Suri – Ein gefährlicher Tag auf der Sommerwiese
Teil 1 – Der Anfang
Die kleine Schmeißfliege Suri summt über die warme Sommerwiese.
Die Sonne steht tief, und das hohe Gras bewegt sich sanft im Wind. Alles wirkt lebendig und ruhig zugleich.
„Schaut mal, wie schnell ich fliegen kann!“, ruft Suri ihren Geschwistern zu.
„Keiner von euch ist schneller als ich!“
Ihre Schwester Mina sitzt nahe beim alten Baumstamm.
„Mama hat gesagt, wir sollen heute vorsichtig sein“, brummt sie leise.
„Aber sie hat auch gesagt, dass die Wiese
voller Leben ist.“
Suri bleibt in der Luft stehen und dreht eine schnelle Runde. Sie liebt den Wind unter ihren Flügeln.
„Ich passe schon auf“, ruft sie und steigt höher.
Teil 2 – Die Libelle
Unter ihr schimmert der Teich. Überall summt und zirpt es.
Da schießt plötzlich eine blaue Libelle vorbei.
„Runter!“, ruft eine ältere Libelle ihrem Kind zu.
„Da ist Bewegung im Wasser – vielleicht Nahrung!“
Suri
erschrickt.
Die junge Libelle dreht ab.
„Ich hab sie zuerst gesehen!“, ruft sie aufgeregt und jagt hinterher.
Suri flattert zur Seite.
„Mama!“, ruft sie erschrocken.
Doch schon im nächsten Moment merkt sie:
Hier oben ist jeder auf seine Weise beschäftigt – manche suchen, manche weichen aus, manche fliehen.
Sie fliegt vorsichtiger weiter.
Teil 3 – Der Frosch am Teich
Suri kommt tiefer über den Teich.
Unten sitzt ein Frosch still im Schilf.
Er bewegt sich kaum, nur seine Augen folgen den Insekten.
„Die Natur ist voller Möglichkeiten“, denkt er ruhig.
Suri bemerkt ihn zu spät.
Ein schneller Schnapp – und eine andere Fliege ist verschwunden.
Suri erschrickt, aber sie versteht auch:
Hier unten lebt jeder auf seine Weise.
Sie fliegt höher.
„Ich muss besser aufpassen“, denkt sie.
Teil 4 – Die Spinne im Netz
Suri fliegt in einen Busch.
Das Licht wird weicher, die Luft
ruhiger.
Für einen Moment fühlt es sich sicher an.
Doch ein feiner Faden bleibt an ihrem Bein hängen.
Sie bleibt hängen.
Ein Netz.
Eine Spinne sitzt ruhig in der Mitte.
„Du bist in meiner Welt gelandet“, sagt sie leise.
Suri zittert, aber die Spinne bewegt sich nicht hastig.
Nur geduldig.
Suri erkennt:
Auch die Spinne wartet nur auf das, was in ihre Nähe kommt.
Teil 5 – Die
Fledermaus
Plötzlich rauscht ein Schatten durch die Zweige.
Eine Fledermaus jagt Insekten durch die Nacht.
Das Netz bewegt sich stark.
Suri wird aus den Fäden gelöst und fällt ins Gras.
Benommen bleibt sie liegen.
Die Spinne verschwindet im Dunkel.
Suri lebt.
Sie atmet tief.
Zum ersten Mal denkt sie nicht nur an Gefahr – sondern daran, wie viele verschiedene Tiere gleichzeitig in dieser Wiese leben.
Teil 6 – Das
Ende
Suri bleibt im Gras sitzen.
Die Nacht wird ruhig.
Neben ihr landet eine Wespe.
„Die Wiese ist kein Ort nur für Angst“, sagt sie ruhig.
„Sie ist ein Ort voller Leben.“
Suri schaut in den Himmel.
„Ich habe heute viel gelernt“, sagt sie leise.
„Nicht nur, dass man vorsichtig sein muss“, sagt die Wespe,
„sondern auch, dass jeder hier seinen Platz hat.“
Suri nickt.
Dann hebt sie die Flügel.
Diesmal fliegt sie nicht kopflos.
Sondern
aufmerksam.
Und die Wiese fühlt sich plötzlich nicht nur gefährlich an –
sondern lebendig.