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Soldatenhände ...

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"Soldatenhände ... "
Veröffentlicht am 02. Oktober 2011, 4 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

1940 wurde ich in Krottensee. Kreis Marienbad geboren, im jetzigen Tschechien.1946 kamen wir nach Nördlingen in Bayern und seit 1953 wohne ich, mit kurzer Unterbrechung an der Ostsee ( Friederikenthal, Kreis Plön ) in Esslingen am Neckar. Da ich an den Ort, an dem ich geboren wurde, nicht zurück kann, ist Heimat für mich da wo ich mich wohl fühle und das ist Esslingen. 1967 kam mein Sohn Thomas Stephan auf die Welt Habe bis Ende November ...
Soldatenhände ...

Soldatenhände ...

Beschreibung

Dieses Mal stelle ich kein Gedicht von mir hier rein, sondern von Krista Rottensteiner-Sieger, mit ihrer Erlaubnis. Sie schrieb es als ihr Sohn kurz auf Urlaub bei ihr war, sie lebt in Layton, Utah. Es handelt von ihrem Sohn James der in Afghanistan war und jetzt verletzt auf dem Heimweg ist. Ihre Tochter war auch dort, aber sie kam schon vor 2 Monaten wieder zurück. Nur ihr Sohn Eric kam 2007 nicht lebend aus dem Krieg in Irak zurück. Ich habe es so geschrieben, wie sie es hatte, denn ihr Deutsch sei ein klein wenig eingerostet ... Bekomme jedesmal eine Gänsehaut, wenn ich es lese ... es macht mich betroffen.

Soldatenhände ...

Seine Hände die zittern, doch er sitzt am Klavier.
Versucht zu vergessen, ist froh, dass er hier.
Töne er spielt, er erinnert sich kaum,
von Einheit und Friede, den Liebestraum.
Doch plötzlich ein Bild ergreift ihn mit Macht,
Bomben und Männer und Blut in der Nacht.
Sein  Spiel wird immer schneller, verdrängt den Lärm,
den Lärm der Schüsse vergisst er gern.
Er spürt die Steine unter dem Knie,
fühlt den Wüstenstaub erstickend wie noch nie.
Er kommt zum Crescendo, mit Wucht schlägt er drein.
Die Augen der Toten zerstören sein Sein.
Er wollte den Krieg nicht, er kann nichts dafür!
Und die Hände, die töten, die spielen Klavier!

© Copyright Krista Rottensteiner-Sieger

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Hörbuch

Über den Autor

MarianneK

1940 wurde ich in Krottensee. Kreis Marienbad geboren, im jetzigen Tschechien.1946 kamen wir nach Nördlingen in Bayern und seit 1953 wohne ich, mit kurzer Unterbrechung an der Ostsee ( Friederikenthal, Kreis Plön ) in Esslingen am Neckar.
Da ich an den Ort, an dem ich geboren wurde, nicht zurück kann, ist Heimat für mich da wo ich mich wohl fühle und das ist Esslingen.
1967 kam mein Sohn Thomas Stephan auf die Welt
Habe bis Ende November 2005 als Kaufmännische Angestellte in einer Metallwarenfabrik gearbeitet,
Seit meiner Kindheit habe ich leidenschaftlich gerne gelesen, darum war damals mein Spitzname Leseratte. Als Rentnerin fing ich selber an zu schreiben. Habe mit Gedichten angefangen, später kamen Kurzgeschichten dazu. Es macht mir Spaß meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Da ich aber auch noch sehr viele andere Hobbys habe, wie malen, Handarbeiten, PC und Konsolenspiele ( großes Kind ), auch beobachte ich in Straßencafes gerne Menschen ... so ist es mir nie langweilig.

