Romane & Erzählungen
fateful moments

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"fateful moments"
Veröffentlicht am 29. Januar 2013, 48 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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fateful moments

fateful moments

Beschreibung

Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 auf der "Titanic" befand.

Prolog

Es war der 3. März 1912, ich war zu Hause und half meiner Mom im Haus. Wir hatten gerade den Abwasch erledigt, als mein Dad ungewähnlich früh von der Abeit nach Hause kam. "Setzt euch bitte." sagte mein Vater zu uns und deutete in RIchtung unseres kleinen, runden Holztisches.  Also räumten meine Mom und ich noch die letzten Tassen in den Geschirrschrank, und setzten uns dann zu Dad, der schon Platz genommen hatte. "Ich habe eine schlechte und eine gute Nachricht für euch. "Zuerst die schlechte, Don" sagte Mom zu Dad. "Ok, also, meine Firma hat nicht mehr all zu viel Geld, das heisst, wir gehen nächstens Pleite." Ich verstand nicht genau was das hiess, aber die Augen meiner Mom füllten sich mit Tränen. "Nicht weinen Mommy," sagte ich und wollte sie trösten. "Nein, Lily, du musst wirklich nicht weinen, ich habe in der letzten Zeit gemerkt, dass nicht mehr so viel Geld da war, und habe mich nach einem neuen Job umgesehen. Erst letzte Woche habe ich eine Zusage von einer reichen Firma in Chicago erhalten." Mom's Augen weiteten sich. "In Chicago?" fragte sie, "aber das ist auf der anderen Seite des Ozeans!" Auf dem Gesicht meines Dad's breitete sich ein Lächeln aus. "Ja Lily, das ist auf der anderen Seite, deshalb habe ich uns dreien ja auch Tickets für die Jungfernfahrt der Titanic besorgt." 

Alles an Bord

Seit mein Daddy die Tickets besorgt hatte, war alles sehr hektisch geworden. Wir hatten unsere Kleider und Habseligkeiten alle in Kisten verpackt. Das Haus haben wir verkauft und dann haben wir alles in Kutschen verladen und haben uns auf den langen Weg nach Southhampton. Am 31. März kamen wir am Hafen an. Unsere Kisten wurden in unsere Suites verladen, und für die letzten zwei Nächte checkten wir in einem Hotel ein. "Mommy?" fragte ich, als ich mit ihr auf dem Sofa sass. "Was ist los, Elle?" fragte sie mich. "Dieses Boot macht mir Angst." Meine Mom lächelte. "Du musst keine Angst haben, mein Schatz. Dieses Schiff soll unsinkbar sein." Ich nickte. Das beruhuigte mich aber überhaupt nicht. "Komm Elle, wir legen uns schlafen, morgen müssen wir früh auf. "Ok," sagte ich "wo ist denn Daddy?" Meine Mom deutete auf das kleine Büro in unserer Suite. "Der organisiert noch alles für morgen." sagte Mom."Kann ich ihm noch eine gute Nacht wünschen?" fragte ich. "Aber sicher" meinte Mom lächelnd. Also ging ich zum Büro und klopfte an. "Daddy?" fragte ich. "Komm doch rein, Elle." rief er. Ich öffnete die Tür, und trat ein. "Gute Nacht, Daddy" sagte ich und drückte ihn ganz fest. Mein Dad hob mich hoch und wirbelte mich herum. "Gute Nacht, Elle" sagte er und küsste mich auf die Stirn. Dann setzte er mich ab und ich ging in mein Zimmer, wo Mom schon auf mich wartete. Ich zog mein Nachthemdchen an und hüpfte fröhlich ins Bett. Meine Mom deckte mich zu und gab mir einen Kuss. "Gute Nacht, mein Schatz" sagte sie und verliess dann das Zimmer. Ich schlief schnell ein. Am nächsten Morgen weckte mich Mom sehr früh auf. "Morgen, Elle. Es ist Zeit zum aufstehen." sagte sie, und hob mich aus dem Bett. "Mommy, ich bin doch noch müde."murmelte ich und vergrub mein Gesicht in ihrem Haar. "Ja, das verstehe ich, Elle, aber das Schiff wartet nicht auf uns."antwortete sie und setzte mich dann ab, um mir beim anziehen zu helfen. Sie zog mir einen hellgünen Rock über, und schnürte ihn unter der Brust zusammen. Dann nahm sie mich wieder auf den Arm und trug mich ins Wohnzimmer, wo sie mich auf das Sofa setzte um mich zu frisieren. Sie flocht mir die dunkelroten Haare zu einem lange Zopf, und band ihn dann hoch. "So jetzt bist du das wunderschönste 6-jährige Mädel."sagte sie und küsste mich auf die Stirn. "Hast du hunger?" fragte sie mich. "Nein, mir ist schlecht."sagte ich. "Ich hole dir kurz was dagegen" sagte Mom und verschwand im Bad. Kurz darauf war sie mit einem Saft zurück. "Hier trink das" sagte sie und reichte mir das Fläschchen. Ich trank den Saft und er schmeckte eklig. "Seid ihr bereit, meine Schönen?" fragte Dad. "Ja ich bin bereit, Daddy." rief ich. Dann machten wir uns auf den Weg zum Schiff. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Es war gigantisch. Die Angst verstärkte sich. Ich fragte mich, wie so ein riesen Schiff schwimmen konnte. "Alles an Bord" rief ein Mann, und wir machten uns auf den Weg über den langen Steg. 

