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Die Legende von Liron ( Komplettfassung) - ein ,,Der Seher"-Roman

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"Die Legende von Liron ( Komplettfassung) - ein ,,Der Seher"-Roman"
Veröffentlicht am 19. April 2012, 318 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
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Über den Autor:

...Was gibts über mich zu wissen ? Ich schreibe gerne, deshalb bin ich auf der Seite angemeldet. Muss man mehr wissen ?Ich freu mich natürlich immer über konstruktive Kritik und Kommentare zu meinen Texten.Sonst noch was über mich.. Malt und Metalhead und Laborheini mit einem Faible für Philosophie, Pfeifen und Fantasyliteratur. Erwarte also bitte niemand zu viel von mir :-) Oh und mich gibts auch bei ...
Die Legende von Liron ( Komplettfassung) - ein ,,Der Seher"-Roman

Die Legende von Liron ( Komplettfassung) - ein ,,Der Seher"-Roman

Beschreibung

Der Bund , der einst von Jaret Weißlaüfer begründet wurde , steht kurz vor dem Untergang. Die Ankunft eines Feindes von Jenseits der Meere hat die Armeen an den Rand des Zusammenbruchs getrieben. Und der Seher-Thron steht leer. Liron Weißlaüfer muss sich entscheiden Sein Schicksal annehmen oder sich von allem Abwenden. Und dann taucht eine weitere verborgene Bedrohung auf die alles in den Schatten zu stellen scheint. Copyright by EagleWriter / Sebastian K.

Prolog

 

 

Die ersten Schiffe kamen im Morgennebel. Es waren vielleicht ein halbes Dutzend. Längliche Galeeren die sowohl über Segel als auch Ruder verfügten und sich der Küste schnell näherten.

Das kleine Dorf das sie ansteuerten lag noch im Schlaf. Zwar war es als Grenzposten befestigt doch die Wachen bemerkten viel zu spät das etwas nicht stimmte.

Die Schiffe waren bereits zu nah am Ufer sie noch durch irgendwie aufzuhalten. Einige wenige Brandpfeile flogen durch die Luft die in der Dämmerung kurz wie Sternschnuppen aufleuchteten und auch wenige Kugeln begleitet vom Aufblitzen des Mündungsfeuers auf den Mauern.

Der Mann der im Bug des Schiffs stand in eine goldfarbene Rüstung und einen Roten Mantel gekleidet sah ungerührt zu wie einige seiner Männer an Deck von Pfeilen durchbohrt wurden und ins Wasser stürzten oder regungslos am Deck liegen blieben.  Notwendige Opfer , dachte er. Die Besatzung bestand nicht allein aus Menschen

 

 Ein gewaltiges Donnern erfüllte einen Moment die Luft. Eines der Schiffe das noch weiter draußen war wurde von einem Blitz getroffen und begann lichterloh zu Brennen.

Der Mann der noch immer im Bug des Schiffs stand griff nach seinem Bogen und zielte auf die Mauer. Er wusste wonach er suchte. Eine in eine Robe gekleidete Gestalt.

Doch der Zauberer hatte auch ihn gesehen. Ein Feuerball raste durch die Luft verlosch aber wenige Meter vor ihm. Das unscheinbare Amulett um seinen Hals das den Splitter eines grünen Steins enthielt leuchtete kurz auf. Wieder einmal hatte es ihm gute Dienste geleistet.

Ein einziger Pfeil raste durch die Finsternis und riss den unvorbereiteten Magier von der Mauer. Sendor hatte sein Ziel nicht verfehlt.

 Um die übrigen Schiffe bildeten sich schimmernde Schilde aus Magie die weitere Zauber abfangen würden.

Die erste Schiffe liefen wenige Meter vor der Küste auf Grund. Egal sie würden sie nicht mehr brauchen. Die ersten Männer unter ihnen Sendor sprangen ins Wasser und wateten das letzte Stück zum Strand.  Zum Schrecken der Verteidiger mussten diese erkennen das nicht nur Menschen die Besatzung der Schiffe bildeten. Auch einige große Wesen die keiner von ihnen bisher gesehen hatte tauchten auf. Etwa so groß wie ein Mensch doch mit grünlicher Haut.

Der kleine befestigte Grenzposten war ihnen so gut wie ausgeliefert. Die Verteidiger die ihre Posten auf den Mauern verließen um sich ihnen entgegenzustellen waren viel zu wenige.

Sendor sah in Mitten des Chaos zurück zu den Näherrückenden Schiffen. Im sich langsam verziehenden Nebel zeichneten sich die Umrisse von Hunderten weiteren ab.

Er sah Hoch zu den Verteidigungsanlagen die sie durch ihren Angriff von der Seeseite umgangen hatten. Eine einzige Flagge wehte verloren im Wind der vom Meer her kam.

Auf weißem Grund war darauf ein Stern zu sehen dessen Strahlen in Klingen ausliefen.

Wem immer auch dieses Land gehört haben mochte. Jetzt kontrollierten sie es.

Als der letzte Verteidiger des kleinen Küstendorfs fiel  hatte ein Krieg begonnen der das Land mehr als Zehn Jahre lang erschüttern sollte.

 

 

 

 

Kapitel 1 Jagd

 

 

Hinter einem niedrigen Strauch duckte sich der Jäger. Er war kaum zu sehen-

. Seine Hand war ruhig und zitterte nicht ein bisschen. Noch einmal überprüfte er sein Ziel. Die Jagd war so gut wie vorbei. Er ließ die Sehne los. Das kurzen Pfeifen der Luft um den Pfeil. Er hatte nicht verfehlt. Doch der Hirsch rannte davon.

,, Verdammt“ , dachte Liron und rannte los. Er hatte das Tier zwar verletzt aber nicht tödlich. Jetzt kam der Schwierigste Teil. Er musste so lange an dem Hirsch dranbleiben bis ihn der Blutverlust zum Aufgeben zwang.

Er rannte hinter dem Tier her immer der Blutspur folgend , sprang über einen kleinen Bach , folgte dem Rascheln im Unterholz als das Wild durch es hindurchbrach. Als er durch einige Büsche auf eine Lichtung sprang lag dort das Reh.

Und über ihm ragte eine gewaltige weiße Gestalt auf. Eine der Krallen der Kreatur hielt das Tier am Boden fest, während die andere es zu Ende brachte.

Einen Moment war Liron sich unsicher, doch dann meinte er das Wesen zu erkennen.

,, Seit ihr das Zemas ?“ , fragte er während er sich ein paar Schwarze Haarsträhnen aus dem Gesicht wischte.

Der gewaltige Drache hob den Kopf und starrte mit zwei rotglühenden Augen  direkt in seine eigenen blau-grünen . Jeder andere währe vermutlich längst weggerannt. Und dann geschah etwas seltsames. Die Gestalt der Kreatur schien zusammenzufließen und sich zu verdichten. Bis schließlich ein Mensch in weißer Kleidung und strahlend blauen Augen auf dem Waldboden stand. Ein Fuß war immer noch auf den Körper des toten Rehs gestellt.

,, Ich würde doch niemals Ragnars Feier verpassen.“ , meinte er und hob das Reh auf eine Schulter. ,, Ich vermute mal das hier ist dafür gedacht ?“

,, Solange du nur deswegen hier bist freue ich mich dich wiederzusehen. Es ist eine Weile her.“

,, Der Krieg hat mir nicht viel Zeit gelassen. Und es hat sich viel verändert. Wie geht’s dem Alten denn so ?“ , meinte Zemas und wechselte das Thema während sie sich ihren Weg zurück durch den Wald suchten.

,, Er altert immer noch:“ , meinte Liron mit einem Lachen. ,, Und will nicht wirklich einsehen das er nicht mehr der Jüngste ist.“

Auch der Drache lachte. ,, Das sieht ihm ähnlich. Er war immer schon ziemlich stur. Nun jedenfalls. Wir müssen noch etwas wichtigeres besprechen.“

Liron schüttelte verhemmt den Kopf. ,, Zemas ich habe es oft genug erklärt. Weder habe ich die Entsprechende Begabung noch hätte ich Interesse daran. Und als Anführer wäre ich schon gar nicht geeignet. Tut mir leid aber der Rat soll sich jemand anderen suchen. Irgendjemanden von mir aus. Nur nicht mich.“

Zemas erwiderte wütend : ,, Es gibt außer dir niemanden da draußen. Letzte Woche hat der Rat beschlossen eine Flotte von dreißig Schiffen loszuschicken um herauszufinden von wo die Hostis kommen. Weißt du wie viele wiedergekommen sind ? Ein einziges.“

Liron zögerte kurz. Die Hostis so nannten sich die Fremden selbst , griffen seit fast Zehn Jahren immer wieder die Küste an. Meist eroberten sie einen Landstrich und drangen von dort aus weiter vor. Aber bisher hatte man sie immer wieder zurückschlagen können. Vor allem da sie offenbar kein Schwarzpulver kannten und den vereinten Truppen der drei großen Länder Arbitrium , Egarium und Raven , die sich vor gut 40 Jahren in einem gemeinsamen Rat zusammengeschlossen hatten , deshalb zumindest was die Waffen anbelangte unterlegen waren. Trotzdem kehrten sie immer wieder und konnten nie ganz vertrieben werden. Bereichten von Spähern zu folge legten jeden Tag Dutzende Schiffe an den Küsten der eroberten Gebiete an . und jedes einzelne Brachte neue Truppen. Du niemand wusste wie viele es schon waren. Es war fast so als hätte ein ganzes Volk einfach beschlossen auszuwandern und ein neues Land zu besetzen. Zusammen mit einigen anderen. Als die Hostis zum ersten mal auftauchten hatten sie nicht nur menschliche Truppen mitgebracht. Auch eine Horde von großen grünhäutigen Kreaturen war in die Länder des Bundes eingefallen. Diese Wesen nannten sich selbst Orks und schienen sich zum größten Teil von den restlichen Streitkräften der Hostis getrennt zu haben und zogen in unorganisierten Banden durch das Land.

,, Tut mir leid Zemas. Aber wie gesagt. Ich bin der Falsche.“ , sagte er. ,, Und ich werde es auch bleiben.“

,, Ich wünschte wirklich du würdest deine Meinung ändern. Wie gesagt viel Zeit habe ich nicht.“ Er sah kurz hinauf in den Himmel der zwischen den Blättern der Bäume zu erkennen war. ,, Sag Ragnar ich komme vermutlich später.“ Mit diesen Worten ließ der Drache den Toten Hirsch fallen und  veränderte wieder seine Gestalt.

Liron sah dem sich schnell durch die Luft entfernenden weißen Punkt nach bis er nicht mehr zu sehen war.

Dann hob er das Reh auf seine eigene Schulter und sah den Weg entlang. Möglicherweise könnte er bevor er zurück in sein Dorf ging einen kleinen Umweg über Dynastes machen.

 

 

 

 

Der Gedanke sorgte dafür das er sich nach dem Gespräch mit Zemas etwas besser fühlte.

Möglicherweise würde er ja dort auch Alexis finden. Er wollte den Zauberer sowieso schon länger wieder mal in der Akademie besuchen. Das einzige was ihn bisher davon abgehalten hatte war der weniger angenehme Gedanke an Adriana. Alexis Schwester wäre das genaue Gegenteil einer erfreulichen Begegnung auch wenn sie das sicher anders sah.

Er hoffte einfach ihr nicht zu begegnen.

 

Die Akademie von Dynastes war einer der wenigen Orte an denen Zauberer ausgebildet wurden. Gleichzeitig bildete der Fels auf dem die Akademie Gebäude über der Stadt aufragten auch ein natürliches Netzwerk von Tunneln die als Lager für magische Artefakte genutzt wurden. Da die Armeen der Hostis allerdings immer wieder gefährlich nah an die Stadt herankamen waren die meisten davon bereist nach Licentia , der uneinnehmbaren Stadt aus Stein und Sitz des Rats ,  ausgelagert worden.

 

Trotz dieser Bedrohung blieb Dynastes eine der wichtigsten Städte des Bundes. Die Stadt selbst bot schon aus der Ferne einen Beeindruckenden Anblick.

Die Mauern der Stadt bestanden aus gebrannten roten Ziegeln und waren annähernd Fünf Meter hoch. Hinter den Mauern konnte man kunstvolle Häuser aus Stein oder Holz aufragen sehen aus denen Rauch aufstieg. Und über allem ragte auf einem Hügel gelegen die Archiv-Akademie mit ihren Goldenen Kuppel in denen sich die Sonne spiegelte den Türmen und Kreuzgängen.

Liron war immer wieder aufs neue Fasziniert wenn er in die Nähe dieser Stadt kam. Licentia wo er aufgewachsen war ,war zwar nicht weniger Beeindruckend aber lange nicht so alt.

Angeblich war Dynastes zusammen mit der Geisterstadt von Seminium eine der Ältesten Siedlungen der Welt.

Als er durch die gewaltigen Stadttore schritt deren Flügel mittlerweile vom Staub von über 40 Jahren Bedeckt und blockiert waren , Liron zweifelte das man sie überhaupt noch schließen konnte ,  musste er unwillkürlich wieder an Zemas denken. Wenn die Hostis tatsächlich noch weiter ins Landesinnere kamen wäre diese Stadt tatsächlich in Gefahr.

Nachdem er die  Tore passiert hatte ging er durch die Reihen aus Häusern und kleineren Geschäften in Richtung des großen Marktplatzes der Stadt. Der Platz war kaum zu verfehlen denn alle Hauptstraßen der Stadt führten Sternartig davon weg. Der Platz selbst war eine riesige Darstellung der Flagge des Bundes. Ein aus weißen Marmor geschlagener Stern auf einem schwarzen Untergrund aus Obsidian.

In der Mitte des Sterns stand eine Statue die einen Mann mit langem Bart in Robe zeigte der ein Buch aufgeschlagen in der Hand hielt. Die Augen starrten in die Ferne zum Horizont.

Die Statue war erst etwa 5 Jahre nach seinem Tod entstanden doch vermutlich hätte der dargestellte Zauberer Gerret Giller es vorgezogen im Dunkel der Geschichte zu verschwinden. Stattdessen war er zusammen mit einem weiteren Magier namens Verren Eiswind heute eine der bekanntesten Zauberer welche  die Akademie von Dynastes besucht hatten.

Auf dem Platz selbst hatten die verschiedensten Händler ihre Stände aufgebaut. Viele Verkauften Lebensmittel oder Getränke , ein paar wiederum Gewürze und einige wenige sogar Waffen. Von einfachen Messern über Schwerter und Äxte bis hin zu Schusswaffen und Schwarzpulver war fast alles zu bekommen wobei natürlich bestimmte Bedingungen für den Verkauf galten. Käufer von Waffen mussten Nachweisen können das sie Bürger des Bundes waren. Schließlich wollte man nicht die eigenen Feinde beliefern. Und Schusswaffen durften diesen schon gar nicht in die Hände fallen. Diese Waffen waren das einzige was ihnen einen Vorteil verschaffte und die Hostis auf Distanz hielt.

Er suchte allerdings etwas anderes. Einer der Händler hatte einige große Truhen gefüllt mit Eis das entweder von den Magiern stammte oder aus den Bergen geholt worden war.

Solche Händler veräußerten entweder das Eis oder lagerten direkt Lebensmittel gegen Bezahlung damit. Perfekt wenn man grade ein Reh über der Schulter hatte.

Liron bezahlte dem Mann der an dem Stand saß ein paar Münzen damit dieser das Tier fürs erste in Verwahrung nahm. Er würde sowieso nicht allzu lange in der Stadt sein. Beim Weggehen fragte ihn der Mann noch : Habt ihr eigentlich schon das neuste gehört ?“

Interessiert drehte Liron sich wieder um . ,, Was gibt es denn neues ? Es ist schon eine Weile her das ich das letzte mal in der Stadt war.“

,, In der Nähe der Ruinen von Erane hat es ein aufeinandertreffen zwischen Bundtruppen und Hostis gegeben. Habt ihr gedacht das sie es diesmal so weit nach Norden schaffen würden ?“

,, Nein. Normalerweise kommen ihre Vorstöße nicht so weit. Was ist passiert ?“

Der Mann beugte sich fast verschwörerisch zu ihm herüber. ,, Offenbar sind beide Armeen fast vollständig aufgerieben worden. Keine der Seiten hat irgendetwas gewonnen. Bloß scheinen den Hostis trotz ihrer Verluste die Truppen nicht auszugehen.“ Er sah sich kurz um. ,, Nun wie dem auch sei hoffen wir einfach das sie nicht näher an Dynastes herankommen als die letzten Jahre und das der Rat bald ein paar Truppen hier herschickt.“

Liron verabschiedete sich von dem Mann. , Das hoffe ich auch. Einen schönen Tag noch.“

Nachdem er die Last los war konnte er sich vom Platz aus auf den Weg in Richtung der Archive machen welche von jedem Punk der Stadt aus zu sehen waren.

Während er sich einen Weg durch die Menschen auf der Straße bahnte musste er an daran Denken was ihm der Händler erzählt hatte. Erane lag nicht weit entfernt von seinem Dorf. Nachdem die Stadt vor über 40 Jahren komplett zerstört worden war hatten sich die ehemaligen Bewohner im Umland verteilt welches nach wie vor die Kornkammer des Bundes bildete und hatten neue Siedlungen gegründet.

Wenn die Hostis bereist so weit vorgedrungen waren , würde auch seine Heimat Bedroht sein.

Er wollte nicht darüber Nachdenken müssen. Langsam näherte er sich den Eingang der Archive. Um den großen Hof der die Tore umgab gingen Männer und Frauen in Roben umher.

Einige allerdings waren keine Menschen. Manche der Gestalte denen er beim Überqueren des Hofs begegnete wiesen definitiv die Züge der Tabajaxie auf. Lebewesen die vor Jahrhunderten durch einen Magier erschaffen worden waren und wie eine Mischung aus Tier und Mensch wirkten. Die Gesichter wirkten Menschlich aber sah man genauer hin entdeckte man sofort die Unterschiede . Die Ohren vor allem waren sofort als die von Tieren zu erkennen und an einigen Stellen der Haut wuchs Fell das in den Gesichtern aber soweit er wusste mit zunehmenden Alter verschwand.

Einen der Tabajaxie , der unübersehbar die Züge einer Katze aufwies und den er schon ein paar mal bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen hatte, fragte er . ,, Wisst ihr wo ich Alexis finden kann ?“

Der Mann schien kurz zu Überlegen.

,, Der ist vermutlich in der Bibliothek oder in der Halle.“

Liron verabschiedete sich von dem Tabajaxie. Im Gegensatz zu den meisten hatte er keinerlei Probleme mit ihnen. Womöglich weil er selbst einer von ihnen war. Zumindest Halb so weit er wusste.

Er schob den Gedanken beiseite und betrat durch die offenstehenden Tore die Archive.

Das Licht das durch die hohen Fenster fiel zeichnete beinahe so etwas wie einen Leuchtenden Pfad unter seine Füße.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 2 Die Archive

Er fand Alexis tatsächlich in der großen Halle der Archive.

Allerdings ließ er sich Zeit dorthin zu gelangen. Ihm gefiel die erhabene Ruhe die dieser Ort immer auf ihn ausübte. Manchmal wenn verbrachte er Stunden damit einfach durch die Gänge und Galerien zu gehen ohne groß darüber Nachzudenken warum. Die offenen Kreuzgänge waren um diese Jahreszeit einige der belebtesten Plätze der Akademie. Der Kühle Stein Milderte die Hitze und die Sonne tauchte alles in goldenes Licht.

Dutzende Zauberer solche die wohl grade erst hier hergekommen waren als auch einige der Ältesten saßen auf Bänken verteilt unterhielten sich oder genossen einfach die Sonne.

Plötzlich zersplitterte eines der Fenster die von den Gebäuden der Akademie auf den Kreuzgang hinausführten und eine blaue Energiekugel raste heraus direkt zwischen die umherstehenden Magier. Die Schüler sprangen beiseite und versuchten möglichst nicht damit in Kontakt zu kommen als das magische Geschoss wie ein Gummiball durch den Gang flog.

Kurz bevor es Liron getroffen hätte wurde es langsamer und wurde dann zurückgerissen und landete in der Hand eines älteren Magiers in dessen Hand es sich auflöste.

Als sich der Magier entfernte hörte Liron ihn noch murmeln : ,, Wenn ich herausfinde wer das war dann...“

Bald hatten sich alle wieder beruhigt. An einem Ort wie diesen waren fehlgelenkte Zauber nichts ungewöhnliches. Dennoch ging Liron lieber schnell weiter es war ohnehin nicht mehr weit bis zur Halle.

Der Vorfall hatte weitere Erinnerungen in ihm Geweckt. Er war eine Weile selbst an der Akademie gewesen da bei ihm der Verdacht auf eine magische Begabung bestand. Allerdings hatte er sich immer geweigert nach dieser Begabung zu greifen wenn sie den tatsächlich da sein sollte.

So verließ er die Archive bereits nach wenigen Wochen wieder.

Als er während dieser Zeit einmal durch die Straßen Dynastes lief begegnete er Alexis und seiner Schwester Adriana zum ersten mal.

Einige Magier-Schüler  , die Minderheit zum Glück , nutzten ihre Macht so gering diese im Vergleich zu der ihrer Lehrmeister auch wahr gerne um Ärger zu machen. An diesem Abend

Jedoch hatten es einige von ihnen wohl wirklich übertrieben. Eine Bande von drei Magiern zog durch die Gassen der Stadt und ließ dabei auch einige Häuser in Flammen aufgehen.

Liron beobachtete das ganze zwar konnte aber nichts unternehmen. Erst als sich den dreien ein weiterer Magier in den Weg stellte wurde er aufmerksam. Der Mann trug eine blaue Robe und eine einfache Kapuze trotzdem strahlte er Autorität aus. Zumindest genug um die drei Raufbolde kurz zu verunsichern.

Dies ließen sich dadurch allerdings nicht lange aufhalten. Der erste ging mit der bloßen Faust auf den jungen Mann los. Entweder weil er zu betrunken für einen Zauber war oder nicht wusste das er einem seinesgleichen Gegenüberstand .

Der fremde Zauberer streckte eine Hand aus und eine Druckwelle warf den Mann zurück in die Reihen seiner Saufkumpane die sich nun zusammen auf den anderen Magier stürzten.

Diesem gelang es nicht alle gleichzeitig abzuwehren und so traf ihn eine Faust an der Stirn und er fiel zu Boden.

In diesem Moment kam aus der Straße aus der zuvor der Zauberer getreten war eine Frau angerannt und ließ sich neben den am Boden liegenden Mann auf den Boden sinken. In ihrer Hand hielt sei einen Ring der einen Schimmer über die Platzwunde an der Stirn des Magiers sendete und diese Verschloss.

Liron hatte genug gesehen. Er trat selbst ins Licht , so das ihn die drei Störenfried unmöglich übersehen konnten.

,, Was willst en denn du ?“ , fragte einer von ihnen undeutlich.

,, Mach ihn einfach fertig.“ , stachelte ihn ein weiterer auf.

Selbstsicher , was er allerdings nicht wahr , trat Liron ins Licht so das sein Gesicht zu erkennen war.

,, Ich bin Liron Weißläufer. Und jetzt sag das noch mal .“

Egal wie betrunken die drei waren den Namen kannten sie das sah er ihnen an. Der dritte der bisher noch kein Wort gesagt hatte sah sich nervös nach seinen Kumpanen um.

,, Ähm.. wir.. wir wollten grade gehen.“ , meinte er und verschwand. Die beiden anderen standen noch einen Moment unschlüssig dar bevor auch sie davonliefen.

Der zu Boden gegangene Mann stand langsam wieder auf und stütze sich dabei auf die Schulter der Frau. ,, Verdammte Narren.“ , murmelte er schmerzverzerrt. ,,Wegen Leuten wie diesen fürchten uns die Menschen.“

,, Ärger dich nicht über etwas das du nicht ändern kannst Alexis.“ , erwiderte die junge Frau und strich sich ein paar braune Haarsträhnen aus dem Gesicht.

,, Ich weiß Adriana. Aber trotzdem. Mann muss es versuchen.“ Er stand endlich vollständig auf und wendete sich Liron zu . ,, Danke noch mal. Gute Idee euch als....“ er stockte.

,, Ihr seit es tatsächlich. Entschuldigt ich...“

Liron hätte sich am liebsten vor die Stirn geschlagen. Der Mann machte tatsächlich einen Moment Anstalten auf die Knie zu gehen.

Er überbrückte die kurze Entfernung zwischen sich und dem Magier und der Frau neben ihm und hielt ihn davon ab. ,, Ich denke wenn noch einmal jemand versucht vor mir auf die Knie zu gehen wird ich wirklich wütend. Ich bin nicht umsonst hier und nicht in Licentia.“

,, Dann sind die Geschichten also war ihr habt wirklich...“ , begann nun die Frau.

,, Adriana lass gut sein. Ich denke Liron hatte seine Gründe.“ Der letzte Teil klang fast wie eine Frage.

,, Ganz genau.“ , antwortete er um klarzustellen das er nichts weiter dazu sagen würde.

Er begleitete die beiden noch zurück bis zu den Archiven wobei er erfuhr das Alexis dort als Magier in Ausbildung war während seine Schwester , ohne jegliche Magische Begabung , in einem kleinen Haus in der Stadt wohnte.

Seit diesem Treffen wahren mehrere Jahre vergangen und Alexis ,Liron  und Adriana hatten sich immer wieder getroffen woraus sich dann letztlich eine Freundschaft entwickelt hatte.

Wobei Liron Adriana als recht anstrengend empfand. Die junge Frau schien sich zu sehr von seiner Herkunft blenden zu lassen. Und war ihm auch etwas zu anhänglich was ihn betraf.

 

 

Er kehrte aus einen Erinnerungen zurück und stellte fest das er vor der Tür zur Halle stand,

 

Die Halle bildete den Zentralen Punkt des gesamten Archiv-Komplexes und war auch der Älteste Teil der Anlage. Der Raum selbst war riesig und überall standen Tische und Stühle verteilt.

Aber das eigentlich besondere an den Räumlichkeiten war das riesige Buntglasfenster das au die Stadt hinaus ging. Es zeigte einen Magier der einen Verwundeten versorgte. Stilisierte Lichtstrahlen gingen von seinen Händen aus und heilten die Verletzungen.

Ein schöner Gedanke der aber wohl nie , vor allem nicht in Zeiten wie diesen , wahr werden würde.

Magische Lampen erhellten die Szenerie. Die Zauber die diese am brennen hielten waren wohl direkt in den Stein des Gebäudes gewebt worden und Liron wagte nicht mal sich vorzustellen wie viele Magier dafür nötig gewesen waren.

Vielleicht wurde der Zauber auch erneuert aber das war unwahrscheinlich.

Es gab Zwei Arten Magie zu wirken. Einmal war da die temporäre Magie wie sie jeder Magier benutzen konnte um zum Beispiel ein Feuer zu entfachen oder Wasser zu gefrieren. Diese Magie blieb aber nur so lange Stabil wie sie mit der Quelle ihrer Kraft also dem Zauberer verbunden war und verlosch nach einer Weile.

Komplizierter waren die dauerhaften Zauber die gemeinhin als Verzauberungen bezeichnet wurden. Dabei wurde ein Gegenstand , ein Ring ,eine Waffe wie etwa einen Zauberstab oder auch ein Kleidungsstück mit Magie durchtränkt die dann einen einzigen oder in seltenen Fälle auch mehrere Zauber speiste. Solche Gegenstände waren Teuer und es dauerte Wochen sie fachgerecht zu fertigen doch für sämtlichen nicht Magiebegabten war es die einige Möglichkeit Magie ohne Anwesenheit eines Zauberers zu nutzen.

Alexis saß , mit dem Rücken zur Tür, an einen Tisch und unterhielt sich mit zwei anderen Zauberern. Seit ihrem ersten Treffen an jenem Abend waren mehr als 3 Jahre vergangen und er hatte mittlerweile seine Ausbildung abgeschlossen und unterrichtete nun , wenn er nicht grade selbst auf Reisen oder schlimmer im Kampf für den Bund war , andere Magier in ihrer Kunst.

 

Als Liron näher kam drehte er sich um und stand auf. Dabei musterte er den Näherkommenen Aufmerksam aus funkelnden braunen Augen.  Die Narbe an seiner Stirn bildete dabei einen Starken Kontrast zum jungen Aussehen des Mannes.

,, Sie mal einer an. Liron. Es ist eine Weile her.“ , meinte er während er Liron begrüßte.

,, Viel zu lange denke ich alter Freund.“

Einige Minuten später gingen die beiden durch einen der Kreuzgänge der Archive und unterhielten sich. ,, Und was hast du die letzten Wochen so gemacht ?“

,, Nun ich habe die Bund-Truppen unterstützt... es ist nicht sonderlich gut gelaufen.“

Liron konnte sich denken wovon er sprach.

,, Die Schlacht bei Erane ?“

,, Genau. So etwas habe ich noch nie gesehen. Zwei Armeen die sich gegenseitig einfach.. auslöschen. Ich habe immer gedacht eine Schlacht zu verlieren seinschlimm. Jetzt weiß ich kein Sieger ist noch viel Schlimmer.“

Alexis sah auf. ,, Aber deshalb bist du nicht hier richtig ?“

,, Nein.“ , meinte er. ,, Ich wollte dich und auch Adriana eigentlich einladen. Ragnar plant eine kleine Feier für das Dorf , ich glaube manchmal er fühlt sich dann jünger und ich habe schon ein Reh erlegt. Oder besser ein Drache hat es für mich erledigt.“

,, Zemas hat dich besucht ? Ich vermute mal er hat dich nicht überzeugen können.“

Liron sah zurück zum Archiv-Gebäude.

,, Nein. Und das wird er auch nie. Was ist ? kommst du mit.“

Er schien einen Moment zu Überlegen. ,,Ragnar sagst du ? Lass uns Adriana abholen und dann können wir los. Ich muss ohnehin dringend mal wieder raus aus der Stadt. Irgendwie hab ich mich an ein Zelt gewöhnt.“

 

 

Somit war es beschlossene Sache. Der Magier packte schnell einige Sachen , darunter mindestens drei Bücher ein , was Liron zu der Frage verleitete wie lange er meinte weg zu sein.

Als antwort darauf sagte Alexis nur : ,, Man weiß ja nie.“
Danach machten die beiden sich auf den Weg zurück in die Stadt und während Liron das Reh abholte verschwand Alexis in einer Nebenstraße. Nur um wenige Minuten später mit seiner Schwester wiederzukommen die Liron begrüßte sobald sie ihn erblickte.

,, Liron schön dich zu sehen Alexis hat schon erzählt wo es hingeht. Wie geht es Ragnar denn so ?“ , fragte sie gut gelaunt.

,, Na ja. Auch der wird Älter. Aber ich denke wir sollten los.“ Erst da viel ihm auf das sie einen Korb unter Arm trug. ,; Was ist das ?“

,, Nicht viel. Ein bisschen Brot.“ , meinte sie ausweichend.

,, Wie dem auch sei. Wir sollten uns ein wenig beeilen. Ich will noch vor Sonnenuntergang ankommen. Sonst verpassen wir noch das beste.“

 

 

 

Kapitel 3 Dorffest

 

 

Auf dem Weg zum Dorf unterhielt sich die kleine Gruppe kaum. Es war ein warmer Tag und obwohl die Sonne bereist tief am Horizont stand brannte sie immer noch auf die drei herab. Es war schwer genug einen Fuß vor den anderen zu setzen. Vor allem wenn man nebenbei noch ein Reh ,Stapel Bücher oder einen Korb schleppen musste.

Deshalb war es für alle eine Erleichterung als sie die freie Fläche um die Stadt verließen und den schattigen Wald betraten. Das Licht wurde durch das Dichte Blätterdach gestreut und zauberte Schattenmuster auf den Boden die im sanften Wind zu tanzen schienen.

Irgendwo musste ein Bach entlanglaufend. Liron konnte das Wasser hören es aber nicht sehen.

Als sie wider aus den Wäldern herauskamen war es fast dunkel. Doch unter ihnen am Fuß eines kleinen Hügels  schimmerten vereinzelte Lichter und konnte man Stimmen hören.

Offenbar kamen sie doch zu spät , dachte Liron , das Fest hatte schon angefangen.

Wenige Augenblicke nachdem er mit Adriana und Alexis den Hügel hinab gestiegen war fand er seine Vermutung bestätigt.

Das ganze Dorf , insgesamt etwa drei Dutzend Leute , hatte sich auf dem freien Platz in der Mitte des Kreises den die Häuser bildeten versammelt.

,, Ich hoffe nur Ragnar hat noch nicht gemerkt das ich nicht da war.“ , meinte Liron.

,, Wie denn ? Sieh dir doch an was hier los ist.“ , erwiderte Alexis nur um sich umzudrehen und direkt in einen Riesen zu rennen.

Oder zumindest glaubte er das zuerst. Ragnar war, trotz seines Alters von mittlerweile mehr als 70 Sommern , ein Mann dem man nicht zum Feind haben wollte.

Die grauen Haare fielen ihm bis auf die breiten Schultern und über einem dichten Bart funkelten zwei wache Augen.

,, Schön das ihr auch endlich da seit.“ , meinte er. ,, Liron. Was stehst du da so rum ? Bring das Reh lieber hier rüber.“
Liron zuckte die Schultern und folgte dem Alten Krieger. ,, Ich bin gleich wieder da.“ , sagte er noch zu Alexis der ihn selbst etwas verwirrt ansah. ,, Schaut euch einfach schon mal etwas um.“

Ragnar führte ihn bis zu seiner Hütte. Liron kannte den Ort gut war er doch in dem kleinen Haus aufgewachsen. AN einen Balken der das ein Stück weit über die Tür ragende Dach stützte hing so lange er sich erinnern konnte immer die selbe brennende Öllampe an der er sich einst verbrannt hatte und sie seitdem immer mit einigen Schritten abstand passierte.

,, Leg es hierhin.“ , meinte Ragnar und deutete auf einen freien Platz unter dem Vordach.
,, Braten kann man es immer noch später.,“ Er verschwand im inneren der Hütte , aber als Liron ihm folgte bedeutete er ihm nur zu warten.

Nach einer Weile kam er wieder heraus und hielt etwas in der Hand das in ein einfaches tuch eingebunden war.

Ohne ein Wort warf er Liron den Gegenstand zu. ,, Ich denke es wird langsam Zeit.“ , sagte er nur während Liron das Tuch beiseite schlug.

,, Was ist das ?“ , fragte er. Auf seiner Hand lag ein Amulett etwa so groß wie seine Handfläche . Es besaß die Form eines Auges und in der Mitte schimmerte ein grüner Stein. Ein Stein der nicht mehr vollständig wahr wie Liron erkennen konnte. An einer Ecke war ein Stück Kristall abgesplittert.

,, Etwas das ich vor sehr langer Zeit bekommen habe. Und weitergeben sollte wenn es so weit ist.“
Liron zog vorsichtig die feingliedrige Kette auseinander und besah sich das Amulett noch einen Moment bevor es sich um den Hals legte und unter seiner Kleidung verbarg. Er wusste nicht was ihn dazu bewog es zu verstecken. Es schien ihm einfach das richtige.

,, Wieso gibst du mir das ? Und von wem hast du das bekommen ?“  Liron spürte sofort das von dem Amulett irgendetwas ausging. Etwas unbestimmtes. Aber es war mehr als ein einfaches Schmuckstück.

,, Na schön.“ , meinte der Alte seufzend. ,, Was du dort in der Hand hältst wurde mir von vor mehr als Vierzig Jahren von Jaret anvertraut. Das da.“ Er deutete auf das Amulett. ,, Ist älter als ich. Und weitaus Älter als die Länder des Bundes. Es wird das Amulett der Seher genannt.“

Liron hörte aufmerksam zu. Jaret Weißläufer. Ein Name der ihn sein Leben lang wie ein Gespenst verfolgt hatte. Sein Vater. Und ein Mann den er nie kennen gelernt hatte.

,, Wieso ? Ich meine. Wieso ich ?“

Darauf schien auch Ragnar keine Antwort zu kennen. ,, Möglicherweise hat er gewusst was einst aus dir werden könnte.“ , sagte er schließlich.

,, Was aus mir werden könnte ? Ragnar ich bin...“

Er sollte den Satz nie beenden.

Schreie aus dem Dorf unterbrachen ihn. Liron und Ragnar rannten los.

 

Sendor wollte seine Leute persönlich anführen. Er hatte extra Kontakt mit einigen der Grünhaut-Clans aufgenommen die sich nach ihrer Ankunft hier zerstreut hatten.

Es durfte nichts schief gehen. Unter keinen Umständen.

Das Dorf unter ihnen schein auf den ersten blick kein lohnendes Ziel zu sein. Ein paar einfache Holzhütten standen Kreisförmig auf einer Lichtung mitten im Wald verteilt . Zwischen den Hütten liefen Menschen und auch einige wenige Tabajaxie hin und her und unterhielten sich. Offenbar fand dort unten eine Feier statt.

Aber irgendetwas war dort unten. Er wusste es. Sendor schloss eine Hand um den Splitter den er an einer Kette um den Hals trug. Irgendetwas wichtiges.

Es war Zeit die Feier zu unterbrechen.

Sendor gab seinen Leuten den Befehl zum Angriff.

 

Liron starrte wie gebannt auf das Bild das sich ihm bot. Einen Moment lang wähnte er sich in einem Alptraum.

Eine Horde von Orks und Menschen stürmte aus den umliegenden Wäldern in das Dorf und tötete jeden der ihnen zu nahe kam.

 

Ragnar hatte sich schneller wieder gefangen. Er schnappte sich eine Axt die auf einem Hackklotz vor einer der nähergelegenen Häuser lag. Dann drehte er sich zu Liron um.

,, Such Adriana und den Zauberer und dann macht das ihr hier wegkommt.“

,, Was ist mit dir ?“ , fragte er während er versuchte in dem Chaos irgendwo Adriana oder ihren Bruder auszumachen.

,, Mach dir um mich keine Sorgen.“ , erwiderte Ragnar und schlug nach eine mit einem Schwert bewaffneten Mann der ihm zu nahe kam. Der Hieb traf und spaltete dem Soldaten den Schädel. ,, Wie gesagt. Ich kann auf mich aufpassen.“

 

Liron sah sich noch einmal nach dem Mann um dann rannt er , dabei immer den Angreifern ausweichend , wieder in Richtung Dorfplatz.

Ein aufsteigender Feuerball der eine Lücke in den Strom aus Angreifern riss verriet ihm wo er suchen musste.

Ohne einen Moment zu zögern lief er durch die Lücke und dort stand tatsächlich Alexis mit seiner Schwester dessen Magische Darbietung die meisten der angreifenden Hostis zumindest kurzzeitig auf Distanz hielt.

Sobald er Liron sah winkte dieser die beiden herüber die dieser Aufforderung auch sofort nachkamen.

,, Das ging grade noch mal gut.“ , meinte Alexis an dessen Arm eine Wunde klaffte aus der langsam Blut floss und seine Robe durchtränkte.

,, Abwarten noch haben wir es nicht geschafft. Bei euch alles in Ordnung ?“ , fragte er

 

,, Ich denke schon.“ , kam die zögerliche Antwort von Adriana während sie im Laufen den Ring an ihrer Hand über Alexis Wunde hielt.

