Biografien & Erinnerungen
Designermantel - Mondscheinnacht

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"Designermantel - Mondscheinnacht"
Veröffentlicht am 07. Juni 2026, 6 Seiten
Kategorie Biografien & Erinnerungen
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Über den Autor:

16. Oktober 1952 erblickte ich das Licht der Welt in sehr bescheidenen Verhältnissen. Als Nesthäkchen wurde ich von meinen zwei Schwestern, zwei Brüdern und meinen liebevollen Eltern umsorgt. In meinen Erinnerungen ist die alte Hütte noch sehr präsent. Um das elterliche Bett vor Regen und Schnee zu schützen spannte mein Vater eine Plane an die Decke. Meine Schulzeit war alles andere als glücklich. Ungerechtigkeiten konnte und kann ich nur ...
Designermantel - Mondscheinnacht

Designermantel - Mondscheinnacht

DeSignermantel

Unser Rendezvous ist die Nacht. Die Sitzbank beim Holunderstrauch der Ort. Es ist kalt, derMond scheint hell und die Sterne leuchten. Viel zu früh bin ich an unserem zuvor per SMSvereinbarten Treffpunkt. Einen gemeinsamen Abendspaziergang, den Stress des Tagesvergessen, ist unser Ziel. Mein bodenlanger hellgrauer Kaschmirmantel schützt mich vor derklirrenden Kälte. Den Kragen hochgestellt, den Gürtel fest geknotet und die Hände in denwarmen Taschen tief vergraben, stehe ich mit schwarzen Lederstiefeln im Schutz

derSträucher und warte. Beobachte den einsamen Pfad und die sternenklare Vollmondnacht.Aufgeregt und voller Erwartungen pulsiert mein Blut in meinen Adern. Herzklopfen,Herzrasen und mein Mund so trocken. Er kommt pünktlich des Weges. Er kann mich in derDunkelheit nicht sehen aber ich spüre seinen suchenden Blick. Er sieht mich und kommt langsam auf mich zu. Unsere Blicke treffen sich und ich erahne seine fragenden Gedanken. Er streichelt mich sanft am Arm und bestätigt wortlos den angenehmen und kuscheligen Stoff vom Mantel. Seine Augen mustern mich und ich spüre seinen warmen Atem. Ich möchte meine Arme um ihn schlingen,

ihn heiß und innig küssen. Ich kann meine Geduld kaum noch ertragen. Ich will ihm meine Überraschung zeigen aber gleichzeitig diesen Moment für immer festhalten. Er will mich umarmen. Zu meinem Spiel gehört, dass ich mich ziere und geniere und schüchtern am Gürtel fummle. Etwas irritiert beobachte er mein zuppeln und nesteln. Wie aus versehen öffnet sich mein Mantel. Sein ungläubiger Blick, sein stockender Atem verrät seine aufflackernde Lust und Begierde auf meinen nackten Körper mit der schönen gleichmässig gebräunten Haut und den wohlgeformten Busen. Leise, sanft und erregt sind seinen ersten Worte: „Du bist verheerend und völlig

verrückt!“ Mond und Sterne sind unsere Zeugen von dieser erotischen Nacht.Seine sanften Berührung sind voller Dankbarkeit und ganz zärtlich wickelt er mich wieder in den Mantel aber nicht ohne zu erwähnen, dass ein so hässlicher Designermantel sein Geld wert sei...



