr blickte ich ihn im die Augen . „Nein Noah, ich glaube nicht mehr. Und ich will es auch nicht mehr. Verschwinde von ihr, geh mir aus den Augen. Ich...“, Ich musste nun all meine Kräfte zusammen nehmen, um nicht zu weinen. Ich ging auf die Zehenspitzen und flüsterte meinen letzen Worte für ihn in die Ohren: „Bald bin ich bereit. Dann werden wir uns nie wiedersehen. Ich...“ Zu spät. Die erste Träne kullerte über meine Wange. „Hasse dich!“ , schnell vollendete ich den Satz, drehte mich um und stürmte los. Ich hörte wie er hinter mir aufschrie , doch ich sah nicht zu ihm zurück.
Durch meine Wut, durch meine Trauer, durch meine Angst, war ich schneller den je, stürmte einfach los, in eine Richtung die ich nicht kannte. Seit ich hier war hatte ich sie aus einem mir nicht bekannten grund gemieden, doch nun schlug ich sie ein. Rannte dem Gebirge entgegen, immer schneller, immer Weiter.

 

 

[Lucia ist mitten im Gebirge. Kurze Szene]

Ahnungslos wo ich mich befand, ging ich schnaufend dem leisen Rauschen eines Baches nach. Ich war durstig und mir war vom Rennen total heiß, so gerne würde ich meine Füße ein wenig Kühlen. Meine Hörsinn führte mich weiter den Berg hoch, was mich sehr wunderte. Wasser fliest doch nicht bergauf? Aber wer weiß, inzwischen würde mich nichts mehr wundern. Durch die Sträucher hindurch kam ich auf eine

 

[Lucia ist in ihrem Zelt und denkt über ihre Begegnung mit Noah nach]

„Hey, Jurek“. Flüsternd begrüßte ich ihn, als er in mein Zelt schlüpfte. Er lies sich neben mich fallen und einen Moment schwiegen wir. Nachdenklich zeichnete ich meine Narben nach. Auf einmal schloss sich seine Hand um mein Handgelenk. Erschrocken blickte ich in seine Fichtenaugen. „Lucia...“, stammelte er. “Wieso bist du abgehauen?“, fragend blickte er mich an. Als ich nichts sagte setze er fort. „Ist dass Training zu hart? Wenn du willst können wir auch mal eine Pause machen...“ Ich schwieg immer noch. „Ich meine ja nur, du kannst nicht einfach verschwinden, ich habe mir furchtbare Sorgen gemacht...“ Ich befreite meine Hand aus seinem festen Griff und griff nach seiner Halskette. Es war ein aus Holz geschnitzter Wolf. Nachdenklich spielte ich mit ihm herum. Ich ignorierte , dass er mich andauernd fragte, was denn los sei, bis er schließlich verstummte. „Jurek“, flüsterte ich. „Von wem hast du die Kette?“ , fragend lächelte ich ihn verlegen an. „Von meiner Großmutter“, duschdringlich sah er mich an. Er wendete seinen Blick nicht mehr von mir ab. Verlegen strich ich über meine Leinenhose. „Ich hatte Besuch.“, begann ich zu erzählen. Irritiert runzelte er die Stirn. „Von wem?“, fragte er sofort, wie aus der Pistole geschossen. „Dass ist nicht so wichtig...auf jedenfall war danach ziemlich aufgelöst und musste allein sein, ok? Aber es geht wieder.“ Entschuldigend lächelte ich ihn an.

 

der Pistole geschossen. „Dass ist nicht so wichtig...auf jedenfall war danach ziemlich aufgelöst und musste allein sein, ok? Aber es geht wieder.“ Entschuldigend lächelte ich ihn an.

[Seit der Szene im Zelt verstehen sich Lucia und Jurek viel besser. Wieder beim Training auf einer Lichtung im Wald.]

