Krimis & Thriller
Tom und Billy - Episode 3

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"Tom und Billy - Episode 3"
Veröffentlicht am 30. Mai 2012, 8 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
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Tom und Billy - Episode 3

Tom und Billy - Episode 3

Letzte Kräfte

Endlich hatte das Geholpere ein Ende. Billy war gerade dabei einzunicken als ihn gleißendes Sonnenlicht blendete. "Endstation!", flötete Mike und riss als erstes Tom vom Laster. Billy flog hinterher und landete auf seiner rechten Schulter. Er biß sich auf die Unterlippe und unterdrückte ein Stöhnen, denn so ganz in Ordnung war die Schulter noch lange nicht.
Mike kramte in seiner Hosentasche und fingerte nach einem Schlüssel. "Da is er ja!" sagte er und trabte voran in Richtung eines schlichten Gebäudes. Tom und Billy blickten sich - noch immer am Boden liegend - an. Die zwei Halbstarken griffen die beiden unter den Armen und mit einem Ruck standen beide wackelig auf den Beinen. "Los! Bewegt Euch! Ich hab keinen Bock mehr auf den Mist hier. Miiiiiike!", schrie einer der Affen und schubste Billy vor sich her. Im Gebäude wurden die Brüder getrennt. Tom kam in einen kleinen Raum zur linken Hand. Billy konnte sehen, daß es in dem Zimmer stockdunkel ist. Noch bevor er die Lage ganz peilen konnte, wurde er in ein anderes Zimmer auf der rechten Seite buxiert, in dem Mike schon wartete. In der Mitte des Raumes stand ein Stuhl an dessen Armlehnen und Beinen Eisenschlaufen waren. Mike hatte also vor, Billy noch ein wenig zu foltern. Endlich wurden die Kabelbinder aufgeschnitten und Billy ertrug das schmerzvolle Zurückfließen des Blutes in seine tauben Arme, die im Moment nicht für einen Kampf zu gebrauchen waren. Ohne ein Wort drückte der Fiesling ihn in den Stuhl und ohne weiteres ließ Billy sich fesseln. "Danke. Geh raus!", befahl Mike und sein Kumpane machte dankend den Abgang. "Und jetzt? Was denkst Du, wie es nun weitergeht? Ein weiteres Mal wirst Du mich ohne ein Ergebnis quälen, ohne jegliche Info wirst Du nachher wutschnaubend abdampfen.", sagte Billy und blicke Mike dabei fest in die Augen. Mike wußte, daß Billy recht hatte und gerade deshalb war er so wütend. Billy zu töten wäre ein schwieriges Unterfangen und würde nur noch mehr Arbeit bedeuten. Ganz zu schweigen davon, daß er auf diese Weise nie an die Informationen herankommen würde, die er so dringend benötigte.
Mit einem Satz war Mike bei Billy und stach ihm mit einem mittellangen Jagdmesser unvermittelt in die rechte Schulter - als ob er wüßte, daß Billy zuletzt dort schwer verletzt und einige Male operiert wurde - und holte das Messer sogleich wieder heraus. Ein Ausweichen war unmöglich. So weit es ging riß Billy sich zusammen. Er beugte sich auf dem Stuhl nach vorn, so war der Schmerz besser zu ertragen. "Argh Mike! Ist das nicht unter Deiner Würde, einen gefesselten, wehrlosen Mann niederzustechen? Beim letzten Mal durfte ich wenigstens kämpfen.", preßte Billy heraus um Mike umzustimmen. Billy konnte viel ertragen. Seine Schmerzgrenze war sehr hoch und außerdem hatte er schon so einiges erlebt und wegstecken müssen. Doch er spürte, daß es nun reicht, daß er keine Lust mehr auf dieses Katz- und Mausspiel hatte. Allerdings war er wiedereinmal selber Schuld.
Mike schien nachzudenken, das wußte man nie so genau bei ihm, denn meistens dachte er nicht nach, bevor er etwas tat. "Gut. Du sollst Dich verteidigen können. Allerdings nicht gegen mich", sagte Mike nach endlosen Minuten, in denen Billy schon einiges an Blut verloren hatte. "Wo ist Tom? Was macht ihr mit ihm", fragte Billy. "Der darf drüben im dunklen Zimmer sitzen. Aber ich laß ihn herholen", verkündete Mike, "David? Daaviiiiid? Bring mir die Schlüssel!" Die Tür öffnete sich und David warf Mike einen Bund Schlüssel zu. "Bring das Ärztlein her und sag Steven, er soll sich aufwärmen, ich mach mir die Hände nicht mehr dreckig", protzte Mike und schritt auf Billy zu. Er fischte den richtigen Schlüssel heraus und schloß zuerst die Fußfesseln auf. Als die beiden Armfesseln geöffnet waren ging es ganz schnell. Billy