Kurzgeschichte
Gedankennebel

0
"Gedankennebel"
Veröffentlicht am 22. Oktober 2010, 14 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de
Gedankennebel

Gedankennebel

Beschreibung

INtermezzo aus Leben, Freiheit, REalität, Bewusstsein und der großen Lüge

Kurzgeschichte Leb - Ende - Lüge?!

Leb – Ende – Lüge ?!

 

Der Morgen des Feiertages sendete seine warmen Sonnenstrahlen dierekt durch die zur hälfte offenstehenden Fenster und hinein in das Gesicht der kleinen Anna-Rose.

Die Temperaturen stiegen langsam und es versprach, ein ungewöhnlich, aber für diese Jahres-

Zeit dennoch gewöhnlicher Tag zu werden.

Anna-Rose wachte aufgrund der Sonne, welche in ihr Gesicht schien, auf und beschloss so-

gleich, die Tatsachen und den gegebenen Anlass zu nutzen und aufzustehen.

Anna-Rose, oder kurz einfach Anna, ist sieben Jahre alt.

Sie hat lockige, mattblonde, etwa schulterlange Haare und grün-graue Augen. Letztes Jahr wurde sie in die Grundschule eingeschult und hat seitdem fast jeden Morgen wieder neue und für sie höchst interessante Fragen an ihre Eltern.

Sie ist halt neugierig und abenteuerlustig, aber so sind Kinder ja nun einmal!

Normalerweise fragt sie meistens ihre Mutter, denn die ist Professorin an einer Uni und da sie bisher immer eine Antwort wusste, würde Anna sie auch diesmal fragen...

Nur das an diesem Morgen etwas andere Fragen auf sie zukommen sollten...

„Mama, Mama, kannst du mir eine Frage beantworten?“, ruft Anna fröhlich, als sie das Schlafzimmer ihrer Mutter betritt: „Aber natürlich Schatz. Um was geht es denn; hast du etwas geträumt?“ Anna hüpft neben ihre Mutter auf das Bett und ihre Mutter reibt sich ver-

schlafen die Augen. „Nee, aber kannst du mir sagen, ob diese Welt überhaupt real ist?“

Sie hatte mit vielem und gleichzeitig auch mit nichts gerechnet, aber das war nun wirklich außerhalb ihrer Vorstellungsgrenze gewesen! Verwundert öffnete sie ihre Augen ein Stück weiter und sammelte sich kurz: „Ja, diese Welt ist real. Also real bedeutet, dass wir am Leben sind.“ „Ach so.“ Aber anstatt sich mit dieser knappen Antwort zu frieden zu geben, stellte Anna plötzlich weitere Fragen an ihre Mutter, welche nicht verstand, wieso sich ihre Tochter auf einmal für solch komplizierte Themen interessierte. Anna bombardierte ihre Mutter regel-

recht: „Aber wer sagt denn, dass wir leben? Kann man sagen, dass man am Leben ist, wenn man bei bewusstsein ist? Ist Aufmerksamkeit der Schlüssel zum Bewusstsein und das Be-

wusst-Sein der Schlüssel zum realen Leben? Können Aliens Kontakt zu uns aufnehmen und wo endet das Universum und was kommt denn dann dahinter?“

„Puh...“, war vorerst das einzige, was ihre Mutter, die bereits die ersten Fragen wieder verges-

sen hatte von sich zu hören gab. Sie war sich sicher, dass irgendwer ihrer Tochter dieses ganze Zeug ins Ohr gesetzt hatte und obwohl sie keine große Lust zur Klärung dieser kom-

plizierten Fragen hatte, empfand sie große Freude. Freude deshalb, da sie selbst von ihrer ei-

