
"Ist sie es?" Flüssternd bäugte er sich über das schlafende Mädchen. Ihre Haut schien weiß und ihre langen schwarzen Haare umrahmten ihr Engelsähnliches Gesicht. Von ihr ging eine starke Anziehungskraft aus. Ich musste mich zusammenreißen um ihr nicht zu unterliegen.
"Ja... ." Ich sah Erik an. Immer noch beugte er sich über sie. Langsam richtete er sich auf und grinste mich an.
"Sie hat eine starke Anziehungskraft und ist noch so jung! Wie stark wird ihre Kraft denn noch wachsen?!"
Das war eine gute Frage. "Schrei nicht so herum! Willst du sie aufwecken?" Warnend sah ich Erik an worauf hin er nur die Zunge herausstreckte. "Ich werde wohl auf sie aufpassen müssen... . Es sollte bei ihrer Anziehungskraft eine Herausforderung werden andere wie uns von ihr fernzuhalten. Es wäre schlecht wenn sie von der Unterwelt erfahren würde." Ich seufzte.
"Du hast dich doch immer beschwert was für Langeweile du hast! Jetzt hast du ja eine Beschäftigung." Erik lief durch das Zimmer und blieb an einem Tisch stehen.
Er war ein guter Freund aber mannchmal wurde er einfach zur Plage. Ich frage mich warum ich ihn eigendlich mitgenommen habe.
Für alle unserer Art war die einzige Chance wieder zurückzukehren ein Vertrag. Ich war mir sicher. Dieses Mädchen war meine Chance diese Verfluchte Welt endlich zu verlassen. Aber sie war noch zu Jung um sie diesem Vertrag auszusetzen, auch wenn sie die benötigte Kraft schon hatte. Ich würde warten müssen.
Erik schien sich an dem Papier das auf dem Tisch lag sehr zu amüsieren.
"Hey!" Grinsend hielt er ein Blatt Papier hoch. "Der Name deiner Geliebten ist Alisa Silverquest! Und guck mal was hier steht!"
Genervt verdrehte ich die Augen. "Glaubst du ich kann etwas erkennen wenn du es so herumwedeltst?"
Heute war er eine echte Plage.
"Das ist ihr Tagebuch! Oder so etwas... ." Erik wollte gerade anfangen laut vorzulesen als ich ihm das Papier aus der Hand riss.
Sofort knallte ich das Blatt auf seinen uhrsprünglichen Platz zurück. Eriks Gesicht war kreidebleich geworden und er wich sofort mehrere Schritte zurück.
"Gehen wir." sobald ich die Worte ausgesprochen hatte, spürte ich auch schon die glühende Hitze in meinem Körper. Erik hatte sich wieder gefasst und nickte. Ich wartete bis er in den Schatten zurücktrat und verschwand. Dann folgte auch ich seinem Beispiel.
Ich war mir nun umso sicherer. Ich hatte gewählt. Bis zu unserem Vertrag und sogar noch länger würde ich sie vor Allem Beschützen.
Wenn eine lange Zeit alleine ist, vergisst man dann nicht was es heißt nicht alleine zu sein? Oder lässt man dann überhaupt noch jemanden in seine Nähe? Wünscht man sich nicht trotzdem jemanden an seiner Seite? Egal wie of ich darüber nachdachte, immer wieder fand ich nur die gleiche Antwort vor. Ich wusste gut was es heißt alleine zu sein, denn ich war es.
Seitdem ich mich erinnern kann entfernten sich meine Eltern und auch alle anderen Menschen in meiner Umgebung immer weiter von mir. Jeder von ihnen sprach nur mit mir wenn es nötig war und hielt Abstand.
Als das anfing habe ich immer wieder versucht Aufmerksamkeit zu erregen aber im Laufe der Jahre habe ich mich damit abgefunden.
Seufzend strich ich mir eine haarsträhne hinter mein Ohr. Ein kühler Luftzug lies mich erschaudern und ich blickte zum Fenster.
Es war Abend. Die untergehende Sonne strahlte in mein Zimmer hinin und überflutete es mit goldenem Licht.
So schön, wie die Sonne jeden Abend durch die Baumkronen immer in mein Zimmer schien konnte ich jedes Mal nicht anders als mir anzusehen wie sie unterging. Auch wenn diese Momente immer so friedlich schienen, spürte ich jedes Mal eine gewisse Unruhe in mir aufsteigen die ich nicht erklären konnte.
Ich zuckte zusammen als es leise an meiner Tür klopfte. Eins der Dienstmädchen steckte ihren Kopf durch den Türspalt.
"Lady Alisa. Das Dinner wurde vorbereitet. Man erwartet sie im Speisesaal." Mit diesen Worten war sie auch wieder verschwunden.
Ich hatte mir nicht einmal die Mühe gemacht mich um zudrehen. Lust darauf von meinen Eltern nur angesehen zu werden und keinen Mux von mir geben zu dürfen hatte ich keine. Ich fand das albern.
