Romane & Erzählungen
In einer Winternacht 3

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"In einer Winternacht 3"
Veröffentlicht am 03. März 2009, 6 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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In einer Winternacht 3

In einer Winternacht 3

Zwanzig Minuten später standen alle wieder draussen vor der Bank. Es war viertel vor ein Uhr morgens. Um punkt ein Uhr mussten sie am Treffpunkt sein.
Ein Auto hielt vor ihnen an. Simon und Michelle stiegen ein. Gleich hinter ihm hielt das nächste Auto, in das Herr Jenni und Herr Otte einstiegen.
„Das Einsatzkommando ist vor Ort“, wandte sich Herr Otte an Herr Jenni.
Herr Jenni nickte. Er sass steif da. Den Aktenkoffer mit der Million fest umklammert.
Draussen schneite es stark. Der Chauffeur des Wagens konnte nur 30 km/h fahren. Der am Boden liegende Schnee stieg von Minute zu Minute etwas höher und die Strassen eisiger.
„Wir sind da“, meldete der Fahrer.
„Gut. Herr Jenni, sie müssen nichts anderes tun, als dem Entführer den Aktenkoffer übergeben.“
Herr Jenni stieg aus. Die beiden Autos fuhren fort.
Zaghaft lief er auf die Hollenbrücke zu, wobei er sich immer wieder vergewisserte, ob ihn jemand beobachtete. Der Entführer musste ihn kennen. Er musste wissen, dass sein Sohn von dieser Brücke gestossen wurde. Mit grosser Wahrscheinlichkeit, war es der Entführer selbst gewesen.
Herr Jenni spürte die Kälte nicht. Er hatte keine Angst. Das einzige was er fühlte war Hass und Wut auf den Mörder, dem er gleich begegnen würde.
Rund um Herrn Jenni, durch den umgebenen Wald geschützt, warteten die Leute vom Einsatzkommando auf den Entführer.Herr Binder kam gerade an. Er hatte einen anderen Weg genommen, damit ihn der Entführer sicher nicht entdecken konnte.
„Herr Otte“, flüsterte er und rannte auf ihn zu. „Ich habe herausgefunden, dass Frau Jenni schon einmal Verheiratet war.“
„Heisst das, Sie ist geschieden?“
„Ja. Sie hat sich scheiden lassen und nach nur einem Monat Herrn Jenni geheiratet.“
„Ist Herr Jenni der richtige Vater von Daniel?“ fragte Herr Otte.
„Von Daniel schon, aber Remo war sein Stiefsohn.“
„Wie heisst er?“ fragte Frau Leidi.„Wohl eher, wie hiess er. Beat Rother. Er ist vor sechs Jahren gestorben.“
„Zur selben Zeit, wie Remo!“ sagte Simon.
„Ja. Zufall war das jedenfalls nicht“, meinte Herr Binder. „Die Polizei beachtete damals den Mord an Remos Vater nicht. Sie schrieben im Bericht, er habe Selbstmord begannen, obwohl das unter den gegebenen Umstände, wie er gefunden wurde, unmöglich war.“
„Es könnte so geschehen sein, dass Herr Rother Remo von der Brücke gestossen hatte und sich nachher umgebracht hat. Aber da wäre die Frage, wer jetzt Daniel entführt hat“, überlegte Michelle.„Es geht auch anders“, sagte Herr Otte. „Herr Rother stösst Remo tatsächlich von der Brücke, täuscht seinen Tod vor und versteckt sich sechs Jahre lang im Untergrund...“
„Ja“, unterbrach Sie Simon. „Er wartet, bis Daniel elf wird und entführt ihn dann ebenfalls. Aber warum?“
„Aus Rache?“ sagte Michelle. „Hat man Herrn Rothers Leiche gefunden?“
„Nein“, antwortete Herr Binder. „Er hat die Leute glauben lassen, er sei in einen See gestürzt. Die Polizei fand nur noch eine zerfetzte Hose von ihm.“
„Wir werden gleich mehr wissen“, zischte Simon und deutete auf die Brücke. Ein dunkelblaues Auto hielt kurz vor der Brücke an. Ein Mann stieg aus und nahm Herrn Jenni den Beutel ab. Sie konnten sehen, dass der Mann mit Herrn Jenni sprach, konnten jedoch nicht hören, über was Sie redeten.
Von Daniel war keine Spur. Wollte sie der Entführer linken?
Nun schrie der Mann, damit ihn alle hören konnten. „Ich möchte euch nicht anraten mich anzurühren. Ich habe Daniel in meiner Gewalt. Ihr werdet nichts unternehmen, bis ich weg bin. Ich werde anrufen, wenn ich in Sicherheit bin und sagen, wo ihr Daniel findet!“
Er wandte sich an Herr Jenni und flüsterte ihm etwas zu. Herr Jenni erwiderte etwas. Dann stieg der Mann in seinen dunkelblauen Toyota und brauste davon.
Herr Otte hatte alles schweigend mitangesehen.
Herr Jenni stiess zu ihnen. „Warum haben Sie ihn nicht aufgehalten?!“
„Weil er ihren Sohn sonst getötet hätte. Sie wollen ihren Sohn lebend, oder?“ entgegnete Herr Otte. „Ich weiss, wie ich meinen Job erledigen muss. Ich mache das lange genug.Meine Leute folgen ihm. Der kommt nicht weit.“
„Was hat der Mann mit ihnen geredet“, wollte Michelle wissen.„Er hat mir gedroht“, blaffte Herr Jenni.„Haben Sie ihn erkannt?“
„Nein.“
Herr Jennis Handy erklang und er nahm ab.
„Schauen Sie an den Himmel, Herr Jenni", ertönte eine wütende stimme.
Als er empor sah, erkannte er etwas entfernt am Himmel Rauch empor steigen. Es verschlug ihm den Atem. Nicht in der Lage sich zu rühren, blieb er ein paar Sekunden bewegungslos stehen.
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Plitsch

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