AN DEN GELIEBTEN
Viele Stunden großen Glückes
fand ich in deinen Armen, Schatz!
Viele Stunden großer Trauer
waren mir die Stunden ohne dich, mein Schatz!
Schatz nenne ich dich,
wohl wissend um die Bedeutung jenes Wortes.
Kostbar bist du für mich
wie Gold und Silber, wenn du bei mir bist,
wie Edelstein und Perlen, wenn du ferne bist.
Traurig bin ich , wenn ich ahne,
dass das kostbare Gefäß deiner Seele
nicht mit Glück und Seligkeit gefüllt ist;
trauriger noch, wenn ich meine,
dass deine Wehmut und dein Schmerz
durch mich oder meine Taten kommt;
am traurigsten aber, wenn ich merke,
dass dein Herz und dein Kummer
nicht durch Liebe zu heilen sind.
Dann beginne ich zu weinen,
weil ich erfahren habe,
dass Tränen vieles heilen.
Sie sind wie kostbare Perlen,
die fernen Mächten sagen,
dass die Liebe in Gefahr ist.
Sie sind wie blinkende Steine,
die ferne Mächte bitten,
dass die Liebe wieder lebe.
Sie sind wie Gold und Silber,
die fernen Mächten danken,
wenn die Liebe wieder siegen darf.
Wann immer dein Herz in Unsicherheit schwingt,
lass wissen, was durch dein Inneres dringt.
Dann will ich still mich verhalten,
will schweigend dich im Arme halten,
will in Freiheit dich neu finden lassen,
will in Geduld mich fassen,
will abseits stehend darauf warten,
bis die Liebe neu in dir erklingt.
Frei sind wir beide wie die Vögel dieser Welt.
Trotzdem fühle ich,
etwas von dir sei ein Teil von mir.
Trotzdem ahne ich,
einen Teil von mir fände ich in dir.
Trotzdem weiß ich,
wir freuen uns aneinander in Liebe.
© HeiO 1977