Kurzgeschichte
Pumuckl und die beschriftete Butter

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"Eigentlich wollte ich nur einkaufen gehen doch im Kühlschrank organisiert Pumuckl längst mein Leben."
Veröffentlicht am 06. Juli 2026, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Ich bin Pamola Grey, eine Geschichtenerzählerin, die die feine Grenze zwischen Realität und Fantasie erkundet. Ich schreibe Fantasy-, Horror- und surreale Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Außerdem male ich eigene Illustrationen, inspiriert von den Welten, die ich erschaffe. I'm Pamola Grey, a storyteller exploring the thin line between reality and imagination. I write fantasy, horror, and surreal stories that linger in your mind. I ...
Eigentlich wollte ich nur einkaufen gehen doch im Kühlschrank organisiert Pumuckl längst mein Leben.

Pumuckl und die beschriftete Butter




Kapitel 4 – Die Sache mit dem Kühlschrank



Ich hätte misstrauisch werden sollen. Der Kühlschrank stand offen. Ich wollte nur kurz einkaufen. Das war der Plan. Essen holen. Nach Hause. Ruhe.

Stattdessen stehe ich vor dem offenen Kühlschrank und frage mich, wann genau mein Leben angefangen hat, aus dem

Ruder zu laufen. „Das ist praktisch“, sagt Pumuckl hinter mir. Ich drehe mich langsam um. „Du bist mitgekommen?“ „Ich bin überall mitgekommen.“ Das hätte mich eigentlich nicht überraschen dürfen. Ich schaue wieder in den Kühlschrank. Irgendetwas ist anders. Sehr anders. Die Eier stehen nicht mehr im Fach.

Die Butter ist beschriftet. Mit Bleistift. „Was hast du gemacht?“ „Sortiert“, sagt er stolz. Ich nehme die Milch heraus. Darauf steht in großen

Buchstaben: WICHTIG „Warum ist die Milch wichtig?“ Pumuckl verschränkt die Arme. „Weil sie sonst traurig wird.“ Ich schließe kurz die Augen. „Milch wird nicht traurig.“ „Doch. Wenn sie vergessen wird.“ Ich stelle die Packung langsam zurück. Manchmal ist Diskutieren einfach Zeitverschwendung.

„Hast du sonst noch irgendetwas … optimiert?“ Er überlegt. „Vielleicht.“ Dieses eine Wort reicht völlig aus, um

mir Sorgen zu machen. Ich öffne den Kühlschrank ganz. Einen Moment lang bin ich sicher, im falschen Haushalt zu stehen. Alles steht anders. Wirklich alles.

Die Marmelade steht neben dem Käse. Der Senf hat offenbar einen Stammplatz bekommen. Und im Gemüsefach liegt ein handgeschriebener Zettel: NICHT ANFASSEN. ARBEITSSACHE. Ich starre ihn an.

„Was ist das?“ Pumuckl lehnt sich zufrieden an die

Küchenzeile. „Organisation.“ „Das ist mein Kühlschrank.“ „Jetzt ist er strukturiert.“ Ich greife nach einer Gurke. Darauf steht: SONDERFALL „Warum ist eine Gurke ein Sonderfall?“ „Weil sie sich nicht entscheiden kann, ob sie Gemüse sein will oder nicht.“ Ich halte die Gurke hoch. „Du hast Kategorien für mein Essen gemacht.“ „Ja.“ „Ohne mich zu fragen.“ „Du wärst dagegen gewesen.“ Leider stimmt

das. Ich schließe den Kühlschrank langsam. Ganz langsam. Als könnte ich damit die letzten fünf Minuten rückgängig machen. Es funktioniert nicht. „Okay“, sage ich schließlich. „Du machst jetzt alles wieder so wie vorher.“ Pumuckl sieht mich an, als hätte ich gerade vorgeschlagen, die Schwerkraft abzuschaffen. „Aber das System ist gut.“ „Es ist mein Kühlschrank.“ „Deiner war chaotisch.“ Ich bleibe stehen. Ein kurzer Moment