Die ersten Tage auf dem Schiff

Als die Matrosen die Anker losmachten und wir in See stachen, jubelte uns eine riesige Menge auf dem Hafen zu. Das war vielleicht lustig. Ich winkte lächelnd zurück. "Elle? Elle wo bleibst du denn?" hörte ich plötzlich meine Mom rufen. "Mom, Mom hier bin ich!" rief ich zurück. Meine Mom rannte zu mir. "Ach Elle, Kleines. Ich habe mir solche Sorgen gemacht. "Tut mir leid, Mommy!" entschuldigte ich mich. "Macht doch nichts, Schatz. Aber komm wir müssen jetzt unsere Suite einrichten gehen." "Na gut" willigte ich ein wenig widerwillig ein.  Unsere Suite war super. Ganz schön mit viel Gold verziert. Ich hatte ein eigenes kleines Schlafgemach mit einem wundervollen Bett. Übermütig nahm ich Anlauf und hüpfte aufs Bett. Ich hopste noch ein wenig herum, da kam mein Daddy rein. "Elle!" sagte er lachend. "Auf dem Bett tobt sich ein junges Fräulein doch nicht aus!" "Das ist so unfair!" sagte ich schon fast ein wenig niedergeschlagen. "Sei doch nicht traurig, Kleines. Mach weiter, aber lass dich einfach nicht von den Dienern erwischen!" mahnte er mich lächelnd. "Ja ist gut, Daddy" antwortete ich jetz wieder glücklich. Ich tobte mich noch ein Weilchen aus, dann wurde ich ein wenig müde. "Elle, es ist Tee-Zeit!" rief mich meine Mom plötzlich. "Ist gut Mommy, ich komme gleich!" rief ich zurück. Ich schlenderte gemütlich ins Wohnzimmer und meine Mom setzte mir noch einen Hut auf. "Auf dem Deck scheint die Sonne." Dann machten wir uns alle gemeinsam auf den Weg. Das Schiff war echt riesig! Noch grösser als unser altes Haus! WIr setzten uns auf die Sonnenterrasse und wurden gleich von zwei freundlichen Kellnern bedient. Wir erhielten natürlich einen Tee, dann Käse, geräucherten Hering und einen Pudding. Es war köstlich. Nach dem Essen, kam meine Mom mit mir an die Reling und wir beobachteten die Delfine. Das war super. Danach gingen wir ein bisschen übers Schiff und schliesslich in unsere Suite zurück. "Mommy, ich bin ganz müde!" sagte ich zu meiner Mom. "Na, dann leg dich doch ein wenig schlafen, Elle." sagte sie und streichelte mir sanft das Haar. Dann hob sie mich hoch und trug mich in mein Zimmer, wo sie mir denn Rock lockerte und auszog. Ich zog mir mein Nachthemdchen über und schlüpfte unter die Decke. Mom gab mir einen Kuss und verliess dann das Zimmer. Ich schlief sofort ein. Ich konnte aber nicht lange schlafen, denn schon bald war Abendessenszeit. Mom zog mir einen neuen Rock über, und dann machten wir uns auf den Weg in den Speisesaal. Der war noch prunkvoller, als unsere Suite. Das Essen war wieder lecker und nachdem unser Tisch, an dem noch zwei ältere Damen und ein junger Mann sassen, machten wir uns auf den Weg, weil wir alle ziemlich müde waren. Auch Mom und Dad legten sich sofort schlafen. Der nächste Tag verlief sehr ereignislos. Mir war ein bisschen übel, deshalb blieb ich fast die ganze Zeit in unserer Suite. Am 13. April fand jedoch eine riesen Vorführung statt.

 

 

Der Ball und mein Ausflug

Die Vorführung war super! Ich hatte mich richtig amüsiert. Die Clowns hatten ganz viele Witze gemacht und ich habe mich vor Lachen kaum noch eingekriegt. Am selben Abend noch, fand im grossen Saal noch ein Ball statt, den meine Mom unbedingt besuchen wollte. Wir waren in unserer Suite und Mom machte mich für den Ball fertig. Sie selbst trug ein langes blaues Kleid mit ganz vielen Rüschen dran, und es sah traumhaft aus. Ich trug ein knielanges, grau-grünes Kleid. Es hatte keine Rüschen, dafür aber ein schwarzes breites Band, das man in der Taille zusammen band. Dad trug einen Smoking. Alle zusammen gingen wir dann in den Saal rüber. Alles war festlich geschmückt. Der Ball war nur für Leute aus der First Class, hat Mom gesagt. Ich fand das echt doof. Es gibt auch in der zweiten und dritten Klasse freundliche Passagiere. Ich habe das meiner Mom gesagt und sie hat gemeint, ich habe recht, das sei nicht fair. Der Ball kam mir vor wie eine Ewigkeit, es war echt langweilig. Ganz kurz war es lustig, als meine Eltern mit mir getanzt haben, aber dann bin ich immer müde geworden und schliesslich auf einem Sessel eingeschlafen. Als ich wieder aufwachte, war der Ball zum Glück vorüber und ich lag in meinem Bett. Ich schob die Gardinen ein wenig zu Seite und guckte raus. Es dämmerte schon ein wenig , wahrscheinlich war es etwa sechs Uhr morgens. Ich dreht mich im Bett um und schlief noch einmal ein. Da hatte ich einen furchtbaren Traum. Ich konnte ihm nicht genau folgen, aber es war eiskalt und fürchterlich nass, ganz viele Leute haben geschrien. Es war richtig unheimlich. Ich wachte wieder auf, und weil ich nach einem bösen Traum nie einschlafen konnte stand ich auf und zog mir einen einfachen Rock, ohne irgendwelche Schnüre und Bänder über. Ich setzte mich auf ein Sofa und nahm mein Lieblingsbuch aus einer Kiste. Es ging da um eine kleine Prinzessin, die mit ihrem Diener durch dick und dünn ging. Sie machte alles zusammen. Ich mochte dieses Buch so gerne, weil ich auch so gerne einen Freund gehabt hätte, mit dem man alles machen konnte, was Spass macht. Aber ich hatte nie einen Kindergarten besucht und ich kannte kein Kind, das gleich alt war wie ich, ausser meiner Cousine Dora und die war überhaupt nicht nett. Die war immer ganz brav und tat so, als ob sie schon erwachsen wäre. Ich schaute mir das Buch zu Ende an, und entschied mich dann einen kleinen Ausflug auf das Deck zu machen. Ich zog meine Schuhe an und schlich mich aus der Suite. Ich rannte die Treppe hoch, übers Deck bis zur Reling. Dort hielt ich an und schaute auf das Wasser. Vor dem Schiff schwammen ganz viele Delfine. Die waren so schön ich hätte ihnen den ganzen Tag zuschauen können.

