Romane & Erzählungen
Bloodstream - trauriges Schicksal

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"Bloodstream - trauriges Schicksal"
Veröffentlicht am 25. Juni 2011, 12 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Bloodstream - trauriges Schicksal

Bloodstream - trauriges Schicksal

Prolog

 

Prolog

 
Sie lag da. Ohne jede Bewegung.
Schwaches Atmen.
Ich kniete neben ihr. Ohne jeden sinnvollen Gedanken.

Nein.

Sie sprach. Doch ihre Worten gingen im Blut, das aus ihrem Mund floss unter.

Der Boden rot gefärbt,

hält sie zitternd meine Hand.

 

Nicht jetzt.
Noch nicht.

Sie trägt unser Kind im Leib. Sie stirbt.

Sie legt den Kopf quer und bittet um einen letzten Kuss.

 Bitte.

Ich sah das Blut, es klebte in ihren Haaren,
es klebte an ihrem Körper,
es rann aus ihren Wunden,
es klebte an meinen Händen,

es klebte an ihren Lippen.
Ihre Lippen wurden schwach und blass.
Aus ihren Augen erlosch der Glanz.
In meinen Augen sammelten sich Tränen.
„Ich liebe dich.“

Der letzte Kuss war so lang her.



Ich wünschte, ich erinnere mich nicht mehr.

1. Zu viele Namen

 

Cassim!“
„...hmm?“
„Steh auf! Du hast mir was zu erklären!“
Mit aller Kraft drückte ich ein Kissen in mein Gesicht. Ich hoffte zu sterben – oder wenigstens den Eindruck zu verschaffen. Vielleicht ließe sie mich dann in Ruhe.
Obwohl ich, für meine Verhältnisse, viel Zeit mit ihr verbracht hatte, ganze zwölf stunden, fiel mir ihr Name nicht mehr ein.
Wie konnten sich alle Frauen nur meinen Namen merken?
„Cassim Martin! Wie konntest du mir das antun?“
„Was denn Liebes?“, murmelte ich in das Kissen bevor ich mich sammelte und sie anschaute.
Ihre blonden kurzen Haare standen in alle Richtungen ab und ihr Nachthemd verdeckte sie mit dem Hemd, das ich gestern nicht sehr lange angehabt hatte.
Ihre Hände hatte sie wütend in die Hüften gestemmt und sie sah im großen und ganzen auch sehr wütend aus.
„Was? WAS? Du hast mit diesem Mädchen geschlafen!“
Ich lachte auf und fuhr mir übers Gesicht.
Ich strich meine mich ständig nervenden schwarzen Haare nach hinten.

Also gestern Nacht warst nur du hier aktiv.“, entgegnete ich mit einem Grinsen.
„Grinse gefälligst nicht so frech!“, sie errötete und schaute zu Boden.
„Also. Welches Mädchen meinst du den Süße?“.
Ich schob meine Beine über die Bettkante, stützte meine Ellenbogen auf die Knie und versengte mein Gesicht in meine Handflächen.
Diese permanenten, freundlichen Guten – Morgen – Grüße meiner Beischläferinnen nervten.
Gut, dass ich starke Nerven besaß.
„Mit dem Mädchen, das unten bedient.“, sie war nur noch aufgebrachter. Setzte sich auf einen Hocker, um kurz darauf wieder aufzustehen.
„Die Blonde? Oder die Rothaarige?“
„Warum? Ist das wichtig? Hast du etwa....“
„...mit beiden geschlafen? Ja. Habe ich.“
Lieber ehrlich sein, und die Konsequenzen tragen, als zu Lügen und mit ihr für den Rest meines Lebens bestraft zu werden.
Ich stand auf und zog mir provozierend vor ihr mein Hemd an.
„Du...hast was? Weißt du was Cassim? Dafür bin ich mir zu schade!“. Sie klaubte ihre Sachen vom Boden.
„Hmm....gestern Nacht anscheinend nicht.“, konterte ich.
Sie ließ zu Tür. „Es ist aus. Hörst du? ES IST AUS!!“
Sie knallte die Tür zu und verschwand aus dem Zimmer. Und aus meinem Leben.
Warum erwarteten die Frauen immer die ganz große Liebe von mir?
Ich zog mich zurück, und machte mich im Bad fertig.

Vielleicht sollte ich schwul werden,“, überlegte ich während ich meinen Mantel anzog, „oder ins Kloster gehen. Dann hätte ich all diese Probleme gewiss nicht.“
Mit einem Grinsen im Gesicht verließ ich das Hotelzimmer in dem ich die meisten meiner Nächte verbrachte. Auf dem weg zur Lobby begegnete mit mein alter und langjährige Freund Jason Williams.
„Du solltest versuchen deine Frauen länger zu halten Cassim.“, begrüßte er mich mit einem sarkastischem Grinsen.
„Uns sesshaft werden wie du Jason? Nie im Leben!“.
Wir lachten über dieses unnötige Gespräch und liefen zusammen die Treppen hinunter.

