Krimis & Thriller
Es hat bereits begonnen 1 - Tagebuch über Ereignisse, die noch stattfinden

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"Es hat bereits begonnen 1 - Tagebuch über Ereignisse, die noch stattfinden"
Veröffentlicht am 02. Mai 2010, 10 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
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Es hat bereits begonnen 1 - Tagebuch über Ereignisse, die noch stattfinden

Es hat bereits begonnen 1 - Tagebuch über Ereignisse, die noch stattfinden

Beschreibung

Wo soll ich diesen Text einstellen? In die Biografien? In die Fantasy Abteilung? Was ist ein Tagebuch mit einer Geschichte, die noch nicht zu Ende geschrieben wurde und deren Wahrheitsgehalt nur von Personen bezeugt werden kann, die ihr niemals kennenlernen werdet? Bald wird der Zeitpunkt kommen, zu dem ihr einen Weg zeigen, einen Rat geben müsst. Lest und urteilt selbst

Prolog

Heute, ein paar Monate, nach dem die Geschichte begonnen hat, bin ich mir sicher, seine Kunst war es nicht in erster Linie eine Geschichte zu erfinden. Seine Kunst lag vielmehr darin, dass er sich erinnern musste, wie die Geschichte war. Und ich vermute, sein Gedächtnis ließ ihn bei einigen Dingen im Stich, schließlich war die Geschichte auch so komplex, dass es schier unmöglich ist, sich an alles zu erinnern. Und vielleicht verspürte er im Rückblick auch den Wunsch, die Geschichte etwas zu begradigen, manchmal ist die Realität einfach nicht realistisch genug.
Und ich bin mir heute sicher, er hat die Geschichte nicht selbst erlebt, sondern hörte sie und schrieb sie auf. Ich weiß nicht, wann sie stattfand, aber ich weiß, sie ist noch nicht zu Ende.
So werdet ihr mich begleiten, von den ersten Zeichen bis zu den Ereignissen, die noch nicht stattgefunden haben. Aber deren Ahnung in den Zeichen liegen, die ich fand.

Kap. 1 Die Zeichen / Datum: 21.12.

Ich werde chronologisch vorgehen, damit ihr die Ereignisse in der Reihenfolge beurteilen könnt, wie ich sie erlebt habe. So werde ich ein paar Monate zurückgehen müssen, damit ihr versteht, was ihr verstehen müsst, um urteilen zu können. Ich habe nicht viel Zeit, um dies niederzuschreiben und die Aufzeichnungen aus meinem Tagebuch zu übertragen. Ich hoffe bald mit meinen Einträgen in die Gegenwart zu gelangen, denn ich fühle, dass es einen Punkt geben wird, wo ihr aufgerufen seid, einen Rat zu geben, einen Weg zu zeigen.

21.12.

Ich erinnere mich, es war sehr kalt, unter -10 Grad Celsius. Eine Temperatur, bei der man eigentlich nicht laufen gehen sollte. Ich erinnere mich, dass es schon vormittags dunkel war.  Der Himmel war schwer von Schneewolken verhangen und legte sich lastend auf meine Schultern. Der Wind war hart und die eiskalte Luft brannte in Hals und Nase. Bevor ich auch nur ansatzweise richtig warm wurde, war ich schon 4 Kilometer unterwegs, immer in Gefahr auf dem eisglatten Schnee der nicht geräumten Wege in unserem kleinen Ort den klassischen Oberschenkelhalshüftbruch hinzulegen. Zu der Zeit lief ich noch ohne das MP3 Player Gedudel, mein Laufrhythmus wurde nur von meinem eigenen keuchenden Atmen und dem dumpfen Tritt meiner Laufschuhe auf dem gefrorenen Schnee vorgegeben. Heute laufe ich mit Musik, in der Hoffnung, die Ereignisse noch hinauszögern zu können.

