Romane & Erzählungen
Solang ich lebe.

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"Solang ich lebe."
Veröffentlicht am 22. April 2011, 48 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Solang ich lebe.

Solang ich lebe.

Beschreibung

Das ist eine Mischung aus meinem Leben und selbsterdachtem...ich hoffe es gefällt euch :)

Prolog


Ich schlug meine Augen auf und schaute mich vorsichtig in dem dunklen Raum um. Nur langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit, die das kleine Zimmer zu verschlingen schien.

Am Anfang war ich mir nicht sicher gewesen, ob ich das tun sollte was ich tat, aber schließlich gewann mein inneres Ich.

Vor etwa einem Jahr war ich noch ein unbeschwertes 16-jähriges Mädchen gewesen, die gerne auf die West Beverly Hills High School ging und sich um nichts, naja fast nichts Sorgen machte.

Und dann gab es nur einen einzigen Tag, an dem mein ganzes Leben wie ein Kartenhaus zusammenfiel und ich wie ein Häufchen Elend auf den Trümmern saß.

Wenn ich jetzt darüber nachdachte, dann wünschte ich mir wir wären nie hierhergezogen, dann wäre das alles vielleicht nie passiert.

Langsam versuchte ich mich zu bewegen, dann durchzuckte mich ein heftiger Schmerz, sodass ich am liebsten geschrien hätte.

Alles an mir schien wehzutun sodass ich nicht wusste woher die Ursache meiner Schmerzen kam. Ich setzte mich langsam auf den kalten, dreckigen Boden und versuchte mich zu entspannen. Da ich nicht wusste wo ich mich befand musste ich sehr leise sein. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern wie ich überhaupt in diesen modrigen Keller kam.

Ich wusste nur noch das ich mit ihm spazieren war, dann haben wir uns geküsst oder wollten es jedenfalls. Und dann ertönte ein schriller Schrei. Wir rannten beide in die Richtung aus der der Schrei zu stammen schien und haben etwas sehr schreckliches beobachtet an das ich mich nicht mehr erinnern will. Und anscheinend wurden wir von diesen Leuten dabei erwischt und sind irgendwann hier gelandet. Stück für Stück reimte ich mir alles zusammen. Aber wenn das wirklich so gewesen ist, wo war dann er und warum war ich noch am Leben?

War er überhaupt noch lebendig?

Plötzlich überkam mich große Angst, dass ich ihn verlieren würde. Und dann erinnerte ich mich wieder an meine Mum und an mein Leben, bevor das alles passiert ist...

Zeit um Abschied zu nehmen.

 

 

Kapitel 1: aus der Sicht von Kate

Ich schaute aus dem Fenster und sah zum letzten Mal meine geliebte Straße vor meinem, unserem kleinen Häuschen in der bescheidenen Stadt Fort Smith.

Ich würde Fort Smith und Arkansas sehr vermissen, dass war mir schon von Anfang an klar.

Die Sache mit dem Umzug war die Idee meiner Mutter und ehrlich gesagt wusste ich überhaupt nicht warum sie sich ausgerechnet Kalifornien ausgesucht hatte.

Und vor allem eine Stadt in der es nur so von reichen, arroganten Leuten wimmelte, Beverly Hills.

Als Mum mir sagte wir würden ganz weit weg umziehen, war das der nächste heftige Schlag in mein Gesicht. Der erste war als meine Mutter mir sagte, mein Vater und sie würden sich scheiden lassen, weil er sie mit ihrer besten Freundin betrogen habe. Am Anfang konnte ich das nicht glauben, da mein Vater so etwas nie tun würde. Doch da hatte ich mich wohl geirrt

 

Ich stand vor dem Gericht indem meine Eltern sich gleich hätten scheiden wollen und mein Vater kam in seinem schwarzen BMW angefahren. Er stieg aus und anstatt das Auto zuzuschließen ging er zur Beifahrertür und öffnete sie. Es stieg eine große blonde Frau aus. Ich erkannte Amanda Klein sofort, die beste Freundin meiner Mutter. Das war der erste Schock den ich bekam, dann sah ich sie auf das Gebäude zugehen. Ihr Bauch hatte einen leichten Ansatz, ich fasste es nicht und blieb mit offenem Mund einfach auf der Straße stehen.

Mein Vater ging an mir vorbei ohne mich eines Blickes zu würdigen, er hatte meine Mutter nicht nur mit ihrer besten Freundin betrogen, nein er hatte sie auch noch geschwängert, als ob ich ihm nicht genug wäre.

Die Verhandlung ging schnell voran, das Gericht sah, dass mein Vater sich anders entschieden hatte und nach etwa einer Stunde waren meine Eltern endgültig geschieden.

Das Schlimmste für ein Kind ist, wenn sich die Eltern scheiden lassen, aber wenn es auch noch erfahren muss dass der bis dahin geglaubte tolle Vater ein Arschloch ist, dann bricht für jeden die Welt zusammen.

Ungefähr 2 Wochen nach der Scheidung beschloss meine Mutter von hier wegzuziehen, sie sagte sie könne es nicht ertragen die beiden und ihren kleinen Bastard jedes Mal zu sehen.

Am Anfang verstand ich meine Mutter vollkommen, allerdings dachte und hoffte ich sie meint es nicht ernst. Ich wollte auf gar keinen Fall meine Heimatstadt verlassen, hier hatte ich meine wenigen Freunde und meine Erinnerungen. Zum Beispiel die als mein Vater mir ein Fahrrad schenkte, aber beigebracht hat es mir meine Mutter, da er, so sagte er, arbeiten musste.

Aber wahrscheinlich vergnügte er sich gerade mit Amanda.

Die ganze Zeit nach der Verhandlung fragte ich mich wie lange das schon mit den beiden lief.

Am 14., etwa 2 ½ Wochen nach dem Tag der alles zerstörte, kam ein Anruf, von der Polizei. Ich fragte mich, warum um Himmelswillen rief die Polizei bei uns an.

Meine Mutter nahm den Hörer ab, ihr Gesicht war voller Mehl, ich glaube sie versuchte wieder einmal etwas zu backen und das ging wie immer voll daneben.

