Kurzgeschichte
Die Geschichte von Mike und Hilde

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"Eine zufällige Begegnung zwischen Mike und Hilde wird zu einem stillen Tag im Wald."
Veröffentlicht am 21. Juni 2026, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Ich arbeite als Schreiner und bin beruflich viel auf Montage unterwegs. Ich arbeite gerne mit Holz und mag es, wenn etwas mit den Händen entsteht. In meiner Freizeit lese und schreibe ich gerne.
Eine zufällige Begegnung zwischen Mike und Hilde wird zu einem stillen Tag im Wald.

Die Geschichte von Mike und Hilde


Am nächsten Morgen war die Luft kühler als an den Tagen zuvor. Der Wohnwagen stand ruhig zwischen dem hohen Gras. Ich hörte, wie sich drinnen etwas bewegte. Dann ging die Tür auf. Hilde trat heraus und blinzelte ins Licht. „Guten Morgen“, sagte sie. „Guten Morgen“, sagte ich. Ich nahm die Kaffeetasse vom kleinen Tisch, ging ein paar Schritte auf sie zu und hielt sie ihr hin. Sie nahm sie und setzte sich auf die Stufe des Wohnwagens. Ich setzte mich neben sie. Für einen Moment war es still. Der Wind ging leicht durchs Gras. „Hier ist irgendwo ein See“, sagte ich nach

einer Weile. Hilde sah mich an. „Echt?“ Ich nickte. „Ja. Nicht weit.“ Sie trank einen Schluck Kaffee. „Dann gehen wir dahin“, sagte sie.


Wir standen auf und gingen los. Der Weg führte vom Wohnwagen weg, zuerst über das offene Gras, dann hinein in den Wald. Der Boden wurde weicher unter den Schuhen. Es war still zwischen den Bäumen. Nur unsere Schritte waren zu hören. Hilde ging neben mir, manchmal ein Stück vor, dann wieder neben mich. „Ich mag das hier“, sagte sie leise. Ich nickte nur. Wir gingen weiter, ohne viel zu reden.


Der Wald wurde dichter, und das Licht fiel in Streifen auf den Boden. Nach einer Weile wurde es heller zwischen den Bäumen. Ich blieb kurz stehen. Zwischen den Stämmen sah man Wasser. Ein kleiner See, versteckt im Wald. „Da ist er“, sagte ich. Hilde ging ein paar Schritte voraus. „Das ist schön hier“, sagte sie. Sie zog ihre Schuhe aus und ging langsam ins Wasser. Ich stellte meine daneben und folgte ihr. Das Wasser war kühl. Wir standen erst nur am Rand, dann gingen wir weiter hinein, bis zur Hüfte. Es war ruhig, keine Eile, nur Wasser, Wald und Licht zwischen den Bäumen. Hilde sah mich an. „Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so etwas

gibt“, sagte sie. „Ich schon“, sagte ich. Sie lächelte leicht. „Du kennst dich hier aus.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Ich bin schon lange hier.“ Wir schwammen ein Stück, nicht weit, nur langsam, ohne Ziel. Dann gingen wir wieder zurück zum Ufer.


Das Wasser lief von uns ab, während wir durch das flache Wasser gingen. Wir setzten uns ins Gras. Es war kühl im Schatten. Hilde zog die Beine an. „Das war gut“, sagte sie. „Ja“, sagte ich. Für eine Weile sagten wir nichts. Nur der See war da und der Wald darum herum. Dann standen wir auf und gingen zurück. Der Weg durch den Wald war wieder still.

Wir redeten nicht viel. Als wir aus dem Wald traten, lag der Wohnwagen wieder vor uns im Gras.


Hilde blieb kurz stehen. „Da sind wir wieder“, sagte sie. Ich nickte. Wir setzten uns auf die Stufe. Der Nachmittag wurde ruhiger. Die Sonne stand tiefer, das Licht wurde weicher. „Ich glaube, ich bleibe noch ein bisschen“, sagte sie. „Kannst du“, sagte ich. Wir saßen nebeneinander. Der Wind ging durchs Gras. Es war nichts Dringendes mehr da, nur dieser Moment. Dann stand Hilde irgendwann auf. „Ich sollte langsam los“, sagte sie. Ich nickte. „Ich muss auch wieder nach Hause.“ Sie

zog ihre Schuhe an. Wir sagten nicht viel. „War schön heute“, sagte sie. „Ja“, sagte ich. „Bis dann.“ „Bis dann.“ Sie ging den Weg entlang und verschwand zwischen dem hohen Gras.



Ich blieb sitzen. Der Wohnwagen stand still hinter mir. Ich sah noch eine Weile auf den Weg. Dann wurde es ruhiger. Der Tag ging langsam weiter, ohne dass noch etwas passierte. Ich trank den kalten Kaffee aus. Der Wohnwagen knarrte leise im Wind. Ich sah zum Feld hinaus. Der See im Wald kam mir noch einmal in den Kopf. Dann war da nichts mehr, nur Stille. Ich blieb noch eine Weile sitzen,

bis es dunkel wurde. Dann ging ich hinein.

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Hörbuch

Über den Autor

drachenzaehmer
Ich arbeite als Schreiner und bin beruflich viel auf Montage unterwegs. Ich arbeite gerne mit Holz und mag es, wenn etwas mit den Händen entsteht. In meiner Freizeit lese und schreibe ich gerne.

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