Magisches Licht strömte aus dem Artefakt und verschloss die Wunde innerhalb kurzer Zeit.

,, Du hast mir nie erzählt wo du den her hast .“ , meinte Liron während sie sich dem Ende des Dorfes im Laufschritt näherten.

,, Ist das wirklich ein guter Zeitpunkt um.. Oh nein.“

 

Ein Mann hatte sich der kleinen Gruppe in den Weg gestellt. Er trug eine goldfarbene Rüstung und über dieser einen roten Mantel.

Die angegrauten schwarzen Haare trug er auf einer Seite zu einem Zopf geflochten  und in der Hand hielt er ein Schwert das er drohend in Richtung der drei hielt.

Alexis zögerte keinen Moment und entfesselte einen blitz der aus dem Himmel herabraste um den Mann zu kochen.

Doch der Zauber erlosch bevor er auch nur den Boden berührt hatte.

,, Was zum...“ , begann Alexis als sich eine riesenhafte Gestalt mit erhobener Axt  auf den Fremden stürzte.

Dieser Bemerkte die neue Bedrohung und schaffte es grade noch den Angriff abzuwehren.

Einen Moment standen sich die beiden regungslos gegenüber.

Auch Liron war wie erstarrt bis ihn einer seiner beiden Freunde , er konnte später nicht sagen wer , am Arm zog. ,, Wir müssen weg.“ , hörte er eine undeutliche Stimme. Er überlegte nicht mehr sondern rannte einfach mit zwei weiteren Gestalten hinaus in die Nacht.

 

Sendor betrachtete sein Gegenüber. Ein großer graubärtiger Man der eine Axt gekonnt schwang.

Vermutlich war dieser eine Mann gefährlicher als der Rest des Dorfes zusammen.

.Trotzdem ,er würde sich nicht lange mit ihm aufhalten.

Mit einem Aufschrei griff er den Neuankömmling an.

 Dieser wehrte jeden seiner Angriffe ab wie jemand der wusste was er tat. Dann ging der Ale selbst zum Angriff über und schaffte es tatsächlich Sendor einen Moment lang in Bedrängnisse zu bringen. Sendor hatte Mühe die wilden Angriffe abzuwehren und stolperte letztlich sogar.

Sein Schwert wurde ihm aus der Hand geschleudert. Doch kurz bevor der Fremde über ihm zum tödlichen Streich ausholen konnte fiel sein blick auf den Splitter der unter Sendors Kleidung zum Vorschein gekommen war. Sein Blick zeigte grenzenlose Verwirrung.

,, Woher habt ihr...“ , setzte er an. Doch Sendor zögerte keine Sekunde , Er warf sich herum griff sein Schwert und rammte die Klinge seinem Gegner in den Bauch,

Der Mann ging zu Boden , im selben Moment als Sendor sich wieder erhob.

 Er reinigte seine Waffe und rief einige seiner Leute herbei.

,, Den hier brauche ich lebend.“ , befahl er . Sofort begannen sie mit dem Bau einer provisorischen Trage.

 

 

Aus sicherer Entfernung starrte Liron Weißläufer auf das Inferno das einst seine Heimat gewesen war. Er war sich nicht sicher aber er glaubte gesehen zu haben wie Ragnar zu Boden ging.

,, Was machen wir jetzt ?“ , fragte Alexis der , Liron musste unwillkürlich schmunzeln, immer noch seine Bücher dabei hatte. Auch Adriana hatte ihren Korb retten können.

,, Jetzt ? Jetzt machen wir eine Reise nach Licentia.“ , sagte er .

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 4 Stadt aus Stein

 

 

,, Sag das noch mal.“ , meinte Alexis. Seit dem Angriff auf das Dorf waren nur Minuten vergangen.

,, Wir gehen nach Licentia. Ich meine.“ Sie liefen immer noch und versuchten so schnell wie möglich  von dem Dorf wegzukommen. ,, Ich meine das kann kein Zufall gewesen sein. Wieso sollte eine Streitmacht ein kleines Dorf angreifen ?“

Adriana schien zu begreifen worauf er hinauswollte. ,, Du denkst sie waren hinter dir her ?“

,, Das und möglicherweise noch hinter etwas anderem.“ Er musste an das Amulett denken das Ragnar ihm gegeben hatte. Der Gedanke an den  möglichen Tod des Alten und den Überfall auf ihr Dorf ließ Wut in ihm Aufsteigen. Er wollte wissen wer das alles befohlen hatte und warum es getan wurde. Lodernder Hass. Ein Gefühl das für ihn völlig Untypisch war. Am liebsten wäre er sofort wieder zurückgegangen. Nur die einfache Tatsache das er nun mal kein Kämpfer war und das nichts ausgerichtet hätte bewahrte ihn davor.

Das waren kein e einfachen Schläger die sich meist zurückzogen wenn man ihnen nur Bewies das nicht völlig Wehrlos war. Das waren Berufssoldaten. Bezahlte Mörder die ihn ohne zu zögern töten würden. Zumal er unbewaffnet war.

Adriana schien das plötzliche Zittern miss zu verstehen.  Und machte den Fehler ihm eine Hand auf die Schulter zu legen.

Er wirbelte herum als hätte ihn die Berührung verbrannt.

,, Lass mich in Ruhe.“ Rief er lauter als Beabsichtig so das sie ein paar Schritte rückwärts stolperte.

,, Tut mir leid.“ , entschuldigte er sich gleich darauf. Wobei er das nicht ganz ernst meinte wie er sich eingestehen musste. Sie war ihm früher schon für seinen Geschmack zu nahe gekommen und er hatte eigentlich gehofft das deutlich gemacht zu haben. Offenbar war dem wohl nicht so. Er schob seine Gedanken bei Seite. Wie dem auch sei sie mussten hier weg.

,, Also. Ich kann keinen von euch darum bitten mitzukommen. Licentia liegt fast zwei Tagesreisen von hier und wenn die Armeen der Hostis schon so nah an Dynastes sind...“

Alexis unterbrach ihn.

,, Wie ich schon sagte. Man weiß nie wie lange man wegbleibt. Ich für meinen Teil komme auf jeden Fall mit. Was ist mit dir Adriana ?“

,, Ich bin auf jeden Fall dabei. Was hier passiert ist....“ Sie drehte ihren Ring nervös zwischen den Fingern ,, Ich kann es noch... noch gar nicht richtig begreifen. Warum tut jemand so etwas ?“

,, In einem Krieg gibt es keine Regeln.“ , meinte Alexis. Er hatte die Schlachtfelder um Erane herum gesehen. Ein Meer aus Toten beider Seiten so weit das Auge reichte. Dazwischen brennende Felder und Wälder. Von Magie und Geschossen aufgerissene Erdspalten.

Er fürchtete die Bilder würden ihn ein Leben lang verfolgen.

,, Also dann. Wir gehen nach Licentia .“

Licentia. Die Stadt aus Stein. Geschlagen direkt aus dem Fels der Berge die sie umgaben war sie sowohl sitz des Rats des Bundes als auch die jüngste Stadt des Landes. Vor etwa 40 Jahren war mit den Bauarbeiten begonnen worden und Heute erhob sich dort wo einst nichts außer Bergen gewesen war eine Festung die ihres gleichen suchte.

Die Hohen Türme der Stadt waren aus der Ebene aus die sie umgab bereits aus weiter Ferne zu sehen und warfen im Licht der untergehenden Sonne Schatten die wie drohende Finger nach Osten wiesen.

Die Mauern ragten wie die Berge aus denen sie herausgehauen worden waren scheinbar endlos in den Himmel auf. Schutzzauber waren in riesigen ebenfalls schon von weitem sichtbaren Runen in den Stein gekerbt worden die angeblich noch vom Legenderen Zaubererduo Gerret Giller und Verren Eiswind angebracht worden waren.

Hinter den Mauern breitete sich aus grauem Stein geschlagene Häuser in allen Größen und Formen wie ein Teppich aus. Bis sie am Ende am Fuß eines Berges der das Zentrum der Stadt bildete anstiegen . Am Fuß dieses Berges lag , in seinem Schatten fast winzig wirkend , der Sitz des Rats. Die Gebäude der Ratssäle und des Palastes wiederum ließen die rund herum stehenden Häuser winzig erscheinen.

Zwischen den Gebäuden des Rats und der Stadt gab es keinerlei bauliche Trennung. Lediglich eine Treppe führte von der Stadt ein Stück weit herauf bis vor den Säulengesäumten Eingang.

Und vor eben diesem Eingang standen nun Liron und seine Begleiter.

Die Nachricht von seiner Ankunft in der Stadt hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet.

Zwei Tage hatte die Reise hierher in Anspruch genommen. Doch es hatte sich gelohnt. Allein der Anblick der Stadt war es Wert gewesen. Liron hatte fast vergessen wie beeindruckend Licentia wirkte wenn man sich näherte. Man meinte fast die Stadt würde sich in alle Himmelsrichtungen erstrecken.

Das Tor der Stadt wirkte fast noch beeindruckender. Es handelte sich um ein aus Stein gehauenes in einem weiteren Berg gelegenes Tor. Die Straße die dorthin führte verschwand nach einigen Metern die sie sich den Berg hinaufwand einfach im Stein.

Das Höhlensystem durch das man nun gezwungener Maßen kam bildete ein weit verzweigtes Netz aus Tunneln die den Ärmsten Bewohnern der Stadt als Wohnort dienten. Und oft ging es ihnen hier besser als anderswo. In den Höhlen gab es danke der durchlöcherten Decke genug Licht und es wuchsen jede Menge essbare Pilze. Manch eine geschickte Seele hatte regelrechte Pilzgärten angelegt und was nicht selbst verbraucht wurde das wurde weiterverkauft.

Der vielen Händler wegen welche die Unterirdischen Straßen säumten und eben diese Pilze verkauften wurden diese auch als Pilzwege bezeichnet.

An den dunkleren Stellen hingen Fackeln oder auch mal eine von einem vorbeiziehenden Magier dagelassene Magische Lichtkugel.

Doch das war nichts im vergleich zu dem was einem erwartete wenn man endlich die eigentlichen Tore Licentias erreichte. Die Tore  lagen am Ufer eines gewaltigen Unterirdischen Sees. Über dem Wasser schwebten Tausende von magischen Leuchten und verwandelten es in einen Spiegel aus Licht der die gesamte Höhle Taghell erleuchtete.

An den Toren standen zwei Wachen bewaffnet mit einfachen Steinschlossgewehren. Als sich die kleine Gruppe näherte hielt einer von ihnen sie an.

,, Ich wusste nicht das man hier mittlerweile Kontrolliert wird.“ , sagte Liron als er näher an die beiden Wächter trat.

,, Tut mir leid reine Vorsichtsmaßnahme ich denke mal ihr seit in Ordnung. Trotzdem müssen wir euch und eure Begleitung kurz überprüfen. Die Bücher sehen in Ordnung aus.“ Der Mann wollte sie schon durchwinken als der Blick des anderen auf Adrianas Korb fiel. ,,Was ist in dem Korb ?“ , fragte er mehr beiläufig als das es ihn wirklich interessierte.

.Zögernd übergab Adriana dem Wachmann den gewebten Korb. Dieser sah einen Moment hinein. Dann gab er ihn zurück. ,, Alles klar. Sie können durch. Macht das Tor auf.“

Erleichtert nahm Adriana den Korb zurück und Liron fragte sich nicht zum ersten mal warum sie ihn mit sich herumschleppte.

Aber momentan war das unwichtig. Die gewaltigen Steintore schwangen überraschend schnell auf und ließen strahlendes Licht , das nach der Dunkelheit ungewöhnlich stark blendete ,und Frischluft herein.

Vor ihnen führte ein kurze Treppe zur belebten Hauptstraße der Stadt die in einer graden Linie direkt bis zum Ratspalast führte.

,, Dann wollen wir mal.“ , meinte Liron und stieg gefolgt von den anderen die Treppe hinab.

 

Und nun standen sie direkt vor den Toren der Ratssäle. Man hatte Liron bereits auf halbem Weg die Straße hinauf erkannt und einen Boten vorausgeschickt.

Und durch die Straßen der Stadt wohin er auch ging folgten ihm ungläubiges Geflüster und erstaunte Zurufe. Wie schade ,dachte er , dass er diese Leute enttäuschen musste. Wenn der Rat ihm die frage stellen sollte würde er wieder mit Nein antworten. Er war wegen etwas anderem hier.

Der Platz auf dem sie warteten war von Säulen gesäumt die ein einfaches Dach trugen das die Sonne abhielt. Hinter dem Säulengang lag die Tür zur eigentlichen Ratskammer , einem Kreisrunden Bau der irgendwie an ein Amphitheater erinnerte.

An den Türen hielten Vier bewaffnete Männer wache und auch auf der Treppe die bis auf den kleinen Platz vor dem Eingang führte standen in extra dafür geschlagenen Nischen Wachposten. Normalerweise hätte es hier von Menschengewimmelt die entweder Anträge an den Rat stellten oder sich selbst an den Diskussionen beteiligen wollten. Heute jedoch war dem nicht so. Der Ort wirkte fast wie ausgestorben.

Nach einer weile öffneten sich endlich die Türen des Saals und ein untersetzter Mann in Rüstung kam herausgelaufen.

,, Liron Weißläufer ?“ , fragte er.

,, Der bin ich.“ , meinte Liron und trat ein paar Schritte vor.

,, Folgt mit bitte. Der Rat ist zusammengetreten und erwartet euch.“

Ohne abzuwarten ob er ihm tatsächlich folgte drehte er sich um und ging langsam wieder in Richtung Tür. Genau so langsam folgten ihm schließlich Liron , Alexis und Adriana nach und verschwanden im Ratssaal.

Der Rat selbst existierte als Oberste Institution des Bundes seit grade einmal etwa 40 Jahren.

Seine Mitglieder stammten aus allen Ländern des selbigen . Raven , Egarium und Arbitrium waren dabei mit jeweils gleich vielen Ratsherren vertreten.

Diese Ratsherren wurden in ihren jeweiligen Ländern gewählt und dann als Vertreter in den Rat geschickt. Das Oberhaupt dieses Rates wiederum bildete der König der wiederum vom Rat eingesetzt wurde. Seit Jarets Tod jedoch stand der Marmorthron verlassen da. Wer immer jedoch diesen Titel innehatte war eine rein Repräsentative Figur. Jemand ohne wirkliche Macht. Außer einer. Liron erschauerte einen Moment wenn er daran dachte. Nein dafür war er wirklich nicht der Richtige.

Endlich erreichte die Gruppe nun die Hauptkammer der Ratssäle.

Der Raum bestand aus kreisförmig angeordneten in alle Richtungen ansteigenden Sitzbänken. In der Mitte der Logen genau gegenüber dem Eingang  war Platz gelassen worden für einen Thron aus weißem Marmor. Es war der einzige Sitz im ganzen Saal der nicht belegt war. Nur in der Mitte war ein etwa Zehn Meter breiter Freier Platz den nun Liron und seine Freunde zusammen mit dem Boten der sie hergeführt hatte betraten.

Liron sah sich in den Reihen der Ratsherren um.

Einer der Ratsherren. Seiner Kleidung nach wohl ein Zauberer aus Raven ,stand auf und eröffnete die Sitzung.

,, Liron Weißläufer. Ich muss sagen der ganze Rat ist überrascht euch wiederzusehen. Sit ihr gekommen weil ihr wieder bei Vernunft seit.“

,, Was ihr Unvernünftig nennt war die einzige Entscheidung die ich treffen konnte. Nein. Ich bin hier weil mein Dorf angegriffen wurde. Und ich will Wissen warum.“ , antwortete er. Seine Worte hallten unter der Kuppel des Saales wieder so das auch der letzte der Anwesenden sie gehört haben musste.

Eine ältere Frau erhob sich. ,, Euer Dorf. Lebte dort nicht auch Ragnar vom Skjalfjord ? Was ist mit ihm ?“

Liron war sich mittlerweile sicher das er tatsächlich gesehen hatte wie Ragnar zu boden gegangen war. ,, Vermutlich Tod. Kurz vorher gab er mir das hier.“

Er trat ein par Schritte auf die ältere Ratsherrin zu und übergab ihr das Amulett.

Ungläubig starrte die Frau auf den Gegenstand. ,, Vorsitzender Thorus. „ , wendete sie sich an den Mann der zuerst Gesprochen hatte. ,, Ich denke das hier erübrigt jegliche weitere Diskussion.“ Sie hob das Amulett mit dem Augensymbol hoch damit es alle sehen konnten.

Der Vorsitzende besah sich das Amulett selbst noch einen Moment. Dann sagte er: ,, Würdet ihr mir bitte folgen. Ich denke wir haben viel zu besprechen.“

 

 

 

Kapitel 5 Wiedersehen

 

 

Der Ratsvorsitzende Thorus führte Liron , Alexis und Adriana warteten draußen, durch mehrere von Kerzen und magischen Leuchten erleuchtete Flure, in einen  gesonderten kleineren Raum der von zwei Kerzen erhellt wurde. Im Raum selbst standen vier Stühle verteilt und in der Mitte ein einziger schwerer Holtisch mit Büchern und Unterlagen.

Nachdem er Platz genommen hatte legte der Zauberer aus Raven das Amulett vorsichtig auf den Tisch.

Dann faltete er die Hände zusammen und starrte Liron über den Tisch hinweg an als würde er ihn zum ersten mal sehen. Nach einer Weile begann er wieder zu sprechen

,, Weißt du , was das ist ?“ , fragte er und deutete auf das Amulett.

,, Nein. Bis ich es bekommen habe , hatte ich es noch nie zuvor gesehen Warum ?“

,, Ich frage mich nur ob... möglicherweise....“ Er zögerte einen Moment ,, Träumst du manchmal ?“

Liron war von der seltsamen Frage überrascht. ,, Ich denke mal das tut jeder. Hat das irgendwas hiermit zu tun ?“

,, Du weißt wirklich nicht was das ist.“ , stellte der Ratsherr kopfschüttelnd fest.

,, Nun wenn es eine Bedeutung hat wirst du es herausfinden. Aber.. du sagst du willst herausfinden warum das Dorf angegriffen wurde ?“

,,Richtig.“

,, Dann gibt es möglicherweise jemanden der dir weiterhelfen kann.“

,, Wovon redet ihr ?“

Der Ratsherr lehnte sich etwas zurück.

,, Wir haben seit einiger Zeit eine Reihe von Spionen bei den Hostis. Sie nehmen so gut wie jeden auf der Bereit ist sich ihnen anzuschließen.“

Liron verstand nicht. ,, Und das hilft mir wie weiter ?“

,, Wir könnten uns gegenseitig helfen. Einer dieser Spionen ist grade ist grade  auf dem Weg zurück in die Stadt. Trefft euch mit ihr. Möglicherweise findest du so etwas heraus.“

,, Mit ihr ?“

,,  Ja bei dem Spion handelt es sich um eine Frau.“

Liron war kurz überrascht. Wie schleuste man eine Frau bei einer Streitmacht ein ?

,, Sonst noch etwas das ich wissen sollte ?“

,, Es handelt sich um eine Tabajaxie.“ Der Ratsherr schwieg einen Moment. ,, Und der Teil wird dir gefallen. Sie ist ein Mitglied des grauen Ordens.“

 

Der graue Orden. Auf dem Weg nach draußen ließ Liron sich das Wort immer wieder durch den Kopf gehen. Die Organisation existierte bereist seit Jahrhunderten. Eine kleine Verschworene Gemeinschaft von Zauberern die sich früher der Jagd auf Schwarzmagier verpflichtet hatten. Wobei Schwarzmagier ein sehr dehnbarer Begriff gewesen war.

Im Bund bestand ihre Neue Aufgabe mehr aus dem Bewachen Magischer Artefakte. Und allem was sie sonst noch als magische Bedrohung einstuften.

Wenn der graue Orden es also für Nötig befand einen ihrer Agenten dorthin zu entsenden musste es etwas großes sein.

Als er die Ratskammer wieder erreicht hatte warteten dort immer noch Alexis und Adriana.

So kurz wie möglich fasste er für sie zusammen was er erfahren hatte,

,, Dann suchen wir also diesen Spion ?“ , fragte Adriana.

,, Es scheint so. Ratsherr Thorus meinte wir sollen in den Spion in einem Gasthaus treffen. Den Weg hat er mir zum Glück beschrieben. Mir wäre nicht wohl bei dem Gedanken auf der Suche nach einem einzigen Gebäude durch die Stadt zu irren. “

,, Trotzdem eines verstehe ich immer noch nicht. Was meinte der Rat als er dich fragte ob du wieder ,, zur Vernunft“ gekommen wärst ?“

Liron seufzte. Die Frage musste ja irgendwann kommen. Die Frage nachdem warum. Wieso sollte jemand auf den Titel eines Königs verzichten wollen ? Vor allen jetzt wo dieser  jemand gebrauch wurde ?

,, Kommt mit. Ich erkläre es euch wenn wir da sind.“

 

Der Gasthof bei dem sie warten sollten erwies sich nicht grade als die Art von Orten an denen man einen gemütlichen Abend verbrachte. Der Schankraum war sog tu wie leer und durch die lose in den Angel hängende Tür drang die Nachtluft herein.

,, Also. Was meinte er damit ?“ , fragte Alexis nach sobald die drei Reisenden sich einen Platz gesucht hatten.

,, Das ganze liegt mehr als drei Jahre zurück. Kurz bevor ich an die Archiv-Akademie kam. Wer vertraut jemanden der kaum 20 Sommer hinter sich hat eine Armee an ?“ , begann er.

Es regnete. Als hätte der Himmel sich gegen sie verschworen. Liron versuchte durch die Regenschleier etwas zu erkennen. Man hatte ihm , wieso ausgerechnet ihm , die Aufgabe erteilt diesmal den Kampf gegen eine größere Hostis-Streitmacht anzuführen. Und nun konnten sie ihren Feind nicht einmal sehen. Um sich selbst machte er sich keine Sorgen. Er war kein Kämpfer. Er sollte lediglich die Truppen koordinieren. Was wenn man blind war ziemlich schwer sein dürfte , dachte er bitter.

Ohne Vorwarnung wurden sie angegriffen. Das blanke Chaos brach aus. Aus der Dunkelheit heraus flogen Pfeile . Niemand schien mehr zu wissen wer Freund oder Feind war. Liron tat das einzige was ihm noch blieb und befahl den Rückzug. Als die Sonne wieder aufging und der Regen endete war alles vorbei. Liron konnte nur immer weiter über das Schlachtfeld wandern. So weit er sehen konnte gab es keine Überlebenden. An diesem Tag fällte er seine Entscheidung. Er würde gehen. Ragnar würde ihn sicher aufnehmen und ,vor allem, nicht nach seinen Gründen fragen.

,, Tja und somit hab ich Licentia dann den Rücken gekehrt. Ohne mich gab es niemanden der eine Mehrheit im Rat hätte hinter sich versammeln können , natürlich gab es andere aber diese hatten einfach nicht genug Unterstützer . Und so blieb der  Thron unbesetzt. Ich hatte nicht gedacht diese Stadt noch einmal wiederzusehen und hatte es auch nicht vor. Das würde mehr Schaden anrichten als nutzen hatte ich immer gedacht. Offenbar hat man sich hier mittlerweile auch damit abgefunden.“
,, Aber du kannst nicht einfach immer wieder weglaufen.“ , rief Adriana. Mit so einer Reaktion hatte er gerechnet.

Nicht aber mit der bekannten Stimme die er plötzlich vom Eingang der Taverne hörte.

,, Wieso nicht ? Du dürftest ja jetzt Übung darin haben.“

Er trug wie erwartet seine Menschliche Gestalt und die für ihn so typische Weiße Kleidung.

Unter dem Am jedoch trug er einen in Tuch eingeschlagenen Gegenstand.

Er trat an den Tisch der Gruppe heran und setzte sich dazu. ,, Tut mir leid Liron. Ich habe erst jetzt von dem Angriff erfahren.“

,, Zemas wenn du hier bist um für den Rat mal wieder etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. Vergiss es.“

,, Bin ich nicht. Man hat mir erzählt was du vorhast. Sei Vorsichtig.“ , antwortete der Drache.

,, Das ist alles ? Du machst dir die Mühe mich hier zu suchen nur um mir zu sagen ich soll Vorsichtig sein ?“

,, Nicht nur. Ragnar hat dir etwas gegeben richtig ?“

Liron legte das Amulett mit dem Augensymbol auf den Tisch. Mittlerweile fühlte er sich unwohl damit. ,, Richtig. Was ist das ? Der Rat wollte es mir nicht erraten. Sie waren allerdings recht beunruhig darüber.“

Zemas nahm den Gegenstand einen Moment in die Hand drehte ihn zwischen den Händen.

,,Das hätte er dir nie geben dürfen. Das ist...“

,, Zemas. Mir ist egal ob ich es hätte bekommen dürfen oder nicht. Ich will einfach nur wissen was es ist .“
,, Das ist das Amulett der Seher. Ein uralter magischer Gegenstand. Selbst ich weiß nicht wie oder wo er geschaffen wurde. Es war Teil des Besitzes des ersten Sehers Varis Galeron. Es hat die Macht jeden Zauber abzuwehren wie mächtig er auch sein mag.“

Varis Galeron. Ein Name der fast in Vergessenheit geraten war. Und wenn er noch genannt wurde dann mit größter Ehrfurcht. Eine beinahe mythische Gestalt bei der sich Legende und Wahrheit nicht mehr trennen ließen. Ein Seher ein Mann der die Zukunft kannte und nach seinem Willen umformen konnte.

,, Wie dem auch sei. Ragnar hat damit eine Entscheidung getroffen , eine die ich nicht unbedingt teilen kann aber trotzdem schätze ich sein Urteil. Ich hätte es jemand anderen Gegeben.“

Liron bekam fast ein schlechtes Gewissen wenn er den Vorwürfen des Drachen zuhörte. Er hatte nichts hiervon Gewollt aber trotzdem...

,, Es wird dann wohl auch Zeit dir noch das hier zu übergeben. Ich hoffe nur Ragnar wusste was er tat. Ich weiß es nämlich nicht. Möglicherweise habe ich einfach zu viel Zeit mit den Menschen verbracht. Ich denke schon wie einer. Zweifel sind etwas grausames.“

Er legte den in Tuch einwickelten Gegenstand zum Amulett auf den Tisch.

Neugierig schlug Liron das Tuch beiseite. Ein Bronzefarbener Griff kam zum Vorschein . Der Knauf der Waffe war wie das Amulett in Augenform gehalten in dessen Mitte ein grüner Stein angebracht war.

Auf der Klinge waren blau leuchtende Runen eingekerbt die er nicht lesen konnte.

Eine Waffe die man einem König geben würde. Aber ganz sicher nicht ihm. Er wollte sie nicht.

,, Ich muss mal kurz raus.“ , sagte er , stand auf und verschwand in der Dunkelheit.

Einige Augenblicke lang rührte sich niemand. Dann sagte Adriana : ,, Ich folge ihm.“

 

Die Dunkelheit war vollkommen als er draußen auf der Straße stand. Ein paar Atemzüge lang tat er nichts als einfach nur dort zu stehen. Dann jedoch hörte er etwas das seine Aufmerksamkeit erregt. Das dumpfe Klirren von Stahl und dann ein plötzliches aufglühen von Magie. Irgendwo in der Nähe fand grade ein Kampf statt.

 

Es war möglicherweise doch nicht die beste Idee gewesen sich einen der entlegeneren Stadtteile als Treffpunkt auszuwählen. Sie wusste das sie verfolgt wurde. Einige verstreute Späher mussten sie gesehen haben wie sie in Richtung der Stadt davonging als sie das Lager der Hostis vor drei Tagen verlassen hatte. Als eine der einigen Tabajaxie im Lager hatte man sie vermutlich erkannt. Und offenbar folgten man ihr immer noch.

Sie lief durch eine Gasse dabei immer wieder über ihre Schulter schauend.

Als sie wieder nach vorne sah entdeckte sie zwei Männer die ihr den Weg versperrten.

Sofort wandte sie sich um und wollte die Gasse zurückgehen. Doch auch dort standen nun drei bewaffnete Personen im Weg. Na schön , dachte Fylla und griff nach zwei Kurzschwertern die sie unter einem langen Mantel verborgen trug , dann halt auf die Altmodische Art.

Diese Fünf sollten bald erfahren was es hieß sich einem Agenten des Ordens in den Weg zu stellen.

Der erste der Fünf der ihr zu nahe kam viel nicht einmal durch eine Klinge. Fylla sammelte einfach ihre Gedanken und sendete eine Welle aus Feuer aus welche den Mann erfasste und nichts übrig ließ als verbrannte Knochen.

Die Vier verbliebenen Zögerten trotz der zur Schau gestellten Magie nicht. Die einzige Chance die ihnen noch blieb war ihre Überzahl.

Zwei der Narren  dachten sie von hinten angreifen zu können .Sie wirbelte herum wehrte mit einer Klinge den Angriff ab und unterlief dann die Verteidigung ihres Gegners.

Noch drei.

Der plötzlich allein dastehende Kämpfer versuchte seinen Gefallenen Freund zu rächen wurde aber von einem Aufflackernden Blitz getroffen und ging zu boden.

Noch zwei die sich langsam zurückziehen wollten.

Oder.. doch nicht ? Hinter ihr in der Gasse stand jemand. In ihrem Rücken.  Langsam drehte sie sich um. Ein Mann in Robe war aus den Schatten getreten. Sein Gesicht war verborgen hinter einem Schleier der nur die boshaft funkelnden Augen frei ließ.

,, Ihr habt versagt.“ , zischte er an die zwei überlebenden gerichtet. Mit einer Handbewegung verbrannten die Männer zu Asche. ,, Und was euch angeht Ordensritter. Ihr hättet besser...“ weiter kam er nicht den irgendjemand schlug ihn von hinten gegen den Kopf so das er nach vorne sackte. Fylla zögerte keine Sekunde. Eines der zwei Kurzschwerter segelte durch die Luft und tötete den Zauberer.

Nachdem der Zauberer zu Boden gegangen war konnte sie auch erkennen wer ihn niedergeschlagen hatte. Ein Mann mit schwarzen Haaren stand hinter dem Toten . Beinahe Vorwurfsvoll fragt er :,, Wieso habt ihr ihn getötet ? Er war keine Bedrohung mehr.“

Bevor sie antworten konnte hörte sie hinter sich wie einer der Männer wieder aufstand die sie eben noch bekämpft hatte..

Ein Schuss hallte durch die dunkle Gasse , Fylla dachte schon  getroffen zu sein. Stattdessen sackte der Totogeglaubte wieder in sich zusammen.

Am anderen Ende der Gasse stand eine Gestalt die einen Korb und eine Pistole in der Hand hielt.

Liron sah Ungläubig zwischen Adriana und dem toten hin und her. Er hätte nicht gedacht das sie dazu fähig wäre einen Menschen zu töten. Wenigstens , dachte er , weißt du jetzt was in dem Korb war. Blieb nur die Frage wie das den Wachen am Tor hatte entgehen können.

Aber das war momentan ihre geringste Sorge. Der Kampf war sicher nicht unbemerkt geblieben und er wollte Ärger vermeiden.

 

 

 

Kapitel 6 Auftrag

 

 

Fylla sah sich kurz um bevor sie sich den beiden Neuankömmlingen zuwendete. Offenbar waren alle Mitglieder des Spähtrupps Tod. Gut so. Niemand durfte zurückkehren und bericht erstatten. ,, Ich schätze mal an dieser Stelle ist ein Danke angebracht.“ , meinte Liron

,, Das glaube ich auch. Ich bin Fylla“ , Liron erinnerte sich das die Mitglieder des Ordens beim Eintritt einen neuen Namen ,,verliehen“ bekamen also war das vermutlich nicht ihr richtiger Name , ,, und mit wem habe ich die Ehre?“ , fragte sie während sie die zwei Schwerter an der Kleidung eines gefallenen Reinigte.

,, Ich bin Liron Weisläufer und das ist Adriana aus Dynastes.“ Zum ersten mal besah Liron sich sein gegenüber genauer. Kalte blaue Augen starrten ihm unter der Kapuze einer Robe entgegen. Strähnen dunklen Haares fielen darunter hervor. Das Gesicht oder was er davon sehen konnte war von einer dünnen Fellschicht bedeckt.

Bei der Erwähnung seines Namens meinte er einen kurzen Augenblick der Überraschung in den Zügen zu erkennen. Dieser verschwand allerdings sofort wieder.

,, Dann habt ihr mir grade ein Stück weg erspart. Der Rat hat mich informiert das ihr euch mit mir treffen wollt. Aber wir sollten uns nicht hier unterhalten.“

Fylla ging ohne überhaupt nachzusehen ob sie ihr folgten in Richtung der Taverne davon.

Im Inneren des Gasthauses warteten Zemas und Alexis bereist unruhig. Auch sie mussten den Kampflärm gehört haben. Als Liron gefolgt von Adriana und der Tabajaxie-Spionin  den Schankraum betraten wirkten beide erleichtert.

,, Alles in Ordnung bei euch ?“ , fragte Alexis.

,, Soweit schon aber...“

Fylla unterbrach ihn. ,, Wie auch immer. Ihr wolltet etwas von mir wissen. Um was geht es ?“

,, Mein Heimatdorf wurde angegriffen. Von einer Armee der Hostis. Ich will wissen wieso und wer dahinter steckt.“

Sie schien kurz zu Überlegen. ,, Möglicherweise kann ich euch tatsächlich weiterhelfen. Ich muss allerdings zuerst meinen Bericht dem Rat vorlegen. Sie müssen erfahren was vor sich geht . Wenn ihr bis morgen hier warten könnt...“

,, Können wir.“ , antwortete Adriana.

,, Ich denke ich und Liron müssen uns ohnehin noch einmal unterhalten.“ , meinte Zemas.

,, Dann werde ich Morgen früh wieder hier sein. Und ihr solltet ausgeruht sein.“ , rief die Tabajaxie noch bevor sie wieder in der Dunkelheit verschwand.

,, Seltsame Person.“ , sagte Alexis.

,, Gruselig um genau zu sein.“ , erwiderte Adriana.

,, Ich hatte früher schon mit dem Orden zu tun. Das haben ihre Agenten so an sich. Auch wenn sich seit dem einiges verändert hat.“ , ergänzte Zemas.

,, Ja was genau ?“ , fragte Liron nach.

,, Früher hätten sie versucht mich zu töten.“

 

Fylla betrat ohne zu zögern die Ratshalle. Obwohl es bereist spät war hatte sich ein grossteil des Rats versammelt. Alle hörten Aufmerksam zu als sie ihren Bericht vortrug.

,, Es scheint als ob die Hostis auf eine größere Flotte warten die bald über das Meer kommen soll. Und sie haben sich wieder mit den Ort-Stämmen zusammengetan von denen sie sich bei ihrer Landung hier augenscheinlich getrennt hatten. Sollte das Stimmen wären sie bald stark genug selbst Licentia anzugreifen.“ , schloss sie ihren Bericht.

,, Gab es auf eurem Weg hierher irgendwelche Schwierigkeiten ?“ , fragte der Vorsitzende Thorus.

,, Einige Späher sind mir gefolgt jedoch sind sie alle Tod. Ich denke nicht das es Probleme geben wird.  Wenn ihr mich nun Entschuldigen würdet. Ich will so schnell wie möglich zurück damit kein Verdacht aufkommt und es war eine lange Reise. Ein wenig Schlaf wäre nicht schlecht.“

,, Natürlich Fylla. Damit wäre die Sitzung geschlossen. Seit aber so freundlich und wartet noch einen Moment.“ , erwiderte Thorus während die Ratsherren bereist den Saal verließen.

Nach wenigen Minuten war der Sal wie ausgestorben. Der Ratsherr holte einen kleinen Holzkasten hervor den er vorsichtig an Fylla weitergab. ,, Der Rat hat den Einsatz einer ganz besonderen Waffe genehmigt. Es sind nur noch ein paar Dutzend übrig.  Aber wenn es keine andere Möglichkeit gibt und ihr eine Gelegenheit seht... zögert nicht.“

Auf einem Polster aus Stoff lag eingebettet eine kleine etwa Faustgroße schwarze Kugel.

,, Das ist nicht das wofür ich es halte oder ?“ , fragte sie zum ersten mal zögerlich.

Thorus wusste das er vorsichtig vorgehen musste. Aber er war sein Leben lang Politiker gewesen. Er wusste wie man überzeugte.

,, Die Schlacht bei Erane war eine Katastrophe.“ , begann er. ,, Wir können noch mit Müh und Not abwehren was sie momentan gegen uns aufbringen. Wenn es ihnen gelingt eine größere Streitmach hier herzubringen werden wir die bisherigen Grenzen aufgeben müssen. Wenn ihnen das gelingt werden sie nicht nur Licentia angreifen können. Sie werden das gesamte Land des Bundes in Gefahr bringen.“

,, Ich verstehe.“ Immer noch zögernd nahm sie das Kästchen entgegen.

,, Gut. Ich danke euch. Uns seit trotz allem Vorsichtig. Ihr wisst was diese Steine anrichten können.“

,, Nur zu gut. Ich habe das Schlachtfeld bei Erane besucht. Wo die Stadt nicht wieder aufgebaut ist sieht man immer noch die Ruinen. Und die Asche.“

Vor 40 Jahren war die Stadt Erane beim Konflikt zwischen Jaret Weißläufer dem Gründer des Bundes und einem Schwarzmagier zerstört wurden als dort ein Stein wie dieser den sie nun in der Hand hielt benutzt wurde. Ein Seelenstein. Ein Speichergefäß für Magische Energie das normalerweise dazu benutzt werden konnte Zauber signifikant zu Verstärken. Wurde die Energie jedoch Schlagartig freigesetzt hatte das Zerstörungen in Unvorstellbaren Ausmaß zur Folge.

,, Ich werde vorsichtig sein.“ , sagte sie noch bevor sie den Raum verließ.

Thorus stand danach noch lange in dem Raum ohne sich zu bewegen. Er wusste ebenfalls was  geschehen würde sollte der Stein zum Einsatz kommen. Und auch wenn es lediglich zu ihrem Schutz diente belastete ihn der Gedanke schwer. Es läge in seiner Verantwortung. Langsam verließ er die leere Halle.

 

,, Ich will es nicht. Das habe ich dir bereits gesagt.“  , wiederholt Liron. Der Spion war erst wenige Augenblicke weg und schon hatte Zemas die vorhin durch sein Verschwinden unterbrochene Diskussion wieder aufgenommen.

,, Und ich habe dir bereist gesagt das ich keinen Einfluss darauf habe. Ragnar hat die Entscheidung für sich getroffen. Nimm es einfach. Es zwingt dich ja niemand es auch zu benutzen.“

Langsam und zögernd ließ Liron seine Hand über den griff der Waffe ,die immer noch auf dem Tisch, lag wandern. Die Oberfläche fühlte sich kalt an. Falsch. Irgendwie... bedeutungslos. Trotzdem griff er letztlich zu und ließ die Klinge durch seine Hände wandern.

Zemas sah irgendwie verwirrt zu ihm herüber. ,, Was hattest du erwartet ?“ , fragte Liron nach.