Nach einer Weile beschloss ich mich nun doch der Aufforderung nachzugehen. Ich verließ mein Zimmer und lief durch den von Kerzen hell erleuchteten Flur. Vor dem Esszimmer blieb ich stehen. Eine Weile überlegte ich wirklich ob es nicht einfach für alle besser wäre, wenn ich einfach in meinem Zimmer bleiben würde.
Plötzlich waren von innen leise Stimmen zu hören. Es waren meine Eltern.
"Was machen wir nun? Alisa ist schon bald alt genug. Uns bleibt einfach zu wenig Zeit... ." Mein Vater klang sehr besorgt. "Wir können nur noch hoffen, dass sie das Erbe der Familie nicht antritt."
Von Mutter kam keine Antwort.
Es dauerte mehrere Sekunden bis ich verstand worum es ging. Sie wollten also mit allen Mitteln erreichen, dass ich das Erbe meiner Familie aus schlug?
Ich verstand meine Eltern einfach nicht. Was hatte ich getan das sie so eine Entscheidung getroffen haben? Ich konnte nicht glauben was ich gehört hatte. Erst wurde ich ignoriert und jetzt das. Das war nicht deren ernst. Mit einem heftigem Ruck tieß ich die Tür zum Esszimmer auf. Ohne auch nur ein Wort ging ich zu meinem Platz und setzte mich.
Meine Eltern sahen sich mit besorgten Blicken an. Kurze Zeit später wurde das Essen serviert. Jeder der Anwesenden im Raum mich eingeschlossen schien die angespannte Stimmung zu spüren.
Angewidert stocherte ich in meinem Essen herum, nicht fähig auch nur einen Bissen hinunter zu bekommen. Es fiel mir schwer meine Wut zu verstecken und so zu tun als ob nichts passiert war. Ich war siebzehn und somit würde ich bald das Recht auf das Erbe der Silverquests erhalten und wenn das meinen Eltern nicht passte, war das nicht mein Problem. Ich hatte mir schon vor langer Zeit geschworen das Erbe anzunehmen.
"Alisa... . Wir möchten mit dir über eine wichtige Sache sprechen... . " Die scharfe Stimme meines Vaters riss mich ein Stück aus meine Gedanken heraus. "Deine Mutter und ich haben uns überlegt was passieren soll... . In einem Monat wirst du erwachsen und dann kannst du das Erbe unserer Familie annehmen... . Wir haben uns überlegt ob das eine gute Idee ist... ." Ohne meinen Vater ausreden zu lassen sprang ich von meinem Platz auf. "Ich... werde das Erbe annehmen!" Egal was sie auch versuchen werden, ich würde das Erbe annehmen. Meine Eltern tauschten einen erschreckten Blick. "Wenn ihr mich nun entschuldigen würdet, ich werde heute Abend ausgehen." Ich musste alles noch einmal überdenken und mich erstmals beruhigen aber am besten wenn mich keiner dabei störte.
Mit schnellen Schritten lief ich zur Tür. "Nein!... Alisa! Du wirst das Anwesen auf keinen Fall verlassen! Hast du verstanden?... Alisa!" Mein Vater war nun auch aufgesprungen. Die Wut in seiner Stimme war nicht zu überhören.
Ich wusste nicht warum aber ich wolle mich umdrehen und das Gesicht meiner Eltern sehen. Dieser Anblick würde sicherlich ziemlich amüsant werden. Lächelnd und ohne ein Wort verließ ich das Esszimmer und machte mich auf den Weg. In der Eingangshalle traf ich mehrere Dienstmädchen und befahl ihnen, eine Kutsche vorfahren zu lassen. Ich hatte es einfach satt,, dass mich meine Eltern mich erst behandelten als sei ich ein Nichts, einfach unsichtbar und dann noch versuchten, mich vom erbe abzuhalten. Ich war ihr einziges Kind. Wie konnten sie mir das nur antun?
Mehrere Minuten später saß ich in einer Kutsche die mich auf dem direktem Wege nach London fuhr. Es war eine Weile her gewesen, seitdem ich das letzte Mal in London war, seitdem ich das Anwesen überhaubt verlassen hatte. Es war das erste Mal das ich mich meinen Eltern wiedersetzt und getan hatte wonach mir gerade war. Seufzend sah ich aus dem Fenster.
Durch das Fenster der Kutsche konnte ich den Mond sehen. Genau so wie die bei Sonnenunteergängen hatte ich jetzt auch ein merkwürdiges Gefühl. Ich konnte nicht anders als die runde Scheibe weiterhin anzusehen.
Weiter Vorne konnte ich die Lichter Londons sehen. Jetzt wo ich mich einigermaßen beruhigt hatte, viel mir auf, dass es überhaubt keinen Grund gab um nach London zu fahren. Mir wahr auch nicht danach, die ganzen Menschenmassen zu sehen, die sich durch die engen Gassen schoben. Schon bei der Vorstellung sich eingeengt zwischen Menschen zu befinden, lies in mir die Übelkeit aufkommen.
