Schattenwandler
Wer sein ganzes Leben lang im Schatten anderer wandeln musste,
wird letztlich selbst zu einem.
Wer sein ganzes Leben lang im Lichte des Lebens wandelte,
sieht sie nicht.
Das Licht hassen und dennoch lieben,
beides tut der, der im Schatten steht.
Denn Neid und Verlangen liegen dicht beieinander,
ohne das sich ihre Pfade jemals kreuzen.
Die Geißelung seiner selbst,
ist das, was der Schattenwandler tut.
Er zwingt sich, zwischen den Pfaden zu laufen,
dort, wo der Weg zu bewältigen
am schwierigsten ist.
Die Last, die er zu tragen glaubt,
oftmals nicht auf seinen Schultern liegt,
sondern im Geiste,
dessen er zum Trotz,
den Rücken beugt.
Bosheit ist nicht seines Wesens Zug,
Zwielicht verzerrt sein Antlitz bis zur Unkenntlichkeit.
Ein heller Schein verscheucht den Schatten,
wie ein Gewandt aus faulem Laub er ihn abwirft.
So urteile man nicht vorschnell,
selbst die Welt hat eine Seite voll Dunkelheit.
Jedem selbst obliegt die Macht,
diese auch der Sonne zuzuwenden.