,, Die Waffe ist verzaubert und das sollte man auch sehen. Bei allen anderen Trägern haben die eingezeichneten Runen geglüht. Nur bei dir nicht.“

Liron sah auf die klinge. Es stimmte. Das vorherige blaue Leuchten der eingekerbten Zeichen war verloschen.

,, Was hat das zu bedeuten ?“

,, Ich sagte ja du bist der Falsche. Die Verzauberung reagiert nicht. In deinen Händen ist das da“ , er deutete auf das Schwert , ,, Nur ein Stück totes Metall.“

Er legte das Tuch in dem das Schwert eingeschlagen gewesen war zusammen. ,, Ich hoffe ihr findet wonach ihr sucht.“ , meinte er noch zum Abschied.

 

Lange nachdem Zemas verschwunden und die anderen sich längst in den schäbigen Räumen des Gasthauses Schlafen gelegt hatten saß Liron noch immer an dem Tisch. Das Schwert das ich Zemas gab hatte er so weit wie möglich ans andere Ende der einfachen Holzplatte gelegt die den Tisch bildete.

Gedankenverloren hielt der das Amulett in den Händen das Ragnar ihm gegeben hatte. Ob er noch lebte ? Der Gedanke an den Überfall machte ihn immer noch wütend. Und es blieb die Frage wieso. Wegen eines alten Schmuckstücks oder wegen ihm ? Oder wegen etwas vollkommen anderem ?

Er schreckte aus seinen Gedanken hoch als er merkte das außer ihm noch jemand im Raum war.

Adriana setzte sich zu ihm an den Tisch. ,, Willst du heute eigentlich gar nicht mehr schlafen ?“  , fragte sie.

Statt einer Antwort zuckte er nur mit den Schultern. ,, Erklär du mir leider mal warum du eine Pistole mit die rumschleppst.  Und sie auch noch nach Licentia hineinschmuggelst.“

,, Sie lieber froh.“ , meinte sie trotz seines Vorwurfsvollen Tonfalls. ,, Sonst wäre das heute anders Ausgegangen.“

,, Möglicherweise.“ Er schwieg eine Weile. ,, Ich muss zugeben ich habe dich vielleicht unterschätzt.“ . meinte er lächelnd.

,, Was soll das denn heißen ?“ , meinte sie und stand auf.

,, Das soll heißen das du mir manchmal ganz schön auf die Nerven gehen kannst.“ , erwiderte er. ,, Aber auf eine gute Art.“

Er war mittlerweile ebenfalls aufgestanden. Adriana stand unangenehm Dicht bei ihm. Doch hätte ihn das früher gestört hatte er seine Meinung über sie in den letzten Tagen gründlich ändern müssen. Sie schien sich wirklich Sorgen um ihn zu machen.

Und ehe er wirklich wusste wie fanden sich ihre Lippen.

 

 

Am nächsten Morgen erwachte er weil irgendjemand ihm wachrüttelte.

Zuerst war er etwa Orientierungslos doch dann Fluteten die Ereignisse des letzten Abend wieder in seinen Kopf zurück.

Er hatte von irgendetwas geträumt. Küsten gegen das Meer schlug als wollte es sie zerbrechen. Brennende Städte und beißender Qualm. Und dann war da etwas in der Entfernung. Dunkelheit. Und darin lauerte etwas. Etwas das ihn anstarrte. Ich weiß wo du bist. Der Traum beunruhigte ihn mehr als er sich selbst gegenüber eingestehen wollte. Er verdrängte die Erinerung.

Als sich endlich die Bilder des Traums verflüchtigten kehrten auch die letzten Erinnerungen zurück. Auch die an Adriana. Und das hieß wer immer ihn grade zu wecken versuchte....

Er sprang praktisch auf. Nur um festzustellen das es lediglich Adriana gewesen war.

,, Alles in Ordnung ?“ , fragte sie.

,, Alles in Ordnung. Du hast mich lediglich erschreckt.“

 

Als Liron und Adriana sich endlich zusammen mit Alexis in der kleinen Schankstube des Gasthauses trafen und beim Wirt , einem recht finster dreinblickenden Mann , ihre Zimmer bezahlten  , eines hätten wir gar nicht gebraucht , dachte Liron belustigt , wartete bereits eine Gestalt in einem grauen Mantel und zwei Schwertern auf dem Rücken an der Tür auf sie.

,, Können wir dann ? Ich habe ein paar Pferde besorgt und es ist ein Stück Weg den wir zurücklegen müssen.“

,, Wohin ? Ich wollte lediglich Wissen wer mein Dorf überfallen hat .“

Die Tabajaxie schien mit so einer Antwort gerechnet zu haben.

,, Möglicherweise weiß ich es einfach nicht ? Aber ich kann euch dorthin bringen wo ihr eure Antwort bekommen könnt wenn ihr Vorsichtig seit. Ich brauche so wieso einen Grund für meine Abwesenheit und da sind 3 neuen Rekruten darunter ein Zauberer , eine gute Ausrede.“

,, Ich verstehe immer noch nicht ganz.“ , meinte Alexis.

,, Wir gehen zum Lager der Hostis. Oder bessere gesagt zu einem der Lager. Es gibt mehrere.“ , eröffnete sie ihnen schließlich.

 

 

Kapitel 7 Aussprache

 

 

 

Die Reise würde drei Tage in Anspruch nehmen. Zuerst war Liron von der Idee überhaupt nicht begeistert. Zuerst war dann die Vorstellung sich in die Höhle des Löwen zu begeben und dann noch die Aussicht auf drei Tage auf einem Pferderücken. Er hatte in seinem Leben nur bei wenigen Gelegenheiten auf einem Pferd gesessen.

Aber andererseits. Fyllas Argumente waren Überzeugend. Wie sollte sie sonst ihre Abwesenheit erklären ? Und eine bessere Möglichkeit an die Informationen zu kommen die er wollte gab es nicht.

Aber eine Frag beschäftigte ihn immer noch. ,, Wieso interessiert sich der Orden überhaupt für die Hostis ? Oder wollt ihr wirklich nur dem Bund helfen ?“

Fylla schien von der Frage überrascht zu sein. Alle anderen waren grade damit Beschäftigt ihre Habseligkeiten zusammenzusuchen.

,, Interessant.“ , sagte sie nur.

,,Was ?“

,, Den meisten entgehen solche Kleinigkeiten. Ungereimtheiten die man gerne übersieht. Euch nicht. Der Orden hat tatsächlich ein eigenes Interesse. Vor allem an einen Mann Namens Sendor. Er scheint eine Möglichkeit gefunden zu haben Magie unwirksam zu machen. Allerdings lediglich seine eigene Person betreffend. Trotzdem etwas das sich der Orden ansehen muss.“

,, Und wenn ihr dabei auch noch dem Bund helfen könnt ist eure Arbeit doppelt so wertvoll ?“

,, Ihr habt es erfasst.“ Sie hatte einen leeren Rucksack in der Hand und legte grade vorsichtig ein dunkles Holzkästchen hinein.

,, Was ist das ?“ , fragte er. Auf der Oberfläche war ein verwittertes Symbol eingekerbt worden.

,, Ich muss mich korrigieren. Offenbar seit ihr nicht weitsichtiger als andere sondern einfach nur neugieriger als gut ist.“

Offenbar würde sie nichts mehr dazu sagen und Liron gesellte sich wieder zu den anderen.

Er betrachtete einen Moment das Schwert das immer noch auf dem Tisch lag an dem er es gestern zurückgelassen hatte. Wiederwillig griff er nach der Waffe und befestigte sie mit einer Schnalle auf seinem Rücken. Dann machte er sich ebenfalls daran einige Vorräte in einer Tasche zu verstauen.

 

 

Wenige Stunden später waren sie unterwegs. Mit den Pferden kamen sie wesentlich schneller voran als auf der Hinreise und so verschwand Licentia bald im Morgendunst.

Das letzte was Liron von der Stadt sehen konnte waren die Aufragenden Türme der Ratshallen die den hinter ihnen Aufragenden Berg zu stützen schienen.

Als sich der erste Abend der Reise hinabsenkte schlug die Gruppe nun bestehend aus Vier Personen ein provisorisches Lager auf. Es war nicht mit Regen zu rechnen und die Nächte waren Warm. Somit hatten sie keine Zelte oder ähnliches dabei.

Alles was sie zu tun brauchten war ein wenig Feuerholz zu sammeln. Fylla erklärte sich dazu bereit und Überraschender Weise gleich darauf Alexis. Er hatte seine Gründe dafür. Der Orden machte keinen Hehl daraus das er anderen Magier nicht traute. Und genau so Vertraute Alexis dem Orden nicht. Es war an der Zeit sich ungestört mit der Agentin des Ordens zu unterhalten.

Eine Weile gingen sie schweigend durch den nur noch schwach von der Untergehenden Sonne erleuchteten Wald. Hier und da hob Alexis ein Stück Holz auf.

Letztlich sprach er seine Gedanken und Zweifel  einfach direkt aus. Wen sie sich dadurch angegriffen fühlte war ihm das egal. Er musste sich nicht mit ihr anfreunden nur die Grenzen klar machen.

,, Ihr seit eine Magierin und ein Mitglied des grauen Ordens. Stört es euch eigentlich nicht das der Orden Jagd auf Magier macht ?“

,, Der Orden hat seit mehr als 20 Jahren keine Magier mehr verfolgt.“ ,antwortete sie abweisend.

,, Ja natürlich. Der Orden hat sich geändert meint ihr ? Wie kommt jemand überhaupt dazu sich einer solchen Organisation anzuschließen ? Grade ihr müsstet doch wissen was es heißt gejagt zu werden. Möglicherweise wurde der Orden gezwungen seine Jagd einzustellen und sich eine neue Aufgabe zu suchen aber glaubt mir ich habe gesehen zu was ihr fähig seit wenn man euch lässt.“

Statt zu antworten schwieg die Tabajaxie immer noch. Alexis störte sich nicht daran. Er im Gegenteil.

,, Wisst ihr wie das ist  ? Verfolgt zu werden ? Wisst ihr wer es war den die Ordensritter , was für eine Anmaßender Titel , vor 20 Jahren als letzten Magier zur Strecke brachten ?“

Die letzten Worte schrie er fast. Er hatte all dies viel zu lange mit sich herumgetragen fast sein ganzes leben.

,, Der letzte Magier den der Orden zu Fall brachte war ein Mann Namens Hielo de Fugo.

Ein Schwarzmagier der sich der Seelenmagie verschrieben hatte und die Seelen der Verstorbenen als Rohmaterial für seine Zauber nutzte. Ihr könnt dem Orden alles vorwerfen aber einen Seelenmagier zu töten ist kein Verbrechen.“ , erwiderte sei im selben Nüchternen Ton. Ein simples aufzählen von Fakten.

Alexis wurde durch diese passiven Antworten nur noch wütender.

,, Wisst ihr überhaupt wer dieser Mann war ? Hieleo de Fugo war mein Vater ihr verblendetes...“
Jetzt war es Fylla die wütend war. Sie hatte genug sich von diesem.. Kind .. vorwürfe für Dinge machen zu lassen die sie weder getan hatte noch je tun würde.

,, Nun dann Alexis de Fugo werde ich euch jetzt etwas erklären und ich werde es euch nur einmal sagen. Ja ich weiß durchaus was es heißt verfolgt zu werden.“ Ihre Stimme wurde leiser.

,, Ich hatte zufällig nicht das Glück hinter den Mauern der Archive oder einer anderen Magierakademie aufzuwachsen. Habt ihr eine Ahnung wie Menschen auf Magier reagiere können ? Besonders wenn diese Magier auch noch Tabajaxie sind ? Meine Familie wurde getötet.. wegen mir. Der Orden hat mir eine Zuflucht gegeben ein Zuhause. Und jetzt sagt mir noch mal ich wüsste nicht was ihr meint durchgemacht zu haben. Immerhin wurdet ihr nie selbst verfolgt. Einfach aus dem Grund das ihr lebt.“

Alexis blieb stehen. Seine Ganze Wut war verraucht. Zurück blieb nichts außer.. Asche. Und ein Schaler Geschmack auf der Zunge.

,, Und trotzdem helfe ich euch . Ich riskiere vielleicht mein Leben um euch in das Lager der Hostis zu bringen. Und was kriege ich zu hören ? Vorwürfe !“

Sie hatte sich weggedreht und er konnte wetten das ,hätte sie sich umgedreht, er tränen in ihren Augen gesehen hätte.

Alexis zögerte einen Moment. Wie kam es nur das er sich plötzlich Schuldig fühlte ? Aber er konnte nichts dagegen tun.

,, Es tut mir leid.“ , sagte er schließlich nur.

,, Natürlich. Hinterher immer.“ Sagte sie mit zitternder Stimme. Dann  schwiegen beide einen Moment. ,, können wir und darauf einigen das wir beide noch mal von vorne Anfangen ? Das wird alles schon kompliziert genug ohne das wir zwei Feinde werden.“ , schlug sie schließlich mit der gewohnt monotonen, nüchternen Stimme vor.

Alexis zögerte keinen Moment. ,, Einverstanden.“ , sagte er und hob ein letztes Stück Holz auf. ,, Würdet ihr mir nur noch eine Frage beantworten ?“

,, Wenn wir uns dann nicht gleich wieder gegenseitig anschreien.“ , meinte Fylla.

,, Ich habe noch nie gesehen das jemand mit zwei Waffen gleichzeitig kämpft.“ , sagte er.

,, Es ist auch keine Kampftechnik die der Bund oder der Orden lehrt. Der Kampf mit zwei Waffen wird von den Hostis als Höchste Form der Kampfkunst angesehen. Mit einem Schwert kann jeder kämpfen. Mit zwei gleichzeitig jedoch.. nun ohne Training verletzt man sich bestenfalls nicht selbst. Man muss wissen was die eine Hand tut während die andere Beschäftigt ist. Aber es bietet auch ungeahnte Vorteile.“

,, Welche zum Beispiel ?“ , fragte er neugierig.

,, Ihr seit ja fast genau so schlimm wie der andere.“ , erwiderte sie fast resigniert.

Dann jedoch beantwortete sie seine Frage. ,, Ihr könnt zum Beispiel den Schlag eines Gegners

Abwehren du ihn gleichzeitig angreifen. Damit kann man einen Kampf sehr schnell beenden.“

,, Wirklich interessant. Die Technik kommt also von den Hostis ? Und ihr habt sie dort gelernt ?“ , sagte er nur froh das Gespräch endlich auf ein neues Thema gebracht zu haben.

,, Wenn man sich erfolgreich irgendwo einschleichen will muss man wissen wie andere denken. Man muss sich in eine andere Kultur oder sei es auch nur eine andere Weltanschauung hineindenken können. Und auch Verständnis dafür aufbringen.“

,, Und dabei hilft eine Kampftechnik ?“

,, Sicher. Wie man Kämpft das bestimmt letztlich alles. Läuft man lieber weg ? Oder greift man Frontal an ? Und so handelt man auch in sämtlichen anderen Situationen. Sucht man den Konflikt oder wartet man ab und hört zu ?“

Bei diesen Worten musste er wieder an den Streit von vorher denken. Er hatte seine Meinung über den Orden ganz sicher nicht geändert , aber Fylla war sicher nicht diejenige die er dafür verantwortlich machen konnte.

 Langsam fühlte er sich wieder besser. Langsam kam das Lager in Sicht.

,, Pass lieber auf ob wir nicht stören.“ , meinte Fylla.

,, Stören ? Wen ?  , fragte Alexis mit seinen Gedanken immer noch abwesend.

,, Liron und wie heißt sie.. Adriana ?“

,,Da gibt’s nichts zu Stören. Die beiden können sich nicht leiden und zwar seit Jahren.“

Fylla erwiderte beinahe Vorwurfsvoll. , ihr würdet als Spion keine zwei Tage Überleben wenn ihr nicht mal so was bemerkt.“

,, Was Liron und Adriana ...“

,, Ich kenn die beiden seit zwei Tagen und ihr seit mehreren Jahren. Alexis ihr seit wirklich schwer von Begriff.“ , unterbrach sie ihn und ging Richtung Lager davon.

Alexis konnte ihr nur kopfschüttelnd und mit einem schwachen Grinsen auf dem Gesicht folgen.

 

Wenig später saßen alle vier an einem Feuer , das , durch einen Feuerball von Alexis entzündet , bereits hoch brannte und die Nacht in weitem Umkreis erleuchtete.

Liron hatte Adriana eine Decke um die Schultern gelegt und starrte gedankenverloren in die Flammen. Auch sonst unterhielt sich niemand.

Alexis war ab und zu einen neuen Zweig ins Feuer das daraufhin aufloderte und funken in alle Richtungen fliegen lies welche wie Sterne nach oben gewirbelt wurden.

,, Wie heißt ihr eigentlich ?“ , fragte er an Fylla gereichtet.

Die schien verwirrt zu sein. Oder tat zumindest so. Alexis der in ihrer Nähe saß  konnte sehen wie es in ihren Augen gefährlich funkelte.

,,Was ?“ , meinte sie als hätte sie die Frage nur halb gehört.

,, Die Mitglieder des Ordens erhalten doch neue Namen wenn sie beitreten. Wie lautet euer Richtiger Name ?“

Sie entspannte sich etwas. Alexis sah jetzt erst das sie eine Hand auf den Griff eines Messers gelegt hatte die sie jetzt jedoch schnell wegzog als hätte sie sich verbrannt.

,, Wenn ihr so gut über den Orden bescheit wisst dann müsstet ihr auch wissen das mein früherer Name keine Rolle mehr spielt. Mit unserem Namen legen wir auch unsere Vergangenheit ab. Wer man früher war oder getan hat zählt nicht mehr. Ob man Kaufmann , Dieb oder Magier war ist egal .Nur was man jetzt ist zählt. Es ist viel mehr als einfach ein neuer Name man lässt alles hinter sich.“

,, Ihr werdet uns euren Namen also nicht verraten ?“ , fragte Adriana.

,, Nein. Und es ist auch nicht wichtig. Ihr solltet wirklich langsam schlafen. Sonst fallt ihr Morgen noch vom Pferd.“

 

 

 

 

Kapitel 8 Das Lager

 

 

Am dritten Tag der Reise kam das Lager in sicht. Möglicherweise war Kleinstadt auch der bessere Begriff dafür.

Als sie die Kuppe eines kleinen Hügels erklommen hatten konnte Liron zum ersten mal in seinem Leben das Meere sehen das gegen die Steilküste schlug. Und vor dem Meer breitete sich auf einer Ebene das Lager aus. Dieses Bestand nicht etwa wie er angenommen hatte aus Zelten oder ähnlichen sondern war grosteilig aus holz errichtet worden. In der Nähe konnte er eine Fläche mit Baumstümpfen erkennen. Der Wald der dort einst gestanden hatte , musste wohl als Baumaterial hergehalten haben. Für das Lager sowie auch für den hölzernen Zaun der es umgab.

An der Küste umgeben von den provisorischen Hütten lag von einer Mauer umgeben ein kleiner Hafen mit einigen Gebäuden. Liron bezweifelte das der Hafen von den Hostis gebaut worden war. Sie hatten ihn vermutlich einfach nur übernommen. In der kleinen bucht des Hafens lagen mehrere Schiffe und einige Arbeiter waren dabei Vorräte zu verladen.

Offenbar war dort irgendetwas in Planung.

Langsam ritten sie den Hügel hinab und näherem sich einem der Zugänge in das inner  der Zeltstadt unter ihnen.

 

Am Tor hielt sie ein Mann an der dort mit drei weiteren Wache stand. Er löste sich aus der Gruppe und trat Liron und den anderen in den Weg.

Offenbar erkannte er Fylla den seine Gesichtszüge hellten sich etwas auf als er näher kam.

,, Fylla ihr wart ein paar Tage weg. Und wen habt ihr dort mitgebracht ?“ , fragte er als sein blick auf die anderen drei fiel.

,, Einige Freiwillige Kaspian. Ich hoffe das macht keine Probleme ?“

,, Nicht wirklich. Aber Sendor hat einige neue Regeln aufgestellt.“

Fylla schüttelte den Kopf und lächelte on gespielt oder nicht konnte Liron jedoch nicht sagen.

,, Seine Paranoia wird ihn noch mal in den Wahnsinn treiben. Was ist passiert ? Ist ihm eine schwarze Katze über den Weg gelaufen ?“

,, Du solltest darüber keine Witze machen. Wir haben einen Spähtrupp verloren der sich direkt hier beim Lager aufhielt Einfach so. An einem Tag noch da und am nächsten.. nichts. Das hat hier alle sehr beunruhigt . Manche vermuten gar einen Spion unter uns.“

Fylla lies sich nicht anmerken das sie die Nachricht beunruhigte. Liron hingegen musste sofort an die Männer denken die Fylla verfolgt hatten und konnte nur hoffen das man ihm nichts ansah.

,, Also dann können wir durch ?“

,, Ihr solltet euch nur bei Sendor melden. Er möchte sich jetzt einige Neulinge selbst ansehen.“ , antwortete der Wachmann.

 

Nachdem sie die Tore durchquert hatten und die Pferde dort hatten zurücklassen müssen , mehr aus praktischen Gründen als aus Sicherheit denn in den Gassen die das Lager durchzogen konnte man sich schon so kaum bewegen , fragte Liron : ,, Haben wir ein Problem ?“

,, Ich denke nicht. Solange wir uns einfach normal verhalten.“

,, Ich hoffe nur das geht gut.“ , meinte Adriana während Fylla sie durch das Gewirr der Zelte und Verschläge in Richtung des Hafens führte. Dort wo sich die Wege kreuzten entstanden kleine Plätze an denen sich die Leute trafen und unterhielten. Manch einer hatte auch Stühle aufgestellt oder einen Tisch an dem Gewürfelt wurde. Einige der Gestalten die sich dort versammelten waren Menschen , andere Tabajaxie die sich der Arme angeschlossen hatten und immer wieder erhaschte Liron einen Blick  auf große grünhäutige Gestalten die sich zwischen die anderen Mischten.

Er hatte noch nie einen Ork aus der nähe gesehen und hatte es eigentlich nicht vorgehabt. Den Berichten zufolge war das der beste Weg ein schnelles Ende zu finden. Allerdings stellten diese Geschichten sie auch als beinahe hirnlose Monster da. Was hier ganz sicher nicht der Fall war. Auch wenn ihr aussehen durchaus fürchteinflößend war und er sich hüten würde einen von ihnen irgendwie zu provozieren verhielten sie sich wie alle anderen, nahmen zivilisiert und durchaus geschickt an den Würfel und Kartenspielen teil und unterhielten sich , wenn auch bevorzugt mit ihren eigenen Leuten.

 

 

Als sie das Gebiet des Hafens erreichten führte Fylla sie bis vor ein bewachtes Holzgebäude mit zwei Stockwerken.

Der Wächter nickte ihnen ur kurz zu und trat dann beiseite.

Das innere des Hauses wurde von Fackeln erleuchtet. In der Mitte des ersten Raums stand ein gewaltiger Tisch mit Karten. Allerdings erkannte Liron keine der abgebildeten Gebiete , nicht einmal die Städtenamen.

An dem Tisch standen mehrere Männer die sich bei ihrem Eintreten umdrehten.

,, Fylla schön euch wiederzusehen. Wir dachten schon euch sei es wie einigen unserer Späher ergangen.“ , sagte einer von ihnen.

,, Mich werdet ihr nicht  so schnell los.“ , antwortete sei. ,, Wo ist Sendor ? Ich hab gehört er will neuerdings die Neuankömmlinge selbst überprüfen ?“

,, Richtig. Manchmal kann selbst ich seine Vorsicht nicht mehr verstehen. Er ist vor einer Weile in Richtung Arena gegangen. Vermutlich findet ihr ihn beim Training.“ , antwortete ein anderer Mann über dessen bärtiges Gesicht sich eine Narbe zog. Was immer diese Wunde verursacht hatte er hatte vermutlich glück noch am Leben zu sein.

,, Arena ?“ , fragte Alexis nachdem sie das Holzhaus wieder verlassen hatten.

,, Ja. Eine Art Übungsplatz für die Kämpfer hier. Eigentlich nicht mehr als ein Umzäuntes Stück Erde.“ , sagte Fylla die sie grade eine kleine Anhöhe heraufführte. Auf der Höhe gab es einen großen umzäunten Platz und als sie sich näherten konnte Liron dort einen Mann erkennen der einen Stab in der Hand hielt.. Einen Mann den Liron wiedererkannte. Er hatte ihn gesehen als sein Dorf angegriffen wurde. Wenigstens hatte er jetzt zumindest eine Antwort auf die Frage wer dafür verantwortlich war.

Wieder fühlte er das unvertraute Gefühl der Wut in sich aufsteigen versuchte aber sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Seine Hand schloss sich um den griff des Schwerts das Zemas ihm gegeben hatte. Sollte der Mann auch ihn wiedererkennen wäre vermutlich alles vorbei.

Um den Mann herum, bei dem es sich wohl um Sendor handeln musste , standen drei weitere bewaffnet mit Kampfstäben.

,, Das wird interessant.“ , sagte Fylla nur als sie Alexis fragenden Blick bemerkte.

Liron trat zusammen mit den anderen ein paar Schritte näher an die Umzäunung heran.

In genau diesem Moment  griffen die drei Männer im Ring Sendor an.

Liron konnte den Bewegungen kaum folgen. Hätte er raten müssen wäre er davon ausgegangen das die drei mit dem einzelnen Kämpfer leichtes Spiel haben würden. Doch das Gegenteil war der Fall.

 Die Angriffe der drei liefen ins leere und schon bald fand sich der erste auf dem Boden liegend wieder als Sendor ihm einen Schlag gegen das Knie versetzte.

Die anderen Beiden erlitten ein ähnliches Schicksal als sie versuchten ihn gleichzeitig anzugreifen. Wieder hätte Liron damit gerechnet das der Kampf nun zu Ende wäre doch stattdessen trat Sendor einen schritt zurück und fegte mit seiner Waffe den Angreifern die Beine weg.

 

Danach wendete er sich den Neuankömmlingen zu während sich seine drei Gegner langsam wieder aufrichtete und sich aufgrund ihrer Verletzungen gezwungen langsam aus dem Ring entfernten.

,, Fylla. Man hat mir schon gesagt das ihr wieder da seit. Und wer ist das ?“ , meinte er al seine grauen Augen die drei Gestalten hinter ihr entdeckten. Liron hatte das Gefühl als würde ihn der Blick des Mannes durchbohren.

 

Sendor wusste nicht was er davon halten sollte. Das gleiche Gefühl wie das welches ihn zu einem kleinen Dorf geführt hatte. Das gleiche seltsame Gefühl etwas wiederzuerkennen. Der Splitter in dem Amulett um seinen Hals schien schwer er zu werden. Sein blick wanderte über die drei Begleiter Fyllas und er überhörte vollkommen wie die Tabajaxie ihm die drei vorstellte.

Er suchte etwas wusste aber noch nicht was. Dann sah er es. Einer der drei , ein Mann mit schwarze Haaren trug ein Amulett mit einem grünen Kristall. An dem ein Stück abgesplittert war. Ein Stück das in etwa die Form des Splitters haben musste den er selbst trug.

Es war Jahre her das er überhaupt das letzte mal daran gedacht hatte. Bevor sie überhaupt hier hergekommen waren , lange bevor es überhaupt nötig gewesen war.

Ein stürmischer Tag. Am Strand war ein boot angetrieben worden und wegen des Wetters war er der einzige weit und breit. Vorsichtig um auf den Nassen Felsen nicht auszurutschen kletterte er bis zu dem gestrandeten Boot, eigentlich war es nicht mehr als eine Nussschale aus ein paar Morschen Holzbrettern , hinab.

Im Boot selbst befand sich nichts außer einem in ein Stück Pergament eingeschlagenen Gegenstand.

Es war ein Kristallsplitter der beinahe die Farbe des Meeres hatte das ihn ans Ufer gespült hatte. Auf dem Stück Pergament hingegen befand sich nur eine Zeichnung. Ein Symbol das er erst Jahre später wiedersehen sollte. Am Strand einer neuen Welt. Aber damals konnte noch niemand etwas von dem drohenden Untergang ahnen.

 

,, Alles in Ordnung bei Euch?“ , schreckte ihn eine stimme aus seinen  Erinnerungen auf.

Die Frau unter den Neuen hatte ihn angesprochen. Wie hieß sie noch ? Er hatte nicht richtig zugehört. Adriana glaubte er sich zu erinnern.

,, Natürlich. Also  den Zauberer können wir auf jeden Fall gebrauchen. Aber wie sieht es mit euch aus ?“ , fragte er an den Mann mit dem Amulett gerichtet.

,, Könnt ihr kämpfen Liron ?“

,, Ich denke schon.“ , antwortete der. Was ging her vor sich ?

,, Ihr denkt ? Nun finden wir es heraus.“ , erwiderte Sendor und hob einen der Kampfstäbe die noch im Ring verteilt lagen auf und reichte die Waffe an Liron weiter.

,, Hoffentlich geht das gut.“ , hörte er Adriana hinter sich flüstern. Genau das hatte er auch grade Gedacht.

 

Der erste Angriff überraschte ihn vollkommen und er hatte Mühe die Schläge mit der ungewohnten Waffe abzuwehren. Eigentlich wäre für ihn jede Waffe ungewohnt. Das einzige womit er umgehen konnte war ein Bogen.

Aber langsam gewöhnte er sich an das Gewicht des Stabs. Grade jedoch als er dachte sich damit zumindest Verteidigen zu können machte Sendor einen Ausfallschritt der ihn Zwang zurückzuweichen. Und eher er überhaupt wusste was vor sich ging wurde ihm auch schon die Waffe aus der Hand geschlagen.

Der Kampf hatte nur wenige Sekunden gedauert.

,, Für einen Anfänger nicht schlecht. Aber von einem Schlachtfeld hältst du dich besser noch eine ganze Weile fern.“ , sagte Sendor nachdem er Liron die Waffe zurückgegeben hatte.

,, Geht. Fragt einen der Quartiermeister nach einem Schlafplatz. Fylla ihr bleibt noch kurz.“

Liron war überrascht wie bereitwillig der Mann sie einfach aufnahm und gleich darauf behandelte wie vermutlich auch den Rest seiner Leute. Er kommandierte sie herum. Und Liron konnte es ihm nicht mal übel nehmen.

Er warf einen kurzen blick in Richtung Fylla die ihm und den anderen unauffällig zunickte.

Es war momentan wohl besser einfach zu machen was einem gesagt wurde.

 

Nachdem die drei verschwunden oder zumindest außer hörweite waren fragte Fylla : ,, Wieso sollte ich bleiben ?“

,, Aus mehreren Gründen. Ihr habt sicher schon von den verschwundenen Spähern gehört. Für mich gibt es nur die Erklärung das wir einen Spion unter uns haben. Vielleicht auch mehrere wer weiß ? Ich will das ihr die Augen offen haltet.“ , antwortete er ernst.

,, Und dann ist da noch die Sache mit der Flotte. Bereist vor einer Woche hätten wir die letzten Schiffe erwartet. Mit dem Großteil unserer Truppen.“

Sie musste sich Mühe geben nicht entsetzt runter auf das Lager zu sehen. Wenn das nicht einmal der Großteil der Armee war...

,, Die Schiffe sind nicht angekommen. Ich will selbst mit einigen Schiffen zurück und nachsehen was geschehen ist. Und dafür brauche ich die Besten. Jeder Offizier hat die Aufgabe Zehn seiner Besten auszusuchen . Ich will das ihr das selbe mit den neuen Rekruten tut. Zehn der besten Kämpfer die ihr finden könnt.“

,, Ist das alles ?“ , fragte sie noch nach und versuchte wie vorher ihr entsetzten sich jetzt ihre Aufregung nicht anmerken zu lassen. Endlich würden sie erfahren woher die Hostis kamen. Und was sie letztlich hier hertrieb den was das Betraf gaben sich die Fremden meist eher schweigsam. Entweder als dürften oder wollten sie nicht darüber reden.

,, Eine Kleinigkeit vielleicht noch. Dieser Junge.. wie hieß er.. Liron ? Sorgt dafür da er Fähig genug wird das wir ihn mitnehmen können.“

 

 

 

Kapitel 9 Schlüssel

 

 

Als sie die Anhöhe wieder herunterkamen auf  der Sendor und Fylla zurückgeblieben waren traute Liron seinen Augen nicht.

Er hatte nicht damit gerechnet den alten Mann noch mal wiederzusehen.

Eine Reihe von Arbeitern war im Hafen dabei Schiffe  zu beladen . Bewacht von einigen eher gelangweilt aussehenden Soldaten. Und unter diesen Arbeiter ,bei denen es sich um Sklaven handeln musste, war Ragnar. Liron wusste das er sich nicht getäuscht hatte.

,, Wartet kurz hier.“ , sagte er zu Alexis und Adriana und ging langsam in Richtung der Schiffe davon.

,, Hast du eine Ahnung was er vorhat ?“ , fragte Alexis

Doch Adriana konnte nur mit den Schultern zucken.

 

Vorsichtig näherte er sich dem Tross der Gefangenen die Kisten und Gegenstände an Bord der im Hafen liegenden Schiffe brachten oder holten.

Der Großteil der Sklaven machte nicht den Eindruck einfach Gefangen worden zu sein. Es waren größtenteils kräftige Menschen und manchen waren verwundet.

Möglicherweise Kriegsgefangene ?

Er wartete bis er Ragnar wieder in der Gruppe der Arbeiter sehen konnte als er vom Schiff zurückkam. Jetzt musste er ihn nur noch irgendwie auf sich aufmerksam machen.

Langsam ging er an der Reihe der Sklaven vorbei und versuchte dabei langsamer zu sein als sie. Als Ragnar zu ihm aufgeschlossen hatte beschleunigte er seine Schritte wieder um mit ihm auf einer Höhe zu bleiben.

,, Nicht hersehen.“ , flüsterte er ihm zu.

Ragnar musste ihm an seiner Stimme erkannt haben. ,, Liron ? Was machst du denn hier ?“

,, Das frage ich mich auch mittlerweile.“

Langsam wurde es gefährlich. Einige andere Arbeiter beäugten sie schon misstrauisch.

,, Tu die selbst einen gefallen und verschwinden wieder.“

,, Ich denke das dürfte Schwierig werden. Ich bin sozusagen rekrutiert.“

 

Als er vom Hafen zurückkam warteten dort noch immer Adriana und Alexis. Auch Fylla war mittlerweile wider zu ihnen gestoßen.

,, Was soll das bedeuten ihr sollt Zehn Leute aussuchen ?“ , fragte Alexis.

,, Das wird kein Problem. Einen Magier kann man immer gebrauchen. Das fällt nicht weiter auf wenn das ausgerechnet ihr seit. Und Adriana.“  Meinte sie mit nicht wenig Humor in der Stimme . ,, Bei so einer Reise eine Frau dabei zu haben ist sicher nicht verkehrt.“

Adriana verstand die Anspielung lies sich aber so einfach nicht unterkriegen. ,, Seit ihr so an dem Posten hängensgeblieben ?“ , fragte sie.

,, Da habt ihr die Wahrheit zum Glück um ein gutes Stück verfehlt. Da würde ich ja alle Selbstachtung verlieren die ich noch habe.“ Sie wurde wieder ernst. ,, Wobei euch beide mitzunehmen das geringste Problem werden dürfte. Aber aus irgendeinem Grund scheint Sendor zu wollen dass....“

Liron platzte in das Gespräch. ,, Ich habe Ragnar gefunden.“ , sagte er.

,, Ich dachte der ist Tod.“ , erwiderte Alexis.

,, Offenbar doch nicht.“

Fylla unterbrach sie. ,, Ragnar ? Wer ist das ?“

,, Ein Freund von mir. Ich bin bei ihm aufgewachsen. Bei dem Überfall auf mein Dorf hat er sich den Hostis in den Weg gestellt.“ , erklärte Liron

,, Das erklärt dann wohl warum er noch lebt.“

,, Wieso erklärt es das ? Bei einem Angriff werden normalerweise alle bewaffneten Kämpfer getötet und der Rest gefangen genommen oder laufen gelassen. Kommt wohl immer auf die Laune des jeweiligen Feldherrn an.“ , meinte Adriana skeptisch.

,, Nun die Hostis haben da ihre eigenen Vorstellungen. Wer nicht bereit ist um sein Leben zu kämpfen hat es sich nicht auch verdient und sei es nur als Sklave.“

,, Das  bedeutet diejenigen die sich ergeben...“

,, Sterben.“ , beendete Fylla den Satz.

,, Das erscheint mir recht grausam. Und unnötig.“ , sagte Alexis. ,, Ich meine wieso ?“

,, Das bedeutet dann wohl das jeder aus meinem Dorf...“ Liron beendete den Satz nicht. ,, Aber wenigstens  Ragnar können wir retten. Fylla ? Wo werden die Sklaven untergebracht ?“

Das war Verrückt. Was dieser Mann da Vorschlug war vollkommen Verrückt. Eine Sklavenbefreiung mitten im Lager der Hostis ? Ohne dabei erwischt zu werden ? Fast unmöglich. Aber wie es aussah brauchte sie Liron und sie konnte ihn schlecht einfach in seinen Tod laufen lassen. Eine Hand wäscht die andere.

,, Hör mir zu. Die Sklavenquartiere werden gut bewacht und sind verschlossen. Da kommst du nicht so ohne weiteres rein.“ , sagte sie.

Liron drehte sich zu ihr um. ,, Ich vermute mal es gibt ein aber ?“

,, Ein aber das ich an eine Bedingung knüpfen muss.“

,, Und das wäre ?“ , fragte er.

,, Sendor plant etwas. Eine Reise zurück in die Heimat der Hostis. Zusammen mit einigen der besten Kämpfer. Aber aus irgend einem Grund will er auch dich dabei haben. Möglicht mit etwas Kampftraining.“

Liron war beunruhigt. ,, Wenn das wirklich nur eine Reise wäre...“

,, Das ist der Punkt der mir am meisten Sorgen macht. Wenn man eine einfache Reise macht nimmt man nicht seine besten Kämpfer mit. Ich glaube fast er selbst fürchtet sich davor.“

,, Aber vor was ?“ , fragte Adriana.

,, Vor was auch immer sie hierher geflohen sind.“ , beendete Fylla den Satz.

,, Geflohen ?“ , erwiderte Alexis verwirrt.

,, Seht ihr im Gegensatz zu den meisten glaube ich nicht das uns die Hostis und die Ork-Stämme einfach so angreifen. Sie sind hierher geflüchtet. Panisch. Und vor was auch immer sie geflohen sind, eine Streitmacht doppelt so stark wie das gesamte Heer des Bundes , ich will ihm ganz sicher nicht begegnen. Zumindest nicht ohne bestmöglich vorbereitet zu sein.

Also sind wir uns einig ?“

,, Ihr handelt mit mir um ein Menschenleben ?“ , fragte Liron . Seine Stimme klang fast entsetzt.

,, Alles im Leben hat nun mal einen Preis.“ , antwortete sie.

,, Ich hätte es mir denken können. Was glaubt ihr eigentlich wer ihr seid ?“ Lirons Stimme klang nicht mehr wütend. Eher... abwertend. Verachtend. Der Gedanke das man für die Rettung eines Lebens Forderungen stellte , auch wen er darauf eingehen würde , war ihm mehr als nur zuwider. Für ihn war es fast unvorstellbar.

