Dieses Gedicht entstand nach dem Tod eines Menschen, der mir sehr nahestand. Lange Zeit fand ich keine Worte. Als sie schließlich zurückkehrten, entstand „Noch immer hier“.
Noch immer hier Du bist am Morgen gegangen, ein Schatten, der zwischen den Bäumen zerrann. Wir riefen deinen Namen, laut und verzweifelt, doch nur das Flüstern des Windes antwortete. Das Haus atmete Stille, dein Lachen verklang. Die Abende, an denen wir zusammen gekocht haben, sind wie
verlorene Träume – nie wird es wieder so sein. Jetzt steht der Topf still und kalt, keine Wärme geht mehr von ihm aus, nur die Erinnerung bleibt leise bei mir. Wir hielten uns an Erinnerungen fest, kleine Stücke von dir, wie Blätter, die im Wind tanzen, wie ein Lichtschein, der uns kurz berührt und wieder entschwindet. Die Nächte wurden länger, Träume kamen und gingen. In jedem Traum sah ich dich lächeln. Unter den Baumwipfeln, die sich im Wind wiegten, hörte ich dein fernes Lachen, ein leises Flüstern, das mir sagte: „Ich bin noch hier.“ Wir suchten jede Straße, jede Ecke, doch nur Schatten begleiteten uns. Manchmal spürten wir deine Nähe, ein Rascheln im Laub, ein
Hauch von Wärme, ein flüchtiger Moment, der uns durchströmte, als würdest du sagen: „Ich sehe euch.“ Und immer noch stellen wir ein Licht ins Fenster, damit du weißt, dass wir dich nicht vergessen. Du bist in allem, was wir sehen und fühlen – noch immer hier.