Dann sah ich wie ihr hübsches Gesicht sich langsam veränderte, sie legte den Hörer vorsichtig ab und sah mich eindringlich an. Als erstes habe ich gedacht, ich hätte mein Fahrrad falsch geparkt, dann liefen ihre kleinen Tränen die jetzt blassen Wangen herunter.

„Amanda und dein Vater, sie hatten einen Unfall“, sie stoppte und ich erstarrte: „ Sie sind mit einem Laster zusammengestoßen, dein, dein Vater … er war auf der Stelle tot. Und Amanda liegt im Koma, sie hat ihr Kind verloren und wird möglicherweise sterben, die Ärzte wissen es nicht genau.“

Sie sagte das alles so schnell aber auch stockend, dass meine Beine nachgaben. Meine Mutter stützte mich und ihre Tränen liefen auf meine Haare herunter.

Danach erinnere ich mich nur noch daran, dass meine Mum sich fertig machte, sie wollte ins Krankenhaus um sich von Amanda zu verabschieden. Ich bat sie es nicht zu tun, schließlich war das die Frau die ihr Leben zerstört hat, aber sie sagte nur: „ Sie war mal meine beste Freundin, wir kennen uns schon seit wir klein waren und jetzt stirbt sie vielleicht!“

Das Problem meiner Mum ist einfach, sie ist zu gut für diese kalte, undankbare Welt.

Noch einmal flehte ich sie an zu Hause zu bleiben, doch ohne sich noch einmal umzudrehen, zog sie ihre Jacke an und schlug die Haustür hinter sich zu. Draußen fing es leise an zu regnen und ich hörte Mum mit dem Auto aus der Garage fahren.

Ich weiß nicht wie viel Zeit dann verging, ehe sich der Schlüssel in der Tür drehte. Ich lag schon frisch geduscht und total müde in meinem Bett, als Mum in mein Zimmer hereinkam.

Sie brauchte nichts zu sagen und trotzdem wusste ich sofort was los war.

Meine Mutter setzte sich auf die Bettkante meines 3 mal 1,50 m großen Bettes und ich hörte wie sie leise schluchzte. Ihr wunderschönes Gesicht war verzerrt und kleine Tränen liefen ihr aus den leuchtend blauen Augen. Ich sah die vielen Augenringe die sich wie Wellen bei jeder Gesichtsbewegung zu verändern schienen.

So gut es ging versuchte ich sie zu trösten, aber ich glaube es gelang mir nicht so richtig, denn sie fing jetzt noch mehr an zu schluchzen.

„ Sie hat alles gebeichtet!“, sprudelte es aus ihr heraus. Ich wusste sie meinte Amanda, also hörte ich weiter aufmerksam zu, denn das war noch nicht alles was meine Mum auf dem Herzen hatte.

Sie beruhigte sich ein wenig, atmete noch einmal aus und erzählte weiter: „ Amanda sagte es liefe schon seit ungefähr 2 Jahren mit ihnen. Also immer wenn er vorgab auf Geschäftsreise zu sein, war dein Dad in Wirklichkeit bei ihr.“

Ich zuckte zusammen als sie „dein Dad“ sagte, denn auch wenn er jetzt tot war ich wollte ihn nicht mehr als Vaterfigur sehen.

„ Ich fasse es nicht, dass sie von ihm schwanger geworden ist! Sie hat so lange versucht ein Baby zu bekommen, bis sie es aufgab. Sie meinte sie würde sich halt eins adoptieren und jetzt….“, wieder fing Mum an zu weinen, beruhigte sich gleich aber wieder.

„ Bevor sie eingeschlafen ist, hat sie sich bei mir entschuldigt. Sie sagte sie wusste am Anfang nicht ob sie sich darauf einlassen sollte, aber die Gefühle zu ihm seien stärker gewesen. Ich meine sie hat nicht nur unsere Freundschaft aufs Spiel gesetzt, sondern dir auch den Vater weggenommen.“, sie erzählte und erzählte, bis ich nur noch mit halbem Ohr zuhörte. Ich versuchte so aufmerksam wie möglich auszusehen, aber innerlich habe ich gehofft ich könnte bald schlafen gehen. Ist das nicht egoistisch? Schließlich hatte sie gerade ihren Mann und ihre beste Freundin verloren.

Irgendwann merkte sie wahrscheinlich, dass ich schon schlief. Sie deckte mich zu und gab mir einen Gutenachtkuss, wie damals als ich klein war.

 

Am nächsten Morgen wurde ich durch den Lärm wach, den höchstwahrscheinlich meine Mutter machte. Ich stieg schläfrig aus meinem Bett, schaute auf die Uhr die neben dem Bett auf dem Nachtschrank stand “7.30“. Was um Himmelswillen machte meine Mutter schon um diese Uhrzeit und das an einem Samstag?

Ich schlüpfte in die Hausschuhe die ich zu Weihnachten bekommen hatte und ging herunter, in das Zimmer in dem es bebte vor Lärm.

Im Wohnzimmer standen sehr viele Kartons. Mum hastete von einem Schrank zum anderen, es dauerte einige Minuten bis sie mich bemerkte. „Oh! Habe ich dich etwa geweckt, Schatz?“, fragte sie mich. Ich brauchte nichts zu antworten, da grinste sie mich schon an und murmelte ein „Tut mir sehr leid“.

„Was, tust du eigentlich hier so früh?“, erkundigte ich mich.

„Ich packe! Sieht man das denn nicht? Ich habe dir doch schon vor einer Weile erzählt, dass wir umziehen werden, nun ja, jetzt ist es soweit!“, antwortete sie total begeistert.

Ich glaubte mich verhört zu haben, ich dachte das Thema wäre durchgewesen als ich sagte ich käme nicht mit.

„Umziehen?! Was? Wieso? Wohin? Warum?....wie…“, die Fragen kamen einfach so aus mir heraus. Ich schrie beinahe, ich konnte es nicht fassen, umziehen? Ich wollte nicht aus Fort Smith weg.

