Kurzgeschichte
Sarah - Nur ein kleines Erlebnis

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" Sarah - Nur ein kleines Erlebnis"
Veröffentlicht am 17. September 2010, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Zu meiner Freude hat mir mein Verlag artofarts, ein riesen großes Geschenk gemacht. Frau Bartl hat mir bei youtube ein, von mir gesprochenes Video, meines Buches Prinzessin Emma, gebastelt. Perfekt würde ich mein Sprechen nicht nennen, aber mit ganz viel Herz und Liebe gelesen. Hört doch einfach mal rein. Ich freue mich auf einen Besuch : http://uteschuster.com/ mein blog Ich liebe alles was mich glücklich macht und das ist echt nicht ...
Sarah - Nur ein kleines Erlebnis

Sarah - Nur ein kleines Erlebnis

Heute hat mir ein kleines Mädchen mit Downsyndrom  mal wieder gezeigt, was Liebe und Verantwortung wirklich bedeuten. Die kleine Sarah ist ungefähr zehn Jahre. Ein schlankes bildhübsches Mädchen, modisch gekleidet und sehr nett. Obwohl ich wohl eher sagen müsste sehr *kritisch* und *sehr streng!*

Mein kleiner Hund Kessy, hatte heute Friseurtermin. Ich muss sagen, sie geht sogar öfter als ich und es kostet auch mehr als bei mir, aber das sei nur am Rande erwähnt. Damit der kleine Hund auch richtig müde ist, gehen wir natürlich Fuß.Wer einen Hund besitzt, der weiß was es für ein Stress sein kann, wenn man ihn vorher nicht etwas ausgepowert hat. Für mich und auch für die Hundefriseurin ist es auf jeden Fall entspannender, wenn die kleine Maus so richtig geschafft ist.  Als wir nach circa  einer Stunde beim Friseur ankommen, war da schon richtig was los. Eine Familie, Oma, Mama, zwei Kinder. Ja und zwei kleine sieben Wochen alte zum Knuddeln süße Schäferhündchen.

Das kleine Mädchen stellt sich neben mich und beobachtet mich mehr als genau. Jede meiner Bewegungen hat sie im Auge. Sie streckt ihre Hand aus und stellt sich vor: „Ich bin Sarah und wie heißt du? Wie heißt dein Hund?“  Ich nehme die kleine Hand und sage ihr, dass ich Ute heiße und der kleine Hund, Kessy. Sarah scheint für's erste mit der Auskunft zufrieden zu sein, trotzdem beobachtet sie mich auch  weiterhin sehr kritisch.

 Ich hebe den kleinen Hund auf einen  runden, etwas erhöhten Tisch und dann kommt die Schere zum Einsatz. Sarah legt alle Haare, die die Hundefriseurin abschneidet, wieder auf den Hund und schaut mich irgendwie vorwurfsvoll an, so als würde ich dem Hund etwas Böses wollen, ihm seinen Mantel stehlen .Meine Kessy ist zwar richtig brav und steht sogar fast still, aber sie beginnt wie narrisch zu schnaufen. Sarah wirft mir einen bösen Blick zu und sagt: „Der Hund schnauft“. Ich sage zu ihr „Sarah, das macht nichts, das macht Kessy immer, streichel sie auf dem Rücken und sie wird ruhiger“. Sarah macht das auch  eine Weile und wirklich, der kleine Hund beruhigt sich. Als das Mädchen die Hand wegnimmt schnauft Kessy sofort wieder los. Ich sage zu Sarah: "mach ruhig weiter, du siehst ja, Kessy gefällt es, wenn Du sie streichelst!"

  Mit einem Mal wird ihre Stimme sehr laut und ihr Blick wird sehr, sehr streng. Dann sagt sie, aber mit solch gewaltiger Tiefe und Vorwurf in der Stimme, dass ich sie erschrocken anschaue :

„Mach  etwas, es ist nicht gesund, wenn man schnauft und nun streichel den Hund, es ist Deiner!“. Upps, da hab ich aber geschaut. Ich habe also unter Sarahs strengem Blick, meinem kleinen Hund die Hand auf den Rücken gelegt und wirklich, ich hatte den liebsten Hund, vorbei war es mit der  Schnauferei.