 

Mein Wunsch ging in Erfüllung

Ich schaute noch eine Weile den Delfinen zu, dann wurde mir ein bisschen kalt und ich beschloss in unsere Suite zu gehen. Ich drehte mich um und rannte quer übers Deck zur Treppe. Jedoch stellte ich plötzlich fest, dass es auf beiden Seiten des Schiffes genau die gleiche Treppe hatte. Ich überlegte mir genau, welche Treppe ich genommen hatte, doch es wollte mir einfach nicht einfallen. Also lief ich zuerst die erste Treppe runter, und schaute dann die Türen an. Aber alle sahen genau gleich aus. Langsam bekam ich Angst. Ich lief wieder zurück und wollte die Treppe hoch laufen, aber sie war nicht mehr da. Ich hatte mich vollkommen verlaufen. Jetzt hatte ich noch mehr Anst und mir kullerten schon die Tränen über die Wangen. Ich lief einfach in eine Richtung. Treppen runter und rauf, und hoffte, dass ich irgendwann wieder aufs Deck rauf kommen würde. Doch das passierte leider nicht. Plötzlich stellte ich fest, dass ich diese Tür schon mal gesehen hatte. Ich war also im Kreis gelaufen. Jetzt wusste ich nicht mehr was ich machen sollte. Deshalb setzte ich mich hin und schluchzte. Während ich so da sass, dachte ich nach, was ich machen könnte, und ich kam auf die Idee, einfach mal an eine Tür zu klopfen und nach dem Weg zu fragen. Also stand ich auf und wischte mir die Tränen weg. Ich klopfte an die nächste Tür und wartete. Nach einer Weile öffnete sie sich, und eine dicke Frau schaute mich böse an. "Was willst du?" fragte sie. "I-Ich ehm... Ich wollte Sie fragen o-ob S-s ehm.. ob Sie mir..." Die Frau unterbrach mich und sagte:"Ich habe keine Zeit Mädel, nun geh!" Dann schlug sie mir die Tür vor der Nase zu. Das war wohl nichts. Ich klopfte an die nächste Tür, doch niemand öffnete, und der Mann hinter der nächsten, scheuchte mich sofort weg. Der Mut hatte mich verlassen, und ich setzte mich wieder auf den Boden und weinte. Von weither hörte ich plötzlich Stimmen. Ich konnte nichts verstehen, aber es war eindeutig eine Kinderstimme darunter. Sie kamen immer näher und plötzlich hörte ich eine Jungenstimme:"Sieh mal Daddy! Da sitzt ja ein Mädchen!" "Ja", sagte der Daddy des Jungen "und es sieht traurig aus." Langsam dämmerte mir, dass die über mich sprachen. Ich schaute auf und sah direkt in meeresblaue Augen. Ich starrte das Gesicht des Jungen eine Weile an. Er war etwa ein Jahr älter als ich, hatte strohblondes Haar und wie gesagt dunkelblaue Augen, wie der tiefe Ozean. "Hallo" sagte der Junge "du siehst traurig aus." Ich nickte. "Ja, ich habe mich verlaufen und finde meine Suite nirgends." Der Daddy des Jungen sagte: "Vielleicht können wir dir helfen. In welcher Klasse bist du denn untergebracht?" "In der ersten." antwortete ich. "Oh, ein vornehmes Mädel!" bemerkte der Daddy. Ich musste lächeln. "Wir sind aus der dritten Klasse." sagte der Junge dann. "Oh" sagte ich nur. "Komm Kleine, wir zeigen dir denn Weg zum Deck." Ich rappelte mich auf und folgte den beiden. Wir stiegen ganz viele Treppen hoch und bogen um viele Ecken, dann sah ich endlich die Sonne durch einen Gang scheinen und wir waren auf den Deck. "Danke, ganz vielen Dank" sagte ich zu ihnen. Ich umarmte beide kurz. Dann sagte der Junge: "Ich heisse übrigens Jordan Lee Thomas. Ich wohne mit meinem Dad in der dritten Zweibettkabine. Und du?" "Ich bin Elle Caitlyn Connor. Ich weiss aber nicht genau in welcher Suite ich wohne" antwortete ich. " Jordan sah mich nachdenklich an. Dann fragte er mich:" Sehen wir uns morgen wieder? Hier auf dem Deck." Mein Herz machte einen Hüpfer. Endlich hatte ich einen Spielkameraden! "Ja, sicher" sagte ich deshalb ohne zu zögern. "Du solltest jetzt besser mal deine Eltern suchen, Elle" sagte plötzlich der Daddy des Jungen. Richtig ich hatte mich ja verlaufen. Ich verabschiedete mich noch einmal kurz und machte mich dann auf den Weg zu unserer Suite.

Jordan Lee Thomas/die Katastrophe

Jetzt fand ich den weg zu meiner Suite recht gut. Ich wusste auch nicht was ich vorhin überlegt hatte. Ich schlich leise hinein, weil ich nicht wusste ob meine Mom und mein Daddy noch schliefen. Das war aber leider nicht der Fall. "ELLE CAITLYN CONNOR! WAS FÄLLT DIR EIN EINFACH SO ZU VERSCHWINDEN! WEISST DU WAS FÜR SORGEN WIR UMS UM DICH GEMACHT HABEN?" schrie mich Mom an. Ich schaute verlegen zu Boden. "Aber Mommy, ich war doch nur kurz auf dem Deck um frische Luft zu schnappen!" Mom konnte mir zum Glück nie lange böse sein. "Ist ja schon gut kleines! ich habe überreagiert. Aber das nächste Mal sagst du Bescheid beovr du gehst, ist gut?" "Ja ist gut Mommy. Weisst du was? Ich hab einen ganz netten Jungen und seinen Daddy kennengelernt!" "Das ist aber schön, Elle. Wie heisst er denn?" "Ich glaube er hat gesagt Jordan Lee Thomas." "Weisst du was, wir können sie ja mal einladen?" mischte sich mein Daddy dann ein. "Oh ja bitte, bitte Mommy" rief ich und sah sie erwartungsvoll an. "Warum eigentlich nicht? Aus welcher Klasse sind sie denn?" Ich überlegte kurz. "Ehm, ich glaube aus der dritten haben sie gesagt."meinte ich. "Na dann laden wir sie doch heute zum Tee ein, was meinst du, Don?" fragte Mom meinen Daddy. "Ja sicher. Das finde ich gut."