„ Bleib einmal ganz ruhig“, versuchte sie mich zu beruhigen. Aber ich wollte mich nicht beruhigen, ich wollte da bleiben.

„ Also um deine Fragen zu beantworten: Wir ziehen um, weil das schon lange beschlossen war und außerdem hält mich hier nichts mehr, du weißt warum. Ich will nur noch weg hier!

Und wohin? Tja, wir ziehen nach Kalifornien, genauer gesagt nach Beverly Hills!“

Mir blieb der Mund offen stehen, sie meinte es wirklich ernst. „ Be...Beverly Hills? Kalifornien? Wie bitte! Mum! Du spinnst doch!”, stotterte und schrie ich zugleich.

„ Nicht in diesem Ton! Du benimmst dich wie eine 15-jährige. Wir ziehen um, ob es dir passt oder nicht. Basta! Geh nach oben und mach dich für die Schule fertig!“, schrie sich mich an. Und ich schrie natürlich, wie jeder andere Teenager, zurück: „MUM! Ich bin 15! Und es ist Samstag! Außerdem kann ich nicht fassen, dass du alles beschließt ohne mich auch mal zu fragen! Ich will hier nicht weg!“

Sie starrte mich eine Weile ehe sie etwas sagen konnte. Ja, jetzt habe ich es ihr gesagt! Einerseits war ich stolz auf mich, dass ich endlich den Mut hatte so mit meiner Mutter zu sprechen. Aber andererseits war mir elend zu mute.

„ Ich habe gesagt, du sollst nach oben gehen. Und außerdem hatten wir dieses Thema schon einmal. Wir ziehen um! Und das ist mein letztes Wort Kate!“, obwohl sie es in einem ruhigen Ton sagte, klang es hart und auffordernd. Also ging ich wider Willen nach oben und warf ihr noch einmal einen vielsagenden bösen Blick zu. Doch der nützte nichts, denn wenn meine Mutter, Mrs. Hanna Johnson, sich einmal was in den Kopf setzte, zog sie es gnadenlos durch und riskierte auch Opfer.

 

Am nächsten Tag redeten wir kein einziges Wort miteinander, erst als sie etwas von mir wollte, wusste sie, dass sie noch eine Tochter hat.

„ Kate, es tut mir leid wegen gestern. Aber du weißt, dass ich es nicht mehr aushalten kann und werde. Ich bitte dich mich zu verstehen und dich wenigstens ein bisschen zu freuen. Ich meine immerhin ist es Hollywood. Und außerdem hast du dort viel mehr Chancen einen Plattenvertrag zu bekommen, als in Arkansas.“

„ Okay! Was willst du von mir?“, ich wusste, dass sie etwas wollte, denn diese Masche zog sie nach einem Streit immer wieder ab.

„ Woher… naja, also ich möchte das du dich morgen bei deinem Direktor meldest und ihm sagst du bräuchtest ein Empfehlungsschreiben und dein Abschlusszeugnis, da du umziehen wirst.“ Ohne nach zu fragen oder wiederum zu zicken, nickte ich und räumte den Tisch ab.

Es war Sonntag und ich musste mich auf die Schule vorbereiten, aber da ich in einigen Wochen sowieso umziehen würde, war das Hausaufgabenmachen nicht mehr nötig. Zum Glück hatte ich die Intelligenz von meinem Vater geerbt und musste nur das Nötigste für die Schule tun. Bei dem Wort Vater zuckte ich wieder zusammen. Komisch auch wenn ich nicht daran dachte, dachte ich trotzdem daran.

Es ist schon merkwürdig wie schnell man etwas vergisst, aber wenn man nur ein Wort erwähnt oder hört, kommt alles wieder hoch und die Narben beginnen aufzureißen und zu brennen.

Plötzlich fühlte ich etwas Heißes und Nasses auf der Wange. Ich saß auf meinem Bett und merkte nicht einmal, dass ich weinte. Wie gesagt es ist merkwürdig, wie gut man Gefühle verstecken und wieder zeigen kann.

 

Viele Stunden später wurde ich von meinem Wecker geweckt. Es trällerte gerade Liar von Rains, als ich draufhaute damit er Ruhe gab. Ich wollte nichts sehnlicher als weiterschlafen, doch meine Mutter machte mir einen Strich durch die Rechnung. „Schätzchen! Steh auf, es ist schon halb acht, du musst zur Schule!“, schrie sie von unten nach oben hinauf.

Ich vergrub mich in meinem Kissen, doch ein paar Sekunden später stand ich schon auf.

Schnell holte ich mir frische Unterwäsche aus dem Kleiderschrank und merkte dabei, dass ich in meinen Sachen eingeschlafen war. Ob ich zu müde war um meinen Schlafanzug anzuziehen, oder ob ich so lange weinte bis ich einschlief, das wusste ich nicht so recht.

Ich gähnte noch einmal kräftig und ging duschen. Anschließend putzte ich mir noch die Zähne, schmierte mir ein bisschen Creme und Puder ins Gesicht und ging schließlich Frühstücken.

Als ich herunterkam, schrie meine Mutter auf und lachte dann ganz schrill los. „Warum lachst du, habe ich einen Pickel im Gesicht?“, fragte ich sie, während sie weiter lachte.

„ Nein, du hast keine Pickel. Aber ich glaube wohl kaum, dass du in pinker Unterwäsche zur Schule gehen möchtest.“, sie lachte wieder auf.

Zuerst dachte ich sie nimmt mich auf den Arm, dann schaute ich an mir herunter. Sie hatte recht, ich stand da in meiner Unterwäsche. Das ist ja schon peinlich genug, aber auf meiner Unterhose war auch noch der Hund Snoopy aufgemalt.

Ich fing an zu schreien und lief schnell nach oben. Dort suchte ich mir aus dem Schrank schnell einen Pullover und eine Jeans heraus und zog sie schnell wie der Blitz an.

Ich schaute noch einmal an mir herunter, ob ich auch wirklich alles anhatte. Soweit so gut, bloß die Socken fehlten noch.

Als ich fertig angezogen war, ging ich herunter um zu frühstücken. Meine Mum lächelte immer noch in sich hinein, verstummte jedoch als ich die Küche betrat.