Sarah dreht mir den Rücken zu und geht hocherhobenen Hauptes in das Vorzimmer zu den kleinen Schäferhund-Welpen. Die spielen miteinander und machen ganz  ulkige  Fiepsgeräusche, eben so, wie kleine Hunde das machen, wenn sie Aufmerksamkeit wollen. Mit festem Schritt kommt Sarah wieder zu uns und sagt :„Hört ihr das denn nicht, die Hunde fiepen!“. „Macht nichts Sarah“ sagt die Hundefriseurin: „kleine Hunde machen das immer!“. Ich sehe noch den vorwurfsvollen, wirklich bösen Blick der Kleinen. Sie bückt sich hebt den kleineren der Schäferhündchen auf, beginnt ganz leise zu singen und wiegt den Hund wie ein Baby und genau wie ein Baby kuschelt sich das kleine Fellknäuel in Sarahs Arme. Immer ruhiger werdend genießt der kleine Wicht die Zuwendung die er bekommt und irgendwann ist auch das letzte Fiepen verstummt. Sarah schaut uns an, als wollte sie sagen: "He ihr seid doch so großartig, so erwachsen und klug, ihr wisst doch immer alles so genau und nun muss ich euch zeigen wie man Liebe gibt?".

Nach ungefähr einer Stunde ist Kessy ausgehfein, direkt Hundemodel schön. Beim Abschied schlägt Sarah ihre Arme übereinander und schaut mich wieder sehr kritisch und streng an, dann sagt sie sehr vorwurfsvoll: „Ich habe ihn  beruhigt, aber es ist Dein Hund“.

Ja es ist mein Hund, den ich sehr liebe, aber es war ein kleines behindertes Mädchen was mir gezeigt hat, wie man ihn beruhigt und wie wichtig es ist, dass man sich mit dem anderen beschäftigt und ihm  genau die Liebe gibt, die ihm gerade in diesem Moment fehlt.

Ich glaube es ist egal, ob es sich dabei um ein Tier, wie in diesem Fall oder einen Menschen handelt. Wichtig ist, dass wir versuchen einander zu verstehen und aufeinander zuzugehen. Wichtig ist das Miteinander. Hand in Hand sollten wir gehen und gerade von besonderen Menschen können wir, die wir uns so gern als  *NORMAL* bezeichnen, ganz viel lernen. Sie besitzen ein sehr  große Weisheit, tiefe Ehrlichkeit und eine wunderbare Unschuld. All diese kostbaren Werte haben sich in unserer ach so "normalen Welt"  fast verloren. Ich möchte fast sagen,  wir haben sie in dieser reinen Form gar nicht mehr.

Danke kleine Sarah, solch wunderbare Menschen, mit so großes Beobachtungsgabe wie dich, braucht unsere Welt, dann wird sie wieder um einiges wärmer. Mich hast du heute wirklich beschämt.

Wenn ich an dich denke huscht immer, auch heute nach ein paar Jahren, ein Lächeln um meine Mundwinkel. Ja du hast recht, es ist mein Hund und wenn ich das nächste Mal zum Hundefriseur gehe, streichel ich Kessy und bin mir sicher, dass sie kein bissel schnauft.

Großartige kleine Sarah, in meinem Herzen hast du einen großen Platz gefunden, obwohl ich Dich nur ein einziges mal gesehen habe.

 

© Ute AnneMarie Schuster 16.9.2010/2012

 

 

 

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Über den Autor

UteSchuster
Zu meiner Freude hat mir mein Verlag artofarts, ein riesen großes Geschenk gemacht. Frau Bartl hat mir bei youtube ein, von mir gesprochenes Video, meines Buches Prinzessin Emma, gebastelt. Perfekt würde ich mein Sprechen nicht nennen, aber mit ganz viel Herz und Liebe gelesen. Hört doch einfach mal rein.


