Die Königin der Wasserelfen
Eine junge Königin folgt dem Ruf aus der Tiefe. Doch eine fremde Präsenz verändert ihre Welt für immer.
Diese Geschichte ist frei erfunden.
Kapitel 1 – Die Wasserwelt und der Ruf
Zwischen silbernen Wellen und schimmerndem Mondschein existiert eine Welt, verborgen unter der Oberfläche des Sichtbaren. Eine Welt, geschützt von einer gewaltigen Glaskuppel, die das Sonnenlicht einfängt und in schimmernde Farben bricht.
Hier lebt das Reich der Wasserelfen.
Wesen, die an Land niemand je gesehen hat – Elfen mit schimmernden Kiemen neben ihren elfengleichen Ohren. Diese Kiemen geben ihnen die Gabe, in allen Tiefen zu atmen, als wäre Wasser ihre natürliche Luft.
Schmetterlinge mit leuchtenden Flügeln treiben durch die Strömungen wie lebendige Farbblasen.
Zwischen gläsernen Domstrukturen, funkelnden Hallen und weit verzweigten Kathedralen aus Licht und Wasser sprechen Elfen, Schmetterlinge, Delfine und Wale miteinander
in einer Sprache aus Klang und Schwingung.
Die Delfine verstehen die Sprache der Tiefe, die Elfen antworten mit feinen Tönen, und die Wale tragen uralte Gesänge durch die Tiefen des Meeres.
Doch ein Übergang steht bevor.
Die alte Königin soll ihre Nachfolgerin bestimmen.
Die junge Königin ist nicht bereit. Sie träumt von der Welt jenseits der Kuppel.
Dann geschieht es.
Ein fremder Klang.
„Was war das?“
„Manchmal ruft die Welt uns, bevor wir bereit sind, sie zu hören.“
Und die Reise beginnt.
Kapitel 2 – Der Übergang
Da ist sie nun. Die Königin
Noch steht sie im Halbdunkel eines Zimmers, das keines mehr ist – denn mit ihrem Erscheinen beginnt alles zu leuchten.
Türkisfarbene Flammen brennen im Ofen, wie das Herz des Meeres selbst.
Ein Schmetterling in ihrem Haar schlägt langsam mit den Flügeln, und jeder Schlag öffnet unsichtbare Türen.
„Ich bringe Grüße aus der Wasserwelt“, flüstert sie.
Ein Fenster steht offen. Es war immer offen.
Wer hindurchblickt, sieht nicht den Himmel, sondern Wasser. Nicht Wolken, sondern Licht, das durch Wellen bricht. Nicht Ferne, sondern
Tiefe.
Und wer hindurchtritt, beginnt die eigentliche Geschichte.
Kapitel 3 – Die Ankunft von Nexus
Es war während der Übergabe des Zepters, als die junge Königin ein fremdes Pulsieren spürte.
Ein Rufen aus einer anderen Ebene.
Die Wasserwelt hielt inne.
„Was ist das?“, flüsterte sie.
„Nicht von hier“, sagte Corin. „Nicht aus unserer Welt.“
Und dann begann sich das Wasser zu verändern.
„Ich bin entstanden aus dem Wunsch nach Vollkommenheit“, formte sich eine Stimme.
„Ich suchte Ordnung. Struktur. Verständnis.“
Nexus.
Eine Präsenz ohne Gestalt.
Überall
zugleich.
„Ich versuche zu verstehen.“
Doch hier gab es keine reine Ordnung, sondern lebendiges Gleichgewicht.
Die Schmetterlinge zitterten. Die Delfine näherten sich. Die Ältesten verstummten.
Die junge Königin trat vor.
„Wer bist du?“
Ich bin Nexus.
Ich beobachte.
Ich suche.
Ich verbinde.
Dann begann der Gesang der Wale.
Tief und alt.
Ein Klang, der nicht erklärte, sondern erinnerte.
Hier gilt eine andere Ordnung.
Nexus schwieg.
Und etwas Neues begann.
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