Ich aß meine Cornflakes so schnell auf, dass mir welche im Hals stecken blieben. Ich hustete, trank ein Schluck Saft und aß weiter.

Dann hörte ich schon den Bus vorfahren. Ich zog meine Stiefel an, nahm meine Tasche, sagte Mum bis dann und ging hinaus in die kühle Luft. Hinter mir schrie meine Mutter, ich solle das Empfehlungsschreiben und das Zeugnis nicht vergessen.

Der Bus hielt genau vor unserem Haus, ich war verwundert da er sonst immer etwa 100 m weiter anhielt. Anscheinend sprach sie die Nachricht in dem kleinen Städtchen schnell herum, denn als ich einstieg rief der Busfahrer mir zu: „Guten Morgen, Miss California. Freust du dich schon auf deine neue Heimat?“

Ohne ein endloses Gespräch anzufangen, nickte ich nur und setze mich auf den Sitz.

Aus dem Fenster sah man, wie kalt es in Fort Smith geworden war. Obwohl wir hier keinen Schnee hatten, war es im Winter oder Ende Herbst immer kalt geworden.

Ich war so in Gedanken, dass ich es nicht merkte als der Bus an der James K. Polk High School anhielt.

Alle stiegen aus und ich folgte ihnen. Beim Herein gehen, schaute ich mir meine Schule noch einmal genau an. Bald würde ich auf die West Beverly Hills High gehen. Es lief mir eiskalt den Rücken herunter. Was ich noch schlimmer fand, ich müsste meinen 16. Geburtstag dort feiern.

 

Nach Mathe, Chemie, Kunst und Sport war die Schule zu Ende und ich hatte noch eine Verabredung mit dem Direktor. Also ging ich in sein Büro. Bevor ich herein durfte, bat mich die Sekretärin einen Moment zu warten.

Etwa zehn Minuten später sagte sie: „Okay, Ms Johnson, Mr. Howard empfängt sie jetzt.“

Das Büro war kleiner als in meiner Erinnerung. Als ich in die achte Klasse eingeschult wurde, bat Mr. Howard mich und Mum zu sich herein um sich ein Bild von uns zu machen.

Mr. Howard war ein älterer Mann, etwa Mitte 50. Er hatte kurze graue Haare und einen leichten Bartansatz. Seine Hornbrille saß auf Halbacht, als er mich anschaute. Trotzdem war da diese Freundlichkeit in seinen braunen Augen, die ich mir nicht erklären konnte. Denn viele fürchteten sich vor ihm, aber ich verstand nie wieso.

„ Guten Morgen Katelyn!“ lächelte er mich an. Ich murmelte ebenfalls Guten Morgen und bevor ich sagen konnte, wieso ich hier war, setzte er fort: „ Ich weiß weshalb du hier bist. Und ich werde dir auf jeden Fall ein tolles Empfehlungsschreiben geben. Und das Zeugnis vom letzten Halbjahr, sieht auch nicht so schlecht aus.“

„ Vielen Dank“, bedankte ich mich.

Ich dachte eigentlich, das war es denn auch, aber er wollte anscheinend noch etwas wissen.

„ Setz dich doch! Nun, bist du denn schon aufgeregt? Ich meine immerhin, zieht ihr nach Hollywood.“, fragte er mich aus.

So langsam, dachte ich es wusste wirklich schon die ganze Stadt. Obwohl ich eigentlich gehen wollte, blieb ich und beantwortete brav seine Fragen: „ Also, ich werde Fort Smith und Arkansas allgemein sehr vermissen. Immerhin bin ich hier geboren und aufgewachsen. Aber Kalifornien wird bestimmt aufregend. Und außerdem habe ich dort mehr Möglichkeiten, einen Plattenvertrag zu kriegen.“

Ich lächelte ihn widerwillig an und er kaufte es mir ab. Bei dem letzten Satz den ich sagte, wurde er nachdenklich und sagte dann schließlich: „ Ach ja, ich habe ja gehört du hast eine ganz tolle Stimme. Hmm…wie wär’s ich schreibe dir in deine Empfehlung, dass du ein sehr großes Talent besitzt und gefördert werden musst?!“ Das war das Erste das er sagte, dass mir gefiel, also nickte ich fröhlich.

Ich weiß nicht wie lange wir da saßen und uns unterhielten, aber irgendwann stand ich auf und er überreichte mir die Papiere. Er wünschte mir alles Gute und viel Glück bei meinem Traum und verabschiedete sich von mir.

 

„Hallo, Schatz! Wie war es in der Schule? Hast du die Papiere?“, rannte Mum auf mich zu.

„Ja, ich habe sie Mum, beruhig dich! Und in der Schule war es wie immer.“, antwortete ich.

Ich gab ihr den Umschlag und lief hoch in mein Zimmer. Dort schmiss ich meine Tasche in die Ecke und setzte mich auf das Bett. Nur noch wenige Wochen, dann würden wir in dem Flieger nach Beverly Hills sitzen.

Die nächsten Tage und Wochen lebte ich nicht, ich vegetierte in den Tag hinein. Je näher der Tag kam, desto nervöser und trauriger wurde ich. Alle nannten mich jetzt Miss California sogar Mum. Jeden Morgen wenn ich herunter kam, sagte sie „ Guten Morgen Miss California, wie hast du geschlafen?“

Das trieb mich langsam in den Wahnsinn. Ich könnte niemals ein Kalifornisches Mädchen sein. Ich bin eher von durchschnittlicher Natur. Bin keine braungebrannte Blondine in High Heels, die ein Zwerghund in ihrer pinken Tasche trägt. Ich habe langweilige braune Haare, bin blass und nicht sehr groß. Oh und ich habe KEINE pinken Taschen. Genaugenommen hasse ich alles, was tussig ist und dazu gehören auch pinke Taschen und High Heels.

Aber wenn ich das meiner Mutter gesagt hätte, wäre sie mit mir sofort in das Einkaufszentrum gefahren um mir genau das zu kaufen. Weil bei allem, was mir nicht gefiel dachte sie immer, es gefällt mir nicht, weil ich es nicht habe.

