Kurzgeschichte
Das Jackett Grün und Unangenehm - Zwischen Erinnerung und Zufall

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"Ein Jackett. Ein Gedicht. Ein Laden, der mehr weiß, als er zeigt."
Veröffentlicht am 19. Juni 2026, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich bin Pamola Grey, eine Geschichtenerzählerin, die die feine Grenze zwischen Realität und Fantasie erkundet. Ich schreibe Fantasy-, Horror- und surreale Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Außerdem male ich eigene Illustrationen, inspiriert von den Welten, die ich erschaffe. I'm Pamola Grey, a storyteller exploring the thin line between reality and imagination. I write fantasy, horror, and surreal stories that linger in your mind. I ...
Ein Jackett. Ein Gedicht. Ein Laden, der mehr weiß, als er zeigt.

Das Jackett Grün und Unangenehm - Zwischen Erinnerung und Zufall





Grün und Unangenehm Ich brauchte etwas für die Hochzeit meines Bruders Jimy. Eigentlich hatte ich kein Geld für etwas Neues, also bin ich mit ein paar Leuten durch die Stadt gezogen, mehr aus Gewohnheit als aus Hoffnung.


Der Secondhand-Laden war klein, zwischen einem Bäcker und einem leeren Geschäft eingeklemmt. Drinnen roch es nach Stoff und Leder. Ich wollte schon wieder gehen, da sah ich das Jackett. Unauffällig. Dunkel. Fast

selbstverständlich. Es war billig, also hatte ich kein schlechtes Gewissen und kaufte es. Zuhause hing ich es erstmal über den Stuhl. Später probierte ich es doch an. Es saß gut, besser als erwartet. Beim Zurechtziehen merkte ich etwas in der Innentasche. Papier. Ein gefaltetes Blatt. Ich zog es heraus. Ein Gedicht. Die Sonne ist heiß Der Wind so lau Es ist so schön, der Himmel ist blau. Die Bilder erwecken auf unsere

Strecken Sehnsucht nach all dem, man nennt es auch „Fernweh“. Es wäre so schön an all den Orten, Hand in Hand durch große Pforten. Die Natur mit ihren Gaben sich satt zu sehen und zu erlaben. Die alten Steine, Häuser, Gewölbe und Gemäuer Essen wie damals Auch ein

Abenteuer. Kommen wir dann zurück Können es kaum fassen Unser Glück, von soviel Eindrücke pur es bleibt alleine das Träumen nur. Ruhen aus mit blicken und Gespür, sind hin und her Gerissen von dieser Kür. Bleibt nur zu sagen, Dank dir sehr, gerne und noch viel

mehr. Ich las es zweimal. Beim zweiten Mal blieb ich an einzelnen Worten hängen, als wären sie mir plötzlich vertrauter, als hätten sie schon einmal zu mir gehört. Ich konnte es nicht einordnen und legte das Blatt weg. Am nächsten Tag ging ich zurück in den Laden, ohne genau zu wissen warum. Vor der Tür blieb ich kurz stehen. Für einen Moment fühlte es sich unangenehm an, einfach wieder hier zu sein, ohne richtigen Grund. Dann trat ich ein. Der Verkäufer sah mich an, als hätte er mich erwartet. „Sie haben das Jackett behalten“,

sagte er nur. Ich nickte und sagte, ich suche eine Hose dazu. Er sagte nichts weiter und drehte sich um. Ich folgte ihm. Zwischen den Ständern hingen die Jacken dicht an dicht, und auf kleinen Schildern standen Wörter wie Grün, Baumwolle und Unangenehm. Grün traf mich wie eine Erinnerung, die nicht ganz vollständig war – Sommer, Gras, Stimmen, mein Bruder Jimy und wir als Kinder, wie wir auf Bäume kletterten und ich diese Farbe immer Grashpfergrün genannt hatte. Bei „Unangenehm“ blieb ich kurz stehen. Es war kein Gedanke, eher ein kurzes Ziehen im Bauch, als mir bewusst wurde, dass ich nicht

mehr genau wusste, warum ich überhaupt wieder hier war. Ich ging weiter, bezahlte die Hose an der Kasse und sah dort eine Tasse stehen. Sie war bunt, ein wenig schief, fast harmlos wirkend. Erst beim zweiten Blick merkte ich, dass es kein Gebrauchsgegenstand war, sondern ein Bilderrahmen. Ich blieb einen Moment zu lange davor stehen, ohne zu wissen, was ich eigentlich suchte. Dann ging ich hinaus. Draußen traf mich die Luft klar und gleichgültig

zugleich. Ich blieb kurz stehen, als müsste ich mich erst wieder in den Tag einordnen. Erst dann ging ich weiter, mit dem Gefühl, dass ich für etwas bezahlt hatte, das ich nicht ganz verstanden hatte – und dass es vielleicht besser war, es dabei zu belassen.




Der Künstler ist, PutzlicCo

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Über den Autor

PamolaGrey
Ich bin Pamola Grey, eine Geschichtenerzählerin, die die feine Grenze zwischen Realität und Fantasie erkundet. Ich schreibe Fantasy-, Horror- und surreale Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Außerdem male ich eigene Illustrationen, inspiriert von den Welten, die ich erschaffe.

I'm Pamola Grey, a storyteller exploring the thin line between reality and imagination. I write fantasy, horror, and surreal stories that linger in your mind. I also paint my own illustrations, inspired by the worlds I create.

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Reisehummel 
Mir geht es wie Mike, dieser Text ist nach dem Schluss
noch lange nicht zu Ende :-) Da muss ich noch ein wenig grübeln.
Aber er gefällt mir, weil er nicht nur neugierig macht, sondern besonders ist.

Liebe Grüße
Waltraud
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Bleistift 
"Das Jackett Grün und Unangenehm - Zwischen Erinnerung und Zufall..."
Warum nur befällt mich nach dem Lesen Deiner eigentlich recht interessant geschriebenen Geschichte das eher seltsame Gefühl, dass da womöglich noch irgendetwas fehlt?
LG zu Dir
Louis :-)
Heute - Antworten
drachenzaehmer Die Geschichte hat mich neugierig gemacht. Die geheimnisvollen Ereignisse und die offenen Fragen sorgen dafür, dass man wissen möchte, was hinter dem Jackett, dem Gedicht und den seltsamen Begegnungen steckt. Besonders gelungen finde ich, dass der Text auch nach dem Lesen noch zum Nachdenken anregt.
LG Mike
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