Kurzgeschichte
Kino nur anders

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"Kino nur anders"
Veröffentlicht am 07. Januar 2011, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Kino nur anders

Kino nur anders

Kino nur besser

Dunkelheit und Geräusche, das ist alles was ich in den letzten Tagen überhaupt mitbekomme. In unregelmässigen Abständen dämmere ich aus einem traumlosen Schlaf und höre um mich Geräusche. Ein rythmisches Summen mit einem einem luftsaugen verbunden, so als hätte man einen Blasebalg an ein elektrisches Auto angeschlossen. Ab und zu Stimmen. Zum einen die Stimme einer jungen Frau, sie ist sehr hoch und leise wie das Singen eines Vogel in der Ferne. Zum anderen die Stimme eines Mannes. Sehr tief und in der Stimmlage eines Tenors. Den Tenor hör ich immer Befehle geben und das Vögelstimmchen zwitschert immer demütig. 
Nach erneuter langer Dunkelheit dämmere ich wieder vor mich hin und lausche dem Blasebalg, doch irgendwie ist es heute anders. Ich sehe Licht am Horizont. Sterbe ich jetzt? Das kann nicht sein, Hollywood will uns doch immer weiss machen das man in einem Korridor stirbt. Ich sitze aber in einem Kino und vor mir ist eine riesen Leinwand aus Licht. Tot im 16 zu 9 Format? Das nenn ich mal Unterhaltung, fehlen nur noch die Bilder meiner Verwandten. „ Ladys und Gentleman, heute Abend präsentieren wir ihnen einen Porträt über Elenora Immenhof in unserem Kino.“ hör ich den imaginären Kinoansager rufen und muss in mich rein grinsen. Elenora Immenhof? Ist das mein Name? Ich weiss es nicht, er kommt mir so vertraut vor. Oh, die Vorstellung geht los. Ich sehe eine Decke mit Neonröhren. Hmmm, nicht sehr guter Anfang, denk ich mir. Vielleicht fehlt aber einfach nur das Popcorn. Eine junge Frau, ich schätze mal achtzehn bis neunzehn, streckt ihren Kopf ins Bild. Mit übertriebener Besorgnis in ihrem Gesicht spricht sie in die Kamera. „Frau Immenhof? Hören Sie mich? Wie geht es Ihnen?“ Ihre Stimme kommt mir so vertraut vor. Überraschenderweise höre ich mich selbst sagen das mir der Kopf weh tut. Dieses Kino ist einfach klasse. Der ganze Film ist in 3D, nur in der Ferne wir er etwas unscharf. und dieser Ton. Surround Sound ist wirklich ein Scheiss dagegen. Moment mal kann es sein das dieser Kinofilm vielleicht doch Realität ist? 

Mein Kopf fühlt sich wie in Watte gepackt und das klare denken fällt mir schwer. Die junge Krankenschwester die gerade noch an meinem Bett war, hat sich mit einem „ Ich hol mal fix den Herrn Doktor“ wieder verzogen. Also studier ich mit voller Inbrunst wieder die schöne Decke über mir und frage mich ob die hier mal größere Wasserschäden gehabt hatten. Die Gipsplatten über mir weisen eine besorgnisseregenede Menge Wasserflecken auf. Vielleicht lassen sie hier ja in dem Stockwerk darüber einfach das Wasser laufen, das durch die Decke sickernde Wasser tropft dann einfach auf die Patienten hier. Das klingt für mich unglaublich genial. So kann man eine ganze Gruppe von Patienten duschen ohne sie bewegen zu müssen. Wenn ich hier raus bin werde ich das garantiert zum Patent anmelden. In meinem Kopf höre ich schon die Fernsehverkaufswerbung. „Kaufen Sie jetzt ihr Patientenduschsystem. Damit können Sie nicht einen, nicht zwei, nicht drei, nein Sie können damit bis zu vier Patienten auf einmal sauber bekommen. Ganz ohne Chemie und das lästige bewegen der Patienten. Es reicht nur eine Fachkraft. Stellen Sie sich nur mal vor was für unglaubliche Kosten Sie mit diesem System sparen können...“ Mein Reichtum für die nächsten Jahre ist gesichert. Ich grinse zufrieden in mich rein werde aber aprubt aus meinen schönen Gedankengängen gerissen als ein älterer Herr den Raum betritt. Im Schlepptau die junge Schwester.

Guten Morgen! Schmettert mir der ältere Herr entgegen. Wie geht es ihnen?
Kopf tut weh und irgendwie.. . Ein Schmerz durchzieht mich als ich probiere etwas unterhalb der Hüfte zu bewegen. Es dauert ein paar Sekunden bis der Schmerz abklingt und ich mich wieder auf die Antwort konzentrieren kann. Es schmerzt etwas unten herum, sonst geht’s mir gut.
Der Herr setzt ein väterliches Lächeln auf und stellt sich als ein Herr Doktor Müller vor. Ich muss ein paar Tests mit ihnen durchführen bitte bleiben Sie ganz ruhig. Er holt eine Taschenlampe hervor, mit der er anfängt mir in die Augen zu leuchten. Dieses Licht schmerzt mir in den Augen und sieht schon eher nach Licht am Ende des Tunnels aus. Wissen Sie wie ihr Name ist? Ich schüttel etwas den Kopf. Welches Jahr haben wir? Weiss nicht. Wissen Sie wo Sie wohnen oder wo Sie gebohren wurden? Ich probiere mit Achselzucken mein Verneinungspotential auszuschöpfen, werde aber wieder von diesen bösen Schmerzen gebremmst.



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maxbiewald

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