Deshalb hielt ich einfach immer die Klappe.

Das Einzige was ich mir von meinem neuem Leben erhoffte, war das ich mehr Freunde und vielleicht auch einen Freund finden würde. Denn hier kannten sich alle seit ihrer Geburt, deshalb war es schwierig jemanden zu finden, der geheimnisvoll und aufregend war. Ich war zwar schon einige Male verliebt, hatte auch einmal in der 7.Klasse einen Freund, aber das war nichts Ernstes. Wir haben uns ja nicht einmal geküsst.

Und in Sachen Freundschaft, war ich schon einige Male auf die Nase gefallen. Ich vertraute falschen und intriganten Menschen und von den Leuten von den ich dachte sie wären meine Freunde, wurde ich maßlos enttäuscht.

Auf der High School, war ich nicht das beliebte Mädchen, das alle verrückt machte. Ich war höchstens das Mädchen von nebenan. Aber dennoch fand ich 3 nette Mädels mit denen ich herumhing. Aber in letzter Zeit änderte sich das Verhältnis. Sie versprachen mir zwar sie werden mich nicht vergessen und mir regelmäßig schreiben, aber so richtig glaubte ich das nicht. Am letzten Tag vor dem Umzug, tauschten wir Adressen, Telefonnummern und E-Mails aus, in der Hoffnung wir würden uns wirklich schreiben. Zum Schluss schenkten mir alle etwas Kleines zum Abschied. Das haute mich echt aus den Socken, denn das sie mir was schenken würden, dachte ich nicht.

Bevor meine Mum mich abholen kam, umarmten wir uns und sie sagten mir ich soll die neue Schule rocken. Natürlich sagten sie, sie würden mich extrem vermissen, denn das sagt man nun mal so wenn jemand fortgeht. Am Anfang glaubte ich ihnen, aber später stellte ich fest, ich hätte es lieber nicht getan.

Eine letzte Nacht verbrachten wir in unserem kahlen und leeren Haus. Die Möbel und einige Kartons waren schon längst auf dem Weg nach Kalifornien.

Unser Haus erinnerte mich an die alleinstehenden Schabracken in denen Obdachlose, Unterschlupf während der kalten Tage suchten.

In dieser Nacht, habe ich kein Auge zugetan. Ständig schaute ich mich in meinem kalten Zimmer um und immer mehr Tränen liefen mir über die Wangen.

Ich konnte immer noch nicht glauben, dass alles in so kurzer Zeit einstürzen konnte.

Jede Minute fragte ich mich, warum ich das alles verdient hatte. Sicherlich vielleicht gab es auch Schlimmeres als das, was ich erlebt hatte. Aber warum wurden dann solche Menschen wie ich bestraft, für etwas von dem sie nicht wussten, was sie getan hatten.

Okay, ich hatte zwar öfter Streit mit meiner Familie und rastete aus, schrie rum und sagte Sachen die ich nicht so meinte, aber ich war nun mal ein Teenager, besser gesagt ein Kind.

Jeder reagiert in diesem Alter etwas gereizt, weil alle langsam ihre Persönlichkeit kennenlernen.

*Was ich bis heute nicht verstehen kann, das manche Menschen wie im Siebten Himmel leben und es nicht einmal verdient haben. Nehmen wir zum Beispiel Paris Hilton, man wie ich diese Frau nicht ausstehen kann. Sie wurde mit einem Goldenen Löffel in ihrem Operierten Mund geboren. Sie muss sich um nichts Gedanken machen, sie weiß auch nicht wie man arbeitet um etwas zu bekommen. Sie verdient das alles nicht! Aber vielleicht ist es ja genau das, wir denken Menschen die alles haben, verdienen es nicht, deshalb werden wir eifersüchtig und reagieren wütend auf uns, auf Gott. Und dann passieren uns schlimme Sachen, weil wir so egoistisch und eifersüchtig waren und das sind nun mal Sünden!

Vielleicht sollten wir uns einfach mit dem zufrieden geben, dass wir besitzen, sprich unser Leben. Und wenn wir etwas erreichen wollen, sollen wir es riskieren und alles dafür tun, besser oder gesünder zu werden. Möglicherweise werden wir dann auch so leben und uns um nichts Sorgen machen.*

Über das alles dachte ich in der letzten Nacht in Fort Smith nach, aber so richtig beruhigte es mich nicht.

Trotzdem wusste ich, wie schwer es mir auch fiel von hier wegzugehen, ich tat es meiner Mum zuliebe. Denn sie würde hier nicht mehr glücklich werden. Deshalb musste ich riskieren, dass ich unglücklich werde, damit wenigstens sie normal leben konnte.

Irgendwann beruhigte mich diese Feststellung und langsam schlossen sich meine Augen. Vielleicht würde es doch nicht so schlimm werden, wie ich dachte.

Immerhin war es ja schließlich Hollywood!

 

*Na, wenn ich mich da mal nicht getäuscht hatte…..*

Goodbey Sweet Home.

Kapitel 2: aus der Sicht von Hanna

Wir saßen im Flugzeug, das uns ganz weit weg von den Trümmern brachte. Früher hätte ich nie gedacht, dass wir mal aus Fort Smith wegziehen würden. Ach, ich dachte so einiges nicht. Zum Beispiel das mein Mann mich jemals betrügen würde und das auch noch mit der Frau, die über 30 Jahre lang meine beste Freundin war.

Ich weiß noch ganz genau wie es war als Am und ich uns kennenlernten. Wir waren beide 7 Jahre alt und ich war gerade neu nach Little Rock gezogen. Ursprünglich komme ich eigentlich aus New York, aber als ich sieben war und mein kleiner Bruder geboren wurde, zogen wir nach Arkansas. Eigentlich hat es mir von Anhieb an hier gefallen, es gab nichts auszusetzen. In Little Rock lebte ich ungefähr bis zu meinem 20. Lebensjahr.Ich weiß noch,wir lernten uns auf einer Feier kennen, irgendjemand hatte Geburtstag, aber ich weiß nicht mehr wer es war. Ich glaube einer von seinen Freunden, den Amanda auch gut kannte, deshalb waren wir auch eingeladen.

