Kurzgeschichte
Hilde und der falsche Feierabend - SP 118

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"Manchmal beginnt ein Feierabend mit einem Klopfen ? und endet mit der Frage, ob man besser nicht.."
Veröffentlicht am 08. Mai 2026, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Manchmal beginnt ein Feierabend mit einem Klopfen ? und endet mit der Frage, ob man besser nicht..

Hilde und der falsche Feierabend - SP 118



Thema der SP 118:

"Wenn ich das gewusst hätte" Vorgaben: filigran, piesacken, Kokolores, Fisimatenten, blümerant, allenthalben






Hilde und der falsche Feierabend Ich bin Schreiner auf Montage. Hotels sind Luxus, den ich mir selten gönne. Mein alter Transporter ist mein Rückzugsort: Bett, Werkzeug, Ruhe – alles, was ich nach einer Baustelle brauche. Mit ihr, Hilde, hatte ich schon länger online geschrieben. Erst belanglos, dann immer persönlicher. Irgendwann war es mehr als nur ein Zeitvertreib – zumindest kam es mir so vor (allenthalben). Nach Feierabend wollte sie sich treffen. Keine (Fisimatenten), kein großes

Aufheben. Erst bei Einbruch der Dunkelheit sollte es passieren. Ich hätte da vielleicht schon genauer nachdenken sollen. Ich lag schon im Transporter im Bett, Schlafbrille auf – wie man sie im Flugzeug trägt, wenn man seine Ruhe will. Sie wollte es spannend machen, ich war müde. Alles andere klang nach (Kokolores). Dann klopfte es. Einmal kurz, so wie wir es vereinbart hatten. Ich öffnete die Tür – ohne aufzustehen, die Brille blieb auf. Durch einen

Mechanismus konnte ich die Tür vom Bett aus öffnen. Hilde stand davor, sagte unser Kennwort – mein Geburtsdatum – und stieg ein. „Ich ziehe mich aus und komme gleich“, sagte sie und verschwand kurz im Transporter. Ich legte mich wieder hin. Es war still. In der Zwischenzeit schlief ich ein. Als ich wieder aufwachte, war alles ruhig. Sie war verschwunden, nur mein Werkzeugkoffer stand noch da, ordentlich verschlossen. Fast so, als hätte jemand wenigstens Respekt vor echter Arbeit gehabt – oder davor, wie

gut man anderenKokolores als Wahrheit verkaufen kann.

Ich dachte an unser vorheriges Chatten, an das, was ich mir eingeredet hatte: vielleicht war da mehr zwischen uns als nur ein One-Night-Stand. Doch das Gefühl war plötzlich so (blümerant), dass ich mich fragte, ob ich mich geirrt hatte. Die ganze Situation war irgendwie (filigran), als könnte ein falscher Gedanke alles verschieben. Ich konnte mich nicht (piesacken) lassen von der Unsicherheit, ich war zu müde dafür. Und irgendwann murmelte ich nur noch: „Wenn ich das gewusst hätte.“





© Mike2026

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drachenzaehmer

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