Mein Name ist Q, Q ist die Abkürzung für Quwasimodo. Warum ich so heiße? Nun ja, meine ersten Herrchen oder Besitzer, wie sie es nennen würden, fanden mich nicht besonders ansehnlich. Daher verpassten Sie mir diesen Namen. Besonders gern hatten Sie mich wohl auch nicht. Ich bekam kaum Futter und wenn, war es alt und schmeckte nicht. Die Leute hießen wohl auch Quwasimodo, so sahen sie zumindest aus. Keine schönen Menschen, würde ich urteilen. Gott sei Dank haben diese Leute dann auch relativ schnell eingesehen, dass sie mit einem Hund gar nicht leben wollten.
Ich kam dann in ein Tierheim „Bella Bello“, ein Luxushotel im Vergleich zu meinen bisherigen Wohnverhältnissen. Es war schlicht, es war nicht überall schön, aber es waren Menschen da die sich nett um uns Hunde gekümmert haben. Und das Beste, es gab reichlich Futter. Hier ließ es sich aushalten.
Einige Zeit später, mir ging es gut, ich hatte einige Freunde gefunden mit denen ich gerne spielte und sogar eine Freundin hatte ich. Eine Pudel-Dame, deren Duft mir den Verstand raubte. War sie in meiner Nähe, war alles andere egal. Dann zählte nur meine kleine Donna. Doch an diesem jenen Tag, kam eine Familie, Mutter, Vater, Tochter und ein Baby, da konnte ich nicht erkennen welches Geschlecht es hatte. Sie guckten sich uns Hunde an, wollten einen von uns adoptieren.
Mich interessierte das erst mal gar nicht, ich hatte ja Donna. Wir spielten, schmusten und machten halt so Dinge, die Hunde eben gerne machen. Plötzlich hörte ich: „Ich will den da Mama, den weißen!“ Den weißen? Ich sah zu der Familie, die Tochter deutete in meine Richtung. Ich sah mich um und dachte: „Scheiße, der einzige weiße hier bin ja ich. Die meinen doch nicht mich?!“ „Das ist Quwasimodo, ein weißer Schäferhund“ erklärt ein Heimmitarbeiter. Damit war auch klar, ich war gemeint. In diesem Moment sah ich zu Donna und wusste, es war sicher einer der letzten Momente unserer gemeinsamen Zeit. Dann ging alles auch sehr schnell. Die Familie verschwand mit dem Heimmitarbeiter im Haus und kam kurze Zeit später wieder. Ich wurde mit einem Halsband versehen und an die Leine genommen. Der Vater führte mich zu einem Auto, ein schickes großes Auto. Dort wurde ich in eine Box gepackt und musste dort noch warten bis wir losfuhren.
Während der Fahrt malte ich alle möglichen Szenarien aus. Wie ist diese Familie, sind die nett, sind die nicht nett. Was erwartet mich wenn wir ankommen. Ich befürchtete das schlimmste. Hätte ich ein Zeitgefühl, könnte ich euch sagen wir lang die Fahrt gedauert hat, aber ich habe keine Ahnung. Wir kamen irgendwann an. Als sich der Kofferraum des Autos öffnete bot sich mir ein Anblick mit dem ich niemals gerechnet hatte. Wir standen vor einem riesigen Haus, umzingelt von Bäumen. Die Angst, ich hätte wieder so eine Familie die mich schlecht behandelt, wich ein wenig dem ersten Eindruck. „Warum heißt der Hund Quwasimodo Mami?“ Die kleine Tochter sah mich offensichtlich etwas anders als es meine ersten Besitzer noch taten. „Schatz, das weiß ich nicht, der Herr vom Tierheim sagte mir, das die Leute die in ins Heim gebracht haben so genannt hatten.“
Die Mutter suchte wohl ebenfalls nach einer Erklärung. Nun mischte auch der Vater mit: „So hässlich ist er doch gar nicht. Süsse, wie wäre es denn wenn wir Ihn einfach nur Q nennen? Den Namen finde ich viel besser.“ „OK!“ freute sich die kleine. Gut, hieß ich also nun Q.
Nun wurde ich sogar von der Leine gelassen. Ich durfte das ganze Haus durchstöbern. Das war so aufregend, ich vergas sogar für kurze Zeit meine kleine Donna. Ich begann immer mehr zu hoffen, dass diese Familie echt toll ist. Plötzlich hörte ich wie die Mutter, die April hieß wie ich irgendwann mitbekam, nach mir rief. Ich dachte mir: OK, bisher wart ihr gut zu mir, ich werde mal hören. Ich rannte also in die Küche, wo die ganze Familie bereits wartete. Was ist denn nun, dachte ich mir. „Hier ist dein Futter Q“ sagte Aby, so hieß wohl die Tochter. Sie zeigte auf eine Schüssel. „Boah, genial, ich hab so einen Hunger.“
Ich lief zur Schüssel und versuchte zu erschnuppern was es denn da gab. Ich hatte aber so einen große Hunger, eigentlich war es mir egal. Ich verputzte alles in Rekordzeit. Lecker!
Von Tag zu Tag merkte ich, diese Familie ist toll. Sie sind nett, sie kümmern sich um mich, was will ich mehr? Einzig dieses Baby, welches übrigens ein Rüde ist, also, ein Junge. Ich muss dem kleinen mal irgendwie klar machen, das meine Ohren angewachsen und auch nichts Essbares sind. Ansonsten geht es mir wirklich gut hier. Neulich habe ich sogar im Wald ein Reh gesehen, mit denen kann ich bestimmt toll spielen. Nachdem ich im Heim war, hatte ich gedacht es könnte mir nicht besser gehen, aber da habe ich mich wohl getäuscht, hier ist es noch viel viel schöner. Auch wenn mir meine Donna fehlt, habe ich hier echt viel Spass.
Ich werde mich jetzt dafür einsetzen, dass Hunde nur noch in Familien kommen, wo es ihnen auch gut geht. Wie ich das anstelle weiß ich noch nicht, aber es würde helfen, wenn die Menschen endlich mal eine Fremdsprache lernen würden um mich zu verstehen. Ich bin jedenfalls jetzt der glücklichste Hund der Welt, zumindest in meiner Welt.