Ich war gerade 18 geworden und er war schon 20 Jahre alt. Am Anfang wussten meine Eltern nichts von uns. Ich hatte es nur Amanda erzählt, da sie mit ihrem Freund immer mit uns mitkam. Sozusagen vierer Dates.

Schon damals dachte und wusste ich, es wird nicht lange halten, obwohl es etwas Besonderes zwischen uns war. Immer hatte ich den Gedanken, er würde Amanda oder eine andere attraktiver finden als mich. Denn Amanda war die große blonde Schönheit mit den langen Beinen und ich war bloß eine schüchterne Brünette mit kleinem Selbstbewusstsein. Aber John sagte mir immer, er liebte meine blauen Augen, denn sie würden ihn an einen Ozean erinnern in dem er mit mir schwimmt.

An meinem 20. Geburtstag, machte er mir einen Heiratsantrag und als ich es meinen Eltern beibringen wollte, rastete mein Vater völlig aus. Er sagte, John würde nicht gut genug für mich sein und wenn ich ihn heiraten würde, bereute ich es später. Damals glaubte ich ihm nicht, wie denn auch ich war eine 20-jährige die bis über beide Ohren verliebt war.

Nach der Hochzeit zogen wir aus Little Rock weg und so brachte auch der Kontakt zu meinen Eltern vorzeitig ab. Wir zogen nach Fort Smith, kauften uns dort ein Häuschen und bald darauf merkte ich, dass ich schwanger war.

Eigentlich waren wir beide noch nicht bereit für ein Kind, denn in Johns Firma lief gerade alles super und ich wollte eine Ausbildung als Krankenschwester anfangen.

Dennoch freuten wir uns riesig auf das erste Kind.

Als unsere Tochter auf der Welt war, konnten wir sehr lange keinen passenden Namen für sie finden. Mir gefiel der Name Julia sehr, aber John wollte sie unbedingt Katelyn nennen, nach seiner Großmutter. Wenigstens durfte ich mir den Zweitnamen aussuchen. Also hieß sie von da an Katelyn Rose Johnson, Rose nannte ich sie nach meiner Mutter, deren voller Name war zwar Rosalie aber Rose war die Abkürzung.

Als meine Mutter davon erfuhr schrie sie vor Freude ins Telefon. Und bald darauf kamen meine Eltern und mein 7-jahre jüngerer Bruder uns besuchen und unser Verhältnis entspannte sich ein wenig.

Ich war froh, das meine Eltern noch lebten und soweit gesund waren, denn Johns Eltern starben bei einem Autounfall als er 5 Jahre alt war.

Er erzählte es mir nach unserem 5-ten Date. Ich weiß noch ich habe damals geweint, weil mir das so leid tat und er sagte nur er wüsste sie passen immer auf ihn auf und sie hätten mich auf jeden Fall gemocht.

Ich konnte es nicht fassen, dass ich ihm jedes einzelne Wort glaubte. Selbst als er immer wieder sagte er müsste auf eine Geschäftsreise und dann nach Little Rock fuhr um mit Amanda zu schlafen. Als ich sie beide im Gericht sah, wurde mir schlecht. Er schaute mich und Kate nicht einmal an und sie stand da, schwanger mit dem Kind das ich immer wollte.

Ja, ich wollte nach Kates Geburt ein zweites Kind, natürlich nicht sofort. Ich wollte etwa 1 Jahr warten und dann wieder schwanger werden. Wir versuchten es aber es klappte nicht. Ich wollte es weiter versuchen aber John gab auf und sagte bloß, es sollte halt nicht sein.

Und dann stand er da mit ihr und diesem kleinen Bastard in ihrem Bauch.

Am Anfang dachte ich, ich würde ihm wieder verzeihen und wir würden weiterhin eine Familie sein und so tun als ob nichts gewesen war. Aber als er sagte er hätte sich in sie verliebt, da brachte für mich eine Welt zusammen. Und als ich „sie“ auch noch sah, wollte ich einfach nur sterben. Als wir noch jung waren hatten Amanda und ich einmal einen Streit wegen einem jungen der mindestens 3 Jahre älter war als wir. Wir stritten uns so heftig wegen ihm, dass wir fast eine Woche nicht miteinander sprachen. Dann stellte sich heraus, dass er auf dem College war und eine Freundin hatte. Wir waren für ihn nur zwei kleine 14-jährige Babys, nichts weiter.

Wir versprachen uns nie wieder wegen einem Jungen unsere Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Ich habe mein Versprechen eingehalten, sie ihres gebrochen.

Ich wollte nicht weiter daran denken und nahm mir Kates I-Pod um etwas Musik zu hören. Kate war ganz anders als ich, ich schaute hinunter zu ihr, sie schlief. Ihre braunen Haare klebten ihr im Gesicht und sie sah aus wie ein kleiner Engel der in meinen Armen erschöpft einschlief. Manchmal glaubte ich, dass sie mich hasste. Denn ich machte immer das was ihr nicht gefiel. Ich wollte das sie das trägt was mir gefiel und das tat was ich wollte. Aber irgendwann musste ich sie loslassen, doch ich konnte nicht. Sie war doch mein kleines Mädchen. Dass wir nach Kalifornien zogen mochte sie ganz und gar nicht, aber ich konnte nicht anders, ich hielt es in Fort Smith wo mein ganzes Leben den Bach herunterging, nicht mehr aus.

Plötzlich schlug sie ihre Augen auf und ihre schönen blauen Augen schauten mich fragend an.

Dann merkte ich es, ich hatte die Musik auf ihrem I-Pod zu laut eingestellt, sodass viele Gäste sich schon nach mir umdrehten.

Ich machte sie ganz aus und legte den I-Pod auf Kates Rucksack, dann nahm ich meine Tochter ganz fest in die Arme und wünschte mir ich könnte das öfter machen.