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MarianneK Re: Re: Re: Musste selber....... - Entschuldige Karin wenn ich dir erst jetzt antworte, aber ich komme nicht mehr so oft hierher.
Oh ja der Krieg und seine Grausamkeiten verfolgen Soldaten immer, denn dies habe ich bei meinem Vater mitbekommen. Er hatte sehr oft Albträume und wir erfuhren dadurch sehr viel was er erlebte. Ganz besonders schlimm war es für uns, als er einmal im Schlaf aufstand, sich auf den Boden legte und robbte ,und auf einmal jemand umarmte und weinend sagte, Gustl du darfst nicht sterben, ich hol dich hier raus und dann schluchzte er laut auf. Als wir ihn am Morgen daraufhin ansprachen, erzählte er und dass da sein bester Freund in seinen Armen gestorben ist und er ihn zur Truppe zurück brachte. Es war auch für uns immer schlimm.

Liebe Grüße
Marianne_

Zitat: (Original von KarinB am 08.10.2011 - 01:35 Uhr) Habe auch schon mit Menschen tiefe Gespräche geführt, welche den Krieg erlebt haben. Dabei kamen mir die Tränen wenn sie sagten, dass sie noch Heute davon träumen und man diese Bilder nie wieder vergessen kann. Solches bewegt mich dann sehr......

Sicher hätten sie viel zu erzählen all Deine Verwandten die das erlebt haben

LG Karin




Zitat: (Original von MarianneK am 05.10.2011 - 22:28 Uhr)
Zitat: (Original von KarinB am 04.10.2011 - 23:10 Uhr) noch nie einen Krieg erleiden. Aber immer wenn ich Kriegsbilder sehe macht mich das sehr traurig und betroffen. Und meine Gedanken sind dann stets bei den Familien. Weil ich mir immer denke, es sind Männer wie mein geliebter Bernhard oder mein lieber Sohn Benjamin. Wie furchtbar muss es doch sein eigentlich für alle Beteiligten. Sehr sehr eindrücklich meine Liebe

LG Karin


Danke Karin,

habe als Kind den Krieg erlebt, mein Papa war vom Anfang an dabei und meine 2 älteren Brüder kamen am Schluss dazu. sie kamen zum Glück wieder zurück. Mein ältester Bruder war in Dänemark in englischer Gefangenschaft und lag da verletzt im Lazarett, aber da ging es ihm gut, mein Papa geriet in Stalingrad in Gefangenschaft, aber da er tschechisch konnte haben sie ihn als Dolmetscher gebraucht und kam gleich nach Kriegsende heim und mein zweitältester Bruder kam auch am Ende zurück, wurde aber von den Tschechen verschleppt und war 3 Jahre bei ihnen im Straflager. Ich hasse Krieg ...

Lieben Gruß
Marianne


Vor langer Zeit - Antworten
KarinB Re: Re: Musste selber....... - Habe auch schon mit Menschen tiefe Gespräche geführt, welche den Krieg erlebt haben. Dabei kamen mir die Tränen wenn sie sagten, dass sie noch Heute davon träumen und man diese Bilder nie wieder vergessen kann. Solches bewegt mich dann sehr......

Sicher hätten sie viel zu erzählen all Deine Verwandten die das erlebt haben

LG Karin




Zitat: (Original von MarianneK am 05.10.2011 - 22:28 Uhr)
Zitat: (Original von KarinB am 04.10.2011 - 23:10 Uhr) noch nie einen Krieg erleiden. Aber immer wenn ich Kriegsbilder sehe macht mich das sehr traurig und betroffen. Und meine Gedanken sind dann stets bei den Familien. Weil ich mir immer denke, es sind Männer wie mein geliebter Bernhard oder mein lieber Sohn Benjamin. Wie furchtbar muss es doch sein eigentlich für alle Beteiligten. Sehr sehr eindrücklich meine Liebe

LG Karin


Danke Karin,

habe als Kind den Krieg erlebt, mein Papa war vom Anfang an dabei und meine 2 älteren Brüder kamen am Schluss dazu. sie kamen zum Glück wieder zurück. Mein ältester Bruder war in Dänemark in englischer Gefangenschaft und lag da verletzt im Lazarett, aber da ging es ihm gut, mein Papa geriet in Stalingrad in Gefangenschaft, aber da er tschechisch konnte haben sie ihn als Dolmetscher gebraucht und kam gleich nach Kriegsende heim und mein zweitältester Bruder kam auch am Ende zurück, wurde aber von den Tschechen verschleppt und war 3 Jahre bei ihnen im Straflager. Ich hasse Krieg ...