genen Mutter vor längerer Zeit gehört hatte, dass auch sie als kleines Kind regelmässig viele und schwierige Fragen gestellt hatte. „Universum...“, ging ihr durch den Kopf und irgendwie beginnt sie in Gedanken nicht ihre Tochter, sondern sich selbst als Kind vor sich sitzen zu sehen... „Naja, wie die Mutter, so die Tochter...irgendwie ist wohl alles eins...“, denkt sie bei sich und bemerkt erst nach einigen Augenblicken, dass ihre Tochter angefangen hatte, sich ihre Fragen selbstständig zu beantworten! „...Und nach dem Leben, wovon viele von uns Menschen ja lediglich einige Momente bewusst miterleben, ist dann alles tot...oder eben bei dem Projekt einer Autorität. Die Entscheidung für den Weg nach dem Leben ist jedem Individuum freigestellt. Damit ist diese Entscheidung die einzig freie Entscheidung des Men-

schen.“ Annas Mutter wusste nicht, wie ihr geschieht! War  das wirklich ihre Tochter, die da sprach... „Mama, seien wir doch einmal realistisch! Bei der Menge an Lebewesen, die bereits einen einzigen Quadratmeter Boden bewohnen, oder bei den Unmengen an Lebewesen in unseren Körpern, dürfte und müsste eine Chance auf Wiedergeburt unmöglich sein!

Mit Leben wird verschwenderisch umgegangen, die Toten werden wie unnötige Daten ge-

löscht! Oder sie werden hinter dem Ende des Universums aufbewahrt...wenn sie sich nicht zu der Teilnahme an dem Projekt der evolutionär weit höher stehenden Rasse, also der Aliens, bereiterklärt haben.“

Die Mutter ist fassungslos! War das wirklich ihr eigenes Kind? Natürlich war es das, daran bestand für sie überhaupt kein Zweifel... Aber dennoch wurde ihre Tochter ihr an diesem Morgen immer fremder! „Kind...!“, doch so leicht, wie es die Mutter gerne gehabt hätte, war es nicht: „Wie leben nicht, wir sind lediglich Hologramme. Alles ist projeziert!“

„Aber, woher weisst du das alles so genau?“ Anna-Rose sieht ihre Mutter blinzelnd an: „Vor der Geburt, da waren wir am Leben! Die Geburt ist gleichzusetzen mit der endgültigen Ein-

Willigung zum Tod für die Wissenschaft. Wie Menschen sind doch nur ein Entwicklungs-schritt, ein Test.“

Die Mutter weiss nicht, ob sie lachen oder weinen soll. Am liebsten hätte sie geschrieen, um alles wieder normal zu machen. Aber was war schon als normal anzusehen, in einer Welt voller Widersprüche und Grenzen... „Kind, woher weisst du das alles? Bitte sag es mir!“

In ihrer Stimme klang nun eine leicht unterdrückte Angst mit und sie spürte, dass auch ihre Tochter dies bemerkte! „Alles ist eins... Du weisst es auch! Aber...“ „Aber ich kann es nicht lesen!“ „Du kannst es nicht finden!“ Die Professorin nickt und Anna verzieht ihr Gesicht:

„Du suchst nicht danach!“ „Du bist so fremd, so anders, so erwachsen...“

„Ich bin 66 Jahre alt, arbeite in der Gentechnik und starb auf der Suche nach etwas mir nun wieder unbekanntem. Mein Name war Annerose.“

„Nein, ich träume... Ich schlafe und das ist nicht die Realität! Es kann nicht sein!“

„Nach dem Ende in meinem letzten Leben wurde mein Gehirn nicht getauscht, da die Projekt-

leiter glaubten, dass mir eh niemand glauben wird. Es ist auch ein Test. Es ist Forschung.

Alles gehört zusammen. Die Paradoxons sind nicht mehr, die Kausalität bleibt erhalten!“

„Ich glaube dir... Hast du Fieber Schatz, lass mal fühlen!... ( Oh wann klingelt denn endlich dieser verdammte Wecker? Ich wünschte, ich könnte mich unabhängig aufwecken! )“

„Mutter, alles ist geplant. Dir wurde zu Beginn dieses Todes ein neues Hirn eingesetzt, dass ist normal, deshalb übersteigt das alles auch deinen Horizont und dein Verständniss! Aber sei

dir gewiss, sogar das Schicksal ist geplant, es ist bereits vollkommen künstlich! ...Und ich bin der lügende, tote und für dich lebend erscheinende Überrest meines vergangenen Lebens.“