Erna Müller-Rytz

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Hörbuch

Über den Autor

Coeur
16. Oktober 1952 erblickte ich das Licht der Welt in sehr bescheidenen Verhältnissen.
Als Nesthäkchen wurde ich von meinen zwei Schwestern, zwei Brüdern und meinen liebevollen Eltern umsorgt.
In meinen Erinnerungen ist die alte Hütte noch sehr präsent. Um das elterliche Bett vor Regen und Schnee zu schützen spannte mein Vater eine Plane an die Decke. Meine Schulzeit war alles andere als glücklich. Ungerechtigkeiten konnte und kann ich nur schwer ertragen und davon gab es in der Schule und außerhalb mannigfach.
Frauen brauchen keine Bildung, dieser Meinung war damals mein Vater obwohl meine Mutter einem 100% Job nachging.
1970 ziehe ich für einige Zeit zu meiner damals geschiedenen Schwester Irene und in diesem Jahr lernte ich meinen ersten Mann kennen.
1971 wurde unser gemeinsamer Sohn geboren.
Am 26. November 1974 erhängte sich meine Schwester Irene in ihrer Wohnung, am Schlafzimmerfenster. 13 Tage vor ihrem 29. Geburtstag! Mein verzweifelter Versuch eine Logik in den chaotischen Tod von Irene zu bringen, scheiterte. Entsetzen, Wut, Schuld, Enttäuschung und auch Angst der Verantwortung nicht gerecht zu werden.
Plötzlich war ich mit meinen 22 Lenzen die Ersatzmutter vom damals 10-jährigen Jungen, natürlich nicht ohne die Unterstützung meines ehemaligen Mannes, er war in all den schwierigen Zeiten mein fröhlicher und treuer Begleiter, auch wenn sich unsere Wege später getrennt hatten blieben wir jedoch Freunde. Abschied für immer musste ich am 18. Januar 1983 von Bruder Hans nehmen.
Im 33. Lebensjahr wählte er den Freitod. Ein Schnellzug erfasste ihn in Lenzburg.
Im gleichen Jahr starb auch mein Patenkind. Er war im zarten alter von 3 Jahren in ein Desinfektionsbad für Schafe gestürzt.
Der ohnehin schon angeschlagene Gesundheitszustand meines Vaters verschlechterte sich nach dem Todesfall von Hans zusehends, ja sogar schlagartig.
15. Juni 1984 war mein Vater gestorben. Wenigsten blieb ihm die nur ein gutes Jahr später schmerzliche Nachricht von meinem verunglückten Bruder Hugo, die ich meiner Mutter überbringen musste, erspart.
Am 5. Oktober 1985, im 39. Lebensjahr war er bei einem Tauchgang im Zugersee tödlich verunglückt.
Dieser Abschied war sehr, sehr, sehr schwer, dabei hat das Jahr 1985 glücklich angefangen.
Damals lebte ich allein mit meinem Sohn der ein fröhlicher, lieber und sorgloser Teenager war, ja, sicher in der Schule hätte er durchaus mehr leisten können...
Ich war glückliche Kioskleiterin. Durch gute Leistungen sowie Umsatzsteigerungen gewann ich immer wieder traumhafte und einzigartige Motivationsferien im Ausland unter anderem im Piemont, in Florida, Norwegen, Andalusien und vieles mehr. Den Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen war eine Herausforderung die ich gerne annahm. In meinem Team waren Frauen und Männer mit unterschiedlichsten Berufsausbildungen sowohl Hausfrauen, Lehrerinnen, Studenten und Verkäufer auch auf meinen 20jährigen Sohn durfte ich mich eine Zeitlang verlassen. Er war eine super tolle Unterstützung für unser Team. Zu den Kunden gehörte der Designer Luigi Colani oder der bekannte Jan Tinguely ebenso wie Obdachlose und natürlich meine neue große Liebe.
Am 17. Mai 1991 starteten wir mit einem gecharterten Düsenflugzeug im Berner Flughafen Belpmoos um über den Wolken unser Jawort zu besiegeln.
Am 17. Dezember 2003 wurde ich erneut daran erinnert, dass man diese Zeit nicht für immer hat! Mein geliebter Mann erlitt einen Herzinfarkt. Dieses Mal war es glücklicherweise nur eine Warnung. 2004 und 2005 wurde mein Mann erneut am Herzen operiert und konnte so einem erneuten akuten Herzversagen vorbeugen.
Während ich diese Zeilen schreibe genieße ich ein harmonisches und glückliches Leben!



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Eichenlaub Hallo Erna,
das ist ein schöner Tatsachenbericht, den ich sehr gern gelesen habe.
Vor allem finde ich den Schluss zauberhaft dargestellt.
Leider besitze ich keinen Designermantel. Aber das ist auch gut so.
Ich wünsche Dir noch einen angenehmen Sonntag.
Lieben Gruß
GerLINDE (Eichenlaub)
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Coeur Na ja, es geht auch ohne Designermantel...
Danke für dein Kommentar und gerne wünsche ich auch dir einen schönen Sonntag.
LG Erna - Coeur
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