Kurzgeschichte
Freiheit

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"Freiheit"
Veröffentlicht am 16. Januar 2010, 4 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Freiheit

Freiheit

Ich weiß nicht genau wann es war und wo es war, aber nachdem ich nicht mehr laufen konnte blieb ich stehen. Irgendwo. Ich schaute nach rechts und dann nach links. Ich schaute nach oben und dann runter auf meine zerfetzten Kleider und nackten Füßen. Trotz meiner nackten Füße und meiner leicht bekleideten Haut war mir nicht kalt. Die Sonnenstrahlen die durch die Baumkronen zu mir durch drangen, kitzelten meine blasse Haut. Ich schloss die Augen und hörte dem leichten Wind zu wie er mit dem Blättern spielte. Alles was ich dabei hatte, war mein alter dreckiger aber über alles geliebter Teddy. Einen Namen hatte er nicht aber er war genau so alt wie ich. Zwölf Jahre alt. Er war viel dreckiger als ich. Er hing an meiner rechten hand. Er hatte mich noch nie alleine gelassen. Ich schaute ihn an und grinste, denn mehr als ihn hatte ich ja nicht. Ich ging ein Stückchen tiefer in den Wald. Mir stiegen Tausende von Düften in die Nase. Es roch so gut. So süß. Es roch nach Freiheit. So etwas wie Freiheit kannte ich nicht. Würde ich es hier im Wald finden? Ich ging einfach weiter. Immer tiefer und weiter in den Wald hinein. Dort hinten sah ich etwas glitzern. Es war so schön. Ich näherte mich vorsichtig an. Ich Setzte mich an die Kante, auf einen Stein, der von der Sonne erwärmt wurde. Ich steckte meinen Zeh in das glitzernde Zeug was vor mir hin und her floss. Es war nass und kühl. Ich schaute genauer rein und sah ein Mädchen. Das Mädchen war klein. Hatte ein schmutziges Gesicht und alte zerfetzte Kleidung an. Ihre blauen Augen spielten mit mir. So schien es. Ihre Strohblonden Haare waren zu einem Knoten gebunden. Wer war dieses Mädchen. Ich fasste mit der Hand ins Wasser und da schwamm sie weg. Da wusste ich, dass ich das kleine Mädchen aus dem Wasser bin. Es machte mich traurig mich in voller Pracht zu sehen. Ich stand auf. Hob meinen Teddy auf und ging weiter. Kennt ihr die Geschichte von Schneewittchen? So fühlte ich mich, denn alle Tiere kamen auf mich zu und guckten mich an als ob sie mich verstanden wenn ich was sagte. Ich wusste gar nicht dass ich überhaupt reden konnte. War dies ein Zauberwald? Ich habe doch noch nie geredet. Ich höre auf zu reden als mein Vater nachts immer zu mir kam und das war schon so früh, dass ich es nicht einmal mehr richtig weiß. Nicht einmal meine Mutter beschütze mich. Nein. Sie konnte nicht. Wie auch. Sie saß bestimmt oben im Himmel und schaute zu wie er mich anfasste. Aber jetzt ist alles egal. Dieser Ort verzaubert mich, plötzlich scheint das unmögliche möglich. Hier will ich bleiben. Für immer. Nur Teddy und ich. Ich ging weiter. Es schein als ob sich ein Weg bahnte der mich zu irgendeiner Stelle führen sollte. Da kam ich auch an. In einer Lichtung umgeben von Bäumen und Tieren stand eine alte Waschmaschine. Ich verstand und verstehe bis heute nicht was sie da zu suchen hatte, aber daran dachte ich in dem Moment nicht. Sie kam mir bekannt vor. Ich dachte ich werde verrückt. Ich dachte die Waschmaschine redet mit mir. Unmöglich. Irgendwas an diesem Teil zog mich an. Ich setzte mich auf sie und blieb dort sitzen. Nun sitze ich hier. Auf der Waschmaschine. Ich bin heute Neunzehn Jahre alt und verbringe den ganzen tag damit mir essen zu suchen. Doch diesem Platz bleibe ich treu. Jeden Abend setzte ich mich rauf und schaue zu wie die Sonne zwischen den prachtvollen Baumkronen untergeht. Das was ich fühle kann man nicht beschreiben. Mit keinen Wörtern . Es ist Freiheit glaube ich. Das, was ich immer suchte. Nun hatte ich es gefunden. Im Wald auf einer alten Waschmaschine.

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Liza

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Kommentare
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anteus Bin schockiert - ujnd gleichzeitig begeistert.
Schockiert das mit dem Vater.
Hoffe Du hast das nicht selber erlebt?

Begeistert über Deine Art zu erzählen.
Liebe Grüße
Anteus
Vor langer Zeit - Antworten
UteSchuster liebe Liza - ich hoffe und wünsche mir, dass diese Geschichte erfunden ist.

Ansonsten gebe ich Bernd recht, Zeit für einen Neuanfang.

Aber auch im realen Leben, steht jeder Tag für Neuanfang.

Liebe Grüße Ute
Vor langer Zeit - Antworten
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