stand auf, gab Mike mit links einen fiesen Aufwärtshaken in den Magen und als der sich nach vorne beugte, trat Billy ihm mit voller Wucht von unten ins Gesicht. Blut spritze bis an die Decke als der schwere Mike rückwärts taumelte und wie ein nasser Sack auf den Boden fiel. Vor dem bewußtlosen Mike sackte Billy auf die Knie und hielt sich die rechte Schulter. Das Blut rann ihm am Oberkörper hinunter. Die kurze Kampfszene hatte ihn viel Kraft gekostet, aber viel Zeit hatte er nicht. Steve und David würden ganz bald mit Tom kommen. Da fiel ihm das Jagdmesser ein. Wo mag es hingefallen sein? Er schaut sich um und entdeckte es nahe bei der Tür. Billy stand auf und ging hinüber zur Tür, hob das Messer auf und lehnte sich gegen die Wand neben der Tür. Schon hörte er Stimmen und Schritte. Durch den Türspalt konnte er die drei Männer sehen. Tom stolperte vornweg. Man hatte ihm die Augen verbunden und eine Pistole, die ihm in den Rücken piekste, zeigte ihm die Richtung in die er gehen sollte. Billy atmete tief durch. In welche Hand sollte er das Messser nehmen? Würde die Schulter mitmachen? Er entschied sich für die linke Hand und die rechte wischte er erneut an seiner Hose ab - das Blut floß immernoch aus der tiefen Wunde heraus. Tom kam durch die Tür, die zwei Kerle hinterher. Den einen schnappte er sich etwas unbeholfen, indem er seinen rechten Arm um dessen Hals schlang und ihm sogleich das Messer an die Kehle drückte. Der andere blieb erschrocken stehen und hob direkt seine Hände in die Luft und sagte verblüfft: "Ohman, das ging aber jetzt fix. Ich mach nichts mehr!" Während er das sagte, schmiss er die Pistole weg und rannte hinaus. "Und Du?", flüsterte Billy seinem Gefangenen ins Ohr, "gehst Du auch freiwillig?" Billy vernahm ein leichtes Nicken und ließ von dem Typen ab. Auch er ergriff sofort die Flucht. Ein Glück daß sie beide nicht auf Ärger aus waren. Billy ging zu Tom herüber und nahm ihm die Augenbinde ab. Draußen hörten sie den Transporter wegfahren. "Was war jetzt das? Billy, wie hast Du das nun hinbekommen? und Deine Schulter?", stammelte Tom und drehte sich mit dem Rücken zu Billy, damit er ihm mit dem Messer die Kabelbinder durchschneidet. "Halbsowild", schwindelte Billy, "es geht schon. Hilfst Du mir mal mit dem da?" Er nickte zu Mike herüber. "Wir setzen ihn in den Stuhl, da ist es schön gemütlich. Die Schlüssel liegen auch hier irgendwo herum. Geht es Dir denn besser als mir?", fragte er. "Ich denke schon. Das Bein blutet nicht mehr und mir wurde auch nichts angetan", antwortete Tom während sie Mike in den Stuhl wuchteten. "Wo sind wir überhaupt? Wir müssen erstmal zusehen, daß Deine Schulter aufhört zu bluten, sonst krieg ich Dich nicht bis in Krankenhaus!", sagte Tom und schaute sich Billys Schulter an. Das Messer war nicht hinten herausgekommen, aber Mike schien die Hauptschlagader angeschnitten zu haben. Schnell zog Tom sein T-Shirt aus und band es fest um Billys Schulter. Billys Arm band er mithilfe von Mikes Shirt stramm an seinen Bauch. "Los, laß uns erstmal rausgehen und schauen, wo wir hier sind. Wie lange, denkst Du, sind wir gefahren? 15 Minuten? 20?", fragte Tom und öffnete die Eingangstür. Billy blieb zurück. Er taumelte, stützte sich mit der linken Hand an der Wand ab "wir ... wir sind bei der Ölmühle. Hier haben sie X und sein Bruder immer getroffen. Jetzt frag noch, woher ich das weiß", grinste er, "ich war dabei. Wir gehen jetzt hier raus, dann um das Haus herum und dann ... und dann können wir bei Jason telefonieren." Stöhnend löste er sich von der Wand, seine Hose war blutdurchtränkt.

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Hörbuch

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Gizzymaus

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BellaCPernier Eine sehr schöne Geschichtsidee.
Ich hab auch immer so meine Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung, oder es schleichen sich Flüchtigkeitsfehler ein.

LG Catherne
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Oskar Wieder alles gut getroffen. Es geht spannend weiter.
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