„Schließ deine Augen“, flüsterte er mir lächelnd zu. Ich gehorchte im Schweigend. Ich hörte wie er aufstand und langsam ging. „Weißt du“, sagte ich, „ich verstehe dass nicht. Wieso geschieht dass mit uns? Wieso sind wir nicht wie alle anderen?“
Hoffnungsvoll wartete ich auf eine Antwort, doch es kam keine. Immer noch die Augen geschlossen, strich ich über den Boden. Ich spürte das hohe Gras, dass hart in die Erde überging. Ich fing an mit den Fingerspitzen in der nassen Erde ein wenig zu graben Als mir glitschiges durch die Finger glitt, durchzuckte es mich. Ich hörte ihn Rufen. „Alles in Ordnung bei dir?“ Seine Stimme war weit entfernt und ich wurde von der Neugier gepackt. Was machte er bloß ? Wieso lag ich hier mit fest zusammen gepressten Augen auf einer Wiese?
„Alles In Ordnung, Jurek. Ich frage mich nur, was wir hier machen. Beziehungsweise was du machst! Was ich mache weiß ich.“ Ich hörte sein Kichern, doch er antwortete nicht mehr. Aufgeregt wackelte ich mit meinen Zehenspitzen, als ich ihn rufen hörte. „Du kannst die Augen öffnen!“ Die urplötzliche aufflammende Freude über die erlösende Worte wurden sofort wieder von der Enttäuschung verdrängt, die ich verspürte, als ich ihn beim aufschlagen meiner Lieder nicht in meinem Blickfeld auffinden konnte. Schnell rappelte ich mich auf und klopfte mir die Erde von den Beinen und dem Rücken. Schließlich richtete ich mich auf. „Ähm, nun,Jurek. Ich sehe dich nicht...“ , stammelte ich. Es war inzwischen stockdunkel und ich konnte nur schwache Umrisse erkennen. Wie war dass mit den Wolfsaugen gewesen? Noch zeigten sie offensichtlich keine Wirkung.
„Jurek?“ Erneut rief ich nach ihm und versuchte ihn irgendwo in der durchdringeichen Dunkelheit zu finden.
„Na toll“, murrte ich. Ich schnappte mir meine Tasche und stapfte unbeirrt in die Richtung los, wo wir herkommen waren. Ich war ein wenig beleidigt, dass er mich hier einfach zurück gelassen hatte, ohne auch nur eine Anweisung zu geben. Als ich vor der Sträucherfront stand, musste ich aber zögern. Ich hatte keine Idee, wie wir zuvor durch sie hindurch gekommen waren. Aus irgendeinem Grund heraus hatte ich nur Augen für Jurek gehabt, wie er unbeirrt sich durch den Wald kämpfte. Verdammt! Wütend auf mich selbst kickte ich einen Brocken weg. Seufzend schaute ich mich nach einer Möglichkeit um, die Lichtung auf einen anderen Weg zu verlassen. Doch meine Suche war aussichtslos: Überall wucherten die undurchdringlich scheinende Wand aus den dunklen Sträuchern den Himmel entgegen. Verzweifelt wählte ich einen Zweig aus, der nicht allzu von spitzen Dornen überseht war und versuchte ihn vorsichtig zur Seite zu schieben. Doch es war eine dumme Idee: Sofort durchbohrten meine Hand die Dornen und ich wich zurück. Aus den Wunden fing ich an zu bluten und ich musste laut fluchen. „Verdammt, Jurek! Hohl mich hier raus!“ , schrie ich wütend gen Himmel. „JUREK!“ Wütend stampfte ich auf und ab, immer zwischen der Lichtung hin und her, doch nirgendwo zeigte er sich. Auf einmal bemerkte ich etwas merkwürdiges: Meine Wunden. Ich konnte schwören, dass sie vor ein paar Minuten, wo sie von den schwazen Dornen verursacht worden waren, viel kleiner gewesen waren und nicht so geschmerzt hatten. War das möglich? Was für ein Fauler Zauber steckte hier dahinter? Und wie konnte Jurek mich hier zurück lassen? Verzweifelt und unersätlich wütend sank ich verzweifelt auf den Boden der Lichtung. Spätenstens jetzt wusste ich , dass ich recht hatte: Meine Wunden wurden schlimmer. Und ich war hier ganz allein, sah keinen Ausweg aus diesem Dornengefängnis hinauszugelangen. Alleingelassen und gefangen unter dem unendlich Sternenhimmel. Seufzend, von den Schmerzen meiner Hand überwältigt, ließ ich mich auf den Rücken ins Graß fallen. Ob das mein Ende war? Ich war noch nicht mal ein Wolf. Gescheitert. Ich verstand nicht, warum Jurek dass getan hatte. Das konnte keine seiner bescheuerten Aufgaben sein. Zu so was war er nicht fähig. Oder etwa doch? Ich krallte meine Finger in den Boden. Ich fasste all meine noch übriggebliebene Kraft zusammen. Würde Jurek mir dass wirklich an tun ? Schwer atmend versuchte ich einen klaren Gedanken fassen. War dass alles eine Falle gewesen? Hatte auch er meinen Tod gewollt ?