,, Im Moment die Einzige die euch helfen kann.“ , antwortete sie auf seine letzte Frage. Was dachte dieser Mensch eigentlich wer er wahr. Hier ? Nichts. Und das würde er auch bleiben wenn er sich nicht endlich von seinem Idealismus trennte.

,, Ihr helft mir Ragnar zu befreien und ich begleite euch auf etwas das geradezu nach Selbstmord schreit ?“

,, So extrem hätte ich das zwar nicht formuliert aber ja.“ Fylla lächelte wieder , es war allerdings kein fröhliches Lächeln. Sie wusste das sie gewonnen hatte. Der Gedanke mochte ihm nicht gefallen aber...Er war eben ein Idealist, dachte sie.

,, Nun gut. Ich bin dabei. “ Und als sie sich den anderen Zuwendende hörte sie noch ein Geflüstertes : ,, Diesmal.“ Also ob es ein nächstes mal geben würde...

 

 

 

 

 

 

 

 

,, Und die Schlüssel sind da drin ?“ , fragte Liron und nickte in Richtung des niedrigen Holzbaus.

,, Soweit ich weiß ja. Sollten sie zumindest.“ , antwortete Fylla.

Es war mittlerweile fast dunkel. Fackeln von denen Funken und stechender Qual aufstiegen erhellten das Lager und die Umgebung genau wie den Weg der zum Schuppen führte.

,, Und ihr bekommt denn da raus ?“ , fragte Alexis.

,, Wir werden sehen.“ , antwortete sie dem Magier halb lachend. Ungewöhnlich für sie. Möglicherweise hatte sie zu lange allein gearbeitet. Es tat gut sich wieder mit Leuten unterhalten zu können die einen nicht töten würden wenn sie wüssten wer man wirklich wahr.

Sie schüttelte den Gedanken ab. Es gab momentan wichtigeres. Und sie konnte es sich ganz sicher nicht erlauben das aus diesen drei hier noch so etwas wie Freunde wurden. Auch wenn der Streit mit Liron da sicher sein übriges tun würde das zu verhindern.

,, Wartet hier.“ , sagte sie während sie sich auf den Weg in Richtung des Gebäudes machte.

 

Drinnen saß an einem grob gezimmerten Holztisch eine einzelne Frau. Das war soweit nichts ungewöhnliches. Viele von ihnen halfen vor allem bei den Organisatorischen arbeiten und viele Hostis lebten mit ihren gesamten Familien in den einfachen Baracken des Heerlagers.

Auch gab es , allerdings weitaus seltener,  einige Kriegerinnen unter den Frauen.

In diesem Fall aber war das es ein Problem. Fylla hatte eigentlich gehofft das kleine Verwaltungsgebäude leer vorzufinden.

Verschiedene Schriftstücke waren , teilweise recht achtlos , in einige Holzregale gestapelt und an einer Reihe von Haken hinter dem Holztisch hingen mehrere Schlüssel.

Und einer davon war der für die Sklavenquartiere.

,, Suchen sie etwas ?“ , fragte sie.

Möglicherweise konnte Fylla sie lange genug ablenken um den Schlüssel zu stehlen.

,, Ja... Sendor hat erwähnt das eine Gruppe Späher verschwunden sei. Ich möchte Wissen wer genau.“

Die Frau stand auf und ging zu dem Regal mit den Papieren herüber. Auch wenn das ganze ungeordnet war die Hostis legten Wert auf Aufzeichnungen und Dokumentation. Ein Umstand den sich Fylla nun zu nutze machen konnte.

Vorsichtig und sich immer wieder vergewissernd das die Frau sich nicht plötzlich umdrehte tastete sie an der Wand nach dem Schlüssel. Sie musste sich beeilen.

Welcher war es ? Mehrere mitnehmen kam nicht in Frage also welcher ?

Egal. Sie ließ einen der Schlüssel in ihrer Tasche verschwinden.

Grade noch rechtzeitig denn soeben drehte sich die Frau wieder um und kam mit einem Stapel Pergamente zurück an den Tisch.

,, Das ist alles was wir über die Vermissten haben.... Interessant.“ Sie stockte kurz als sie die Papiere überflog. ,, Offenbar ist ein Zauberer bei ihnen gewesen habt ihr das gewusst ? Was könnte einem Zauberer gefährlich werden ?“

Wieder musste Fylla ein Lachen unterdrücken. Sie kannte die Antwort. Die überraschend Faust eines Menschen der nicht mal wusste wie man ein Schwert hält. Und gleichzeitig machte sie die Erinnerung an den Zauberer in der Gasse nachdenklich. Wenn Liron nicht zufällig da gewesen währe hätte das durchaus ihr Ende sein können.

Möglicherweise.. Schuldete sie ihm etwas ? Der Gedanke war so lächerlich das sie diesmal wirklich lachen musste und die merkwürdigen Blicke der Frau am Tisch ignorierte während sie sich einen Weg zur Tür suchte.

Jetzt mussten sie nur noch zu den Sklavenquartieren . Sie hoffte das sie den richtigen Schlüssel erwischt hatte.

 

Die Sklavenbaracken bestanden aus mehreren  in einem abgelegenen Teil des Lagers gelegenen langen Holzbauten deren Fenster ,weithin sichtbar , mit Gittern gesichert waren.

War der Rest des Lagers von Fackeln oder im Falle des Hafens sogar von magischen Leuchten erhellt war es hier bis auf das Licht einiger Öllampen fast dunkel. Einige wenige Wachen , die jedoch viel zu verstreut waren um die kleine Gruppe zu bemerken ,standen herum oder liefen ziellos umher.

Liron schlich mit den anderen hinter sich bis zur Tür der ersten Baracke.

,, Verdammt ich sehe überhaupt nichts.“ , meinte er. Im Schatten des mit einem Schloss gesicherten Eingangs war es Stockdunkel

Ein silbriges Licht durchbrach plötzlich die Dunkelheit. Über Fyllas Handfläche schwebte eine kleine leuchtende Kugel. Alexis hatte offenbar die selbe Idee gehabt. Über seiner Handfläche kreiste eine blau leuchtende Kugel auf der ab und zu Rote Lichtpunkte aufblitzten.

Liron fragte sich was die unterschiedlichen Farben eines Manierlichts wohl zu bedeuten hatten , oder ob sie überhaupt etwas bedeuteten. Er würde Alexis später danach fragen müssen. Momentan konzentrierte er sich ganz auf das Schloss. Der Schlüssel den Fylla ihm gegeben hatte passte nicht.

,,Was ist los ?“ , fragte Adriana.

,,Falscher Schlüssel.“ , antwortete er nur.

Alexis schubste ihn sanft zur Seite. ,, Das wird gleich ziemlich laut. Wir müssen schnell sein.“ , sagte er.

Fylla die bereist eine Ahnung davon hatte was der Magier plante trat einige Schritte zurück. Kurz darauf folgten auch Adriana und Liron.

Alexis sah durch einen Türspalt ins innere des Schuppens. Mittlerweile waren die meisten der eingeschlossenen Sklaven wach. Gut. Sie würden gleich sehr schnell sein müssen.

,, Weg von der Tür.“ Rief er . Alexis wartete nicht ab ob man ihn gehört hatte.

Mit einem Ohrenbetaübenden Krachen zersplitterte die Tür unter einer Magischen Druckwelle. Holzsplitter wirbelten einen Moment durch die Luft,

Als sich der Staub verzog stürmten bereits die ersten Sklaven ins freie. Diese unverhoffte Gelegenheit auf Flucht wollte sich keiner von ihnen entgehen lassen.

Liron sah sich in dem Strom der flüchtenden Menschen und Tabajaxie nach Ragnar um. Irgendwo musste er sein...

,, Ich vermute mal das ist eine von deinen Ideen gewesen ?“ , hörte er eine Stimme hinter sich.

Ragnar hatte ihn zuerst gefunden.

,, Hör zu uns bleibt nicht viel Zeit dann wird es hier vor Wachen wimmeln. Du musst hier weg.“

Der alte Krieger nickte. ,, Kommst du nicht mit ?“

Liron sah in die Richtung wo immer noch Adriana , Fylla und Alexis standen.

,, Ich habe hier noch etwas zu erledigen. Wohin wirst du gehen ?“

,, Von unserem Dorf ist nichts mehr übrig. Ich werde wohl nach Licentia gehen. Möglicherweise kann ich dort ja etwas ausrichten.“

,, Grüß Zemas von mir.“ , verabschiedete sich Liron von dem Alten. Mittlerweile stürmten bereits die ersten Wachen in Richtung der Baracken. Es blieb keine Zeit mehr.

,, Versprich du mir nur das du auf dich aufpasst.“, meinte Ragnar noch als er in der Menge verschwand.

 

 

 

 

 

Kapitel 10 Unterredung

 

 

Liron wich der Klinge in letzter Sekunde aus. Er hatte eine Sekunde nicht aufgepasst und nun musste er sich mit einem Sprung nach hinten retten. Er war selber Schuld.

Er hatte seine Gegnerin zu keinem Zeitpunkt unterschätzt aber er hatte sich ablenken lassen. Jetzt zahlte er den Preis dafür.

Er schaffte es kaum die Schläge seines Gegners abzuwehren. Das Schwert das Zemas ihm gegeben hatte fühlte sich seltsam Plump in seiner Hand an. Viel zu schwer als das man vernünftig damit kämpfen könnte.

Noch eher er wieder einen sicheren Stand gefunden hatte holte sein Gegner auch schon zum nächsten Schlag aus und die Waffe wurde aus Liron Händen geschleudert. Er hörte wie das Metall irgendwo hinter ihm auf einem Stein aufschlug.

,, Wieder zu langsam.“ , sagte Fylla . ,, Hört du mir überhaupt zu wenn ich sage du sollst besser ?“

Gestern war es ihnen gelungen mit Fyllas Hilfe einige der  Sklaven der Hostis darunter Lirons Mentor und Ziehvater Ragnar , zu befreien. Letztlich hatten sie nur knapp selbst entkommen können ohne gesehen zu werden.

Liron hatte allerdings im Gegenzug versprechen müssen die Tabajaxie aufeine Expedition in die Heimat der Hostis zu begleiten. Und dafür brauchte er Kampftraining.

,, Noch mal.“

,, Ich glaube wirklich das bringt nichts. Ich habe weder die nötige Kraft noch einen Hauch von Talent.“ , meinte er selbstironisch.

Fylla hingegen nahm seine Aussage gleich Wörtlich. ,, Kraft ist gar nichts. Stärke und Fähigkeiten sind nichts. Der Wille ist entscheidend. Der Wille seinen Gegner besiegen zu wollen egal was es kostet. “

Liron hob seine Waffe wieder auf. Er fühlte sich mit dem Schwert in der Hand alles andere als Wohl. Es war als würde die Waffe ihn.. abstoßen war das dass Richtige Wort ?

Wie hatte Zemas gesagt . Er war nicht der Richtige für das Schwert. Und offenbar hatte er mehr als Recht.

Die Waffe schien einfach mit jedem Schlag unhandlicher zu werden. Schaffte er es noch mit etwas Mühe die ersten Schläge und Angriffe Fyllas abzuwehren so begann er bereist nach wenigen Minuten zu straucheln.

Fylla schien das zu bemerken. Mitten in einem Angriff hielt sie inne.

,, Das bringt so nichts. Leg das Schwert mal weg.“
Froh über die Pause lehnte Liron das Schwert an den Zaun der die Wiese umspannte auf der sie sich befanden. Alexis und Adriana standen dahinter und sahen dem eher fruchtlosen Training zu. Adriana belustigt , Alexis eher besorgt.

,, Wenn Er das nicht hinkriegt haben wir ein Problem.“ , meinte Alexis.

,, Wieso ?“ , hörte er Adriana fragen.

Den Rest des Gesprächs bekam er nicht mehr mit. Er musste sich wieder konzentrieren.

Sie waren jetzt seit Sonnenaufgang hier oben und immer noch hatte Liron fast keine Fortschritte gemacht. Unter ihnen lag einem Flickenteppich gleich das Lager der Streitmacht der Hostis. Und dahinter das Meer. Bis zum Horizont nichts als eine blaue Wüste. Er gab es nicht zu aber der Gedanke an das Meer machte ihm zu schaffen. Dahinter sollte irgendwo noch Land sein ? Er konnte es sich nicht vorstellen. Die Schiffe des Bundes blieben so weit wie möglich in Sicht der Küsten. Weiter raus hatten sich nur wenige gewagt. So wie die Flotte die der Rat losgeschickt hatte. Und die nicht zurück gekehrt war...

Er zwang seine Gedanken wieder zum Training zurückzukehren Fylla hielt ihm eines ihrer Beiden Schwerter hin. ,, Versuch es mal hiermit.“ , sagte sie.

Vorsichtig nahm er die Waffe entgegen. Die Klinge war leicht gebogen und wies keinerlei Verzierungen auf. Der Griff war aus Holz gefertigt und mit einigen Lederstreifen umwickelt worden so das die Hand nicht abrutschen konnte.

Er staunte wie leicht die Waffe war. Andererseits , dachte er ,war das aber auch vermutlich nötig. Mit zwei Waffe gleichzeitig zu kämpfen wäre sonst schwierig geworden.

Er lies das Schwert probehalber ein paar mal durch die Luft kreisen und staunte wie leicht ihm das fiel.

,, Bereit ?“ , fragte Fylla .

Er nickte nur. Diesmal ging es deutlich besser. Die ersten Schläge konnte er fast Mühelos abwehren . Und letztlich gelang es ihm sogar endlich aus der Defensive auszubrechen.

Ein einziger Fehler seitens Fylla würde genügen.

Und doch begann sie ihn zu verspotten , wollte ihn ablenken und zu einem Fehler veranlassen.

Er hörte nicht hin. Achtete nicht darauf. Sein ganzes Wesen konzentrierte sich Momentan auf das Stück geschliffenes Metall in seiner Hand.

Fylla versuchte einen Ausfallschritt zu machen und so seine Verteidigung zu umgehen. Er bemerkte die Bewegung und setzte sofort nach. Ein weit abgelegener Teil seines Verstandes fragte sich ob sie den Fehler absichtlich gemacht hatte. Diesmal war es nicht seine Waffe die aus einer Hand geschleudert wurde.

,, Nicht schlecht.“ , meinte Fylla und hob ihre Waffe wieder aus dem Gras auf. ,, Ich denke das reicht für Heute. Und ich...“ , sie zögerte einen Moment , ,, Ich denke ich muss mich wegen gestern entschuldigen. Es war falsch die Rettung dieser Leute an irgend eine Bedingung zu knüpfen.“

,, Na sieh mal einer an. Da scheint jemand doch so etwas wie ein Herz zu besitzen.“ , antwortete er nur. ,, Ich hätte euch so oder so geholfen und an der Expedition teilgenommen. Ihr hättet nur Fragen müssen.“

,, Aber woher hätte ich das Wissen können ?“

,, Ganz einfach.“ , antwortete er bitter. ,, Ich würde nie jemanden im Stich lassen.“

,,  Möglicherweise änderst du deine Meinung wenn du die Leute die du Freunde nennst etwas näher kennen lernst.“

,, Was meinst du damit ?“

,, Frag den Magier  nach seiner Vergangenheit:“

 

Bevor er etwas antworten konnte wurde die Stille von Hufgeklapper durchbrochen.

Ein einzelner Reiter kam über einem Pfad vom Lager unter ihnen zur Wiese heraufgeritten. An einem Halfter führte er ein weiteres Tier mit sich.

,, Was ist jetzt schon wieder los ?“ , fragte Fylla laut als sie , Liron , Alexis und Adriana dem Reiter entgegen gingen.

Der Mann au dem Pferd war der selbe den sie auch bei der Ankunft hier an den Toren getroffen hatten. Kaspian erinnerte sich Alexis.

Die anderen blieben etwas zurück während Fylla sich kurz mit dem Mann unterhielt.

,, Ich muss gehen. Sendor scheint sich wegen dem Ausbruch gestern Abend einige Gedanken zu machen.“

,, Haben wir ein Problem ?“ , fragte Alexis besorgt.

,, Ich hoffe nicht. Geht zurück zum Lager ich bin bald wieder da. Hoffentlich.“ , antwortete Fylla und schwang sich auf den Rücken des zweiten Pferds.

 

Während die beiden schnell den Hügel hinab verschwanden blieben Liron , Alexis und Adriana ein Stück zurück. Liron beschäftigten noch immer was Fylla gesagt hatte bevor der Bote aufgetaucht war.

Was hatte sie gemeint ? Frag den Magier  nach seiner Vergangenheit. Damit konnte sie nur Alexis meinen. Aber..  ihm wurde klar das er tatsächlich nicht viel über Alexis oder Adriana wusste. Zumindest nichts über die Zeit bevor die beiden nach Dynastes gekommen waren.

 Eigentlich wollte er niemanden misstrauen  aber... vermutlich war eh nichts dabei.

Er würde Alexis einfach Fragen und damit wäre die Sache erledigt.

,, Adriana geh doch schon mal vor.“ , sagte da plötzlich Alexis. ,, Ich will mit Liron noch kurz was besprechen.“

Fragend blickte sie in Richtung Liron. Der war genau so verwirrt.  Er war mindestens genau so verwirrt. Immerhin hatte er grade den selben Gedanken gehabt. Schließlich nickte Liron ihr nur kurz zu. ,, Alles in Ordnung.“ , sagte er.

Nachdem auch Adriana außer Hörweite war , fragte Alexis : ,, Also was ist los ? Irgendwas stimmt nicht mit dir.“

,, Es ist nur was haben du und Adriana eigentlich gemacht bevor du an die Akademie in Dynastes kamst ?“

Alexis schlug sich gespielt vor den Kopf. ,, Du hast mit Fylla geredet richtig ? Verdammt das nächste mal wenn ich einem Ordensagenten die Meinung sagen will halt ich besser die Klappe.“

,, Also ?“ , fragte Liron nach. Mittlerweile kamen ihm Zweifel ob er die Antwort überhaupt wissen wollte. Und er hasste sich selbst für den Gedanken. Vermutlich , überlegte er kurz , war das genau Fyllas Absicht gewesen.

Alexis schien sich einen Moment zu sammeln. ,, Nun mein Vater war ein Seelenmagier..“

Liron zuckte unwillkürlich zusammen. Er hatte die Geschichten des Krieges gegen den Seelenmagier Ruben Darelto gehört. Der Krieg der zur Gründung des Bundes geführt hatte.

Seit her gab es für die Menschen kein größeres Schreckgespenst als das der Seelenmagie.

Aber das konnte nicht alles sein.

,, Er wurde vom grauen Orden gejagt und getötet. Du kannst die vorstellen wie es ist wenn man als Magier aufwächst der möglicherweise mit Seelenmagie in Kontakt kam. Um die Aufnahme in Dynastes musste ich regelrecht Kämpfen. Niemand möchte einen vermeintlichen Seelenmagier unter sich haben.“

,, Aber du hast dich nie mit Seelenmagie beschäftigt oder ?“ , fragte Liron. Die Antwort musste einfach Nein lauten.

,, Nun.. Ich will sicher nicht lügen. Ich habe mich theoretisch damit beschäftigt . Die Möglichkeiten sind geradezu Endlos. Offenbar hat es Magier gegeben die damit sogar den Tod überwunden haben.“

,, Ja aber du weißt hoffentlich auch welchen Preis solche Zauber fordern.“

,, Nur zu gut. Aber das spielt alles keine Rolle. Es gibt nur noch ein einziges Schriftstück mit wirklich präzisen Anweisungen zur Seelenmagie und das befindet sich in Verwahrung durch den Orden. Es gibt also keine Möglichkeit mehr Seelenmagie praktisch anzuwenden.“

, meinte er fast entschuldigend. Sie waren jetzt den Lagertoren wieder sehr nahe. Adriana wartete dort bereits.

,, Eine Frage kannst du mir noch beantworten.“ , sagte Liron als Adriana sich wieder zu ihnen gesellte.

,, Ach ja und welche ?“ , fragte er nach.

,, Was hat es mit dem Magierlicht auf sich ? Mir ist aufgefallen das sich die Farbe bei allen Zauberern unterscheidet.“

,, Das.. ja das ist auch so eine Sache über die sich einige Gelehrte den Kopf zerbrochen haben. Die Farbe ist auch nicht wirklich fest. Sie kann sich ändern. Manche vertreten die Ansicht das es sich dabei , wie bei den Steinen die man in den Nördlichen Bergen der Stadt Seminium findet , um eine Art Stimmungsanzeige handelt.“ Liron kannte die Steine von denen er Sprach. Durchscheinende Kristalle die sich bei Kontakt in einer Farbe entsprechend der Stimmung des Besitzers änderten. Aber die Erklärung schien ihm reichlich schwach.

,, Und was glaubst du ?“ , fragte er nach.

,, Ich glaube das das eine ziemlich schlechte Erklärung ist. Ich denke es ist etwas vollkommen anderes.“

,, Und was ?“

,, Möglicherweise der Spiegel der Seele ? Wer weiß.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 11 Aufbruch

 

 

 

Fylla betrat den Kartenraum durch die niedrige Holztür. Kaspian wartete draußen. Was vermutlich auch besser so war , überlegte sie.

Sendor war offenbar mehr als nur wütend. Er schien besorgt.... Fylla war nun seit Jahren bei den Hostis. Doch in all dieser Zeit hatte sich Sendor niemals besorgt gezeigt. Das konnte also nichts gutes Bedeuten.

,, Wir haben wirklich ein Problem“ , begann er tatsächlich zögernd. ,, Irgendjemand hat es für eine witzige Idee gehalten all unsere Gefangenen zu befreien. Die meisten haben wir erwischt aber...“ er zuckte kurz mit den Schultern. ,, Wer immer das getan hat ist immer noch hier im Lager. Ich weiß es.“ Sendor lief durch den Raum bis zum in der Mitte aufgestellten Kartentisch.

,, Wir wollen in wenigen Tagen auslaufen und mir gefällt der Gedanke nicht möglicherweise einen Verräter mitzunehmen. Haltet die Augen offen. Hiervon hängt einfach zu viel ab...:“

,, Was erwartet ihr also ?“ , fragte sie vorsichtig.

,, Haltet einfach die Augen offen Ich weiß nicht mehr wem hier wir noch trauen können. Und schickt Kaspian rein wenn ihr geht.“

,, Natürlich.“ , antwortete sie und war erleichtert den Raum verlassen und die Tür hinter sich schließen zu können.

 

Kaspian starrte nervös an die Decke . Sendor hingegen ging mit hektischen Schritten vor ihm auf und ab.

,, Wir werden die Flotte bald losschicken. Wir müssen wissen wo unsere Truppen bleiben“ , begann er.

,, Ich habe mich entschieden selbst mit zu gehen. An dieser Expedition hängt zuviel, sollten wir scheitern.... haben wir eventuell nicht mehr genug Truppen um den Bund in die Knie zu zwingen.“

,, Und....“ , Kaspian gefiel nicht worauf das alles hinauslief.

,, Irgendjemand muss in meiner Abwesenheit das Kommando übernehmen. Ich kann momentan niemanden trauen der nicht von Anfang an dabei war. Nicht nach den Vorfällen der letzten Zeit.“

,, Und da dachtet ihr ausgerechnet an mich ?“

Sendor umrundete einmal den Kartentisch.

,, Ihr habt bei Erane gekämpft und bewiesen das ihr wisst wie man einen Kampf führt. Und außerdem hoffe ich das der Bund vor Wintereinbruch keine neuen Angriffe mehr wagt. Nicht nach dem Debakel bei der Erane-Schlacht. Ihr schafft das schon.“

 

Liron kam später als Adriana und Alexis bei den Zelten an. Er hatte Zeit zum Nachdenken gebraucht. Der Abschnitt des Lagers der den Neulingen vorbehalten war lag etwas abseits und

Zu allem Überfluss sahen alle Zelte fast gleich aus.

Mehr als einmal schon war er im Falschen gelandet. In so einem Fall war es das beste so schnell wie möglich wieder zu gehen. Es gab strikte Regeln im Bezug auf eventuellen Diebstahl. Selbst der geringste Verdacht wurde hart bestraft bis hin zu Hinrichtungen.

Hart. Aber es war nur logisch. Um in einem so großen Heerlager ein gewisses Maß an Ordnung aufrecht zu erhalten gab es keinen anderen weg.

Noch ganz in Gedanken achtete er nicht darauf  wohin ihn seine Schritte brachten.

Als er einen Zelteingang betrat wusste er allerdings sofort das er im falschen gelandet war.

Normalerweise hätte er nun sofort auf dem Absatz kehrt gemacht aber irgendetwas ließ ihn warten.

An einer Stuhllehne hing ein schlichter grauer Mantel wie ihn die Mitglieder des Ordens trugen , was Liron zumindest einen Anhaltspunkt gab in wessen Zelt er sich befand. Aber das war es nicht was ihn hatte zögern lassen. Es war etwas subtileres. Nicht wirklich greifbares wie das Gefühl kurz bevor ein Gewitter losbricht.

Sein Blick wanderte durch das niedrige Zelt und blieb schließlich bei einem , auf einem Tisch auf dem auch einige Karten und Bücher verstreut lagen , platzierten dunklem Holzkästchen hängen.

Er hatte gefunden was ihn so beunruhigt hatte aber.. er trat ein paar Schritte näher darauf zu blieb  bald  darauf allerdings wieder stehen.

Was immer dieses Gefühl verursachte es wurde stärker. Als würde es ihm beim näherkommen das Fleisch von den Knochen brennen und nur Asche übriglassen.

Er war sich mittlerweile sicher das es sich um Magie handelte. Das feine Prickeln als würde jemand Tausend Nadeln in seine Haut stechen war ihm schon von seiner Zeit an der Archiv-Akademie bekannt gewesen. Aber so etwas wie das hier ?

Das war als würde man sämtliche Magier des Bundes an einem Platz versammeln.

Vorsichtig trat er noch einige weitere Schritte an das Kästchen heran und legte eine Hand darauf.

Er riss sie sofort wieder weg und taumelte einige Schritte rückwärts. Sein Kopf schien explodieren zu wollen.

Bilder jagten sich in seinem Verstand abgelöst von Wortfetzen die er nicht verstand.

Mehrere Minuten stand er einfach nur da und fürchtete wahnsinnig zu werden. Kämpfte er gegen die Bilder und Stimmen in seinem kopf an bis diese wieder dorthin verschwanden wo sie hingehörten. In einen weit abgelegenen Teil seiner selbst. Einen Teil den er verleugnete zu kennen.

Langsam ganz langsam lichtete sich der Nebel über ihm wieder. Ließ wieder normales denken zu. Flaute der unsinnige Sturm von Bildern ab.

Als er sich wieder aufrichtete hörte er eine vertraute stimme hinter sich. ,, Was machst du hier drin ?“

Als er sich zu Fylla umdrehte, die offensichtlich nicht bester Laune war ,wollte er  etwas antworten, kam aber nicht dazu. Stattdessen wankte er noch ein paar Schritte vorwärts bevor alles dunkel wurde.

 

 

Erschöpft ließ Ragnar sich gegen einen Felsen sinken.

Er hatte es geschafft. Es war erst wenige Tage her das Liron ihn wie durch ein Wunder zur Flucht verholfen hatte. Zusammen mit Hunderten weiterer Sklaven. Diese waren jedoch kurze Zeit später bereits wieder gefangen worden und soweit er wusste hatte er es als einziger aus de Lager herausgeschafft.

Und nun konnte er in der Ferne bereits die Lichter der steinernen Stadt sehen. Licentia das immer noch schlagende Herz des unter den Hosti-Angriffen langsam zerfallende Bundes.

 

Manchmal begann er sich zu Fragen ob er nicht langsam zu Alt für das ganze wurde.

Die unterirdischen Tore würde er heute nicht mehr erreichen können dafür war es schon zu spät. Aber wenn er sich beeilte könnte er würde er vielleicht in einem Bauerhof im Umland der Stadt Zuflucht finden. Nach drei Tagen unter freiem Himmel hatte er keine Lust auf eine vierte.

Er zwang sich dazu wieder aufzustehen und sich weiter in Richtung der Lichter zu schleppen.

 

Am nächsten Morgen machte er sich gar nicht erst die Mühe sich von seinen Gastgebern zu verabschieden. Er hatte zwar tatsächlich einen Hof gefunden der ihn über die Nacht aufgenommen hatte aber freundlich war der Besitzer mit seiner Familie nicht gewesen.

Es sollte ihn nicht wundern. Die Welt die diese Leute seit fast 40 Jahren gekannt hatten war innerhalb einer Dekade zusammengebrochen und  die Lage würde vermutlich noch schlimmer werden bevor es besser wurde. Auch wenn Licentia weit entfernt von den wichtigsten Kriegsschauplätzen und nach wie vor fest in der Hand des Bundes war.. auch hier machte sich die Kriegsstimmung bemerkbar.

 

Die Straßen Licentias waren noch so gut wie verlassen nur vereinzelt huschten Gestalten zwischen den grauen Gebäuden hin und her . Als er den Aufgang zum Ratspalast erreichte war auch dort fast niemand. Nur einige , schweigende , Wachen standen wie aus Stein gemeißelt vor den Toren .

Er beachtete sie nicht und ging einfach direkt in den Steinbau hinein . Der Rat schuldete ihm einige Erklärungen. Vor allem wieso sie ausgerechnet Liron in das Lager der Hostis geschickt hatten. Liron war alles nur ganz sicher niemand den man guten Gewissens in Lebensgefahr schicken konnte.

Und vor allem sollte Zemas ihm erklären wie er das hatte zulassen können.

 

Nun er würde seine Antworten bekommen. Und dann... konnte der Krieg weitergehen.

 

Liron erwachte in Dunkelheit. Bilder  flackerten vor seinem geistigen Auge auf. Undeutlich. Schemenhaft. Und doch lag etwas darin das ihm Angst machte. Mit aller Macht versuchte er die Bilder zu verdrängen. Verbannte er sie zurück in seinen Verstand.

Erst dann schlug er die Augen wieder auf.

Er lag auf dem Rücken immer noch im Zelt. Allerdings sah er sich den besorgten blicken von Alexis und Adriana ausgesetzt. Fylla hingegen war nirgendwo zu sehen und .. er sah sich um... auch das Kästchen war verschwunden.

Vorsichtig setzte er sich auf.

,, Alles in Ordnung ?“ , hörte er Adrianas Stimme wie aus weiter ferne.

,, Was ist überhaupt passiert ?“ , fragte er. Er konnte sich dunkel erinnern. Er war auf diesen Holzkasten zugegangen und ab da.... nichts mehr.

,, Du bist umgekippt und warst drei Tage bewusstlos. Wir dachten schon wir müssten ohne dich los.“ , antwortete Alexis

,, Los ?“ In seinem Kopf dröhnte es noch immer als hätte jemand eine gewaltige Glocke angeschlagen.

,, Die Flotte läuft morgen aus.“ , meinte Fylla die grade durch den Zelteingang herein kam.

Liron stand nun endgültig auf und ging prüfend ein paar Schritte hin und her. Anfangs war er noch etwas wacklig auf den Beinen doch nach und nach gewöhnte er sich daran.

,, Morgen schon ?“ , fragte er.

,, Sieh es dir selbst an. Du hast ja die letzten 3 Tage verschlafen. Was ich nicht grade behaupten kann.“

 

Tatsächlich konnte Liron kaum glauben wie viele Leute sich an den Docks versammelt hatten

Körbe mit Vorräten und Waffen und vereinzelt auch Pferde wurden an Bord der mittlerweile Zehn im Hafen vertäut liegenden Schiffe gebracht.

 ,, Ich vermute mal es ist zu spät um nein zu sagen ?“ , fragte er mehr scherzhaft als das er es wirklich so gemeint hätte. Er wusste es gab kein Zurück mehr.

Irgendetwas wartete da draußen auf ihn.....

 

 

Kapitel 12 Schwarze Vögel

 

 

 

Liron musste sich kurz an der Reling abstützen. Hinter der Kolonne aus Schiffen verschwand langsam die Küste im Nebel. Vor ihnen erstreckte sich nichts als eine unendliche Wüste aus Wasser.

,, Angst ?“ , hörte er Fylla fragen. Die Tabajaxie stand einige Meter entfernt und für Liron war unvorstellbar wie sie auf dem ständig schwankenden Untergrund aus Holzdielen nicht hinfallen konnte.

,, Sicher. Ich meine... wie groß ist die Wahrscheinlichkeit das dass hier nicht schief läuft ?“

Da schaltete sich Alexis ein der bisher unbeweglich am Bug des Schiffs gestanden und aufs Meer hinausgestarrt hatte. Als wäre dort irgendetwas das nur er sehen könnte.

,, Ziemlich groß. Aber Angst ist möglicherweise alles was uns am Leben erhalten kann.“

,, Wer keine Angst hat ist entweder dumm oder wirklich verrückt.“ , meinte Adriana.

,, Letzteres,“ erwiderte Fylla und entfernte sich ein Stück weit , sofern das auf einem Schiff eben möglich war.

Die Zehn Schiffe die letztlich aufgebrochen waren wurden jeweils von einem Offizier , in diesem Fall Fylla , befehligt auf jedem Schiff befanden sich etwa Zehn ausgesuchte Kämpfer und mehrere Dutzend Arbeiter die sich um die Segel, das Steuer und die Ruder kümmerten.

Letztlich wirkten die Schiffe dank dieser minimalen Besatzung erstaunlich leer. Man wollte wohl platz haben um eventuell die vermissten Truppen an Bord zu nehmen.

Der einzige Unterschied zur Besatzung der anderen Schiffe war hier jedoch das sie sich nicht lediglich aus Hostis zusammensetzte sondern aus allen Kämpfern die sich den Armeen angeschlossen hatten. Zusammen mit Liron , Adriana und Alexis gab es noch sieben weitere mehr oder weniger Freiwillige. Darunter einen ziemlich grimmig drein sehenden Ork dem Liron lieber aus dem Weg ging ,einigen Menschen und zwei Tabajaxie-Zwillingen  die offenbar immer zusammen kämpften.

Und dann war da noch Sendor.

Liron wurde aus dem Mann nicht schlau. Sendor war der Anführer der gesamten Hosti-Armee und doch begab er sich ausgerechnet auf das Schiff auf dem ihn die größte Gefahr drohte.

Noch dazu wenn er wirklich wusste das sich irgendwo unter diesen ein Verräter befinden musste.

Legte er es vielleicht darauf an das der Spion sich zu erkennen gab und versuchte ihn auszuschalten ? So dumm wäre niemand.

Oder doch ?

Der Mann über den er nachdachte stand weniger als zwei Meter entfernt und sah ebenfalls zurück auf die sich entfernende Küste.

,, Seltsam nicht ?“ , Liron fragte sich woher Sendor gewusst hatte das er da war.

,, Was ist seltsam ?“

Sendor drehte sich um und deutete hinaus aufs Meer.

,, Man sieht es nicht . Aber irgendwo da draußen liegt meine Heimat.“

Liron konnte es nicht mit Sicherheit sagen aber lag dort nicht so etwas wie bedauern oder gar Trauer in der Stimme des Generals.

,, Es ist kaum noch etwas übrig. Die Städte im Inland fielen als erstes.“

,, Was ist mit eurer Heimat passiert ?“ , fragte Liron nach. Er war sich nicht sicher ob er die Antwort wissen wollte.

,, Ihr und auch die anderen werdet es verstehen wenn wir dort sind.“ , antwortete Sendor und machte eine Handbewegung die Liron verdeutlichte das es wohl besser war zu gehen und nicht weiter nachzufragen.

,, Und wenn ihr es versteht werdet ihr euch wünschen es nicht zu Wissen.“ , hörte er Sendor noch flüstern als er sich wieder entfernte und über eine Treppe unter Deck verschwand.

 

Das Innere des Schiffs bestand eigentlich nur aus einem länglichen Raum der als Lager und gleichzeitig für den grossteil der Besatzung auch als Schlafraum diente. Einige Hartgesottene zogen es allerdings vor sich an Deck einen Schlafplatz zu suchen. Mit jedem Tag den sie auf See waren wurde es kälter. Liron hatte ja keine Ahnung wie kalt.

 

 

,, Was soll das heißen ihr habt Liron gehen lassen ?“ , fragte Ragnar.

,, Ganz ruhig.“ , versuchte Zemas ihn zu beruhigen. ,, Er wollte gehen. Und wie es aussieht war das auch Richtig so. Oder würdest du sonst hier stehen ?“

,, Es gefällt mir trotzdem nicht.“ , antwortete Ragnar und ließ sich wieder auf seinen Platz fallen.

Zemas wendete sich wieder den restlichen anwesenden Räten zu. Nach Ragnars unerwarteter Rückkehr war sofort eine Eilsitzung einberufen worden. Ragnar hatte diese allerdings lediglich dazu benutz seinem Ärger Luft zu machen.

Der Drache musste unwillkürlich schmunzeln. Auch wenn die wenigen Jahrzehnte den Mann körperlich Verbraucht hatten. Sein Geist war immer noch der jenes Krieger der einst gegen einen Seelenmagier gezogen war.

Zemas machte sich allerdings weniger um Liron oder Ragnar Sorgen. Bevor der alte Krieger wie aus dem nichts wieder aufgetaucht war hatte ihn ein Bote aus den Archiven von Dynastes erreicht. Mit beunruhigenden Neuigkeiten

Der Drache würde dem Versammelten Rat das allerdings nicht direkt an den Kopf werfen. Das wäre mehr als dumm. Wenn seine Informationen stimmten war er bei diesem Plan vollkommen und absichtlich Übergangen worden. Und das konnte nichts gutes bedeuten.

Aber was auch immer der Rat oder Thorus vorhatten.. es würde warten müssen. Bis dieser Krieg zuende war oder es unabdingbar war. Das letzte was er jetzt brauchen konnte war den Rat gegen sich aufzubringen.

Er würde das mit Ragnar unter vier Augen besprechen.

,, Wenn sonst nichts mehr ist würde ich diese Versammlung für beendet erklären.“ , meinte Thorus.

 

 

Liron sah fasziniert zu als einer der gewaltigen Eisblöcke von den schneeweißen Klippen stürzte. Um sie herum trieben bereits Dutzende weitere größere oder kleinere Eisberge manche nur als kleine Schollen andere von der Größe eines Hauses.

Es war bitterkalt und er hatte sich , so wie der Großteil der Besatzung in Ermangelung wärmerer Kleidung eine Decke um die Schultern gelegt.

Nur Sendor schien von der Kälte nichts zu spüren. Mir ruhigem Blick suchte er immer wieder die vor ihnen liegende Nebelbank ab als könnte er den undurchsichtigen Dunst durchdringen.

Bei dem Gedanken an die Kombination aus  haushohen sich bewegende Klippen aus Eis und einem Nebelfeld wurde ihm ein wenig mulmig zu mute.

Hinter ihnen sammelten sich die übrigen Schiffe und schienen zu warten ob Sendor es wagen würde weiter zu segeln oder sich entscheiden würde bessere Sichtverhältnisse abzuwarten.

,, Wird uns der Nebel Probleme machen ?“ , wendete sich Alexis an ihn.

,, Der Nebel und die Klippen sind unser geringstes Problem.“ , erwiderte dieser.