Gegen fünf Uhr nachmittags gingen wir dann zum Tee aufs Deck. Ich wollte gerade Jordan und seinen Dad abholen gehen, da kamen sie mir gerade entgegen. Ich begrüsste sie voller Freude und fragte sie, ob sie mit uns zum Tee kommen wollten. Sie waren sehr erfreut über die Einladung und nahmen sie gerne an. Also führte ich sie zu meinen Eltern an den Tisch. Der Dad von Jordan stellte sich als James Thomas vor. Dann assen wir alle zusammen die Mahlzeit und tranken unseren Tee. Jordan und ich waren natürlich viel früher fertig als die Erwachsenen, deshalb beschlossen wir auf das Deck spielen  zu gehen. Ich kannte so gut wie keine Spiele, ich unternham ja auch nicht viel mit Gleichaltrigen. Aber Jordan kannte einige, wie sich herausstellte, und wir hatten sehr viel Spass zusammen. Nach einiger Zeit kamen unsere Eltern vorbei und sagten wie würden in unsere Suite gehen und noch ein bisschen plaudern. Jordan und ich wollten uns aber lieber noch ein wenig auf dem Deck vergnügen. Meine Mom sagte sie würde uns zum Abendessen wieder abholen kommen. Also blieben Jordan und ich allein auf dem Deck zurück. Und ihm kam plötzlich eine wundervolle Idee. "Wir könnten ein Wettspucken veranstalten!" sagte er zu mir, völlig begeistert. Ich wusste zwar da noch nicht was es ist, aber es hörte sich doch sehr lustig an. "Erklärst du's mir?" fragt ich also. "Es ist ganz einfach, wir stellen uns an die Reling und wer weiter spucken kann gewinnt." Es hörte sich wirklich sehr einfach an, also begannen wir. Es stellte sich heraus, dass ich sehr gut darin war, ich gewann jedes Mal. Mit der Zeit wurde es aber dann doch recht langweilig, deshalb beschlossen wir in unsere Suite zu gehen. Diesmal fand ich den Weg ohne Hilfe und Jordan lief hinter mir her. Das war bisjetzt der glücklichste Tag meines Lebens gewesen. Dcoh wie sich bald herausstellen würde, konnte der glücklichste Tag gleichzeitig der schrecklichste Tag im Leben sein. Zurück in der Suite sagten wir kurz Hallo zu meinen Eltern und John und gingen dann in mein Zimmer und spielten Mensch ärgere dich nicht. Das war richig toll. Doch als wir fertig waren, war es schon dunkel draussen und wir waren sehr müde. Meine Mom lud Jordan und John ein, beiuns zu schlafen, denn wir hatten noch ein zweites Schlafzimmer. Sie waren sehr dankbar für den Vorschlag und nahmen an. Jordan schlief bei mir im Zimmer und John kriegte das freie Schlafzimmer. Ich zog mein Nachthemd an und Jordan seinen Pyjama, dann legten wir uns schlafen. Ich war so müde, dass ich ganz schnell einschlief. 


Doch mitten in der Nacht wurde ich aprubt aus dem Schlaf gerissen. Irgendetwas stimmte nicht. Jordan war auch wach geworden und wir standen auf und gingen zu unseren Eltern, um zu fragen was los ist. Die wussten es jedoch auch nicht. Dann war aber plötzlich eine ganz laute Stimme zu hören, die alle Passagiere auffordete an Deck zu kommen. Ich war ganz panisch geworden und klammerte mich am Ärmel von Mom fest. Dann gingen wir alle zusammen aufs Deck und warteten dort. Ein Mann kam ausser Atem zu uns, und erklärte uns, dass das Schiff ein Leck habe, und die Frauen und Kinder alle in Rettungsboote steigen sollten. In dem Moment stiess eine riesige Menschenmenge aufs Deck und ich wurde von Mom weggedrückt. Und ehe ich mich versah, waren Jordan und ich mitten in einer hysterischen Menschenmenge eingeschlossen. Dann kam ein Matrose vorbei und zerrte uns weg von dort hin zu den Rettungsbooten. Wir sträubten uns, weil wir unsere Eltern nicht mehr sahen, doch dass war ihnen egal! Sie zerrten und schoben uns mit aller Kraft zu den Booten hin, niemand hörte auf uns. Ich hatte angefangen zu schreien und um mich zu treten, und die Tränen liefen in Strömen über meine Wangen. Auch Jordan war den Tränen nahe. "Keine Widerrede Kinder, ihr steigt jetzt in die Boote." befahl man uns. "Nein! Lasst uns los! Ich will zu Mommy und Daddy! Geht weg von mir!" schrie ich völlig aufgelöst. Aber alles betteln und schreien half nichts. Man setzte uns einfach in ein schon volles Boot unf liess uns langsam ins Wasser runter. Und plötzlich hörte ich die Rufe von Dad und John, wie sie nach uns und meiner Mom rufen. Ich bin hier, wollte ich schreien, doch meine Stimme wollte nicht. Ich umklammerte Jordan ganz fest und dann weinte ich nur noch. Das Boot war nun im Wasser und ich fror unvorstellbar in meinem Nachthemd und Jordan ging es auch nicht besser. Da ertönte eine schwache Frauenstimme die sagte:"Lass die zwei Kinder in die Mitte, die erfrieren ja!" Ich sah auf und blickte in die Augen einer jungen Frau, die uns dann auch schon hochhob, und in die Mitte des Bootes setzte. Dort war es eine wenig wärmer, aber ich spürte meine Zehen trotzdem schon fast nicht mehr. Plötzlich schrien ganz viele Leute auf den Booten voller Schrecken auf. Ich drehte den Kopf und sah, wie die Titanic, das unsinkbare Schiff auseinanderbrach. Jetzt schrien auch Jordan und ich. Und ich umklammerte ihn noch fester. Ich sah mit an, wie Leute ins Wasser vielen, oder sich den Kopf aufschlugen, es war entsetzlich. Ich hatte bie jeder Person, die fiel das Gefühl, dass sei meine Mom, John oder Dad. Also schloss ich einfach die Augen und versuchte alles um mich herum zu vergessen. Doch das war gar nicht so einfach bei dem ständigen Geschrei, und dem unausstehbaren Lärm. Und trotzdem glitt ich plötzlich in eine Art Trance. Ich hörte nur noch gedämpfte Laute, die nicht einzuordnen waren. Und schliesslich wurde alles schwarz.