 

 

Wir beide wussten, dass diese Redereihen bei mir nichts mehr bewirkten.
Jason war da ganz anders. Er war wahrscheinlich nur hier im Hotel, wegen eines Geschäftsessens.
Früher, als wir beide noch jünger waren, machten wir alles zusammen, und das waren oftmals nicht die besonnensten Dinge. Wir rauchten unsere erste Zigarette zusammen, tranken unseren ersten Scotch zusammen, nahmen die ersten Drogen zusammen.
Bei dem Scotch sind wir beide geblieben. Er auch bei den Zigaretten.
Wir lernten mit Waffen umzugehen und lernten unsere ersten Mädchen zusammen kennen und nun? Wir beide waren 23, Jason war verheiratet und der Vater zweier strammer Stammhaltern.
Er versuchte des öfteren mich zu bekehren, vernünftig zu werden, eine Familie zu gründen und ebenfalls sesshaft zu werden.
Doch ich liebte meine Lebensart, den Scotch und die Frauen zu sehr um mein Leben zu ändern.

Draußen verabschiedete sich Jason und machte sich auf dem Weg zu seiner Familie.
Ich schaute ihm eine Weile hinterher und dachte daran, wie sehr er sich verändert hatte. Mein bester Freund....war Familiendaddy. Ich drehte mich um und lief die Straßen von London entlang, um zu meinem Stamm – Schneider zu gelangen.

Zu dieser Zeit war die Stadt sehr ungemütlich. Regen, Wind und Schnee. Keine bisschen Sonnenschein. Und genau dieses permanente regnen und die anhaltenden Schneefälle, werden den morgigen Ball zur Qual machen. Oder zu einer Rutschpartie auf kalt – feuchtem Marmor. Wie man es nimmt.

 

Ich betrat den Laden und der Schneider kam sofort auf mich zu. „Sir Martin! Sie kommen für den Anzug! Sie können sofort zur Anprobe durch gehen!“
Bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte, stand im im hinteren Raum, vor einem raumhohen Spiegel und sah mein Spiegelbild in samtigen Stoff gehüllt.
„Gefällt es ihnen Sir? Die Hose, das Hemd und die Weste habe ich im schlichten Schwarz gelassen. Den Radmantel den sie tragen Sir, habe ich an den Handgelenken....“, er hob meinen Arm, „...mit Manschetten bestückt. Ihr Kragen ist wie gewünscht groß und nach oben klappbar. Aber finden sie das nicht unheimlich, Sir? Na ja. So soll es sein. Tatsache ist, sie sind für den morgigen Anlass bestens gekleidet.“

Ich hatte den ganzen Tag in der Schneidere verbracht, was kein Wunder war, da der gute Herr Schneider versuchte mich an seiner Tochter zu interessieren.
Mittlerweile saß ich an der Hotelbar und genehmigte mir einen Scotch. Die braune Flüssigkeit brannte bei jedem Schluck meinen Hals entlang bevor sie zum gewöhnten aufstoßen und zum Gesicht verzerren führte.
Die Kellerrinnen, beide, sowohl blond als auch rothaarig, warfen mir tötende Blicke zu die ich mit einem kecken nicken und zwinkern entgegen nahm. Von ihnen hatte ich nichts zu befürchten.

Doch plötzlich kam das namenlose Mädchen von heute morgen auf mich zu getorkelt, setzte sich auf den Hocker neben mich, packte mein Glas und leerte es mit einem Zug.
„Du....“, fing sie an, „du hinterlistiger....hinterlistiger Ausnutzer du...“, sie zeigte mit dem Finger auf mich und drohte vom Stuhl zu fallen. Ich zog eine Augenbraue hoch und schaute sie skeptisch an.
Sie holte tief Luft und setzte erneut an.
„Du hast mich eiskalt ausgenutzt! Ich – ich – ich hab' gedacht du liebst mich, Cassim!“, sie stieß auf und schaute verwirrt um sich.
Allem Anschein nach hatte sie mehr Gläser geklaut und ausgetrunken als sie verträgt.
„Cassim!Du...du...eiskalter Mann!“.
Sie stieg vom Hocker auf.
„Ich...ich will dich nicht wieder sehen Cassim. Hörst du? Nie wieder!“.
Ihre Hand schnellte nach vorn, doch sie verpasste mich. Ihr schien das nicht aufgefallen zu sein.
Stolz nickte sie, drehte sich auf dem Absatz um und stolperte auf den Ausgang zu, jedoch nicht ohne einmal zu rufen: „jetzt...jetzt hab ich' s dir gezeigt Cassim!“
Als sie draußen war, schüttelte ich den Kopf und drehte mich zum lachenden Wirt.
„Scotch?“. fragte er.
Ich lachte auf.
„einen Doppelten.“

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Phillja

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