,, Was meinen sie damit ?“ , fragte Fylla die sich eben noch mit den anderen zwei Tabajaxie an Bord unterhalten hatte.

Der einzige Ork an Bord hatte wohl mitgehört und mischte sich ein.

,, Hier draußen gibt es mehr als man auf dem ersten blick sieht. Und dieser Nebel. Ideale Jagdbedingungen nicht ? Bei der ersten Überfahrt hatten wir Glück“

,, Wie dem auch sei. Ich werde nicht Tagelang hier warten bis sich die Nebelbank aufgelöst hat.“ , antwortete Sendor. ,, Gebt den übrigen Schiffen ein Zeichen es geht weiter. Und haltet die Pfeile bereit.“

,, Was ist da draußen ?“ , fragte Adriana während der grossteil der Leute an Bord bereits damit Anfing Waffen zusammenzusuchen. Einige weitere entzündeten Kohlebecken für Brandpfeile.

,, Hoffen wir einfach das ihr das nicht herausfinden werdet. Wir sind bereits nahe der Küste und mit etwas Glück...“

,, Was erwartet uns wenn wir dort sind ?“ , versuchte Liron das Thema zu wechseln. Sie waren jetzt kurz vor der Nebelbank und es wurde von Moment zu Moment dunkler. Vermutlich würden sie bald gar nichts mehr sehen können.

 

,, Wir werden bei der Stadt Grauhafen an Land gehen wenn alles nach Plan läuft. Sie ist in etwa vergleichbar mit eurem Dynastes und ist... war der Ausbildungsort unserer Magier.“

,, Es gibt dort noch Zauberer ?“ , fragte Alexis. Er hatte bei den Hostis bisher nur wenige Magier gesehen und die meisten waren nicht grade Gesprächig gewesen. Meist handelte es sich um düster dreinblickende Gestalten die sich zielstrebig durch das Lager bewegten ohne jemanden eines Blickes zu würdigen.

,, Nicht mehr.“ , antwortete Sendor und sein blick schweifte dabei in die Ferne als könnte er durch den Nebel hindurch bereits das Land sehen.

,, Was ist mit ihnen passiert ?“ , wollte Adriana wissen. Liron beschlich ein ungutes Gefühl und Alexis hatte sich bereits abgewandt. Er kannte die Antwort und Fylla hätte schwören können das er ihr kurz einen verachtenden blick zuwarf. Als ob er sie  dafür verantwortlich machen könnte.

,, Wir haben sie fast alle getötet.“ Sagte Sendor.,, Und wie ich schon sagte. Ihr werdet es bald verstehen.“

Liron hatte langsam genug. Sendor schien wirklich ein Geheimniskrämer zu sein und auch jeder andere Hosti den er gefragt hatte war bei dem Thema ,,Heimat“ mehr als nur schweigsam geworden. Er wollte endlich antworten.

Aber bevor er etwas sagen konnte schreckte ihn etwas auf.

Ein Rascheln wie von Flügeln ein kaum wahrnehmbarer Luftzug. Auch der Rest musste gespürt habend ,dass irgendetwas nicht stimmte.

Sendor wendete sich an einen jungen Mann der einige Meter entfernt stand. ,, Geht rauf und seht euch das näher an.“

Der Mann nickte nur kurz und kletterte einen der Schiffsmaste hinauf und verschwand im Nebel.

Minuten angespannten Schweigens vergingen. Dann konnte man wieder das Rauschen von Luft zwischen Federn hören. Ein kurzer Aufschrei und etwas schwarzes , gefiedertes mit brennenden Augen  stürzte  ,den Mann der eben noch den Mast heraufgeklettert war in den Klauen , auf das Deck des Schiffs.

Die Kreatur sah aus wie ein großer schwarzer Vogel mit Klauen die so aussahen als könnten sie aus Metall bestehen und den Mann von Mast sauber durchbohrt hatten. Was immer es war es war kein ganz sicher kein Tier.

Langsam , fast träge hob es  den Kopf und funkelte Liron aus zwei grünen leuchtenden Augen an.

Im Nebel tauchten nun immer wieder weitere schwarze Schatten auf und umkreisten die Schiffe. Lauerten geradezu auf irgendetwas.

Aber auf was....

Die Männer an Deck hatten den riesigen schwarzen Vogel mittlerweile umstellt und warteten Nervös darauf das entweder Sendor den Befehl zum Angriff geben oder das Wesen eine Falsche Bewegung machen würde.

Doch nichts davon geschah. Es starrte einfach weiterhin Liron an. Oder besser gesagt das Amulett das er immer noch um den Hals trug. Das Augensymbol.

Die Kreatur legte den kopf schief wie Liron es schon bei Hühnern gesehen hatte und schien... nachzudenken.

Minuten schienen zu vergehen. Dann hob der schwarze Vogel den Kopf und ließ einen Schrei erklingen der Liron bis an sein Lebensende verfolgen sollte.

Es hörte sich an als würde die Welt auseinanderfallen.

Die Schatten im Nebel verschwanden langsam und schienen sich zu entfernen. Es wurde wieder ruhig. Nur das Wesen blieb immer noch zurück und starrte ihn weiter ohne zu blinzeln an.

Schließlich erhob auch der schwarze Vogel sich mit mehreren Schlägen der gewaltigen Schwingen in die Luft und verschwand.

Einen Moment lang sagte niemand etwas. Dann brach Fylla das Schweigen. ,, Was bei allen Göttern war das bitte ?“

Niemand antwortete als sich der Nebel langsam Lichtete und sie zum ersten mal einen blick auf die Heimat der Hostis werfen konnten. Oder das was davon übrig war.....

 

 

 

 

Kapitel 13 Ankunft

 

 

 

Eine gewaltige Stadt erhob sich über dem Wasser das mit unbarmherziger Macht gegen die Kahlen Küsten schlug.

Leere Fenster starrten über das Wasser hinaus in Richtung der näher kommenden Schiffe.

Einige Gebäude waren nur noch Ruinen andere wirkten einfach nur Verlassen.

Und in den Schluchten zwischen den Gebäuden brannten orange-rote Feuer.

Das Land um die Stadt war schwarz von Asche und soweit Liron sehen konnte gab es kein Zeichen von Leben. Selbst die vereinzelten Bäume waren verkrüppelt und hatten ihr Laub verloren.

Und der Horizont schien wie aus Obsidian geschlagen. Was immer mit diesem Land geschehen war hier Lebte nichts mehr. Nur im Wolkenverhangenen Himmel kreiste ab und zu ein schwarzer Schatten.

Und auf den  Riffen vor dem Hafen der Stadt ragten die Umrisse von Dutzende zerfetzten Schiffen auf.

,, Nun zumindest wissen wir jetzt wieso der Rest der Armee nicht nachkommen konnte, Gehen wir an Land. Vielleicht sind sie noch irgendwo.“

 

Als sie die Schiffe im Hafen endlich verließen bestätigte sich nur noch was sie schon aus der Ferne gesehen hatten.

Verlassene Hallen und Häuser reihten sich aneinander und auf allem lag eine dünne graue Ascheschicht.

Abgesehen von kondensierenden Atem der mit dem Schiffen übergesetzten knapp Hundert Personen war es Totenstill.

Sendor durchbrach das Schweigen ,, Waldemar , Uriel , Irgendjemand ?“

Der Nachhall seiner Stimme wurde von den Gassen und Gebäuden der Stadt gespenstisch verzerrt und zurückgeworfen. Außer seiner eigenen Stimme Antwortete Niemand.

,, Es war töricht zu glauben das sie ohne Hilfe so lange durchhalten würden. Es war ein Fehler zurück zu kommen. Mit den Harpyien hatten wir noch Glück aber...“

Sendor ließ den Mann der gesprochen hatte nicht ausreden. Stattdessen wirbelte er herum . Etwas glänzendes flog durch die Luft und traf den Mann der Gesprochen hatte.

Ein Messergriff ragte aus seiner Brust. Er taumelte rückwärts und stürzte ins Hafenbecken.

,, Noch irgendjemand Einwände oder ähnlich schlaue Kommentare?“

Niemand wagte es etwas zu sagen aber Liron spürte eine fast verdrängte Wut in sich aufsteigen. Jemanden einfach so zu töten...

,, Gut .Wir teilen uns auf . Jeweils Fünf Mann durchsuchen eine Bereich der Stadt. Wer etwas findet kehrt zum Hafen zurück. Wer nicht mit Erkunden beschäftigt ist Hilft dabei ein Lager zu errichten. Diese Gebäude sind größtenteils nur ausgebrannte Hüllen. Und jetzt Bewegung.“

Liron hatte genug. Es gab eine klare Grenze wie weit man gehen konnte und die war grade überschritten worden.

Bevor ihn irgendjemand aufhalten konnte trat er auf Sendor zu zog das Schwert der Seher und hielt es ihm an den Hals.

Die auf der Klinge eingravierten Runen brannten in einem hellen blauen Feuer das mit seinem Herzschlag zu pulsieren schien.

Adriana hatte Liron schon in sämtlichem möglichen Zuständen gesehen aber diese Wut war Neu. Es war kein einfacher Zorn es war blanker Hass.

,,Sicher das du das willst ?“ , fragte Sendor ruhig. Er starrte Liron an ohne ein einziges Mal zu blinzeln.

,, Wieso habt ihr den Mann getötet ?“ erwiderte Liron nur mit der gleichen Kälte in der Stimme.

,, Wieso ? Sieh dich bitte um. Es gibt hier nichts was uns irgendwie freundlich gesonnen währe glaub mir. Ich muss mich auf jeden hier verlassen können.“ Und mit einer Bewegung der Niemand folgen konnte stieß er Liron zurück und trat ihm die Waffe aus der Hand. Sofort erlosch das Glühen auf der Klinge. ,, Und auf wen ich mich nicht verlassen kann den brauche ich nicht mehr.“

Mit diesen Worten drehte er sich um und ließ Liron am Boden liegen. ,, Fylla , Alexis helft eurem Freund da drüben mal wieder auf die Füße. Danach schließt ihr euch den Kundschaftern an.“ Dann an einen weiteren Mann gerichtet. ,, Geht mit ihnen. Erklärt ihnen was hier passiert ist. Vielleicht wird das gewisse Übereifrige daran hindern vorschnell zur Waffe zu greifen.“

 

 

,, Was sollte das ?“ , Fylla war mehr als nur wütend. Liron hätte mit seiner Aktion am Hafen alles ruinieren können. Sobald sie außer Hörweite waren und auch ihren ,, Aufpasser“ wie sie ihn für sich bezeichnete etwas hinter sich gelassen hatten ließ sie ihrem Zorn freien lauf.

 ,, Was das sollte ? Er hat ihn einfach so getötet .“

,, Und glaubst du das du daran etwas ändern könntest ?“

,, Darf ich auch mal was sagen ?“ , versuchte Alexis dazwischen zu gehen.

,, Nein .“ , antworteten Fylla und Liron beinahe gleichzeitig.

Der Mann der sie auf der Erkundung begleiten sollte hatte sie mittlerweile eingeholt. ,, Was war das eben am Hafen ? Hat eure Waffe gebrannt ?“

Liron nahm das Schwert in die Hand. Die blauen Einkerbungen blieben dunkel.

,, Ich denke da müsst ihr euch getäuscht haben.“ , antwortete er und musste an Zemas Worte denken als er ihm die Waffe übergeben hatte. Ein Schaudern überlief ihn. Er hoffte das es nichts zu bedeuten hatte.

,, Nun,“ Sie standen vor einem großen Steinbau dessen eine Wand komplett als Schutt am Boden lag , ,, was ihr hier seht ist alles was von der Magierakademie von Grauwinter geblieben ist.“

,, Sendor hatte bereist erwähnt das ihr Volk seine Magier getötet hat. Hatten sie gar keine Bedenken ? Kein Mitleid ?“ , fragte Alexis. Dieser Ort strahlte immer noch eine gewisse Macht aus. Der schwache Nachhall jener die einst hier gelebt hatten. Ein Echo der Toten.

,, Ich bedaure nur das wir es nicht früher getan haben. Dann wäre uns vieles erspart geblieben.“ , erwiderte dieser nur.

,, Was ist hier passiert ?“ , Adriana stellte die Frage ruhig und lies dabei etwas Asche , die nach wie vor alles Bedeckte, durch ihre Finger rieseln.

Eine schwache Windbrise verteilte den schwarzen Staub.

,, Einst sah es hier ähnlich aus wie bei euch. Die Küsten sind kälter aber weiter im Landesinneren war es durchaus vergleichbar. Ich stamme ursprünglich von dort. Als das alles Anfing ahnte noch niemand wie es enden würde.

Unsere Magier.. fanden etwas.“

,, Was ?“ , wollte Fylla wissen. Der Orden hatte Aufzeichnungen über alle magischen Artefakte die bekannt waren. Aber.. es gab nichts was eine solche Verwüstung anrichten würde. Selbst der Seelenstein den sie vom Rat bekommen hatte würde nur einen Bruchteil dieser Zerstörung anrichten. Um ein ganzes Land zu verwüsten.. Es gab nur eins was dafür in Frage kam.

,, Ich weiß nicht was sie gefunden haben. Es muss etwas unglaublich Mächtiges gewesen sein. Dieses Land war in viele kleine Königreiche und Fürstentümer unterteilt aber mit Hilfe der Magier gelang es uns innerhalb weniger Jahre den gesamten Kontinent für uns zu beanspruchen. Niemand konnte sich uns entgegen stellen.. doch dann.. tauchten diese Wesen auf. Ihr habt selbst eines davon gesehen.. diese Vögel , wir nennen sie Harpyien , sind noch das Harmloseste was über uns kam.“

Fylla wurde immer unruhiger. Das klang einfach zu bekannt. Warnungen aus Jahrhunderte alten Ordenschriften . Und die jüngsten Aufzeichnungen vor 40 Jahren...

,, Sie haben ein Portal gefunden nicht ?“ , fragte sie.

,, Ich weiß es nicht.“ , erwiderte der Mann nur.

,, Was bitte ist ein Portal ?“ , wollte Liron wissen.

,, Das kann nicht sein... aber wenn es stimmt... Liron wir hätten nie herkommen dürfen.“

Die pure Angst  sprach aus der Stimme des jungen Zauberers.

,, Ein Portal“ , erklärte Fylla ruhig auch wenn selbst ihr die Nervosität anzumerken war , ,, ist ein Knotenpunkt für Magie. Ein Durchgang in die ewige Dunkelheit. Es gibt Möglichkeiten künstliche Übergänge zu schaffen aber ich glaube nicht das dies hier der Fall ist. Diese Leute haben ein Elementarportal geöffnet.“

,, Und das ist schlecht ?“ , wollte Adriana wissen.

,, Ihr habt ja keine Ahnung. Vielleicht konnten eure Magier es Anfangs kontrollieren aber ein offenes Portal ist nicht nur eine Quelle für Macht. Es ist eine offen stehende Tür in unsere Welt.“ , führte Alexis weiter aus.

,, Eine Tür für wen ?“

Statt einer Antwort sah Alexis einfach nur kurz zum Himmel wo einige der schwarzen großen Vögel kreisten.

,, Harpyien ?“ , fragte der Mann der ihnen von Sendor mitgeschickt worden war.

,, Und wer weiß was sonst noch. Das letzte stabile Portal stand vor über 40 Jahren offen und es hätte fast unseren Untergang bedeutet. Damals sind soweit ich weiß zwar keine Vögel aufgetaucht aber wer weiß was auf der anderen Seite alles wartet ? Zeit hat dort keine Bedeutung... Nur Hunger.“

,, Hunger nach was ?“

,, Magie..“ , meinte eine unbekannte Stimme hinter ihnen.

Liron wirbelte sofort herum und hatte das Schwert griffbereit. Abermals blieben die Runen dunkel.

Dort stand ein Mann in einer verbeulten Rüstung und hinter ihm noch einige weitere die in ähnlich schlechter Verfassung waren.

,, Hat man euch geschickt um uns zu suchen ?“

,, Uns und einige andere. Sendor ist hier.“

,, Dan hat er es also geschafft. Und was habt ihr gefunden jenseits des Meeres ?“

,, Nur mehr Krieg und Tod. Und jetzt sind wir auf eure Hilfe angewiesen. Wo ist der Rest eurer Leute ?“

,, Verstecken sich in anderen Teilen der Stadt. Aber es dürfte nicht lange dauern ale zu informieren.“ , antwortete der abgerissen wirkende Krieger.

,, Gut. Sammelt sie. Sendor wird sich freuen zu hören das unsere Reise doch nicht umsonst war.“

,, Ich bin nur froh das endlich jemand gekommen ist. Wir hätten nicht viel Länger durchgehalten. Unsere Vorräte gingen zur Neige.“

,, Gehen wir zurück.“ , meinte Fylla die jetzt erst von den Neuankömmlingen bemerkt wurde.

,, Und wer oder was bitte ist das ?“ , fragte der Mann. Die Hostis die ihr Land noch nicht verlassen hatten hatte natürlich noch nie eine Tabajaxie gesehen. So hatte sie sich vermutlich auch Gefühlt als sie das erste mal einem Ork über den Weg gelaufen war.

,, Ich denke Sendor wird euch alles am besten selbst erklären. Ruft jetzt nur eure Leute zusammen und bringt sie zum Hafen.“ , meinte der Wächter der ihnen von Sendor mitgeschickt worden war.

Der verhärmte Soldat nickte nur. Langsam gingen alle davon. Liron blieb noch einen Moment zurück. Durch einen Spalt in der Mauer war Schnee hereingewirbelt , Schnee der von Asche fast schwarz gefärbt war. Hinter der toten Stadt erhoben sich einige Hügel und auf einem davon stand eine Gestalt in eine rote Robe gekleidet. Sie schien Liron direkt anzustarren.

,, Kommst du ?“ , hörte er Alexis rufen. Als er sich wieder umdrehte war die Gestalt auf dem Hügel verschwunden.

Wenn hier außer den Truppen und ihnen niemand mehr war....wen oder was hatte er dann grade gesehen ?

Hatten ihm seine Augen einen Streich gespielt ? Den ganzen Rückweg verbrachte er damit darüber nachzudenken. Und er kam zu einem einfachen Schluss. Er hatte sich sicher nicht getäuscht. Irgendjemand oder irgendetwas war noch hier. Und er würde herausfinden was.

 

 

Kapitel 14 Der Preis der Magie

 

 

Es war nicht schwer sich aus dem Lager zu schleichen. Vor allem nicht nachdem nun auch noch die Verschollenen Soldaten unter ihnen weilten. Der Gesamte Hafenbereich war zu einem mit Zelten und improvisierte Hütten vollgestellten Lager geworden. Fast wie auf der anderen Seite des Meeres. Einige hatten es sich sogar in den umliegenden Gebäuderuinen bequem gemacht und die Löcher in Dächern und Wenden notdürftig repariert.

Alle waren entweder damit beschäftigt mit den Vorräten die sie hatten die Geglückte Rettung zu feiern oder werkelten an ihren improvisierten Unterkünften herum. Nur di Anführer der Expedition hatten sich etwas abseits eingefunden und planten die Rückfahrt die bald erfolgen sollte. Fylla hatte er seit sie zurück waren nur kurz gesehen. Sie verschwand mit dem Holzkästchen das er schon vorher bemerkt hatte irgendwo hin.

Alexis hatte sich nach ihrer Rückkehr auch nicht mehr Blicken lassen. Und Adriana war auch nirgends zu entdecken. Niemand bemerkte wie er am Abend in den dunklen , kalten Gassen von Grauhafen verschwand.

Es dauerte eine Weile bis er die Stelle wiederfand von der aus er den Fremden gesehen hatte.

Er ging durch den Riss in der Mauer und fragte sich dabei gleichzeitig was ihn verursacht haben könnte. Die Ränder der abgesplitterten Steine waren verkohlt und wie fast alles in der Stadt von einer feinen Ascheschicht überzogen.

Er wollte gar nicht zu genau wissen was hier geschehen war. Die Antworten die er bekam waren mehr als nur beunruhigend.

Elementarportale....  Vielleicht sollte er noch einmal mit Fylla darüber reden. Was man öffnen konnte das konnte man vielleicht auch wieder schließen. Vielleicht konnten sie und Alexis ja irgendetwas tun. Er konnte es ganz sicher nicht . Alexis hatte Sendor gefragt welche Magier denn das Portal entdeckt hätten und er hatte ihnen erläutert das es ein einziger Mann gewesen war der es letztlich fand . Ein Magier Namens Anbrail Urthosa . Sendors Aussage nach  hatte er vermutlich das Schicksal der anderen Hosti-Magier geteilt.

Als er den kleinen Hügel erklommen hatte den er vorher schon gesehen hatte konnte er zum ersten mal einen Blick ins Landesinnere werfen.

Alles schien verbrannt zu sein. Die Pflanzen und Bäume , die wenigen die noch standen , waren nichts als verkohlte Holz-Skelette. Schwache Wind verteilte Asche und geschwärzten Schnee über alles.

Und am Horizont schien die Welt einfach aufzuhören. Eine Wand aus undurchdringlichem Schwarz erhob sich wie ein Vorhang und verbarg alles was dahinter liegen mochte.

Wie sollte man hier draußen jemanden finden ? Er setzte sich und versuchte Nachzudenken.

Seine Gedanken kreisten. Es gab zu viele Dinge an die er gleichzeitig Denken musste.
Was machte er überhaupt hier ? Es ergab keinen Sinn. Jeder schien Geheimnisse zu haben und seinen Teil zu dem Rätsel beizusteuern das mittlerweile seinen Geist beherrschte.

Und über allem diese Frage. Was machte er überhaupt hier...

Plötzlich schien es als würde sein Verstand von etwas weggerissen werden. Bilder Tauchten vor seinen Augen auf und verschwanden wieder. Das Land wie es einst gewesen sein musste. Grasbewachsen in der ferne Wälder. Eine Gruppe von Gestalten in Roben die vor einem schwarzen Tor standen das in eine Bergwand eingelassen schien. Die Flügel wie sie sich langsam öffneten. Bilder von Krieg , Eroberung ... und dann... brennendes Land. Das Atmen erschwerende Asche. Der Blick zurück ,von einem Schiff aus ,auf die in flammen versinkende Welt.

Am Hafen Menschen die verzweifelt versuchten die Boote zu erreichen. Ein Schwarzer Schatten viel auf sie.

Dann eine einsame in eine rote Robe gekleidete Gestalt ,deren Kapuze das Gesicht verbarg ,die durch die Trümmer wanderte.

Langsam gewann Liron wieder Kontrolle über seinen Geist. Wieso ausgerechnet jetzt ? Er hatte sein Erbe sich selbst fast 2 Jahrzehnte lang verleugnen können.. Wieso jetzt nicht mehr ?

Er war in die Knie gesunken... und.. war er gelaufen ? Hinter sich sah er den Hügel aufragen und dahinter die zerfallenen Türme der Stadt. Vorsichtig geworden zog er sein Schwert. Irgendetwas stimmte hier nicht.

Um ihn herum erstreckte sich ein Geisterwald aus toten Bäumen. Und vor ihm ein scheinbar uralter Brunnen.

Er trat ein paar Schritte auf den ummauerten Rand zu. Wasser glitzerte darin . Wasser das überraschend klar war bedachte man das alles hier mit Asche zugedeckt war.

Er überlegte kurz das Schwert der Seher einfach in den Brunnen zu werfen. Was bitte hatte es ihm gebracht ? Was nützte ihm seine Gabe überhaupt ? Diesen Krieg sollten andere führen.

,, Warum ich ?“ Er musste die Worte laut ausgesprochen haben den das Echos einer Stimme hallte aus der toten Welt um ihn herum zurück.

Ein schwacher Dunstschleier hatte sich über dem Wasser des Brunnens gebildet.

Gestalten schienen darin zu schweben. Gesichter , geformte Gedanken.

Liron stolperte einen Schritt rückwärts als tatsächlich jemand aus dem Nebel trat. Gleich darauf gefolgt von weiteren Nebelhaften kaum als Menschlich erkennbaren Gestalten.

Es waren insgesamt Zwanzig. Zwanzig Geister oder was auch immer sie waren die sich Kreisförmig um den Brunnen und Liron aufstellten.

,, Warum ich ?“ , wiederholte er seine Frage. Er wusste nicht wer sie waren doch er wusste was sie einst gewesen waren. Seher. Auch schienen ihre Gestalten klarer zu werden.

Am Rechten Rand des Brunnens stand fast wie aus Stein gemeißelt Varis Galeron der erste der Seher und links und damit genau auf der anderen Seite des Brunnens... Als würde jemand ihm einen Spiegel vorhalten... Ein Mann den er nie wirklich kennen gelernt hatte. Jaret Weißläufer. Und zwischen diesen Beiden Polen. Der erste der Seher und der bisher letzte.. stand er.

,, Wieso ich ?“ konnte er nur wiederholen. Es war ihm gleich was grade geschah ob er es verstehen konnte oder wollte...

,,Er zweifelt.“ , meinte Varis fast tadelnd.

,, Das tun wir doch alle einmal .“ , antwortete einer der Seher der hinter Liron stand.

,, Zweifel sind es die uns schwach machen.“ , meinte wider ein anderer.

,, Nein. Sie machen unsere Stärke aus. Ohne Zweifel zögern wir nie. Wir halten nicht inne. Zweifel bringen uns dazu nicht alles zu Überstürzen.“ , warf der Geist Jarets ein.

,, Und doch ist für Zweifel kein Platz mehr. Diesmal nicht.“ , konterte Varis.

,, Wie sollte es auch ? Wir sind immer die Wächter des Schicksal gewesen. Wir sorgten dafür das alles einem Pfad folgte auch wenn wir ihn vorgeben konnten.“

Zum ersten mal erwiderte Liron etwas. ,, Ich bin niemand der anderen ich Schicksal vorgeben will. Ich will diese Welt nicht verändern...“

,, Denkst du einer von uns wollte das ?“ , fragte Varis. ,, Wir wollen es nie aber wir sind dazu geboren. Wir sind die einzigen die dazu in der Lage sind.“

,, Und ich will nicht dazu in der Lage sein.“ , antwortete Liron dem Geist. Lauter als beabsichtigt. Tatsächlich wich die durchscheinende Gestalt etwas zurück.

,, Lasst uns allein.“  , sagte Jaret. Einer nach dem anderen verschwanden die Neunzehn übrigen Gestalten im Kreis. Bis nur noch Liron zurückblieb. Zusammen mit dem Geist seines Vaters.

Jaret setzte sich auf den Rand des Brunnens. ,, Du musst die anderen Verstehen. Sie haben Angst. Verdammt ich habe selber Angst.“

,, Wovor bitte ? Ich seit Tod wenn ich das richtig sehe.“

,, Sie haben nicht Angst um sich. Sondern um diese Welt. Irgendetwas geschieht und selbst die Toten wissen nicht was.

Es darf nicht der geringste Fehler passieren und er einzige Seher den es momentan gibt.. bist nun mal du. Dieser Krieg zwischen Bund und Hostis ist nichts als ein Massaker. Es soll uns ablenken. “

,, Dann sucht euch jemand anderen. Ich kann euch nicht helfen.“ , erwiderte Liron nur

,, Natürlich bist du das. Du musst es nur endlich wollen.“

Liron hatte genug. ,, Und was bitte wollt ihr tun wenn ich mich weigere ? Nichts. Ihr seid nicht dazu in der Lage.“

,, Wir können vielleicht nichts tun... aber sein Schicksal vollkommen abzulehnen hat immer bittere Konsequenzen. Ich weiß das. Ich habe es einmal getan. Und er dort weiß das vermutlich besser als jeder andere.“

, flüsterte der Geist noch bevor er ebenfalls verschwand.

Liron wirbelte herum und entdeckte die Gestalt in der zerschlissenen roten Robe die einige Schritte entfernt neben einem Baumskelett stand.

Die Gestalt taumelte ein paar Schritte in Richtung Liron nur um dann auf die Erde zu stürzen.

,, Nein... nicht möglich... wieder... diesmal...“ die Stimme klang halb wahnsinnig. Panik und Verzweiflung schienen sich darin zu mischen

Liron lief zu der am boden liegenden Gestalt herüber.

,, Was... wer... zu lange in der Dunkelheit.. Jaret ?“ Kurz erhaschte er einen Blick auf zwei irre funkelnde Augen unter der Kapuze. Der Fremde schien sich langsam wieder zu beruhigen.

,, Nein... ihr seit es nicht aber...Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Wie lange ? 20 Jahre... 30 ?“

Liron verstand nicht was der Mann meinte.

,, Wie lange war ich fort... Gefangen... Wer hat die Tore wieder geöffnet ?“

Für Liron ergab nichts davon Sinn.

,, Welche Tore meint ihr ? Und wer bitte seit ihr ?“

Der Fremde lachte. ,, Kann es sein...man kennt mich nicht mehr. So lange in der Finsternis.. so lange Zeit nachzudenken.., zu bedauern ...zu erkennen. der Name den einst alle Fürchteten.. kennt ihn überhaupt noch jemand ? Und wenn nicht wieso dann diese Gelegenheit ?“

Liron war klar das der Mann verrückt war. Verrückt aber ohne Zweifel mächtig. Er konnte beinahe sehen wie sich die Magie um ihn legte wie eine Wolke. Kleinere Blätter wurden zur Seite gewirbelt wenn er sich näherte. Kiesel begannen zu zittern. Er musst Vorsichtig sein.

,, Verratet mir endlich euren Namen .“ , verlangte Liron.

,, Ein Name was ? Aber was ist ein Name wenn er bedeutungslos geworden ist. Man fürchtete meinen Namen. Aber nun.. gibt es noch einen Grund dafür.. Gibt es einen Grund hier zu sein für mich ? Sagt ihr es mir. Sagt Ruben Darelto einst mächtigster seine Zunft... warum er hier ist.“

 

 

Liron sprang sobald er den Namen hörte instinktiv zurück das Schwert kampfbereit in der Hand. Natürlich kannte er den Namen. Ob es nun nur das Gerede eines Verrückten war oder die Wahrheit. Vor ihm stand ein äußerst gefährliches Wesen. Ruben Darelto. Der Mann der die Seelen seiner eigenen Untertanen opferte. Der die Welt in den Krieg gestürzt hatte der zur Entstehung des Bundes geführt hatte. Ruben der Schlächter. Der Mörder. Der Verräter.

 

Aber der Mann der sich Ruben nannte lächelte nur. Fast bedauernd. ,, Man kennt ihn also doch noch. Habe ich so einen Eindruck hinterlassen ? Was wird dann erst anrichten was noch kommen wird ? Nun sagt mir Kind der Seher... was werdet ihr nun tun ? Werdet ihr einem alten Magier gestatten einmal in seinem Leben das Richtige zu tun ? Oder werdet ihr mich endlich der Strafe zuführen die selbst Jaret mir verwehrte... Der Erlösung durch die Klinge.“

 

Liron zögerte. Er wollte diesen Mann töten. Sein Blut schien danach zu schreien. Die Klinge in seiner Hand brannte erneut mit blauem Feuer. Aber.. etwas ließ ihn zögern... Er wollte nicht über das Schicksal anderer bestimmen. Selbst dann nicht wenn er im Recht damit wäre.

Er ließ die Waffe sinken.

,, Ich höre zu.“ , meinte er,, Ich weiß nicht ob ihr wirklich seit wer ihr vorgebt zu sein. Aber eine Falsche Bewegung...... Ich höre zu.“ , wiederholte er.

 

 

 

Kapitel 15 Sturm

 

 

,, Zemas ihr wolltet mit mir sprechen ?“ , fragte Ragna als der den Raum in den Ratskammern betrat der grade genug Platz, für den Tisch und die paar Stühle die dort standen, bot.

Zemas setzte sich an den kleinen Tisch und legte einige Bögen beschriebenes Pergament darauf.

,, Wir haben möglicherweise ein Problem.“

Ragnar lachte. ,, Wir haben zur Zeit eine Menge Probleme falls euch  das entgangen sein sollte.“

,, Ich fürchte das hier könnte alles noch komplizieren. Lest selbst.“ Er durchsuchte kurz den Dokumentenstapel und reichte Ragnar dann eine Nachricht die offenbar auf die Ausgerissene Seite eines Buches geschrieben war so als hätte jemand das ganze nur kurz notieren wollen. Oder als hätte er es in aller Eile niedergeschrieben. Ein roter Fleck auf dem Rand der Notiz und die kam leserliche Schrift ließen auf letzteres Schließen.

Der alte Mann überflog das Schriftstück nur kurz.

,, Wie seit ihr da dran gekommen ? Wenn stimmt was da steht...“

,, Ragnar ich lebe schon recht lange wenn ich euch daran erinnern darf. Ich habe so meine Möglichkeiten. Aber es ist beunruhigend.“

,, Ich habe nicht viel Zeit. Heute ist ein Bote des Rats angekommen und verlangte von den Archiven die Herausgabe eines Seelensteins. Er stellte sich uns nur als Anbrail Urthosa vor. Nachdem er in den Archiven bekommen hatte was er wollte hat er seinen Wachen den Befehl gegeben alle zu töten die davon wussten. Ich konnte mich verstecken aber sie werden auch mich bald haben. Ich bezweifle das dies hier jemals jemand finden wird....“ , las Ragnar laut vor. ,, Es gibt keinen Ratsherren Namens Anbrail. Und was bitte will der Rat mit einem Seelenstein ? Jeder weis was diese Dinger anrichten können“

,, Ich fürchte auch das zu Wissen. Hier....“ Er reichte Ragnar ein weiteres Stück Pergament.

Dieses war allerdings keine Hastige Notiz eines Sterbenden sondern ein von einem Schreiber unterzeichnetes Protokoll.

,, Ausgabe eines Seelensteins an....“ Ragnar wurde kurz bleich, ,, So dumm können sie nicht sein.“

,, Ich fürchte doch. Nicht nur das wir nicht informiert wurden...ohne diese Aufzeichnungen hätten wir auch nie etwas davon erfahren.“

,, Ein Hoch auf die Bürokratie. Aber was bitte bedeutet das ?“

,, Es bedeutet das wir Vorsichtig sein müssen. Ich wette Thorus plant irgendetwas.. das ist alles zu verworren. Eine Person die nicht existiert liefert dem Rat einen Seelenstein um ihn als Waffe einzusetzen nur damit gleich darauf alle an der Übergabe beteiligten Magier getötet werden ?“

,, Und was machen wir jetzt ?“ , fragte Ragnar.

Zemas stand auf und ging in Richtung Tür. ,, Nun ich denke wir unterhalten uns mal mit unserem Freund Thorus. Ich hoffe wirklich er hat ein paar verdammt gute Erklärungen.“

 

 

,, Ich höre zu.“ , sagte Liron und lies das Schwert sinken.

Ruben setzte sich auf einen versteinerten Baumstamm in der Nähe. ,, Es gibt so vieles das du Wissen müsstest. Es gab immer schon Menschen die nach Macht strebten.“

,, Wie sie.“ , stellte Liron fest.

,, Wie ich es tat ja.“ Rubens Gesicht oder das was davon unter der Kapuze zu erkennen war nahm einen bedauernden Ausdruck an. Die Panik und die fast wahnsinnige Machende Angst waren daraus verschwunden und machten Resignation Platz. ,, Wer nach Macht strebt fordert sein Schicksal heraus. Ein Kampf den man zwar gewinnen kann der aber immer einen Preis fordert. Das ist der Weg den Seelenmagier gehen. Alles wird dem Erlangen und dem Erhalt von Macht untergeordnet. Doch je Stärker man wird umso tiefer wird der Fall.“

Er machte eine kurze Pause. ,, Und dann gibt es jene die den Gegenpol dazu bilden. Die welche Ordnung wahren wollen. Um jeden Preis. Der Pfad den die Seher einschlagen.

Über die Jahrtausende gab es immer wieder Vertreter beider Seiten. Die jeder für sich auch für eine Seite der Magie stehen. Ein Gleichgewicht zwischen Macht und Verantwortung.“

,, Und das hat sich geändert ?“ , fragte Liron.

,, Durch dich. Sieh dich nur um. Was bräuchten diese Leute jetzt ? Was bräuchte es um diesen Krieg zu beenden ? Jemanden der die Ordnung wieder herstellen kann.. “

,, Ich sagte es den Sehern ich sage es euch. Weder habe ich das Recht noch will ich über andere bestimmen. Ich will niemanden einem Pfad vorgeben. Nicht einmal mir. Ihr sagt es gäbe Vorgaben. Muster. Ich sage es gibt nichts außer der eigenen Entscheidung. Ich habe diesen Krieg nicht ausgelöst und auch nicht das Portal geöffnet das die Hostis vertrieb. Es ist nicht meine Aufgabe“

,, Es ist nicht deine Aufgabe ? Du verstehst einfach nicht worum es geht. Dieser Krieg ist vollkommen egal. Er ist ein Symptom. All das wirkt fast inszeniert. Als würde uns jemand von etwas größerem Ablenken wollen.“

,, Etwas größeres Schwarzmagier ? Seht euch um das ganze Land hier ist zerstört und ihr sagt es sei die Ablenkung von etwas größerem. Wenn dem so ist dann von was bitte ? Was macht euch so viel Angst das selbst die Toten sich fürchten müssen ?“

Statt zu antworten sah Ruben eine Weile gedankenverloren zum Wolkenverhangenen Himmel. ,, In der Dunkelheit spielt Zeit keine Rolle . Es gibt dort nichts... Ich hatte lange Zeit nachzudenken.. darüber was ich getan habe und letztlich gibt es wohl nur einen Grund aus dem ich noch einmal zurückgefunden habe. Was immer auf uns zukommt ist möglicherweise meine Möglichkeit Buße zu tun. “

,, Ihr wisst es also nicht ?“ , fragte Liron. Er hatte sich antworten erhofft doch stattdessen...

Was Darelto ihm erzählt hatte machte alles nur sehr viel schwerer. Er konnte akzeptieren was er war. Es zwang ihn keiner es anzunehmen. Letztlich war es seine Entscheidung.

Und doch.... was konnte es sein das selbst einen Seelenmagier zur Raison brachte  ?

Er war sich nicht sicher ob er darauf wirklich eine Antwort wollte.

,, Ich glaube es zu wissen. Bin mir aber nicht sicher. Und wenn ich Recht habe ist es. Mehr als Beunruhigend.“

,, Was oder wer immer ihr auch seit oder wollt. Ich muss zurück ins Lager. Ihr könnt mitkommen und dann erklärt ihr mir endlich was euch allen so viel Angst macht , aber seit gewarnt : Ich lasse euch nicht aus den Augen Schwarzmagier.“ Ruben nickte kurz. Es war Verständlich das ihm der Junge misstraute.... Ertraute sich ja nicht einmal selbst .

,, Gut“, meinte Ruben und warf einen Blick Richtung Himmel wo sich einige Dutzend großer schwarzer Schatten versammelt hatten. ,, Wir sollten sowieso weg. Ich denke wir haben für.... Aufmerksamkeit gesorgt.“

 

Liron machte sich keine Sorgen das man eine weitere Person im Lager bemerken würde. Seit sie auf die Überreste der gesuchten Armee gestoßen waren ging es im Hafenbereich der verlassenen Stadt so lebhaft zu das es wohl niemanden auffallen würde.