Es gab an diesem Tag keine bellenden Hunde, die sich damit brüsten konnten, mich verjagt zu haben. Hundebesitzer sollten Zettel an die Tür machen: 'Liebe Vorbeikommenden, bitte bleibt solange stehen, wie mein Hund bellt, sonst glaubt er, er hat euch verjagt und wird dies immer wieder tun.' Aber zum einen, wer will sich schon in das Erziehungskonzept seiner Nachbarn einspannen lassen und zum anderen, was ist wenn der Hund einen langen Atem hat? Zelte aufstellen? Dieses Problem beschäftigt mich jedesmal beim Laufen und ich werde es noch lösen. Nur diesmal nicht, da kein Hund im Garten war, sie lagen alle vor dem Ofen, es war zu kalt, nur ich war da, laufend, keuchend.

Es gab auch keinen speziellen Moment, keine plötzliche Erkenntnis, es war mehr, als wenn mehrere unscharfe Bilder gleichen Motivs übereinander gelegt und so verschoben werden, so dass plötzlich alle Konturen übereinstimmen und das Bild gestochen scharf wird. Ich kann mich auch nicht erinnern, an welcher Stelle ich ihn fand und ob und wie ich mich danach bückte. Erst später, abends im Bett, als ich das Licht gelöscht hatte und versuchte eine Liegeposition zu finden, die sofortiges und optimales Einschlafen garantiert, aber wie jedesmal in mindestens fünf verschiedenen vergeblichen Versuchen endete, da sah ich ihn im Schnee liegen.

Er ist durchsichtig, seine Form die eines Kreises mit 5 Strahlen, ähnlich einer Sonne. Er ist nicht fein gearbeitet, eher grob, die Oberfläche ist uneben die Strahlen nicht gerade. Er ist nicht aus Glas, aber auch nicht aus Stein, es ist ein Mineral, dass ich nicht zuordnen kann. Er ist auch nicht klein, er hat eine Größe, die gut in meine Handfläche passt. Wenn ich ihn umschließe, so schauen die Strahlen zwischen meinen Fingern hindurch. Ich halte ihn auch nicht fest, es ist, als könnte ich mich daran festhalten. Jegliche Versuche etwas vergleichbares in Material, Farbe oder Form im Internet zu finden, waren recht ergebnislos. Am ehesten kommen mittel- oder jungsteinzeitliche Sonnensymbole nordeuropäischer Völker seiner Gestalt nahe.

Was mich erstaunte, war, dass ich nicht erstaunt war. Immerhin lag ich im Dunkeln, dachte an den Stein im Schnee und dass ich ihn mit nach Hause genommen habe - in der Tasche, in der Hand? - und ihn dann irgendwo hingelegt haben muss. Und das alles, ohne mich daran zu erinnern. Oder wohl doch nicht, denn wie ich dort im Dunkeln lag, hatte ich den Stein in der Hand. Was mich nicht erstaunte, denn ich schlief an diesem Abend einfach ein. Es gab auch keine dunkeln oder erhellenden Träume in dieser Nacht. Nur als ich am Morgen erwachte, da wusste ich, dass Dinge ihren Anfang gefunden haben und ich mich an weitere Zeichen erinnern würde, die ich bereits gefunden hatte, ohne sie zu erkennen. Oder die mich gefunden hatten.

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Gast Der Autor freut sich über deinen Kommentar.
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Kenshin Gelungener Anfang - Ich finde deinen Anfang sehr gelungen, du hast einen guten ( vielleicht nicht immer ganz flüssigen ) Schreibstill.
Mir persönlich gefällt der anfang deines Tagebuches, du baust Spannung auf, behälst aber trotzdem einen lockeren Erzählstill bei ( Den Einwurf mit den Hunden fand ich sehr gelungen^^ ).

Zum Inhalt kann ich natürlich noch nicht viel sagen da ja noch nicht sooo viel passiert ist, was sich aber bestimmt bald ändern wird
:=)))))

Ein sehr gelungener Anfang, dessen lesen ich sehr genossen habe. Jetzt musst du dieses Niveau nur noch halten.

lg Kenshin
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