Das böse Erwachen

"Mädchen wach auf!" hörte ich eine gedämpfte Frauenstimme. "Wach auf, du bist in Sicherheit." Völig benommen schlug ich die Augen auf. Zuerst war noch alles schwarz aber nach und nach nahm der Raum, in dem ich mich befand, Gestalt an. Es war alles total weiss und das Licht war so hell, dass ich die Augen wieder schliessen musste. Und dann kam mir plötzlich in den Sinn, was passiert war. Ich öfnete die Augen erneut und rief nach meiner Mommy und meinem Daddy. Doch anstatt ihnen, kam eine junge Frau in das Zimmer und setzte sich an mein Bett. "Hi Elle. Wie geht es dir?" "Ich will zu Mom und Dad! Wo sind sie?"fragte ich sie. "Das wissen wir noch nicht. Es werden immer noch Leute aus dem Meer gefischt. Und die Bewusstlosen müssen  nocht indetifiziert werden. Ich sage es dir sobald wir mehr wissen. Hast du Hunger?" Ich schaute sie nur böse an und sagte schliesslich:"Ich will zu Mommy und Daddy! Jetzt sagen sie mir endlich wo sie sind! Und dann gehen sie weg!" Die Frau schaute mich traurig an und sagte:"Na gut, ich lass dich ein wenig allein. Sag einfach wenn du was brauchst, ok?" "Ich sage ihnen gar nichts!" Die Frau reagierte nicht. Sie strich mir einmal über die Haare und verliess dann den Raum. Na gut, dachte ich. Wenn mir niemand sagen will wo sie sind, dann gehe ich sie eben suchen. Ich wollte aufstehen, aber sobald ich Gewicht auf meine Beine gegeben habe, viel ich hin. Ich schaute sie mir an. Sie waren ganz weiss und überall hatte ich blaue Flecken. Ich rieb sie mir, damit sie ein bisschen wärmer wurden. Dann startete ich noch einen Versuch. Und es funktionierte auch, ich war einfach noch ein wenig wackelig. Ich schlurfte so gut es gung aus dem ZImmer und den Flur entlang und schaute in jedes Zimmer. Überall lagen Leute drin, die meisten schliefen. Fast alles waren Erwachsene. Meine Eltern konnte ich nirgends finden, aber im letzen Raum am Ende des Flurs fand ich jemand anderes. "Jordan!" rief ich. Voller Freude endlich ein bekanntes Gesicht zu sehen, stürmte ich in das Zimmer und hüpfte auf sein Bett. Doch Jordan war nicht wach. Er lag da, ganz steif und atmete nur ganz schwach. Ich bekam Panik und brach völlig aufgelöst in Tränen aus. Da kam eine Schwester ins Zimmer und fragte mich, was ich hier mache. Ich antwortete ihr nicht, ich legte mich einfach neben Jordan und schloss die Augen. Aber die Schwester liess mich nicht. Sie hob mich hoch, und sagte mir, dass ich hier nicht sein dürfe. Dann brachte sie mich wieder in mein Zimmer zurück. Ich war zu müde um mich zu wehren, deshalb lag ich einfach schlaff in ihren Armen und schloss die Augen, um die Tränen zurückzuhalten, die sich hervordrücken wollten. Die Schwester legte mich ins Bett und gab mir ein Mediakament. Kurz darauf schlief ich ein. Als ich nach einiger Zeit wieder aufwachte, drängten sich sofort wieder die Fragen nach meinen Eltern in meinen Kopf. Ich rief eine Schwester und fragte sie nach ihnen. Sie sagte mir, sie hätten jetzt alle Überlebenden gerettet, sie wisse aber nicht ob meine Eltern dabei wären. Schon allein der Gedanke, dass meine Eltern tot sein könnten, brachte mich beinahe um. Ich fühlte mich total leer, hatte das Gefühl gleich nicht mehr atmen zu können. Die Schwester sagte mir, dass sie meine Hilfe bräuchten, um meine Eltern zu identifizieren. Ich war so besessen von dem Gedanken, meine Eltern endlich wieder zu sehen, dass ich sofort einwilligte und aus dem Zimmer stürmte. Die Schwester begleitete mich zu der Halle mit den Bewusstlosen. Auf dem Weg wurde mir doch schlagartig klar, was ich in den nächsten Minuten erfahren würde. Ich hoffte so sehr, meine Eltern in der Halle zu finden. Ich trat durch die Glastür in die Halle ein. Ich atmete tief durch, dann führte mich die Schwester von Bett zu Bett. Um jedes war ein Vorhang gezogen. Hinter dem ersten befand sich eine alte Frau, etwa achzig. Sie war sehr schön für ihr Alter, fand ich. Ich betrachtete sie eine Weile. Irgendetwas stimmte hier nicht. Das letzte Mal als ich im Spital war jemanden besuchen, standen um sein Bett ganz viele Monitoren. Hier war nichts, ausser einem Schild, wo ein Datum und eine Uhrzeit drauf stand. Ich machte mir aber darüber keine weiteren Gedanken. Wir gingen weiter zum nächsten Bett. Das eines jungen Mannes, noch fast ein Junge, vielleicht knapp zwanzig. Er sah sehr arm aus, hatte total zerrissene Kleider und ein ganz vernarbtes Gesicht. Ich stellte mir vor, wie er auf eine Baustelle in Englan geschuftet hatte, um genug Geld für ein Ticket der Titanic zu kaufen, und dann in Amerika ein neues Leben anzufangen. Da kam mir plötzlich in den Sinn, dass ich keine Ahnung hatte, wo wir waren. Deshalb fragte ich die Schwester. "Wir sind wieder zurück in Enlgand." sagte sie. "Ein anderes Schiff hat euch zurück gebracht." Ich nickte nur. Dann gingen wir weiter, von Bett zu Bett, aber nirgends fand ich das, was ich zu finden gehofft hatte. Vor dem letzten Bett hielt ich kurz inne. Ich wusste jetzt mit ziemlicher Sicherheit, dass beide meine Eltern tot waren. Aber ich konnte nicht weinen, ich wollte es einfach nicht glauben. Ich stellte mir vor, wie ich hinter diesem Vorhang das Gesicht meiner Mom oder das meines Dads finden würde. Ich würde mich wahrscheinlich auf das Bett werfen und mich ganz dicht an sie oder an ihn kuscheln. Mit zitternden Finger zog ich den Vorhang zu Seite. Und ich konnte nicht glauben, was ich vorfand. "Das ist sie" sagte ich zu der Schwester. "Das ist meine Mom." Die Schwester lächelte mich schwach an. "Sie ist wriklich hübsch, deine Mutter!" sagte sie. Ich nickte nur und wandte mich wieder Mom zu. Langsam dämmerte mir, dass sie überlebt hatte, meine Mom war eine der wenigen Überlebenden! Und wie so oft schon an diesem Tag brach ich in Tränen aus. Aber der Unterschied war, dass es diesmal Freudetränen waren. Ich schmiss mich zu meiner Mom auf das Bett und kuschelte mich an sie, wie ich es mir noch vor wenigen Minuten ausgemalt hatte. "Es tut mir leid, Elle. Aber das solltest du nicht tun." mahnte mich die Krankenschwester. Ich nickte nur und richtete mich wieder auf. Ich wollte ja nicht, dass ihr etwas passierte. Als ich sie so ansah, und mich freute, dass sie überlebt hatte, wurd emir bewusst, dass mein Dad tot war.