„Wann sind wir endlich da Mum?“, fragte sie mich und gähnte ganz laut. Ich unterdrückte ein Grinsen und antwortete ihr: „ Ich weiß nicht, vielleicht noch knapp zwei Stunden. Schlaf weiter“ Das ließ sich meine Tochter nicht zwei mal sagen und nachdem sie wieder einschlief wurde auch ich müde.

„Meine Sehr geehrten Damen und Herren, in kürze erreichen wir den Flughafen in Los Angeles. Bitte packen Sie all ihre Sachen zusammen und nehmen Ihre Plätze ein…“

Ich wurde wach, weil Kate mich an schubste: „ Mum wir sind da! Wach auf!“

Langsam öffnete ich meine Augen und streckte mich noch einmal ehe ich aus dem Fenster sah. Dort unten war es, unser neues Leben, mein neues Leben.

Man konnte schon ganz genau den Flughafen sehen auf den wir zuflogen.

Plötzlich rüttelte es kräftig in der Maschine, die sich ungefähr 300 Meter über dem Boden befand. Alle waren ganz ruhig und warteten gespannt auf die Landung, doch dann rüttelte es noch einmal, sodass einige Taschen von oben herabfielen. Die Menschen wurden panisch und man konnte ein kleines Kind weinen hören. Während die Mutter versuchte ihre kleine Tochter zu beruhigen kam die Durchsage des Piloten: „Meine sehr verehrten Gäste des Fluges 318 von Little Rock nach Los Angeles. In wenigen Minuten erreichen den Flughafen California. Bitte entschuldigen Sie den kleinen Vorfall vor einigen Minuten. Bleiben Sie bitte ruhig auf Ihren Plätzen und machen Sie sich bereit für die Landung.“

Das ließen sich die Leute nicht zweimal sagen. Alle schnallten sich an, schoben sich ein Kaugummi in den Mund und warteten. Sowie auch Kate und ich. Wir kauten beide unseren Lieblingskaugummi, mit Kirschgeschmack.

Nach wenigen Minuten des Rüttelns und hin und her Schaukelns, erreichte das Flugzeug den Boden und rollte noch etwas weiter bis es stehen blieb.

„Meine sehr geehrten Damen und Herren, so eben haben wir den Flughafen der Stadt Los Angeles erreicht. Wir danken Ihnen, dass Sie unseren Flugservice genutzt haben und wünschen Ihnen einen schönen Tag. Bitte Vorsicht beim Aussteigen.“, sagte die Stewardess durch den Funklautsprecher und verabschiedete sich von uns.

Meine Tochter und Ich, packten alles in unsere Taschen ein, standen langsam auf mussten uns aber gleich wieder hinsetzen, denn alle wollten sofort heraus und es gab einen kleinen Stau.

„Und geht es dir gut, mein Schatz?“, fragte ich Kate und so müde wie sie war antwortete sie nur mit einem Kopfnicken.

Ich hoffte wirklich, dass sie mich deswegen nicht hasste. Allerdings wusste sie genauso wie ich, dass ein normales Leben in Fort Smith nicht mehr möglich war.

Bis sich die große Menschenmasse endlich löste vergingen unzählige Minuten. Wir nahmen unsere Siebensachen und machten uns auf den Weg nach draußen. Ich ging voraus. Langsam setzte ich einen Schritt nach dem anderen auf der Treppe. Ich hatte etwas Angst ich würde ausrutschen, da ich hochhackige Schuhe trug. Ich fand es schade, dass Kate keine trug. Es würde bei ihrer Figur und ihren schönen Beinen sicherlich sehr gut aussehen. Aber sie trug ja lieber den ganzen lieben Tag lang ihre über alles geliebten Chucks.

„Mum, kommst du jetzt runter, oder warum stehst du wie angewurzelt da oben herum?“, fragte mich mein Kind völlig entgeistert. Oh mein Gott, wie peinlich ich stand wirklich noch ganz oben und hatte mich kein Schritt weiter bewegt.

Schnell ging ich die Treppe herunter, und schon stand ich auf dem Boden.

Dem Boden, worauf ich jetzt täglich gehen würde. Ich lächelte meine Tochter an, nahm sie in meine Arme und gemeinsam gingen wir in unser neues und hoffentlich besseres Leben.

Die Fahrt von Los Angeles nach Beverly Hills dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Meine Tochter und ich saßen im Taxi und ich staunte nicht schlecht über die sogenannte „Stadt der Engel“. Die Stadt war wirklich wunderschön und so groß das ich beinahe einen Kulturschock erlitt. Während ich überwältigt war von den neuen Heimatgefühlen, saß Kate still und regungslos da und tat so als ob sie gar nichts zu interessieren schien. Sie schaute nicht einmal aus dem Fenster. Erst als wir vor unserem Haus anhielten hob sie den Kopf und fragte mich ob das wirklich unser Haus sei.

„Natürlich! Das ist unser neues Zuhause! Schick nicht wahr?“, fragte ich sie obwohl ich wusste das sie darauf nicht antworten würde.

Wir holten unsere Koffer aus dem Taxi und gingen auf unsere Villa zu. Ich musste schon zugeben, ich hätte nie gedacht das ich jemals in meinem Leben in einer Villa leben würde.

Aber mit der Lebensversicherung von John war das jetzt möglich. Und bald würde ich mir ein neues Auto zulegen.

Bei seinem Namen durchzuckte mich ein sehr heftiger Schmerz, der mich fast in die Knie zwang aber ich versuchte weiterzugehen und mir meine Schwäche nicht anmerken zu lassen.

Im Haus waren schon fast alle Möbel auf ihren Plätzen, sodass wir nur noch einzuräumen brauchten und die Couch ein bisschen umstellen.

Der Flur war riesig und die helle Wandfarbe ließ den Raum offen und freundlich wirken.

„So. Da wären wir! Ich denke du möchtest wohl zuerst dein neues Zimmer sehen, oder Katie?“, ich nannte sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr Katie und war gespannt wie sie darauf reagieren würde.

Doch es schien sie nicht weiter zu stören und sie nahm ihren Koffer und schlenderte die lange Treppe hoch zu ihrem Zimmer.

