Gedichte
Harren am Lichte Docht

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"Harren am Lichte Docht"
Veröffentlicht am 09. Juni 2011, 8 Seiten
Kategorie Gedichte
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Harren am Lichte Docht

Harren am Lichte Docht

 

Harren am Lichte Docht

 

Wenn einst die Kälte durch das Lande kroch,

die Menschen die Decken zogen hoch,

nur dürftig Fenster und Türen vermacht,

suchten und fanden in dunkler Nacht,

die eisigen Winde irgendwo ein kleines Loch,

um zu verkünden des Winters harte Macht.

 

In ihrer Not die Menschen glaubten noch,

gesandt vom gewölbten Himmel hoch,

Schicksal sei’s, vom Gotte aufgetragen,

Winters Eiseskälte geduldig zu ertragen,

flehten ihr frierendes Herze innig: poch,

damit nicht Blut gefrier in meinen Adern.

 

Zusammen am Feuer harren am Lichte Docht,

Gefühle den eisigen Winden draußen unterjocht,

in den kalten, dunklen, langen Nächten,

Worten lauschen von warmen, langen Tagen,

wo im Frühling, der Wärme Kraft erwacht,

auf der Sonne Rückkehr alle sehnlichst warten.

 

Im immer kehrenden Winterleiden jedoch,

keimte gleich beseelte Hoffnung durch,

von Sehnsucht aller Frierenden getragen,

sich in Bälde der Frühling würd‘ erheben

und die Herrschaft der gehassten Kälte brech‘,

dann Winters lange Strenge könnte enden.

 

Und jetzt, wenn heute Kälte durch die Täler schleicht,

auf den Bergen der Schnee in die Höhe reicht,

ist längst der Winter zu einer Lust geworden,

und das einst so schwere Leiden bereits verwoben,

jetzt viele Menschen tummeln, erfreuen echt,

Technik konnte Winters kalte Macht verdrängen.

 

In warmen Hightech Kleidern wohl verpackt,

was die Modebranche als Hit hervorgebracht,

lassen sie sich auf die Berge schleppen,

von den Hängen schwingen sie in Kurven,

zu den warmen Stuben runter und deren Licht,

erzählen schon, was sie morgen werden machen.

 

Früher beim Winterreisen man Gefahren roch,

Eiseskälte ausgeliefert, oft verfolgt vom Pech,

ist das Reisen in der Kälte in diesen Tagen,

für die Meisten unbeschwert geworden,

dann am Abend, wenn sie müde sagen: koch,

ein wunderschönes Essen soll es werden.

 

Erloschen ist die Angst vor Winters Macht,

gewandelt sich das Leiden in eine Pracht,

in großen Scharen strömen Menschen

aus aller Welt und wollen kurz erleben,

was die weiße Pracht so schön verspricht,

sich dabei mit Lust im weißen Sport erholen.

-

in der Kälte leiden und harren am Lichte Docht,

ist längst vergangen und vergessen worden.

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Hene

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