Kinderbücher
Die Nacht, in der die Sterne verschwanden

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"Die Nacht, in der die Sterne verschwanden"
Veröffentlicht am 10. Juli 2026, 8 Seiten
Kategorie Kinderbücher
© Umschlag Bildmaterial: Schnief
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Über den Autor:

Kurzgeschichten nicht nur für Kinder und Erinnerungssplitter aus meinen Leben findet ihr auf meinen Profil.
Die Nacht, in der die Sterne verschwanden

Die Nacht, in der die Sterne verschwanden

Der Himmel über dem Elfenreich war wunderschön. Millionen Sterne funkelten jeden Abend wie kleiner Glitzerstaub auf Samt. Die junge Elfe Lina liebte die Sterne über alles. Sie war eine Sterndeuterin und konnte das leise Flüstern der Himmelslichter verstehen. Für Lina war jeder Stern ein wunderschöner Traum oder eine große Hoffnung. Auf ihrem Lieblingsfelsen malte sie sich oft ihre Zukunft aus. Ihr allergrößter Wunsch war es, einen ganz besonderen, saphirblauen Stern zu beschützen. Dieser Stern stand für ihren liebsten Freund, den sie vor langer Zeit aus den Augen verloren hatte. Jede Nacht schickte sie liebe Grüße zu ihm hinauf.


Doch in dieser einen Nacht wurde es plötzlich ganz still. Der Wind hörte auf zu wehen. Eine unheimliche, schwarze Dunkelheit kroch über den Himmel, als hätte jemand ein riesiges Glas Tinte ausgeschüttet. Lina hielt erschrocken den Atem an. Ihr geliebter saphirblauer Stern flackerte wild, verlor sein Licht und knipste sich einfach aus. Und mit ihm erloschen nacheinander alle anderen Sterne am Himmel. Es war stockfinster. Lina fühlte sich schrecklich traurig. Sie dachte, dass nun alle ihre Träume und Wünsche für immer zerplatzt wären. Große, silbrig glänzende Tränen kullerten über ihre Wangen und fielen

auf den harten Steinboden.


Genau in diesem traurigen Moment passierte etwas Zauberhaftes. Dort, wo Linas Tränen gelandet waren, fing der Boden plötzlich an zu kribbeln. Ein gemütliches, warmes Summen erfüllte die Luft. Aus einer kleinen Felsspalte stieg ein wunderschönes, violettes Licht auf. Daraus schlüpfte ein kleines Wesen. Es sah aus wie eine Mischung aus einem Minigeist und einer Libelle, und seine Flügel glänzten wie echter Mondstein. Das war Aron. Er war ein uralter Lichtwächter, der tief in der Erde geschlafen hatte. Er war dazu bestimmt, genau dann aufzuwachen, wenn die Welt

vor Dunkelheit Angst bekundete und Hilfe brauchte.


Aron flog fröhlich zu Lina und landete sanft auf ihrer Hand. Als er ihre Haut berührte, spürte Lina ein warmes Kribbeln in ihrem Bauch. Plötzlich verstand sie, die Sterne waren gar nicht für immer kaputt oder gestorben. Sie hatten sich nur versteckt, weil die Menschen und Fabelwesen aufgehört hatten, fest an ihre Träume zu glauben. Das wahre Licht steckte noch immer tief in Lina selbst. Sie atmete tief durch, schloss die Augen und dachte ganz fest an all die Dinge, die sie glücklich machten, nähmlich an Freundschaft, an

Mut und an die Hoffnung.



Als sie die Augen wieder öffnete, passierte das echte Wunder. Linas Augen leuchteten plötzlich golden. Ein warmer, glitzernder Wind wirbelte um sie herum. Aron stieß ein fröhliches Singen aus, teilte sich in tausend kleine, funkelnde Lichtpunkte und trug Linas Mut in die dunkle Nacht hinaus. Die Schwärze verschwand zwar nicht ganz, aber sie vermischte sich mit dem Licht. Die Bäume fingen an, im Dunkeln silbern zu schimmern, und die Flüsse leuchteten wie flüssiges Gold. Aus dem leuchtenden Nebel trat plötzlich eine Gestalt hervor.

Als Lina genau hinsah, erkannte sie die saphirblauen Augen ihres alten, vermissten Freundes. Er war zurückgekehrt. Ihr größter Traum war nicht mehr unerreichbar weit weg am Himmel, sondern stand direkt vor ihr und nahm sie fest an die Hand.


Aron flog glücklich im Kreis um die beiden herum. Er kehrte nicht mehr in die Erde zurück, sondern blieb ab diesem Tag ihr bester Freund und ständiger Begleiter. Wann immer es im Elfenreich einmal zu dunkel wurde oder jemand traurig war, schlug Aronn einfach mit seinen Mondsteinflügeln. Sofort verwandelte sich die Dunkelheit in ein

gemütliches, lila Schlummerlicht. Er half den Bewohnern dabei, traurige Gedanken wegzupusten und neue, schöne Träume zu finden. Die Nacht, in der die Sterne verschwanden, war für Lina überhaupt nicht mehr schlimm. Denn sie hatte gelernt, dass das schönste Licht immer in unserem eigenen Herzen wohnt.

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