Die Kleine Welt
Du hüllst dich ein im Netz der Maschen,
die selbst gestrickt du um dich hüllst.
Suchst dich zu geben und zu haschen,
dass du geschützt die Sehnsucht stillst.
Du meidest Ecken und auch Kanten,
den Dorn und auch das heiße Sein.
Dich prägten einst die guten Tanten,
die dich umgaben, als Kind, noch klein.
Sie lehrten dich, die Welt aus Wolle,
es war so schön und Sorgenfrei.
Umgaben dich mit Schein und solle,
bis du entflohst, die Welt war frei.
Im Ozean der rauen Zeit,
da, wo die Wogen und die Brecher,
dich packen wollen aus dem Streit,
wird dir gereicht der bittre Becher.
Nun ist's an Dir dich frei zu segeln,
zum Ankerplatz ins schöne Land,
du wirfst den Becher in die Wogen,
trägst noch die Maschen im Verband.
Die kleine Welt umgibt dich noch.
Dein Geist ist schon im Sternenmeer.
Du setzt die Segel und sagst doch,
ich zieh mit Gott im Liebesheer.
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