Die Chronik von Amber
Und es geschah in den Tagen von Amber, als sie noch ein Kind war und die Welt in ihr nicht in klaren Formen sprach, sondern in Bildern, die sie selbst erst verstehen lernen musste, dass sie begann, einen Himmel zu malen, der gelb war und still zugleich, nicht wie ein gewöhnlicher Himmel der Tage, sondern wie ein Licht, das bleibt, auch wenn alles andere vergeht.
Und hinter diesem Himmel stellte sie
einen goldenen Palast, der nicht wie ein Bauwerk erschien, das von Menschen errichtet wurde, sondern wie etwas, das aus einem Gedanken hervorgegangen war, der sich selbst zur Gestalt verdichtet hatte, und hinter diesem Palast setzte sie Gott, nicht fern und nicht klein, sondern gegenwärtig in einer Größe, die nicht bedrohte, sondern trug.
Und seine Hand war groß, größer als jede Vorstellung, die ein Kind fassen konnte, und sie war erhoben, nicht um zu richten, sondern um zu ordnen, und zwischen seinen Fingern lag etwas, das einer Perlenkette oder einem Rosenkranz glich, und es schien, als würde jede Perle nicht
nur gehalten, sondern in einer stillen Bedeutung bewahrt.
Und neben dem goldenen Palast stand ein zweites Haus, einfacher und ohne Glanz, als Erinnerung daran, dass Nähe nicht nur im Strahlenden wohnt, sondern auch im Unscheinbaren, und davor lag ein See, weit und still, und in seiner Mitte eine kleine Insel, gelb wie der Himmel darüber, als wäre sie nicht getrennt von ihm, sondern aus demselben Ursprung geboren.
Und Amber sah dieses Bild und wusste nicht, wie sie es erklären sollte, doch sie wusste, dass es in ihr etwas hielt, das
sonst keinen Halt gefunden hätte, und so wurde dieses Bild zu einem Ort in ihr, den sie betrat, ohne ihn benennen zu müssen, wenn die Welt zu schwer wurde für Worte.