Kurzgeschichte
Wenn ich das gewusst hätte, das Mammut - SP 118

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"Wenn ich das gewusst hätte, das Mammut - SP 118"
Veröffentlicht am 12. Mai 2026, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Kurzgeschichten nicht nur für Kinder und Erinnerungssplitter aus meinen Leben findet ihr auf meinen Profil.
Wenn ich das gewusst hätte, das Mammut - SP 118

Wenn ich das gewusst hätte, das Mammut - SP 118

Schreibparty 118


Wenn ich das gewusst hätte,das Mammut

von Schnief


Thema: Wenn ich das gewussst hätte Vorgabeworte: filigran, piesacken, Kokolores, Fisimatenten, blümerant, allenthalben




Ich starrte Onkel Harry fassungslos an. „Ein Mammut? Im Stadtpark? Mitten in unserer Stadt? Das ist doch völliger Kokolores!“, rief ich, während ich mir hastig meine Wanderschuhe schnürte. „Keineswegs“, erwiderte er seelenruhig und strich über den filigran geschnitzten Totenkopf seines Wanderstabs. „Durch deinen Steinwurf ist die Zeitlinie im Park instabil. Das Tier ist heute Morgen durch ein Portal gerutscht. Wenn es nun Spaziergänger piesackt, haben wir ein echtes Problem.“ Schon auf dem Weg zum Park merkte ich, dass die Realität wellenartig flackerte. Die Passanten um uns herum wirkten seltsam abwesend, als würde die Zeit sie

nur mit halber Geschwindigkeit streifen. Mir wurde bei diesem Anblick wiederum ganz blümerant im Magen. Als wir den Rand des Stadtparks erreichten, traute ich meinen Augen nicht. Zwischen den Ententeichen und den sorgsam gestutzten Hecken stand tatsächlich ein riesiges, zotteliges Mammut. Es trompetete lauthals und wirbelte mit seinem Rüssel die frischen Rindenmulchbeete durcheinander. Allenthalben sprangen erschrockene Enten, Gänse und anderes Getier in die Luft.

„Und wie fangen wir das jetzt?“, flüsterte ich panisch. „Ich habe keine

Lust auf prähistorische Fisimatenten!“

Onkel Harry zeigte auf den Stein aus der Zukunft, den ich in meiner Hand hielt. Dieser schimmerte nun bläulich.

„Du musst den Stein genau unter seine Stoßzähne werfen. Das schließt das lokale Zeitloch und zieht das Tier zurück in seine Zeit.“ Ich schluckte mehrfach, nahm all meinen Mut zusammen und rannte los. Das Mammut bemerkte mich, senkte den massiven Kopf und setzte sich langsam stampfend in Bewegung. Im letzten Moment, als der eisige Atem des riesigen Mammuts bereits mein Gesicht streifte, holte ich weit aus und schleuderte den Stein auf den Boden.

Ein gleißender Blitz zuckte auf. Ein seltsames gläsernes Bersten erfüllte im Anschluss die Luft und mit einem extrem lauten Knall war das Mammut verschwunden. Zurück blieb nur ein tiefes Loch im Rasen und eine unheimliche Stille.

Ich ließ mich erschöpft ins Gras sinken. Onkel Harry trat neben mich und klopfte mir anerkennend auf die Schulter.

„Gute Arbeit, Gehilfe. Fürs erste Mal gar nicht übel.“

Ich blickte auf unwillkürlich meine Uhr. Sie lief zu meiner Erleichterung ganz normal vorwärts.

Hätte ich gewusst, dass mein Leben ab

jetzt aus prähistorischen Großtieren und interdimensionalen Aufräumarbeiten bestehen würde, wäre ich garantiert an diesem Morgen definitiv im Bett geblieben.


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Eichenlaub Liebe Manuela,
das ist auch wieder eine sehr schöne mystische Geschichte mit dem Mammut. Und das Cover sieht auch hübsch aus.
Alle Vorgaben hast Du gut untergebracht.
LG, Gerlinde
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