Gedichte
Fußspuren in meinem Herzen - in Prosa ausgedrückt

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"Fußspuren in meinem Herzen - in Prosa ausgedrückt"
Veröffentlicht am 14. August 2010, 12 Seiten
Kategorie Gedichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

...Seit meiner frühesten Kindheit lese ich sehr gern, liebe Musik - vorwiegend Klassik - , die Natur und Tiere. Ein Hobby seit ein paar Jahren ist die Bildbearbeitung am PC.
Fußspuren in meinem Herzen - in Prosa ausgedrückt

Fußspuren in meinem Herzen - in Prosa ausgedrückt

Beschreibung

Über Dinge und Menschen die mich bewegten

Gedanken über das Leben

Gedanken über das Leben

Was kann man mit dem Wort "Leben" alles anfangen ? Ich schaue nach.
Lebensangst, steht da als erster Begriff. Aber nein, mit Angst fängt doch
das Leben nicht an. Lebensabschnitt. Ja, der erste beginnt mit der Geburt.
Mit einer Lebensaufgabe kommen wir alle auf die Welt. Ob wir sie erkennen
liegt in uns selbst. Was wir für eine Lebensauffassung haben, wird uns
erst später klar. Lebensfreude ? - ich denke, sie empfinden wir wohl
am Ungetrübtesten als Kind. Möge uns unser Lebenswille davor bewahren
Lebensangst aufkommen zu lassen, lasst uns lebensfroh sein wie die Kinder und
uns die Gabe bewahren in schönen Momenten Lebenslust zu empfinden. Das kann
dazu beitragen, unsere Lebenserwartung zu verlängern.

Mutter

Mutter

Mir bleibt nur der Gedanke, denn du bist nicht mehr.
Erinnerungsfetzen an lange Waldspaziergänge mitten im Krieg.
Mutti, was ist das für ein Vogel ?.....
Schau mal, der riesengrosse Ameisenhaufen....
da gehen wir morgen wieder hin, ja ?....
Wanderlieder singen.... mitgebrachten Kuchen verzehren,
im Krieg eine besondere Kostbarkeit.
Aber auch mitten in der Nacht gemeinsam in den Luftschutzkeller gehen,
Tröstendes: "uns passiert nichts"... soviel gäbe es noch erzählen von später, als ich schon längst erwachsen war. Und als du dann mit über 90 Jahren deiner Gedanken nicht mehr mächtig unansprechbar im Bett lagst, da fehlte mir am meisten das "Weißt du noch, Mutter ?".....Ja, mir bleibt nur der Gedanke.

Ist es wahr ?

Ist es wahr....?

Ich wand're im Nebel
in einer weißen Wolke
nichts anderes ist der Nebel
als eine Wolke.

Ist es wahr, daß darüber der Himmel blau ist ?
Ist es wahr, daß darüber die Sonne scheint ?
Ist es wahr, daß dahinter die Welt weit ist ?
Ist es wahr, daß da abertausende von Sternen sind ?

Wenn es wahr ist, dann will ich leicht sein
wie diese Wolke aus Nebel, mich darüber erheben.
Will in unendliche Weiten fliegen.
Oder wird sie mich hinabregnen auf die Erde ?

wer weiß ?....

Kranksein

Kranksein

Kranksein. Im eigenen Körper gefangen.
Sich wie in einem Vakuum fühlen.
Die Uhr tickt. Stunden - Minuten - Sekunden
Tick, tick. Endlichkeit des Seins spüren.
Tick, tick. Jede Sekunde verkürzt mein Leben.
Tick, tick. Verkürzt aber auch das Kranksein.
Tick, tick. Der Morgen kommt nach der Nacht.
Die Sonne geht auf, ein neuer Tag beginnt
unwiderbringlich. Und morgen ?
vielleicht schon morgen bin ich wieder gesund.
Mit jedem "Tick" ein Funken Hoffnung !

Abend an der Talsperre

Abend an der Talsperre

Zur Talsperre zog es mich heute auf meinem Spaziergang.
Stille nach dem großen Regen. Außer Naturgeräuschen kein Laut.
So still ist es dort selten.
Die Wasserfarbe wechselt wie das Wetter.
Heute ist es schwarz. Schwarz wie die Fichten,
das Bild nur aufgehellt durch helles Laubgehölz.
Am Uferrand pinkfarbene Wildblumen.
Ich kenne sie nicht. Was soll's. Sie sind auch namenlos schön.
Eine Hummel läß sich darauf nieder. Und da, noch eine Hummel.
Süßes Abendbrot, ein Hummelparadies.
Ein Maler möchte ich sein, diesen Augenblick für ewig festhalten.
Nein, kein Fotograf. Hintauchen in die Farben,
gedankenverloren den Pinsel über die Leinwand gleiten lassen,
Gedanken nachhängen....
Mein Hund, mein treuer Begleiter möchte weitergehen.
Leb' wohl stille Abendstunde, bis zum nächsten Mal.

Alte Frau am Fenster

Alte Frau am Fenster

Ich kenne sie nicht, die alte Frau.
Ich komme nur fast täglich an ihrem Fenster vorbei
bei meinem Spaziergang.
Sie sei böse, sagen die Leute im Dorf,
sie habe ihre Kinder vertrieben - sagen sie -
und sie sei habgierig - sagen sie -.
Immer schaut sie heraus,
schaut unverwandt auf mich aus diesem Fenster,
schaut täglich. Wartend. Auf wen ?
Milde sieht es aus ihr Gesicht, nicht böse.
Vielleicht wartet sie auf ein Zeichen der Versöhnung -
vielleicht auf ein wenig Liebe - wer weiß ?
Heute eine Todesanzeige -
nein, nicht in der Zeitung, nicht von den Kindern.
Nur eine lakonische Nachricht im Amtsblatt.
Nun schaut niemand mehr aus diesem Fenster wenn ich vorbeigehe.
Wie sie heißt - das weiß ich jetzt - mehr nicht.
Dein Platz ist leer, einsame, alte Frau - du fehlst mir.

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herbstsonne
...Seit meiner frühesten Kindheit lese ich sehr gern, liebe Musik - vorwiegend Klassik - , die Natur und Tiere. Ein Hobby seit ein paar Jahren ist die Bildbearbeitung am PC.

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herbstsonne Re: Ganz innige Gedanken, -
Zitat: (Original von Feuerchen am 14.08.2010 - 19:44 Uhr) bin fast sprachlos...mit jedem Tick ein Funken Hoffnung...
ohne sie wären wir glaube ich wohl alle verloren...
LG
Feuerchen

Danke, Feuerchen. Die Zeilen über das Kranksein habe ich selbst so empfunden, sie sind entstanden, als ich mit gebrochenem Knöchel im Bett lag und oft auf die Uhr starrte die uns mit jedem Tick ein Stückchen von unserem Leben nimmt. Aber trotzdem liebe ich Uhren und würde am liebsten welche Sammeln. LG Herbstsonne
Vor langer Zeit - Antworten
herbstsonne Re: -
Zitat: (Original von DosenBrot am 15.08.2010 - 09:55 Uhr) seltsam... und selten schön. der teil mit dem leben ist echt super gelungen. das unansprechbar auf den bett liegen sehe ich in meinen job als altenpfleger jeden tag. eine unangenehme sache. am meisten für die verwanten, doch auch für uns. ich erinnere mich an die schau und die angst dich beim anblick eines soclhen menchens beim ersten mal entfand...
und ich bin froh das ich jetzt für solche leute da sein kann.
auch der letzte teil gefällt mir gut und so denke ich, hast du ein wunderfolles mahl zusammen gestellt.
das ich mit einigen traurigen gedanken verzehrte.
DosenBrot

Danke Dir, DosenBrot. Leider mußte ich meine Mutter bis zu ihrem Tod mit fast 94 Jahren für ca. 1 Jahr ins Altenheim geben, weil eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich war. Ich kann Dir nachempfinden, wie es Dir in Deinem Job zumute ist. LG Herbstsonne
Vor langer Zeit - Antworten
herbstsonne Re: -
Zitat: (Original von ulla am 15.08.2010 - 21:14 Uhr) Gedanken, die jeder für sich zum längeren Verweilen einladen,
besonders die Erinnerungen an die Mutter haben mich sehr bewegt
lg
ulla

Vielen Dank, liebe Ulla. Es hat lange gedauert, bis ich mich entschließen konnte mein Innerstes so bloß zu legen. Alles Liebe, Herbstsonne.
Vor langer Zeit - Antworten
ulla Gedanken, die jeder für sich zum längeren Verweilen einladen,
besonders die Erinnerungen an die Mutter haben mich sehr bewegt
lg
ulla
Vor langer Zeit - Antworten
DosenBrot seltsam... und selten schön. der teil mit dem leben ist echt super gelungen. das unansprechbar auf den bett liegen sehe ich in meinen job als altenpfleger jeden tag. eine unangenehme sache. am meisten für die verwanten, doch auch für uns. ich erinnere mich an die schau und die angst dich beim anblick eines soclhen menchens beim ersten mal entfand...
und ich bin froh das ich jetzt für solche leute da sein kann.
auch der letzte teil gefällt mir gut und so denke ich, hast du ein wunderfolles mahl zusammen gestellt.
das ich mit einigen traurigen gedanken verzehrte.
DosenBrot
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