Die schreckliche Erkenntnis

Ich lag wieder in meine Bett und dachte über den ganzen schrecklichen Tag nach. Das war mit Abstand der schlimmste Tag in meinem noch so jungen Leben. Mein Dad war tot und meine Mom war im Komma. Doch ich weinte ich nicht mehr. Ich hatte überhaupt keine Tränen mehr übrig, die ich hätte weinen können. Ich fühlte mich total allein. Plötzlich kam mir die Idee die Schwestern zu fragen, ob ich nicht mit Jordan ein Zimmer teilen könnte, vielleicht war er ja mittlerweile aufgewacht. Also wollte ich eine der Schwestern rufen. Doch aus meinem Mund kam nicht mehr als ein Flüstern. Also stand ich auf und lief in den Flur. Ich rannte zu der nächsten Schwester und fragte sie. "Natürlich meine Kleine, du kannst dir mit ihm ein Zimmer teilen. Das wäre sogar gut, dann haben wir mehr Platz für die Verletzten. Geh doch schon mal in sein Zimmer ich bringe gleich ein Bett." "Oh, danke! Danke, danke, danke!!" Ich stürmte im sein Zimmer. Eine Schwester stand an seinem Bett. Ich stellte mich neben sie, und ich sah voller Freude, dass Jordan wach war. "Jordan!" rief ich, "du bist ja aufgewacht." Jordan lächelte mich an. "Hi Elle. Schön dich zu sehen." Ich nickte energisch und teilte ihm mit: "Ich darf mir jetzt ein Zimmer mit dir teilen, ist das nicht toll?" Jordan sagte, das wäre super und er lächelte mich noch mal an. Plötzlich fragte ich mich ob wohl sein Dad noch lebte. Musste er ja fast wenn Jordan so glücklich war. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ihn. Er sah mich strahlend an und nickte. Doch schlagartig verging sein Lächeln. "Und deine Eltern? Sind sie...?" "Meine Mom lebt noch, aber sie liegt im Komma, und mein Dad..." Ich schluchzte. Er sah mich ganz traurig an und forderte mich auf, mich zu ihm aufs Bett zu legen. Ich nahm einen Satz aufs Bett und kuschelte mich dann in die Decke. Kurz darauf brachte die Schwester mein eigenes Bett, doch ich hatte keine Lust aufzustehen, also blieb ich einfach in Jordan's Bett. Nach einer Weile schliefen wir beide ein. Als ich wieder aufwachte, kam es mir vor, als hätte ich seit Ewigkeiten geschlafen. Ich setzte mich auf und rieb mir die Augen. Ich bemerkte, dass man  mich während ich geschlafen hatte in mein eigenes Bett gelegt hatte. Also stand ich auf und ging zu dem Bett von Jordan rüber. Ich sah aber, dass er noch tief und fest schlief. Weil ich nicht allein sein wollte, beschloss ich mal nach meiner Mom zu sehen. Ich ging raus in den Flur und ging in die Richtung, in der ich glaubte die Halle zu finden. Ich schlich eine Weile durch die Gänge, bis ich die Tür sah, die ich suchte. Ich wollte eintreten, doch sie war verschlossen. Deshalb machte ich mich dann auf die Suche nach einer Schwester. Ich fand schnell eine, die waren überall. Ich fragte sie ob sie mir die Bewusstlosenhalle aufschliessen könnte, und sie willigte ein. Dann führte sie mich aber in dei entgegengesetzte RIchtung, als die Halle war. "Das ist die falsche Richtung, die Halle ist dort drüben." sagte ich ihr deshalb. "Nein, meine Kleine, dort befindet sich die Leichenhalle. Ok, dachte ich mir, vielleicht hatte ich mich ja geirrt. Ich folgte ihr, bis zu einer weissen Tür, die sie aufschloss und mich hinein liess. "Nein, dass ist die falsche Halle! Da ist meine Mom nicht. Die, in der sie liegt hat ganz anders ausgesehen." sagte ich nocheinmal. "Du warst müde, vielleicht hast du nur ein bisschen fantasiert." meinte die Schwester. Ich nickte, das hätte sein können. Also schritt ich von Bett zu Bett, doch nirgends fand ich meine Mom. Jetzt war ich echt beunruhigt. Die Schwester meinte, vielleicht sei sie in ein Zimmer verlegt worden, weil sie aufgewacht wäre. Ich wusste nicht wieso, aber das beruhigte mich gar nicht, trotzdem sagte ich nichts mehr und nickte eifach. Dann nahm ich meinen Mut zusammen und fragte sie:"Kann ich meinen Dad suchen? Er hat nicht überlebt." Die Schwester nickte und führte mich zur Leichenhalle. Ich trat ein und mir verschlug es den Atem. Hier war ich schon mal. Total panisch lief ich auf das erste Bett zu. Mir war es, als träfe mich ein Blitz. Diese Dame hatte ich schon mal gesehen. Noch viel verzweifelter, lief ich nun zum hintersten Bett und zog den Vorhang beiseite. "Nein!" schrie ich. "Nein, nein, nein, nein, nein!" Und dann viel ich in Ohnmacht.