( „Ich werde einen Arzt holen, ich muss einen Arzt holen!“)... „Komm, wir fahren zu meiner Arbeit ins Labor! Das wird dich bestimmt interessieren!“ „Mutter, ich bin tot, aber irgendwie lebe ich weiter, obwohl ich mir damit selbst widerspreche... Warum?“

 

Pötzlich kommt Anna-Roses Vater und der Mann der Professorin nach Hause

„Na ihr Zwei! Schatz, funktioniert alles für das Meeting morgen?“

„Papa, du bist gar nicht echt!“

„Deine Beine Schatz, hast die auf der Arbeit vergessen, was?“

„Nein, im Auto! Ich bin auch nur im Traum hier. Ich darf das also. Ach, und fass dir mal lieber an deine eigene Nase!“

„Oh, was für ein Glück... Ich träume wirklich... Ich wusste es! Danke!!!“

„Wow, ihr erster Wachtraum! Deine Mutter entwickelt sich immer weiter!“

„Nein Papa; Mama, kneif dich!“

„Nein Schatz, lass es!“

„Warum soll ich es lassen?“

„Weil wir alle eins sind...Im Traum... Wenn du dich kneifst, dann kneifst du auch mich... Und sie!“

„Sie ist sowiso nicht echt... Und du auch nicht! Ich träume nur!“

„Wenn du es weisst, dann ist es ja gut.“

Die Mutter und Professorin kneift sich in den Oberarm

„Gut, dann kann das Gelüge ja endlich aufhören... Nicht wahr, Anna-Rose.“ Anna nickt.

„Aber... Alles bleibt so seltsam... Warum?“

Die Tochter läuft in der Nacht zu ihrem Vater, sie hatte gerade einen Albtraum!

Auch der Vater hatte den selben Traum, doch er versucht, die Tochter zu beruhigen.

„In unserm Innersten bleibst du immer da! Die schönen Erinnerungen bleiben... Bis zum Gehirnreset durch die Aliens! Wir sind alle eins, nicht wahr, kleine Annerose?“

„Nenn mich doch nicht immer wie Mama! Die Scheidung war wohl das beste für euch beide,

zu mindest damals... Aber der Besuch bei der Vergangenheitstherapie war ein sehr grosser Fehler...!“

Der Vater lässt seine Tochter(?) los: „Nie nimmst du meine Sorgen ernst!“

„Aber Papa, ich bin auch erst sieben!“

„Falsch, eigentlich bist du 73 und damit sogar älter als ich!“

„Gut, hast ja Recht... So kanns eben gehen! Das ist eben das Schicksal von uns allen!“

„ Werd mal nicht frech, oder du schläfst gleich!“

Doch die Tochter zeigt keine Angst, trotz dieser Drohung

„Na, willst du mir wieder den Strom kürzen?“

„Ganz recht, du Hologramm!“

„Abhängigkeit ist das nächste, was überwunden werden muss!“

           

  - Eingriff des Projektleiters –

Gehirnreset

 

 

 „Schlaf gut, Papa. Besuchen wir Mama morgen?“

„Das können wir doch morgen noch entscheiden.“

„Ist gut! Ich habe nämlich so einige Fragen und du weisst ja, dass Mama die einzige ist, die

mir bei der Beantwortung helfen kann, weil sie nämlich den vollen Durchblick hat!“

„Jaja, so ist sie eben, die Frau Professorin... Aber schlaf jetzt, deine Träume warten schon auf dich!“

„Jab! Aber eigentlich brauche ich ja gar keinen Schlaf!“

„Und warum nicht?“

„Weil wir doch einen Generator in der Garage haben...!“

 

 

 

 

                                               Realität

                                               Bewusstsein

                                               Leben

Freiheit

Lüge

                                                

http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_42686-0.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/beschreibung_42686-1.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290915.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290916.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290917.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290918.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290919.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290920.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290921.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290922.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290923.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290924.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290925.png
http://www.mscdn.de/ms/karten/v_290926.png
0

Hörbuch

Über den Autor

DRdelow

Leser-Statistik
89

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Zeige mehr Kommentare
10
0
0
Senden

42686
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung