Beschreibung
Lebensnahe (Erzähl-)Gedichte und Gedankentexte
Das Dutzend...
Zwölf Seelen-Gedanken-Gedichte
Autor und copyright:
Jörg S. / Berlin
2010
Vorwort
Als Berliner Autor des autobiografischen Werks
"Sehnsucht nach Liebe
-
Endstation Bahnhof Zoo"
(www.amazon.de)
möchte ich nun meine zahlreichen selbstverfassten Gedichte und Gedankentexte einer interessierten Leserschaft kostenlos zum Lesen und ggfs. Bewerten überlassen.
Anfangen auf "mystorys" tue ich mit meinem Erstlingswerk "Das Dutzend..."
Kritik wird gerne entgegengenommen, da diese eine Hilfestellung für den Autor bedeutet.
Jörg S.
Ein kurzer TV-Negativ-Streifzug...
Das TV flimmert,
Träume werden via Bild erfüllt,
oder im neuen Gefrierschrank-Werbespot auf Eis gelegt.
Das Gewinnfieber steigt,
wähle 0137...,
und du verlierst zumeist pro Anruf
deine Chance im Geldbeutel.
Streits sprengen
die Lautsprecher des Flimmerkastens,
und am Ende wartet in der gestellten Doku
das Happy-End.
Jeder Sender schleudert im Vollwaschgang
dem Zuschauenden und Zuhörenden
die Worte mal leise und mal weniger leise ins Ohr.
Jeder Sender schleudert im Vollwaschgang dem Zuschauenden und Zuhörenden die Worte mal leise und mal weniger leise ins Ohr.
Grimassen werden zu Fratzen,
und in der Werbepause lächelt dir
die neue Welt entgegen.
Magenetisierendes Hollywood
schafft Ablenkung,
und die TV-Macher zählen die Werbeeuronen.
Die neue Welt der TV-Psychopathie
kennt keine Grenzen.
Verbale Elektroschocks
und das Sehen wird zum Erstarren,
und manch ein Protagonist im TV merkt nicht,
wie er als Maschine in der neuen TV-Fabrik mitwirkt.
Der Puls sinkt oder steigt,
je nach Gefühlsebbe oder -Flut.
Das TV als Marktschreierexperiment, und nicht immer wird die beste Ware feil geboten.
Filmkonserven ohne Haltbarkeitsdauer,
"friß oder zapp weiter",
nicht jede Konserve ist genießbar.
Neue Stars werden gesucht,
und durch den Medienfleischwolf gedreht.
Von applaudierenden Lobeshymnen
bis zur Darstellung
der unfreiwilligen neuen medialen Witzfigur,
aus den Reihen des Du und Ich,
TV-Macher kennen bei der "Ware" Mensch
kaum noch Grenzen.
Das TV als Zirkus oder Raubtierkäfig?
Doch die Raubtiere
befinden sich nicht in der Manege,
sondern sie bestimmen,
wer in der Manege auftreten darf.
Und die TV-Artisten stehen Schlange bei ihnen.
2.
Lebenshaus...
Die Liebe
öffnet die Tür zum Leben,
und das Leben
schenkt der Liebe sein Zuhause.
3.
Zeit für die Liebe...!?
In manch einem Terminkalender ist zu wenig Platz für die Liebe.
Fiktion oder bedeutet dies für manch einen Realität?
4.
Das letzte Wartezimmer...
Es herrscht eine drückende Atmosphäre im Wartezimmer.
Die Adern drohen zu reißen,
das Herz ein aufgeregter Vulkan.
Lungenflügel bewegen sich im wilden Rock`n Roll.
In Gedanken beginnen letzte Bilder zu leben.
Augenblicke starren kalt durchs Glas.
Die Zeit verschwimmt
im dichten Dschungel der Erinnerungen.
Das Wachstum des Unheils hat schon begonnen.
Ein Wagnis wäre es, jetzt zu reden.
Gelähmte Seelenmomente - Erstarrung von Körpern.
Die Tür öffnet sich.
"Der nächste bitte."
Der schwarze Raum kennt keine Gnade.
Alle schauen zu ihm,
der diesen verhängnisvollen Satz in den Raum warf.
Doch keiner erkennt ihn,
der Tod verschleiert sein Gesicht.
Nebelgeister helfen ihm beim Maskentanz.
Kälte strömt aus den Poren des Lebensblutfängers.
Das Leben ergreift panisch die Flucht.
Das Raubtier und sein Opfer.
Ein ungleicher Kampf.
Im letzten Winkel kauert ein verzweifelter Atemzug,
ringend mit dem,
der doch immer der Gewinner sein wird:
Der Tod.
Doch das letzte Wartezimmer kennt keinen Ausgang.
"Der nächste bitte..."
5.
Die Bar der Identitäten...
In der Bar der Identitäten gehen
"Sie" ein und aus.
Manche verweilen dort länger,
andere etwas kürzer.
Cocktail "A" schmeckt bitter,
manch anderer in "B" - Form lieblich,
und ein anderer Drink
hinterläßt einen neutralen Geschmack.
Der Kreislauf der Gedanken pulsiert,
und manch ein Vulkan wird zum Leben erweckt.
"Ein Wolf im Schafspelz bitte",
und ein schaler Drink
wird vom mimikversteinerten Barkeeper gereicht.
Was ist mit den lammfrommen Schafen
in der Herde?
Thekenfesselung,
ein lautes "Jaaa" aus vielen Mündern,
und die Karawane der in Wollgewänder Gehüllten
singt die gleichen Lieder,
und weiße Fähnchen winken nur in eine Richtung.
Rechts im braunen Toilettensumpf,
Auferstehung und Ausbrütung der Radikalität,
die WC-Spülung
kann den Gestank der Braunen nicht vertreiben.
An den Fliesen klebt das Blut der Opfer.
Stumme Zeichen als Mahnmale.
"Einen *Smarti* bitte."
Der Schleim(er) beginnt zu sprechen.
Die Identität bleibt in der roten Grütze verborgen.
Die Macht will den besten Platz besetzen,
Stühle mit wackligen Beinen fallen reihenweise um,
der Egoismus und der Narzissmus ergeben
für Unbedarfte einen Cocktail voller Glassplitter.
"A Star is born."
Die größte Flasche wird verlangt.
Viele wollen ein Star sein,
doch der Alltag benötigt stille Helden
und keine Stars.
Die Glamourwelt
mit ihrem ewigen Heiligenscheinwurf
wirkt auf manchen Barbesucher magnetisierend,
doch hinter dem Glitzer verbirgt sich manchmal
das Elend
des 24-Stunden-schön-sein-müssen-Zustands,
als auch der Kampf um die ewige Jugend.
Das Schönheitsideal erbricht Werte,
und die Äußerlichkeiten kriechen
an der Oberfläche der Theke entlang.
Der Absturz der Wahrheit scheint vorprogrammiert.
Die Putzfee schüttelt
über den Selbstverleugnungs-Abfall
den Kopf.
Irgendwo in einer Ecke dieser Location,
befindet sich ein Engel:
"Bitte ein Wunderwasser für die Gefallenen"
Doch auch sanfte Engel erleben
den Vulkanausbruch
der gewaltbereiten Teufelsspringer.
Gebrochene Flügel, wer heilt sie?
Am Rand gedrängt
versuchen die Verstoßenen
einen Schluck Wasser zu erhaschen.
Mancher erhält nur einige Tropfen.
Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
Der Rand dieser Welt und der Abgrund
reichen sich die Hände.
Geopfert werden Seelen,
und die Täter ziehen sich neue Anzüge an,
und die Gesichtskosmetik tut ihr Übriges.
Gesichtslose treffen auf Seelen,
die ohne Töne reden.
doch die Sprache fern der Stimmbändermaschinerie
wird nicht von jedem verstanden.
Maskierte begegnen den Maskenlosen,
und das große Frage-Antwort-Spiel
"Wer-bist-du?"
beginnt.
Die Liebe strahlt
aus den Seelen-Fenstern
des Nächsten,
und das künstliche Neonlicht der fehlenden Empathie
flackert unruhig.
Die Offenheit legt ihre Karten auf jeden Tisch,
und der Pokerspieler neben der Theke
wartet auf seine Chance.
Gewinn oder Verlust?
Gefühle als Spiel?
Die Bar entwickelt sich immer mehr
zum Wartezimmer.
Das große Zeitschlagen beginnt.
Die Drinks werden im Sekundentakt gereicht,
und aus der Musikbox tönt
"Wir warten auf ein Wunder,
doch wundern tun wir uns nicht..."
Wer tritt als nächstes durch die Tür?
Was wird er für einen Drink bestellen?
An welchem Platz wird er sitzen/stehen?
Die Bar der Identitäten,
und die Frage:
Wer ist wer...?
6.
Hast Du schon einmal...?
Hast du schon einmal...
...einen lilafarbenen Himmel,
dessen Wolken Melodien erklingen ließen,
gesehen?
...auf einer Wiese gelegen,
welche regenbogenfarbig strahlte?
...hüpfende Sterne
voller rotem Glanz bestaunt?
...einen tanzenden Mond,
auf dem die Sternenvögel sangen,
erblickt?
Nein?
Dann schliesse die Augen,
und lasse als Erwachsener das Kinderherz in dir
voller Fantasie und Schönheit leben.
7.
Die Lüge neben dem Kreuz...
Die Pietät verwandelt
mittels
heiliger Münder
manch einen Teufel in einen Engel.
Am letzten Ort des Lebens wird
von den guten, edelmütigen Verstorbenen gesprochen.
Zwischen Diesseits und Jenseits
wird manch ein Kreuz zum Heiligenschein.
Und unter der Erde
wird die Teufelsfratze vergraben.
Die Guten sterben zu früh und in Massen,
doch wer bleibt dann auf Erden zurück?
Die bösen Ekel?
Logik einer unlogischen Zeromonie?
Wieviel Sargnägel zersplittern
bei derartigen Lobeshymnen
im Widerspruch
den letzten hölzern geschützen Platz ?
Und die Toten?
Rumort es an manchen Rühestätten?
Lobhudelei auf einen Verstorbenen,
der zu Lebzeiten
in seinem Streben nach Macht
und in seinem Egowahn über Seelenleichen ging.
"Er hatte stets ein offenes Ohr
für die Probleme anderer,
und sein Ehrgeiz ließ ihn in eine Position
des Vorbilds für andere rücken."
Zwischen dene Zeilen steht
ungeschrieben Unausgesprochenes:
"Mit seinem verbalen Gift ging er kompromißlos
den Weg nach oben,
und säte Zwietracht unter Freunden,
und das ihm entgegengebrachte Vertrauen
benutzte er missbräuchlich,
um auf die höchste Stufe zu gelangen.
Die Treppe seines Erfolges säumen Seelenleichen."
Die vollkommene Wahrheit
liegt fünf Meter unter der Erde begraben.
In der Todesanzeige las man:
"Wir trauern um eine hochgeschätzte Persönlichkeit,
und sein Wirken wird ewig unvergessen bleiben."
Die Todesanzeige als moderne Kosmetik,
und der Maskenbildner wird zum Wortjongleur.
Unvergessen:
Seine Taten,
und seine Opfer werden ihm diese auch nie vergessen.
Doch sie bleiben (noch) stumm.
8.
Herzflügel...
Dem Herzen können Flügel wachsen,
doch die Flugangst kann ein Schweben verhindern.
9.
Sie war anders...
Ein Morgennebel legt sich sanft
auf den See der Gedanken.
Das Segelboot des einsamen Träumers hofft auf Wind,
um den Gedanken die Freiheit zu schenken.
Die Freiheit der Träume bringt ihn
an jeden Ort dieser Welt.
Die Seerosen beginnen
mit dem zärtlichen Wind der Gefühle zu tanzen.
Am Ufer philosophieren die Möwen
über die Welt des Lebens.
Kopflastiges übernimmt die Herrschaft.
Eine Möwe lässt über den See
den Schatten der stummen Worte fliegen.
Traurig umrundet sie den See.
Alleingelassen von der Gemeinschaft,
fliegt sie heimatlos umher,
und schaut ängstlich nach einem nicht sichtbaren Feind.
Die Angst fliegt wie ein Schatten
der einsamen Möwe hinterher.
Sind es kleine Regentropfen
oder Tränen dieser Möwe,
welche die Blätter einer Seerose benetzen?
Die Sonnenstrahlen lassen einzelne Tropfen verdunsten,
die Sehnsucht wird in die Welt des Unsichtbaren verdammt.
Dieser kleine Vogel über dem See
ist anders als die Möwen am Ufer.
Sie träumt von der Ewigkeit der Liebe,
von der großen Gemeinschaft des Mit- und Füreinanders,
und jeder Flügelschlag verursacht einen zärtlichen
Windzug der großen Sehnsucht.
Doch die Möwen am Ufer verstanden sie nicht,
und verweigerten ihr den Zutritt zu ihrer Gemeinschaft.
Eines Tages sah man diese einsame Möwe nicht mehr.
Keiner suchte sie, keiner vermisste sie,
doch irgendwo wird sie
ihren Platz in dieser Welt gefunden haben,
und vielleicht mit ein, zwei oder sogar mehreren Möwen,
die so sind wie sie,
in die Welt der gelebten Träume fliegen.
10.
Stenogramm
einer
Schlammschlacht...
Aktion - Reaktion
Angriff - Abwehr - Angriff
Wut erzeugt Wut
Agressionspaket mal zwei
Schlammschlacht - verbaler Krieg
Balance außer Kraft gesetzt
Jagd der Beleidigungen.
Respekt als Fremdwort abgeschoben.
Übertrumpfung der seelischen Verletzungen.
Die Entschuldigung wird vom Paukenschlag verjagt.
Versöhnung gilt als nichtverhandelbar
Auge um Auge - Zahn um Zahn?
Wenn aus der Abwehrhaltung
ein Gegenangriff wird,
und das verbale Ping-Pong
"Auge um Auge - Zahn um Zahn"
gespielt wird.
11.
Fünf vor Zwölf...
Es ist fünf vor zwölf,
und der Sekundenzeiger frißt gnadenlos die Zeit.
Was bedeuten schon
fünf Minuten eines 24-Stunden-Tags,
eines ganzen Lebens?
Sehr wenig...,
und dennoch können diese fünf Minuten
sehr vieles und Entscheidendes im Leben verändern.
Doch bleibt eine Veränderung aus,
so besteht die Gefahr,
dass die Uhr irgendwann
auf "fünf-nach-zwölf" stehenbleiben wird.
12.
Schweigen...
Wenn verschlossene Lippen
die Klänge der Worte verhindern,
und die Verstummung die Oberhand gewinnt,
wohin verirren sich dann die gefühlten Worte?
Werden diese in den vielen Gedankenhöhlen verschwinden,
um eines Tages wieder die Oberfläche zu erreichen?
Worte im Schweigen - gefühlt im Denken,
der Weg nach draussen versperrt,
durch die geschlossenen Türen des Herzens:
Den Lippen.
Wenn die ersten Töne zaghaft
ihren Weg in die laute Welt finden,
dann erlebt die Seele eine siegreiche Revolution
gegen das Schweigen.
E N D E