Trotzdem würde er den anderen Irgendwie erklären müssen wen er da mitgebracht hatte und wenn er das halbwegs glaubhaft hinbekam das sie hier wegmussten. Wie auch immer es vorher ausgesehen haben mochte, die Hostis waren sicher nicht der Feind. Wenn es ihnen nur darum ging eine neue Heimat für ihre Leute zu finden musste das doch auch über Verhandlungen zu erreichen sein... Er ertappte sich selbst dabei wie er begann Pläne zu schmieden. Aber hatte er nicht eben noch erklärt er wolle nicht über das Schicksal anderer bestimmen ? Kein Anführer sein ? Und wenn ihm keine Wahl blieb ? Er wischte den Ansturm der Fragen beiseite. Es war nicht wichtig.

Er wäre fast in Alexis reingelaufen der eben so Gedankenverloren durch den Hafenbereich lief.

,, Du hast nicht zufällig Fylla irgendwo gesehen ?“ , fragte der junge Magier.

,, Nein wieso ?“

,, Ich habe sie schon eine Weile nicht.... ähm... Wer ist das ?“ Alexis hatte die in rot gekleidete Gestalt hinter Liron bemerkt. Und irgendetwas daran gefiel ihm gar nicht. Es war als könnte er die Luft um die Gestalt vor Magie schimmern sehen. Verstörend.

,, Wer ich bin ist nicht wirklich wichtig.“ , meinte Ruben und trat vor. Ohne es wirklich zu wollen trat Alexis gleichzeitig einen Schritt zurück.

,, Ihr jedoch begebt euch auf einen dunklen Pfad von dem es möglicherweise keine Rückkehr gibt Alexis von Dynastes.“

,, Verdammt woher kennen sie meinen Namen ?“

Ruben antwortete nicht doch Jaret meinte so etwas wie ein schadenfrohes Lächeln unter der Kapuze zu erkennen.

,, Ich denke mal ihr findet das lustig. Ich denke wir sollten Adriana suchen dann musst du wenigstens alles nur zweimal erklären. Falls Fylla wieder auftaucht. Darf ich anmerken das ich kein Problem damit hätte wen dem nicht so wäre ?“

,, Lass sie das nur nicht hören.“ , erwiderte Liron.

 

,, Moment... der Ruben ,der Schwarzmagier ?“ , Adriana wich unwillkürlich etwas von der auf dem Zeltboden sitzenden Gestalt zurück.

,, Und was bitte bedeutet das jetzt für uns ?“ , fragte Alexis. Irgendetwas an der ganzen Situation gefiel ihm gar nicht und er hatte die ganze Zeit schon ein merkwürdiges Gefühl.

Das gleiche Gefühl wie kurz vor einem Gewitter...

Später würde er sich noch schreckliche Vorwürfe machen das Gefühl ignoriert zu haben.

Ein durchdringendes Kreischen und ein darauf folgender Alarmschrei rissen ihn aus seinen Gedanken.

Auch Liron sprang sofort auf ,die Waffe in der Hand die erneut in einem blauen Licht brannte und stürzte gefolgt von Adriana und dem alten Magier der sich Ruben nannte nach draußen.

Der Himmel schien zu leben. Tausende von schwarzen Schatten kreisten dort und einige stürzten sich bereist auf die völlig Unvorbereiteten Hosti-Soldaten.

Einer der dunkeln Vögel hatte einen Mann ganz in der nähe von einem Vorsprung gerissen der nun versuchte sich irgendwie vor dem spitzen Schnabel und den Krallen des Wesen zu schützen.

Bevor einer der anderen reagieren konnte streckte Ruben eine Hand aus. Eine Welle aus blau-grauem Feuer Hüllte die Kreatur ein und verbrannte sie vollständig.

Danach sackte der Magier etwas in sich zusammen. ,, Passt auf Alexis wenn ihr Magie gegen eines dieser Wesen einsetzt. Ihr werdet es zum Teil selbst zu spüren bekommen.“

,, Klingt ja nett. Sonst noch was , das ich wissen sollte ?“ , fragte Alexis.

,, Ja das hier“, er schleuderte einen weiteren Feuerball nach oben in den brodelnden Himmel , ,,sind die Harmloseren. Ich bin nur froh das bis jetzt kein wirklicher Verschlinger aufgetaucht ist.“

,, Dann hoffen wir mal das es auch so bleibt. Ich würde sagen suchen wir Fylla und dann sollten wir zusehen das wir hier irgendwie wegkommen.“ , meinte Liron während er mit dem Schwert nach einem der Vögel hieb der ihm zu nahe kam.

 

 

 

Kapitel 16 Fall

 

 

,, Also wie gehen wir vor ?“ ,fragte Ragnar. Ihm gefiel die Idee gar nicht einfach in die Räume des Vorsitzenden zu marschieren und ihm mit den Anschuldigungen zu konfrontieren. Wenn das alles wirklich ein abgekartetes Spiel war , wäre das mehr als dumm.

Doch offenbar hatte Zemas genau das vor.

,, Was meinst du wohl ? Ich habe langsam genug vom Versteckenspielen. Und ich will ein paar Antworten.“

Ragnar hatte einige Wachleute denen er vertraute gesammelt und nun warteten gut ein halbes Dutzend Leute vor den Toren der Ratshallen hinter denen grade die Sonne über Licentia unterging.

,, Ich hoffe einfach das sich das alles irgendwie klären lässt. Ich meine es muss für all das doch einen Vernünftigen Grund gegeben haben.“

,, Ich hoffe es alter Freund. Aber ihr glaubt nicht mal selbst daran oder ?“ , fragte ihn der Drache.

,, Nein. Und ich vermute mal die Antworten die wir eventuell bekommen werden mir gar nicht gefallen. Wir übernehmen den Vordereingang. Wo werdet ihr sein ?“

Zemas trat etwas an den Rand der Treppen die von Licentia aus zum Palast führten.

,, Ich fliege.“ , sagte er nur bevor er sich von dem Vorsprung fallen lies.

Eine der in der Näh stehenden Wachen wollte ihn aufhalten aber Ragnar hielt sie zurück.

Sekunden später flog ein gewaltiger weißer Schatten an ihnen vorbei und verschwand hinter den Gebäuden des Rats das von der grade untergehenden Sonne in ein merkwürdiges Licht getaucht wurde

,, Viel Glück.“ , rief Ragnar ihm noch nach. ,, Wohlan denn. Es geht los.“

 

Die Türen flogen auf als Ragnar dagegen trat. Thorus musste den Lärm bereits vom Flur aus gehört haben. Reglos stand er mitten in der Versammlungshalle des Rats.

Mondlicht viel durch die hohen Fenster und verwandelte den Marmorboden mit dem Sternen-Wappen des Bundes in Silber.

,, Ich wusste es war nur eine Frage der Zeit.“

Der Vorsitzende des Rats versuchte durch eine Nebentür zu entkommen doch grade als er die Türflügel aufziehen wollte wurde diese bereist nach innen aufgestoßen und der Ratsherr taumelte zurück.

In der nun offen stehenden Tür stand Zemas. ,, Wohin denn so eilig ?“ , fragte er.

,, Ihr versteht es einfach nicht.“ , antwortete er während er langsam rückwärts ging auf die Treppe zu welche die Sitzreihen hinaufführte.

Am Fenster blieb er stehen , eingekreist  von Ragnars Männern.

,, Was verstehen wir nicht ?“ , fragte Ragnar und trat langsam auf den alten Ratsherrn zu der mittlerweile gefährlich nahe am Fenster stand.

,, Mit eurem Bund geht es zu Ende. Anbrail Urthosa wird sich erheben.“

,, Wer bitte ist Anbrail ? Was verstehen wir denn nicht ?“

Thorus machte einen weiteren Schritt Richtung Fenster.

,, Und wieder beweist ihr das ihr noch weniger Versteht als ich angenommen habe, Anbrail Urthosa ist keine Person. Es ist eine Idee. Ihr versteht es nicht. Die Hostis verstehen es nicht und euer Freund Liron wird es erst verstehen wenn es längst zu spät ist. Er tut mir jetzt schon leid.“

Und mit diesen letzten Worten stürzte sich der Ratsherr durch das dünne Glas des Fensters und verschwand ohne einen Schrei in der Tiefe.

,, Und da gehen unsere Antworten dahin.“ , bemerkte Ragnar nur als er eine Hand voll Scherben aufhob und durch das Fenster warf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt war ihm klar was Ruben damit gemeint hatte die Harpyien wären die harmloseren Vertreter ihrer Art. Das fast zwei Meter große , pechschwarze Wesen brach durch eine "Reihe von Soldaten die es geschafft hatten zumindest so etwas wie einen Wiederstand aufzubauen.

Eine rasiermesserscharfe Klaue durchbohrte einen der Hostis. Ein anderer wurde von etwas das entfernt an ein Schwert erinnerte zerfetzt. Die Pfeile die das Wesen trafen prallten einfach an den sich überlappenden Panzerplatten die es vollständig wie eine natürliche Rüstung bedecken. Nur die Augen waren ungeschützt und starrten in einem gnadenlosen ungerührten Grün über die Szenerie. Als würde es nach etwas suchen... Einige Krieger die den ersten Ansturm des Wesens Überlebt hatten versuchten es anzugreifen und zu Überraschen. Doch sie kamen nicht weit. Die Waffe des Wesens kreiste durch die Luft und streckte sie fast alle nieder. Dabei suchten die Augen unablässig weiter.... und blieben an Liron hängen.

Sekunden schienen zu vergehen ohne das sich irgendjemand rührte. Dann setzte sich das Wesen wie in Zeitlupe in Bewegung , stürmte auf ihn zu.

Einige hastig gewirkte Zauber von Ruben und Alexis prallten wirkungslos von der Kreatur ab.

Für ihn war es viel zu spät um irgendwie auszuweichen. Er war so gut wie tot.

Irgendetwas... jemand stieß ihn zur Seite. Adriana wurde von der Kreatur umgerissen und einige Meter weit mitgezerrt bevor der Verschlinger halt machte und sich umdrehte.

Sie blieb regungslos im Staub liegen.

Liron fühlte Wut in sich Hochkochen. Das Wesen kam langsam wieder auf ihn zu. Er überlegte nicht mehr als er es einfach Angriff.

Die Waffe es Wesens raste durch die Luft und hätte ihn beinahe getroffen doch diesmal war er vorbereitet und sprang zur Seite  so das der Angriff ins leer lief und die Klinge sich neben ihm in die Erde grub.
Er würde der Kreatur keine zweite Chance geben. Bevor der Verschlinger die Waffe wieder heben konnte durchbohrte ihn bereist die Klinge von Lirons Schwert. Die blauen Flammen fraßen sich durch die Panzerplatten als würde es sich um Butter handeln.

Rauschwaden traten aus der brennenden Wunde aus bevor das Wesen in sich zusammensackte und langsam zu Asche zerfiel.

Liron beachtete die sterbende Kreatur  in deren Brust immer noch das Schwert steckte bereist nicht mehr und rannte zu der immer noch am Boden liegenden Adriana.

Sie rührte sich nicht.

,, Nein ; nein nicht einfach so...“ Liron sank verzweifelt auf die Knie. Er hätte das kommen sehen müssen er hätte... ,, Verdammt !“

Adriana sagte etwas aber Liron verstand es erst nicht. In seinem Kopf war alles leer und er musste sich Mühe geben den Worten Sinn zu verleihen.

,, Gib... dir keine Schuld.“ , flüsterte sie. ,, Es war meine Entscheidung...“

Und dann nichts mehr. Er wusste nicht wie lange er einfach nur dasaß und die durch die Luft wirbelnden Ascheflocken beobachtete.

 

,, Liron.. sie ist Tod.“ , hörte er Alexis hinter sich der vorsichtig näher getreten war. ,, Ruhe sanft kleine Schwester“

 ,, Ihr müsst doch irgendetwas tun können.“

,, Es tut mir leid . Einst verfügte ich vielleicht über die Möglichkeit dazu.... doch heute nicht mehr.“ , erwiderte Ruben leise. Einst ja.. da hatte er die Macht gehabt die Grenzen zwischen Leben und Tod zu überwinden.. doch dieser Magie hatte er abgeschworen.

,, Und wozu seit ihr dann überhaupt nütze ?“  rief Liron. Er hatte nichts davon gewollt. Und jetzt sollte er dafür bezahlen ? Die Trauer und der Schock wurden langsam aber stetig von einem neuen Gefühl verdrängt. Brennender ungezügelter Hass.

Er stand  wieder auf . Langsam. Aber mit einem neuen Ziel , einem neuen Gedanken. Das durfte nicht umsonst gewesen sein. Sie mussten weg , das alles irgendwie beenden.

Ohne ein weiteres Wort lief er zu einem der verwundeten Soldaten herüber die den Verschlinger bekämpft hatten. Sie hatten versagt. Selbst er hatte versagt. Stattdessen hatte

´,, Habt ihr Fylla irgendwo gesehen ?“ , fragte er. Irgendwie musste Liron sich ablenken. Seine Gedanken auf das wesentliche Konzentrieren. Er durfte nicht darüber nachdenken was grade geschehen war oder er würde wirklich Wahnsinnig werden. Und noch dazu zehrte irgendetwas an ihm. Das Gefühl nicht ganz dazu sein. Die Vorboten einer Vision..

Nicht jetzt , rief er in Gedanken. Doch das alles nützte nichts.

Sein Geist wurde von einem Sturm aus Gedanken und Bildern weggerissen bevor der Soldat überhaupt antworten konnte.

 

Um ihn herum war es Dunkel. Flüsternde Schatten tauchten auf und verschwanden wieder und eine unangenehme Kälte lag über allem... eine Kälte die er nicht wirklich spürte , aber er wusste das sie da war.

Das einzige Licht in der Dunkelheit bildeten drei Gestalten die er kannte.

Adriana , der Anblich versetzte ihm einen Stich im Herzen , Alexis und Fylla.

Adriana trat ein paar Schritte vor. ,, Ich bin gefallen .Durch deine Entscheidung., so soll es sein.“

Sie drehte sich um und verschwand in der Dunkelheit. Das Licht um sie erlosch.

Alexis trat an ihre Stelle. ,, Magier.. Wir Segnen wir heilen, wir zerstören. Ich werde fallen durch deine Entscheidung. So sei es. Ändere dein Schicksal bevor es auch für dich zu spät ist.“ Mit diesen Worten verschwand er ebenfalls in der Dunkelheit.

,, Nein.“ , flüsterte Liron.. aber was nützte das schon...

Fylla war als einzige übrig. Das letzte Licht in der Finsternis.

,, Wieso greifst du nach Dingen die du nicht Kontrollieren kannst ? Was versuchst du zu erreichen ? Was verblendet dich ? Durch deine Entscheidung werde ich fallen. So sei es.“

Das letzte Licht begann zu verlöschen.

,, Nein.“ , rief Liron in die ihn Umgebende Leere hinein. ,, Durch meine Entscheidungen wird niemand mehr umkommen. Heute stirbt niemand mehr.“

Die darauf folgende Stille schien seine Worte verhöhnen zu wollen.

 

Als hätte ihm jemand einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet erwachte er aus der Vision, immer noch vor dem Soldaten kniend. Offenbar war nicht viel Zeit vergangen aber vermutlich war ihm Anzusehen was er grade durchgemacht hatte.

,, Alles in Ordnung bei euch ?“ , fragte der Mann der selbst eine Klaffende Wund im Arm hatte.

,, Nein.“ , antwortete er tonlos. ,, Aber geht schon. Also wisst ihr wo ich Fylla finden kann ?“

Der Mann schien kurz zu überlegen. ,, Sie ist noch vor dem Angriff in der Stadt verschwunden. Keine Ahnung wohin genau aber es sah aus als wäre sie in Richtung der ehemaligen Akademie unterwegs.“

,, Danke das ist immerhin ein Anfang.“ , meinte Alexis und legte kurz seien Hand auf die Wunde des Mannes. Als er sie wieder wegnahm war die Blutung gestillt.

,, Macht ihr einfach das ihr hier wegkommt.“

,, Danke. Und seit Vorsichtig. Ein grossteil  der Wesen die uns Angegriffen haben kamen aus dieser Richtung.“

Ruben sah besorgt in die Himmelsrichtung die ihnen der Verwundete gewiesen hatte.

,, Das wird immer besser und besser. Bleibt am besten einfach hinter mir dann kommen wir vielleicht irgendwie durch.“

,, Nein.“ Liron war aufgestanden und hatte sein Schwert wieder in der Hand. Die Flammen züngelte nicht mehr bloß an der Klinge entlang sondern legten sich mittlerweile wie ein Mantel über die gesamte Waffe. ,, Das endet alles. Hier und Jetzt. Vielleicht bin ich nicht was man von mir erwartet. Vielleicht habe ich Fehler gemacht und die falschen Entscheidungen getroffen. Aber es Endet hier .Und ich kann nur jedem raten sich mir nicht in den Weg zu stellen.“

 

 

 

 

 

 

Kapitel 17 Scheitern

 

 

Die Harpyie die sich aus dem Himmel stürzte hatte keine wirkliche Chance. Ruhig wartete Liron auf den Richtigen Moment bis die fliegende Kreatur nicht mehr ausweichen konnte. Dann riss er die Waffe hoch. Der schwarze Schatten spießte sich selbst auf und zerfiel noch in de Luft zu Asche.

Sofort wendete er sich seinem nächsten Ziel zu einem Anstürmenden Verschlinger. Bevor die Kreatur ihn erreichte sprang er zur Seite und Schlug noch im Fallen mit der Waffe nach der Kreatur. Der Schlag traf die Beine seines Gegners der einige Meter weiter in den Staub sank.

Er musste nicht nachdenken, er musste nicht zögern. Alles was er noch fühlte war blanker Hass auf diese Wesen. Selbst Alexis und Ruben hielten sich zurück und versuchten ihm auszuweichen.

Es kümmerte ihn nicht. Sie hatten ihr Ziel erreicht. Vor ihnen ragte die halb zerstörte Fassade der alten Magierakademie von Grauhafen in den Himmel.

Wie auf allem in der Stadt und dem ganzen Land lag über allem eine dünne Schicht Asche. So als hätte die Welt in Flammen gestanden.

Aus dem Augenwinkel nahm er eine Bewegung war. Er wirbelte herum bereit was immer dort auch war zu Bekämpfen doch fand sich plötzlich mit einer Klinge an der Kehle wieder.

,, Was macht ihr hier ?“ , fragte Fylla und lies die Waffe sinken. ,, Und wo ist Adriana ?“

,, Diejenige die ihr Adriana nennt ist Tot und das gleiche könnten wir euch fragen.“ , meinte Ruben und sah in Richtung der Beschädigten Akademie. Irgendetwas war dort was eben noch nicht da gewesen war. Und es machte ihm Angst. Aber das schlimmste war er glaubte zu wissen was es war. Er kannte dieses Gefühl.

,, Liron wer ist das ?“ , fragte Fylla fast abfällig. Die Nachricht über den Tod Adriana tat sie mit einem Schulterzucken ab. Manchmal überlebten einfach nicht alle. Der in rot gekleidete Mann stand etwas abseits der anderen und hatte seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Sie konnte die Macht die von ihm ausging spüren. Ganz klar der war ein Magier und er war gefährlich aber da war noch etwas anderes. Etwas entferntes... beinahe trauriges. Oder war er besorgt ? Spürte er was sie getan hatte ?

 

,, Nur wen ihr versprecht ihn nicht sofort zu töten. Ich denke mal wir brauchen ihn“ , warf Alexis ein. Er hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache.

,, Wieso sollte ich das tun ? ich habe keinen Grund dazu. Also raus jetzt mit der Sprache.“

Liron zögerte kurz. ,, Nun.. ob ihr glaubt oder nicht aber das dort ist Ruben Darelto.“

Statt eines weiteren Satzes flog ein Messer durch die Luft prallte aber Zentimeter vor dem Gesicht des Magiers auf ein unsichtbares Hindernis. Der hob beide Arme und entfesselte eine Schockwelle die Fylla und alle anderen zu Boden warf.

,, Fylla , Ruben sofort aufhören.“ , sprang Alexis dazwischen.

,, Ich hab nichts getan.“ , erwiderte Ruben.

,, Nichts getan ? Habt ihr eine Ahnung wie viele Leben dieser Mann auf dem Gewissen hat ?“

Ruben trat auf die Tabajaxie zu. Er war vielleicht nicht besonders groß überragte Fylla aber trotzdem ein Stück. Und in diesem Moment wollte Liron auf keinem Fall mit ihr tauschen.

,, Ich weiß selbst genau was ich alles getan habe. Ich erinnere mich jeden Tag daran. Kämpfe jeden Tag , jede Sekunde damit. Aber was ist mit euch ? Wie viele werdet ihr bald auf dem Gewissen haben ?“ Fylla wurde bleich. Woher konnte er...

,, Was meint er damit ?“ , fragte Liron. Sie antwortete nicht. Er hatte langsam genug. ,, Fylla was meint er ?!“

Alexis schien es zu wissen. ,, Nein... nein das haben sie... Fylla das ist Massenmord ! Aber woher haben sie das.. man kommt da nicht so einfach ran es sei denn... das wäre von Anfang an der Plan gewesen. Und wir würden natürlich auf jeden Fall mit drauf gehen.“ Er wendete sich ab. ,, Liron wir sind alle tot. Die Hostis , wir , alle tot.“

,, Würde mich jetzt bitte mal jemand aufklären ?“ Liron wusste das etwas nicht in Ordnung war aber... Er Verstand einfach nicht was

,, Liron. Sie hat einen Seelenstein in der Akademie versteckt. Seelensteine sind Gefäße für magische Energie. Beinahe unendlich viel davon und wenn diese nun auf einen Schlag freigesetzt werden würde... Sagen wir einfach was von uns und dieser Stadt übrig bliebe würde ein einen Sarg passen.“

Liron wurde wütend. ,, Sind sie eigentlich vollkommen Wahnsinnig ?“

,, Es war ein direkter Auftrag von Ratsherr Thorus.“

,, Der Auftrag hat sich soeben erledigt. Machen sie es Rückgängig.“ , forderte Liron

Fylla sah fast schon Schuldbewusst auf den boden. ,, Das ist unmöglich... es sei denn.. Liron das Amulett der Seher.“

,, Was ist damit ?“ , fragte Alexis.

,, Nach den Aufzeichnungen des Ordens kann es Maie aufheben. Möglicherweise funktioniert das auch bei einem Seelenstein.

,, Oder auch nicht. Vielleicht wird dabei auch sofort sämtliche Energie freigesetzt.“ , warf Alexis ein.

,, Wenn jemand eine bessere Idee hat bitte. Also Liron geben sie mir das Amulett und ich versuche....“ Alexis stellte sich ihr in den Weg. ,, Ich mach das besser. Ich traue ihr nicht.“

Liron nahm das Amulett von der Kette um seinen Hals. ,, Alexis... ich kann auch gehen.“

,, Nein kannst du nicht. Und außerdem bin ich der mit den besten Chancen.“ , meinte er mit einem Lachen das ziemlich falsch klang. ,, Erinnerst du dich noch als ich sagte ich hätte mich mit Seelenmagie beschäftigt ? Vielleicht habe ich ein wenig mehr getan als das ganze nur zu studieren. Ich denke ich weiß schon was ich tue.“

,, Viel Glück alter Freund.“

,, Dir auch. Oh und Fylla. Sie sind echt Nervig gewesen. Aber ich glaube ansonsten doch ganz in Ordnung.“
Er nahm den Talisman an sich und lief in Richtung des Eingangs der Akademie.

Unwillkürlich musste er wieder an Adriana denken als er die zersplitterten Stufen hinaufhechtete immer seinem Gefühl nach. ,, Wir sehen uns bald.“ , flüsterte er während er eine Tür aufstieß und fand was er gesucht hatte. Der Stein war eine perfekte , tiefschwarze Kugel die ein paar Hand breit über dem Boden .

Kleinere Steinsplitter wurden wie von unsichtbarer Hand beiseite gefegt und wirbelten durch den Raum . Durch eine gewaltige Bresche im Mauerwerk konnte er hinaus auf die tote Stadt sehen. Nein , dachte er sich , nicht tot. Nicht solange er etwas dagegen tun konnte.

Vorsichtig nahm er das Amulett mit dem Augensymbol in die Hand und hielt es gegen den Seelenstein.

Es war als würde die Welt in sich zusammenstürzen. Alles schien auf den Seelenstein zuzustürzen. Alexis stellte fest das selbst seine Füße über den Boden gezogen wurden.

Steine und Holzteile wirbelten um ihn herum. Dann schien alles einen Moment still zu stehen. Ein Moment des Friedens im Chaos. Und er war dankbar dafür.

 

Liron sah besorgt zu dem Gebäude herüber. Minuten waren vergangen seit Alexis es betreten hatte und seitdem hatte niemand ein Wort gesagt. Eine Druckwelle fegte über sie hinweg und zog sämtliches Loses Geröll und die allgegenwärtige Asche in Richtung der Akademie-Bauten.

Dann wurde es einen Moment wieder Totenstill. Nichts rührte sich. Die Asche und die Steine kamen langsam wieder zur Ruhe.

,, Er hat es geschafft.“ , meinte Liron schon erleichtert als eine weitere Druckwelle über sie hinwegfegte. Feuerwalzen brachen aus den Türen und Fenstern der Akademie hervor und rasten durch die Straßen wo sie alles vernichteten was sich ihnen in den Weg stellte.

 

Langsam stand Liron wieder auf , gefolgt von Ruben ,der sich etwas Staub aus seiner Robe klopfte, und  Fylla.

,, Verdammt.“ , flüsterte er und musste sich Mühe geben nicht einfach Loszurennen in das brennende Inferno das einst mal ein solides Gebäude gewesen war. Alexis konnte das nicht überlebt haben.

,, Verdammt.“ , wiederholte er und starrte weiter in die Lodernden Flammen..

,, Liron wir müssen weg.“ , rief Fylla ihm zu.

,, Wieso ?“ , fragte er.

,, Ich weiß nicht ob es dir aufgefallen ist aber wir haben grade die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt. Sendor kann auch eins und eins zusammenzählen. Wir sind die einzigen die sich frei in der Stadt bewegt haben und wenn sie auch nur vermuten sollten...“

Er sammelt sich wieder. ,, Schon Verstanden. Ruben kommt ihr....“ Liron sah sich um.

,, Er ist weg.“ , stellte er fest ,, Wo ist er hin ?.“ Der Platz um die zerstörten Gebäude war verlassen. Und der Zauberer nirgendwo zu sehen.

,, Ehrlich gesagt mir ist sowieso wohler wenn mir kein Schwarzmagier im Nacken sitzt. Und jetzt komm wenn das hier nicht alles umsonst gewesen sein soll müssen wir weg . Und zwar jetzt.“

Liron schüttelte die Trauer ab. Sie hatte recht. Jetzt einfach hier zu bleiben wäre ihr Tod... Andererseits.. war vielleicht nicht mehr viel übrig für das es sich zu leben lohnte.

Den Weg zurück zum Hafen mussten sie sich durch Schutt und Bergeweise Trümmer suchen.

Überall flackerten Feuer auf. Der Seelenstein hatte die Stadt zwar nicht zerstört aber der Schaden war immer noch immens.

Die Hostis die den Angriff und die Detonation überlebt hatten versammelten sich am Hafen wie sie schon bald feststellen mussten. Alles war in Hektischer Aufregung und Liron konnte sich grade noch rechtzeitig wieder ducken als plötzlich Sendor wenige Meter an ihrem Versteck vorbeilief.

,,.. und ich will das ihr Fylla und diese anderen drei zu mir bringt wenn ihr sie findet. Sie schulden mir eine Erklärung. Und wenn sie sich wehren.... tötet sie.“

,, Klingt nicht grade als würden sie sich freuen wenn sie uns sehen.“ , bemerkte Fylla.

,, Das hättest du dir überlegen können bevor hier alles explodier ist.“ , meinte Liron.

,,Ich denke nicht ,dass das noch eine Rolle spielt wenn wir es nicht irgendwie an Bord eines dieser Schiffe schaffen. Ich schlage vor wir warten bis es dunkel ist und versuchen dann unser Glück. Wenn alles gut geht und wenn sie nichts merken können wir entkommen.“

,, Das sind ziemlich viele Wenn’s.“

,, Wenn du einen besseren Vorschlag hast....“

,, Nicht wirklich. Also versuchen wir es.“ , antwortete Liron. Kurz meinte er auf der anderen Hafenseite eine Gestalt in roter Robe zu sehen aber als er wieder hinsah war niemand mehr zu entdecken. Er musste sich getäuscht haben.

 

Dunkelheit hatte sich über alles gelegt. Durch die Wolkendecke die den Himmel verhüllt konnte kaum Mondlicht nach unten dringen. Liron konnte kaum die Hand vor Augen erkennen. Perfekte Voraussetzungen für das was sie vorhatten. Vorsichtig schlich er gefolgt von Fylla durchs Dunkle bis er die Bordwand eines der im Hafen vertäuten Schiffe erreichte.

Soweit so gut , dachte er und schwang sich an Bord. Nur um fast in ein Schwert zu stolpern das ihm Sendor an die Kehle hielt. ,, Ich hatte so ein Gefühl das ihr hier irgendwann auftauchen würdet.“ , meinte er mit einem triumphierenden Grinsen das so gar nicht zu seiner sonst eher kalten Art passte.

Hinter ihm tauchten ebenfalls einige Bewaffnete auf und umstellten Fylla.

,, Ich denke mal ihr nehmt mir nicht ab das ich nur einen Spaziergang gemacht habe ?“ , fragte Liron. Er machte sich keine Hoffnungen mehr. Sie waren erledigt.

 

 

Kapitel 18 Namenstag

 

 

Er starte hinaus auf das Stück Meer das er durch das Fenster erkennen konnte. Es war nicht vergittert. Wozu auch ? Sie konnten nirgendwo hin .Das auf und ab der Wellen beruhigte ihn irgendwie. Es hielt ihn vom Nachdenken ab.

Trotzdem musste er sich von dem Anblick losreisen. Noch war nichts Entschieden. Es wunderte ihn das sie überhaupt noch lebten. Gleich am Tag nachdem man ihren Fluchtversuch unterbunden hatte , war die Hosti-Flotte zusammen mit den Überlebendend er gesuchten Armee in See gestochen.

Wenigstens würde er Zuhause sterben... das war doch schon mal etwas. Alexis und Adriana hatten nicht so viel Glück gehabt. Wobei die frage war ob es wirklich Glück war noch am Leben zu sein. Ihm blieb wahrlich nicht mehr viel. Zwei seiner Freunde hatte er in den Tod geführt und nun blieben nur noch zwei Leben übrig die verlöschen konnten. Er schwor sich das es diesmal sein Leben enden würde bevor er noch jemanden beim Sterben zusah.

Er riss sich endgültig von seinen Gedanken los.

,, Wieso haben die uns nicht sofort getötet ?“ , fragte Liron.

,, Nun“ Fylla stand von dem einzigen Stuhl im Raum auf ,der ohnehin nicht besonders groß war , und lief ein wenig hin und her.,, ich habe euch die Philosophie der Hostis bereist erklärt. Wer kämpft überlebt.“

,, Und das soll heißen ? Dürfen wir uns den Weg freikämpfen ?“

Fylla setzte sich wieder und sah zu boden. ,, So was in der Art. Sie werden uns gegeneinander kämpfen lassen. Alles was du tun musst ist mich zu töten.“

,, Fylla ich werde euch sicher nicht...“

,, Dann sterben wir beide. Mein Leben war.. ohnehin nie viel Wert.“

,, Das meinen sie nicht ernst.“

,, Weißt du wie es ist allein als Magier außerhalb einer Akademie aufzuwachsen ? Die meisten Leute haben keinerlei Verständnis für Magie. Sie fürchten sie gleichzeitig akzeptieren sie ausgebildete Magier aus dem einfachen Grund das sie gebraucht werden.

Was mich angeht hatte ich nicht das Glück wirklich Ausgebildet zu werden. Die meisten unentdeckten Magier merken gar nicht was sie sind... bis sie irgendwann dazu gezwungen sind es herauszufinden. Stresssituationen oder Bedrohungen aber auch Verzweiflung. Durch Emotionen wird Magie gelenkt und so irgendwann freigesetzt.“

,, Was war bei euch der Auslöser ?“ , fragte Liron. Er konnte sich das schwer vorstellen.

,, Nun sagen wir einfach in den Armenvierteln von Hama sind nicht nur Magier Freiwild , sondern jeder der Schwach ist. Und die Tabajaxie zählen mit zu den Schwächsten.“

,, Ihr seit in Hama aufgewachsen ? Dann stammt ihr aus Egarium...“ Egarium war wohl das Land des Bundes das am wenigsten auf Magier setzte. War Magie in Arbitrium fast an der Tagesordnung und in Raven zumindest geduldet so setzte Egarium lieber auf Technik. Die Schusswaffen welche die Armeen des Bundes verwendeten kamen größtenteils aus den Feuerschmieden der Ebenen Egariums. Und Magier hatten dort mit massiven Einschränkungen zu rechnen. Es gab nur keine Akademien oder Zufluchtsorte und auch die Suche nach Magier in der Bevölkerung war schwer da die meisten ihre Gabe entweder absichtlich verheimlichten oder eben erst gar nichts davon wussten.

,, Richtig. Was das ganze natürlich noch verschlimmert hat. Wäre ich in Licentia oder Dynastes aufgewachsen wäre möglicherweise alles anders ausgegangen.“

,, Aber ihr habt immer noch nicht erzählt wie ihr eure Gabe letztlich entdeckt habt.“

Fylla schwieg einen Moment und starrte wie Liron vor ihr eine Weile aus dem Fenster auf das Wasser.

,, Das ist nicht unbedingt ein Teil meines Lebens auf den ich gerne zurück Blicke.

Wenn man nichts hat gibt es nur eine Möglichkeit zu Überleben und die heißt Diebstahl. Und wenn jeder den man Bestehlen könnte selbst nicht mehr hat...

Schatten die sich zu verschieben schienen. Ein rettender Sprung in eine Gasse. Sie waren direkt hinter ihr aber wenn sie es bis ans Ende der Gasse schaffte....

Zu Spät . Sie stolperte über irgendetwas , fiel hin. Ein verräterisches Knacken im Fuß und ein stechender Schmerz.

Und sofort kamen die Leute die sie verfolgten um die Ecke. Selbst wenn sie noch hätte laufen können jetzt würde sie nicht mehr entkommen. Einer der Verfolger trug ein Messer und als sie den kalten Stahl im schwachen Licht auffunkeln sah wurde sie sich etwas Bewusst. Sie wollte hier nicht sterben. Ja sie würde vielleicht eines Tages einfach Verhungern oder an einer Krankheit sterben. Aber sie wollte nicht sterben nicht jetzt nicht hier.

Bevor sie überhaupt richtig Verstand was vor sich ging begann das Messer zu glühen und die Klinge sich durch die Hitze zu verformen. Der Mann lies die Waffe mit einem Schrei zu Boden fallen und hielt sich die Verbrannte Hand.

Eingeschüchtert Wichen die anderen zurück. Mit einer Magierin wollten sie sich nicht anlegen.

Und vielleicht wären sie nach einigen weiteren ratlosen Momenten geflohen doch Fylla fühlte plötzlich einen stechenden Scherz in ihrem Kopf der ihr fast das Bewusstsein raubte.

Ihre vier Verfolger zögerten nicht lange. Ohne Waffen prügelten sie mit Fäusten und Tritten auf Fylla ein. Sie wusste nicht wie lange. Eine Ewigkeit aus Schmerz. Doch auf einmal hörten sie auf. Irgendetwas hatte ihre Aufmerksamkeit von der wehrlosen Tabajaxie abgewendet.

Fylla hob mühsam den Kopf und sah am anderen Zugang der Gasse einen einzelnen Mann stehen. Er trug eine blaue Robe und strahlte eine Autorität aus die dazu führte das sie sich die Frage stellte was er überhaupt hier in den heruntergekommenen Randgebieten Hamas zu suchen hatte. Erst Jahre später sollte ihr klar werden das er wohl gezielt nach ihr gesucht hatte. Ein Sucher des Ordens der neue Rekruten finden sollte.

Doch in diesem Moment wusste sie weder wer der Mann war noch was er wollte. Vermutlich würde er sich einfach wieder umdrehen und sie ihrem Schicksal überlassen.

Doch das tat er nicht. Stattdessen trat er einige weitere Schritte in die Gasse hinein und kniete sich neben Fylla. Ihre Angreifer waren mittlerweile fast bis ans Ende der Gasse zurückgewichen.

,, Was hat sie euch getan ?“ , fragte der Mann in der Robe fast beiläufig.

Langsam schienen die Raufbolde wieder etwas Mut zu fassen.

,, Was geht euch das an ?“ , fragte der einen der sich noch immer seine versengte Hand hielt.

,, Es geht mich etwas an da ein Angriff ohne Grund immer noch ein Gesetzesverstoß ist.“

Die vier lachten und kamen langsam wieder näher. Als ob Gesetze hier etwas zählen würden.

,, Ich würde bleiben wo ihr seit.“ , warnte er.

,, Und wenn ni...“ , es sollte das letzte sein was einer der Vier je von sich gab. Eine Feuerlanze schoss aus der Hand des Fremden und durchbohrte den Sprechenden.  Mit der anderen Hand griff er zeitgleich unter seinen Mantel und warf ein Messer das den Mann mit der verbrannten Hand erledigte.

Die verbliebenen Zwei waren mittlerweile wieder gefährlich nah. Der Fremde in der Robe zog eine gebogene Klinge und mit einer fliesenden Bewegung streckte er die Überlebenden nieder.

Innerhalb weniger Wimpernschläge waren Fyllas vier Peiniger Tod.

Der Fremde zog sein Messer aus der Brust des verbrannten Mannes  und säuberte es an seiner Kleidung bevor er sich wieder der immer noch am boden liegenden Fylla zuwandte.

Vorsichtig legte er ihr eine Hand auf die Stirn. Heilendes Licht breitete sich aus und erleuchtet kurz die dunklen Straßen. Die Schmerzen verschwanden langsam.

Fylla war in diesem Moment egal wer der Fremde war sie war nur Froh noch am Leben zu sein.

,, Nun und so kam ich letztlich zum Orden. Bei dem agier der mir geholfen hat handelte es sich um einen Sucher , ein Ordensmitglied das losgeschickt wird um Magier zu finden die sich dem grauen Orden anschließen möchten. Und ich denke er wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen jemanden zu rekrutieren der vorbehaltlos gegenüber dem Orden ist.

Erbrachte mich zu einer Zuflucht des Ordens die alles weitere Übernahmen. Ausbildung , Training... Anfangs war es für mich nur eine Möglichkeit nicht mehr ums Überleben kämpfen zu müssen doch mit der Zeit habe ich erkannt das der Orden gebraucht wird. Wir sind die erste Verteidigungslinie des Bundes.  Ich glaube nicht das mein Überleben Zufall war. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit das ausgerechnet in diesem Moment ein Sucher vorbeikommt ? Vielleicht habe ich genau deshalb Überlebt. Um an einem anderen Tag zu sterben.“

,, Seit ihr ihm je wieder begegnet ?“  , fragte Liron.