Perlengroße Tränen kullerten mir langsam über die Wangen. Eine nach der anderen rannten mir über meine Wangen, jede von ihnen trauerten mit mir. Inzwischen waren mir meine körperlichen Schmerzen egal. Sie waren nichts dagegen, dass er meinen Tod wollte, dass er das hier gewollt hatte. Dass ich langsam, unter den Sternen ,mein Ende finde. Allein, einsam, elendig. Was waren das bloß für Dornen gewesen, dass sie mich so völlig ausgeschaltet hatten? Die Schmerzen waren beinahe unerträglich. Ich wand meinen schweren Kopf auf den Boden zur Seite, um meine Hand besser betrachten zu können. Völlig geschockt erkannte ich, dass die Wunden sich ausgebreitet hatten. Meine hand war komplett zerfleischt und langsam zogen sich die rote Spur meinen Arm hinauf. Erneut traf mich die Erkenntnis dass Luke genau das gewollt hatte. Langsam lies ich einen ganzen Wasserfall aus meinen Augen laufen, die sich langsam über meine Schulter meinen Arm hinunter den Weg suchten. Ich fand meinen Blick wieder von dem entsetzlichen Anblick meines Armes ab und fing an , die Zähne fest zusammen gebissen, den Sternenhimmel zu betrachten, nur um mich abzulenken. Ein Stern verfolgte ich nach dem anderen, unwissend was ich suchte. Ich war allgemein unwissend, in dieser neuen Welt, die mir eröffnet worden war. Magie, von der ich nie etwas in mir geahnt hatte, Leute und eine Welt die sich aus dem Verborgenem heraus ergeben hatten, die ich versuchen musste zu verstehen. Ich war mir so sicher gewesen, dass ein Mann für mich fühlte, nur um zu erfahren, dass er bereits verliebt ist. Ein neuer Versuch wo anderes, um von der Person, der ich zu diesem Zeitpunkt am meisten vertraute, langsam und grausam getötet zu werden. Weinend wandte ich mich mich um mich selbst, um mein Gesicht in den Boden zu schlagen. Ich hasste mich für meine unersättliche Dummheit, für alles. Selbst ein Mann der soviel Zeit mit mir verbracht hatte, hatte mich ohne zu zögern in mein Grab geführt. Wie passend, dass er mich dazugebracht hatte, mich mit geschlossenen Augen auf den Boden zu liegen. Welch furchtbare Ironie, mich meinem Tod so entgegen zu bringen. Erneut drehte ich mich, diesmal auf die Seite. Stützte mich auf meinen unversehrten Ellenbogen. Meine Finger waren schon fast bis zu dem Knochen zurückgegangen. Geschockt erschütterte mich ein weiterer Weinkrampf, und die Tränen rannten meinen Ellenbogen entlang, immer weiter. Als sie das verwundete Fleisch erreichten verblassten sie. Genau wie meine Selbstbeherrschung. Ein hoher lauter Schrei entfuhr mir. Auf einmal wusste ich, wie sich jede Zelle meines Körper anfühlte. Jede einzelne , wo eine Träne langsam in einem roten Hautfetzen versank. Jede durchstach mich wie mit einem Messer. Die Stille, die zuvor nur durch mein Schluchzen gestört worden war wurde jetzt durch meine Schreie durchrissen. Immer wieder versank eine Träne in meinen Armen, und durch die Schmerzen entfielen mir erneut welche. So wartete ich schreiend, von den unendlichen Schmerzen gequält auf den nassen Boden der Lichtung und blickte meinem Ende entgegen. Und es kam. Eine letzte Träne, dann schloss ich die Augen. Alles wurde schwarz.