Trauer über Trauer

Seit ich erfahren hatte, dass auch mein Mom tot war, hatte ich weder gegessen noch getrunken. Das war jetzt zwei Tage her. Ich wollte schlafen, aber ich konnte nicht mehr, ich hatte in den letzten Tagen so viel geschlafen, dass ich einfach nicht mehr müde war. Am Nachmittag kam eine Schwester vorbei, um mir eine Infusion zu geben, weil ich nicht mehr essen und trinken wollte. Jordan hatte mich oft zu trösten versucht, doch das ging nicht mehr. An diesem Abend, wurde die Leiche meines Vaters in dieses Spital gebracht, um ihn und meine Mutter dann zusammen zu beerdigen. John, also Jordans Vater kam diesen Abend auch noch vorbei, um mich und seinen Sohn zu besuchen. Er war im gleichen Spital gewesen, wie mein Vater. Er klopfte an unsere Tür und trat dann ein. Jordan freute sich riesig, er hatte ihn seit der Katastophe nicht mehr gesehen. Auch ich freute mich, doch als ich ihn und Jordan zusammen sah, traten mir schon wieder Tränen in die Augen. John bemerkte wie es mir ging und kam zu meinem Bett rüber. Er nahm mcih in die Arme und sagte dann:"Ich muss dich was fragen. Ich war heute in der Stadt und habe mich erkundigt, wie es mit dir weitergehen soll. DIe haben mir gesagt, du würdest von nun an bei deiner Tante und deiner Cousine Dora untergebracht werden. Da ich jedoch von deinen Eltern wusste, dass du sie nicht magst, habe ich gefragt, ob du auch bei uns wohnen könntest. Die haben dann gemeint, wenn ich die Zustimmung deiner Tante hätte ginge das. Allerdings wollte ich zuerst von dir wissen, wo du lieber hin möchtest." Er sah mich an. Da gab es gar nichts zu überlegen. "Zu euch." sagte ich.  John nickte lächelnd. "Dann werde ich gleich deine Tante anrufen, ok?" Ich nickte. 


Meine Tante war natürlich begeistert davon, sie konnte mich nicht leiden. Also wurde beschlossen, dass ich nach der Beerdigung meiner Eltern bei John und Jordan in London leben würde. Der Tag der Beerdigung rückte immer näher, und langsam konnte ich wieder selbst essen, meine Lebensfreude kehrte wieder zurück, wenn auch sehr langsam. Einmal hatte ich sogar mit Jordan lachen können. Ich schlief immer noch sehr viel, weil ich beim schlafen nicht denken konnte, dann war ich auch nicht traurig. Meine Augen waren total ausgetrocknet in dieser Zeit, weil ich jeden Tag sicher eine Stunde am weinen war. Und dann war der Tag der Beerdigung gekommen. WIr mussten sehr früh aufstehen, weil die Kirche sehr weit von dem Spital weg war. Wir fuhren ca. zwei Stunden. Ich schlief in der Kutsche fast die ganze Zeit. Angezogen hatte ich ein langes, enges schwarzes Kleid, das John mir gekauft hatte. Jordan und John trugen beide einen schwarzen Anzug. Die Klamotten waren billiger als ich es mir gewohnt war, aber tausend mal bequemer. Als wir endlich bei der Trauerfeier waren, nahmen wir in der vordersten Reihe der Kirche platz. Die Beerdigung war sehr schön, ich musste praktisch die ganze Zeit weinen. Nach der Feier, gingen alle Anwesenden noch in ein Rerstautant essen. Organisiert hatte alles meine Tante. Alle Gäste sagten mir wie leid es ihnen täte, und wie Glück ich doch gehabt hätte überlebt zu haben. Ich konnte es langsam nicht mehr hören. Das Essen war nicht wo lecker, es schmeckte so künstlich, nicht wie das, das ich früher immer gegessen hatte. Das Essen war erste gegen Abend fertig. Gerade anschliessend fuhren wir mit der Kutsche zu John und Jordan's altem Zuhause. Es war ein kleines Häuschen, mitten in London. Einfach, aber sehr gemütlich eingerichtet. Meine Kleider, die nicht auf der Titanic waren, kamen etwa nach zwei Tagen bei uns an. Ich packte sie aus und legte sie in Jordan's und mein Zimmer in eine Truhe.

Bei Jordan und seinem VAer lebte es sich wirklich total toll. Natürlich wäre ich lieber bei Mom und Dad, aber den Umständen entsprechend ging es mir wirklich gut. Etwa nach einem Monat war eine junge Frau zu Besuch. SIe kam von der Bank hatte sie gesagt. Ganz lange war sie mit John in seinem Büro. Nachdem sie gegangen war stürzten Jordan und ich uns sofort auf John und löcherten ihn mit Fragen über die Frau. Er erklärte uns, dass sie wegen dem Vermögenmeiner Eltern gekommen war, und dass es auf mein Konto übertragen worden sei. Er erklärte auch, dass ich aber kein Zugriff darauf hatte, und er es verwalte würde. Mir war das völlig egal, ich wusste sowieso nicht viel über Geld, aber ich wusste, dass man auch mit wenig Geld sehr glücklich sein konnte. Das wurde mir immer wieder bewusst, wenn ich über meine Eltern nachdachte. Denn sie hatten viel Geld und waren bei der Katastrophe ums Leben gekommen. Und Jordan und John, die sich gerade so druchschlagen konnten hatten beide überlebt. Ich habe mich oft gefragt ob das eine Strafe sei, für Leute die reich sind, weil sie den Armen nichts übrig lassen. Einmal habe ich John gefragt und er meinte aber, dass das Unsinn sei. Ich wollte das glauben, aber irgendwie liess mich der Gedanke trotzdem nie los.

Die Zeit vergeht im Fluge

Seit ich bei John und Jordan eingezogen bin waren bestimmt neun Jahre her. Ich hatte bei ihnen eine wundervolle Kindheit verbracht. Jordan und ich waren immer die besten Freunde geblieben. Wir waren immer in den selben Klassen und hatten die selben Freunde. Und übrigens wurde mein Vermögen, das ich geerbt habe auf John, Jordan und mich aufgeteilt, also besser gesagt wir hatten alle darauf Zugriff. Das war total toll. Vor sieben Jahren zogen wir um, direkt an die Küste. Im Sommer ist es manchmal so warm, dass man im Meer baden kann. Es war echt toll mein neues Leben, aber ich vermisste meine Eltern doch sehr oft.