Stille. „Ich wusste, wo alles ist.“ „Jetzt auch.“ „Ich will keine beschriftete Butter.“ „Warum nicht?“ Ich öffne den Kühlschrank wieder. Diesmal zeige ich auf einen verschlossenen Becher. „Und was ist das?“ Pumuckl zögert. „… Überraschung?“ Ich atme langsam aus. „Genau deshalb.“ Er klettert auf die Arbeitsplatte, schaut prüfend in den Kühlschrank und nickt zufrieden. „Man kann so richtig gut

arbeiten.“ „Du arbeitest nicht in meinem Kühlschrank.“ „Jetzt schon.“ „Das ist kein Arbeitsplatz.“ „Doch.“ Kurze Pause. „Lebensmittelmanagement.“ Ich greife mir an die Stirn. Es gibt Momente, da hilft Logik einfach nicht weiter.

Ich gehe zwei Schritte durch die Küche. Bleibe stehen. Drehe wieder um. „Du machst jetzt Folgendes.“ Pumuckl schaut

aufmerksam. „Du entfernst alles.“ „Alles?“ „Alles.“ Er schweigt. Dann grinst er. „Auch den Plan?“ Ich ahne sofort, dass mir diese Frage nicht gefallen wird. „Welchen Plan?“ Er zeigt stolz auf die Innenseite der Kühlschranktür. Dort hängt jetzt ein handgemalter Zettel. PLAN ZUR OPTIMALEN ERNÄHRUNG


Version

1 Darunter stehen Pfeile, Kästchen und ein Apfel mit einem lachenden Gesicht. Ich starre den Zettel an. „Das hängt da nicht.“ „Doch.“ „Das hing heute Morgen noch nicht da.“ „Vielleicht hast du es nur übersehen.“ Ich schließe den Kühlschrank. Ganz ruhig. Ganz langsam. „Wir gehen jetzt einkaufen.“ Kurze Pause. „Und du redest unterwegs kein einziges Wort.“ Hinter mir höre ich ein leises: „Das wird

schwierig.“ Es dauert ungefähr drei Sekunden. „Übrigens …“ Ich schließe die Augen. „Was denn?“ „Ich glaube, die Butter vermisst ihre Beschriftung.“ Ich antworte nicht. Manche Diskussionen kann man nicht gewinnen. Und ich weiß schon jetzt, dass der Einkauf erst der Anfang sein wird.


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Über den Autor

PamolaGrey
Ich bin Pamola Grey, eine Geschichtenerzählerin, die die feine Grenze zwischen Realität und Fantasie erkundet. Ich schreibe Fantasy-, Horror- und surreale Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Außerdem male ich eigene Illustrationen, inspiriert von den Welten, die ich erschaffe.

I'm Pamola Grey, a storyteller exploring the thin line between reality and imagination. I write fantasy, horror, and surreal stories that linger in your mind. I also paint my own illustrations, inspired by the worlds I create.

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Gabriele 
Liebe Pam,
dass ist eine süße Geschichte, welche ich mit zwei verschiedenen Augen gelesen habe: einmal mit meinen Augen aus Kindheitstagen, wo ich Pumukel im Fernsehen sah - und einmal aus den Augen einer Oma, die erlebt, wie ihr Enkel solche Faxen mit seiner Mama anstellt..... Lach
Ist dir wirklich toll gelungen die Geschichte!
Viele liebe Grüße von Gabriele
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Reisehummel 
Liebe Pam,
auch mich hast du zum Schmunzeln gebracht mit dieser liebevoll geschriebenen Geschichte.
Einfach herrlich!
Liebe Grüße und einen schönen Abend
Waltraud
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sorrynocoffee 
Ob man ihm die Gefriertruhe schmackhaft machen könnte? ;-)

Schmunzelndes Grüßle,
sonoco
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