Kurzgeschichte
Das ist schon ziemlich heiß Teil 2 - SP 119

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"Ich dachte lange, sie sei verschwunden. Die Wahrheit war viel einfacher ? und peinlicher."
Veröffentlicht am 07. Juni 2026, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich arbeite als Schreiner und bin beruflich viel auf Montage unterwegs. Ich arbeite gerne mit Holz und mag es, wenn etwas mit den Händen entsteht. In meiner Freizeit lese und schreibe ich gerne.
Ich dachte lange, sie sei verschwunden. Die Wahrheit war viel einfacher ? und peinlicher.

Das ist schon ziemlich heiß Teil 2 - SP 119



SP119

Thema:

"Das ist schon ziemlich heiß"

Vorgabeworte: Baumwollsocken, Stimmung, Tasse, unangenehm, Grashüpfer, Katzenjammer




Dann stand Hilde vor mir und sagte: „Hallo Mike.“ Ich blieb einen Moment einfach sitzen und sah sie an. Nach all den Jahren stand sie plötzlich wieder da, als wäre nichts

passiert. „Hilde…“, sagte ich vorsichtig. Sie lächelte leicht. Die Stimmung zwischen uns war ruhig, aber irgendwie vertraut. Sie setzte sich neben mich auf die Stufe des Wohnwagens. „Du wirkst überrascht“, sagte sie. „Ich dachte wirklich, du wärst einfach verschwunden“, gab ich zu. Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht verschwunden.“ „Was ist dann

passiert?“ „Ich war da“, sagte sie ruhig. „Ich habe geklopft, so wie wir es vereinbart hatten.“ „Und dann?“ „Dann habe ich dich im Transporter gefunden. Du hattest deine Schlafbrille auf und hast tief geschlafen.“ Ich blinzelte. „Ich habe geschlafen?“ Sie nickte. „Tief und fest.“ „Ich habe dich sogar gerufen“, sagte sie, „aber du hast nicht reagiert.“ Ich lehnte mich zurück. „Also habe ich alles

verpasst?“ „Komplett.“ Ich musste lachen. „Das ist ehrlich gesagt ziemlich peinlich.“ „Die Hitze lag schwer in der Luft, und zwischen uns blieb eine Spannung, die ein wenig unangenehm war.“ „Ich hatte noch überlegt, dich zu wecken“, sagte sie leis, „aber du sahst so friedlich aus.“ „Und ich habe mir jahrelang Gedanken gemacht“, sagte

ich. „Und am Ende hast du einfach geschlafen“, sagte sie. Wir lachten beide. „Seitdem trinke ich nur noch Limonade“, sagte ich. „Vernünftig“, grinste sie. Ich ging kurz zum Wohnwagen, nahm eine Tasse Limonade und reichte sie ihr. „Willst du?“ Hilde nahm sie lächelnd an.

„Danke.“ Die Stimmung war nicht mehr unangenehm, sondern ruhig geworden. „Komm“, sagte sie dann, „lass uns zum See gehen.“ Wir gingen los und ließen den Wohnwagen hinter uns. Die Sonne brannte, und das Gras war trocken unter unseren Schritten. Ein Grashüpfer sprang durchs hohe Gras neben uns. „Am Wohnwagen flatterten nur noch Baumwollsocken an der Leine – eine war

wohl heruntergefallen und hing halb im Gras, als wir vorbeigingen.“ Am See zog Hilde die Sandalen aus und watete ins Wasser. Ich blieb am Ufer stehen und sah ihr nach. „Das ist schon ziemlich heiß“, dachte ich, während ich dort stand und die Sonne auf der Haut spürte. Während ich so dastand, dachte ich auch an den Katzenjammer vom letzten Abend und daran, wie sehr ich es mit den Cocktails übertrieben hatte. „Also war ich einfach nur eingeschlafen?“, fragte ich

dann. „Genau“, sagte sie. Ich lachte leise. Die Stimmung war nicht mehr unangenehm, sondern ruhig geworden. Später gingen wir gemeinsam zurück zum Wohnwagen. Vor der Tür blieb Hilde stehen und sah mich an. „Na dann hoffe ich mal“, sagte sie mit einem schiefen Lächeln, „dass du dieses Mal nicht wieder einschläfst.“ Ich grinste.

„Versprochen.“ Sie ging die Stufen hinauf. Ich folgte ihr langsam. Oben blieb ich einen Moment stehen, sah auf die Tür – und schloss sie dann hinter mir. Und während die Sonne langsam unterging, wurde mir klar, dass man manchmal nicht verschwindet… sondern einfach den falschen Moment verschläft.

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drachenzaehmer
Ich arbeite als Schreiner und bin beruflich viel auf Montage unterwegs. Ich arbeite gerne mit Holz und mag es, wenn etwas mit den Händen entsteht. In meiner Freizeit lese und schreibe ich gerne.

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PamolaGrey Wow, ich bin echt überrascht, dass du schon zwei Beiträge für den Wettbewerb geschrieben hast. Die fand ich wirklich amüsant.
LG Pam
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