,, Einmal. Er war einer der Oberen des Ordens geworden und bei meinem Beitritt in den Orden war er es der als Schirmherr meinen neuen Namen bestimmt hat.. Sein Ordensname war Arcentis.“

,, Ich wusste schon das die Ordenskrieger ihren alten Namen ablegen aber ich dachte sie suchen sich ihre Namen selbst ?“

,, Nein manche tun das zwar aber normalerweise sucht sich jemand vor seiner Aufnahme einen Schirmherren oder einen Schirmherrin die einen Namen bestimmt . Ein Ausdruck dafür das für ein Mitglied nur noch der Orden zu zählen hat. Alle alten Verbindungen werden zusammen mit dem Namen abgelegt.“
Liron überlegte. Seine gesamte Frühere Existenz aufzugeben schien ihm doch ein ziemlich radikaler Schritt. ,, Das klingt ziemlich extrem.“

,, Für viele ist es wohl tatsächlich schwer. In meinem Fall jedoch nicht. Ich hatte nichts das ich zurücklassen könnte. Jedoch Liron ich möchte das ihr meinen Namen kennt. Den Namen mit dem ich geboren wurde nicht den welchen mir der Orden gab. Behaltet ihn in Erinnerung und erinnert euch damit an mich.“

Er wollte wiedersprechen. Das kam dem Aufgeben gleich und noch lebten sie beide. ,, Fylla..“

,, ist  nicht mehr. Ich bin Nyara As'ny . Erinnert euch an diesen Namen. Und an mich.“

,, Wie ihr wünscht. Aber noch ist nichts entschieden. Wir leben noch und ich sage solange wir leben besteht noch eine Chance.“

Fylla oder Nyara schüttelte den Kopf .

,, Mehrere Tage Kampftraining eine Überfahrt über das Weltenmeer der Kämpfe gegen Verschlinger. Und immer noch der alte Idealist. Ihr ändert euch nie was ?“

,, Nur wenn ich muss.“ , sagte er und stellte für sich fest das diese Feststellung so nicht stimmte. Er hatte sich verändert. Und möglicherweise nicht zum Besseren. Nach außen verhielt er sich vielleicht wie immer aber in seinem inneren brodelte es. Hass und Verzweiflung  und seine erwachten Visionen. Wenn er die Augen schloss konnte er es spüren. Wie flüchtige Schatten die seinen Geist berührten. Manchmal gestattete er sich diesen Schatten zu folgen und zu sehen wohin sie ihn trieben. Doch er wagte nicht allzu weit zu gehen. Denn irgendwo dort war noch etwas anderes. Etwas das frei sein wollte. Und es gefiel ihm gar nicht.

 

 

 

 

 

 

Kapitel 19 Der Heiler

 

 

Nach der Zeit unter Deck taten die Strahlen der Sonne die durch die Lücken zwischen den Holzbrettern fielen in den Augen weh. Die Flotte hatte den Hafen am gestrigen Abend erreicht und nun war es Zeit für sie zu sterben. Aber es war schön das sie die Sonne noch einmal sah. Nach der Zeit der Dunkelheit in Grauhafen war konnte sie sich nichts schöneres Vorstellen. Und man hatte ihnen ihre Waffen zurück gegeben. Fylla die sich nun wieder Nyara sah sich nach Liron um und  hoffte das er einfach nicht zögern würde seine zu benutzen. Einer von ihnen musste sterben und sie wollte verdammt sein wenn sie zuließ da er das war. Sie waren bereits am frühen morgen vom Schiff gebracht worden und der Kampfplatz vorbereitet worden. Wobei vorbereitet hieß das sämtliche Ausgänge verschlossen worden waren und sich Bogenschützen für den Fall eines Fluchtversuchs auf den Tribünen positioniert hatten. Entweder kam nur einer von ihnen hier lebend raus oder niemand.

Sendor hatte es sich wohl nicht nehmen lassen sich den Kampf persönlich anzusehen.

,, Diese beiden haben Hunderte von uns getötet. Sich vertrauen erkauft und erschlichen. Ich war genau so blind wie wir alle und viele haben das mit dem Leben bezahlt.“

Nach diesen Worten nahm er den Amulettsplitter den er um den Hals trug in die Hand.

,, Das hier hat mich hergeführt auf der Suche nach einem Neuanfang für uns.  Aber gebracht hat es uns nur noch mehr Leid.“ Fast beiläufig warf er es auf den Boden. Niemand bemerkte die rot gekleidete Gestalt die den Splitter Vorsichtig aufhob und sich dann wieder , ohne beachtet zu werden ,zurückzog und in den Schatten verschwand.

Er musste noch warten. Der Kampf begann...

 

 

Zemas starrte eine weile unschlüssig in die Finsternis. Dann entzündete er mit einer Handbewegung einige Fackeln im inneren der Höhle. Gelegen im inneren des Bergs der nach wie vor das Zentrum der Stadt Licentia bildete war dieser Ort für jeden ohne Flügel so gut wie unzugänglich. Und das hatte seinen guten Grund. Einst war es nur seine Zuflucht gewesen. Doch nun war es auch der Ort an dem Jarets letztes Geheimnis begraben war. War Anbrail Urthosa was immer er ,sie oder es auch war dahinter her ?

Etwas das er geschworen hatte mit ins Grab zu nehmen. Aber hatte er nicht eins Varis Galeron selbst geschworen Jaret sterben zu lassen und es nicht getan ? Vielleicht würde er ein weiteres mal ein Versprechen gegenüber einem Seher brechen müssen.

Wenn sich seine Befürchtungen bewahrheiten sollten.

 

,, Zögere nicht. Ich habe mein Schicksal gewählt jetzt entscheide dich für deines.“

Liron antwortete nicht , nickte nicht einmal. Sie konnte nur hoffen das er wirklich nicht plante irgendetwas dummes zu tun.

,, Fylla ich werde euch nicht töten. Ich habe zu viele sterben sehen. Das Endet hier.“

,, Unverbesserlich ... Dann werde ich euch eben dazu zwingen.“

Sie führte einige schlecht gezielte Angriffe auf Liron durch die dieser jedoch ohne größere Mühe  , beinahe Spielerisch ,abwehrte. Sofort danach lies er die Waffe wieder sinken. Selbst wenn er die Attacke nicht abgewehrt hätte wäre er nur leicht verletzt worden. Er wusste das sie nur bluffte.  Dann eben auf die Harte Tour.

Ein Hagel aus Klingenhieben gefolgt von dem hellen Klang von Stahl der auf Stahl traf.

Alle Angriffe gingen ins Leere oder wurden von Liron abgewehrt wenn sie ihm wirklich gefährlich werden könnten. Bei manchen machte er sich nicht einmal die Mühe auszuweichen.

Ich hab ihm zu viel beigebracht, dachte Fylla mit einer Mischung aus Stolz und Resignation.

Auf den Tribünen ringsum betrachtete Hunderte Augen den Kampf ungerührt.

Ihr würde keine Wahl bleiben. Mit simplen Angriffen lies Liron sich zu nichts provozieren.

Eine weitere Folge von Schwerthieben und Finten die Liron abermals gekonnt abwehrte.

,, Gut gemacht.“ , sagte sie als Liron abermals die Waffe sinken lies. ,, du kannst dich verteidigen. Nur andere die kannst du nie schützen was ?“

,, Ich habe getan was ich konnte.“ , antwortete er.

,, Sicher ? Sie sind gestorben Liron. Adriana , Alexis vielleicht sogar der verrückte Zauberer. Und wessen Schuld war das ?“

,, Wie hätte ich das wissen können ? Und wer bitte hat es für nötig gehalten unbedingt jeden in dieser verlorenen Stadt töten zu müssen ?“ Seine Hand packte Den Schwertgriff.

,, Ohne euch wäre Alexis noch am leben und vermutlich sogar Adriana. Wenn jemand Schuld hat... dann ihr Nyara.“

Als hätte jemand einfach einen Schalter umgelegt. Er sah die Dinge klarer als vorher. Natürlich war es nicht seine Schuld gewesen. Wie hätte er irgendetwas von den Ereignissen vorhersehen können ? Es gab nur einen Schuldigen und der stand vor ihm. Die Flüsternde fast kaum wahrnehmbare Stimme die ihn fragte ob das denn Stimmte ? Ob er es wirklich nicht hätte verhindern können ? blendete er aus.

Sie sah den nächsten Schlag nicht kommen und machte sich gar nicht erst die Mühe sich zu verteidigen.

Die Klinge durchbohrte ihre Schulter. Sofort riss Liron die Waffe zurück.

Fylla wartete nur noch auf Den tödlichen Streich der Folgen musste.

Und nicht eintraf.

Liron zögerte. Was wollte er grade tun ? Die Fragenden Stimmen aus den Winkeln seines Verstands wurden lauter und verdrängten langsam den roten Nebel aus Zorn.

Hatte er wirklich grade Versucht "Fylla zu töten ? Natürlich war sie nicht schuld am Tod seiner Freunde. Niemand war das. Eine schlichte Verstrickung von Ereignisse die ,wenn überhaupt irgendjemand , er hätte Vorraussehen müssen. Dazu war er geboren.

Etwas verfehlte sie knapp und grub sich in den Sand.

Liron hatte das Schert fallen lassen und war einige Schritte zurückgetreten.

,, Nein. Wie gesagt. Heute stirbt niemand mehr wegen mir.“

,, Du.. Narr. Wir werden beide sterben.“ , sagte sie. Aus den Augenwinkeln konnte Fylla bereist sehen wie die ersten Schützen anlegten. Sie waren erledigt.

,, Das mag sein. Aber welche andere Entscheidung wäre mir geblieben ?“ , fragte er.

Irgendetwas lies die Bogenschützen noch zögern.. aber was ?

Liron sah auf und entdeckte eine bekannte rot gekleidete Gestalt die etwas entfernt von ihnen . Ruben den er seit sie Grauhafen verlassen hatten nicht mehr gesehen hatte. Die Götter mochten wissen wie er es geschafft hatte bis hierher zu kommen er ganz sicher nicht. Doch im Moment war er nur froh den alten Magier zu sehen.

 

Sämtliche Pfeile schienen auf den Magier gerichtet zu sein. Sendor verfolgte Misstrauisch wie er auf die Beiden Kämpfer zutrat. Das lief nicht nur wie geplant sonder mittlerweile vollkommen aus dem Ruder.

Er blickte zu einem der Schützen die in Hörweite standen. ,,Worauf wartet ihr ? Tötet ihn.“

Ein Pfeil schnellte von  der Sehne und raste auf die Brust des Mannes in rot zu nur um noch in der Luft in Flammen aufzugehen.

Sofort folgten die anderen Schützen dem Beispiel des ersten und kurz schien es als sei eine Wolke vor die Sonne gezogen.

Sendor lächelte zufrieden. Egal wer dieser Magier war der es gewagt hatte sich einzumischen.

Einen Pfeil konnte er vielleicht abfackeln aber nicht Hundert.

 Doch er machte gar keine Anstalten irgendetwas zu tun. Er blieb nur genau dort stehen wo er war , neben Liron und der verletzten Fylla.

Im letzten Moment bevor die ersten Pfeile ihn erreichten breitete er beide Arme aus und Schlug sie wieder zusammen.

Eine Druckwelle verteilte die Pfeile die eben noch in tödlicher Präzision ihr Ziel gesucht hatten in alle Richtungen. Dutzende wurden in die Tribünen gewirbelt und der eine oder andere Fand ein Ziel. Ein Mann direkt neben Sendor stürzte als ihn ein abgewehrter Pfeil ins Knie traf. Andere versuchten unter ihren Schilden Zuflucht zu finden. Nur Sendor blieb wo er war und beachtete die durch die Luft wirbelnden Pfeile nicht.

Eine Explosion und Aufsteigender Rauch versperrten einen Moment die Sicht und brachten die gesamte Arena zum wanken.

Als sich das Chaos das die Pfeile angerichtet hatten endlich wieder legte waren die drei Gestalten aus der Arena verschwunden. Und die Sendor gegenüberliegende Seite der Kampfarena existierte nur noch als ein Haufen brennender Trümmer. Gar nicht mal schlecht , dachte Sendor mit fast so etwas wie Bewunderung.

 

Er wusste nicht mehr wie weit sie schon gerannt waren. Nachdem Ruben ihnen den Weg freigemacht hatte waren er und Fylla einfach losgelaufen um so viel Abstand zwischen das Lager und sich zu bringen wie Möglich. Sobald sie den Wald erreicht hatten musste er Fylla mehrmals helfen. Die Wunde an der Schulter war zwar nicht Lebensgefährlich aber der ständige Blutverlust forderte langsam seinen Preis.

Doch Ruben lies sie nicht anhalten.

,, Wir müssen weiter schnell. Die werden nicht lange brauchen um sich an unsere Fersen zu heften. Und hier sind wir noch nicht sicher“

,, Irgendwohin müssen wir aber. Ich fürchte lange können wir so nicht weitermachen. Vor allem Fylla nicht.“

,, Wie gesagt zu unsicher.“ , antwortete er und sprang für sein alter überraschend Geschickt über eine Baumwurzel.

,, Wo bitte soll es denn sicher sein ?“ , fragte Liron während er einem Ast auswich.

,, Es ist nicht mehr weit. Ein Ort an dem sie uns garantiert nicht suchen werden.“

Fylla die bisher geschwiegen hatte schien zu Wissen was er meinte. ,, Doch nicht die Kolonie ? Ihr seit Verrückt die reißen uns dort in Stücke.“

,, Und eben das glaube ich nicht. Ihr werdet es verstehen wenn wir dort sind.“ , erwiderte Ruben.

,, Was ist diese Kolonie ?“ , fragte Liron.

,, Nun dort bringen die Orks der Hostis ihre Magier... unter.“ , meinte sie.

,, So wie ihr das sagt werden die sicher nicht freundlich behandelt .“

Ruben mischte sich ein. ,, Nun Magier sind bei den Hostis wie ihr ja selbst gesehen habt nicht mehr unbedingt willkommen. Ist auch verständlich wenn man überlegt weshalb sie hierher fliehen mussten.“

,, Und weshalb schicken nur die Orks ihre Magier in die Wüste ? Menschliche Magier habe ich im Lager schon ein paar gesehen auch wenn es bei weitem nicht so viele sind wie man bei einer solchen Streitmacht erwarten würde.“

,, Seht selbst...“ , sagte Ruben nur. Sie standen auf einer kleinen Anhöhe und konnten von dort aus auf eine Lichtung sehen auf der einige Holzhütten um einen kleinen See verteilt standen.

Einige Gestalten liefen dazwischen herum , einige Bewohner standen im flachen Wasser des Sees und schienen zu fischen.

Vor Ruben stand ein Ork der definitiv Krank war. Irgendetwas schien ihm die Haut zu zerfressen. Teilweise war diese abgelöst oder warf Blasen und die zahlreichen mit Runen verzierten binden die er um die Hände , die Arme und die Füße gewickelt hatte ließen schlimmeres erahnen.

,, Sie tun mir jedes mal Leid wenn ich ihnen begegne.“, meinte Fylla die sich an einem Baum abstützen musste. Mittlerweile war ihre gesamte Schulter blutdurchtränkt.

,, Was hat er ?“ , fragte Liron obwohl er fürchtete die Antwort schon zu kennen. So etwas geschah zwar auch durchaus bei  Menschlichen Magiern aber nur extrem selten. Hier jedoch schien es eher signifikant zu sein.

,, Ihre Körper sind nicht in der Lage die Magie festzuhalten mit der sie geboren wurden. Jedes Lebewesen verfügt über eine gewisse Magie. Ist diese Stärker ausgeprägt kann der Überschuss in Form von Zauberei eingesetzt werden. Diese armen Seelen jedoch sind mit ihrer Magie überlastet. Ihre Körper versagen unter dem Druck. Ork-Magier werden nicht besonders alt. Ihre Leben sind kurz , Schmerzhaft und von ihren eigenen Leuten werden sie ausgegrenzt , außer man braucht sie.“ , erklärte Fylla.

,, Das ist unser Los. Aber wenigstens lässt man uns hier in Frieden leben. Und der Heiler mindert zumindest die größten Leiden.“ , antwortete ihr immer noch Namenloses Begrüßungskomitee und deutete dabei so gut er konnte auf die Runen-Binden die kurz aufglühten. Offenbar zogen diese Verbände einen Teil der Magie aus dem Körper.

,, Moment seit wann gibt’s es hier einen Heiler ?“ , unterbrach Fylla ihn.

,, Er ist auf jeden Fall jemand den ihr aufsuchen solltet.“ , antwortete der zerfallende Ork nur mit einem blick auf Fylla die sich grade noch so auf den Beinen halten konnte und machte sich humpelnd auf den Weg den Hügel hinab in die kleine Ansiedlung.

Im Ort brachte er sie zu einer größeren Hütte die direkt am Ufer des Sees lag und öffnete schwerfällig die Tür , lehnte aber Hilfe ab als Liron sie ihm anbot. ,, Wir sind stolz auf alles was wir noch selbst tun können. Alles was wir hier haben ,haben wir selbst gebaut. Die Jüngeren denen es noch besser geht helfen denen die nicht mehr mitkommen.“

Ohne große Erwartungen betrat Liron die nur schwach erleuchtete Hütte. Es gab nur drei Fenster die aber mit Holzläden verschlossen waren so das das einzige Licht von ein paar im Raum verteilten Kerzen stammte.

Mit dem Rücken zu ihnen stand eine Person in einer braunen Robe. ,, Javen wenn habt ihr da mitgebracht ?“ , fragte der Unbekannte und drehte sich um.

Liron wollte seinen Augen nicht trauen. Das konnte nicht sein.

,, ich nehme mal an ihr seit überrascht mich zu sehen. Ich bin ehrlich gesagt ebenfals überrascht noch in einem Stück zu sein.“ , sagte Alexis der Heiler.

 

 

 

 

 

 

 

Kapitel 20 Heimkehr

 

 

,, Nun Ragnar habt ihr irgendetwas herausgefunden was uns weiter helfen könnte ?“

 , fragte Zemas als er die Räumlichkeiten des Rats-Vorsitzenden Betrat.

,, Ihr meint über diesen Namen ? Anbrail Urthosa. Nun zwei Dinge.

Offenbar gab es einen Hosti-Zauberer dieses Namens. Der ist allerdings wohl schon tot gewesen bevor jemals ein Hosti an unseren Küsten auftauchte. Die Gefangenen reden zwar nicht über ihre Heimat aber irgendwann ist bei einem Verhör dieser Name gefallen.“

Bei dem Wort Verhör verzog er ungewollt das Gesicht. Natürlich bekam man anders nur schwer Informationen aber er hasste Folter trotzdem. Es war nicht nur Brutal sondern auch uneffizient. Irgendwann sagte man alles nur damit die Schmerzen aufhörten. Auch Unwahrheiten über die man eigentlich gar nichts wusste.

,,Das ist auf jeden Fall interessant. Und zweitens ?“ , fragte Zemas nach.

,, Da bin ich eher zufällig drauf gestoßen. Ich habe die Ratsarchive ein wenig durchforstet , seit ich nicht mehr ständig auf einem Schlachtfeld stehe lese ich ab und zu auch mal was , und dabei fiel mir das hier in die Hände.“ Er legte ein altes halb zerfallenes Buch mit Ledereinband auf den Tisch.

Zemas Blätterte Vorsichtig die Seiten durch. Viele waren unbeschrieben , manche unleserlich und andere verschwanden fast unter mit Tinte geschriebenen Notizen.

,, Jarets Tagebuch.“ , stellte er fest und als er endlich eine halbwegs leserliche Stelle fand .

,, Hör dir das mal an. , Heute haben wir es endlich in das Höhlensystem geschafft das Owen uns beschrieben hatte. Hier sollten wir fürs erste sicher sein. Ragnar hat angekündigt sich mit seinen Leuten etwas weiter das Tal hinauf umzusehen. Vielleicht will er auch nur nicht das wir ihm über die Schulter sehen können. Ich werde einfach noch nicht schlau aus ihm.“

,, Da werden Erinnerungen wach.“ , meinte Ragnar. ,, Aber eigentlich interessant ist das hier.“ Er nahm den vergilbten Folianten wieder an sich bis er die entsprechende Stelle gefunden hatte.

Es handelte sich um eine der letzten Seiten die fast mit Notizen überlief. Und eine davon...

,,Anbrail Urthosa.... Was hat dieser Name hier in einem 40 Jahre altem Buch verloren ?“

.. Was mich mehr beunruhigt ist was er darunter geschrieben hat.“ , sagte Ragnar und deutete auf die Stelle im Buch. ,,Seher , Portal , Magie nur drei Wörter aber in diesem Zusammenhang machen sie mir Angst.“

,, Was bedeutet das alles bloß ? Ragnar. Ich denke es ist Zeit auch den Orden einzuschalten. Wenn es sich um eine Gefahr für den Bund handelt müssen wir das Wissen. Und der Orden hat einige der besten Möglichkeiten an Informationen zu kommen.“

 

 

Liron versuchte sich ein wenig zu sammeln. In den letzten Stunden war einfach zu viel Merkwürdiges geschehen.

Das war einfach Unmöglich. ,, Ich habe dich sterben sehen.“ , sagte er. Und was noch wichtiger schien er hatte ihn eine Welt entfernt sterben sehen.

Und trotzdem stand Alexis der Magier vor ihnen und scheinbar bei bester Gesundheit.

,, Ich weiß.“ , antwortete Alexis und starrte einen Moment auf seine Handfläche. ,, Ich bin gestorben und danach gab es nur Dunkelheit Liron. “

,, Was ist passiert ?“ , fragte nun Ruben. Der alte Magier hatte sich bisher eher im Hintergrund gehalten.

Bevor Alexis ihm antwortete schien er zum ersten Mal Fylla zu bemerken die sich am Türrahmen abstürzte.

,, Lasst mal sehen.“ , sagte er und legte eine Hand auf die Verletzung an der Schulter.

Fylla zuckte kurz zusammen dann nahm er die Hand wieder weg. ,, Javen kümmert euch um sie. Ein Verband sollte fürs erste reichen.“

Der durch seine Gabe gezeichnete Ork-Magier nickte kurz.

,,Es geht schon. Ich brauche wirklich keine Hilfe.“ , antwortete Fylla

,, Nun wenn sie wert darauf legen in ein paar Minuten das Bewusstsein zu verlieren können sie gerne bleiben. Ich wäre aber dankbar sie nicht tragen zu müssen.“

Fylla gab auf zu schwach um noch weiter zu diskutieren und folgte , nachdem sie noch einen Blick in die versammelte Runde geworfen hatte, aus der Tür.

,, Entschuldigt aber was ich zu erzählen habe ist nichts was den Orden etwas angehen würde.“

 , sagte Alexis nachdem die Tür wieder zugefallen war und außer ihm nur noch Liron und Ruben im Raum waren.

,, Ihr habt von einer Dunkelheit gesprochen.“ , meinte Ruben.

,, Ich denke ich weiß wie es euch ging. Auch wenn es nicht lange dunkel blieb.“

 

Alexis wusste nicht wie lange sein Geist schon ziellos durch die Finsternis irrte. Zu lange.

Ein Flüstern das erste Geräusch seit Jahren wie es ihm schien. Flüsternde Worte.. Sein Name.

,,Alexis.“  Jemand rief ihm, die Worte zogen an ihm zerrten ihn zurück.

 Dämmriges Licht fiel in seine Augen und blendete ihn nach der langen Zeit im Dunkeln.

Wo war er ? Langsam gewöhnten sich seine Augen wieder an die Helligkeit und er konnte seine Umgebung wahrnehmen. Ein dichtes Blätterdach über ihm . Er war nicht mehr in Grauhafen.

,, Alexis. Wacht auf.“ Jemand in einer schwarzen Robe stand neben ihm. Er selbst lag auf den Rücken und der Fremde hatte die Sonne direkt hinter sich so das Alexis sein Gesicht nicht erkennen konnte.

,,Wer...?“

,, Ruhig. Ich habe grade ihr leben gerettet. Und wenn sie es behalten möchten hören sie einfach nur zu. Sie werden Liron bald wieder begegnen und wenn sie das tun überbringen sie ihm eine Botschaft. Er soll aufhören . Dort bleiben wo er ist und einfach alles seinem Lauf lassen. Und sich auf keinen Fall gegen uns stellen.“

,, Und wer seit ihr ?“ , fragte Alexis . Er wagte immer noch nicht aufzustehen.

,, Wir nennen uns Anbrail Urthosa. Unter diesem Namen kennt man uns.“

,, Ich habe nicht gefragt wer euch geschickt hat. Wer seit ihr ?“ Irgendetwas ging von dem Mann aus das Alexis kannte. Etwas bekanntes das ihn an Liron erinnerte... aber konnte das sein ?

,, Ich bin ein Seher Alexis. Mehr müsst ihr nicht wissen. Es läuft alles nach Plan und Liron ist nicht Teil davon . Mehr muss er nicht wissen. Der Bund wird bald kein Problem mehr darstellen.“

Der Mann verschwand so plötzliche wie er aufgetaucht war.

 

 

,, Ich bin eine Weile durch die Gegend geirrt und hier gelandet und nun.. hier konnte ich wenigstens etwas tun. Ihr habt die Magier der Orks ja gesehen. Die meisten ihrer Verletzungen sind schrecklich. Ich kann nicht mehr tun als ihre Schmerzen zu lindern aber das ist wenigstens etwas.“

,, Wenn das stimmt, wenn es noch einen Seher gibt...“ , begann Liron.

,, Es stimmt fürchte ich. Er hatte wissen das er anders nie bekommen hätte. Allein das wir hier her kommen würden...“ , meinte Ruben.

,, Also was willst du machen ? Das war eine ziemlich...eindeutige Drohung.“

,,War es. Und ich glaube nicht das es mir gefällt bedroht zu werden. Ich wollte nie etwas ändern. Aber wenn eine finstere Gestalt mich dazu auffordert genau das zu tun...“

,, Dann ?“

,, Sollte ich vielleicht besser genau das Gegenteil tun.“ , meinte Liron.

 

Die Wasseroberfläche war so ruhig das sich die Sterne darin Spiegelten. Liron stand am Ufer des  Sees. Es geschah einfach zu viel auf einmal. Die Hostis würden jetzt mit einer neuen größeren Streitmacht nicht mehr lange zögern , der Bund würde solch einen Angriff vermutlich nicht überstehen , nicht so zerstritten wie die einzelnen Parteien waren , nicht mit einem leeren Thron und dann blieb die Frage was hätte ein Seher ,der aus irgendwelchen Gründen ein Interesse an Liron hatte, davon den Bund zu vernichten  ?

Und die Größte aller Fragen. Was würde er jetzt tun ?

Eine Bewegung hinter ihm schreckte ihn aus seinen Gedanken. In einer Bewegung wirbelte er herum , das Schwert in der Hand.

,, Einmal reicht mir danke.“

Er lies die Waffe wieder sinken. ,, Fylla oder Nyara ? Wie soll ich euch eigentlich nennen ?“

,, Namen sind nicht wirklich bedeutend oder ?“ Ein weißer Verband lag über ihrer Rechten Schulter.

,, Ich wollte mich noch für den Angriff Entschuldigen.“ , sagte er nach einer Weile.

Sie lachte. ,, Für den Kratzer ? Ich war schon schlimmer Verletzt. Du hasst bestimmt auch Stärken aber Zielen gehört nicht dazu.“

Sie schwieg einen Moment. ,, Alexis hat sich mittlerweile doch durchgerungen mir zu verraten wie er noch am Leben sein kann. Ein weiterer Seher... und die einzige Frage die ich mir dazu stellen kann ist ein Freund oder ein Feind ?“

,, Hoffen wir auf ersteres. Ich hab keine Ahnung was wir gegen die Hostis tun sollen. Sendor dürfte nach Grauhafen nicht wirklich in der Laune sein auf Verhandlungen zu setzen. Da möchte ich mich ungern auch noch mit einem meiner Art anlegen wenn es sich vermeiden lässt.“

,, Das sicher nicht. Aber was tun wir jetzt ?“

Liron sah noch einen Moment auf den See hinaus. Mit für ihn untypischer Entschlossenheit Antwortete er : ,, Nun.. ich habe Zwei Möglichkeiten. Die erste wäre genau das zu tun was unser großer Unbekannter mir rät nämlich nichts.“

,, Das ziehst du nicht in Erwägung ?“

,, Früher vielleicht einmal. Aber es hat sich einiges geändert. Und Möglichkeit zwei. Wir gehen nach Licentia , rütteln den Bund wach , zwingen die Hostis zu Verhandlungen und finden nebenbei noch raus was Anbrail Urthosa ist und was sie planen. Die letzten Pläne die wir hatten waren nicht unbedingt erfolgreich. Zeit zurückzuschlagen.“

,, Das klingt mal wieder viel einfacher als es werden dürfte.“

,, Viel zu einfach.“ , antwortete Liron.

 

 

Sendor betrat den kleinen unbeleuchteten Rau nur ungern. Aber einer seiner Leute hatte ihn Extra geweckt um ihn mitzuteilen das ihn jemand erwartete. Jemand der es fertig gebracht hatte ungesehen ins Lager zu kommen nur um sich dann zu erkennen zu geben und zu verlangen mit ihm zu sprechen.

Der Mann saß ihm gegenüber an einem kleinen Holztisch. Alles was Sendor in dem schwachen licht erkennen konnte waren die tückisch Glitzernden Augen und die  schwarze Robe die ihn fast mit der Dunkelheit verschmelzen ließ.

,, Wer seit ihr ?“ , fragte Sendor.

,, Wer ich bin ist nicht wichtig und spielt überhaupt keine Rolle Sendor. Ich weiß wer ihr seit und was ihr wollt. Und zufällig überschneiden sich unsere Ziele.“ , sagte der Fremde.,, Ihr wollt dieses Land , das Land des Bundes einnehmen. Doch dabei gibt es ein Hindernis , einen Ort den ihr selbst mit eurer Neuen Armee nur schwer überwinden könnt.“

,, Und welcher Ort sollte das sein ?“ , fragte Sendor misstrauisch.

,, Licentia. Das Zentrum des Bundes. Und zufällig habe ich ein gewisses Interesse an diesem Ort.“

Sendor wurde hellhörig. ,, Ihr wollt mir also anbieten mir zu helfen Licentia einzunehmen. Wie ? Und vor allem... wie sieht die Gegenleistung aus ?“

,, Sagen wir mal ich werde dafür sorgen das die Tore bei eurer Ankunft offen stehen werden. Und was die Gegenleistung angeht.. so verlange ich lediglich das ihr mich und meine Leute dort tun lasst was immer wir wollen. Unser alleiniges Interesse gilt dieser Stadt.“

Sendor überlegte. Wirklich viel zu verlieren hatte er nicht. Und anstatt sich auf einen möglicherweise Jahrelangen Belagerungskrieg einzulassen bot ihm dieser Mann an ihm die Stadt praktisch auf einem Silbertablett zu servieren. Er konnte nicht ablehnen.

,, Ich denke wir sind und einig.“ , antwortete er.

 

 

 

Kapitel 21 Der Sinn des Ganzen

 

 

 

 

Alexis stand einen Moment nur da und betrachtete die Sonne die grade den Horizont überschritten hatte . Er schulterte seinen Rucksack und ging noch einmal alles durch. Es gefiel ihm nicht das Dorf einfach so zu verlassen aber Lirons Entschluss stand fest. Vielleicht könnte er ja zurückkehren wenn das alles vorbei war.

Ein Metallener Gegenstand lag in seiner Handfläche . Das Amulett. Er hatte es erst gefunden als er seine Sachen zusammengesucht hatte. In der Tasche des Mantels den er an dem Tag getragen hatte an dem er fast gestorben wäre. Der Mann der ihn gerettet hatte musste es dort Versteckt haben. Aber wieso ?

Er wäre noch eine Weile so dort stehen geblieben versunken in Gedanken wenn Liron ihm nicht einen kurzen Schubs zur Tür hinaus gegeben hätte.

,, Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit .“ , meinte er freundlich und überprüfte selbst noch mal seinen Rucksack und das Schwert..

,, So gesehen schon. Ich denke nicht das wir es unter drei Tagen nach Licentia schaffen. Und das auch nur wenn nichts schief geht.“ , sagte Fylla.

,, Die werden sich bestimmt freuen mich zu sehen.“ , meinte Ruben. ,, Ich habe es also nicht besonders eilig.“

Alexis hielt Liron an der grade an ihm Vorbeigehen wollte.

,, Das gehört dir.“ , sagte er und reichte Liron das Amulett.

,, Behalte es . Ich denke ich brauche keinen Schutz mehr.“ , antwortete Liron.

,, Nur für den Fall das doch... das hier hat Sendor wohl ,, verloren.“ , mischte sich Ruben ein und warf Liron einen grünen an einem schwarzen Lederband befestigten Kristallsplitter zu.

,, Ich frage besser gar nicht wie ihr da dran gekommen seit. Mich würde aber interessieren woher Sendor den hatte.“ , dachte Liron laut.

,, Er hat erzählt er hätte ihn vor Jahren gefunden. In einem Boot. Als wollte jemand das er das hier bekommt. Die Schlussfolgerung daraus ist beunruhigend.“

,, Hat sonst noch jemand den Verdacht das wir in eine Falle laufen ?“

 

Am ersten Tag mussten sie gegen Mittag auf offener Straße halt machen. Fyllas Verband hatte sich gelöst und die Wunde war wieder aufgerissen. Doch das erfuhren sie viel zu spät.

Sie war während des ganzen Morgens den sie noch den Wald durchreisten immer weiter zurückgefallen und nun geschah was passieren musste Fylla fiel einfach mitten auf der Straße in den Staub.

Sofort liefen Alexis und Liron zurück während Ruben ihnen langsamer folgte und sich Vorsichtig in alle Richtungen umsah. Erst beim Näherkommen bemerkten sie das der ehemals weiße Verband um Fyllas Schulter Blutdurchtränkt war.

,, Verdammt das fehlt uns jetzt grade noch.“ , sagte Alexis während er aus einigen Stofffetzen einen neuen Verband zu machen versuchte.

,, Könntest du die Wunde nicht einfach heilen ?“ , fragte Liron. Er hatte schon früher gesehen wie Alexis mit einer einfachen Berührung Wunden geheilt hatte.

,, Nein. Diese Wunde wurde durch eine magische Waffe verursacht. Ich habe keine Ahnung was das Anrichten könnte.“

,,Wahrscheinlich nicht mehr als ohnehin schon ,oder ?“

 Ruben war einige Meter von ihnen stehen geblieben und starrte über die Ebenen hinweg zurück in die Richtung aus der sie gekommen waren.

Er könnte sich täuschen aber...

,, Runter von der Straße.“ Mittlerweile war er sich vollkommen sicher. Eine näher kommende Staubwolke.

Auch Liron hatte die Wolke mittlerweile entdeckt. Reiter. Vielleicht ein kleiner Spähtrupp.

,,Wir müssen hier weg bevor die uns sehen können.“ , sagte er an Alexis gerichtet.

,, Wie schon gesagt. Da einfach mit Magie zu Heilen ist gefährlich und dauert einen Weile.“

Liron stand auf und versuchte abzuschätzen ab wann die Reiter sie sehen würden. Das Gelände war Flach und übersichtlich. Und Versteckmöglichkeiten gab es keine. Ihnen blieb nur eins.

,, Ruben kommt mit.“ , sagte er.,, Was hast du bitte jetzt wieder vor ?“

,, Nun wenn du mehr Zeit brauchst, dann sollten wir dir welche verschaffen.“

 

 

Die Reiter waren langsamer geworden als sie die zwei Gestalten auf der Straße bemerkten. Eine davon Verletzt am Boden, passte auf eine der Beschreibungen die man ihnen gegeben hatte. Die andere Person die neben der ersten Kniete war offensichtlich ein Magier. Ansonsten schien die Straße verlassen zu sein

Doch dann tauchte wie aus dem nichts ein Mann in roter Robe aus einem Feld am Wegesrand auf und stellte sich der kleinen Truppe in den Weg.

Sie machten sich gar nicht erst die Mühe langsamer zu werden. Wozu auch ? Ein einzelner Stellte für eine schwer bewaffnete Truppe kein Hindernis dar.

Doch kurz bevor die ersten Reiter den alten Mann erreichten baute sich eine Feuerwand vor diesem auf die auf die Reiterstaffel zuraste und die ersten Zwei Soldaten zu Asche verbrannte. Die Überlebenden zwei konnten nur mit Mühe rechtzeitig anhalten und ihre Pferde wenden.

Und sahen sich sofort einem weiteren Gegner gegenüber. Ein weiterer Mann war hinter ihnen auf den Weg getreten. Ein Mann der eine blau glühende klinge führte.

Liron betrachtete ungerührt, fast kalt wie die drei letzten Überlebenden an ihm vorüber zu fliehen versuchten. Keiner dieser Männer durfte Zurückkehren um zu Berichten das sie noch lebten. Keiner.

Und ihm würde keiner entkommen.

 

Liron ließ parierte einen letzten ungezielten Hieb seines Gegners. Mit der nächsten Bewegung sank dieser getroffen in den Straßenstaub. Keiner der drei hatte es an ihm vorbei geschafft.

Er überzeugte sich noch davon das alle tot waren während er zurück zu Alexis ging der sich durch den Kampf nicht hatte aus der Konzentration reißen lassen. Erst als Liron näher kam nahm er die Hand von der Wunde an Fyllas Schulter und sah wieder auf.

,, Ich glaube es hat funktioniert .“ , sagte er und wie als Antwort darauf schlug Fylla die Augen auf und sah sich , ein wenig Verwirrt, um.

,, Was ist passiert ?“ , fragte sie während sie aufstand.

,, Ob ihr es glaubt oder nicht aber ihr Schuldet Alexis jetzt euer Leben.“ , meinte Ruben.

 

 

Zwei Tage später waren sie nur noch einige Wegstunden von Licentia entfernt.

Alle anderen schliefen längst. Nur Liron saß noch am Feuer und starrte auf die langsam ersterbenden Flammen. Feuer das ineinander zu fließen schien nur um Sekunden später zu verlöschen.

Sein Geist schweifte ab nur um von irgendetwas erfasst und mitgerissen zu werden.

Er  stand auf einer Wiese auf der ein einziger Baum stand. Jemand lehnte daran , jemand der aufgrund seiner schwarzen Kleidung fast mit der Rinde und der Nacht zu verschmelzen schien.

,, Liron.“ , sagte der Fremde als er einige Schritte vortrat.

.. Ihr seit im Vorteil. Ihr wisst wer ich bin aber wer seit ihr ?“ , fragte er. Das ganze fühlte sich surreal an, fast wie eine Vision nur das er sich dabei normalerweise nicht unterhielt… also..

,, Ich denke du weißt wer ich bin. Zumindest was ich bin.“

,, Dann wart ihr es der Alexis gerettet hat ? Wieso ?“

Der Fremde setzte sich auf eine Baumwurzel , von der Liron schwören könnte das sie eine Sekunde vorher noch nicht da gewesen war.

,, Nun ich hatte gehofft wir könnten uns gegenseitig helfen.“

,, Wie ?“

,, Liron du hast es selbst gesehen. Diese Welt ist außer Kontrolle. Weißt du was das Wort Anbrail Urthosa bedeutet ?