Lieben Gruß
Marianne

Vor langer Zeit - Antworten
MarianneK Re: -
Zitat: (Original von LadyFabiola am 06.10.2011 - 18:51 Uhr) das ist so grauenvoll.... ein kumpel von mir war auch dort, und was der mir erzählt hat, war so krass, dass ich angefangen hab zu heulen
und das jetzt so mit den klavierspielenden soldatenhänden zu sehen, ist ganz anderes, aber genauso schockierend


Danke Fabiola,

oh ja, es ist furchtbar, denn solche unnütze Kriege sind grausam und bringen so viel Kummer über alle. Als er bei seinem letzten Heimaturlaub daheim war, saß er immer am Klavier und spielte, er musste sein letztes Erlebnis verarbeiten. Sein Kommandant hatte ihm befohlen in einen anderen Jeep zu steigen, er wollte bei seinen Kameraden bleiben, aber er durfte nicht. Kaum eine Stunde später waren seine Kameraden tot.

Lieben Gruß
Marianne
Vor langer Zeit - Antworten
MarianneK Re: -
Zitat: (Original von TaZziix3 am 06.10.2011 - 13:44 Uhr) Was ich an Musik bewundere, ist, dass sie aus unserer Seele spricht.
Viele sind nicht fähig "aus ganzem Herzen" zu spielen. aber dieser Soldat kann es, was ich sehr bewundere!
Seine Geschichte ist sehr bewegend...
Ich hätte gerne das Klavierstück miterlebt...

5 Sterne & ein dickes Favo.


Danke Anastasia,

so wie James es mit Musik ausdrückt und verarbeitet, so verarbeitet Krista dies mit Schreiben. Sie hatte 15 Kinder, eigene und auch adoptierte, eine Großfamilie die zusammenhält. Als Eric 2007 in Irak getötet wurde, schrieb sie danach ein Gedicht, es ist auf Englisch, welches mich weinen lies.

Lieben Gruß
Marianne
Vor langer Zeit - Antworten
MarianneK Kommentar vom Buch-Autor gelöscht.
Vor langer Zeit - Antworten
MarianneK Re: -
Zitat: (Original von maata am 06.10.2011 - 13:40 Uhr) Sehr ergreifend und bestimmt für alle sehr schwer so etwas zu verarbeiten. Sowohl als Person vor Ort, als auch als Angehöriger.

LG Martina


Danke Martina,

so etwas ist bestimmt schwer, aber James hat Rückhalt in seiner Familie, die sehr groß ist und die zusammenhält.

Lieben Gruß
Marianne
Vor langer Zeit - Antworten
MarianneK Re: sehr ergreifend -
Zitat: (Original von Rajymbek am 06.10.2011 - 09:12 Uhr) Was ich nicht verstehen kann, ist, wenn man einen bruder im Krieg verliert, dass man sich freiwillig auf ein Selbstmordkommando einlassen kann. Niemand zwingt einen, nach Afghanistan zu gehen, um diesen unsinnigen Krieg zu führen.

VLG Roland


Danke Roland,

er war schon Soldat, bevor Eric eingezogen wurde und Amerikaner reagieren da anders. Krista und ihr Mann sind in Österreich geboren, sind jung verheiratet ausgewandert und James ist voll Amerikaner. Nur jetzt will er nicht mehr bei der Armee bleiben.

Lieben Gruß
Marianne
Vor langer Zeit - Antworten
TaZziix3 Was ich an Musik bewundere, ist, dass sie aus unserer Seele spricht.
Viele sind nicht fähig "aus ganzem Herzen" zu spielen. aber dieser Soldat kann es, was ich sehr bewundere!
Seine Geschichte ist sehr bewegend...
Ich hätte gerne das Klavierstück miterlebt...

5 Sterne & ein dickes Favo.
Vor langer Zeit - Antworten
matzetino Sehr ergreifend und bestimmt für alle sehr schwer so etwas zu verarbeiten. Sowohl als Person vor Ort, als auch als Angehöriger.

LG Martina
Vor langer Zeit - Antworten
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