"Elle, hey Elle, bist du da?" rief plötzlich eine mir allzu bekannte Stimme. Und wie immer in letzter Zeit schoss mir das Blut in den Kopf und mein Bauch kribbelte. "Jordan ich bin in meinem Zimmer! Kannst rein kommen!" antwortete ich. Er trat ein und setzte sich zu mir auf den Boden. Kurz bevor er rein gekommen war hatte ich mein Tagebuch zugeklappt und unter dem Bett verstaut. "Was tust du denn da am Boden?" fragte Jordan verwundert. "Ich.. ääh ich mache nur, ääh... eigentlich habe ich keine Ahnung." stotterte ich. Jordan sah mich belustigt an. "Jaja, keine Ahnung genau." stichelte er. "Hey!" rief ich und schlug ihm mein Kissen an den Kopf. Er lachte sein schönes Lachen und schlug sanft zurück. Dann liess er sich neben mich auf den Boden fallen. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen. Wenn er doch nur so empfinden würde wie ich, dachte ich. Wir sassen eine Weile so da, dann fragte ich ob ich Lust hätte mit ihm an den Strand zu gehen. Ich willigte ein und wir zogen uns Schuhe an. Dann liefen wir zur Tür hinaus, durch den Sand bis ans Meer herunter. Dort legten wir uns in den Sand und hielten die Füsse ins Wasser, wie wir es oft taten. Während wir so dalagen, schauten wir uns lange in die Augen. Jordan war der Mensch auf der Welt, dem ich am meisten vertraute. Plötzlich hielt ich es nicht mehr aus und sagte: „Hey Jordan, ich muss dir was sagen.“ Er sagte eine Weile nicht und meinte dann: „Ja, ich muss dir auch was erzählen.“ „Okay, du darfst zuerst.“ sagte ich, erleichtert, dass ich es noch ein bisschen herauszögern konnte. Und in der Hoffnung er würde vielleicht dasselbe sagen, wie ich ihm sagen wollte. Ich dachte ein wenig über meine Gefühle nach. War ich wirklich in ihn verliebt? Ich hatte mich vorher noch nie so gefühlt, aber wie sollte ich auch, schliesslich war Jordan der erste Junge, den ich kennen gelernt hatte. Doch eigentlich war ich mir ziemlich sicher, denn ich fühlte mich genau so, wie es immer in den Büchern beschrieben ist. Wenn ihn ansah, war ich glücklich, ich wurde rot wenn er mich anstarrte, ich hatte ständig ein seltsames Kribbeln im Bauch, wenn er dabei war und verspürte einen starken Drang, ihn zu küssen. Ich fragte mich, wieso es so schwer für mich war es ihm zu sagen, und während ich darüber nachdachte, fielen mir zwei sehr plausible Gründe ein. Erstens war er mein bester Freund, und ich hatte Angst, das kaputt zu machen. Zweitens hatte ich Angst er würde mich verletzen. 

Aus Freundschaft wurde Liebe

Dann fing Jordan an zu sprechen: „Naja, also unser Lehrer hat uns heute erzählt, was in Europa so vor sich geht mit dem ganzen Krieg und so. Und dann hat er die in unserer Klasse, die bereits sechzehn sind ermutigt, sich als Soldat einzuschreiben. Und dachte mir, da ich schon sechzehn bin, könnte ich das ja tun. Aber es ist wirklich schwer für mich zu entscheiden.“ Als er geendet hatte, hatte ich einen riesen Kloss im Hals. Plötzlich konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Also stand ich auf und lief ins Wasser. Ich schwamm immer weiter raus, und meine Kleider wurden langsam schwer. Ich beschloss zurück zu schwimmen, doch ich kam nicht weit. Ich war ausser Atem, die Kleider klebten an meinem Körper und die Wellen trugen mich immer weiter raus. Ich begann zu schreien, und um Hilfe zu rufen. Und dann fiel mir ein, wie sich meine Eltern gefühlt haben musste, in der Nacht in der die Titanic sank. Das musste unvorstellbar schrecklich gewesen sein, zu dem das Wasser dort noch so kalt war. Plötzlich sah ich etwa zehn Meter vor mir einen blonden Kopf. „Jordan“ rief ich, „hilf mir!“ Er schwamm auf mich zu und packte mein Kleid. Dann riss er es auf, und es trieb im Wasser. Anschliessend nahm er mich auf seinen Rücken und brachte mich zurück ans Ufer. Dort setzte er mich ab und ich sank erschöpft im Sand zusammen. Er legte sich neben mich und begann zu sprechen: „Elle, wieso bist du rausgerannt?“ fragte er mich. Blöde Frage, dachte ich. Doch ich antwortete ihm, dass es mich sehr verletzt hatte, dass er mit dem Gedanken spielte uns zu verlassen und der Armee zu dienen. Er sah mich lange an, und dann sagte er etwas, was etwas tief in mir sehr berührte. „Elle, ich verspreche dir, ich werde nicht gehen, wenn du mich darum bittest. Ich bleibe gern hier bei dir, wenn dir das so wichtig ist. Ich würde aber meinem Vaterland dienen, wenn ich zur Armee gehen würde.“ Und lächelnd fügte er hinzu: „Was mich aber noch viel glücklicher machen würde, wäre wenn du mich auf Knien anflehen würdest hier zu bleiben.“ Ich sah ihm in die Augen. „Das ist nicht lustig Jordan, das würde ich tun", sagte ich. "Ohne zu zögern. Ich kann mir nicht vorstellen, noch einen wichtigen Menschen in meinem Leben zu verlieren, und du bist im Moment der Wichtigste für mich. Weisst du, du könntest dort sterben. Ich kann verstehen, wenn du gehen willst, aber bitte Jordan, bleib hier! Bleib bei mir und deinem Dad. Bitte, tu mir das nicht an, und ich werde alles für dich tun, ich würde für dich sterben, aber bitte, bitte bleib bei mir!“ Jetzt brach ich erneut in Tränen aus. Er rutschte näher zu mir und umarmte mich, ich vergrub den Kopf in seinem Hemd. Wir lagen ziemlich lange da und rührten uns nicht. Dann löste ich plötzlich von ihm und sah ihn an. „Ich wollte dir auch noch was sagen, erinnerst du dich?“ fragte ich. Er nickte. „Na gut, es ist nur, i-ich, ähm ich weiss nicht wie ich dir das sagen soll... „ Er lächelte. „Vielleicht kann ich dir helfen.“ sagte er. Langsam näherte sich sein Kopf meinem und er drückte sanft seine weichen Lippen auf meine. Mir schoss wiedereinmal das Blut in den Kopf, doch ich erwiderte seinen Kuss. Nach einer Weile löste er sich wieder von mir und sah mich an. Ich öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch er kam mir zuvor: „Ich liebe dich, Elle Caitlin Connor, und ich werde bei dir bleiben, für immer! Ich verspreche es dir.“ „Ich liebe dich auch, Jordan.“ flüsterte ich und legte meinen Kopf auf seine Brust.

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lyn1997

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