Ich freue mich auf einen Besuch : http://uteschuster.com/ mein blog Ich liebe alles was mich glücklich macht und das ist echt nicht wenig. carpe diem et carpe nocem. Für mich ist ein Traum, den ich schon seit Kindertagen träume, endlich wahr geworden. Was mich aber am meisten bewegt und was ich nun immer beachten werde ist: Wenn du dir etwas wünschst, dann wünsch es dir ganz genau. Glaub an die Erfüllung deiner Wünsche und vor allen Dingen, glaub an dich. An sich selbst zu glauben, das ist die größte Arbeit, aber sie ist zu bewältigen. Der Rat von einem lieben Ratgeber: Halte Dich einfach an meinen Wahlspruch - Du darfst an ALLEM zweifeln, nur nicht an Dir selbst. Ich werde es mir zu Herzen nehmen und dabei immer an dich denken, lieber Horst.

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UteSchuster Re: Re: Re: -
Zitat: (Original von cbvisions am 22.07.2011 - 10:00 Uhr)
Zitat: (Original von UteSchuster am 22.07.2011 - 09:56 Uhr)
Zitat: (Original von cbvisions am 22.07.2011 - 09:52 Uhr) Das sind die kleinen Glückmomente wo Gott uns einen Engel schickt, der uns zurück auf den "wahren" Weg bringen soll.
Gerade von den "unnormalen" können wir "normale" noch viel lernen. Sie bewahren die Unschuld, die wir nur allzubereit abgeben.
Liebe Grüße
Chris


ich sag Dir, wenn ich an diese Kleine denke, schäme ich mich immer noch. Und ich mach wirklich alles für meinen Hund.
Diese wunderbare Selbstsicherheit die sie hatte, brrr. hat mich beschämt.
So deutlich wie sie war, ich hätt das nicht geschafft. Ich habe natürlich auch nicht so tief und ehrlich wie sie gefühlt.

Ich kam mir so verdammt oberflächlich vor. Und das, obwohl ich immer denke, ich bin es nicht.

Liebe Grüße
Ute


Ich glaube auch nicht, dass "wir" oberflächlicher sind. Wir haben mehr zu bewältigen, wobei wir diesen Tiefgang hinein in die Liebe nicht mehr konsequent durchziehen können. Kinder wie die kleine Sarah leben im jetzt, wo wir uns non-stop mit Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart herumschlagen müssen.
Doch sollten wir häufiger einmal hinhören und in uns gehen.

Da hast Du recht. Ich habe noch 2 Nachbarkinder (naja inzwischen beide über 30) die mir diese reine Unschuld jeden Tag zeigen. Wenn der Seppi mir einen Kuss auf die Stirn drückt und Maria mir nachruft: "Mir geht´s immer gut!!" dann weiß ich, dass das die wahren geschenke des Lebens sind. Diese 10 Jahre Steiermark, werden immer in meinem Herzen bleiben, egal wo es mich einmal hinverschlägt.
Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster Re: -
Zitat: (Original von cbvisions am 22.07.2011 - 09:52 Uhr) Das sind die kleinen Glückmomente wo Gott uns einen Engel schickt, der uns zurück auf den "wahren" Weg bringen soll.
Gerade von den "unnormalen" können wir "normale" noch viel lernen. Sie bewahren die Unschuld, die wir nur allzubereit abgeben.
Liebe Grüße
Chris


ich sag Dir, wenn ich an diese Kleine denke, schäme ich mich immer noch. Und ich mach wirklich alles für meinen Hund.
Diese wunderbare Selbstsicherheit die sie hatte, brrr. hat mich beschämt.
So deutlich wie sie war, ich hätt das nicht geschafft. Ich habe natürlich auch nicht so tief und ehrlich wie sie gefühlt.

Ich kam mir so verdammt oberflächlich vor. Und das, obwohl ich immer denke, ich bin es nicht.

Liebe Grüße
Ute
Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster Re: Wunderschöne und nachdenkliche Geschichte -
Zitat: (Original von anteus am 23.03.2011 - 19:57 Uhr) Ja wir können von Kindern, wie die kleine Sarah viel lernen.

Bei der Geschichte musste ich an LePoet Mos ( Michaels) Im Namen der Kinder denken!
Es würde in dem Buch passen.
Ganz lieben Dank für diese wunderschöne Geschichte
Dein
Anteus


Siehst Du ich wollte es ausdrucken und morgen mit zum Hundefriseur nehmen.