 

Bumm. Ich gelang wieder an mein Bewusstsein. Bumm. Ich schlug die Augen auf. Bumm. Ruckartig richtete ich mich auf. Bumm. Ich schaute meine Hand an. Bumm. Bumm. Bumm. Mein Herz wurde immer schneller, und ich war entsetz. Ich wartete darauf, dass der lähmende Zustand, der mich ergriffen hatte vorüberging. Bumm. Mit weit aufgerissenen Augen musterte ich meinen Arm und meine Hand. Komplett bleich, im Schimmern des Mondes beinahe schon wieder weiß, aber doch unverwundet streckte sie sich mir entgegen , als wollte sie mir nur dass eine vermitteln : Du bist wahnsinnig. Ich sprang auf und schaute ängstlich um mich. Als ich erkannte, dass ich noch immer in meinem Gefängnis gefangen war , kam es mir vor, als wär ich ich wieder fünf. Wir sitzen bei meiner Großmutter auf der Offenband, meine Mutter hält meine Hand fest. Meine Großmutter macht sie fertig, und ich sehe wie meiner Mutter die Tränen in die Augen steigen. Ich fühle mich aufeinmal noch kleiner , als ich bin, kann aber nichts tun um ihr zu helfen. Ich bin gefangen, zwischen meiner Großmutter, vor der ich mich fürchte und meiner Mutter, die ich nicht allein lassen kann. Ich fühlte mich auf der Lichtung genauso gefangen und so verloren wie damals. Immer noch schiene die Sterne über mir, und ich fragte mich pb sie wohl jemals wieder von der Sonne vertrieben werden würden. Anscheinend nicht. Wie alles an diesem Ort, war auch der Himmel verhext. Wütend sprang ich auf, als mir eine Idee kam. Ich sammelte mich und machte mich auf das kommende Gefasst. Ich senkte den Blick, und erinnerte mich so gut es ging an den Moment, wo Noah mir Mildred vorgestellt hatte. Er hat dich nie geliebt , flüsterte eine Stimme in meinem Kopf. Genau, das war es. Ich nickte schwer. Weiter, feuerte ich mich selbst an. Selbst Jurek wollte deinen Tod . Flüsterte die Stimme mir zu. Eisern wiederholte ich die Worte laut. „Selbst Jurek wollte meinen Tod.“ Nun liefen die Tränen. Nicht mehr aufzuhalten. Ich ballte die Hände zu Fäusten und wiederholte nur diesen einen Gedanken. Selbst Jurek wollte deinen Tod. Dann rannte ich los, durch die Sträucher, durch die Dornen. Doch wo sie mich stachen und vergifteten, sammelte sich sofort eine Träne, die die Wunde wieder verschloss.
Trotz all den Stichen spürte ich nichts, das einzigste was mir wehtat war der Gedanke. Selbst Jurek hatte meinen Tod gewollt. Immer mehr Tränen liefen mir über mein Gesicht, so dass ich es gar nicht bemerkte als ich aus den Sträuchern heraus im Wald auf dem harten Boden landete. Erst als die erste Träne nass auf meinem Finger liegen blieb erkannte ich, dass es vorbei war. Schnell richtete ich mich auf und stürmte los. Ich warf keinen Blick zurück auf die Sträucher, nur gerade aus. Weg von diesem Ort, weg von allem. Weg von Jurek.

 

[Lucia kämpft sich durch den Wald zur Siedlung.]

„O Gott, wo warst du?“, schrie mich Meo an. „Wir haben uns solche Sorgen gemacht!“ Er packte mich an beiden Schultern und ruckelte an mir. „Verdammt Meo, lass sie in Ruhe! Sie ist ja komplett aufgelößt.“ Die beiden Schwestern erschienen aus der Dunkelheit und nahmen mich beide in den Arm. Ich fing an, mich an ihren Schultern auszuweinen. „Hier“, Zoey holte ein kleines Gefäß aus ihrer Tasche heraus, „das ist ein Tränensieb.“ Sie reichte mir den kleinen Krug aus Ton. Er war mit winzigen Schriftzeichen verziert, die ich durch meine Tränen hindurch leider nicht erkennen konnte. „Was...was ist das?“, schluchzte ich. Irritiert drehte ich ihn in meinen Fingern hin und her. Fabia nahm in mir aus der Hand und band ihn mit der Kette um meinen Hals. „Er fängt deine Tränen auf. Besser gesagt deinen Schmerz, der in deinen Tränen steckt. Das Tränensieb nimmt dir ein wenig von der Last ab. Aber wenn du es abnimmst kehren sie zurück, also pass auf.“ , sie sah mich warnend an, „Sammle niemals zuviel Schmerz darin. Wenn du es dann abnimmst könntest du das nicht verkraften.“ Unter Tränen nickte ich ihr zu.

 

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PhoebeFibi

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JaneHamilton SHE... - Ich könnte mir vorstellen, dass das mal ein tolles Buch wird. Im Augenblick empfinde ich es als schwierig zu lesen. Zumal, zumindest auf meinem PC, sieht es so aus als würde etwas mit den Einstellungen nicht stimmen. Denn die unterste Zeile wird bei mir nur halb dargestellt und ich könnte nur raten um welche Buchstaben es sich handeln könnte.
Aber lass Dich jetzt bitte nicht entmutigen.
Beste Grüße
J.H.
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