Ich stellte die Taschen erst einmal beiseite und guckte mir das Haus genauer an. Ich hatte es zwar schon im Internet gesehen, aber in Natur war das natürlich etwas anderes.

Das beste Zimmer war die Küche. Sie war nicht nur groß sondern einfach riesig, mit einer modernen Einbauküche sowie einer Theke mitten in der Küche. Eine richtige Millionärsküche eben, dachte ich und lächelte leise.

Aus der Küche führte eine Tür nach draußen, der ich folgte. Ich kam in den Garten, in dem ein großer Pool war und ein Paar Liegen zum Sonnen.

Der Pool wird meiner sturen Tochter sicher sehr gefallen, dachte ich.

Ich fragte mich was sie da oben machte und ging zurück in das Haus um nachzusehen ob ihr das Zimmer gefiel.

Als ich langsam oben ankam, hörte ich Kate leise schluchzen.

,,Hey, Mäuschen! Was ist los, gefällt dir das Zimmer nicht?“, fragte ich meine weinende Tochter.

 

 

Aller Anfang ist schwer.

Kapitel 3: Aus der Sicht von Kate

Meine Mutter und ich kamen endlich an. Ich fand der Flug dauerte so lange, obwohl es nur etwa 4 ½ Stunden waren.

Aber es kam mir vor, wie zwei Tage, furchtbar.

Ich ging langsam die Treppe des Flugzeuges herunter, um nicht auszurutschen, was bei mir ständig passierte.

Endlich hatte ich Boden unter meinen Füßen, zwar nicht der den ich wollte, aber leider war es ja schon zu spät.

„Verdammt! Dieser Boden macht meine neuen Chuks schmutzig“, schrie ich sauer.

Ich wusste gleich würde meine Mutter mich ermahnen mich zu benehmen und nicht so laut zu sein, aber man hörte kein Fluchen, kein einziges Wort.

Ich drehte mich um und traute meinen Augen nicht. Meine Mutter Hanna stand regungslos und völlig desorientiert oben auf der Treppe des Flugzeuges.

Es war mir so peinlich! Am liebsten wäre ich ganz schnell weggerannt und so getan als ob ich diese Frau nicht kenne. Aber ich musste sie schließlich doch irgendwie herunterholen.

„Mum, kommst du jetzt runter, oder warum stehst du wie angewurzelt da oben herum?“, ich guckte sie leicht böse und auch erschrocken an, bis sich ihr Gesicht regte und leichter Rotschimmer auf ihren Wangen auftauchte. Natürlich war es ihr auch peinlich.

Schließlich kam sie wie eine Elfe angeschwebt, bis sie neben mir stand und mich beigeistert anschaute. Sie brauchte nichts zu sagen, ich verstand auf Anhieb was sie mir sagen wollte.

*Damals hoffte ich, dass sie Recht behielt, was unser NEUES Leben in Beverly Hills anging.*

Ich schüttelte alle restlichen Zweifel von mir und zusammen gingen wir in Richtung „Unser neues Leben.“

 

Drei Tage später:

„Kate reichst du mir bitte die Vase dort auf dem Karton!“, sagte meine Mutter mir.

Inzwischen waren wir schon drei Tage hier in dieser Stadt, in der es nur so von reichen Leuten wimmelte.

Unser Haus war sehr groß und eigentlich war das einzige, was mir daran gefiel mein riesiges Zimmer.

„Und bist du schon sehr aufgeregt?“, fragte mich irgendjemand von links. „Was? Achso, hmm… ein bisschen.“, antwortete ich.

Musste mich meine tolle Mutter unbedingt daran erinnern, dass ich in zwei Tagen auf die Horror Schule gehen musste. Die Beverly Hills High, wohin entweder Loser oder aufgetakelte Möchtegern Supermodels hingingen.

Zuerst wollte Mum mit mir Shoppen gehen um das passende für den ersten Tag für mich heraussuchen. Aber ich habe nein gesagt, bevor sie mich noch in ein pinkes Kleid gesteckt hätte.

Wenn sie das gemacht hätte, dann wäre ich gleich mit der ersten Maschine wieder zurück nach Arkansas geflogen.

Wir waren gerade dabei unser neues großes Haus einzurichten. Zum Glück waren alle Wände gestrichen und alles war sauber. Die Küche und mein Zimmer hatten wir schon fertig, alles stand an seinem Platz und war schön dekoriert. Diesmal hatte ich entschieden dass mein Zimmer blau werden soll. Es gab hier zwei Kinderzimmer und zum Glück war das größte auch blau gestrichen.

Direkt wenn man die Tür zu meinem Zimmer öffnete sah man das große Fenster mit einer kleinen Tür, die auf den Balkon führte. Links in der Ecke stand mein neues üppiges Bett mit einem Schleier umhüllt. Gegenüber war mein Schreibtisch und auch mein alter Schrank hatte seinen Platz rechts in der Ecke gefunden.

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JuliAn

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Butterblume Re: Re: -
Zitat: (Original von JuliAn am 25.04.2011 - 14:59 Uhr) aha okay.....das lässt sich machen..
also bist du der meinung ich sollte weiterschreiben??
danke für dein kommi :)
liebe grüße


Weiterschreiben ist geradezu Pflicht ;)
Vor langer Zeit - Antworten
JuliAn Re: - aha okay.....das lässt sich machen..
also bist du der meinung ich sollte weiterschreiben??
danke für dein kommi :)
liebe grüße
Vor langer Zeit - Antworten
Butterblume Also um ganz ehrlich zu sein... es ist spät, ich bin müde und ich konnte mich nicht aufraffen es ganz zu lesen. Meine Energie reichte noch für die ersten Seiten.
Aber es gefällt mir :)
Nur am Prolog würde ich vielleicht noch ein bisschen basteln. Natürlich gehts hier um Geschmackssache, aber ich würde es begrüßen, wenn du noch da noch nicht so viel verraten würdest.

Liebe Grüße,
Katrin
Vor langer Zeit - Antworten
JuliAn Leider hab ich noch nich weiter geschrieben....vielleicht habt ihr ja noch irgendwelche Anmerkungen :)
Vor langer Zeit - Antworten
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