Liebe Gute Nacht Grüße Ute
Vor langer Zeit - Antworten
anteus Wunderschöne und nachdenkliche Geschichte - Ja wir können von Kindern, wie die kleine Sarah viel lernen.

Bei der Geschichte musste ich an LePoet Mos ( Michaels) Im Namen der Kinder denken!
Es würde in dem Buch passen.
Ganz lieben Dank für diese wunderschöne Geschichte
Dein
Anteus
Vor langer Zeit - Antworten
Galaxina Re: Re: -
Zitat: (Original von UteSchuster am 22.03.2011 - 11:55 Uhr)
Zitat: (Original von Galaxina am 22.03.2011 - 06:41 Uhr) Was für eine wunderschöne Geschichte!!!! Und wieder ging sie gaaaaaaanz tief!!!!!
Danke,das wir an diesem schönen aber auch eindrucksvollen Erlebnis teilhaben dürfen! Oft sinds die Kinder die uns zeigen wie Leben geht!
Ich kenne auch einen jungen mit Downsyndrom,diese Kinder sind einer sehr tiefen Liebe fähig und wir könnten eine Menge von ihnen lernen!

Liebe Grüße
Moni


ich denke immer wieder daran und werde diese Geschichte immer als Geschenk an mich sehen.

Liebe Grüße Moni

deine Ute



Manchmal beschleicht mich bei diesen wertvollen Menschen das Gefühl dass sie vielleicht die Gesunden sind und wir alle die Kranken!!!!!

lg Moni
Vor langer Zeit - Antworten
caro99lily Liebe Ute - eine sehr rührende Geschichte. Aber sotewas passiert relativ oft nur nehmen wir es leider nicht immer wahr. Du hättest es sicher auch nicht so gemerkt wenn das Mädchen nicht gesprochen hätte.

Überigends ich wäre für einen Fanclub !!!! Lach

Ganz liebe Grüße von Caro
Vor langer Zeit - Antworten
rumpi Re: Re: deine -
Zitat: (Original von UteSchuster am 22.03.2011 - 14:14 Uhr)
Zitat: (Original von rumpi am 22.03.2011 - 14:13 Uhr) geschichte ist so schön,das sie einen zu tränen rühert!

lg,karsten


es geht mir selbst so, wenn ich an diese Geschichte denke.
Gibt es schon was positives zu berichten?

LG Ute



nein,nicht das ich wüßte
Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster Re: hallo ute -
Zitat: (Original von raimund am 22.03.2011 - 13:34 Uhr) ich denke , es ist das kindliche des kindes , wir erwachsenen denke in manchen kompliziert , kinder denken und sagen es frei heraus was sie fühlen und empfinden , wir haben es verlernt und cerstecken uns hinter erklärungen , wir können viel von den kindern lernen , wir sollten daran denken wir waren es auch einmal ,
ich lerne von meinenn enkel , icn dem ich begreife wie sehr man ihre kindheit erhalten soll und diese kleinen auch verstehen ,
denn manchmal , nimmt mich josie an die hand und führt mich durch die wohnung und zeigt mir dinge die ich sonst übersehen würde ,
ihre welt , die welt einer 2 jährigen
ich habe alles gelesen und ich sage , du schreibst deine geschichten immer wieder mit sehr viel gefühl und beobachtungsgabe ,
nein einen fanclub wil ich nicht ins leben rufen ,

lieben gruß zu dir rainer



lach, schade!!!

ich glaube auch nicht, dass ich einen brauche. Ich käm mir schon sehr debbert (sagt mein Nachbarmädel 2) vor.

Ich habe einen Freund der ist gehörlos. Er ist der aufmerksamste Mann den ich kenne. Er sieht all das was andere Männer nie sehen würden, Frauen auch nicht.

Mir persönlich fehlt nur der Orientierungssinn.

Ich meinte jetzt eigentlich räumlich, aber nun denke ich generell.

Danke und einen ganz schönen Nachmittag

deine Ute
Vor langer Zeit - Antworten
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