,, Ein Name oder ?“

,, Nein. Es ist ein Wort aus dem alten Reich.  Es bedeutet so viel wie ,,Neue Welt“. Diese hier hat sich selbst überlebt. Ich habe es gesehen Liron. “

,, Wie meint ihr das ? Soweit ich das Verstehe war es wohl einer von euch der das Portal in der Hosti-Heimat geöffnet hat oder ? Der selbe Name , das selbe Wort , zwei Kontinente.

Ihr meint wir könnten uns gegenseitig helfen ? ihr habt eine Welt zerstört .“

Der Fremde erhob sich wieder. ,, Das  war nie so geplant. Ein Portal zu öffnen , bedeutet Macht zu erhalten Liron. Macht die Dinge richtig zu stellen. Macht zu kontrollieren. Nur sind damit eben auch Risiken Verbunden.“

,, Zu große Risiken. Was meint ihr mit Richtig stellen ?

,, Das eben war unser Fehler in Grauhafen Liron. Deshalb brauchen wir dich. Wir haben Macht und wissen sie zu erhalten du aber könntest uns die nötige Weisheit geben.“

,, Weisheit um was bitte zu tun ?“

,, Ein neuer Weg Liron. Die Seher haben bisher immer geschützt. Es wird Zeit einen neuen Weg einzuschlagen. Wir könnten mit unserer Gabe alles Kontrollieren. Es so formen wie es für uns Richtig erscheint.“

Liron wurde in diesem Moment klar. Der Mann vor ihm war entweder verrückt oder wirklich von seiner Idee überzeugt. Vermutlich beides. Trotzdem musste er herausfinden was er Vorhatte. Und der Fremde schien seine Zweifel zu spüren.

,, Du hältst mich für Verrückt, Richtig ?“

,, Mir ist nur nicht ganz klar wie sie das , vorausgesetzt ich helfe ihnen ,überhaupt anstellen wollen

,, Das Hosti-Portal konnten wir nicht kontrollieren. Aber es ist nicht das einzige. Es gibt ein weiteres. Und zwar hier. In Licentia.“

,, Sie sind wirklich verrückt. Sie haben die Heimat der Hostis zerstört und als nächstes sind wir dran und damit der Bund ?“

Liron wich zurück.

,, Du wirst es früh genug verstehen. Wir sehen uns wieder glaub mir.“

Etwas zerrte an Liron und schleuderte ich von der Lichtung mit dem Fremden zurück an das Feuer. Mittlerweile war es vollkommen Heruntergebrannt. Nur einige vereinzelte Flammen brannten noch. Er sprang sofort auf und weckte die anderen mit einem Ruf. Sie hatten keine Zeit mehr zu verlieren. Wenn es wirklich ein Portal in Licentia existierte so gab es nur eine Person die davon  wissen konnte. Jemand der dieses Wissen wenn nötig mit ins Grab nehmen würde.

 

 

Kapitel 22 Dämmerung

 

 

 Sie wurden gejagt. Liron und seine kleine Gruppe rannten durch den kleinen Wald der das letzte Stück Weg war das sie noch von den Ebenen trennte von denen aus sie Licentia sehen könnten.

Und sobald sie in Sichtweite der Stadt wären hätten sie es geschafft. Die Schützengarde der Stadt rühmte sich selbst damit einen Gegner noch auf eine halbe Meile Entfernung Zielgenau ausschalten zu können ,auch wenn das vielleicht übertrieben war so wäre doch zumindest mit Unterstützung zu rechnen.

Er wusste weder wer sie verfolgte auch wenn ihm niemand einfiel außer den Hostis , noch wie viele es waren. Vielleicht war das aber auch besser so. Der Lärm den ihre Verfolger machten ließ bei Liron die Vorstellung einer ganzen Armee aufkommen die durch die Wälder marschierte.

Was ihn zu der Frage führte ob sie gezielt gejagt wurden oder nur zufällig auf die Armee getroffen waren. Auf eine Armee die in Richtung Licentia marschierte. Offenbar würde sich hier alles entscheiden.

Ruben der ein Stück vor ihm ging blieb einen Moment stehen und schleuderte eine Feuerlanze zurück. Irgendwo hinter sich hörte Liron wie jemand getroffen wurde und brennend zu Boden sank.

,, Wie viele ?“ , rief er während er , ohne sich umzudrehen ,an dem Zauberer vorbeilief der eine knochenzerschmetternde Schockwelle entfesselte die einige kleinere Bäume entwurzelte und mehr als einen Schmerzensschrei zur Folge hatte.

,, Mehr als mir lieb ist.“ , antwortete Alexis, der ebenfalls kurz stehen geblieben war , für Ruben.

Sie hatten den Waldrand so gut wie erreicht und wenige Augenblicke später waren sie draußen auf den Ebenen. Nur noch eine kurze Wegstrecke entfernt konnten sie die steinernen Türme und Mauern von Licentia aufragen sehen.

Die ersten ihrer Verfolger die aus dem Wald traten bestätigten Lirons Vermutungen bezüglich ihrer Identität. Es waren Hostis, die allerdings sobald sie die Deckung des kleinen Waldes verließen von einem Kugelhagel von den Mauern begrüßt wurden. Diese trafen zwar auf die Entfernung kaum doch die Abschreckende Wirkung tat ihr übriges. Fürs erste zogen sich ihre Verfolger zurück in den Schutz der Wälder.

 

 

Als sie den Wald bereist ein Stück hinter sich gelassen hatten , gestattete sich Liron das erste mal zurück zu sehen. Im Schutz der dichten Bäume sammelten sich Hunderte von Soldaten die sich sicher nicht lange durch einige Steinschlossgewehre abschrecken lassen würden.

,, Sendor verschwendet wirklich keine Zeit.“ , bemerkte Fylla.

,, Mir kommt das etwas Überstürzt vor. Die Hostis haben keien Feuerwaffen und Licentia ist beinahe uneinnehmbar. Wenn er nicht den Großteil seiner Truppen verlieren will ist Licentia der letzte Ort den er zuerst angreifen würde.“ , meinte Alexis.

,, Es sei denn er weiß das er die Stadt nicht Belagern muss.“ , ergänzte Ruben.

,, Irgendwas sagt mir das wir das früher Rausfinden als mir lieb ist.“

 

Die Tore der Stadt waren bereits geöffnet als sie sich näherten und die Unterirdischen Zugangswege bereits in heller Aufregung. Jeder Versuchte aus den Tunneln möglichst schnell in die eigentliche Stadt zu gelangen. Und durch diesen Flüchtlingsstrom mussten sich Liron , Ruben ,Fylla und Alexis auf ihrem Weg zum Ratspalast kämpfen. Erst als sie die inneren tore hinter den Tunneln erreichten verliefen sich die Menschenmassen etwas. Trotzdem dauerte es fast doppelt so lange wie sonst ihr Ziel zu erreichen.

Auch dort herrschte mittlerweile hektische Betriebsamkeit. Das plötzliche Auftauchen einer feindlichen Streitmacht direkt vor den Toren hatte mehr oder weniger für Panik gesorgt.

Auf den Fluren rannten Boten hin und her und niemand schien so recht zu wissen wo er hin sollte. Es stimmte zwar das Licentia als beinahe uneinnehmbar galt , das setzte allerdings eine voll Einsatzfähige und bewaffnete Streitmacht voraus. Und der Großteil der Gardetruppen des Bundes waren an anderen Kampfschauplätzen gebunden .

Liron gestattete sich nicht diesen düsteren Gedanken weiter zu folgen.

Fylla sah sich in den Überlaufenden Ratshallen um und dachte genau das selbe wie Liron. Das war alles andere als eine Organisierte Verteidigung. Doch zwischen den ganzen Aufgescheuchten Schafen gab es einige die Ruhe bewahrten und die anderen Koordinierten so gut sie konnten. Männer und Frauen in der markanten Kleidung des grauen Ordens.

Und einen davon erkannte sie sogar wieder.

Alexis bemerkte das Fylla ihnen nicht mehr folgte. Stattdessen unterhielt sie sich mit einem grauhaarigen Ordensmitglied. Auch ihm waren die überall herumstehenden Ordenssoldaten nicht entgangen auch wenn sie ihm eher Unbehagen bereiteten. Fylla konnte er mittlerweile vertrauen aber eine ganze Streitmacht von Kampfmagiern war doch etwas anderes. Und bei dieser Person schien es sich wenn ihn nicht alles täuschte um einen der Ordens-Oberen zu handeln. Auch die anderen waren stehen geblieben und warteten. Nach einer Weile winkte Fylla sie alle herbei.

,, Liron , ich darf vorstellen Arcentis vom grauen Orden. Und mein alter Lehrer.“

,, Mir sind bereits einige eurer Leute hier aufgefallen. Was tut ihr hier ?“

,, Ursprünglich sind wir von Ratsherr Ragnar und Zemas hierher beordert worden aber jetzt scheint sich das ganze wohl erledigt zu haben wenn man sich die neue Situation ansieht. Ich würde euch ja förmlicher begrüßen Herr aber momentan…“

,, Schon gut.. Werdet ihr euch an der Verteidigung beteiligen ?“ , fragte Liron.

,, So gut es eben geht. Wir haben Feuerwaffen , die besitzen die Hostis nicht. Ich denke solange sie nicht irgendwie durch die Tore kommen sollte es keine Probleme geben. Uns stehen zwar nur wenige Soldaten zur Verfügung aber wir haben genügend Vorräte um diese Festung Monate lang zu halten wenn es sein muss.“

,, Hoffen wir das ihr recht behaltet. Entschuldigt aber wir müssen weiter. Möglicherweise gibt es eine Möglichkeit diesen Krieg zu beenden.“

,, Wenn dem so ist dann wünsche ich euch viel Glück.“

 

Arcentis befand sich weniger als eine halbe Stunde später auf einem der Wachtürme Licentias um sich selbst ein Bild der Verteidigung zu machen. Die Mauern der Stadt waren zumindest aus Sicht der meisten Menschen unüberwindbar. Breit genug um mehreren Ochsenkarren platz zu bieten und aus dem Granit der Berge herausgehauen.

Auf den Mauern hatte sich , mit den Ordensleuten als momentane Befehlshaber , die gesamte Wachmannschaft der Stadt versammelt und wartete nur darauf das ihr Feind sich zeigen würde. Dieser allerdings hielt sich bis jetzt zurück.  Nur eines irritierte Arcentis während er von seinem Spähposten aus die Anlagen in Augenschein nahm.

 

Eine einzelne in schwarz gekleidete Gestalt die auf der Mauer stand und bisher von jedem ignoriert wurde. Irgendetwas an dieser Person war… seltsam., Machte ihn misstrauisch.

Er beschloss sich den Mann einmal näher anzusehen und machte sich auf den Weg die Turmtreppe hinab.

Als er allerdings endlich den Fuß des Turms erreichte war der Mann selbst nirgends mehr zu sehen. Da.. grade eben verschwand eine Gestalt um eine Hausecke unter ihm.

Sofort rannte Arcentis eine weitere Treppe hinab und verschwand der Gestalt hinter her zwischen den Häusern.

Vorsichtig bewegte Arcentis sich in den Gassen zwischen den Häusern , jeder Zeit auf einen Hinterhalt vorbereitet.

Doch als er den Mann schließlich fand stand dieser mit dem Rücken zu Wand in einer Sackgasse.

,, Wer seit ihr ?“ , fragte er ihn mit gezogener Waffe.

,, Wisst ihr was euer Problem ist Ordensritter ?“ , antwortete der Mann mit einer Gegenfrage.

,, Was ?“ , fragte Arcentis misstrauisch.

,, Ihr seit so verdammt berechenbar.“ , sagte der Mann und streckte eine Hand aus. Eine pechschwarze Klinge materialisierte sich darin. ,, Genau wie Liron. Natürlich würde er hierher kommen. Manchmal ist die Wahrheit einfach das beste. Wenn er allerdings wüsste…“

Der Mann sprach nicht weiter und griff so schnell an das Arcentis Mühe hatte den Angriff überhaupt noch abzuwehren.

Eine Schnittwunde am Oberarm war die Folge.

Arcentis jedoch ließ sich dadurch nicht einschüchtern und griff den Mann nun seinerseits an und schon bald hatte er ihn in die Defensive gedrängt. Der Mann schien sich Überschätzt zu haben. Mit jedem Schlagabtausch drängte er ihn etwas weiter zurück.  Mit einem letzten Gezielten Schlag entwaffnete er seinen Gegner, dessen Waffe sich auflöste sobald sie seine Hand verließ  und holte zu einem letzten Hieb aus.

Doch soweit sollte er nie kommen. Statt furcht sah er so etwas wie bösartige Freude in den Augen seines Gegenüber.

,, Wie ich schon sagte. Zu berechenbar“ , sagte der Fremde. Eine Druckwelle in seinem Rücke schleuderte Arcentis gegen die nächste Wand. Es kam ihm so vor als würde der Himmel brennen, bis ihm klar wurde das das Orange rote Licht von der Mauer her kam. Oder besser von dem was einst die Mauer gewesen war. Etwas hatte ein gut zwanzig Meter langes Stück der Befestigung einfach weggesprengt. Rauch hing in der Luft und kleinere und größere Steinsplitter regneten auf die Stadt hernieder.

Das letzte was Arcentis vom grauen Orden in dieser Welt hörte war die Stimme des Fremden.

,, Und so beginnt es.“

 

Eine gewaltige Feuersäule stieg über Licentia in die Höhe. Fast wie Spielzeug eines Kindes wurden die massiven Steinblöcke der Mauer in die Höhe geschleudert. Steinsplitter regneten auf die Stadt herab. Sendor beobachtete das Schauspiel beinahe ungerührt. Der Fremde hatte Wort gehalten. Eine gewaltige Bresche in der Verteidigung hatte sich aufgetan. Jetzt war ihre Zeit gekommen. Ohne zu Zögern erteilte er all seinen Leuten den Befehl zum Angriff. ,, und so endet es.“ , dachte er.

 

 

Kapitel 23 Götterdämmerung

 

 

Liron betrat grade den zentralen Ratssaal in dem bereits Zemas und Ragnar warteten als die Mauer zerstört wurde.

Die Schockwelle der Explosion zerschmetterte die Fenster des Saals und einige der Marmorplatten die den Boden bedeckten bekamen risse.. Das Flackernde Licht von Feuer viel durch die zerschmetterten Buntglasfenster . Liron und jeder der sich grade sonst noch im Raum aufhielt wurde zu Boden gerissen.

Einige Steinblöcke lösten sich aus der Kuppel und verfehlte Alexis nur knapp der grade erst wieder auf die Füße gekommen war.

,, Was war das ?“ , fragte Ragnar der ebenfalls wieder aufstand.

,, Wenn ich mich nicht irre die Stadtmauer.“ , antwortete Fylla ihm.

Wenn das stimmte waren sie erledigt , dachte Liron. Ohne eine intakte Mauer blieb als Rückzugsort nur der Ratspalast und wenn sich erst mal ein Belagerungsring darum schließen würde…

,, Ragnar versucht alle die ihr finden könnt hier in Sicherheit zu bringen.“

,, Die meisten werden vermutlich sowieso versuchen hierher zu kommen.“

,, Um so besser. Und übrigens schön euch Wiederzusehen. “ , sagte Liron. Ragnar würde so viele retten wie er konnte das wusste er als er dem Alten nach sah der bereit den Saal verließ und jeden Soldaten über den er stolperte Anwies bei der Sicherung des Gebäudes zu helfen.

Aber für ihn gab es nur noch ein Ziel. Das Portal finden bevor es der andere Seher tat, wer auch immer er wahr , und es dann möglichst für immer verschließen.

,, Zemas. Ich frage nur einmal. Hat mein Vater , hat Jaret  jemals etwas von einem Magieknoten , einem Portal erwähnt ?“

Offenbar hatte er. Zemas schien beinahe erschrocken. ,, Woher… weißt du das ?“

,, Das ist unwichtig. Wichtig ist das ich es finden muss.“

,, Er hat nicht mal uns erzählt woher er weiß das hier so etwas existiert.“ , meinte Ruben der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte und erst jetzt von Zemas wahrgenommen wurde.

Und wiedererkannt wurde. ,, Was macht der da bei euch ? Nach allem was ich weiß sollte er Tod sein und zwar seit sehr langer Zeit.“

,, Zemas ruhig. Er ist… auf unserer Seite. Glaube ich zumindest.“ , versuchte Alexis den Dachen in Menschenform zu beruhigen.

,, Nun gut. Aber ich behalte euch im Auge Schwarzmagier.“

,, Wenn es euch beruhigt bitte. Ich weiß was ich getan habe und glaubt mir… ich habe dafür gezahlt.“

,, Wenn Liron euch vertraut will ich es zumindest versuchen.“

,, Das Portal ?“ , fragte Liron erneut.

,, ich habe Jaret, als König des Bundes ,  geschworen niemanden jemals davon zu erzählen. “

,, Dann eben  als euer rechtmäßiger König Zemas. Wo ist es ?“

Zemas sah hinauf zur Spitze des Berges der den Ratssaal überragte und durch die entstandenen Lücken in der Decke gut sichtbar war. ,, Dort oben. In einer Höhle. Ich kann uns hinbringen.“

 

 

Liron war forh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Zemas hatte ihn und die anderen zwar ohne Mühe heraufgebracht und ihnen damit eine unangenehme Kletterpartie erspart aber trotzdem. Große Höhen würde er nie mögen. Und die Stadt aus der Höhe zu sehen hatte es nicht unbedingt besser gemacht. Von den zerschmetterten Mauern her strömten unzählige Hosti-Krieger in die Stadt und trieben die verbliebenen Verteidiger und Bewohner wie eine Herde verängstigter Schafe vor sich her in Richtung Ratshallen.

Ragnar und Zemas der zurück gegangen war um bei der Verteidigung zu helfen und nun als heller Schatten über der Stadt kreiste , würden  es nicht leicht haben.

Die Höhle in der sie sich befanden erstreckte sich einige Meter in den Fels und verlor sich dann in der Dunkelheit.

Alexis , Fylla und Ruben erschufen alle magische Lichter die das Dunkel erhellten und am der Rückwand der Höhle eine Hölzerne Tür erkennen ließen.

Liron konnte nun zum ersten mal sehen welche Farbe Rubens Zaubererlicht hatte. Ein tiefes , beinahe unheimliches , rot. Er erinnerte sich das Alexis einmal gemeint hatte das Licht sei möglicherweise ein Spiegel für die Seele des jeweiligen Zauberers. Und fragte sich unwillkürlich ob sein Freund vielleicht recht gehabt hatte.

Aber das war etwas um das er sich später Gedanken machen musste.

Hinter der Tür , die sich nur schwer öffnen ließ führte eine gewundene Treppe abwärts in die Tiefe. Die Stufen waren alt , ausgetreten von vielen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten der Nutzung, älter zumindest als die Stadt unter ihnen. Oder war die Stadt vielleicht bereits über ihnen ? Die Stufen schienen eine Ewigkeit abwärts zu führen.

 Letztlich aber Endeten sie doch. Der Fels um die Treppe zog sich zurück und gab eine weitere , fast kreisrunde Höhle frei. Die Decke verschwand irgendwo in der Finsternis. Die Wände allerdings waren überzogen mit Fresken und Symbolen. Liron erkannte keines davon.

,, Wisst ihr was das bedeutet ?“ , fragte er. Seine Stimme erzeugte einen unangenehmen Nachhall in der gewaltigen Steinkathedrale .

,, Die meisten Zeichen kenne ich nicht aber das hier.“ , Alexis deutete auf ein Symbol das an ein Halbiertes A erinnerte . ,, Habe ich schon mal gesehen. Eine Rune wie sie in Raven verwendet wurde.“

Fylla war mittlerweile zur anderen Wand gegangen auf der sich die in Stein gehauenen Darstellung eines Magiers fand der vor etwas weglief das nur Schemenhaft als in Stein gehauener Nebel zu erkennen war . ,, Erinnert irgendwie an die Bilder die der Orden in einigen Ruinen des alten Reichs gefunden hat.“ , meinte sie.

Ruben hingegen war in der Mitte des Raums stehen geblieben und beleuchtete eine Runde Konstruktion auf dem Boden die offenbar neuer war als der Rest. Eine einzige massive Steinplatte lag genau im Mittelpunkt der Höhle. An den Seiten ragten 4 Steinerne Säulen hervor , jede etwa einen Meter hoch. In der Mitte der Platte wiederum gab es eine Augenförmige Aussparung.

,, Ist es das ?“ , fragte Liron als er und die anderen näher traten.

,, Ich würde sagen ja.“ , antwortete Alexis. Auch wenn das Portal momentan versiegelt war jagte es ihm einen Schauer über den Rücken.

Liron trat auf die Steinplatte und betrachtete die Aussparung etwas genauer.

,, Alexis . Ich werde dich doch um das Amulett bitten müssen.“ , sagte er.

,, Was willst du mit…“ Er besah sich das fehlende Stück Stein und verstand. ,, Wenn wie ich vermute Jaret diese Platte hier hat bauen lassen… könnte klappen.“ , meinte er und reichte Liron die Kette. Der fügte den Amulett Splitter den er von Ruben bekommen hatte Vorsichtig wieder in den Stein ein und legte den Talisman dann in die Vertiefung. Der grüne Amulettstein zersplitterte und vier grüne Lichtkugeln sammelten sich auf den vier Säulen die um die Platte herum standen. Ansonsten tat sich nichts.

,,Scheint nicht funktioniert zu haben.“ , meinte Alexis.

Ruben besah sich derweil die vier leuchtenden Kugeln näher die über den Säulen schwebten.

,, Vielleicht ja so…“ , hörte Liron ihn murmeln.

Der Zauberer streckte die Hand in der er sein Magierlicht hielt aus und ließ den glühenden Ball über der Säule schweben so das die beiden Lichtquellen miteinander verschmolzen bis statt der grünen nur noch eine rot schimmernde Kugel über der ersten Säule schwebte.

Stein knirschte.

,, Schnell die anderen Stelen.“ , rief er. Fylla tauschte eine weitere grüne Sphäre durch ihre eigene Silbern Scheinende aus . Alexis tat auf der anderen Seite das gleiche und ersetzte die grüne Kugel durch ein rot-blaues Licht.

 

Nun waren drei Säulen ausgetaucht aber… ,, Eine Fehlt.“ , meinte Fylla und deutete auf die vierte Saüle auf der immer noch die grüne Lichtkugel schwebte.

,, Liron ?“

,, Vier…“ Liron schwie einen Moment, ,, Es braucht vier Magier um das Portal zu öffnen.“

Er trat auf die vierte und letzte Säule zu. ,, Die ganze Zeit über…“

Liron streckte die Hand aus und berührte die letzte grüne Lichtkugel.

Die Farbe änderte sich schlagartig. Das Grün wich zurück und wurde zu einem goldführendem Gelb.

Donnernd zerbröselte der Stein der Platte und gab zum ersten Mal den Blick auf das Portal frei. Schwärze . Ein Bodenloses Loch mitten durch die Welt. Die Luft an den Seiten des Portals schien zu flirren wie es Luft bei großer Hitze tat.

Liron taumele etwas als er in den Abgrund starrte. Gleichzeitig spürte er aber auch die Macht die davon ausging. Unendliche Macht. Jetzt Verstand er was der Fremde gemeint hatte wenn er sagte er könnte die Welt umformen und neu gestalten. Damit war es tatsächlich möglich.

,, Ich sagte ja du würdest es früher oder später verstehen.“

Liron und die anderen fuhren herum. Am Fuß der Treppe über die sie die Höhle betreten hatten stand ein einzelner Mann in schwarzer Kleidung.

,, Hast du überhaupt im entferntesten  eine Ahnung , Liron , was du alles tun könntest ?“ , fragte ihn der Fremde.

,, Ich denke.. ich habe eine ziemlich gute Vorstellung davon. „ , sagte Liron der endlich Verstand. ,, und ich habe bereits angefangen .“

 

Sendor führte seine Leute persönlich in die Schlacht. Wobei es bisher kaum wirkliche Kämpfe gegeben hatte. Fast jeder war auf der Flucht . Doch nun gab es nichts mehr wohin diese Leute fliehen konnten. Sie hatten sich selbst in einem Gebäude im Zentrum der Stadt verbarrikadiert bei dem es sich dem Aussehen nach nur um den Sitz des Rats des Bundes handeln konnte. Ein Architektonisches Meisterwerk und sicher leicht zu Verteidigen. Schade dachte er das davon vermutlich nicht viel übrig bleiben würde.

Seine Leute erreichten grade die letzten Stufen des Aufgangs der von der Stadt hinauf auf einen großen Platz vor den Toren des Palastes führte als sich der Himmel Innerhalb weniger Augenblicke Pechschwarz. Bedrohlich aussehende Wolken zogen sich über der Stadt zusammen und einige erste , Eiskalte Regentropfen fielen auf den Boden.

Normalerweise hätte Sendor einem einfachen Gewitter nicht viel Aufmerksamkeit geschehen  , selbst den Drachen der einigen seiner Männer das Leben schwer machte hatte er nur eines Blicks gewürdigt ...das hier aber war anders. Die Luft schien dichter zu sein , wie aufgeladen. Und dann schlugen die ersten Blitze ein.

Krachend zersplitterten die Steinplatten auf dem Platz. Einige Hosti-Soldaten wurden getroffen und von dem Felsen geschleudert.  Zu den blitzen gesellte sich Hagel dazu. Die Körner waren so groß wie eine Faust und mehr als einer von Sendors Kriegern bereute keinen Helm zu tragen.

Zwischen Blitzeinschlägen und Hagelkörnern versuchte Sendor seine Leute irgendwie zu organisieren. Ein Hoffnungsloses Unterfangen.  Diese Männer waren es gewohnt einem Feind sei es nun Magier oder Krieger Auge in Auge gegenüber zu treten. Das sich aber die Naturgewalten gegen sie verschwören würden… das war für manche einfach zu viel um es zu begreifen.

Und es sollte noch schlimmer kommen. Der Hagel hörte bereits nach wenigen Minuten auf und auch die Blitze zuckten nur noch vereinzelt auf. Doch grade als Sendor glaubte es wäre vorbei schien es als würde der Himmel einstürzen. Die Wolken die eben noch am Himmel hingen schienen sich zu verdichten bevor sie auseinandertrieben. Eine Schockwelle fegte über die Stadt hinweg. Jeder der sich nicht in einem Gebäude aufhielt wurde von den Füßen geholt.

Die Dunkle Masse aus Wolken war verschwunden. Doch an ihrer Stell kreisten nun Tausende Sendor wohl bekannte schwarze Vögel am Himmel.

 

 

Die Macht der Magie die nun in Licentia entfesselt wurde konnte Alexis selbst in der tiefe spüren. ,, Was tust du ?“ , fragte er Liron entsetzt.

,, Diesen Krieg beenden. Ein für alle mal.“

Der Fremde war mittlerweile näher an das Portal herangetreten ,, Jetzt verstehst du es. Die Fähigkeit die Dinge richtig zu stellen.“

Fylla mischte sich ein . ,, Richtig ? Ist es richtig sie einfach alle zu töten ?“

,, Natürlich ist es das. Es löst das Problem ein für alle mal.“ , antwortete der Fremde.

,, Welches Problem wird bitte dadurch gelöst ?“ , fragte nun Ruben. ,, Zerstörung ist nie ein guter Weg. Ich bin ihn weit genug gegangen um das zu wissen.“

,, Was wisst ihr schon alter Mann ? Eure Zeit war vor 40 Jahren schon abgelaufen. Die Neuordnung lässt sich nicht aufhalten.“

,, Liron , nicht so.“

Liron sah einen Moment zwischen dem Fremden und Ruben hin und her. Möglicherweise hatte der Schwarzmagier recht. Was war gewonnen wenn er einfach alles solange umgestaltete bis es passte. Niemand hätte etwas davon oder ? Immerhin wären es seine Ideale die er allem Aufprägen würde. Und die würde niemals jeder akzeptieren. Vielleicht würde nur mehr Chaos entstehen. Die ganze Idee der Erneuerung war… gefährlich. Oder war er das ? Konnte er es einfach nicht kontrollieren ? Hatte er einfach Angst davor.

,, Bring es zu Ende.“ , hörte er den Fremden Seher.

,, Genau das werde ich,“ , sagte Liron als er sich zu dem Schwarzgekleideten Umdrehte.

,, Es endet genau hier.“

,, Was zum… ?“

Weiter kam der Fremde nicht mehr. ,, Man sieht sich wieder.“ , sagte Liron. Und als hätte sein Atem ihn verweht verschwand der Mann in einem Wirbel aus goldenen Partikeln welche die Treppe hinauf verschwanden.

,, Wohin hast du ihn geschickt ?“ , fragte Alexis nachdem er einmal erleichtert aufgeatmet hatte.

,, Weit weg. Fürs erste sollten wir nichts mehr von ihm hören.“

,, Ehrlich gesagt. Einen Moment lang habe ich wirklich befürchtet du würdest ihm glauben.“ , meinte Fylla.

,, Das habe ich.“ , antwortete Liron. ,, Und es gibt etwas das ich noch tun muss. Eine Sache.“

Liron trat ein letztes Mal an den Protalbrunnen heran. Mit einer Handbewegung erschuf er eine Leuchtende Sphäre durch die sie die Umrisse von Grauhafen , der Heimat der Hostis , erkennen konnten. Schutt und abgestorbene Bäume. Erstickende Asche und Finsternis.

,, So viel wurde dadurch zerstört. Zeit einmal etwas zu schaffen.“

Die Abgestorbenen Bäume um die zerfallenen Stadt herum begannen langsam sich grün zu verfärben. Die Asche die den Boden Zentimeter hoch bedeckte wurde von einem gewaltigen Windstoß der über den ganzen Kontinent hinwegfegte ins Meer gewirbelt. Herausgefallene Ziegel und Schutt setzten sich wieder an ihren Platz. Die schwarzen Vögel die den Himmel dort und nun auch über Licentia erfüllten fielen brennend zu Boden.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten schien die Sonne auf die Dächer von Grauhafen herab.

,, Zeit es zu Beenden.“

Eine Windböe erhob sich in der Höhle und ehe überhaupt jemand begreifen konnte was geschehen war fanden sie sich in Licentia wieder. Direkt auf dem Platz vor den Ratshallen.

Verwundete Soldaten der Hostis lagen am Boden. Diejenigen die noch hätten Kämpfen können duckten sich beinahe verängstigt beim plötzlichen Auftauchen der vier. Alle außer einem.

Sendor trat aus den Reihen seiner Männer vor. ,, Ich muss mich geschlagen geben Liron. Eine beeindruckende Aktion. Ihr werdet mir wohl nicht die Ehre eines letzten Kampfes gewähren ?“

 ,, Wenn ihr darum bittet.“

 Sendors Leute bildeten sofern sie noch stehen konnten einen ring um die beiden.

Liron wiegte das Schwert der Seher in der Hand ,  Sendor ihm gegenüber stand einfach nur ruhig da.

Der erste Schlagabtausch war langsam , ruhig , abtastend. Funkensprühend trafen die Klingen der Kontrahenten immer wieder aufeinander. Ein ums andere mal wich einer von beiden zurück. Ein ums andere mal Konterte er mit einem Gegenangriff.

Der Kampf zog sich in die Länge. Aus Sekunden wurden Minuten aus Minuten eine geschlagene Stunde.

,, Ich muss zugeben Liron. Ihr habt euch gesteigert seit unserem letzten Treffen.“

,, Weist du was dein Problem ist ?“ , meinte Liron als er eine Finte Sendors unterlief und seinen Gegner dann zu Fall brachte.

,, Du redest zu viel.“

Sendor war besiegt.,, Nun dann tötet mich.“

Liron legte das Schwert weg. ,, Niemand stirbt mehr. Sendor es gibt keinen Grund mehr zu kämpfen. Eure Heimat existiert weiter. Kehrt dorthin zurück oder bleibt. Aber Niemand wird hier mehr irgendwen bekämpfen.“

Er drehte sich zu den Versammelten Hosti-Truppen um. ,, Niemand stirbt mehr .Ich Liron Weißläufer , König des Bundes , sage. Dieser Krieg ist vorbei. Alle werden Überleben. Wenigstens dieses eine mal.“

 

Epilog

 

 

Wenige Tage später bekam der Bund nach Jahren der Unruhe einen neuen König. Die Krönungszeremonie fand im immer noch Verwüsteten Ratssaal statt. Doch trotz all dem Schutt und der Trauer um die Gefallenen sollte die gesamte Stadt daran Teilnehmen und letztlich war es der im Eilverfahren einstimmig zum neuen Obersten Ratsherrn ernannte Ragnar Skjalfjord der Liron die Krone überreichte die er so lange gescheut hatte.

Alexis kehrte später nach Dynastes zurück. Er sollte eines Tages der mächtigste seiner Zunft und der berühmteste Großmeister der Archive werden den Arbitrium je gesehen hatte.

Sein Verständnis für Heilkunst machte ihn weit über die Grenzen des Bundes hinweg bekannt

Und er unternahm mehr als eine Reise nach Grauhafen um dort beim Wiederaufbau zu helfen.

Fylla blieb eine Weile am Hof. Doch letztlich sollte auch sie sich wieder dem Orden anschließen. Viele Jahre später als sie zu einer der Obersten des Ordens wurde sagte sie folgendes über ihre Meinung zur Herrschaft Lirons. ,, Wenn er einen Fehler hat dann diesen. Er ist zu Idealistisch und noch dazu recht eigensinnig. „

Ruben verschwand ganz Plötzlich währen der Feierlichkeiten. Niemand hat ihn je wiedergesehen doch die Gerüchte über einen alten Magier der all jenen Hilft die seiner Hilfe bedürfen sind nie ganz verstummt.

Ragnar sollte bis zu seinem Tod einige Jahre später im Amt bleiben , das einzige was er , wie er sagte bereute war im Bett und nicht im Kampf zu fallen wobei es ihm ja an Gelegenheiten nicht gemangelt hätte.

Zemas blieb auch weiterhin bei Liron.  Sein Rat wurde wie jeher Hoch geschätzt . Doch als man ihm die Nachfolg Ragnars im Rat anbieten wollte lehnte er ab. Eines Tages verschwand auch er einfach mit den Worten das es Zeit sei und das er möglicherweise woanders dringender gebraucht wurde.

Lirons Herrschaft sollte den Bund zu neuer Blüte bringen. Nicht nur  stand ihm jetzt ein Mitglied mehr zur Seite , sondern auch Sendor entschloss sich , mit einigen Hostis im Land zu bleiben. Die Orks die mit den Hostis angekommen waren jedoch blieben nicht. Sie kehrten einige wenige Ausnahmen wie etwa ihre Magier die Aufnahme in Dynastes fanden , nach Grauhafen zurück.Liron blieb sein leben lang mit Alexis und Fylla in kontakt. Nur alle seine Bemühungen Ruben zu finden scheiterten letztlich. Vielleicht wollte der Magier einfach nicht gefunden werden.

Im Verlauf der nächsten Zwanzig Jahre hörte niemand mehr etwas von den Anbrail Urthosa noch vom dunklen Seher. Wohin Liron ihn geschickt hatte und was mit dem Portal geschehen war , das blieb bis zuletzt Lirons Geheimnis.

 

Doch eines Tages sollte Anbrail zurückkehren. Wenn die Zeit düster genug war….

 

 

 

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EagleWriter
...Was gibts über mich zu wissen ? Ich schreibe gerne, deshalb bin ich auf der Seite angemeldet. Muss man mehr wissen ?Ich freu mich natürlich immer über konstruktive Kritik und Kommentare zu meinen Texten.Sonst noch was über mich..
Malt und Metalhead und Laborheini mit einem Faible für Philosophie, Pfeifen und Fantasyliteratur. Erwarte also bitte niemand zu viel von mir :-)

Oh und mich gibts auch bei MyStorys
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Bookrix
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Und Storyhub
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Buhuuuh Lesezeichen gesetzt. ;)
Vor ein paar Monaten - Antworten
EagleWriter Re: Re: Re: Kapitelreihenfolge -
Zitat: (Original von schmusekatze72 am 12.03.2013 - 17:22 Uhr) Kann ich verstehen, ich habe nur das Problem, dass ich ohne Flash hier lese und also keine Seitenzahl habe um hin und her zu springen...
Zitat: (Original von EagleWriter am 12.03.2013 - 16:58 Uhr)
Zitat: (Original von schmusekatze72 am 12.03.2013 - 10:35 Uhr) Ich habe hier wieder das Problem, dass die Kapitel nicht in der richtigen Reihenfolge sind... Nach Kapitel 3 kommt Kapitel 20...
Ich würde deine Story gerne weiter lesen, denn sie gefällt mir sehr gut!
LG
Jutta



JA, bei längeren texten kommen die bei mir immer etwas durcheinander, dauert nciht lange, dann sollte es eigentlich wieder Stimmen
lg
E:W


Sollte jetzt eigentlich wieder stimmen
lg
E:W
Vor langer Zeit - Antworten
schmusekatze72 Re: Re: Kapitelreihenfolge - Kann ich verstehen, ich habe nur das Problem, dass ich ohne Flash hier lese und also keine Seitenzahl habe um hin und her zu springen...
Zitat: (Original von EagleWriter am 12.03.2013 - 16:58 Uhr)
Zitat: (Original von schmusekatze72 am 12.03.2013 - 10:35 Uhr) Ich habe hier wieder das Problem, dass die Kapitel nicht in der richtigen Reihenfolge sind... Nach Kapitel 3 kommt Kapitel 20...
Ich würde deine Story gerne weiter lesen, denn sie gefällt mir sehr gut!
LG
Jutta



JA, bei längeren texten kommen die bei mir immer etwas durcheinander, dauert nciht lange, dann sollte es eigentlich wieder Stimmen
lg
E:W

Vor langer Zeit - Antworten
EagleWriter Re: Kapitelreihenfolge -
Zitat: (Original von schmusekatze72 am 12.03.2013 - 10:35 Uhr) Ich habe hier wieder das Problem, dass die Kapitel nicht in der richtigen Reihenfolge sind... Nach Kapitel 3 kommt Kapitel 20...
Ich würde deine Story gerne weiter lesen, denn sie gefällt mir sehr gut!
LG
Jutta



JA, bei längeren texten kommen die bei mir immer etwas durcheinander, dauert nciht lange, dann sollte es eigentlich wieder Stimmen
lg
E:W
Vor langer Zeit - Antworten
schmusekatze72 Kapitelreihenfolge - Ich habe hier wieder das Problem, dass die Kapitel nicht in der richtigen Reihenfolge sind... Nach Kapitel 3 kommt Kapitel 20...
Ich würde deine Story gerne weiter lesen, denn sie gefällt mir sehr gut!
LG
Jutta
Vor langer Zeit - Antworten
EagleWriter Re: Gut geschrieben -
Zitat: (Original von Ryuumius am 03.03.2013 - 22:30 Uhr) Interessant geschrieben - komplett durch habe ich es noch nicht, aber was ja nicht ist, kann ja noch werden :)



Ist halt schon recht viel^^ liegt auch in einzelnen Kapitelabschnitten auf meinem Profil vor
lg
E:W
Vor langer Zeit - Antworten
EagleWriter Re: Pack es mir mal unter -
Zitat: (Original von Kleibi2013 am 03.03.2013 - 13:23 Uhr) Lesezeichen und Favos....


Freu mich schon auf's Lesen

Birgit



Wünsche viel Spaß^^
lg
E:W
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