Mehrmals klopfte ich an der Tür der Kutsche, bis sie endlich anhielt. Ich öffnete die Tür und wandte mich direkt an den Kutscher.
"Bitte kehren sie um! Ich möchte zum Anwesen zurück!" Ich lächelte den älteren Mann freundlich an. Ohne ein Wort wendete er die Kutsche.
Im ganzen Anwesen brannte noch Licht als ich aus der Kutsche ausstieg und vorsichtig die Schwere Eingangstür öffnete. Ich hatte erwartet, dass sich wenigstens ein einziges Hausmädchen wie immer in der Eingangshalle aufhalten würde aber das war nicht der Fall.
Die schöne große Halle mit den roten Teppichen und Gemälden an den Wänden war leer.
Ohne mir etwas daraus zu machen lief ich schnell in mein Zimmer. Als ich die Tür öffnete, stieg mir ein schöner Geruch in die Nase, so als ob in meinem Zimmer lauter Rosen erblüht währen. Die Fenster waren weit geöffnet und der Wind hatte das Papier auf meinem S quer durch mein Zimmer geweht. Es war verwunderlich, dass die Kerzen in meinem Zimmer noch brannten.
Bevor noch mehr Durcheinander entstehen konnte, schloss ich die Fenster und sammelte die herumliegenden Blätter wieder ein.
Als ich damit fertig war, fiel mir ein, dass ich eigentlich ein Dienstmädchen hätte rufen können. Das musste ich sowieso tun.
Gerade wollte ich die kleine Glocke läuten, als es zagaft an meiner Tür klopfte. Erschrocken zuckte ich zusammen.
"Ja?... Herein... ." Ich war erstaunt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass jemand so schnell kommen würde. Die Tür ging auf und ein Hausmädchen trat hinein. Sie war klein und sah wie eine kleine Porzelanpuppe aus. "Lady, ihr solltet langsam zu Bett gehen, sonnst werdet ihr morgen müde sein." Das Mädchen hatte eine helle und klingelnde Stimme, die sie sogar noch verletzlichen erscheinen lies.
Ich wurde ins Bad geschleppt und gewaschen. Dann legte sie mir mein Nachtgewand an und wollte gerade gehen, als mir etwas merkwürdiges auffiel. Obwohl mich die Angestellten mieden, kannte ich jeden wenigstens beim Vornahmen. Aber bei diesem Mädchen... .
Ich hatte es noch nie zuvor gesehen. "Warte! Ich habe dich bisher noch nie gesehen. Bist du neu hier? Wie heißt du?"
Das zierliche Ding drehte sich um und lächelte mich an. Dabei entblößte sie eine Reihe von spitz zulaufenden Zähnen. Einen erschreckten Schrei konnte ich nicht zurückhalten und sofort stolperte ich mehrere Schritte zurück, bis ich an meinen Schreibtisch stieß. Ohne zu zögern griff ich nach der Klingel. Doch bevor ich auch nur klingeln konnte, wurde mir die Klingel aus der Hand gerissen.
Das Mädchen war blitzschell bei mir gewesen. Mit ihrer zierlichen Hand zerdrückte sie die Metallglocke zu einem Metallklumpen als ob es bloß ein stück Papier wäre, was man nicht mehr brauchte.
"Was für ein schönes und süßes Mädchen du doch bist. Bestimmt schmeckt dein Blut genauso süß." Sie hielt mich fest und hauchte mir die Worte ins Ohr. Vor Angst war ich so gelähmt, dass ich meinen Körper nicht unter Kontrolle hatte und deshalb keinen Finger rühren konnte.
Was zu Teufel war sie? Ich glaubte nie an übernatürliche Wesen, das würde sich wenn ich überlebe sicherlich ändern.
| Kuro Re: - Ja! Danke!^^ Zitat: (Original von Kenshin am 07.08.2011 - 19:22 Uhr) Ganz interessanter Anfang auch wenn du erst schreibst das sie 15 ist und zwei Seiten weiter sagt sie selber das sie 17 ist. Musst du nochmal drüber lesen. Ansonsten finde ich es ein bisschen seltsam wie die Eltern sie von anderen Menschen fernhalten, wenn sie selber entscheiden darf wann sie ausgeht und sich selber eine Kutsche rufen darf. Hätte gedacht, das sie das Anwesen dann nicht ohne Erlaubnis verlassen darf.... Die beiden Sachen finde ich beim ersten lesen etwas merkwürdig. lg Kenshin |
| Kenshin Ganz interessanter Anfang auch wenn du erst schreibst das sie 15 ist und zwei Seiten weiter sagt sie selber das sie 17 ist. Musst du nochmal drüber lesen. Ansonsten finde ich es ein bisschen seltsam wie die Eltern sie von anderen Menschen fernhalten, wenn sie selber entscheiden darf wann sie ausgeht und sich selber eine Kutsche rufen darf. Hätte gedacht, das sie das Anwesen dann nicht ohne Erlaubnis verlassen darf.... Die beiden Sachen finde ich beim ersten lesen etwas merkwürdig. lg Kenshin |