Kurzgeschichte
Wer kann uns retten?

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"Wer kann uns retten?"
Veröffentlicht am 14. März 2010, 4 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

einer der auf dem Weg ist ...
Wer kann uns retten?

Wer kann uns retten?

Wer kann uns retten?

 

Ich bin auf dem Weg in die City.

Ein Rettungstransporter mit Blaulicht und Sondersignal fährt gegenüber stadtauswärts.

Gleich darauf folgt ein PKW mit Licht und Martinshorn. Der Doktor!

Wie oft am Tag nehmen wir es wahr?

Wie schnell haben wir es wieder vergessen?

Man geht zur Tagesordnung über.

Und doch ist hier was passiert.

Plötzliche Erkrankung, ein Unfall oder einen Karambolage…

In einem Lebenskreis gab es eine wesentliche Änderung, oftmals merkt es ja keiner.

Vieles geht lapidar ab. Nur die Einsatzfahrer und das Begleitpersonal haben am Limit gelebt. Weil – Augenblicke entscheiden.

Immer wieder.

Großstädte ohne diesen Sondersound der Martinshörner sind eigentlich keine echten Großstädte. Da gibt es ja auch noch die Jagd, die Polizeijagd nach Ganoven und Verbrechern.

Besonders in der Nacht.

Doch der Unfall eben. Oder war es keiner?

Vielleicht wurde ein Kind angefahren oder ne Oma ist beim Einkauf umgefallen.

Tausend Möglichkeiten.

Ob der Werksattinhaber anders draufhört?

Wo waren früher diese Rettungswagen? Es gibt sie noch nicht lang.

Damals dominierten Feuerwehr und Polizei.

Und am Mittwoch 13:00 wurde die Woche geteilt und die „Männer erinnert“ mit `ner Sirene.

Wie wäre es mit einer Schulstunde „Rettung“ oder einer Fahrschulsonderschulung „Was unterlasse ich, wenn ich einen Unfall sehe…“.

Bis dahin nehmen die Freizeitpaparazzi zu und die irre Geilheit nach Unfallfotos oder gar Filmen ist Kult.

Die solches tun, haben nur noch nicht geschnallt, dass sie die Opfer sind und jeden Tag verunfallen.

Opfer – das Schlagwort der Rapper, die ihre eigene hohle Schmalspursprache haben und die Vielfalt unserer Sprache ad absurdum führen – als Opfer der klein karierten Mode.

Und die Rettung rückt aus:

Beim Fußball,

Auf den Schulhof,

zum Links/Rechts Kleinkrieg

und wenn sich Göhren schlagen, besonders Mädchen.

 

Wirre Welt,

ohne (Vor)bilder,

mit Idolen a la Bohlen.                                 2010-03-14

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Boris
einer der auf dem Weg ist ...

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UteSchuster Re: Re: kaum einer, der da Fotos macht oder mit dem Handy filmt,denkt daran, -
Zitat: (Original von Boris am 14.03.2010 - 22:02 Uhr) warum tut er es dann????!!!!!!!!!!!

LG Boris
Zitat: (Original von timeless am 14.03.2010 - 20:57 Uhr) dass er der nächste sein könnte.
Dämlich, einfach dämlich, der Mensch.

Ganz liebe Grüße Ute




Ich weiß es nicht und kann es auch nicht nachvollziehen.
Vor langer Zeit - Antworten
Boris Re: ...wirre Welt... - Das ist so ein Randgebiet, völlig alltäglich
und doch soo wichtig

LG Boris
Zitat: (Original von marena am 14.03.2010 - 21:57 Uhr) ...es ist manchmal zum traurig Johlen!
Habe deinen Anschauungsbericht sehr interessiert gelesen,
kann das Dargelegte gut nachvollziehen...

Es gab eine Zeit, da hat jedes erklingende Martinshorn meinen Puls gepusht und ich war immer öfter fix und fertig deshalb...
Ich arbeitete mal auf der Unfallchirurgie
und mein ehemaliger Partner war Retter...

Lieben Gruß
Margit

Vor langer Zeit - Antworten
Boris Re: kaum einer, der da Fotos macht oder mit dem Handy filmt,denkt daran, - warum tut er es dann????!!!!!!!!!!!

LG Boris
Zitat: (Original von timeless am 14.03.2010 - 20:57 Uhr) dass er der nächste sein könnte.
Dämlich, einfach dämlich, der Mensch.

Ganz liebe Grüße Ute

Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster kaum einer, der da Fotos macht oder mit dem Handy filmt,denkt daran, - dass er der nächste sein könnte.
Dämlich, einfach dämlich, der Mensch.

Ganz liebe Grüße Ute
Vor langer Zeit - Antworten
Boris Re: Rettungswagen - Dank dir Sylvie.....


LG Boris
Zitat: (Original von tender am 14.03.2010 - 17:52 Uhr) Ich finde deine Gedanken sehr gut, die du hier aufgeschrieben hast.
Gut, dass du auch das Rettungspersonal bedacht hast. Von Anfang bis Ende gelungen.
LG Sylvie

Vor langer Zeit - Antworten
Boris Re: Da hast REcht ... - war es doch ein öffentliches Nachdenken wert?!

Danke dir...


LG JFW
Zitat: (Original von Gunda am 14.03.2010 - 17:31 Uhr) ... Jürgen, man nimmt das Martinshorn (das bei der Polizei m.E. übrigens etwas anders klingt als beim Rettungswagen) tatsächlich nur am Rande wahr, wenn man es hört. Es sei denn, ein Familienmitglied ist irgendwo unterwegs - dann zuckt man automatisch zusammen und hofft, es habe nichts mit ihm zu tun.

Als wir damals auf den Rettungswagen für meinen Vater warteten, rief eine Bekannte an, die wir dann kurz abfertigten mit der Information, dass wir auf den Notarzt warteten und keine Zeit zum Telefonieren hätten. Sie erzählte mir später, es sei ein merkwürdiges Gefühl gewesen, ein paar MInuten später das Martinshorn zu hören - und zu wissen, WARUM es erklang ...

Lieben Gruß
Gunda

Vor langer Zeit - Antworten
Gunda Da hast REcht ... - ... Jürgen, man nimmt das Martinshorn (das bei der Polizei m.E. übrigens etwas anders klingt als beim Rettungswagen) tatsächlich nur am Rande wahr, wenn man es hört. Es sei denn, ein Familienmitglied ist irgendwo unterwegs - dann zuckt man automatisch zusammen und hofft, es habe nichts mit ihm zu tun.

Als wir damals auf den Rettungswagen für meinen Vater warteten, rief eine Bekannte an, die wir dann kurz abfertigten mit der Information, dass wir auf den Notarzt warteten und keine Zeit zum Telefonieren hätten. Sie erzählte mir später, es sei ein merkwürdiges Gefühl gewesen, ein paar MInuten später das Martinshorn zu hören - und zu wissen, WARUM es erklang ...

Lieben Gruß
Gunda
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