Die Wandergruppe 2. Beitrag von Sp 119
Thema: Das ist schon ziemlich heiß
Vorgaben:
Stimmung, Tasse, unangenehm, Katzenjammer, Baumwollsocken, Grashüpfer
Cover, Text und eigene Fotos von GerLINDE
mit kostenloser Clipart am Schluss
Wiedereinmal möchte, trotz angesagtem Temperaturanstiegs bis zu 35 °C im Schatten, eine fröhliche und junggebliebene kleine Rentner-Wandergruppe sich tief in den Wald wagen, um etwas Kühle aufzusuchen. Singvögeln zu lauschen wird sie in eine glückliche Stimmung versetzen.
Wenn dann noch zwei verspielte Eichhörnchen mit dem Feldstecher in aller Ruhe beobachtet werden können, tragen
diese zu einem weiteren Tageserlebnis bei.
Alle Vier scheinen, trotz ihres höheren Alters noch recht fit zu sein. Anna mit ihren 85 Jahren, Brunhilde mit 89 Jahren, Clemens ist 91 Jahre und Dieter 94 Jahre alt. Die befreundeten Junggebliebenen gönnen sich keine großen Fernreisen auf Luxusdampfern mehr, sondern lieben es ganz bescheiden wandern zu gehen und dabei auf die Natur des Mischwaldes zu achten.
Jeder von ihnen trägt einen kleinen Rucksack mit einer Thermoskanne, an der eine aufgeschraubte Tasse befestigt ist. Denn das Wandern macht durstig und auch hungrig.
Auf einer kleinen Lichtung werden zwei große Decken ausgebreitet. Dem Picknick steht nichts mehr im Wege.
Anna hat es sich auf der Decke bequem gemacht, als in dem Augenblick ein kleiner, grüner Grashüpfer auf ihren Arm springt und sie somit willkommen heißt. Sie lächelt dabei, denn das ist ihr auf keinen Fall unangenehm gewesen. Sie streichelt mit ihrer Hand ganz sanft über das neben der Decke stehende hohe Gras. Somit fühlt sie eine Verbundenheit mit der Umgebung.
Und Dieter hat das Bedürfnis sich seiner
Wanderschuhe für eine kurze Zeit zu entledigen, um den Füßen mehr Luft zu verschaffen. Die warmgelaufenen Baumwollsocken legt er währenddessen ins hohe Gras. Mit ausgestreckten Armen liegt er nun auf der Decke und hofft, dass sich seine Anna zu ihm kuschelt. Sie spürt die sanfte Aufforderung und lässt es sich nicht zweimal sagen.
Voll romantisch liegt jetzt ihr Kopf auf Dieters Arm und dazu zwitschern zwei Singvögel so herrlich, dass sich für beide schon fast der siebte Himmel öffnet.
Währenddessen vertreiben sich Brunhilde und Clemens, trotz der heißen Sonnenstrahlen, die Zeit beim Wildkräutersuchen. Es dauert nicht lange, dann verschaffen sie sich Abkühlung
unter den hohen, schattigen Bäumen.
Nach dieser Verschnaufpause wird die kleine Waldwanderung fortgesetzt. Ausgeruht und gesättigt stimmen beide Frauen nun ein fröhliches Wanderliedchen an und Clemens begleitet sie mit seiner Mundharmonika.
Ein sanfter Zauber liegt in der Luft.
Auf den Wegen hindern manche starke Baumwurzeln ein sicheres Vorankommen. Da heißt es auf der Hut zu sein, um nicht versehentlich zu stolpern.
Als sich zwei Eichelhäher flatternd und krächzend bemerkbar machen, hält Dieter flink seinen Feldstecher vor die Augen.
Er beobachtet nun die hübschen Vögel ganz behutsam, ohne sich zu räuspern oder zu
husten und macht dabei einen kleinen Schritt vorwärts, um die gefiederten Waldbewohner besser sehen zu können.
In dem Augenblick jedoch stolpert er über eine dicke querliegende Wurzel.
"Autsch" und der 94-jährige Dieter liegt plötzlich ungewollt auf dem Waldweg über einer Baumwurzel.
Schnell eilen Clemens, Anna und Brunhilde ihm zur Hilfe.
Vorsichtig helfen sie dem armen Dieter hoch und hoffen, dass ihm nichts passiert sei und er gut laufen könne. Stehend schwankt er noch leicht und fühlt keinen Bruch.
Er holt tief Luft, versucht untergeärmelt behutsam einen Schritt zu machen und die
Schweißperlen laufen ihm von der Stirn ins Gesicht. Der Unglückliche verlangt nach einem Schluck Wasser, aber stellt leider fest, dass der rechte Fuß wohl zu sehr beim Fall umgeknickt ist, da er einen starken Schmerz verspürt. Er hinkt leicht zu einem alten, umgefallenen Baumstamm in der Nähe und versucht sich dort vom Schreck zu erholen. Doch vorher legt Anna schnell eine Decke über den Stamm damit ihm eventuell keine Ameisen piesacken können.
Anna hilft ihm dabei den Schuh auszuziehen und den Fuß betrachtend mit Wasser zu kühlen.
"Mein Gott", dachte sie, "hoffentlich geht jetzt nicht der Katzenjammer los, denn Männer sind in dem Falle so empfindlich."
Mit einem nassgetränkten Tuch kühlt sie die bewusste Stelle am Fuß und ihr Dieter verspürt schon Linderung, während alle anderen in der molligen Nachmittagshitze sich die Schweißperlen von der Stirn wischen.
Nach dem Ausruhen und der Kühlung des Fußes, der auch nicht angeschwollen ist, kann Dieter vorsichtig wieder gut laufen.
Da die Hitze aber unerträglich wird, planen sie den Rückweg schneller ein, als vorgesehen.
Und so verlässt die kleine Wandergruppe die schattigen Bäume des Waldes, um an diesem heißen Sommertag den Heimweg anzutreten.
Aber irgendwann werden sie wieder gemeinsam erneut eine Waldwanderung unternehmen und auf die Wurzeln achten.
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